tz
b *
M
isssen
Jtltfniii I BM iea-EnsemM AL-"*
Salome
snivmime.
4 unHtji ftellung' > Plätzen die W wZonzert bei U .Immer fide' mtags 4 Uhr. D w, Tirektor nwali
lai
■nzert
I i (2. Gr. Hm) H rektors C« KW
Eintritt 40 Hr w fällt aui, r imenseii
-hgc«-
>ig- ireirfi”1
i »»*£?£ i
I 1
l’!W
Kaufes, M
I
ft**«— I
Nr. I^SL
Drittes Blatt
Samstag 23. Mar lOOS'
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags,
General-Anzeiger für OderWen
158. Jahrgang
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersttätS - Buch- und Sleinbruckerei. 9t Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schu!- straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion:-L-EH2. Tel.-Adr.:AnzeigerGicßen.
Die ..Stehener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich bergelegt, das „Kreisbiart für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
7R7.
(Lebh.
au:
liberalisrnus beim Vereinsgesetz mehr hätte erreichen können.
sein.
Niedrigste
21
Halbfertige KleSsr zu enorm billigen Preisen I
in Rohseide 29 Rlk
Meter weit und liegt denselben 2 Meter 120 cm breiter Mull oder 3 Meter Leinen,
Carl Nowack, Modewarenhaus
in weiss Mull, Rock
4 Meter weit 8.50 Mk
in weiss Mull, Rock
4 Meter weit 16
m Lernen, Rock 3.85 weit 8.50 Mk.
= 4- 22,3 ° C. = 4- 10,8J
in Lernen, weiss und farbig fll Mk.
22. Mai 9>
Beisall.)
Stabil). Krum m erklärte, auch er könne mit zahlreichen.
Verleihanstalt
Sundheimer&Strupp
Frankfurt a. M. Jä
Hierauf führte Pfarrer Korell in seinem Schlußwort baß nach der Aussage des Abg. Hausmann der Links
frage nicht zum Prüfstein bcs Liberalismus machen solle, habe er zu bemerken, baß er überhaupt nicht die Stellungnahme zu jeber einzelnen Frage unb jede Einzelabstimmung als maß- gebenb für bie Zugehörigkeit zum Liberalismus machen inollc. Was Herr Krumm bem Freisinn vorwerfe, werbe der Sozialdemokratie genau so vom anarchistischen Flügel vorgeworscn. Vor allem habe man innerhalb des Liberalismus Erziehungsarbeit zu leisten, in dem Sinne, daß man den Bedürfnissen der Zeit Rechnung trage. Innerhalb des Liberalismus müsse man Toleranz üben und sich gegenseitig verstehen. Er glaube, daß der Vcrsucn des geeinigten Liberalismus zum Guten ausschlagen lucrbc. Bei der Nachgabe an die wirtschaftlichen Forderungen an den Bund der Landwirte gerate man auch in politische Abhängigkeit von den Konservativen. Eine Gesundung unserer agrarischen Zustände durch die Schutzzollpolitik werde man nicht erreichen, sondern bloß eine Konservierung des Großgrundbesitzes. Zum Schluß führte der Redner aus, liberal sein bedeute, für das Recht der Persönlichkeit in allen Fragen cinzutrcten und forderte im Sinne Dr. Gutfleischs ebenfalls zu eifriger politischer Arbeit auf.
Nachdem der lebhafte Beifall, der auch dem Schlußwort des Referenten gezollt wurde, verklungen war, schloß Justizrat Metz die ruhig und würdig verlaufene Versammlung.
Ter § 7 werde den gewünschten Erfolg nicht haben, er werbe bloß die Polen in geschlossene Gesellschaften hincintreiben. Ju den Bemerkungen des Prof. Biermann, daß man bi? Zoll-
Meteorologische Beobrrchtmsgen
der Station Gießen.
Verhältnisse baran schuld. Für wirklich liberale Männer werde man auch in Zukunft stimmen. Zur Frage der Freiheit, der Wissenschaft habe er zu sagen, daß die deutschen Professoren geschwiegen hätten, als es sich um den Sozialdemokraten Dr. Arons gehandelt habe. Für eine Kirck>e, die nur bestehen könne, wenn sie sich auf den Staat stütze, sei es besser, wenn sie überhaupt nicht vorhanden wäre. Auch seine Partei wolle den politischen Kampf mit geistigen Waffen geführt haben, aber schlimmer als der Terrorismus einfacher Leute sei oft der von der anderen Seite geübte Terrorismus. Eine Verständigung der Sozialdemokraten und Liberalen im Wahlkreis Gießen sei dann möglich, wenn die Liberalen wirklich liberale Politik trieben. Der § 7 sei nicht ein Ausnahmegesetz gegen die Polen, sondern gegen die deutsck-en Arbeiter. Zur Frage des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat könne er nur sagen, daß die Verquickung von beiden gerade der Kirche schade. Das preußische Wahlrecht sei schon lange tot, wenn die Lächerlichkeit töte. Der Redner schloß mit der Versicherung, daß tue heutige Art der Verhandlung die Freude am politischen Leben erwecken lasse. (Lebh. Beisall.)
