Llerrn-jchtes.
• Der angebliche I o n rn a li st e nstreik gegen die „Rhein.-Westf. Ztg." in Essen stellt sich als bösartiger unb plumper lsiacheatl von cm paar Journalisten heraus, die aus irgend welchen persönlichen Gründen sich von diesem Blatte benachteiligt glaubten.
V e r k e h r ö u n i a l l e. Tas Automobil deS Fabrikanten Schleier fuhr zwischen 91 c cf a v |i e i n nach Necfarge in und in einen Straßengraben. Tas Fahrzeug überschlug sich zweimal, wobei die Insassen herausgeschleudert wurden. Ter Chaufseur crlul schwere innere Verlclpingen, ber Besitzer des Automobils ver- nauchle sich beide Beine, die Frau brach das Najcnbem, einem Knaben wurde der Uulerarm zerlptitterl und ein Atadchcu erlitt eine Gehirnerschütterung. Zwei Binder blieben unverletzt, das 'Automobil isl vollständig zertrümmert. — Zivifche» Lippstadl und Saßendori (West'alen) überfuhr em Extrazug der Militär- bahn drei Arbeiter. Alle drei Arbeiter wurden joiort getötet. — In der Nacht zum 20. April stieß bei Sesto E a l e n d e (Ober- unllen) ein Personeuziig nut eineni Lastzug zusammen. 10 Bersonen wurden verletzt. — Zu Lissabon wurden durch den Zujanimeu- stoß eines Straßenbahnwagens mit einem Omnibus 2‘J Personen, darunter mehrere toliich, verletzt. — Bei Braybrok '.Bikttoria Australien) stießen zwei Eiseubahnzüge zusammen. 27 Per>onen wurden getötet und 40 verletzt.
* In den Händen der S ch a tz s ch w i n d l er. Trotz der wiederholten Tarnungen in der Presse vor den Machinationen der spaniichen Schatzschwindler ist bet weitverzrveigten B.rrügerbande wieder ein terä-tgläubiger Mensch zum Opfer gejailen. Wie das Bert. Tagbl. mitteilt, erstattete der Direuor des Embejadores-Hotels in Madrid bei der dortigen Polizei eine Anzeige, daß em gewisser Wilhelm Didsz un aus Berlin seit Montag abend aiis dem Hotel spurlos verschwunden ist. Der verschwundene Wilhelm Didsznn, der 37 Fahre alt. und aus Ostpreußen gebürtig ist, betreibt seit etwa lieben. Jahren in der Joachimstalerstraße 39/40 ein Maßgeschäft für Herrengarderobe. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern im Älter von aa)t, sieben und vier Jahren. Am 30. März dieses Jahres erhielt Herr Didszuu das erste Lebenszeichen non den Schatzschwindlern, deren Existenz ihm unb feiner Gattin trotz aller Zeitungsnotizen bisher verborgen geblieben ist. Der Aries, aus einem unscheinbaren Zettel geschrieben, lautete in dem typischen Stile der Schatz,'ckstvinülcr. In der Tot reifte der leichtgläubige Herrenschneider am 8. April über Köln und Paris nach Madrid ab. Am 12. April traf ein Telegramm bei seiner Fran ein: „Madrid gut angekommen." Am nächsten
Wasser hielt, M e§ zu danken, daß das Feuer auf seinen > Herd beschränkt blieb. Da es am gleichen Abend um 12 Uhr J auch in Garbenteich brannte, so neigt man hier der An- < sicht zu, daß beide Brände von einer Person angelegt sein < können.
