Ausgabe 
24.10.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ging bet Ballon nicht hoch, so daß man drei Mann in der Gondel bemerken konnte.

Schotten, 24. Cft Morgen Sonntag begeht die Witwe Marie Katb. Leuning ihren 103. (Geburtstag. Sie ist für ihr Alter noch ziemlich rüstig, nur Gesicht und (?Zehör hat in letzter Zeit etwas angenommen. Sie besaß zwei Kinder und hat sechs Enkel und zehn Urenkel.

fo. Mainz, 23. Eft. Gestern nachmittag bewegte sich ein militärischer Leichenzug über die Mainzer Straßen­brücke. Nur drei Zwilisten, der Vater und zwei Vettern des Verstorbenen, befanden sich unter den Leidtragenden. Tiefe drei wurden am Brückenkopf von dem diensthabenden Be­amten hinter dem Leichenwagen herausgeholt, damit sic den Brückenzoll entrichten (Militärpersonen sind zollfrei). Durch das energische Eingreifen verschiedener Offiziere ließ der Brückenwärter die aus dem Trauerzug Hcrausgezerrten wieder los und der Zug konnte erst dann werter seinen Weg nehmen. Man war aufs höchste erregt über diesen Zwischenfall.

s) Marburg, 23. Okt. Die wichtige Frage, ob der abgebrannte Westbau der Herrenmühle (städt. Elektrizitäts­werk) gegenüber der Universität in seiner alten Form wieder aufgebaut oder ganz beseitigt wird, beschäftigte heute die Stadtverordneten. Es wurde zunächst von der Resolution der Bürgerversammlung und der Eingabe von 700 Einwohnern, welche die Freilegung wünschen, Kenntnis gegeben. Später teilte der Oberbürgermeister auf Ansuchen mit, daß der Kon­servator für Landesdenkiuäler in Preußen, Geh. Ober.-Reg.- Rat Lutsch aus Berlin, in dieser Woche gelegentlich der Be­sichtigung der Marburger Baudenkmäler bezüglich der Herren­mühle den Wunsch geäußert habe, den stehen gebliebenen Giebel zu erhalten und die Fassade wieder herzustcllen, gegen einen sogen. Laubengang sei er nicht. Die llniueijüät, mit der auch beraten worden sei, lege dagegen Gewicht darauf, daß an Stelle des alten ein würdiger Neubau trete. Die Angelegenheit dürfte noch sehr reiflich erwogen werden.

tc. Frankfurt a. M., 23. Okt. In Kürze wird auf der Strecke Frankfurt-Bebra der Verkehr von Akkumulator­triebwagen eingerichtet werden. Der Betrieb dient zur Entlastung der Schnellzüge. Die Wagen fahren mit 90 Kilo­meter Geschwindigkeit vor den jeweiligen Schnellzügen und halten an allen Stationen, um dort die Passagiere aufzu­nehmen, welch letztere an den Hauptknotenpunkten in die Schnellzüge transferiert werden.

so. Darmstadt, 24. Okt. Tie Erschwerungen bei der Aufnahme in die Technische Hochschule, insoes. die For­derung eines höheren Bildungsgrades, erschwerte Vlatzbclegung für Ausländer, hat den befürchteten Rückgang der Studierenden, der schon im testen Jahve sich in geringerem SJittgc geltend machte, bet Beginn des jetzigen Winter,emesters in verschärfter Weise zum Ausdruck gebracht. Wie man hort, soll die Zahl der jetzigen Anmeldungen, die im vorigen Winter noch über 1600 betrug, bis jetzt kaum 1000 übersteigen. Wenn auch noch Zahlreiche An­meldungen zu erwarten sind, so wird doch die frühere Zahl nicht erreicht werden. Der Ausfall macht sich am meisten int Masujinen- bausach und bei den Ausländern geltend. Für die übrigen Stu­dierenden länn dies nur von Vorteil sein; zahlreiche Familien, die sich mit dem Ziminervermieten ernährten, werden beträchtlrchc Ausfälle zu verzeichneir haben.

Abgelehnte Berufung. Professor Dr. med. F-ried- rich Moritz, Direktor der medizinischen Klinik an der Uni­versität Straßburg, wird 8)ein Ruse nach Frankfurt a. 9)L keine Folge leisten; hier sollte er die Leitung der inneren Av- reilnng am städtischen Krantenhause als Nachfolger von Prof. H. Lüthje übernehmen.

