Ausgabe 
19.12.1908 Zweites Blatt
 
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leine Kapitalien in 8. isen werden für ilchcrr fixen gesucht. Ma ifragen an BOcher- leor Hotop.üerltn 27 Ke Adresse notieren.

lneWal bis 2 MeMMmcrn tr- im Benltumbe: Stabi: rludentenvcrbiMnggeil. oeres unter Moa* eit Anz, erdeten. tithe Toaae, befliatbit ünwen Farrv knliauje»., 9 AaiittMe,il ^mTuT^TW-

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Redaktion, Ervedmon und Druckerei: Ecbul« strahe 7. Eroedmon und Vertag; e^S 6L 9lcbatnon:e^ll2. LeL-Adru AnzergerGreb«,

Die ..«iehener Zamtltendlätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS Kretsblati für den Krdi Siehrn" zweimal wöchentlich. Tie ..randwirtschastlichen Seit- kragen" erscheinen monatlich zweimal,

Nr. 29« Zweites Blatt 158. Jahrgang Samstag 19. Dezember 1908

Seneral-Anzeiger für GberheMn

Mit einer Adresse der Kammer zil b e a n t* I nctcn Mitteilen, man kann doch das Offenbacher Abendblatt hier _ r.. . *. r . ctr............... . 1 .Or aam \l nmnirr npfrnmtpil

des

Italien. Reute .

4%

3% Portugiesen Serie I

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218 40

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121.00

58.70 07 20

92.45

93.40

143.40

49 40 86.20

63.60

97.95

Dezember. Antaugskane.

Ilarpeuer Bergwerk. .

Laurau ütLe .... umbarden E. B. . .

Nordd. Lloyd . . .

1 urkenlose ....

Industrie, Glessen.

Bör*e» 19. Dezember, 1.15 Uhr.

1 % Oesterr Goldrente.

4*/6 % Oesterr. Silberreute 4?6 Ungar Goldrente . .

endenz ruhig eher fest Beriiuer a»6ree, 19

147.10 ruhig.

Elektnz. Labmeyer . . Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte .X ordd. Lloyd . . . .

Ubezschlea. Eisen-Industrie Berliner tiaudelsges. .

Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . , Diskonto-KommandiL .

Dresdner Bank . .. . Kreditakticn Baltimore- und Ohio-

Eisen L ahn Gotthard bahn . . .

Lombard. Eisenbahn . . oesterr. Staatsoahn . . . l'nuee-Heim-hisenbahn .

Cauada E. B. . . .

tannstadter Bank . . Deutsche Bank . . . Durtmuuder-Union C. . Dresdner Bank . . .

Tendenz fest aber

116 50 116.80 187 20 188.20 110 70 192.50 192.50

89.00 91.00

169.00 12810 210.00

134 00 179.30 147.25 195.75

94 50

85 25 94 65

85.05

93.15

92.00 97 90

97.60

92.65

104 20

mit Bozena Brezina, beide in Gießen. 12. Konrad Henkel, Lackierer, mit Anna Bauer, beide in (Sieben. 16. Ludwig Rohrbach, Bahn­schreiner i. P., mit Elisabeths Ebel, geb. BooS, beide in Gießen. 16 Karl Tiebel, Sattler, mit Maria Sorst, beide in Gießen. [6. Martin Roller, Müller, mit Maria Amend, beide in Gießen.

Präs. Haas will nunmehr als nachträglichen Gegenstand Tagesordnung

die Adresse an den Grobherzog

Beratung stellen.

Geborene.

Dezember. 9. Dem Schmiedemeister August Wilhelm Keppler eine Tochter, Elisabeth Philippine Margarete. 11. Dem UnioerfitätS- Prozessor Dr. jur- Paul Gustav Krelichmar ein Sohn, Karl Jrnmo. 12. Dem Sanitätsfeldwebel Aiigust Bues ein Sohn, Enist August Hans. 13. Dem Gilenbnbnolffftenten Ludwig Dickel ein Sohn, Karl Wilhelm. 13 Tem Lokomotivführer Ludwig Kleiti eine Tochter, Lieselotte Georgina Johanna. 13. Tem Kaufmann Friedrich Wil­helm Busch cnie Tochter, Paula Elise. 14. Tem Kaufmann Nathan Julius Drei' eine Tochter, Rosa. 14. Dem Buchhalter Rudolf Ltndenschmidt ein Sohn, Rudolf 'Wilhelm Heinrich. 16. Dem Kauf­mann Heinrich Jughardt ein Cohn.