Landtagsabg. Dr. G u t f l e i s ch wandte sich gegen die Behauptung des Vorredners, daß die Freisinnigen früher die Sozialdemokraten von der Diskussion ausgeschlossen hätten. Man sei bloS abgeschreckt worden durch den Mißbrauch der Gastfreund- schast, der sich darin geäußert habe, daß man stundenlang allern geredet habe. Den Appell des Pfarrers Korell, sich im politischen Leben zu betätigen, unterstütze er warm. Vor allem aber müsse man verlangen, daß jeder ernst zu nehmende Mann sein oberstes Recht ausübe und wähle. Namentlich ber den Landtagswahlen sei die Beteiligung äußerst gering und es sei ein Hauptargument der Vertreter der Regierung, wenn eine Erweiterung der Volksrechte verlangt werde, daß das Volk die ihm gewährten Rechte ja nicht ausnutze. Die Lauheit sei der gefährlichste Feind, deshalb wolle er der Hoffnung Ausdruck gebe, daß alle liberalen Männer im ganzen Lande bei der bevorstehenden Landtagswahl ihre oberste Bürgerpflicht erfüllen. Wer sich nicht dazu verstehen könne^ dreie Pflicht zu erfüllen, den solle man bis zur nächsten Wahl daraufhin
Höchste Temperatur am 21. bis
Hühneraugen und Hornhaut entfernt in kurzer Zeit Itadika.1 per Fläschchen 50 Pf ff.
Germania Progerie, Carl SeibcS.
von Piarrer Korell ausgestellten Forderungen einverstanden sein. Tas Vorhandensein einer großen liberalen Partei werde von der Sozialbemokratie durchaus gewünscht, sie müsse aber aus wirklichen Liberalen bestehen. Von einem Liberalismus, der sich mit dem Pluralwahlrecht zufrieden gebe, halte er nichts. Für die Erweiterung der politischen Rechte der Frauen sei er durchaus, wenn feine Partei auch zunächst davon Nachteile haben werde. Tie Stellung des Vortragenden zum Koalitionsrecht bergrüße er, aber in der Praxis handelten die Liberalen oft anders. Wenn die Sozialdemokraten nicht mehr wie früher bei den Wahlen die Freisinnigen unterstützen, so seien die
H. frechster
Steinstr. 48. Telefon 581. Wirten unb Wiedervcrkäufern hoher Rabatt.
Bei den Landtagswahlen sei eine Verstärkung des Bürgertums ansehen, daß er zu den inferioren Elementen gehöre, gegenüber dem Ägrariertum anzustreben. Daß Gießen wieder j Beifall.) ___
einen Freisinnigen entsenden werde, sei außer Frage. Auch er forderte zu eifriger Arbeit auf, namentlich bie Jugend, und das politische Interesse werde am besten erhalten bleiben, wenn auch in Zukunft der Liberalismus gemeinsam kämpfen werde. (Lebh.
Versteigerung.
Dienstag, dcn2.u. Mittwoch, den 3. Juni, jedesmal 3 Uhr nachmittags, werden im Pfand- lokal, Seltersweg 11, gegen Barzahlung versteigert:
3 Wagen, 2 Pianino, 2 Schreib- lische. Schränke, Sophas, Kommode, VerlitowS, Uhren, 1 Kassenschrank, 1 Partie Schuhe, 1 Gans, 1 Hahn mit 9 Hühner, 1 Hund u. a. m. 13215
Johann, Gr. Psandmeister.
Die Böcke meiner halbfertigen Kleider sind 4—5 sowie sehr reichliches Spitzen- oder Stickereimatenal zur Tadle her.
Mittwoch, den 3. Juur d. vormittags 10 Uhr, findet in der neuen Kaserne die öffentliche Versteigerung mt?» gesonderter (D^/5
260 wollener Decken, alter Geräte, alter Baumaterialieil wie Eisen, Zink, Kupfer pp., 2L6 noch guterhalt. Konservenkiffen, 64 Stück alte Patronentasclien statt, wozu Kauflustige eingelaoen werden.
Garnison-Verwaltung Gießen.
Ikinm gßiMtisit empfiehlt billigst 1703 I Georg Schilfer, Ltcherstr. 9.
