Ausgabe 
27.7.1908 Zweites Blatt
 
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Wiederkehr des Tode?, erzu alle Bisinarik. erlehrer Prof. Alten, willkommen ist, ist

Sonntag abend zuin ewechselt. Nachdem wieder aukschliest. lute, von früher hei i worden. So der n Handfpringer und kommen sind!:? äst Karl 6tc::, m :ag§mitte(n uiUi Den Glanzpunkt de; ilt Philomel. G?vi ) bringt seine Lar« erwähnen sind noq unter Kapelluieistn ylophonsolisi Weinen hnet. Der Saal m

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Schwierigkeiten zil beseitigen.

ke. F r a n k f u r t a. M., 27. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht de? ',) Amtliche dloticruiigcii der heutigen Viehmarkt-

Gieß. Änz.".) Amtliche Sloticrungcn der heutigen V i e b ina rkl- preise. 311m Verkaufe standen: 346 Ochsen, 96 aus Oesterreich 54 Butten, 8 ans Oesterreich, 809 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 217 Kälber, 187 Schafe und Hammel, 1581 Schweine, 2 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schattämmer. Bezahlt wurden für

300 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 7981 Mk., 2. Qualität 7476 D)lt, 3. Qualität 6064 Mk.; Bullen: 1. Qual. 6668, 2. Qual. 6264; Kühe 1. Qualität 7476 Mk., 2. Qual. 66-68 Lik., 3. Qual. 52-56 Alk., 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht­gewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 5556 Pfg., 2. Qualität 80-90 Pfg., Lebendgewicht 47-52 Pfg., Schlachtgew. 6570 Pfg.; Schase: 1. Qual. Schlachtgew. 82 bis 00 Pfg., 2. Qual. 7476 Pfg. Schweine: 1. Qual. 6768 Pf., Lebendgeivicht 52,553 Pf., 2. Qual. 6600 Pf., Lebendgewicht 52-00 Pfg., 3. Qual. 5860 Pfg., Lebendgeivicht 00 - 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, kein Ueberstand; bei Kleinvieh gut, kein

Kunft und Wissenschaft.

Berlin, 26. Juli. Der Landschaftsmaler Professor Walter Leistikow, einer der Führer der Berliner Sezession, ist nach schwerer Erkrankung in einem Sanatorium im Alter von 42 Jahren gestorben.

Universitäts-Nachrichten.

[] Marburg, 26. Juli. Geh. Reg. - Nat Friedrich Vogt, Professor der deutschen Sprache und Literatur und Direktor des germanistischen Seminars, wurde zum Rektor dec Universität für 1908/09 gewählt.

bei dem hiesigen Amtsgericht beschäftigte Gerichtsschreiber- aspicant Issel, der in Bieber wohnt und mehrere Kinder be­sitzt, hat auch ein außereheliches vierjähriges Kind, da§ die Eheleute sehr vernachlässigten, während die ehelichen Kinder , in jeder Weise vorgczogen wurden. Anfangs dieser Woche verließ I. nun seinen Dienst und mit Frau und den übrigen - Kindern die Wohnung, um sich auf das Frankfurter ! Turnfest zu begeben, das vierjährige kränkliche Kind in der < Wohnung allein zurücklassend. Die Nachbarschaft wurde am zweiten Tage durch daS Jammern und Wimmern des armen Wurmes aufmerksam, man benachrichtigte die Polizei, welche , die Türe mit Gewalt öffnen ließ, und man fand das Kind in total verwahrlostem, halbverhungertem Zustande, dem Tode nahe vor. Es wurde sofort in andere Pflege gegeben, doch bezweifelt man, daß eS sich wieder ganz erholt. Die Ehefrau Issel wurde am vergangenen Freitag in der Wohnung festgenommen, als sie gerade von dem Ausflug zurückgekehrt war. Den Mann hat man noch nicht. Das Gericht beschäftigt sich jetzt eingehend mit dec Angelegenheit.

fc. Mainz, 26. Juli. Die 22 Jahre alte Rosa Maria Hergen von Gonsenheim wollte heute, 26. Juli, ihr Hoch­zeitsfest begehen. Vorgestern wurde sie von einem Insekt gestochen, infolgedessen Blutvergiftung eintrat, die so rasch um sich griff, daß ein operativer Eingriff unmöglich war und das bedauernswerte Mädchen gestern im Rochus- hospital verstarb.