X Hungen, 20. April. Im Gasthaus zur Traube konzer- fierte heute uachm. die Marburger I ä g e r k a p e l l e. Tas i Konzert nahm bei dem guten Besuche und der tresflichen Bewirtung j einen sehr schonen Verlaus.
r. Berstadt, 21. April. Am ersten Osterfeiertag trug : sich hier eine Bluttat zu, wie sie die Wetterau^noch nicht erlebt 1 hat. Der seit 4—5 Wochen verheiratete 23 jährige Friedrich Storck : non hier, ein anscheinend nicht normal veranlagter Mensch, her- ' suchte seine Frau zu erschießen, und erschoß sich . dann selbst. Ter Hergang und die Vorgeschichte zu dieser schrecklichen Tat wird wie folgt geschildert. Schon am Tage der Hochzeit versuchte Storck seiner Frau Szenen zu machen, wobei unbegründete Eifersucht mugespielt haben mag^ Das eheliche Verhältnis ist also lein normales gewesen, die Streitigkeiten waren an der Tagesordnung. Am Karfreitag unternahm St.^ eine Rad tour, von der er bezecht zurückkam, worüber ihm Vorhalt ge- 1 macht wurde. Daran, reifte et am Samstag nach Gießen, wo । er sich einen Revolver kaufte, und kam wiederum bezecht zurück. Ter Mörder und Selbstmörder gab dann Drohungen ab, seine F-rau, die sich bei seinen Eltern be-and, kalt zu machen und zeigte den Revolver^ Am ersten Ostertage begab sich Storck iu das, Hans seiner Schwiegereltern, wobei er auf der Straße anfsällig aufgeräumt war, angeblich um seine Frau zu besuchen. Er knüpfte ein Gespräch) an und sagte, seine Frau solle doch wieder zu ihm kommen. Tie Schwiegermutter sagte dies auch für die nächsten 14 Tage zu, wenn er sich bessere. Storck küßte dann seine Frau und bat sie, doch einmal mit ihm hinaus zu gehen, was die Frau auch nach anfänglichem ^Weigern tat. Draußen im Hausgang uin,chlang Storä seine Frau , und fetzte ihr . den Revolver ans Herz; die Frau hatte aber die Geistesgegenwart, den Revolver zu Boden zu schlagen, um Hilfe zu rufen und entfloh dann. Nach dem Hofe konnte sie aber nicht, da ihrMann diesen Weg versperrte, sie wollte dann durch die Türe des Kst am er: ladens nach der Straße, diese Tür war aber verschlossen, srdaß ihr Mann, der den Revolver wieder an sich gerissen hatte, Zeit hatte, auf sie zu schießen. Er gab zwei Schöne au, der eine tra, am Arm, der andere am Hais. Darauf rtxijieLe b-r Mörder, aber ferne Frau am Boden liegen sah, und sie für tot vermutete, hie Waffe gegen sich uno schütz fick) in den Unterleib und in den Mund, was den alsbaldigen Tod zur Folge hatte. Die sch.ver verletzte Frau, die sich in gesegneten Umständen befindet, swwebt zwilchen Leben und Tod, doch hofft man, sie am Leben erhalten zu können. So hat das Osterfest über angesehene Familien, ja über das ganze Dorf tiefes Leid gebracht.
-t- Friedberg, 18. April. Eine für die hiesige Gegend seltene Naturerscheinung war am Karjrritagnachmittag die außerordentliche Klarheit der Lust und in Folge davon eine Fern fickst von der Ausdehnung, wie sie namentlich in der jetzigen Jahreszeit hier zu den Seltenheiten gehört. Von der Höhe des Wintersteines (Taunus) waren der Vogelsberg, die Vorberge des Spessart hinter Hanau, die daran anschließenden Höhen des Odenwaldes bis zur Bergsttaße, diese selost, namentlich der breit und massiv emporragende Molchen zu sehen, — alles mit bvov .n Auge. Die Feld- und Waldabteilungen des Vogelsbergs, die südlichen Hänge der Feldkpücker Höhe und des Hoherodslopses waren deutlich unterscheidbar. Hinter den Bergzügen zwischen Vogelsberg und Spessart ragte in verschwimntenden Linien und mit einer leuchtend weißen Schneedecke gekennzeichnet, die hohe Rhön weil in die Lüfte.