<ßerid?tsfaal.

BBi Darmstadt, 23. Okt. Eine wichtige Entschei- chu n g traf heute die hiesige © t r aj f a m tn e r. Ein Metzger- meister aus Babenhausen war vom Schöffengericht Offenbach zu 20 Mark Geldstrafe »exurteilt worden, weil er sich dadurch gegen § 10 des Nahrungsnnttelgesetzes vergangen batte, indem er "bei Verarbeitung sehr wasserhaltigen Schweinefleisches zu Wurst einen geringen Zusatz von Stärkemehl gegeben hatte, ohne dies besonders cmzugeben. Der Mitangeklagte M e tz g e'r g e s e 11 e war dagegen üet- gesprochen worden. Gegen diese Freisprechung hatte der SiaatSanwatt Berufung eingelegt. Die Strafkammer entschied, daß die Freisprechung zu unrecht erfolgt fei, da nicht der vom Vorderrichter angezogene. Paragraph des hessischen Polizcistraf-Ge- setzbuches, sondern das Reichsgesetz zur Anwendung fonunen müsse. Darnach habe sich der Gefeite der Beihilfe schuldig gemacht und sei mit fünf Mark zu bestrafen.

FC. Hanau, 23. Okt. In der Ktagefache des Fürstlich Psen- burgschen KammerratS, Direktor Dr. Ehrlich in S ch 11 e r v a ch , Direktors der borhgeii fürstlichenWächtersbacher Steinguttabxik" gegen den Fürsten Frie drich Wilhelm zu Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach, wurde heute früh von der Ersten Zivilkammer des hiesigen Landgerichts das Urteil verkündet. Tie Klage Ehrlichs, der im Juni d. I. von dem Fürsten vornehmlich wegen seines Benehmens entlassen worden war und auf Rücknahme der Entlassung geklagt hatte, wurde a b g e w i e s e n. Ter Widerklage des Fürsten auf Räumung der Dienstwohnung durch Ehrlich wurde gegen eine Sicherheitsleistung von 300 Mark stattgegeben. Die Wohnung mutz am I. Tcz. d. geräumt fein. Tirektor Ehrlich wird gegen dies Urteil Berufung am Oberlandesgericht Staffel verfolgen und weiter eine Silage gegen den Fürsten als derzeitigen Inhaber des Yjenburg - Büdingen- Wachterbach'jchen Jideikominiffes utid Besitzers der Steingutfabrik auf Zahlung der ihm dekrekmapig znstehenden Pension und sonstiger SDicnftemolumeiitc emreichen. Ehrlich ist 19u2 in die Dienste des Fürsten eingetreten, das Dekret ihm. aber von 1882 vorpalenlicit ausgestellt worden.

Berlin, 23. Okt. Redakteur Richard Beck e r° Schoneberg, der vom Schöffengericht Schöneberg ivcqeii tätlicher und wörtlicher B e 1 e i d i g u n g d e S L e ti t ii a n t s Otto von B i s m a r ek zn

6 Wochen Gefängnis oerurtmt roorcen war, wurde Iseiike von ber 2. etraffammer deS Landgerichts Berlin II unter Aufhebung des Urteils 1. Instanz zu l1/, Jahren Gefängnis verurteilt. Ter Staatsanwalt hatte 2 Jahre beantragt. In der Urteils- begründiing wirb hervorqehoben, daß der Beklagte, der ein nfa- deiiilfch gebildeter Timm fei, sich dem Offizier gegenüber nicht mir brutal benommen, sondern das ganze deutsche Oisizierkorvs be­leidigt und veranlaßt habe, daß der Oifizlcr feinen Abschied nehmen mußte. Ein solches Vergehen müßte eine strenge Ahndung erfahren. ,

Magdeburg, 23. Okt. Ein Rekrut des 26. Jnsanterie- Regiments, der als Adventist vom siebenten Tag sich weigerte, an den Samstagen Dienst zn tun, winde vom Kriegsgericht der 7. Division unter Annahme mildernder Umstande zn 4 3 Tagen G e f ä ii g n i s verurteilt.

Stuttgart, 23. Okt. Tie Strafkammer verurteilte den verantivortliehen Redakteur der Zeitschrift r'Dl ä r z", Hans Fischer, wegen Beleidigung des Amtsrichters Tr. Loessel-Hamburg zu 4 O 0 'Dl a r f Geldstrafe und Tragung der .Kosten. Tem Beleidigten wurde die Publikationsbefugnis zuge- iprochem Tie gegen Tr. Loeffel gerichteten Angriffe find in erneut Artikel vom 1. Mat 1907 enthalten, der tn ichar-en Worten das Urteil in dem Beleidtgungsprozeß Woermaun contra »Sunplt- zissimns" kritisierte.