K. Von der Bergstraße, 26. Juli. Am 16. August d. IS. wird in Auerbach a.d.B. das 60jährige Militär­dienstjubiläum des Majors a. D. Diery festlich be­gangen. Im Kriege 1870/71 war der Jubilar Chef der 2. Kompanie deS Infanterie-Regiments Nr. 117 und an genanntem Tage werden die Kriegsveteranen der Kompanie ihrem hochbetagten einstigen Führer ihre Glückwünsche über­bringen. Der Lustmörder Mohrweiser, der vor etwa sechs Wochen in Weinheim den etwa 3 Jahre alten Knaben Fischer auf schreckliche Art tötete, wurde der psychiatrischen Klinik in Heidelberg überwiesen behufs Beobachtung seines Geisteszustandes. In der Untersuchung sind Zweifel über seine Zurechnungsfähigkeit entstanden.

4- Kinzenbach, 24. Juli. Der auf dem Wetzlarer Hüttenwerk beschäftigte Georg Lenket wird seit Montag, 20. Juli, vermißt. Zur gewohnten Zeit hat er hier seine Wohnung verlassen, um an seine Arbeitsstätte zu gehen, ist aber bisher noch nicht wieder zurückgekchrt. Er soll zuletzt in Dutenhofen und später an dec Lahn gesehen worden sein. Leukel ist der Vater einer starken Familie. Man befürchtet, daß ihm ein Leid begegnet ist.

X Wetter, 26. Juli. Heute sind eS 40 Jahre, daß daS Dorf Laisa fast vollständig bnrch Feuer zerstört wurde. Ueber 140 Gebäude wurden damals ein Raub der Flammen.

(?) Frankfurt a. M., 25. Juli. Der Männer- yesangvereinArt on^-Bro o l lyn gab heute abend nn Palmengarten ein Konzert, das sich eines Massenbesuches der Frankfurter zu erfreuen hatte. Die Zuhörer bereiteten den fremden Sängern einen begeisterten Empfang und ebenso rauschenden Beifall fanden ihre Chöre, besonders_bie in

deutscher Sprache. Außer den Männerchören , Schäfers Sonntagslied' undMagbalen' brachten die amerikanischen Sänger die amerikanischen VolksliederOld black Joe und Diexies land zum Vortrag; ein aus Amerikanerinnen be­stehendes Quartett, das Manhattan - Lady - Quartett, trug unter anderemComing through the Bye unbSuance river vor. Der Frankfurter Sängerbund, in Stärke von etwa 200 Sängern, bot ebenfalls einige Gesangsoorträge. An das Konzert schloß sich ein Kommers im GesellschaftS. hause des Palmengartens. Morgen werden die Amerikaner noch die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen und dann am Montag nach Wiesbaden weiterreisen.

fc. Frankfurt a. M., 26. Juli. Der Versicherungs- Inspektor Christian Heinrich von Stabei von hier wurde in Mainz gestern verhaftet, da er sich am Fmthener Berg unsittlich an einem 12 jährigen Knaben verging. Da er nach seiner Verhaftung den wiloen Mann spielte, wurde er zur Beobachtung dem Rochnshospital zugesührt.

Wiesbaden, 26. Juli. Opfer eines Gauner­tricks. Ein hier zur Kur weilender Amerikaner ist, wie die Wiesbad. Ztg." melbet, heute nachmittag in einem hiesigen Caf6 beim Spiele einem Gaunertrick zum Opfer gefallen und

Grignral-DrahtnieLdurrsen.

() Fr i e d b e r g, 27. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in die Hofreite des Wagnermeisters Liebert in Ziegenhain-Langenhain. Stall und Scheune brannten nieder. Dann schlug der Blitz sechsfach in Getreidehausen auf dem Felde. An den Löscharbeiten beteiligten sich die Feuerwehren der Umgegend.