Gestorbene.

Dezember. 12. Theodor Dm deck, Privatier, 78 Jahre alt, Neustadt 78. 14. Willy Pitz. 7 Monate alt, Ritlerqasse 11. 15. Gustav Max Paul Lepver, 2 Jahre alt, Asterweq 12. 15. Karo- line Sauer, geb. Eißner, 59 Jabre alt, Neustadt 78. 16. Amalie Therese Schepers, \ Jahr alt, Steinstraße 73. 17. Marie Lerch, geb. Richber, 56 Jahre alt, Frankfurter Straße 72. 17. Kaspar veinzerling, Cchreinermeister, 46 Jahre alt, Cchifsenberger We g 65

Abg. Ulrich erklärt dagegen, er habe auch die Absicht, sich . der Debatte über die Adresse zu beteiligen. Er könne dies aber nicht tun, weil ihm ja diese noch nicht offiziell bekannt sei.

Präs, Haas erwidert: Wenn Herr Ulrich noch nichts von

polififebc Tagerscbarr.

Die französische Fremdenlegion.

Die Meuterei in der Fremdenlegion in Südoran hat auch die Aufmerksamkeit der französischen Behörden^in be- .r nderem Maße auf diese Truppe gelenkt. In seinem Tages- i fehl an das 1. Regiment der Fremdenlegion in Sidi bei Aobes erklärt der Oberst die Behauptungen eines die Miß- (taube in der Fremdenlegion kritisierenden Lyoner Blattes als eine gehässige Entstellung der Tatsachen. In dem Matte war von Mißhandlungen der Legionäre, von der Häuftg- feif der Selbstmorde und von Mangel an Fürsorge zur Ver­hütung von Ansteckungen die Rede. Der Oberst gab seiner Entrüstung Ausdruck, daß solche Anklagen in einer französi­schen Zeitung zu lesen waren. Viel Glauben werden die Darlegungen des Obersten nicht finden, denn man weiß es ja aus dem Munde ehemaliger Fremdenlegionäre zur (Genüge, wie schlecht sie, namentlich wenn sie Deutsche sind, in der französischen Fremdenlegion behandelt werden. Be­achtung verdient es, daß das französische Kriegsministerium und das Ministerium des Innern jetzt der von parlamen­tarischer Seite gegebenen Anregung näher treten wollen, und den auf fünf Jahre verpflichteten Fremdenlegionären unter gewissen Voraussetzungen daS französische Staatsbürgerrecht zu verleihen. Daneben ist die Auf­merksamkeit der Negierung auf die erschreckend anwachsende Ziffer derjenigen Heerespflichtigen gelenkt worden, die sich ihrer Militärpflicht entziehen. DieKöln. Ztg." .meldet auS Berlin: Im Zusammenhang mit dem Streich der 50 Fremdenlegionäre in Südoran ist wieder von einem Verein gegen die Fremdenlegion die Rede, der in Köln oder Aachen seinen Sitz haben soll. Eingehende Ermitte­lungen ergaben, daß von einem solchen Verein weder in Köln noch in Aachen etwas bekannt ist. Selbstverständlich haben die deutschen Behörden mit den als Förderern dieser Bestrebungen genannten Persönlichkeiten nicht das Mindeste zu tun, wofür, ganz abgesehen von den politischen Bedenken, triftigste Gründe verschiedener Art vvrliegen.

Nau, beide in Gießen. 12.

Telefonisch« Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel

4Ji°/e rnss.Staatsanl. 1905 4>$% japau. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von lbU3 Türken oso i H Griech. Honopol-Aul.. 4H äussere Argentinier . o°le Mexikaner . . . i>tX Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss Buderus E. W. . . .

Wh 3% Wh 3% Wh Wh

und

Frankfurter B ei ebsan leihe . do.

Konsole . . . do. ...

Hessen ....

Oberhessen . .

