Ausgabe 
25.1.1908 Erstes Blatt
 
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tekt C h. F. zu Friedberg-

gelsteSkrank erklärt worden.

Heß.

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Jagd-Verpachtung.

Muuvoch, Den 5. Februar l. I., nachmittags 3 Uhr, wird im Rathause dahier, die der Gemeinde zustehende Wald- und Fetdjagd auf weitere 6 Jahre verpachtet.

Leihgestern, am 24. Januar 1908.

Großh. Bürgermeisterei:

Die deutsche Geldverfaguug.

Von diesem gerade jetzt so aktuellen Thema handelt da? Schlußheft des 1. Bandes der im Verlage von Emil Roth hier erscheinenden Sammlungnationalökonomischer Aufsätze undVorträgeoon dem Professor der National-, Ökonomie an unserer Landesuniversität Dr. Magnus B ie rm er das zu Anfang dieses Monats herausgegoben wurde. Es pricht für die Beachtung, die Prof. Bicrmers Ansichten über die wirtschaftspolitischen Fragen der Gegenwart in weiteren Kreisen des Publikums finden, daß das Heft innerhalb 14 Tagen vergriffen war, so daß schon jetzt eine weitere Auflage herausgegeben werden mußte. Dieser Umstand gab dem Ver- asser erwünschte Gelegenheit, zu den neueren wichtigen Vor­gängen auf dem währungspolitischen Gebiet Stellung 31t nehmen, die sich durch eine Interpellation des be­kannten konservativen Reichstagsabgeordneten Graf K a n i tz im Reichstag zutrugen. Er tut dies in der Forn, eines Nach­trags zu seinen früheren Ausführungen, die wir bereits früher würdigten und eingehender Beachlung empfahlen. Auch in diesem Nachtrag äußert sich Prof. Tr. Biermcr freimütig und selbständig zu dem bimctallistischen Vorstoß, den Graf Kanitz und seine Freunde in die unschuldvolle Form einer Inter­pellation über den Bankdiskont eingekleidet hatten. Als Fazit der Reichstagsverhandlungen, insbes. der Regierungsdar- lcgungen, kommt er zu dem Schluß, daß die Regierung mit dem Wechsel im Reichsbankpräsidium anscheinend bereit sei, den Gegnern unserer Münz- und Bankpolitik gewisse Abschlags­zahlungen zu machen und damit einen Systemwechsel ein- zuleiten, der allerdings vorläufig noch ziemlich schwachmütig und zahm eingeleitet werde, aber dennoch die ernste Beachtung Aller verdiene, die an unserer jetzigen gesunden Währungs­politik festhalten wollen. Der Verfasser wendet sich dann »veiter in sehr energischer Form gegen die beabsichtigte Er­höhung der Silberquole ,die höchstens in ganz geringem Maß erfolgen dürfe, wenn unsere Währungsverhältniffe gesund bleiben sollen und empfiehlt zum Schluß dringend die endliche Vornahme der Reichssinanzreform, die auch den Stand unserer Reichsbank und den Geldmarkt günstig beeinflußen werde. Die Schrift bietet in ihrer knappen und anschaulichen Schilderung viel wertvolles und interessantes und wird zweifellos in den iiiteressierten Kreisen große Beachtung sinden.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 24. Jan.

Ein Jugendlicher.

Dem 17jährigen Landwirt G. F. von Leusel sind Sittlichkeitsverbrechen an drei verschiedenen Mädchen zur Last gelegt. Er war geständig, an einem noch jugendlichen Dienstmädchen gewaltsam unsittliche Handlungen auf dem Felde vvrgenommen zu haben. Ein noch schulpflichtiges Mädchen, dessen Alter er nicht gekannt haben will, belästigte er ebenfalls mit un­sittlichen Angriffen und an einem weiteren jungen Mädchen nahm er Landlungen vor, die sich als tätliche Beleidigungen dar,teilen. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgehabte Beweisauf- nahme führte zur Verurteilung des Angeklagten wegen des ersten und letzten. Falles und zwar wurde flir den schwersten Fall eine Gefängnisstrafe von 2 Aconaten und wegen der tätlichen Be­leidigung eine solclie von 1 Woche angesetzt und diese Strafen auf eine Gesamtstrafe von 2 Monaten und 3 Tage zurückgcfnhrt, worauf 1 Monat Untersuchungshaft anzurechnen ist. Wegen des zweite,: Falles mußte Freisprechung erfolgen, da ihn: nicht nacl>- zuwei,en war, daß er das Alter des Mädchens gekannt Hatz Ter Haftbefehl wurde aufgehoben und der Angeklagte sreigelassen.