Paris, 27. JuU. Nach einer sehr unwahrscheinlich klingenden Meldung desJournal" steht ein ernster diplo­matischer Konflikt zwischen Deutschland und Portugal bevor wegen der Grenzberichti§nng zwischen Kamerun und Angola. Deutschland be­gehrt bekanntlich das portugiesische Gebiet von Cuanhama, dessen Häuptlinge Deutschlands Schutz gegen die Cuneno- Stämme anriefen, weil Portugal ihnen diesen Schutz nicht gewähren konnte. England soll Portugal Bei­stand gegen die deutschen Ansprüche ver­sprochen haben. Augenblicklich seien lebhafte Verhand­lungen zwischen Berlin und Lijsabon im Gange.

Paris, 27. Juli. Echo de Paris meldet aus Tanger: Die beutschenKonsular-AgentenundPo st beamten sind zurückgekehrt und haben ihren Dienst wieder angetreten. Der Gouverneur hatte ihnen eine Ehren-Eskorte entgegengesandt.

London, 27. Juli. »Daily News" melden aus Kon­stantinopel: Das jungtürkische Komitee hat der otto- manischen Bank befohlen, die Summen, die von den Steuereinnahmen herrühren, nicht mehr an die Regierungs­behörden abzusenden. Die Jungtürken verlangen, daß den politisch Verbannten gestattet werde, auS der Verbannung zurückzukehren.

einer Brieftasche mit 8000 Dollars, seiner wertvollen Uhr und eines Brillantringes beraubt worden.

X. Hanau, 26. Juli. Die 16jährige Tochter deS hier wohnenden Pulverhilfsarbeiters Reuter sprang bei Klein-Steinheim in selb st mörderischer Absicht in den Main und ertrank. Das Motiv für den Selbstmord ist nicht bekannt. Als ein Kleinbahnzug der Kahlgrundbahn die Station Mömbris passiert hatte, bemerkte der Lokomotiv­führer, daß eine männliche Person auf den Schienen lag. Der Zug konnte noch rechtzeitig gestellt werden. Der Selbstmordkandidat war ein fremder Handwerksgeselle.

fc. Vom Taunus, 26. Juli In Mammolsheim wur­den auf dem Friedhof sechs Grabsteine und die Grabeinfrie­digungen demoliert.

K. Schloß Friedrichshof i. T., 26. Juli. Prin- zessin Friedrich Karl von Hessen trifft am 29. Juli von London wieder auf Schloß Friedrichshof ein. Am gleichen Tage wird die Kronprinzessin von Griechenland zu längerem Besuche erwartet.

(th.) Der Grubenvorstand der Gewerkschaft der Gießener Braunsteinbergwerke beschloß in der heute im Hotel Kühne abgehaltenen Vorstandsschung für das 2. Quar­tal pro Kuxe eine Ausbeute von 50 Mark zu zahlen.

Kleine Tagcschronrk.

Oberbaurat Heinrich Dolmetsch in Stuttgart, ein bekannter Kirchenbauer, ist, 62 Jahre alt, gestorben. Ein Automobil mit einer achtköpfigen holländischen Reisegesellschaft suhr in rasendem Tempo aus der Strecke Heerlen-Maastricht im Dorfe Kunrade ans eine Maschine aus. Das Automobil ging in Trümmer. Emen 10 jährigen Mädchen von der Reisegesellschast wurde der Kops vom Rumpfe getrennt. Der Ehauffeur ist schwer verletzt. Die übrigen Personen erlitten mehr ober weniger schwere Verletzungen.

Tie Gouvernements Astrachan, Saratow und die Wolga von Astrachan bis Samara, Stadt und Kreis Saniara, die Stadt Nikolajewsk und der Kreis SySran (Gouvernement Simbirsk) sind als von Cholera bedroht erklärt worden.

Abermals haben schwere Regengüsse in Galizien große Verheerungen angerichtet. Eine Anzahl Personen ist umgekommen. Der Schaden ist unübersehbar.

Wieder hat eine surchtbare Ueberschwemmung eine türkische Ortschaft heimgesucht. Aehnlich wie kürzlich Tokat in Armenien, wurde jetzt S u n g a r I y im Wilajet Augera von Regen­luten verheert. 190 Häuser sind vom Wasser sorlgerissen worden. Zahlreiche Menschen sind tödlich verunglückt. Auch viel Herdenvieh ist zugrunde gegangen.

Sport.

Der RuderklubH affin" Gießen siegte bei der IX. Regatta des Südd. R.-V. m Mainz im Ermunterungsrennen.

