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auf den Kaiser und das Hohenzollernhaus ausklang, wurde die Nationalhymne gesungen. Darauf folgten Couplets, Theaterstücke und Duetts, die sehr gut ge- Besonders reichen Beifall ernteten die beiden Theater- „Karolinens erster Dienst in der Stadt" und „Uebcr-
erklären sich Verbrechers.
nrker mit den mittleren Beamten üdjen Bewertung der Stellung.
SB
Aus Seaor uns Luns.
Gießen, 24. Jan. 1908.
*• Jnstruktionskursus in Versicherungsangelegenheiten. Eine Jnllruktionsstunde des Verbands der Krankenkassen und der Gemciden als Träger der Krankenversicherung im Großherzogtum Hessen findet nächsten Sonntag 26. Januar l. Js., nachmittags 3 Uhr im Saale des Gastwirts Simon in Düdelsheim Station Düches-Düdelsheim statt. Die bis jetzt abgehaltenen Jnstruktionsstunden erfreuten sich eines außerordentlichen regen Besilches. Da bei den ausführenden Organen wie auch bei dem Publikum bezüglich der Kenntnis der Versicherungsgesetze noch eine große Unkenntnis bezw. noch viele Unklarheiten herrschen sei der Besuch der Jnstruktionsstunde besonders empfohlen. Einflihrungen sind
rumpelt", die von allen Mitspielenden flott gespielt wurden. Nach Beendigung des Konzertes gab es ein flottes Tänzchen. X. Gelnhausen, 22. Jan. Die im Kreise Gelnhausen herrschende Tollwut unter den Hunden hat kürzlich im
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Schreiner Schmidt war nebst sechs anderen Personen von einem tollwütigen Hunde gebissen lvorden, verstand sich aber leider, trotz aller Vorhaltungen des Kreistierarztes und Landratsamtes, erst nach längerer Zeit dazu, sich der Schutz- impfiuig zu unterziehen. Während bei den anderen Personen sich keine Nachwirkungen bemerkbar machten, erkrankte Schmidt ebenfalls an der Tollwut und erlag ihr. Er hatte schreckliche Leiden durchzumachen.
Offenbach, 22. Jan. Der 21jährige Kaufmann Hans Viehl, der am 11. Januar gelegentlich einer Abendunterhaltung den 19 jährigen Kaufmann Karl Seeholzer erschoß und sich zurzeit in Untersuchungshaft befindet, hat jetzt eingestauden, daß er das Geschäft, in welchem er früher hier angestellt war, um große Summen betrogen hat. Er wußte sich ein Scheckbuch zu verschaffen und hat damit nicht weniger als 17 000 Mark ergaunert. Daher
gewerbe irr Bezug auf Einhaltung des Ortsstatuts vom 7. September 1893; wegen Uc6erh?etung vorstehenden Ortsstatuts mußte gegen einzelne Gewerbetreibende Anzeige erhoben werden. Lebe n s m i t t e l k o n t r o l l e. Eine Anzahl Nahrungsmittelproben, wurden entnommen und dem chemischen Untersuchungsamt, sowie teils dem Großh. Kreisgesundheitsaint - ur Untersuchung übergeben. Ferner wurden eine Anzahl Milch r e Visionen vorgenommen. Tie bei einem Händler als verdächtig vorgefundene Milch war nach 'dem Ergebnis der chemischen Untersuchung gewässert. Es handelte sich in diesem Falle um Verlängerung von sog. „Kuchenmilch" van Seiten des betr. Produzenten. Anzeige ist erhoben.
** I n Amerika verstorbene Hessen. Wilhelm V r i ck c l m a i e r aus Bechtolsheim, 77 Jahre alt, zu Newyork. — August Sachs aus Frankenberg, 31 Jahre alt, zu Brooklyn, Newyork. — Maria Schleicher, geb. Fischer, aus Langstadt, 57 Jahre alt, zu Newark, Newyork. — Georg Geisler aus Schlierbach, 82 Jahre alt, zu Pittsburg, Pa.
r Londorf, 21. Jan. Der Eisenbahnverein Londorf hielt am Sonntag abend im Saale des Gastwirts Brüger sein Winterfest verbunden mit der Feier des Geburtstags des Kaisers. Zahlreich hatten sich die Mitglieder des Vereins und deren Fanulien, sowie viele Zuhörer, besonders aus Londorf und Odenhausen eingefunden, um der Feier beizuwohncn. Bahnmeister Hils von Allen- dorf a. Lda. eröffnete sie mit einer von patriotischem Geiste getragenen Ansprache, die in ein begeistert aufgcnommenes
gestattet.