Ein Preiskezcln.

Der Gastwirt W. F. F. von A s s e n he i m hat in seinem Lokal ein Preiskegeln veranstaltet, zu dem er für Preise usw. 96 Mk. Auslagen hatte. Er fertigte 480 Lose, die er zu 20 Pfg. das Stück an die Teilnehmer absetzte. Er fühlte sich zur Einholung einer Erlaubnis hierzu nicht verpflichtet, da nach einem Mini­ster alamlsblalt Preisiegeln, Scheibenschießen und sonstige Spiele, die nicht von einem Unternehmer zur "Erzielung eines Gewinns, sondern zur geselligen Unterha.tung veranstaltet werden, stempel- srei sind, was auch von dem dortigen Steueraussecher bestätigt wurde. Trotzdem erhob die Gendarmerie Anzeige und die Ver­mal tungsbehörde erließ einen Strafbescheid, gegen de:: er gericht­liche Entscheidung an trug. Tas Schöffengericht konnte die Ansicht der Steuerbehörde, die sich auf den § 23 b. der Gewerbeordnung stützte, nicht teilen, da genannter Paragraph von öffentlichen Belustigungen an öffentlichen Plätzen spricht, womit aber öffent­liche Lokale wie Wirtschaften usw. nicht gemeint sind, son- oern Marktplätze u. dergl. Es erging deshalb Freispruch, und das Urteil wurde von der Staatsanwaltschaft angefochten. Diese war der Ansicht, der Angeklagte habe insofern durch die Veranstaltung einen Gewinn erzielt, als dadurch der Besuch seiner Wirtschaft stärker gewesen sei, weshalb die Bestinrmuirg des Minister.alamtsblatts nicht zutresfc. Tie Strafkammer hielt eine Verurteilung des Angeklagten nicht für angezeigt, da er sich wiederholt erkundigte und die Auskunft erhalten hat, daß die Veranstaltung nicht stempelpflichtig fei. Tas Urteil mußte oeshalb bestätigt werden.

Eine seltsame Beleidigungsgeschichte.

Jagd-Verpachtung.

Montag, den L. Februar 19W8, vorm. 11 Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei die der hiesigen Ge­meinde zustehende Jagd, bestehend aus ca. 582 Hektar Wald und 834 Hektar Feld aus G Jahre verpachtet.

Allendorf a. d. Lmnda am 24. Januar 1908.

Grotzh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda.

, Rein. [568

B^ranntmamnn^

Montag, den 27. Januar bleibt aus Anlaß der Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers das Ortsgericht Gießen geschloffen.

Gießen, den 25. Januar 1908.

Großh. Ortsgericht Gießen

. Gros.

Tas Oberlandesgericht hat ein Strafiammerurtcil teilweise aufgehoben und zur nochmaligen Verhandlung an die Voriir- stanz zurückverwiefen. Nach diesem Urteil hatte der Archi- gegen den jetzt in Fortbach wohnenden Schweinchändler "Näartii: Klöß von Vilbel Klage auf

Grubenholz.

Somstag, den 1. Frbrnar 19^8, vorm. 11 Uhr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. d. Lumda, Distr. Kaulsköppel und Lausköppel 215,03 Fm. kiefern Grubenholz im Submissionswege vergeben. An­gebote sind bis zu genanntem Termin verschlossen mit Aufschrift versehen, au hiesige Bürgermeisterei, wo alsdann Oeffnung stattstndet, einzureichen. Angebote können aufs ganze Holz oder auch auf einzelne Districkte erfolgen. Jur Besichtigung des Holzes wolle man sich an Forstwart Franz dahier wenden.

Allendorf a. d. Lumda am 24. Januar 1908.

Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda.

Rein. [569

leidet an alkoholischer Geistesstörung. Da er gemeingefährlich ist w:rd er voraussichtlich dauernd in einer Irrenanstalt untergebracht werden.