Notiz genommen. Ich nehme doch an, das; auch Herr \ ? dies

Zeitung zu Gesicht bekommt. (Reiter teit.i

Abg. Bähr: Man sollte doch die Thronrede den Abgeord-

Dle nach- A »rul n 9nd Sonntag, 20. Dezbr., nur von -lebenden Ä V 1 L l V 12 Uhr mittags bis 12 Ihr nachts für dringende Fälle sicher anzutreffen: |D*/lt

Dr. Pioch, Asterwecr 34. - Dr. Schliephake, Goethestr.44.

Dr Wagner, West-Anlage 49.

Portugiesen HI

der Adresse weiß, so ist das seine Schuld, weil er der gestrigen Eröffnung des Landes nicht beigewohnt hat. (Rufe: sehr gut. Heiterkeit.) Ich bin nicht dazu beauftragt, so und soviel Exem- vlare der Thronrede in die Hand zu, nehmen und die einzelnen Herren zu fragen, ob sie sie schon gelesen hätten.

Abg. Ulrich: Ich beoaure sehr, daß der Präsident nicht daran gedacht hat, daß es auch Abgeordnete gibt, die nicht zu Hose gehen. (Heiterkeit. Ruse: na, na.) Wenn wir aber nachher über die Thronrede hier eine Adresse beraten sollen, so ist es doch nötig, den Wortlaut vor uns zu haben.

Abg. Dr. Osann: Soweit ich gesehen habe, hat d-. Offen­bacher Abendblatt gestern sehr ausführlich von der ' -onredc

Tie Kriegserklärung Venezuelas an die Niederlande.

Im Haag hat man bis jetzt noch keine Bestätigung der Meldung von der Wegnahme eines dritten venezolanischen Schiffes durch die holländische Marine noch bezüglich der Kriegserklärung Denezoelas an die Niederlande. Im Mi­nisterium wurde erklärt,- daß man sich auch keine genaue Vorstellung machen könne, wie die Kriegserklärung an die Niederlande hätte gesandt werden sollen, es sei denn, daß man es für diesen Zweck als genügend angesehen habe, in Venezuela durch Prollamation den Kriegszustand zu er­klären und mit den Feindseligkeiten zu beginnen. Jmdessen habe noch nichts ein kriegerisches Vorgehen Venezuelas er­wiesen. Die niederländische Flottille, die sich augenblicklich in den Karaibischen Gewässern aufhält, wird im Verein mit einem vierten Panzerschiff, das sich augenblicklich auf dem Wege nach Venezuela befindet, vorderhand als aus­reichend angesehen, um allen Möglichkeiten die Spitze zu bieten. Nach einer weiteren Meldung des Reuterschen Bu­reaus ist man im Ministerium des Aeußern im Haag der festen Ueberzengung, daß der Umstand, daß in der überallhin verbreiteten Meldung von der Verhängung des Belage­rungszustandes in Venezuela die Wortestats of war" ge­braucht waren, Anlaß zu dem Mißverständnis gegeben haben, Venezuela hätte Holland den Krieg erklärt. Der An­deutung Castros von der Entsendung von Vertrauensleuten nach Holland mißt man ziemlick)en Wert bei. Diese Andeu­tung war um so mehr unvermerkt geblieben, als der in der zweiten, an Holland gerichteten und im November ein­gegangenen Note enthaltene Vorschlag der venezolanischen Negierung, einen holländischen Diplomaten nach Caracas zu entsenden, von Holland nicht angenommen worden war. Bezeichnend für die Lage in Venezuela ist, daß der nord- amerikaniscbe Asphalttrust die venezolanischen Revolutio- itäre durch Waffen, Munition und Geldmittel unterstützt. Die Unionsregierung ist schnell bereit, die neue Regierung anzuerkennen, sobald eine solche gebildet ist. Nach einer venezolanischen Korrespondenz wird allgemein Castros Rück- kehr bezweifelt.

DeutdcheS Keicb.

