Ausgabe 
3.8.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Wen,;

' ab8=geLea. I n. ; is« 23. | e 11 liessen «»52 t «H das »erihitei

15)08;

^oer Witterung: engagierten fd iiobitscheit

SieiLnapygto

« Keßen.

IfiOCttct.

uft 1808

Gastspiel

's Bad-Nauheim ingoetter.

-Reg. Kaiser Wilhelm Nr. IK

ttnng!

MAL

pich.

far Straub.

- lVang-Logcn MSi ifl, i'orberplatj, Mk-L- )«. 2-25 - \U. W. - II. Rang, tyoriw/it M Cj

M

4 Nhr ab

er v'/,

. Kaiser Wilhelm Ur. 116 irossh. Musikdirektors

SB.

litliN

ssgsS S.-ÄS jftSSS »«*

£**

Zrivatst"N?L-

ÄfiRwslS®

c r fliity0n

M-E

____-

Ä reu-

,n0Srö flewt»11

?-s *

Nr. 180

ganze wenn Paar!

deutsche Volt und feine vielfachen Verbindungen mit uns, wir von Herzen rufen: Es lebe hvch das deutsche Käiser- Vivat Germania, cocScat, floreat!

Der Zwist zwischen dem venezolanischen Präsidenten Castro und den Niederlanden

wird sich wahrscheinlich weniger ernst entwickeln, als er zuerst den Anschein hatte. Der GcKinke, das; cS zu einem bewaffneten Konflikt kommen könne, wird als absurd gehalten. Die vene­zolanische Regierung steht auf dem Standpunkte, daß sie die vollste Berechtigung zur Ausweisung des holländischen Gesandten hatte und beruft sich auf das Vorgehen der Vereinigten Staaten, die im Jahre 1888 die Iiückberusung des englischen Gesandten, Lords Sackrillewett, und später von Spanien diejenige des Gesandten Delome verlangten. Der J-all de Neus, so wird erklärt, sei viel flagranter als irgend einer von diesen Präzendenzfällen. Der von de Rens im Mai 1908 in einer holländischen Zeitschrift veröffentlichte Brief bezeichne Castro als einen fast diktatorisch herrschenden Präsidenten, dessen Regierungssystem das Land bei­nahe ruiniert habe. Des werteren sei in dem Artikel gesagt, das Wiederaufleben von Handel und Gewerbe sei solange unmöglich, als die gegenwärtige Regierung am Ruder sei. Ten jungen Holländern wird für den Fall, daß sie nicht durch Hamburger Firmen Beschäftigung in Venezuela erlangen können, angeraten,

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: 1^. Tel.-AdrpAnzeigerGieben.

unzulässig zu erklären. Der Bezirksausschuß hat selbstständig zu befinden, ob das Verfahren einzustellen oder durch ein Urteil zum Abschluß zu bringen ist. Erfolgt letzteres und wird aus eine der gesetzlich in Betracht kommenden Disziplinarstrafen er­kannt, so steht dem Bürgermeister Schäcking Berufung an das OberverwalrungSgerick t zu. Die Pressebehauptung, Schücking sei wegen seiner Landtagskaudrdatur durch einen Beamten in höherem Auftrag beeinflußt morben, ist auch insoweit unwahr, als die Beeinflussung einer Prvvinzialinstauz zugeschrieben wurde. Der Beamte, der Schücking Vorstellungen machte, ist der zweite Bür­germeister Plcwka in Schleswig. Letzterer hat amtlich bekundet, er habe bei Ker aus anderem Anlaß stattgehabten Unterredung lediglich einer privaten Ansicht Ausdruck gegeben und weder von einem Auftrag gesprochen, noch sich den Anschein gegeben, der Heber bringet eines amtlichen Auftrages zu sein.

Apolitische Tagesschau.

Zum Besuch des deutschen KaiserpaareS in Stockholm.

