Ausgabe 
25.6.1908 Zweites Blatt
 
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Ne. 14? Zweites Blatt

158. Jahrgang

Donnerstag 25. Inn« l$08

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag».

Dre ..Siebener Zamtlienblätter" werden dem ,Anzeiger^ viermal wöchentlich bergelegt, das Krctsblott für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen- erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Rolatwnsdruck und Verlag oct Brühl'schen UnwersitätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange. Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag,' 5L Redakttarrr^-SILL T-t.-^ldr.:AnzeigerGießen.

ist nach der reichen Kk Erfahrung, die Aerzte u. Jfäk gSf Publikum damit gemacht BEB haben, überall da mit größ- tem Erfolg anzuwenden, wo JK7 die gesunkeneErncihrungu.Blut- MM bildung verbessert,d.Haemoglobin ÄKJ tEiseni-Gehalt des Blutes oder die vitale Energie des Nervenivfiemd raak KB gehoben u. damit das allgem. Wohlbc» Kp ,jnden u d.5rörperkräfte erhöbt werden sollen. W Bioson schmeckt gut, und kostet eine Tasse mit y 20 Gramm nur 12 Psg. Schon nach wenigen X Tagen macht sich die kräftigende Wirkung im Allgemeinbefinden und Aussehen bemerk­bar. Erhältlich '/r Milo 3 Mk. in Apotheken und Drogerien. b10/

. Gersdorff (kurhessisches) Nr. 80 der MarschOrcmien-

0.

Hande)

Börse, 25. Jnni, 1.15 Uhr.

Börse, 25. Juni. Anlangskorse.

228.30

. 136.40

BIOSON

mit ihrer immer wechselnden! Kreisbaumeister Achenbach-Bledenkopf ernannt.

196.00

oo

93.50

. 208.00

. 110.60

51.30

86.50

66.60

96.50

91.80

82.50

91.60

82.90

91.00

90.00

98 75

99.10

93.40

104.00

62.90

63 50

9540

88.90

96.30

Harpener Bergwerk.

Laorahütte . . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Tiirkenlose . . . .

116.70

104.50

204.00

186.00

108.95

196.40

200.50

93.80 97.00

Frankfurter

Beichsanleihe . .

do. . .

Konsole ....

do. ....

Hessen.....

Oberhessen . . .

3^% 8% Wlo 3% 3^°/o 3^7o

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket?. Harpener Bergwerk. . . Laurali litte......

Nordd. Lloyd . . . .

Oberschles. Eisen-Industrie

. 159.50

. 122.30

. 228.30 . 132.50 . 170.90 . 136.50 . 194.30

. 84.00

.' 25*00 . 148.75 . 118.00

h. Frankfurt a. M., 23. Juni. Dem Infanterie- Regiment 81 ist laut Blättermeldungen der Marsch »Oranien-Friesland" als Präsentiermarsch mit dec Maßgabe verliehen worden, daß das Regiment bei großen Paraden allein berechtigt sein 'soll, diesen Marsch zu spielen. Mit derselben Maßgabe wurde dem Füsilier - Regiment

4% Öesterr Goldrente.

4Oesterr. Silberrente 4% Ungar Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I .

Aktien:

Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .

Tendenz: ruhig.

Berliner

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: still.

Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henn-Eiseubahn

TeSefomsolte Btersberächte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr und Industrie, Giessen.

3% Portugiesen III 4J4°/O russ.Staatsanl. 1905

4/a% japan. Staatsanleihe

4 % Conv. Türken von 1903

Tiirkenlose......147.60

4% Griech. Monopol-Anl

4% äussere Argentinier

3% Mexikaner . .

4 >5 °/o Chinesen . . .

berger Schnaken". ~

? Aus der Metterau, 23. Ium. Dre überaus warme Witterung der vergangenen Woche ist der in volley Gange befindlichen Heuernte sehr zu statten gekommen. Der größte Teil ist bereits eiugefahren. Nun ist durch eingctretenes regnerisches Wetter eine Unterbrechung mi Heumachen eiugetreten. In dieser Zwischenzeit ist man setzt eifrig mit dem Setzen der Dickwurzpflanzen beschas- tiXt Auch die Erdbeerernte hat seit einigen Tagen begonnen und stehen dieselben dieses Jahr besonders schön und in großer Menge. Diese, unter allen Beerenarten die gesundeste, wohlschmeckendste und appetitlichste Frucht bietet für die geringere Bevölkerung einen guten Verdienst.