Ein Dementi! Bor einigen Tagen ging durch die Blätter die Meldung von einer angeblich bevorstehenden Verlobung im Kaiserhause. Wir haben von dieser Meldung keine Notiz genommen, weil sie uns auf Kombination zu beruhen schien. Das bestätigt sich nun auch. DieNordd. Allg. Ztg." erllärt die in der ausländischen Presse verbreite­ten Gerüchte über die bevorstehende Verlobung der Prin­zessin Viktoria Luise mit dem König Emanuel von Portugal für auf freier Erfindung beruhend.

R e i ch s t a g s p r ä s i d e n t G r a f S t o l b e r g hat an das türkische Parlament zu seiner Eröffnung ein herzliches Degrüßungstelegramm gesandt.

Arbeitslosendemonstrationen. Etwa 1000 Arbeitslose veranstalteten gestern abend in Stettin Sttaßen- demonstrationen vor dem Arbeitsnachweise und dem Rat­hause. Die Arbeitslosigkeit unter den Hafenarbettern wird auf 50 Prozent geschätzt.

Die Breslauer Stadtverordneten bewillig­ten 500 000 Mark für den Bau eines Säuglings­heims. Sie stellten in beu Etat jährlich 10 003 Marr ein für die Ausbildung besonders befähigter Volksschüler an höheren Lehranstalten.

Znterpellation über die ReichSweinstener

vom 21. Dezember ab zu beantworten. Ter Präsident schlägt da­her vor, gleich in den ersten Tagen deS Januar eine besondere Sitzung dakür abzubalten.

Abg. M o 11 b a n bemerkt, er sei überrascht, daß die Beant­wortung seiner Interpellation nicht schon heute zu ermöglichen ge- weken sei. Er erkläre sich aber mit der Beratung Ansang Januar einverstanden.

Staatsminister Ewald erwidert, die Deanlwortunq der An­frage sei nicht so einfach, wenn man sich nicht auf die schon in der .Tarmstädler Ztg/ abgegebene Erklänmq beschranken wolle, daß die Negierung im Bundesrat ihre Zustimmung zu der Vorlage versagt habe. .Es hätten sich alle drei Ministerien mit der An­gelegenheit zu befaficn; es müßte eine gemeinsame Besprechung er- folgen, was aber nicht bis zum Montag erfolgen könnte. Auch er halte daher den Vorschlag de« Präsidenten für ratsam, Anfang Januar in einer besonderen, ad hoc anzuberaumenden Sitzung die Vorlage zu behandeln.

Tie Kammer erklärt sich mit der Anberaumung einer Sitzung Anfang Januar einverstanden.

Zur Beratung kommt nun der Antrag Glässing, die Wahlrechttvorlage betreffend.

SlaatSminister Ewald bemerkt hierzu, er wolle namentlich für die neu eingetretenen Mitglieder de4 Hauses einige Erlämer- ungen geben. Nachdem die Negierung im 31., 32 und 33. Land­tage dem Hause eine Wahlrechtsvorlage unterbreitet hat, glaubte sie ohne bte vorherige Verständigung beider Kammern über die streitigen Fragen der VerfaffungSändeniug eine neue Vorlage nicht wieder einbringen zu dürfen. E« tft ja auch in der Thronrede auf diese Voraussetzung hingewiesen worden. Die Verhandlungen der vorigen Kammer haben nun zu einer solchen Verständigung geführt. Ter heutige Antrag nimmt aber darauf nicht Bezug. Wenn der Antrag heute angenoinmen wird, so kann er nur bann eine Basis für eine neu einzubringende Vorlage erkennen lasten, wenn die weiteren VerhaiidlnN'geu ergeben, daß jene Verständigung als eine geeignete Grundlage für die Vorlage betrachtet wird.

Tas werde selbstredend etwaige Abweichungen von Einzel­heiten niederer Bedeutung nicht ausschließen. Während des Wahl- lampfes hat namentlich der Vorschlag eine Rolle gespielt, nach dem das Budget, wenn eS von der Zweiten Kammer abgelehnt wird, mit einer Durchstimmung beider Kammern zustande ge­bracht werden kann. Eine Erklärung über diesen Vorschlag, wenn er zu einer Bedingung für das Zustandekommen gemacht wild, muß die Regierung sich Vorbehalten, bis die Verhandlungen in beiden Kammern erkennen lasten, daß darauf ein entscheidender Wert gelegt wird. Tie Regierung wird also nicht unter allen Umständen darauf bestehen mästen. Bei einer derartigen Aufastung der Sachlage könnte die Zweite Kammer zu erkennen geben, ob die Einigungsgebniste deS letzteii Laiidtags als eine geeigneie Grundlage betrachtet werden fömien. ES handelt sich natürlich hierbei nur um die Verfastuugssragen, alle anderen Pimkte scheiden vorerst aus.