-ak. Vom Vogelsberg, 18. April. Tie Hoffnung auf eine Eisenbahn, die den oberen Vogelsberg erschließen soll, scheint sich nun doch in Bälde erfüllen zu sollen. Bisher standen sich die entgegengesetzten Interessen der beiden in Betracht kommenden größeren Orte Ulrich- stein und Gcoß-Felda hindernd im Wege. Nunmehr ist aber von der Berliner Firma, die den Bahnbau übernommen hat, im Einverständnis nut der Regierung ein Projekt vorgelegt worden, das beide Orte berücksichtigt Die Hauptstraße soll von Drücke nach Ulrichstein durch das Ohmtal gehen; eine Teilstrecke soll in Ruppertenrod ab» zweigen und — mit teilweisem Zahnradbetrieb — nach Groß- Felda fahren. Beide Strecken werden gemeinschaftlich betrieben. Durch den Anschluß deS dichibevöllerten Groß» Feldaer Bezirks, in dem viel Industrie vorhanden ist, hoff: man den Betrieb rentabel z»i machen. Hoffentlich ist das Projekt ausführbar, es würde etwa 18 Orte mit einer Bevölkerung von nahezu 10000 Seelen dem Verkehr erschließen.
F. C. Darmstadt, 21. April. General-Major z. D. Freiherr v. Rotsmann beging am 18. April zu Freiburg i. B., wo er im Ruhestand seine Tage verbringt, das Diamantene Militärdienstjubiläum, v. Notsmann trat am 18. April 1848 in das Großherzoglich Hessische 2. Infanterie Regiment — jetzt Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 — ein und machte den Feldzug 1848,49 in Baden mit. 1854 trat er in k. k. österreichische Dienste und zwar in das 14. Linien-Jnfanterie-Regiment, dessen Chef damals Großherzog Ludwig III. von Hessen war. 1859 zeichnete der Jubilar sich im italienischen Feldzug, besonders in Schlachten bei Magenta und Solserino aus. Im Jahre 1860 begleitete er den Prinzen Alerander von Hessen und bei Rhein nach Warschau zu einer politischen Konferenz, an der der damalige Prinzregent von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm der Große, Kaiser Alerander II. von Rußland und Kaiser Franz Joseph von Oesterreich teilnahmen. Im Jahre 1866 machte v. R. im Hauptquartier des 8. Bundes-Armeekorps, dessen Führer Prinz Alexander von Hessen gewesen, den Krieg gegen Preußen mit und blieb' nach dem Friedensschluß persönlicher Adjutant des Prinzen Alexander bis zu dessen am 15. Dezember 1888 hier erfolgten Tode, ivorauf v. R. seinen Abschied nahm.
R. B. Darmstadt, 20. April. Der 17 jährige Schlosser- gesekle Wilhelm S ei l e r ans Horchheim bei Worms war in Dieburg bei einem Meister beschäftigt und hatte biuei auch Reparaturen in der dortigen eoang. Kirche auszuführen. Bc, dieser Gelegenheit hatte er Die inneren Einrickstungen des Gotteshauies näher kennen gelernt und er benutzte diesen Umstand zur Aus- ■übung einer verbrecherischen Tat. Er ver,chasfte sich einen Nachschlüssel und drang eines Nachts im Monat März in die Kirche ein, schlich sich zum Opferiwck, erbrach ihn gewaltsam und em» wendete den Inhalt, etwa 10—15 Mart in kleinen Nöünzen. Tie von der Behörde angestellten Gnmitlelungen lenkten die Spur aus ©eilcr, der am Samstag verhaftet wurde und auch den Raub bereits eingeftanben hat. — In tiefen Kummer ist am Oster- Samstag eine hiesige hochangesehene Familie durch die Wahnsinnstat der etwa 2 0jährigen Tochter versetzt worden. Das junge Mädchen stürzte s i ch früh um 1/26 Uhr von der eiter» liehen. Wohnung in Der Herrinannsttaße aus einem Fenster des dritten Stockwerks in die Tiefe hinab und schlug dabei so unglücklich mit dem Kopf auf eine Glasoerdachung, daß c5 eine schwere Schädelverletzung baoontrug. Tie Unglückliche lebt zurzeit noch, doch soll ihr Zustand völlig hoffnungslos sein.