X Erbach i. O., 25. Sait1. (Tel.) Bei dem Bahnhof Zell ereignete sich heute nacht ein schwerer Unglücksfall. Ter um Mitternacht die Station passierende Zug überfuhr das gerade das Balmgleis kreuzende Bierfuhrwerk der Brauerei Wörner aus Eberbach. Ter Fuhr knecht wurde getötet und der Wagen zertrümmert. Ter Unfall wurde dadurch verfchuldet, daß die Schranke nicht geschlossen worden war. t

X Wetter, 24. Jan. Am letzten Dienstag abend hat stch der Pfarrer Ernst Adolf Stroh von hier aus seiner Wohnung entfernt, und ist, wahrscheinlich in einem Zustande gei­stiger Umnachtung, Nach Marburg gefahren und bis jetzt iwch nicht zurückgekehrt. Ter Vermißte ist 44 Jahre alt, groß unb blond, und hat einen Vollbart. Er trug einen schwar­zen weichen Filzhut mit gelbem Futter, schwarze fttaüatte, dunkle Weste, dunkler Gehrock, schwarze Trikothvse.

sc. Frankfurt a. M., 24. Jan. .Heute fand un Ge­werkschaftshause eine von ca. 2000 Personen besuchte Ar­beitslos en Versammlung statt. Der Redner, Stadt­verordneter Dittmann, schätzt die Zahl der Arbeitslosen in Frankfurt auf 4000 bis oOOO ohne die Bauhandwerker. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der Not­standsarbeiten, Aufhebung der Zölle auf Lebensmittel usw. gefordert werden. D:e Versammlung verlief ohne Zwischen­fall. Sie wurde von einem Polizeikömmissar überwacht, im übrigen bekümmerte sich die Behörde nicht darum. Angeb­lich sollen einigeGeheime" in der Versammlung gewesen sein, die den Saal verließen, nachdem sie dazu aufgefordert waren.

tzin anderer Umstand mitbestimmend. 1908 ist das letzte Jahr, I daß Karl Gutzkows Werke honorarpflichtig sind. Nach Be- 1 tanntgabc von GutzkowS Verleger würde eine größere Ein- 1 Via()mc aus den Honoraren der hochbetagten Witwe des Dichters sehr zustatten kommen. Durch die Vorstellung wird also auch ! dem Andenken eines Mannes Tribut gezollt, der sich un- j zweifelhafte Verdienste um die deutsche Bühne erworben hat. 1 **DieAnlagemusik findet morgen Sonntag 11.30 , ilfyc auf dem Eis statt: Spielplan: 1. Ouvertüre z. Op. 1 l,Der Geiger aus Tyrol" von Genee; 2. Barcarole Walzer von Fetras; 3. Musikalische Extrablätter. Potpourri von Thiele; 4. Friedericus Rex! Armeemarsch von Radecke.

Eis Wettlaufen. Der Gießener Eisverein wird : Montag, 27. Januar, nachmittags an einem Wettbewerb im Schnell- und Kunstlaus für Kinder, be: genügender Beteiligung auch einen Wettbewerb im Kunstlauf für Erwachsene veranstalten. Die besten Leistungen werden ! mit Preisen ausgezeichnet. An: Vortag am Kaisers Ge- burtstag wird vor- und nachmittags Konzert auf der Eis­bahn stattstnden.

* Der Evang. Arbeiterverein begeht anti Sonntag übend im oberen Saale bei Herberge die Feier des G e b u r t s - tag es des Kaisers. Außer dem gemischten Chor haben ver­schiedene Freunde des Vereins ihre Mitwirkung zugeiagt. Tas Programm enthält u. a. Gesangs-, Viot:n- unö Mandolin-Vov- träge ic., so daß ein genußreicher Abend bevor steht.