Ulm, 23. Okt. Das Kriegsgericht verurteilte den Feldwebel Schilling vom Infanterie-Regiment 127 wegen schwererSotdaten-Mißhandlung e n in 187 Fällen zu zwei Jahren Gefängnis und Degradation.

Erster Ausstieg der Zeppelin L

Unser Berich terstattn sendet uns ait5 Friedrichshafen folgenden telegraphischen Bericht über die erste Fahrt des neuen Zeppelin":

Zur großen Verwunderung aller ertönten plötzlich um 1 Uhr mehrere Signale in Friedrichshafen. Alles eilte nach Manzell. Ta sich der Wind inzwischen vollkommen gelegt hatte, war Aus­sicht für eine glückliche Auffahrt desZeppelin I." vorhanden. Um le2 Uhr fuhr die Königiit von Württemberg, die offenbar von der Ballonhalle aus benachrichtigt worden war, nach Manzell, voährend der König von Württemberg sich auf den Seealtan des Schlosses stellte. Um 1% Uhr erschien das Heck des Luftschiffes am Ausgang der Halle uito 15 Minuten nach 2 Uhr ging es majestätisch in die Höhe. Die Menschenmenge am Ufer und in den um die Ballonhülle hecumsahrenden Fahrzeugen brach in brausende Hochruse aus. In den Gondeln hatten Oberingenieur Dürr, Graf Zeppelin jun., Baron Basfus, Frhr. v. Gemmingen und Direktor Eolsnmnn Platz genommen. Das Luftschiff fuhr in wunderbar sicherem Fluge über den See nach dem Schlosse zu. Unter dem Publikum herrschte große Begeisterung. Um 2 Uhr 35 Minuten war das Luftschiff nach Manzell zurückgckehrt. Es wendete über der Ballonhalle und nahcn dann zum zweitenmal den Kurs auf das Schloß zu, cs flog also ebenso wie beim Beginn der Fahrt genau gegen ben Wind.

Der Ballon umkreiste ün ganzen viermal den See, bann flog er über Land, immer am Ufer entlang. Zunächst wandte er sich nach Lindau. Die ganze Landbevölkerung ber Umgebung des SeeS war ,auf den Beinen, ebenso !die Einwohner; von Friedrichs- Ijafen auf württembergischern, die von Bregenz auf österreichischem, von Romanshorn auf schweizerischen und von Konstanz auf ba­dischem Gebiete. Vielfach hatten die Häuser Flaggenschmuck ange­legt, und zwar in den blauweißen Farben des Grafem Wo der Ballon sich zeigte, ertönten Hochrufe und Böllerschüsse. Wenn der Ballon ankam, entstaub ein Geräusch, als wenn der Wind durch die Telegraphcndrahtc weht. Allmählich steigerte sich das Geräusch bis zum tiefen Orgelton. Um fünf Uhr erscheint der Ballon roieber über Manzell. Jh.n folgte die Jacht des Königs von Württemberg, die alle Wendungen des Luftschiffes mitmacht, um allenfalls Hilfe leisten zu können. Um Uhr unter­nimmt der Dallon anscheinend den Versuch, in die schwimmende Reichsöallonhalle zu gelangen, steigt aber nochmals aus und läßt sich erst 5 Uhr 2 / Minuten, also nach 3Va stündiger Fahrt, langsam auf den Seespiegel herab, etwa 150 Meter von der schwimmenden Halle und ben Pontons entfernt. Sofort schießen Die Motorboote der Werksleitung aus ihn zu, er wirb ins Schlepp­tau genommen und mit großer Vorsicht in die Ballonhülle bugsiert. Unaufhörliche Hurrarufe erschallen über den im abendlichen Dunkel liegenden <5ee, als das schwierige Werk gelungen ist. Die könig- liche Jacht stoßt an die hintere Gorwel und die Königin von Wurttenrberg üverbringt die ersten Grüße für die gelungene Fahrt. Dann fahren die Insassen des Ballons zur fefkn Landhalle, wo Komtesse Hella und ihr Bräutigam die ersten sind, die Herrn v. Gemmingen, Baron Bassns und Die übrigen willkommen heißen unb sie mit Fragen über den Verlauf der Fahrt bestürmen. In wirbelnder Eile wird ein Telegrantm an den Grafen nach Berlin gesandt, der schon von Stunde zu Stunde telegraphisch über die Einzelheiten der Fahrt unterrichtet worden war. Eine königliche Equipage nimmt das Brautpaar vor der Halle auf unb unter Hurrarufen des Publikums geht es nach Friedrichshafen, wo vis in die späte Nacht das für die Stadt doppelt bedeutsame Ereignis gefeiert wirb. Erwähnenswert ist, daß in der vorderen Gondel auch die beiden bei Echterdingen verunglückten Monteure Platz genommen hatten. Der Zeitpunkt der großen Fahrt ist noch unbestimmt. 3ebenfalls roirb sie nicht ftattfinben, bevor der Graf zurück ist unb die mittlere Gondel in^das Luftschiff eiw- gebaut ist, in der die Vorräte für eine 24 Stunden-Fahrt mit» geführt werben muffen. Der Kaiser wurde sofort von der ge- tungenen Fahrt durch ein Telegramm des Königs von Württem­berg benachrichtigt. Ein großer Augenblick ist nun vorüber. Seit heute nachmittag hat Deutschland, hat die Nation ihren lenkbaren starren Ballon, ihrenZeppeliu I." zur Freude eines ganzen Volkes wieder.