Bingen, 20. April Heute tagte hier der gwßc Ausschuß für das am Rhein zu errichtmde National-Dismarck- Denkmal. Tie Versammlung war trotz dar Feiertage sehr gut aus allen Tellen Deutschlands besucht. Es wurven die nötigen Ausschüsse gebildet und ein Ausruf beraten, der
Handel. ,
— Deutsche Reichs vank. Ter Ausweis der Reichsbau vom 15. April gelangte erst am Samstag zur öffentlichen »ei Tie Rückflüsse sind bedeutender gewesen, als inan anfangs e hatte, wenn sie auch nicht ganz die vorjährige Hohe erre n Ter Wechselbestand hat sich um 112 800 000 Alk. vermindert g g 129 010 000 Mk. 1. V. Als be>nerlenswert ist zu bezeichnen, 0 . der Wechselbestand gegeiiroärtig um etwa 75 Mül. Mk. klein _ vor einem Jahre ist, während er die Parallelzisser von iyr , um ca. 89 All 11. Alk. übersteigt. Der Lombardbeftand hat |tcpa keinem verhältnismäßig hohen Stand gehalten. Er 'st nach 21 Mitt. Mk. hoher als vor J und um ca. 52 Mitt. Mk. hoher « vor 2 Jahren. Die Reichsschatzscheinvcrmindcrung war nu 1 «enn». L,° betrug 7 241 01)0 Dir., gegen 41 6061JOO SS f. >« gleichen Vorjahrszeit. Noch ist zu ermahnen, daß der Meta Iw nur um 35 371 000 Mk. gewichen ist, gegen 63 604 WO jhu Ucbriqens ist er um ca. 31 Mitt. Mk. höher als 'm Loriahre, ». ca. 24 Mitt. Akk. kleiner als vor 2 Jahren. Die Notenchkiua.^ ist >rm 125 627 000 Mk. zurückgegangeu gegen 2 21 048 OOU • unb 91 072 000 Mk. vor 2 Jahren. Insgesamt berechnen u«, . Rückflüsse auf 170171000 Mk. gegen 196 088 000 M. vor 1 u»
M ü nchen , 21. April. Im Prozeß gegen den S ch u tz. m (i n n Schauer hat die Staatsanivalischa't die aiigekündigte Nevijion nicht eingelegt. Tie koulgliche Polizciducktiou ivtrd Schauer wieder hi Tleust nehmen und ihm die Obliegenhelteii der sog. gehobene» ©teilen in der Schutzniannschast iibcrtiagen.
B r ü g g e , 18. April. Tor Direktor des K il r s a a l o s und der sj)iceibabegeiell)ct)ait in Ostende, Georg 'Dlarquct, wurdc Deute von der hiesigen etraffammer wegen Ucbertretuiifl des Lpiei- gesctzes durch gewerbsmäßige Ausbeulung von G l ü ck s s v i c 1 e n in den Jahren 1905, 1906 und 1907 zu Drei Monaten Eeiangnis 3000 Francs Geldbuße, eventliell lucitcicn drei Aionaten Geiäugnis lind Tragurig der Prozcßkosleu verurteilt. Tie Spieltische lucrben kousisztert.
UnivcrsLLäts-NaLL^Liduen.
hc. (Söllingen. Wie mir hören, wird der Privatdozeiit Lic. iheul. Wilbclm Heirmü11 er in Göttingen dem Ruse an ute Universität Dl ar bürg als o. Prozessor der nenteitament- licheu Exegese an Stelle von Prof. Dr. theol. Joh. Weiß Folge leisten.
demnächst in allen größeren Blättern Deutzchlands erschunen soll und der zu Beiträgen für das geplante Werk aufsordert. An die Sitzung sckstvß sich eilt gemeinsames Mahl um Hotel Viktoria und ipättr eine Besichtigung der Elisenhöhe, die als Standort des zu errichtenden Denkmals in Aussicht genommen ist. .