I Biedenkopf, 24. Juni. Im Kreise Biedenkopf be- standen bisher freiwillige Fen er weh re n nur in Botten­horn (gegr. 1896) und Rodheim a. d. Bieber (1906). Neuer­dings sind in Gladenbach, Breitenbach, Roth, Simmersbach und in Holzhausen bei Gladenbach 5 Wehren ins Leben ge­treten. In Holzhausen traten sofort 40 Mann der Wehr bei. Der Bezirtsfcuerwehrtag wird Sonntag den 12. Juli zu' Bottenhorn abgehalten. Als Kreisbrandmeister wurde

Blütenpracht eine Zierde unserer Geschäftsstraßen bilden. I Ebenso sind unsere Gärtner auf gewerblichem Gebiet nicht zurückgeblieben. Neuerdings hat man den Versuch gemacht, im freien Feld, wie in Steinfurth bei Bad-Nauheim, größere Nosenkulturen anzulegen und auch damit Erfolg gehabt. Karl Becker ist am Schiffenberger Weg auf diesem Gebiet vorangegangen und Friedrich Georg ist damit am Rodtberg gefolgt. In dem vorzüglichen Boden auf der Höhe des neuen Friedhofs sind Heuer die Rosen großartig geraten und Tausende von Blüten in allen Farben erfreuen den Blumen- reund, wenn er an der Marburger Straße, hinter der Taubentränke in den Feldweg einbiegend, der Rosenäcker an- ichtig wird. Es sind edle Gewächse, die man dort antrifft. Das blühende Rosenbeet wirkt mit seiner verschiedenen Farbenpracht, die umrahmt ist von dem saftigen Grün der Getreide- und Kartoffelfelder, ganz wundervoll, und Freunde der Blumen sollten nicht verfehlen, einen Spaziergang nach den Rosenäckern zu unternehmen.

§ Ruppertenrod, 24. Juni. Gegen Abend hielt gestern eine türkische Bärentreiber farnilie mit ihrem Wagen und einem alten und einem jungen Büren vor un­serem Ort. Geraume Zeit hiernach traf eine andere Bären­treiberfamilie ein, deren Habe nur aus einem Kinder­wägelchen mit Inhalt bestand. Sofort erhob sich zwischen beiden Teilen ein heftiger Zank und Streit, der, da die Frauen mit großer Zungenfertigkeit eingriffen, immer hitziger wurde. Das Wortgefecht erschallte so laut, daß das ganze Dorf sich um die Streitenden versammelte. Bald wurden die Bärentreiber auch handgreiflich, ebenso stürzten ihre Weiber wutentbrannt aufeinander. Die mittelerweile erschienene hiesige Gendarmerie hielt die Kämpfenden aus- einander..und ergründete mit vieler Mühe die Ursache des Streites. Beide Bärentreiber waren Stiefbrüder. Der mit der geringen Habe hatte laut einem schriftlichen Vertrag sich verpflichtet, bis zum Mai 1909 bei den anderen zu dienen, wofür er als Lohn den jungen Bären, der 170 Mk. gekostet, erhalten solle. Diesen Vertrag aber suchte der jüngere Bärentreiber zu durchbrechen, indem er jetzt schon abziehen und den Bären mitnehmen wollte. Die Streit­szene war in der Tat dramatisch. Nachdem die Gendarmerie den Streit geschlichtet, zogen die Balkanbewohner weniger kampflustig weiter.