Dic Einigung der £iber«li$mu$.
Gießen, den 22. Mai 1908.
In der an den Vortrag des Pfarrers .Korell sich anschließenden Diskussion sprach zunächst Professor Tr. Kin ke l und zwar im wesentlichen zustimmend zu den Ausführungen des Redners. Er wies u. a. darauf hin, daß immerhin in Theorie und Praxis vielfach ein Unterschied bestehe. Er begrüßte die Trennung von Barth, v. Gerlach usw., die auch erzieherisch aus den Liberalismus wirken werde, und wandte sich dagegen, daß dec Redner gewissermaßen den Liberalismus als eine Partei der Evangelischen in Anspruch genommen habe.
Professor Dr. B i e r m a n n bekannte sich als Nationalliüe- raler ebenfalls vielfach zu den von Pfarrer Korell ausgesprochenen Grundgedanken, insbesondere hinsichtlich der Freimachung der Persönlichkeit, der Frauensrage und der Koalitionsfreiheit, deren Ausdehnung aus die laitdw. Arbeiter er für erforderlich hielt. Auch bezüglich der Kultursragen stehe er auf dem Standpunkt des Pfarrers Korell. Er und seine Freunde seien stets dafür etn- getreten, die Freiheit der Wissenschaft zu erhalten. Er wisse, daß Strömungen vorhanden seien, bet der Berufung von Professoren nicht bloß die wissenschaftliche Tüchtigkeit maßgebend sein zu lassen, namentlich bezügl. der theologischen Fakultät seien mächtige Einflüsse am Werk, um die Regierung zu beeinflussen. 5)er Vortragende habe die Trennung von Staat und Kirche empfohlen. Das sei eine alte Forderung des Liberalismus, die man wohl stellen könne, deren Ausführung aber noch in weitem Felde stehe. Mit Recht sei gesagt worden, die evangel. Kirche fei vom Staat abhängig, es sei zweifelhaft, daß sie im Falle ihrer Loslösung vom Staat weiter bestehen könne. Hinsichtlich der Wilitärforderungen herrsche zwischen allen liberalen Richtungen Einigkeit. Nicht übereinstimmen könne er mit den wirtschaftspolitischen Forderungen. Die Höhe des Zolles sei nicht bestimmend für die Zugehörigkeit des Liberalismus, wenn er auch für die extrem agrarischen Forderungen nicht zu haben sein toerbe. Das Muß. Landtagswahlrecht sei allerdings verbesserungsbedürftig, aber im Interesse des praktisch Erreichbaren müsse man sich mit einer wesentlichen Verbesserung zufrieden geben, wenn man auch das Reichstagswahlrecht nicht erreiche. Jedenfalls glaube er, daß ine Herren in Berlin zu sehr die Verhältnisse der dortigen Sozialdemokratie im Auge hätten, wenn sie von der Einführung des Reichstagswahlrechts eine Gefährdung des preußischen Staates befürchteten. Die Heranziehung der Sozialdemokratie zur praktischen Mitarbeit an toen staatlichen Aufgaben hält der Redner ebenfalls für erforderlich. Auch er (unb mit ihm die gesamte juristische Fakultät) hätten deshalb die Bestätigung des sozialdemokratischen Offenbacher Beigeordneten nicht mißbilligt und der Vertreter der Universität in der Ersten Kammer habe dem cud) Ausdruck gegeben. Er stehe durchaus auf dem Standpunkt der Blockpolitik, vor allem, damit in nationalen Fragen eine sichere Nehrheit vorhanden sei. Das Reichsvereinsgesetz sei durchaus ein Fortschritt gewesen. Ec verstehe, daß man den ß 7 zwar prinzipiell verwerfen könne, aber er hätte um des im Osten tatsächlich vorhandenen Notstandes willen in den Kauf genommen werden müssen. Die Blockpolitik habe dem Liberalismus Vorteile gebracht. Von einer Abstoßung der rechtsnationalliberalen Elemente sei eine Stärkung des Liberalismus nicht zu erwarten.
Pro Quadratmeter und Woche 10 Pfg.
Teleph. 4017. Talego.- .
Adr.: Industrie- < bedarf. ■?
Bahnhofstraße [2570
frische Maibowle
Natorreiner
Apfelwein
Hl
o
0
E& D
KW
HJJ
I
Mai
1908
Barometer aui 0° reduziert
Temperatur ber Luff
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
f
Z ß
Windstärke
Wetter
22.
c>r»
742,3
21,5
13,7
72
N
2
Bern. Hirmnel
22.
915
7 44,9
11,2
8,6
86
WKW
4
Bed. Himmel
23.
>p4
748,6
8,0
7,3
92
W
2
Regen