In den schwedischen Blättern steh.-n Begrüßuugsartikel in deutscher Sprache über tue Ankunft des deutschen KaiserpaareS. Aftenbledet" schreibt: Starke materielle Baud.- wurden zwischen den beiden Ländern vor kurzem fester geknüpft uno durch den erleichterten Verkel-r über die See zwischen den Küsten beider Länder «uch auf der Wettbahn geistigen Strebens. . Wir hoffen künftighin, lüic bisher, an der Seite unserer deutschen Stammes- genossen im ftiedliä-en Kampfe um den Lorbeer streiten zu können, an dessen Blättern weder Blut noch Tränen kleben. In dieser .Zuversicht heißen roir Deutschlands Kaiser mit der gleichen Zu­versicht in unserem Lande willkommen, mit der wir unlängst den Präsidenten der französisch Republik und den großbritannischer König begrüßten.Vorttand" schreibt: Seit Jahrtausenden haben Deutsche und Schweden ihr Blut gemischt, sowohl Seite «n Seite auf den Schlachtfeldern, als auch durch unzählige Fa- -milienverbindungen. Unser Richterhaus, unsere Kaufmanns- gefchlechler und die Annalen der Wissenschaft in unserem Lande sind alle von deutschen Namen überfüllt. So denken wir an das

es in den Zentral- oder südamerikanischen Ländern zu versuchen, wo der Aufschwung und der Fortsckzritt größer und die Zukunft leichter sei als in dieser Republik. Unter Hinweis auf die un sichere innere und äußere politische Lage in Venezuela und daS geringe Gedeihen des Landes empfiehlt de Reus den jungen Holländern, in Venezuela keine Beschäftigung zu suckln.

Ein parlamentarischer Streik in Bayern.

Im bayerischen Landtage hat sich am Freitag ein eigenartiger Vorgang abgespielt. Zur Beratung stand der Teil des Kultus- ctais, der sich mit der Lehreraufbesferung besaßt, und bei dem es, wie selbstverständlich, zu prinzipiellen Äluseinandersetzungen zwischen den Liberalen und dem Zentrum kommen mußte. 9hm hielt der Zentrumsabg. Dr. Heim eine mehrstündige Rede, die im großen und ganzen eine heftige Polemik gegen die Liberalen darstellte. Anstatt nun letzteren, wie es der politiscl)e Anstand erfordert hätte, auch Gelegenheit zur Erwiderung auf die Heim- schen Angriffe zu geben, nahm die lchwarze Mehrbeitspartei. und zwar unter Befürwortung durch Dr. Heim selbst alsbald nach dessen Rede einen Antrag auf Schluß der Debatte an, womit den Liberalen auf brutale Weise die Möglichkeit der Antwort abgeschnitten war. Unter solchen Umständen war es begreiflich und gerechtfertigt, daß Abg. Dr. Casselmann unter dem Beifall seiner Parteifreunde die Erklärung abgab, daß sie es unter ihrer Würde hielten, sich an der Beratung.des Kultusetats Überhaupt noch weiter zu beteiligen. mt liche liberalen Abge­ordneten verließen nach dieser Erklärung den Sitzungssaal. Die Lehreraufbesserungsvorlage wurde schließ­lich von den noch anwesenden Abgeordneten angenommen. Die klerikale Presse sucht bereits wieder die Sachlage zu verdrehen, inbem sie behauptet, die Liberalen seien gegen die Vorlage ge­wesen und hätten aus diesem Grunde vor der Abstimmung den Saal verlassen.

Dieentente cotnide'' und die Marseillaise.