Friedberg, 24. Juni. In unseren Mauern weilte gestern der Verband wissenschaftlicher Vereine der Universität Gießen (der mathe­matisch-naturwissenschaftliche, der philologisch^historische und der akademisch-theologische Verein), der einer Einladung seiner in der Wetterau ansässigen alten Herren zu einem Sommerfest gefolgt war. Gegen drei Uhr des Nach­mittags hatte ein Sonderzug die Herren mit ihren Damen hierhergeführt. In dem festlich geschmückten Saale des Kasinos wurde der Kaffee eingenommen. Alsdann wurde unter sachkundiger Führung unsere schöne SB etter auftabt besichtigt, doch bald fand man sich wieder im Kasino­garten zusammen, in dem man sich unter den lustigen Klängen einer Kapelle der angeregtesten Unterhaltung hin­gab. Gegen 8 Uhr versammelte die Abendtafel die 200 Teilnehmer wieder im großen Saal. Während des Essens begrüßte Pfarrer Ritter die Gießener Gäste, gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß sie so zahlreich dem Rufe ihrer alten Herren gefolgt waren, und schloß mit einem Hoch auf das Blühen, Wachsen und Gedeihen des Verbandes. Der erste Chargierte des mathematischen Vereins dankte in seiner Eigenschaft als Verbandsvorsitzender in warmen Worten den alten Sperren, 'und ehrte nach alter studentischer Sitte die Damen, die so zahlreich erschienen waren, durch einen donnernden Salamander. Einige Aktive hatten ihre musikalischen Talente in den Dienst der Allgemeinheit ge­stellt und gaben verschiedene Quartetts zum Besten. Auch ein Theaterstück wurde aufgeführt, das unter allgemeinem Beifall über die Bühne ging. Ein flotter Tanz hielt die Teilnehmer bis früh in den Morgen zusammen. Gegen fünf Uhr entführte wieder ein Sonderzug die Gießener Studenten mit ihren Damen unter frohem Burschengesang dem gastlichen Städtchen alle sichtlich befriedigt von den Genüssen, die man ihnen geboten hatte.

A Aus dem Vogelsberg, 24. Juni. Eine eigen­tümliche Erscheinung zeigt sich in diesem Sommer beim Bienenschwärmen, das Durchgehen der Schwärme. Wohl fällt das Durchgehen einzelner Schwärme aus jedem Bienenstand vor, aber nicht in einer solchen Häufigkeit, wie gegenwärtig. Die Schwärme müssen von einer beson­deren Wanderlust befallen sein, da es vorkommt, daß sie noch am Tage nach ihrem Einfassen aus ihrem Stocke ausbrechen. Auch eine andere Erscheinung in der Jn- sektenwelt ist bemerkenswert; es sind dies zahllose, winzig kleine Stechmücken, die man früher gar nicht beobachtet hat Diese Mücken plagen besonders die Mäher, die mor­gens und abends in den Wiesen stehen, in heftiger Weise. Überhaupt suchen diese Plaggeister jeden unbedeckten Kopf - abends mit ihren Stichen heim. Das sind alsoVogels-

ringförmige Sonnenfinsternis statt, sichtbar in Nordamerika, Nordwestafrika und Südwesteuropa. In Deutschland ist sie zu sehen südwestlich von einer Linie, die etwa die Orte M^rcherArolsen MeiningenBaireuth verbindet. Da Gießen innerhalb dieser Zone liegt, so wäre das Ereignis bei uns also auch unter günstigen Umständen sichtbar. Daß man eine Sonuenfinsteruis in früherer Zeit für schädlich hielt, beweist ein Befehl des Landgrafen zu Hanau, den ein Chronist ausgezeichnet hat und folgendes besagt:

Ten 22. Mai 1724 nachmittags um 6 Uhr war eine sicht- bare"Sonnenfinsternis, welche schädlich fein soll, deswegen auch von unserer gnädigsten Herrschaft zu Hanau em Befehl ms ganze Land ergangen, daß den 22. Mai nachmittags noch vor Anfang der Sonnenfinsternis alles Vieh sollte nach Hau,e getrieben werden und nicht ehnder wieder auf die Weid gehen, bis den 24. J.ai, welchem Befehl auch nachgelebt ist worden."

** Rosenkulturen auf freiem Feld. Unsere Kunst- und Handelsgärtner sind in den letzten Jahren, unter em- ander förmlich wetteifernd, in der Aufmachung ihrer Geschafls- lokale den Anforderungen der Zeit entsprechend voran- gegangen, so hab sich euchre Stabt zahlreicher moderner Blumenläden erfreut, die . 1

Aus Stadt und Land.