*

Wie wir aus durchaus zuverlässiger Quelle erfahren, Hal sich der vielbesprochene Konflikt zwischen Zeppelin unb dem Major Groß dadurch in nichts aufgelöst, daß die Veranlassung dazu, durch Vermittelung des Kaisers gegenstandslos wurde.

Ter Parseval-Bcillon hat auf der Prüsungsfahrt eine Höhe von über 1500 Metern erreicht und ist nach mehrstündigem gutem Fluge gelanbct. Bei der Landung kam das Luftschiff infolge des Windstoßes einem Birkengehölze zu nahe, wodurch die Hülle einige unbedeutende Schrammen erlitt. Vor ber Abnahme burch bie Militärbehörde hat der Parseoal-Ballon als letzte Aufgabe noch eine Füllung im Freien mit nacfc folgendem kurzen Aufstieg zu bestehen.

Deritttfcbfes.

* Veruntreuungen sind wieder an b'er Tagesordnuüg. Em Angesteltter der Gesck-äftsstelle des konservativen Lan­desvereins in Dresden, Oberleutnant a. D. Riedel, hat etwa 5000 Mk. unterschlagen und wurde verhaftet. Selbstmord beging in Berlin Gustav (Settel aus Sten­dal, der wegen Depotunterschlagung, betrügerischen Bankerotts und Urkundenfälschung verfolgt wurde. Die Höhe der Depot- Unterschlagungen beziffert sich auf über 300 000 Mk. In Pforzheim wurde der 25 jährige Arbeiter Josef Sparr wegen zahlrcickier Diebstähle fest genommen. Sparr hat in den letzten 2\ ?. Jahren seine Firma, eine Schmucksachensabrik, fortgesetzt bestohlen. Mit ben gestohlenen Sachen, die etwa 14 000 Mark wert sind, wollte sich Sparr später ein eigenes Geschäft gründen.

* Heiteres. Vor dem Brauhaus.Wo ist denn das Radi-Weibel hin, das hier immer verkauft hat?"Die hat sich zur Ruhe gesetzt."Also nicht mehr radio-akttv?!" Neue Äera.Sagen Sie, Herr Rechnungsrat, haben Sie auf die Bemerkung des Kronprinzen hin Schritte zur Reduzierung des Aktenkrams getan?"SÄr wohl, Herr Geheimrat! Ich habe sofort die nötigen .Unterlagen für eventuelle Maßnahmen sammeln lassen und ste in einem neuen Aktenstück vereinigt."

(Lustige Blätter.)

Kleine TagesLronU.

Durch vorzeitiges Losgehen eines S p r e n g.s ch u s s e s tnutben in dem Skeinbrncy von Langenohl (Westfalen) zwei Arbeiter getötet, drei schwer verletzt.