Aus Petersburg wird demBerl. Tagebl." geschrieben: Vier Revaler Sängerchöre erhielten die Erlaubnis, in Anwesenhett der hohen Gäste ihre Kunst zu zeigen. Unter anderem war beab­sichtigt worden, die russische HymneGott schütze den Zaren" und die Marseillaise in estnischer Sprache vorzuttagen. Der Text und die 9£oten der offiziellen französischen Bolkshynme sollten also abgedruckt und unter die Sanger verteilt werden. Der Zensor verbot jedoch, die Marseillaise alsillegales Lied" zu drucken: dann kam auch der Gouverneur und verwehrte das Singen der Marseillaise. Dem Dirigenten des vereinigten Chors blieb schließlich nichts übrig, als unter den Klängen der Marseil­laise gewöhnliche estnische Lieder vorzutragen. Die republikanischen Alliierten glauben aber sicher, daß ihre Nationalhymne ihnen zu Ehren in estnischer Sprack-e zum Vortrag gelange. . .

Ans Stadt und Land.

Gießen, 3. August 1908.

* Ernennungen. Der Groß Herzog hat ziinr 1. August d. I. den Oberlehrern ein dem Landgraf LudwigS- Gyinnasium zu Gießen Heinrich Fuchs und Otto Urstadt den Charakter als Profestor verliehen.

* Dienst aus zeichnung. Der Großherzog hat zum 1. August d.. I der Krankenpflegerin des Aliec-Fraucn- Vereins für Krankenpflege im Grobherzogtum Hesien, Schivester Marie Vogel zu Flonheim das Silberne DienstauSzeichmmgS- kreuz für Krankenpflege verliehen.

Uebertragen wurde am 29. Juli d. I. dem Lehrer Wilhelm Fischer zu Nieder-Moos, Kreis Lauterbach, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bingenheim, Kreis Büdingen.

Gerichtsassessor Wilhelm K ilian auS Niedernhausen (Provinz Hessen-Nassau) ist zum Regierungs- assessor ernannt morden.

"'Die 1. Kompagnie deS hi es. Regiments erhielt durch Allerhöchsten Erlaß den besonderen SchicßpreiS für Leibregimenter.

* Aus Anlaß der bevor st ehenden militä­rischen Herb st Übungen machen wir auf die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und deutlicher Aufschriften bei den Manöver - Postsendungen aufmerksam. Zur genauen Auf­schrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname, unter Umständen auch Ordnungsnummer), Dienstgrad und Truppen­teil (Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron, Abteilung, Batterie, Kolonne usw.) und der ständige GarnisonS- ort, eintretendenfalls mit dem Zusatzoder nachsendcn*. Die Angabe eine? Marschquartiers als Bestimmungsort empfiehlt^ sich in der Regel nicht.

"Englische Forstleute in Gießen Am Frei­tag morgen erhielt das hiesige Forstinstitut den Besucl) von sieben jungen englischen Forstleute» von dem Royal Agricultural College in Circncester. Die Namen der Herren waren: Duchaine, Plumer, Moor, Tonne, Kien, Margessoii' und Gilmour. Sie standen unter der Führung zweier Pro­fessoren, nämlich des Herrn Prilchard, Profesior der Forst Wissenschaft, sowie des Herrn Dr. P. G. Guudry, Prozessor" der Physik. Die Studierenden, von denen einige sogar Wald­besitzer jind, besichtigten zunächst eingehend den atademischen Forstgarten und hieran anschließend die Sammlungen des' Forsttnstituts mit großem Interesse und sprachen sich äußerst anerkennend über den vorzüglichen Zustand und die Reich­haltigkeit der ihnen vorgezeigten Objekte aus. Den Mend verbrachten die Engländer mit dem Direktor des Forst- instituts, Herrn Geheimerat Prof. Dr. Heß und seinem Assistenten Herrn Forstassessor Brill im Restaurant Metro­pol in sehr anregender Weise und höchst gemütlicher Slim- mung, wobei sie dem Bedauern darüver Ausdruck gaben/ für Gießen und dessen Umgebung nur einen Reisetag vor­gesehen zu haben. Am Samstag morgen reiften die Herren zur Fortsetzung ihrer Studienreise zunächst nach Frankfurt am Main, um den dortigen Stadtwald in Augenschein zu nehmen.