Gießen, 25. Juni 1908. 1

Die hessische Obsternte im Jahre 1907.

Im Jahre 1907 wurden im ganzen Großherzogtum , 56 918 Doppelzentner Tafeläpfel im Gesamtwerte von 1 239 407 Mk. geerntet, ferner 72 106 Doppelzentner Wirt- ' schaftsäpfel mit 990 699 Mk. Wert, 24 103 Dz. Tafelbirnen mit 456 710 Mk. Wert, 42 572 Dz. Wirtschaftsbirnen mit 425 859 Mk. Wert, 263 611 Dz. Zwetscheu und Pflaumen mit 1 424 201 Mk. Wert, 9292 Dz. Kirschen mit 259 519 Mk. Wert, 3372 Dz. Aprikosen mit 142 534 Mk. Wert, 2105 Dz. Pfirsiche mit 89 776 Mk. Wert und 11 464 Dz. Wallnüsse mit 231 575 Mk. Wert. Insgesamt betrug die Obsternte 485 543 Doppelzentner im Wert von 5 260 280 Mk. Der erzielte Durchschnittspreis betrug für den Doppelzentner Tafel- äpsel 21,78 Mk., * Wirtschaftsäpfcl 13,74 Mk., Tafelbirnen 18,95 Mk., Wirtschaftsbirnen 10 Mk., Zwetschen und Pflaumen 5,40 Mk., Kirschen 27,93 Mk., Aprikosen 42,29 Mk., Pfirsiche 42,65 Mk. und Wallnüsse 30,20 Mk. Gegen den Durch­schnittspreis des dem Berichtsjahr vorhergehenden Jahrzehnts wurden bet fast allen Obstsorten teilweise sehr erhebliche Mehr­erlöse erzielt. 18971906 war nämlich der Mittelpreis für den Doppelzentner Aepfel 10,89 Mk., Birnen 8,50 Mk., Kirschen 10,54 Mk., Aprikosen und Pfirsichen 82,93 Mk. und Wallnüssen 18,28 Mk. Nur bei den Zwetschen stellt sich der Durchschnittswert der 10 letzten Jahre höher, nämlich auf 6,10 Mk. Von den drei Provinzen deS Landes ist Rhein­hessen bezüglich deS Obstbaues die bevorzugte, es erzielte 1907 242 577 Doppelzentner im Gesamtwert von 2 607 126 Mk., während Starkenburg 184 595 Dz. im Wert von 1 953 207 Mk. und Oberhessen, das naturgemäß infolge seiner klimatischen Verhältnisse in diesem landwirtschaftlichen Zweig hinter den beiden anderen zurücksteht, 58 371 Dz. im Wert von 699 947 Mk. erntete. Von den einzelnen Kreisen hatte Worms den höchsten Ertrag, nämlich 80 191 Doppelzentner im Wert von 803 769 Mk., während der Kreis Lauterbach nur 1 202 Doppelzentner im Wert von 19 321 Mk. erntete. In den übrigen oberhessischen Kreisen betrug die Ernte: Büdingen 20 207 Dz. mit 240 604 Mk. Wert, Friedberg 17 825 Dz. und 224 906 Mk. Wert, Gießen 11 417 Dz. und 129 247 Mk. Wert, Alsfeld 4739 Dz. und 46 522 Mk. und Schotten 2981 Dz. und 39 347 Mk. Wert.

Die Organisation der Arbeiter in Hessen. Im Großherzogtum wurden 1907 gezählt: in freien Ge­werkschaften organisierte Arbeiter 48 576, davon 30 970 in Starkenburg (Kreis Offenbach 16 278), 4538 in Ober­hessen und 13 068 in Rheinhessen (Kreis Mainz 10434); in christlichen Gewerkschaften organisierte Arbeiter 4069, davon 3316 in Starkenburg (Kreis Offenbach 2083) und 753 in Rheinhessen; in Hirsch-Dunckerschen Gewerk­verein en 1000, davon 144 in Starkenburg und 856 in Rheinhessen (im Kreis Worms 590). Die größten Mitglieder­zahlen haben bei den freien Gewerkschaften die Metallarbeiter mit 7785, die Maurer mit 6619, die Mühlenarbeiter mit 4754, die Holzarbeiter mit 4049 und die Fabrikarbeiter mit 3952 Mitgliedern; bei den christlichen Gewerkschaften die Hilfs- und Transportarbeiter mit 985, die Tabakarbeiter mit 689 und die Schuh- und Lederarbeiter mit 634 Mitgliedern; bei den Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen die Metallarbeiter mit 249 und die Fabrikarbeiter mit 227 Mitgliedern.