E y d t k u h n e n , 25. Juli. Der amerikanische Thomaswagen passierte kurz nach 6 Uhr die deutsche Grenze.

TerBerl. Lokalanz." meldet aus Wien: Die deutschen Teilnehmer an der Kaiserpreis-Autofahrt Wien-Berlin wurden gestern im Gebäude des österreichischen Automobilklubs in An­wesenheit des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg und des Herzogs von Ratibor festlich empfangen und durch den Kriegs­minister herzlich begrüßt. ,

Paris, 26. Juli. Ter deutsche ProtoSwagen ist auf der Mrt New-Pork-Paris um 7 Uhr abends vor dem Gebäude alin" angekommen und wurde von der Menge lebhaft begrüßt. . .

Fr ankfurt a. M., 26. Juli. Der 23. Kongreß der Allgemeinen R a d i a h r - U n i o n wurde heute nachmittag 3 Uhx nut der Uebergabe des Bundesbanners seitens der Stadt Aachen an die Stadt Frankfurt eingeleitet. Tie Teilnehmer, unter denen sich auch Generalleutnant z. D. v. Chappuis und Ober- taalsamvaltTr.Hupertz befanden,versammelten sich imKaisersaal des Römer. Hier übergab der zweite Vorsitzende des Konsulats Aachen mit einer kurzen Ansprache dem ersten Vorsitzenden des Konsulats Frankfurt das Banner, der in seiner Erwiderung den Dank des Konsulats Frankfurt für diese hohe Auszeichnung zum Ausdruck brachte. Stadtrat Dr. Hengsberger begrüßte in einer längeren Ansprache den Kongreß im Namen des Magistrats der Stadt Frankfurt und überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters, der am persönlichen Erscheinen verhindert sei. Der erste Vorsitzende der Union, Kriegsgerichtsrat Becker-Straßburg, dankte namens der Union der Stadt Frankfurt für ihren freundlichen Empfang durch ein dreifachesAll Heil 1"

Handel.

Deutsche Reichsban k. Jetzt in bet Zeit einer selten gesehenen Stagnation im Geschästsleben wie an bet Börse wirb die Lage der Deutschen Reichsbank von Woche zu SBodje Dem Geschäflslcben günstiger. Tas liegt einerseits an den geringeren Bedürfnissen der Industrie, andererseits an den vermehrten Zu-, fliüssen, namentlich auch an den Goldzuflüssen aus dem Ausland, Die noch nicht aufgehört, wenn auch nachgelassen haben. Aus dem neuesten Ausweis ergibt sich unter anderem die folgende an sich sehr erfreuliche Erscheinung, daß der i>!otenumlauf der Bank jetzt zu 85,9 Prozent bar, d. h. durch .Metall, Reichskassenscheine und dloten anderer Banken gedeckt ist, gegen 73,1 Prozent un Vorjahr. Tie reine Metalldeckung beträgt 78,7 Prozent gegen vorjährige 64,2 Prozent. Im allgemeinen bat sich der Status in der dritten Juniwoche 128 571000 Mk. gegen 52 066 000 Mk. im Vorjahr gebessert. Tie steuerfreie Notenrescrve hat die un­gewöhnliche Höhe von 268 476 000 Mk. (1907 86 687 000 Mk., 1906 163 411000 Mk.) erreicht. Auch in den einzelnen Posi­tionen macht der Ausweis v-om 23. Juli einen vorzüglichen Ein­druck. Ter Metallbestand ist wieder um 43 614 000 Mk. (i. V- 46 215 000 Mk.) auf 1 146 420 000 Mk. (923 656 000 Mk.) ge­stiegen. Die Anlagen in Wechseln und Lombard haben sich in bet letzten Woche um 48,2 Millionen auf 945,2 Millionen Mk. ver­ringert. Eine wesentliche Neduttion erfuhr auck m an Neichsfck)atzanweifnngen, und zwar um 40,1

auf 72,5 Millionen Mk. Auch die fonstigen Aktiva, unter denen die zinsfreien Vorschüfse für Goldimpoittc sich besinden, ermäßigten sich um 22,1 Mill, auf 184,3 Mill. Die Lage der Reichsbank ist also sehr günstig, von einer weiteren Zinsfußherabsetzung jedoch nicht die Rede.