? Krofdorf, 21. April. Nachdem hter schon so manches Jahr die Kühe und Schweine nicht mehr zu Weide getrieben werden, hat man nunmehr auch mit der Schafzucht gänzlich aufgeräumt. Von den früheren drei Schafheerden, die in unserer mehr denn 2000 Hektar fassenden Feldmark reichliche Nahrung sanden, bestand zuletzt nur noch die »Herrschaftliche Schäferei". Ihr Hutrecht gründete sich auf einen Vertrag vom Jahr 1717, wonach der Herzog von Nassau» Weilburg-Saarbrücken in hiesiger Gemarkung 200 Morgen Ackerland, 10 Morgen Gartenland und 27 Niorgen Wiesen- land käuflich erworben hat. Das Gelände von Krofdors- Gleiberg steht z. Zt. im Zusarnrnenlegungsverfahren. Jener alte Vertrag wurde von der Spezial-Kommission in die Grundakten einverleibt.
[] Marburg, 20. April. Am ersten Ostertag veranstalteten Kinderfreltnde in den Anlagen des Stadtparks für mehrere hundert Kinder ein Eiersuchen. Die letzteren sammelten die in Büschen und Sträiichern versteckten Osterhasen und trugen diese nach einem großen Platze, wo nach bem Absingen eines OslerliedeS eine gleichmäßige Verteilung ber Gaben slatlsand.
— Marburg, 21. April. (Tel.) Bei Neustabt würbe bei einem Kampfe mit Zigeunern ein Ztge u n e r durch einen Schuß schwer verletzt. Er wurde hierher ■n die Universitätsklinik gebracht, ivo er inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist.
X Weilburg, 21. ?lpril. Ter Kreistag des Oberlahnkreises beivilllgte zum Bau der Bahnlinie Weil m ü n st e r —Usingen 80000 Mk. Die Bahn dient zur direkten Verbindung der Kreisstädte Usingen—Weilburg und ipar bisher nur im unteren Weiltal (Weilburg bis Weilmünster) ausgebaut. Gleichzeitig.bewilligte der Kreistag für den Bau einer Lahnbrücke bei Gryvenneck 20000 Mk. Letztere hat schon der Behörde zur Genehrnigung vorgelegeti unb soll noch im Laufe dieses Jahres erbaut werden.
-w. Frankfurt a. M., 21. April. (Tel.) Die theologische Fakultät ber Universität Kiel hat den Konslstorial- ’.Tit Pfarrer Mahling zum Ehrendoktor ernannt.
W. Frankfurt a. M., 19. April. In ixr vergangenen Nacht ist ber Philalttrvp, Kaufmann Charles L. H a 11 g a r t e n gestorben.
Kassel, 21. April. In der letzten Zeit sind im Rcgie- rungsbcz.rc Kassel 5 5 Lehrerstellen freig eworden. Es wurden nämlich aus ihren Antrag entlassen 38 Lehrer und sechs Lehrerinnen, ein Lehrer muroe pensioniert, 10 verstürben. Von den Lehr.rasten, die um ihre Entlassung eingefoinnten, gehen 7 in den Schulbienst des Regierungsbezirks Amsoerg, 4 in den des Regierungsbezirks Düsjeldors, je einer geht in ben Schuldienst Gvt Städte Hanitovcr, Frankfurt a. M., Wiesbaden und Minden, 18 in den Der Stadt Kassel, einer wurde ohne Pension vorab- ichicdet, ber Rest tritt in den Schuldienst anderer Staaten. Wie diese Stellen besetzt werden sollen, ist bei dem Ijm-fd^nocn Lehrermangel iraglich, zumal aus früherer Zeit eine Anzahl Schulstellcn im diesseiligen Bezirk noch vettvaist sind. — Auf dem „Gute, Rote Haus" bei Warvurg sind bei einem russisch-polnischen Arbeiter Die s chwarze n Pvcke n ausgebrochen. Die Sperre iu üb.r bas Gut verhängt worden unb famtlich-c Bewohner mussten ,ich Dir Schutziinpiung unterziehen.
Tage depeschierte er: „Madrid noch nicht zusammengetroffem wurde nicht abgeholt. Telegraphiere an Mariano Sierra ch. i. der Gcsängniswärter) volle Adresse: ich wohne Hotel des Embaja- dores, Calla Victoria, VLadrid." Seitdem ist Frau Tidszun die um ihren Mann in tausend Acngsten schwebt, ohne Nachricht geblieben. Das Auswärtige Amt hat sich des Falles angenommen und die spanischen Behörden von dem Verschwinden des Berliners benachrichtigt.