Die Münchener Kriminalpolizei verhaftete den In­haber eines chemischen Laboratoriums, einen gewissen Dr. Kvnr. H ch e i d i g , der einunfehlbar wirkendes, unbemerkbares Mtttel gegen Blutswckungen" angepriesen hatte. Die Haussuchung ergab, daß er einen schwunghaften Handel mit Abtreibungsmitteln be­trieben hatte. In die Affäre sind eine große Anzahl von Damest der Gesellschaft verwickelt.

Die französische Fischerfahrt nach Neufundland hat in diesem Jahre 2 5 0 Opfer, meist Männer aus St. Malo unb Umgebung gefordert. Diese Verlustliste ist die höchste, die jemals zu verzeichnen gewesen ist. Im Hafen von St. Malo kam es zwischen Hinterbliebenen und Heimkehrcnden zu einem heftigen Streit, in dessen Verlauf mehrere Personen ver­letzt wurden.

In der chemischen Fabrik von Erezeg u. Oetger in Buda­pest explodierte ein Faß Terpentin. Das ganze Gebäude wurde in Flammen gesetzt. Bisher sind drei Tote und zahl­reiche Verwundete geborgen worden.

Englands erster weiblicher Bürgermeister ist in ber Stadt High Wyeombe in der Person der Oberlehrerin Miß Dove gewählt worben.

Musik.

Eine neue Komposition vvn Hermann Metz ist soeben im Berlage vvn Ernst Eballier in Gießen erschienen. Sie betitelt sichftöfenec S. C. Marsch." Die Komvositioitz wirb morgen vormittag in dem Anlagen-Konzert von unserer Infanterie-Kapelle gqtrieft werden.

Hsmdel ttird Verkehr, Volkrwirtßchaft.

fc. Kassel, 23. Okt. Wie in Frankfurt a. M. soll auch hier eine Vieh marktsbank, bie den Zahlungsverkehr zwischen Hönblern unb Landwirten einerseits und Metzgern andererseits erleichtern soll, ins Leben treten. Der kurhessflche Viehhändler­verein roirb sich daran beteiligen.

Märkte.

Gießen, 24. Oktober. $iuiui>trid)f. Auf heutigem Wocben- nmilte fofieic- Butter pr. Pfd. 1.001.10 Mk., Hühnereier 1 St. 8- 9 Pfg., Siäfe pr. St. 68 Pf., Käfematte 2 St. 66 Pfa. Erbfeu p. Pfd. 1824 Pfg., Linsen p. Pfd. 2540 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Ganse vr. Pfd. 0000, Einen pr. Stück 1,80 vis 2,20 All., Ochfenfleifch pr. Pfd. 7886 Pfg., Knd- und Rindfleisch pr. Pfund 7476 Pfg^ Schiveineflesich vr. Pfund 6880 Pfg., Schuwinefleifch, gesalzen, pr. Pfd. 84 Psg., Sralbfleifd) pr. Pfd. 7080 Pfg., Hannnelslesich pr. Pfv. 6080 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.005.V0 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per -nick 10-15 Pfg.. per Zentner Mk. 2.503.00. Aepfel per Ztr. 58 Alk., Birnen per Ztr. 510 Alk. iüüsse 100 Stück 4000 iifg., per Ztr. 000 Alk. Zwetschen per Zentner 4,006,00 Alk. Marktzeit von 82 Uhr.

Gießener MetLerdienst.

VoranSfichtliche Witterung für Henen am Sonntag den 25. Oktober: Meist heiter, trocken, nachts Frost, am Tage üwas wärmer. Oestliche Winde.

©HginaGJ)rabtmclöutt(jcm

Rom, 24. Okt. E r n st e Unruhen sind in Landriano aiisgebrochen. Alehrere Karablnieri waren in einer Wirtschaft emgebrungen, um Arbeiter zu verhaften, bie einen Aufruhr ange- Acttclt halten. Die Karabnneri mußten sich in ihre Kaserne flüchten, nachdem drei von ihnen uerwimbel worden waren. Die 'Dlenge umzüngelte bnranf die Stajerne und zertrümmerte die Feiisier. Taranf gaben die Karabnneri mehrere scharfe Cchüffe ab, durch welche eine Frau getöiet wurde. Eine Schwadron Ka­vallerie ist zur Anfrechlerhallung der Rllhe cingcfroffen.

Paris, 24. Okt. Ans Nancy meldet derAlattn", daß drei deutsche Offiziere bei Bitry, drei Kilometer von dem Orte entfernt, mit einem Ballon mebergegemgen feien. Tie Lffi- Aiere feien 2 Uhr nachts nach Frank'nrl a. Al. zurückgereist.