** Vom Landwirtschastskammerausschusse. Am Donnerstag den 30. d. M. waren die Mitglieder der Landwirtschaftskammer und des Landwirtschaftskammer- Ausschusses, sowie die Bezirksausschußvorsitzenden aus den Kreisen Friedberg, Gießen und Büdingen, ferner die Vor­sitzenden der Zuchtvereine und die Vertreter der Stadt Butz-

Soen Yedin8 Entdeckungen in Tibet.

Ein elfter Bericht von Sven Hedi» über feine neueste große Reise durch Tibet, von der er nun schon so lange feine Kunde mehr in die zivilisierte Welt hat gelangen lassen, daß bereits ernst­hafte Befürchtungen über lein Schicksal laut wurden, wird in dem weben erscheinenden Augustheft von Harpers Monthly Maga­zine veröffentlicht. Eine Fülle wichtigster neuer geographischer Feststellungen und Entdeckungen ist dem 'kühnen Forscher in bisher völlig unbekannten Gebieten des geheimnisvollen Landes ge­lungen, von dessen gewalttgen Naturschönheiten er zugleich ein farbemattes Bild entwirft. Ter erste Bericht schildert ine Reise von Schigatze bis zu dem Manasarowar-See, dem heiligen See, im westlichen Tibet. Die bedeutsamste Entdeckung aus diesem Wege war die überraschende Feststellung eines gewaltigen Gebirgszuges, der nahezu parallel mit dem Himalajagebirgc bertaufeno bürd' das ganze südliche Tibet sich hinzieht und aus- >mündet in die Kette der Nyen-tschen-tang-la-Berge, ine nördlich von Lhassa in nordöstlicher Richtung verlausen. Hier, wo die geographische Wissenschaft bisher nur das Vorhandensein niederer Höhenzüge annahm gelten doch die großen Seen in Mitteltibet als die Quellen der nördlichen Nebenflüsfe des Brahmaputra erhebt sich eine der gewaltigsten Bergketten der Welt, die m Höhe und Großartigkeit nur mit dem Himalaja vergüten wer­den kann und von der bisher keine Landkarte etwas zu berichten wußte. Tie Nyen-tschcn-tangZa-GrilPPe südlich des Tengri - cor war bereits mehrfach durchkreuzt worden, so auch von Ltttttdale. Aber daß diese Kette sich noch, nahezu 1200_ en gliche Meilen westnorbwestlich sortsetzt, wird erst jetzt burd) ven Hedms Rene bekannt. Es ist gewiß, baß sie auch ostwärts |tch mecker sortsetzt und so insgesamt eine Länge von ungefähr 2000 MettiM bei itzt. 'Die tmrchschnittlichc Höhe der Pässe übersteigt die des Htmalaia um mehrere hundert Meter, wenngleich die hochften Gipfel mit denen des südlicheren Rivalen sich nicht menen können. Es fehlt nicht an gewaltigen Schneegipfeln, die sich vornehmlich un nördlichen und südlichen Teil des Gebirges erheben, während bte übrigen Gruppen verhältnismäßig flach sind. Die Tibetaner haben für das ganze Gebirge feinen cinl-eitlichen Namen und benennen bie einzelnen Teile mit verschiedenen Bezeichnungen Lven Hedin schlägt vor, für bas neuen ibedte Gebirge den 'Aarneit der bisher bekannten Gruppe, Nycn-tsd-en-tang-la, anzuwendcu. Zweimal hat er den gewaltigen Gebirgszug gekreuzt: das erstemal, als er, ungcackstet der Sclstvierigkeiten, die die tibetanisa-en und chtne- E fischen Alach:Haber ihm bereiteten, von Tschigatze aufocad), um ben heiligen nördlich von Targus-Gangn zu erreichen, bat 2angra-lumcha)0. Aber kurz vor den Ufern des Sees traten ihm bie bewaffneten Diener des Distriktsbeamten entgegen» iuw nötigten ihn mit seiner Truppe zur Umkehr. Aus dem Rückwege

Prinz August Wilhelm uud das Reichsland.