Abg. Dr. Osann erklärt, er wolle sich darauf beschränken, als Berichterstatter für den Driuglichkeitsantrag den Antrag Glässing dem Hause zur Annahme zu empfehlen, damit die wichtige Vorlage endlich erledigt werden fannn.

Abg. Tr. Glässing gibt darauf ein ausführliches Referat über die langen Vorberatungen der beiden GesetzgebiingSausschüsse und eine sachliche Schilderung ihrer Beschlüste. Zum Schluß be­tont Redner in nachdrücklichster Weise, daß auch sämtliche Aus- ichußmitglieder sich in keiner Weise beziiglicl; der einzelnen Punkte der Vorlage zu binden erklärt haben; auch er selber halte nur an der allgemeinen Verständigung fest und binde sich nicht an irgend welche Einzelheiten der Vorlage.

Abg. Dr. Osann gibt darauf namens der nationalliberalen Fraktion die Erklärung ab, daß jetzt ihre sämtlichen Mitglieder und überhaupt sämtliche Mitglieder des Hauses auf dem Boden des direkten Wahlrechts ftrnben. Wenn jetzt der vorliegende An­trag angenommen werde und eine Einigung über die Versträn- digungsvorschläge erzielt werde, so werde man doch endlich zu oem so lange ersehnten direkten Wahlrecht kommen. Der Auffassung des Staatsministers entgegen glaube er, daß mit der Annahme des heutigen Antrags die verlangte Voraussetzung zur Einbringung einer neuen Mahlrechtsvorlage erfüllt werde.

Abg. v. Brentano gibt namens seiner Fraktion die Erklärung ab, daß die Partei, wie seit vielen Jahren, an der Forderung der baldigsten Eimührung des direkten Wahlrechts feslhalte. Sie lei aber auch einmütig der Ueberzeugung, daß nur auf der Grundlage des Antrages Glässing eine Verständigung gefunden werden könne. Ter Dlnsicht des Abg. Dr. Osann über den Sinn der heutigen Er­klärung des Slaat«miuisters stimme er zu. Er spreche seine große Freude darüber aus, daß nunmehr sämtliche Dlitglieder der Zweiten Kammer einmütig das direkte Wahlrecht anstrebten, und er gebe der Ersten Kammer zu erwägen, ob sie noch einmal das Odium auf sich laden wolle, durch Geltendmachung unerfüllbarer Wünsche das einmütige Verlangen deS Volkes und seiner berufenen Ver­tretung zu Nichte zu machen. Nach dem sachlich objektiven Bericht des Abg. Gläisi'ig wolle er heute von einer weiteren Erörterung der ganzen Sache absehen. Er delchränke sich auf die Erklärung, daß seine Partei, vorbehaltlich aller Einzelheiten, dem heutigen An­trag Glässing einmütig zustimmen.

Abg. Ulrich erklärt, daß auch seine Partei diesem Anttag zustimme, ohne sich jedoch dabei nach irgend einer Richtung hin sestzulegen.

Abg. K o r e l l erklärt namens des Bauernbundes, daß dieser einmütig dem nationalliberalen Antrag zustimmen werde. Er und seine Freunde betrachten den Antrag Glässing als wertvolles Material für die weitere Beratung der Wahlrechtsvorlage.

Nachdem auch Abg. Reh seine und seiner beiden Partei­freunde Zustimmung erllärt, wird der Antrag Glässing einstimmig unter lauten Bravorufen angenom- m e n.

Fe;? Kammer.

Am Ministertische: Staa.^Minister Tr. Ewald, Geh. Staats­rat Krug von Nidda, yiinifierialrat Lorba eh e r.

Präsident Haas regt vor Euilrut in die Tagesordnung an,

nicht als ossizielles Organ der Kammer betrachten.