*♦ Die Landes Versicherungsau st alt Großherzogtum Hessen hat in dem abgelaufenen Geschäftsjahr 181 Altersrenten, 2575 Invalidenrenten und 99 Krankenrenten, zusammen also 2855 Renten festgesetzt. Weiblichen Versicherten, die eine Ehe eingehen, wurden in 2965 Fällen ihre Beiträge zurückerstattet, während aus Anlaß des Todes von Versicherten, die noch keine Rente bezogen haben, 445 Bertragserftattungen stattfanden. Wegen Bezugs einer Unfallrente C§ 43 des Jn- validenversicherungsgesetzes) wurden nur in 6 Fällen die Beiträge zurückerftattet. Es fanden also in 1907 insgesantt 3416 Beitrags- erstctttungen statt. Seit Bestehen des Gesetzes hat tue Landesversicherungsanstalt festgesetzt: 7059 Altersrenten, 27 601 Invaliden- (einschl. Kranken-) Renten. Von den ersteren waren am 1 Januar noch 2077, von den letzteren 15 573 im Lauf: die übrigen sind im Laufe der Jahre durch Tod der Berechtigten, durch Verzicht, Entziehung usw. wieder in Wegfalls gekommen. Als Beitragserstattungen sind bis jetzt insgesamt 35 401 aus Anlaß der Verheiratung weiblicher Versicherter, 5224 aus Anlaß des Todes Versicherter, die noch keine Rente bezogen, haben, festgesetzt worden. Aus Anlaß der Bewilligung von Unsallrentc fanden dagegen nur 52 Erstattungen statt.
** Technischer Verein Gi eßen. Vor einer lehr zahlreichen Zuhörerschaft sprach am Mittwoch abend im Einhorn Herr Syndikus Tr. B n r n c r auö Berlin über die technischen Angestellteii in der Volkswirtschaft und ihre heutigen Standesfragen. Redner legte zunächst den innigen Zusammenhang dar, der zwischen Volkswirtschaft und Technik herrscht und zeigte dann, welche große Bedeutung die Technik schon im Altertum und später im Mittelalter gehabt habe. An der Hand eines großen Ziffernmaterials setzte er dann auseinander, wie die Technik allmählich bis zur Gegenwart eine immer größer werdende Bedeutung erlangt habe. Im Jahre 1905 waren im deutschen Reiche nicht weniger als 400 000 technische Angestellte vorhanden, darunter allem 100 000 in der Maschinenindustrie. Trotz seiner großen Bedeutung m der modernen Volkswirtschaft, spiele der technische Angepellte jedoch nicht die Rolle, die ihm zukomme. Redner verlangt, daß zunächst auf dem Gebiete des technischen Fortbildungswesens noch mehr geschehe als bisher. Er verlangt dann aber aucg im Interesse der Techniker verschiedene zeitgemäße Aenderungen auf restlichem Gebiete: Ausbau des Dienstvertrages, monatliche Gehaltszahlung, Ausstellung des Dienstzeugnisses Bei der Kündigung, Einschränkung der Konkurrenzklausel, Recht der eechn. Angestellten an ihren Erfindungen, Arbeitskammern, Neuregelung der rechtlichen Stellung der technischen Beamten im Staat^- und Kommunaldienste, also Gleichstellung der mittleren Techniker mit den mittleren Beamten im Gehalte und m der dienst- danrr auch die
Frage der Alters- und Invalidenversicherung und ging zum Schluß näher auf die Forderung der Techniker ein, in rechtlicher Beziehung mit den Handlungsgehilfen gleichgestellt zu werden. Daß die technischen Angestellten gegenüber den Handlungsgehilfen heute noch im Nachteile seien, komme daher, daß -sie sich noch nicht so fest zusammengeschlossen hätten wie jene. Die Zahl beider sei ungefähr