** Von den La Hub ädern. Eine außerordentlich starte Zunahme der Frequenz haben bei dein für die Bade­saison so sehr günstigen Wetter die Badeanstalten an der Lahn zu verzeichnen. Schon in früher Morgenstunde fin­den sich eine große Anzahl Herren in der Anstalt des Männerbade-Vercins und der Müllerschen Anstalt ein, um durch ein frisches Lahnbad die Schlafgeister zu ver­scheuchen und den Körper widerstandsfähiger gegen die ge­radezu tropische Hitze des Tages zu machen. Der Besuch steigert sich im Lause des Tages von Stunde zu Stunde und erreicht seinen Höhepunkt in den Abendstunden, in denen es von Crquiaungsuchenden in den Anstalten wimmelt. Noch wenig betannt dürften die Vorteile sein, die der Männerbadeverein seinen ordentlichen Mitgliedern bietet und auf die an dieser Stelle aufmerksam gemacht sei. Ter Jahresbeitrag für sie beträgt, wie für die außer­ordentlichen, nur 3 Mk., bei einem einmaligen Aufnahme­geld von 2 Mk., das für die außerordentlichen Mitglieder wegfüllt. Dagegen haben die ordentlichen Mitglieder das Recht, ihre Söhne bis zu 14 Jahren unentgeltlich, und von 14 bis 17 Jahren gegen das halbe Abonnement, also 1.50 Mk., baden zu lassen. Einzelbäder werden nicht gegeben.

Sonnenfinsternis. Am 28. Juni findet eine

Gelderland" verliehen.

X Hanau, 23. Juni. Da der Exerzierplatz der Garnison Hanau als Baugelände für die Errichtung der Kaserne des 3. Eisenbahnregimenis benutzt werden wird, be- chlossen heute die Stadtverordneten, dem mit der Gemeinde Großauheim abzuschließenden Vertrage über den Ankauf von 810 000 Quadratmeter Gemeindewald bei Großauheim zuzu- timmen, um daselbst einen neuen Exerzierplatz zu errichten. Der Kaufpreis beträgt 75 Pfg. pro Quadratmeter, der Er­trag autz dem Verkaufe des abzuschlagenden Holzes fällt der Gemeinde Großauheim zu. Weiter stimmte die Stadtver­ordnetenversammlung einem Magistratsantrage zu, das für den Kasern en bau, die Errichtung eines Garnison- lazaretts und Herstellung eines neuen Exerzierplatzes er- orderliche Darlehen in Höhe von 51/, Millionen Mark durch AuZgabe von Jnhaberpapieren zu beschaffen. Nach dem vor­gesehenen Tilgungsplane rc. soll das Darlehen mit 4 °/0 ver­zinst und mit 0,70% der ursprünglichen Schuldsumme unter Zuwachs der ersparten Zinsen getilgt werden. Die Tilgung oll am 1. April 1911 beginnen. Ein Antrag des Stadt­verordneten Wolff, den städtischen Lehrern, die bis 3900 Mk. Gehalt beziehen, eine Teuerungszulage von 180 Mk. zu ge­währen, wurde abgelehnt mit der Begründung, daß im Jahre 1907 erst eine Aufbesserung der Lehrergehälter er» olgt sei.

Mrchliche Nachrichten.

Israellüsche Religionsgemeinde.

Gottesdienst in der Zynagoge (Süd-Anlage), SamStag den 27. Juni 1908;

Vorabend 7.45 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr. Predigt. Sabbatausgang 9.40 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbatieier am 27. Juni 1908:

Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 9.40 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Für Politik in Vertretung verantwortlich: P. W i t t t o.