* DaS reiche Erbe. In einem Dorfe der Dorbogne, Mirabel ist ein alter, geiziger Junggeselle, ein Original in jeder Hinsicht, gestorben, der an Gütern, Aktien unb Geld mehr als 3 Millionen hinterlaffen hat. In einem mit Hafer halb gefüllten Sacke wurden 45 000 Francs in Gold entdeckt. Nähere Erben sind nicht vorhanden, ebensowenig hat man bisher ein Testament gefunden. Nun sind aber Genealogen aus Paris eingetroffen, die 17 Erben von väterlicher unb 13 von mütterlicher Seite auSsindig gemacht haben. Dieselben sitzen nun in Mirabel und haben nur die eine Befürchtung, baß am Ertde auch noch ein Testament bc§ Sonderlings entdeckt werden könnte.
Kleine Tageschronik.
In Essen (Ruhr) irug sich aus dem Meisterbureau deS Krupp'scheu Puddeliverkes eine Explosion zu, durch die bas ganze Juveular zertrümmert, ein Meister schwer unb ein Lehrling ieict)t uerimmbet mürben. Die Ursache der Explosion ist noch nicht aufgeklärt.
Iu E h arlo tt eub u r g lauerte ber Kochlehrliug Bütting au? Rachsucht feinen Lehrmeister, den Koch Bülow, auf und ver- wunbeie ihn lebensgefährlich burch zwei Revolverschüsse.
In W a l b h u s bei Lübeck mürbe ber Postvea m t e Berg wegen Unterschlagung zahlreicher PoUaumeisuugen uni) Wertbriefe unb wegen Urluubenfäljchuug verhaftet.
Einer ber ersten Kaufleute ber üon honet Crty, Wilhelm Vuchholtz, Inhaber ber Svitzcnsinna Buchholtz & Co. in Bonbon und Brüssel, erschoß seine Geliebte, Power, mährend sie am Piano saß, mit einem Revolver von hinten burch ben Kopf und tötete sich selbst un Babe.
Die Bilbhauerur Priuzessin Alma Sturbza unb bereit Lehrer Professor Tenps Puech. Alitglieb ber Atabeut'e ber schöne» Künste zu Paris, kündigen ihre bevorsteheube Vermählung an.
Arü bem Saroober (Ungarn) Schloß bes Grafen Wlabislaus Esterhazy sinb besseu Kiubcr unter L e r g i f t u n g s e r j ch e tn - u n g c ii erkrankt, bie man auf ben Genuß von verbordenein Fleisch zurückiührt. Ter Zustanb ber beide» Erkrankten ist bedenklich.
In Wien erschoß sich der Kommerzienrat Otto Pollaezeck, Gesellschafter einer großen Rohhäulesirma, wegen großer Verluste, die er m'olge verfehlter Spetulaiioueu erlitten hatte. Pottaczeck spielte eine große Rolle in der Gesellschaft und soll einen übermäßigen Aufwand getrieben haben.
Aus Trond hjem kommt vom 20. April folgende seltsame Botschaft: Der Attache bei der norwegische» Gesandlscha't in Berlin A. v. Huitfeldt, der sich auf Besuch in sJlormegen befinbet, ist verunglückt, mbem er sich seinen Schnees chuhstock in ben Al a g e n jagte. Sein Zuslanb ist sehr vebenklich.
Aus Riverside m Kalifornien wird telegraphiert: In einem Reservoire ber Stanbarb Oi 1 Conrpagny brach ein Feuer ans, bas eine Explosion zur Folge hatte. Hierdurch entstaub unter ben Tieren einer in ber Nahe befindlichen Menagerie eine Pani k. Die Raubtiere konnten glücklicherweise ihre Gitter nicht burchbrechen, boch bie Elefanten und Pferde brachen aus. Viele Fußgänger mürben nteberge- treten unb Wagen umgestürzt. Der größte Elefant nci einen Kilometer: weit, brach Dann in ba£ Gleumoob-Hotel em und trat dort eine Diakonissin, Etta Gibbs, zu Tode. Hierauf durchbohrte er d r e i M ä nu e r m i t d e n S t o ß z a hnen und man sie in die Luft; alle drei wurden schwer verletzt. Qm ganzen wurden an zwanzig Personen verwundet, ehe man die Tiere cinfing.