Abg Ulrich: Ick muß allerdings zugeben, bau ich als eifriger Leser des Offenbacher Abendblattes auch die Thronrede darin gelesen habe. Ich habe sie aber nicht offiziell gelten und das mußte dock geschahen, wenn ich hier zu einer ^ldresse Stellung

i die Thronrede t.

Worten. DaS HauS stimmt dieser Anregung einmütig zu.

Ter Präsident verliest darauf ein Schreiben des Staats

Ministers, worin sich derselbe bereit erklärt, die

Ehcschliehnngen.

Dezember. 12. Konrad Rockel, Taglöhner, mit Helene Pfeiffer, beide tu Gießen. 12. Heinrich Schmidt, Schmied, mit Margarete '"!. Johann Maxian, Bergwerksarbeiter,

n Gießen. 12. Konrad Henkel, Lackierer,

nehmen soll.

Abg Dr. Schmitt: Herr Ulrrck sollte |td> bannt begnügen, daß der Präsident in Aussicht stellt, die Thronrede, wenn darüber debattiert werden soll, den Abgeordneten gedruckt vorzufegeu, wie daS auch früher geschehen ist. Er schlage deshalb vor, die Beratung der Adresse üus die Januarsitzung zu vertagen. Das HauS ist damit einverstanden.

Präs. Haas schließt daraus mit besten Wünschen zum Weid- nachtssest die Sitzung nach 12 Uhr.

Nächste Sitzung unbestimmt.

Spielplan öes Neuen Siebener Stadttheaicrs.

Sonntag den 20. Dez., nachmittags 3V. Uhr, bei kleinen Preisen: Erstes Gastfoiel des Wiffenschaitlichen Theaters der Urania', Berlin: .Im Laude der Mstteruachtssonne.' Ende 51/, Uhr. Abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen: Zweite- und letztes Gastfotel des Wiffenfchaftltchen Theaters der .Uratnn', Berlin: .Frühlingstage an der Riviera." Ende 10 Uhr. Dienstag den 22. Dez., abends 8 Uhr: 11.DienStaq-Abonnemeut-Vorstellung: .Cornelius Voß." Lustspiel in vier Akten von Fr. v. Sckonthan. Ende 10'/, Uhr. Mittwoch den 23. Dez., nachmittags 3'/, Uhr, bei kleinen Preisen, unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Jnf.- RegtS.: Kindervorstellung: .Puppenfee/ Vorher: .Das Wetter­häuschen.- Ende 6 Uhr. Freitag den 26. Dezbr. (1. .reiertag), abends TL Uhr, bei gewöhnlichen Preisen: .Der Talisman. Ende gegen 10 Uhr. Samstag den 26. Dez. (2. Feiertag), nach­mittags 87, Uhr, bei DolkSvreisen: Kindervorstellung: ,Gold- härdien/ Ende 67, Uhr. Abends 77, Uhr, bei gewöhnlichen Preisen:Tie Tür ins Freie/ Ende 97, Uhr. Sonntag den 27. Dez., nachmittags 87, Uhr, bei DolkSpreisen: Kindervorstellung. .Goldhärchen/ Abends 77, Uhr, bei kleinen Preisen: »Die Puppen-' 'ee/ Vorher:Guten Morgen, Herr Fischer/

Sonntag, 20. Dez., von nachm. LJ.manUnna41iaI/o

4 Uhr bis 9 Uhr abends nur geöffnet: JlirSCildpOinCK.

Giessen, den 19. Dez. 1908. v

Grossh. Polieciarot. Reinhart. B7(

Auszug o. d. Stanöcsamtsregittem der Stadt Sieben.

Aufgebote.

Dezember. 15. Heinrich Muth, Elektromonteur in Gießen, mit Katharina Elisabetba Ruppe! in Gelnhausen. 16. Friedrich Wil­helm Hormel, Former in Staufenberg, mit Elise NicklauS ht Gießen. 18. Alwin Walther, Schriftsetzer, mit Martha Elsa Zieger, geb. Höfer, beide in Gießen. 18. Oskar Froelich. GroßherzogL NegierungSaffeffor in Gießen, mit Wilhelmine Eva Anna Magda­lena Becker in Darmstadt.