gleich, aber während die 412 000 Handlungsgehilfen sich zu Vereinen fest zusammengetan hätten, feiert von der gleichen Zahl der technischen Angestellten nur 115 000 organisiert. Das Solidaritätsgefühl lasse also bei den technischen Angestellten noch viel zu wünschen übrig. Der Deutsche^rech- niker-Verband habe seit 25 Jahren eine recht segensreiche Tätigkeit entwickelt und schon viel Gittes und Nützliches für die Techn'ker durchgesetzt. Die wichtigste Arbeit der nächsten Zeit sei es, Parlamentarier und Arbeitgeber immer mehr auf die Bedeutung des Technikerstandes hinzuweisen, damit diesem moralisch und finai^ ziell der Rücken gestärkt werde. An den Vorttag schloß sich eine unerhebliche Diskussion an. w
** Kaninchenzucht. Herr Martin ^-chrnall, Marburger Straße 60, schreibt uns: Daß auch die Kaninchenzucht in Gießen im Aufblühen begriffen ist, mögen folgende Zeilen beweisen. Einsender dieses hatte im vorigen Jahre einen Belgischen Riesen-Rammler, wofür ihm zweimal vergeblich 100 Mark geboten wurden. Er wurde aber im Interesse der hiesigen Kaninchenzucht nicht verkauft, da er zum Decken gehalten und freigestellt wurde. Einsender ist bereit, Interessenten seine Kaninchenanlagen zu zeigen und es können wertvolle Tiere int Gewichte bis 16 Pfund gesehen werden. K'erne Seltenheit ist es aber, (da hier im Durchschnitt mit vorzüglichem Material gezüchtet wird), daß hiesige Züchter Preise für Tiere in Höhe von 5—25 Mark erzielen. Daß hauptsächlich für die Küche gezüchtet wird, darf nicht unerwähnt bleiben, hat es sich doch der hiesige Kaninchenzüchterverein, der jetzt aus 50 Mitgliedern besteht, zur Aufgabe gemacht, Kaninchenfleisch soll Volksnahrungsmittel werden, und mit Erfolg, gibt es doch jetzt schon Züchterfamilien, die ca. 100 Pfund Kaninchenfleisch jährlich in ihre Küche wandern lassen, hoffentlich wird nach unserer diesjährigen Allgemeinen Ausstellung, die im Herbst stattfindet, das Interesse noch weiterer Kreise rege, wo man jetzt von der Nützlichkeit unserer Bestrebungen noch nicht ganz überzeugt ist.
** Besitzwechscl. Das Haus Bahnhofstraße 38 wurde ohne den an der Schanzenstraße gelegenen unmittelbar daran stoßenden Bauplatz vom seitherigen Besitzer Rentier Nowack für 44 000 Mk. an den Dentist Oskar Graef verkauft.
** Folgende gewerbpolizeilichen Revisionen wurden in den Monaten November und Dezember 1907 vorge- nommen: 1. Die Lagerung von Sprengstoffen, Verordnung vom 21. Dezember 1893. 2. Die Lagerung von Carbid, Verordnung vom 20. Oktober 1905. 3. betr. Einhaltung der Vorschristen des Bundesrats vom 17. Februar 1907 in den zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Anlagen. 4. In den Barbierstttben auf Einhaltung der Polizei-Verordnung vom 8. August 1904, den Gewerbebetrieb der Barbiere betr. 5. Tie Anmeldepflicht der Motoren, betr. Polizeiverordnung vom 10. Juli 1907. Nach vorstehender Verordnung sind bezeichnete Anlagen vor der Aufstellung von doppelter Ausfertigung bei Grvßh. Polizeiamt anzumelden. Diese Anmeldungen werden vielfach versäumt und werden wir für die Bestrafung der Säumigen herbeiführen. 6. Die Be- von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeiter
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