Paris, 24. Ch. Nach einer Meldung ans Toulon hat die Regien.ngskonllnifsion in dem Verfahren gegen den Kapitän Aloure wegen des Unterganges des Transportschiffes -91 i v efl dahin enlichieden, daß die Schuld an dem Untergang des cochiffes lediglich der Nachläjfigkeit der beibe» diensttuenden Offiziere zuzufchreiben fct.

^)l a ö r i b , 24. Okt. Der Kriegsminister ist augenblicklich mit der Ausarbellung emes Gefetzentwnries befchaitigt, der die all­gemeine W e h r p i 1 i ch i emiiihren wiU. Tas Gefetz wirb demnächst den Kortes unierbrenet werden.

Unentgeltliche Arbeitsveimitlelung. Ltadtischer ArbeitsilachiveiS Gltjjeli.

, Gartcuttraßc 2, Jimmer 2.

Vs können eingestellt werden:

a. bei diesigen Arbeitgebern:

1 Juhrknecht, 4 Dicnftmüdchcw 3 Lauffrauen, 1 Zeitungsträgerin,1

1 Wafchirau. _

Lehrlinge: 1 Schreiner, 1 Wagner gegen Vergütung.

b. bei auswärtigen Arbeitgebern:

1 Schreiner, 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Schweizerdegen, 5 Erd- arbeiten

Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Sattler.

(Scf suchen Arbeit:

5 Bauschlosser. 1 Installateur, 1 Kleinbauer, 2 Schneider, Drei Wagner, 2 landw. Arbener, 1 Bäcker. 1 Mod), 2 Sattler nnb Tapezierer, 2 Polfterer und Tapezierer. 1 KdnibniQdicr, nie Schreiner. 2 Fuhrkneditc, 1 Setzer und Mafchiinü, 6 Han- - burschen, 1 Hausdiener. 16 Arbeiter, 1 Packer, 1 Lauffrauen 4Wa>ä,frauen, 1 Jlickfrau, 3 Vaufnmbdjcn.

Lehrlinge: 1 Polsterer und Tetoraieur. _____________

Die 'Rechnung ber evangelischen Gesamtgemcinde (Sief;cn für 1907 liegt vom 26. Oktober bi-5 ginn 2. Noveiul:r z: JederluanuS Einsicht offen.

Der evangelische Gefamttirchcnvorftand O. Schlosser.

rZKZMWWL

als wirksames Desinfizlensd, Mond»a. Rachen- bohle vorzüglich bewährt u. ärztlich empfohlen

Formamint macht die Krankheitskeime unschädlich, deren Tummelplatz die Mund- und Rachenhöhle ist. Dazu gehören die Erreger verschiedener Hals- und Rachenentzündungen, der Mandel­schwellungen, der Diphtherie und alle jene Keime, die von der Mundhöhle aus weiter in den Körper wandern (der Influenza, der Masern, des Scharlachs, Keuchhustens, Ziegenpeters usw.).

Besondere ^rzüge: Angenehmer Geschmack, Leichte Anwendbarkeit, auch bei Kindern.

ln c'' 'Votiieken *n Originalfinscheu ä M. 1,75.

Broschüre kostenfrei durch BAUER & Cien Berlin S.W, 48.

städtischer Wohmnigsmichiveis (Sitytn.

G.artcnstraßc 2, Zimmer 2.

(Geichattsitunden von 8-1 und von 36 Uhr.)

Es und zu vermieten:

o ^v°ununfl Don 8_-3immern, 2 Wohnungen von 7 Zimmern, Ebnungen von 6 Zlimnern, 7 Wohiiungen von 5 Zimmern, jnunscn oon 4 Zimmern, 11 Wohnungen von 3 Ziuimern, 1 Wohnung von 3 Znnmern mit Laden. 3 Wohnungen von 2 Zimmern, lO mdbL Zimmer, 1 unmöbL Zimmer, 1 WerkstaU. 3m mieten geiucht: 20 Wohnungen von 27 Zimmern. IB*/»

^**^*^*****^*S^*±*±*f**±*t***^****

Tanz - Lehr - Institut

W. Will.

Anmeldungen zum Tanzkursus der Herren Studierenden nehme jederzeit in meiner Wohnung Löberstrasse Nr. 12 entgegen.

Unterrichtsabende Dienstag und Freitag. Hochachtungsvoll

6268 W. Will, Tanzlehrer.