Bei der feierlichen Exmatrikulation des in Straßburg i. E zum Dr. promovierten Prinzen August Wilhelm von Preußen sielen Andeutungen, die als Bcziclningen auf das künftige Ver­hältnis des Prinzen zu Elsaß-Lothringen gelten können und die an die Gerüchte erinnern, die behaupten, daß der Prinz einst berufen sein werde, in Elsaß-Lothringen eine politische oder präsen- tatioe Rolle au spielen. Der Rektor glaubte feststellen zu können, daß die Elsaß-Lothringer mit warmer Sympathie dem Königs- sohn entgegengefommen seien, der sich beim einfachen Bürger wie in de naltansässigen Ädelssamilien aufrichtige Liebe enoorben habe, die nicht vergessen werde. Auch in der Antwort des Prinzen War nach dem Bericht der Straßburger Post diese Note deutlich: Bei seinen Fahrten habe er das schöne Elsässer Land und seine biederen Bewohner kennen und schätzen gelernt und wenn er jetzt aus dem Lande scheide, so sei das nicht für immer, denn stets werde er nur mit großer Freude wieder in unsere alte gute Stadt Straßburg zuvückkchren. ^oein Tank gelte also nicht einer für immer abgeschlossenen Episode, sondern mit diesem Danke könne er den aufrichtigen Wunsch auf ein freudiges Wiedersehen ver­knüpfen.

Ter Fall des Prosesiors Bernhard

hat einen neuen Konflikt diesmal innerhalb der juristischen Fakultät der Berliner Universitär hervorgerufen. Professor Born- hak, der bekannte Staatsrechtslehrer, hatte zu der Angelegenheit in einem Artikel das Wort ergriffen, worin er das Vorschlags­recht der Fakultät einer Kritik unterzog. Darin war Bornhak zu dem Ergebnis gelangt, daß es mit diesem Vorschlagsrecht für das Heil der Wissenschaft und die Freiheit der Universität gar nicht so viel auf sich habe, wie man gemeinhin annehme. Ter Artikel hat nun der juristischen Fakultät Veranlassung gegeben, Herrn Born Yak iHvBedauern" über fein Borge Heu auszusprechen. Gegen dieses Monitum hat Bornhak wiederum Einsprmh erhoben. Die Fakultät hatte sich bei ihrem Tadelsvotum auf den § 30 ihres Statuts berufen. Danach ist die Fakultät berechtigt, ein MitgliÄ) wegen Ungebührlichkeiten oder Belei­digungen, bie es sich in mündlichen ober schriftlichen Verhandlungen gegen bie Fakultät oder einzelne ihrer Mitglieder erlaubt hat, schriftlich oder mündlich durch den Dekan verweisen zu lassen. Run ist aber Bornhak als außerordentlicher Professor gar nicht Mitglied der juristischen Fakultät. Ferner hat er sich überhaupt nicht mit dieser Fakultät beschästtgt, so baß nach Ansicht mehrerer Nechtslehrer betn Vorgehen b;r juristischen Fakultät jede Grund­lage gefehlt hat. Der Konflikt dürfte noch den Kultusminister beschäftigen.