- Fachkunst - Ausstellung. Am Donnerstag nach­mittag tagten im Kaiserhof Besitzer und Küchenchefs von Hotels fund größeren Restaurationen von hier, Wetzlar, Lailbach und Butzbach, uni die Einzel-Bestimmungen der Abteilung ^Koch­kunst der Gastwirte-, Fach- und Kochkunst-Ausstellung zu be­raten. Gleichzeitig wurde das Abteilnngtzkomitee für die Kochkunst-Abteilung konstituiert. Es besteht aus den Hotel­besitzern Beuchert (Prinz Karl) und Wlssig (Großherzog von Hessen), Bahnhofsrestaurateur Niemann, den Küchenchefs Türmer (Kaiserhos), Bertels (Hotel Schütz) und Siwining [Hotel Kaffel, Wetzlar), sowie den Vorsitzenden des Gastwirte- Vereins und der Ausstellung Jaskowsky.

"Kaiserpanorama. Man schreibt uns: Einen tzroßen Teil unserer Leser dürfte bereits das bekannte Kaistr- -Panorama in der Linden-Passage in Berlin bekannt fein, das Lurch seine unübertroffenen Stereoskop-Reistbilder fortivähreud Tausende und Abertausende anregt und aufs belehrendste und genußreichste unterhalt. Ein Ziveiggeschäft ^dieses Kaiser- Panoramas, deren eine ganze Anzahl in größeren Städten bestehen, wird, wie aus dein Inseratenteil ersichtlich ist, vom Sonntag, 26. Januar, ab seinen Aufenthalt am hiesigen Orte, Kirchenplatz 9, nehmen. 9U§ Eröffnungsserie gelangt das malerische Tirol, eine Reise durch das Unter- unb Ober-Fun- chal, Achenste-Fnnsbruck-Brenncr zur Vorführung.

** Unfug. Schon seit 14 Nächten h-eiben sich, wie man mitteilt, in der Löberstraße einige halbwüchsige Jungen Snit ungezogenem Johlen und Schreien herum. Vergangene Nacht lubren sie mit einen: vierräderigen Handwagen unter großem Spektakel in der Löberstraße spazieren. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um den jungen Herren das Ungehörige ihrer nächtlichen Exkurfionen vor Augen zu führen.

e Klein-Linden, 22. Jan. Einen günstigen Jahres- dbschliiß zeigt der Jahresbericht des Krieger Vereins, der !im abgelaufenen Jahre einen Ueberschiiß von nmb 170 Mk. ^erzielte. Die Mitgliederzahl ist jetzt auf 101 gestiegen. Jin Vereinsjahr 1907 wurden drei Vorträge gehalten, und zivar ' sprach über das ThemaKönigin Luise" Lehrer Volk,Süd- ^vestafrika unb bie Kämpfe unserer tapferen ©olbaten" Lehrer Keil,bie Bestrebungen ber Kriegervereine, ber hessische Kamerab unb bie Sterbekasse" Hauptmann Walbecker. In diesem Jahre wirb ber Verein einen Schießplatz autogen. Samstag, 1. Februar, finbet bie Feier bes Geburtstags des Ka:sers statt.

ö Lich, 24. Jan. Eine traurige dwchricht erhielt heute die Familie des seit 24 Jahren hier im Dienst stehen­den Briefträgers Lebemann. Ihr seit drei Jahren in "Ginnheim bei Frankfurt a. M. verheirateter Sohn Karl stürzte in Frankfurt von einem Abbrnchsgebände so un­glücklich, daß er sofort seinen Tod fand. Die allgemeine Teilnahme an dem so traurigen Todesfall ist um so mehr, vls ber Vater feit kurzer Zeit selber krank ist.

r. Aus der nördlichen Wettrau, 24. Jan. Wert Wochen sind die S ch w e i n e p r e i s e erheblich ge­sunken. Man bezahlt nur noch 44 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht. Unsere Metzger wollen aber mit den Fleisch­preisen diesen Preisrückgang nicht mitmachen, denn sie halten den Ladenpreis von 70 bis 80 Pfg. für das Pfund immer noch fest. Trotzdem schon manches Schweinchen wegen des niedrigen Preises für den eigenen Bedarf mehr geschlachtet wurde, ist immer noch großer Vorrat an fetten Schweinen vorhanden und deshalb ein Heraufgehen der Preise nicht zu erwarten.