Kleine F i n a n zchr o n i k. Nach neuesten Meldungen aus London hat die neue Brasilianische Anleihe nur wenig reuissiert. Die Firmen, die sich an der üblichen vorherigen Zeich­nung beteiligten, mußten einen großen Teil der gezeichneten Be­träge auf eigene Rechnung und Gefahr übernehmen, während doch gehofft wurde, diese Summen ntu Nutzen unteczubringen, Brasi­lien hat auf finanziellem Gebiete gegenwärtig einen recht schweren Stand. Tie Valorisationsmanövcr haben der Kreditfähigkeit des Landes großen Schaden zugeficht. Der Siegen-Solinger Guß- stahlverein wird, nad> Börsennachrichten, keine ober nur eine ge­ringe Dividende für das abgclaufene Geschäftsjahr zur Vertei- lung bringen können. Für das Vorjahr wurden noch 8^/3 Proz. gezahlt. Die Deutschen Benzin- und Oelwerke in Regensburg werden in der im August stattsindenden Versammlung die Ver­legung des Hauptfitzes der Gesellschaft von Regensburg nach Ber­lin und die Aufnahme des Verkaufs von Petroleum beantragen. Die Mburitfabrik in Witten a. Rh., die durch die schwere Explofionskatastrophe bekannt geworden ist, tritt zufolge Beschlusses ihrer Gesellschafter in Liauidation.

Solingen, 26. Jnli. Nachdem alle Versuche betreffend einer Verschmelzung der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Solinger Bank mit irgend einer Großbank gescheitert sind, ist heute Mittag der Konkurs der Solinger Bank beim hiesigen Amtsgericht ange- meldet worden. Der Anssichtsrat hofft so am besten alle bestehenden

Vermischter.

In Lu dwigs Hafen ist das Kinernatographcntheater Le royal Bio", Inhaber Hirdt auS Dresden, das gestern abend seine erste Vorstellung gab, gegen 11 Uhr abgebrannt. Ursache des Feuers ist wahrscheinlich Entzündung eines Films. Der Schaden beläuft sich auf zirka 25 000 Mark. Das Publi­kum bewahrte zum Glück vollste Ruhe und entfernte sich chnell aus dem Bau.

'Feuersbrünste. Eine große Feuersbrunst wütete, wie aus Rastenburg gemeldet wird, in dem Dorfe Podlechen. DaS Feuer ist in einem Wirtschaftsgebäude durch Selbstent­zündung von frischem Klee entstanden. Das ganze Dorf i|l niedergebrannt. Nach Mitteilungen aus Mitau steht die Stadt Talsen in Flammen. Aus Libau gingen gestern Extrazüge mit Feuerwehr und einem Militärkommando ab. Ebensolche Hilfe wurde aus anderen Städten gesandt. Laut heutigen Nachrichten sind von Tolschi bloß einige Häuser übrig geblieben.

* Der Stollen des Lötschberg tunnels ist auf 1100 Meter Länge, von der Bohrstelle bis 1500 Meter vom Tunneleingang, vollständig mit Schutt gefüllt. Die Räu- muugsarbeiten verlangen große Vorsicht, da zwei Tynamit- lcrger zerstreut und zerstört wurden. Mehrere Dynamtt- patronen wurden bei den Ausräumungsarbeiten bereits im Geröll gefunden. Es wurde kein weiteres Opfer zutage gefördert; man fand aber verschiedene Leichenteile. Zahl­reiche Arbeiter wollen abreisen, da die Arbeiten eine ziemlich lange Unterbrechung erleiden werden. Die Unternebmung verweigert jede Auskunft und untersagt streng den Zutritt zum Tunnell

* Die Leichen der beiden vom Wetterhorn ab gestürzten Touristen, des Eifenbahnsekretärs Grimmeisen aus Ludwigshafen und des Prokuristen Holder aus Annweiler (Pfalz) sind zerschmettert aus dem Grimmen­gletscher aufgefunden worden. Beide hatten ohne Führer in Gesellschaft von drei Berlinern und zwei Engländern den Abstieg durch ein verschneites Couloir nach Glockstein versuchll Dabei glitt der an der Spitze gehende Grimmeisen auf einem Stein aus und riß im Fallen den ihm angeseilten .Holder mit Tie Uebrigen kehrten nach dem Sattel um und stiegen über die Tossenhütte nach Rosenlaui-Bad ab.