entbetfte der Forscher sich sich des heiligen Sees eines^dcr größten Binnengewässer von Tibet, den Schuru-Tso-See. Nur durch die Studie und die kartogcaphisck-en Ausnahmen aufgehalten, kreuzte er jetzt zuiil ziveitenmal das grobe Nyen-tschen-tang-la- Gebirge, und die Expedition machte Halt in Tradum. Hier findet Sven Hedin, der in Schigatze nur durch feine zähe Ausdauer sich gegen bie angefünbigic Ausweisung aus Tibet behauptet hatte, einen freundlicheren Beamten, der ihm die Fortsetzung seiner kül-nen Reise erleichtert. Der F-orscher Entschließt sich, sich süd­wärts zu wenden, um die Wasserscheide des nördlichen Himalajas zwischen dem Hochlalck» von Tibet und den Ebenen zu erreichen und dringt bis nad) Nepal ein. Allein da Sven Hedin damit regnen muß, daß bei einem zu weiten Vordringen nach Süden ihm der Wiedereinttitt nach Tibet verlecft wird, kehrt er, immer auf verbotenen Pfaden reisend, um und setzt feine kartographischen Ausnahmen der nörblid'Cit Ausläufer des Himalajas fort. Seit jeher galt der ?Nayum-tju, der aus dem Mayum-la aus dem fernsten Westen komntt, als die Q u e l l e d e s Brahmaputra. Sven Hedin hatte schon immer daran gezweifelt, baß ein so ge­waltiger Strom in der niederen Furch- eines längllchen Tales ieinen Ursprung haben sollte. Mit Hllfe eines Bootes vermißt er alle die Flüsse, die den Brahmaputta bilden, und folgt dem bei weitem größten von ihnen bis zu einer Stelle, wo er aus sckMelzeudem Schnee und Eis an dem gewaltigen Glacis des Himalaja, am Kubi-gangri, sich bildet. Von bie]em Punkte aus fließt er zum Kubi-tsangpo hinab, d. h. zunr Brahnraputra. Nun wendcr Sven Hedin sich ioicber nach Noroen, entläßt bei Loschen den größten Teil seiner Karawane und setzt mit nur vier Pferden und zwei Mauleseln, nur von wenigen Dienern begleitet,^die Reife nach dem berühmtesten aller Seen, dem heiligen See Manafarobar, fort. Er ist das 'Ziel unzähliger Hindu­pilgerzüge und feit den Tagen der Vedas gilt er sowohl den Hsirdus als auch den Gläubigen der Lama-Priester als die Heimat der Götter imb höchstes Hersigtum. Schon in Indien hat Sven Hedin von den Hmdus Briefe erl-alten, in denen er gebeten wurde, den See uiü) den l-eisigen Berg Käilas zu erforschen, und sie gelobten dem Forsä-er für alle 'Utitteilungen, ihn un Gebet zu preisen unb den Segen ihrer Gotter auf ihn hcrabzuflehen. Em Bad in dem heiligen See verleiht dem Hmdu Unempfäuglichteit gegen tute Macht ixr Sünde und eine Pugerschafl zum See und zu den uucrahmendcn Bergketten befreit den Tibetaner von den Qualen Fegefeuers und läßt ihn nach dem Tode zu Füßen der Gotter fitzen und aus goldenen Schüsseln die tsamba essen. Zum erstenmal betritt ein Europäer diesen geheiligten Boden, l'tvch in u.msittelbarer Mhe des westtick-stcn Armes des Brahma­putra sand Sven Hedin bie Quellen emes fteinen Flusses, des Tagc-Tsangpo. Dies kleine Flügchm ist der größte Wasserlauf, per feine Fluten in den Manasawoar epgießt. Zur Zett von

Tie Frankfurter Stadtbibliothek hat vor ei­nigen Zähren auf Anregung des Oberbürgermeisters Dr. Adickes eine a merikanische Abteilung viugeriü .et, die scharr einen recht statt sichen Umfang angenommen i,?. . Um die nötigen Grund­lagen für dre löiblu)il,ef zu beschassen, l)ia. «tu; dec verbürgcr- rnerster an die Zenttalbehordcn der Union, an die Regierungen der Staaten und Territorien, an bie Bürgermeister ber größerer^