Wie ans Boston gemeldet wird, haben die von den beteiligten Versicherringsgesettschäfte» angestettte» Untersuchungen ergeben, daß das Großfeuer, welches fast den ganzen Vorort Chelsea zerstörte, zw.iiettos aus Brandstiftung znrückzusühren ist. ES wird ferner behauptet, daß mindestens 20 Hauptbesttzer die Gelegenheit deS Brandes ergriffen haben, um ihre Anwesen anzu' zünden und sich dadurch die Versicherungssumme zu sichern, aonfi hatte der Brand wahrscheinlich nicht solche Ausdehnung an- genommen. Die Zahl der au'gesnnoenen Leichen beträgt bi? jetjt 14. Es werden aber noch 8 6 Personen vermißt, die höchst wahrscheinlich alle verbrannt sind.
Ter E x p r e ß z u g der flior.hcrn Pazifiebahn wurde vor Cfiern bei At i u n e a p o l i s von zwei Räubern übenallen. Sie zwangen sämtliche Passagiere, ihr Geld und ihre Wertsachen abzulteiew, machten reiche Beute und spraugeu, als der Zug bei der nachften Station seine Schnelligkeit verlangsamte, ab.
Arbeiterbewegung.
— Zur Lohnbewegung im a i c r g c id c t b c- Nachdem am 1. April in 30 Städten die Tarife abgelaufen unb bie Verhandlungen über einen 2lorinal-Tarif für alle in diestm Zayie in Deutschland ablaujcnben Tarif-Verträge dadurch unmöglich gemacht wurden, daß die Vertreter der fozialdemokratischen ganiiatron fix!) tocigcr.cn, in Gemeinschaft mit den Vertretern der christlick-en Organisationen und 5Krsch-Tunkerschen Gcwert- oercinc zu verhandeln, hat die ohnehin schwierige 0x^11.1(196 des Gewerbes sich weiter verschlechtert. Die sozialdemottalifcvc Organisation hat ihre nnverhciraleten Mitglieder aufgejorberr, aus allen Städten, wo die Tarife abgelausen sind, sofort^ibzu- veisen. Diese Aiisivrdcrung hat eine soickie llnsicl-erhett un.Jlattv gernerbc Ijcnrorgeriifcn, daß die Malermeister in jenen ötaoicr nickst mehr in der Lage sind, größere Arbeiten zu übernehmen bojm. ansufangen, da täglich mit Streiks zu rechnen ist. JnfolgebefM ist in einer Sitzung der Landesverbände be^ (Sau III Mut>a>ri ^rb.itg.b.r-Verbändc im .Via ergetocr^c (Süddeutschlandi b^schUNen am 11. April alle Der sozialDemvkratisclMi Organisation der l»cai^ angehörcndcn Arbeitnehmer zu entlassen. In Bettachit uimmr bie Stabte Bayreuth, Dar m stadt, Erlangen, <y r a n t f u r a. M., Freiburg, Göppingen, Hanau, Heidelberg, Hom bürg. Höchst, Kempten, LandShut, Ludwigshafen, Mannheim, Fürth, Offenbach, Pirmasens, Neiitliiigen,^ Ulm und W i c 5 baden. In 10 weiteren Städten Südderllschlands laufen Tarife in lürzester Zeil ab und werden aud) iwrt tnc loimiocn trat sich organisierten Gehilfen entlassen. Wie well •Irbeit Organisationen im Malergewerbe in den Städten Mitleldeusich lands, ferner Norddeutschlano, gleichfalls Entlassungen vorncymi . iccrbcn, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Malergeyiu ' welcl/e der christlicheii Drganiiation und den Hlr)l^Dunterf(v7 (Sc'.ucribcreincn angefpreu, »verden nicht entlassen, da )ene i bereit erklärtem, mit den Arbeitgebern Tarife abzufchlietzen.__