Der wiedergefundene Schmuck. Die am Abend des 13. Januar d. I. aus der Wohnung der Gräfin Wartensleben verschwundenen Schmuckgegenstände, ein Perlenhalsband im Werte von 250 000 Mk. und eine Brosche im Werte von 17 600 Mll wurden gestern in einem Versteck aufgesunden, das die schon einmal verhaftete Anna Steger, die damalige Zofe der Gräfin, einer Freundin zeigte. Diese stand mit einem Privat-Tetektiv-Bureau in Verburdung, das die Kriminalpolizei benachrichtigte. Tie Steger wurde des­halb sofort verhaftet Sie gestand den Tiebstahl unumwun­den ein und bezeichnete genau die Stelle, an der das Perlen­halsband und die Brosche unversehrt vorgefunden wurden. Tie gestohlenen Schmuckgegcnstände waren an einem Ort versteckt, wo sie niemand vermutet hätte. Tie Perlen ge­langten wieder in den Besitz der Gräfin.

Darmstadt, 25. Juli. Mit welcher Leichtfertig, keit oft Bauten ausgeführt werden, davon gibt der z. Z. bei dem Umbau des Restaurants »Zur Oper" not­wendig gewordene Abbruch einen drastischen Beweis. Die Maurer fanden beim Abreißcn der Jnnenmauern einen ge­mauerten alten Kanal, der anscheinend die Abwäsier aus der Jnfanteriekaserne fuhrt und der in den amtlichen SituationS- pläncn nicht aufgeführt ist. Hierbei stellt sich nun heraus, daß ein Teil der schweren Mauern, die wieder mit schwerem Gebälk belastet sind, einfach auf diesem Kanal errichtet sind. Wenn auch die Kanalmauecn eine entsprechende Stärke haben, konnte doch unter Umständen bei dem geringsten Nachgebcn derselben unabsehbares Unglück entstehen. Bet dem Umbau wird auch wieder ein von dem Besitzer erworbenes Stück der alten städtischen FestungSmauer zum Abbruch kommen. DaS neue Restaurant wird einen großen 40 Meter langen und über 10 Meter tiefen Saal für populäre WirtschastSzwecke enthalten.

fc. Darmstadt, 26. Juli. Bor einigen Tagen fand fyier die Eröffnung des Testamentes einer alleinstehenden kürzlich verstorbenen wohlhabenden Dame statt. Verschie­dene Bekannte, weitläufige Verwandte erhielten ansehnliche Legate, während ein ihr am nächsten stehender Neffe, auf den die Erblasserin stets große Stücke gehalten und der den Löwenanteil an der Erbschaft erhoffte, nur mit folgendem bedacht wurde:Zum Schlüsse vermache ich meinem lieben Neffen.... das Erbbegräbnis der Familie."

D a r m ft a d t, 25. Juli. 2 500 Mark geft 0 hlen wurden heute nacht angeblich einem Kaufmann aus Karls- rutye, der sich am Abend in angeheitertem Zustande in, ein hiesiges öffentliches Haus begeben hatte. Er hatte gestern in Aschaffenburg 3500 Mart eingenommen, war bann in das fragt. Haus gekommen und vermißte den erwähnten Betrag, als er im Lause des Tages in seinem Hotel von einem kräftigen Rausche erwachte. Tie alsbald festgenom­mene Dirne bestreitet mit Entschiedenheit von dem Geld etwas zu wissen, auch fand man bei einer Durchsuchung nichts Verdächtiges vor. Ihre Festnahme ist erfolgt.

sd. Offenbach, 25. Juli. (Rabeneltern.) Dec

llebersland.

«oranssichtliche Witterung für Hesien am Dienstag den 28. Juli: Teilweise wolkig und Gewitter. Später etwas kühler.

Briefkasten der Bedaktion.

lAnonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

F. H. Ein Leser unseres Blattes, der Ihre Briefkastennotiz gelefcn hat, gibt Ihnen den Rat, sich an O t t 0 Friedel, Poli­klinik in Braunschweig zn wendem

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