Sven Hedins Anwesenl-eit führte er dem See elf siubikiricler Wasser in der Setunbe zu. Seine Quellen, zwei kristallllare Meine Sprubel, gelten als heilig unb find von allerlei Reliquien, Fahrten, Hornern unb unzähligen heiligen Inschriften umgeben. Der Wasserlauf erregte sofort Sven Hedins Ausmerksarnkeit: sein In­stinkt sagt ihm, daß er hier an der Quelle des Sutlej steht. Die roeiteren Untersuchungen bestätigen seine Annahme. Der Tage- Tsanly» mündet in den Manasarobar, durch einen unterirdiscl-err Abfluß führt dcr heilige See seine Wasser in den benachbarten Nakas-tal-Sec, von dem in früheren Zeiten der Sudlej seinen Ausfluß nahm. Die Untersuchung des ausgetrockneten Flußbettes zeigte, daß die Wassermerrgen unter der Erde ihren Weg gefudjt haben. Wo das Flußbett niedriger ist als der Seespiegel, qiicMen sie aus der Erde und bilden so nach und nach den Sudlej, als dessen ersten Ursprung also der Tage-tsangpo zu gelten bat1 Ter heilige See selbst wird von Sven Hedin als eine der wunoer- barften Naturschönheiten geschildert, die er je gesehen. Einen Sionat lang verbringt er an ieinen Ufern. In der Nacht, wenn der Mond aufgeht, rudert ber Forfcher hinaus auf die silberne Fläche- rings ftarren, gleich phantastischen Geistern, in rotgol­denes Dämmer lickst getaucht, die gewaltigen Berge, die das Wasser­becken schützend umrahmen. Tann wieder zieht ein Sturm lstn über die Fläche, gewaltige Wogenmassen türmen sich auf unb Der 3orn der 9iatur erreicht eine Gwße unb eine Wucht, wie Sven Hedin sie niemals bei Biuneugewchsern beobachtet hat. Dunkel­grüne Wellenberge sinken und steigen unb darüber hin ziehen blaugrau zerrissene Wolken: dahinter aber ragt bie steile maje­stätische Schneemanc bes Gurla Mandhata, in lichtesten Sonncii- glanz gebadet. Einmal gerät Sven Hedin mit seinem Boot in Den Sturm. Umsonst kämpft er mit zwei Begleitern gegen die Nlacht der Elemente. Hilfslos werden fie von den zornigen Wogen mnhergeschleudert, icder Widerstand ist nutzlos. Ter Sturm jagt sie Hili und her, vom Lande iit _faum etwas zu erkennen. Enolick- werden sie am Fuß des Gossul-Tempels an oen Strand geworfen, wo die Langgezogenen Tone eines Lamapriesters, dcr zuni Abend­gebet ruft, fich mit dem Rauschen der Wogen vermengt. Hier finden sie gasttiche Ausnahme.Welck) iouiidcrvoller See ist dies- Ich l-ade keine Worte, ihn zu beschreiben bis zu meinem Todestage lverde ich il-n nie vergessen, und jetzt lebt er in meiner Seele als eine Legende, als ein Gedicht und als em Lied . .

Zum Fall Schücking.

TieNorddeutsche Allge.neiue Zeitung" schreibt: Die Prüfung des Falles Schücking in der Ministeriasinstanz hatte folgendes Er­gebnis: Nach Einleitung des formellen Disziplinarversahrens ist jede Beeinflussung in der Sache des zuständigen Bezirksaus­schusses seitens des Ministers des Innern auf Grund des § 157 Abs. 2 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung für

Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 3. Angnst 1808

,-Ich-dU tagll» mu «uänatjm, 6« Sonntagi. x! a WolahonSbrud un» «erlag »er B-ÜHNche-

MEßENk ZlllUiüCt

wKretsblati für deu Kreis Sirhen" zweimal w Sf

wöchentlich. Die ^randwirtschaftUchen Seit- w <

fragte" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für (Vverheffen