R. B. Darmstadt, 24. Jan. Der Musketier Karl El.felb aus Kreuznach von der 11. Komp, des Jnsanterie- Regt. 118 war im Jahre 1895, also von 13 Jahren von [einem Truppenteil desertiert, nach London gegangen und hatte sich schließlich von der Fremdenlegion anmerben lassen. Jetzt kürzlich erst hatte er sich dem deutschen Konsulat in Rabat gestellt und war erst auf dessen Veranlassung hierher befördert worben. Er würbe vom Kriegsgericht wegen Fahneflucht zu 9 Monaten Gefängnis unb Versetzung in bie zweite Klaffe bes Solbateustaubes verurteilt.

R. B. Darinstabt, 25. Jan. (Tel.) Der Raub- mörber Martin, ber in bem Laubeshospital zu Hofheim

tahluug von Honorar erhoben und aus diesem Anlaß einige eu'Ljerringen bezüglich der Finanzlage des K. gemacht, welche diesen zur Klage wegen Beleidigung veranlaßten. Das Schössen- ger.cht erklärte den Angeklagten für nicht schuldig und die Strafkammer hatte infolge Berufung des Klägers das Urteil be­stätigt, nachdem sie festgestellt hatte, es habe ein Agent gehört, der Kläger sei konkurs. Um sich von ber Richtigkeit zu über­zeugen, telefonierte er an den Angeklagten, ob dies auf Wahrheit beruhe. Dieser antwortete, er wisse cs schon lange und könne bestätigen, daß dies in Vilbel erzählt worden sei. Eine straf­bare Handlung wurde hierin nicht erblickt, da ter Angeklagte nur das bestätigt hat, was ber Agent bereits wußte. Im Ver­laufe des Prozesses beim Marburger Amtsgericht hatte ber An­geklagte den Stadtbaumeister i. P. Z. zu Friedberg gebeten, als Sachverständiger zu fungieren unb ihm vertraulich mit­geteilt, daß K. nicht zahlen könne, ba er bankerott sei. Z., der das Amt eines Sachverständigen nicht übernehmen tonnte, verwies den Angeklagten F. an bei: Architekten H bem er eben­falls vertraulich mitteilte, daß K. koncurs sei. Diese Mitteilung will er nur gemacht haben, daß, falls K. nicht zahlen könne, der Architekt auf das Honorar verzichte. In diesem Fall wurden von ber Strafkammer Wahrnehmung berechtigter Interessen für vorliegend erachtet, weshalb sie trolj dos Vorliogens einer Be­leidigung auf Grund des § 193 zum Freispruch gelangte. Das Revffionsgehcht hielt sber die Grenzen des § 193 für über­schritten, cm der Angeklagte seine Interessen in anderer Form hätte wahren können. Tie Bemerkung, der Kläger scheine nicht m sehr günstiger Vermögenslage zu fein, hätte vollständig ge­nügt, um seine Jnlerefseu zu wahren, er hätte die positive Be­hauptung, die tatfächliey unrichtig ist, nicht auf stellen dürfen. Ta das Oberlanb.sgericht anderer, rechtlicher Auffassung war,

OrigLvsaL-Drahtmel-nttgeu«

Rc i chcnb er g, 25. Jan. Wegen der t schechen- freundlichen Haltung des hiesigen Kornmaiüianten, General Dworfchak, fanden große SLraßendeinonstra- tionen statt. Line zahlreiche Volksmenge versammelte sich vor der Wohnung des Generals, stieß Schmährnfe auf ihn aus und sangDre Wacht am Rhein". Polizei mußte einschreiten und die Menge zerstreuen.

Rotterdam, 25. Jan. Ter gerettete Fabrikbesitzer Salo­mons ki erzählte über den Zusammenstoß derAmster­dam" mit bemAxminster" folgendes': Gegen 2 Vs Uhr nachts fiel starrer Nebel. Dio 9Levelpfeife ertönte fo laut, daß ich auf- fianb unb au Teck blieb. Plötzlich Hörle ich lautes Schreien unb iah ein LM auf einem dicht neben uns haltenden Dampfer. Zugleich gab es einen schrecklichen Krach, der mir klar machte, daß w.r ht diesen Dumpfer hiueingeiahreu waren. Der Vorgang dauerte keine halse Minute. Fun, Rettungsboots wurden herun- :ergela,sen. Alics ging in voller Ruhe vor sich, ohne Swßen, Schreien und Drücken. Die Lee war ruhig. Nach zirka 1% Stunoeu sahen wir einen still liegenden Dampfer, bei: wir an- riefen, und man antwortete uns. In 20 Minuten waren alle 23 Menichen auf dem Boden des iwrweg. Dampfers Tonga.

Paris, 25. Jan. Die gesamte Presse bezeichnet bie gestrige Kauunerrebe Delcassös als ba-5 wicht:gste Er^ eignls ber Ni a r 0 kk 0 p 0 kitik. Sie finbet in ben meisten Blättern 9luHang unb Ziistunninng, bei einer beträchtlichen Pcinberheit aber auch heftigen Label. Zustunnienb äußern sich u. a.Echo be Paris",Malm",Rapell" unb ,Gil Blas", ablehuonb9lctioufl unbFigaro".

9iewy 0 1 k, 25. Jan. Hier wütete ein starker N 0 rb - io e st st u v in , der so große Schneeniasjen nm sich führte, daß m kinzer Zeil die Snciße mit y 3 0 I i 11 e i e in L ch n e e bedeckt war. TaS Elend der Aibcilslo,en ^ist vergrößert, ein Manu ist erfroren. Ter Verkehr am den Straßen ist fas: vottsläudig ins Stocken geraten. JnPoritand (Aiatiie) brach F euer aus, bas, durch den Sitliin angewcht, rasch um sich griff und m kurzer Zeit au» das Llabl- Und die ErafjchaflSgebäude überspraiig, die vollständig zerstört wurden. Ter schaden wird auf eine wiiUion ToUar ge- Ichätzl. Bei den twjcharbeueu wurden 5 Feuerwehrleute durch Sturm vom Dach des Haujes he rabgejchle udert auf die Straße, wo sie tot liegen blieben.

Die Stelle eines

Hilfs-Trichinenschauers ist zu besetzen.

Nähere Auskunst über die Bedingungen erteilt die Schlacht- Hausverwaltung. Bewerber wollen ihre Meldungen bis zum 15. Februar d. Js. hierher einreichen.

Gießen, den 24. Januar 1908.

Großherzoglick)c Bürgermeiftcrei Gießen.

I. V.: Keller.,

er: ra. s. xi . £v! . als die Straskammer, sie aber der Weisung des höheren Gerick)ts

auf feineu Geisteszuftand hm untermcht wurde, ist jetzt fui ^0£gen erging, insoweit das Urteil nicijt rechtskräftig

geisteskrank erklärt worden. Er ist Epilektiker unb war, Verurteilung zu einer Geldstrafe von fünf Mark.

handel.

Der Reichsbau koiskont ist heute um V2 Prozent herabgesetzt. Er beträgt nunmehr 6 Prozent und der Lombarpzinsfutz 7 Prozent.

Märkte.

Gießen, 25. Jan. Marktbericht. Aus heutigem Wocbeu- maxlte kostete: Vinter pr. Pfd. 0.901.00 Lik., Hichuereier 1 St. 9-10 Pfg., Käse pr. Lk. 68 Pf., Käfematle 2 St. 56 Pfg., Erbsen p. Pid. 1824 Pfg., Linst,1 p. Pfd. 25-40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Sluck 0,801,80 Mk., Ganse pr. Pfd. 6070, Emen pr. Stück 1,80 bis 2,20 9)ik., Ochsen fleisch pr. Pfd. 8288 Pfg., Kuh- und Rindfleifch pr. Pfund 8082 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 7084 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 88 Pfg., Kalbfleijch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfteifch pr. Pfd. 6184 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.506.00 Mk., Zwiebeln pr. Zrr. 5,006,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0-00 Pfg., per Zentner Alk. 0.000.00. Aepstl per Ztr. 1025 Mk., Birnen per Ztr. 1025 Mk. Nüsse 100 Stück 4000 Pfg., per Ztr. 000 Alk. Marktzeit von 82 Nhr.

Gießener Wetterdienst.

Boranssichtliche Witterung für Hesteu am Sonntag den 26. Januar 1908: Trüb. Niederichläge, teils Schnee, teils Regen. Milder. Tauivetter. Lebhafte iveslliche Wiiide. __________