Zweites Blatt
Nr. S»
Dienstag ÄL. April 1908
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E^chetnl täglich mit Ausnahme des Sonntag«.
B.
ilanden die Zuschauer in dichten Mengen.
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158. Jahrgang
Die ..Sietzener FamttienblStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsbtatt für den Krets Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Berlin SO. :'j tertretck
‘tn pat?n!icrttgi*| erd. nurvnnQM^' n-Llndontha!«f tallwerke A..Q, i>» Fa’ir- üsj ebrlk dw Fabrikanten ibiMithineo„8hi(i|»« hen durch:
dr. Linker,
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Neue Doktoren.
Wie gemeldet wird, besteht auch in Preußen nunmehr 'Ne Absicht — gleichwie dies in Sachsen der Fall ist —, die »Promotion zum tierärztlichen Doktorzu genehmigen, iluch der landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin JoQ daS Promotionscccht verliehen werden.
Reform der Arbeiterverficherung.
Wie daS „B. T." erfährt, ist eine Vorlage zur Reform Vx Arbeiterversicherung im ReichSamt des Innern in der Ausarbeitung begriffen, die dem Reichstag m der nächsten Mion zugehen soll. E§ besteht die Absicht, eine 93er ein- Seit lidjung der Versicherung in zwei Punkten zu choffen: Erstens will man eine Gleichstellung des Kreises der ^sicherten herbeiführen. Die landwirtschaftlichen Arbeiter, ümftbotcn und Heimarbeiter müßten in die Krankenversicherung "bezogen werden, sodaß schließlich alle Versicherungspflichtigen fleichzeilig in allen drei Versicherungszweigen versichert sind, 'einer soll für alle VersicherungSarten eine einheitliche begliche Stelle geschaffen werden, an die sich sowohl daS Publikum mit allen Anträgen in Versicherungsangelegenheiten venden kann, und die auch das Jneinanderarbeiten der oer- chledenslen Versicherungen gewährleistet.
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Der Entwurf eines Automobilhaftpflichtgesetze?
* bem Bundesrat zugegangen. Der Entwurf bestimmt in 'cHauptsache, daß derjenige, der ein Automobil hält (Besitzer, Üi'ter usw.), für den durch daS Automobil entstandenen -chaden aufzukommen hat, wenn er nicht nachzuweisen im- a»de ist, daß der Unfall auf einen Zufall oder auf fremde -Huld zurückzuführen ist. A!3 Zufall soll auch gelten eine ^orherzusehende Störung im Betriebe der Maschine. Die ^iomobilführer haben sich einer Prüfung -u unterwerfen, "irch die sie die Berechtigung zum Fahren erhalten. Unbe- MgteS Jahren wird mit Geld- und Gefängnisstrafe bedroht, in Bundesrat trifft Bestimmungen über daS zulässige '»chstmaß in Fahrgeschwindigkeit auf den oer- Ebenen Straßen (städtische Straßen, Landstraßen usw.).
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Unruhen im Kaspigebiete.
Vierhundert Kosaken und Artillerie von den ^rnzbrigaden überschritten die persische Grenze und e§ fanden Irrere Gefechte statt, bei denen zahlreiche Kurden ge- bUt wurden.' Die russischen Truppen schritten am 17. d. MtL.
Redaktion, Expedition und Druckerei- Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion:S^A ll2. Tel.»AdruAnzeigerGießen.
zum Bombardement der persischen Dörfer. Viele Personen, auch unschuldige, wurden erschossen. Ein Teil der Bewohner floh in die Berge. Der russffche Kommandant telegraphierte, er bleibe auf persischem Gebiet und schlage dort sein Lager auf. ES wurde befohlen, au5 Baku eilends Verstärkungen zu senden, da die pandSlamitische Bewegung daS ganze kasprsche Gebiet in gefährlicher Weise ergreife. Auch an der türkischen Grenze bei KarS erscheint die Lage drohend. Dorthin wurde der Held deS japanischen Krieges, General Misehtschenko, mit den weitesten Vollmachten entsendet.
*• I m Kolosseum ging gestern der übliche Programmwechsel vor sich. Eine stattliche Künstlergesellschaft hat sich da zufammengefunden, um noch der Ruhepause während der Osterwoche viel Anziehende? und Sehenswertes zu bieten. Vor allem werden der leichtbeschwingten Kunst TerpsichorenS und dem Gesang in ausgiebigem Maße gehuldigt. Aber auch die Gymnastik und Akrobatenkunsl sind mit je einer hervorragenden Nummer vertreten. Da sind zunächst die beiden Moretti, ein gar graziöses Tanzduett. Jugendliche Anmut und Temperament, daS sich bei ihren spanischen Tänzen zu schöner Leidenschaft steigert, sichern beiden die Gunst der Zuschauer. — ES folgt ein Akrobatenpaar, Max und Charles, die mit ihren schwierigen und urkomischen Darbietungen viel Beifall sinden. Für die KolosseumSbesucher alte, gern gesehene Bekannte. D i e oierCometaS sind eine Damen-GesangS» und Verwandlungstruppe, die sich hören und sehen lassen kann. Hübsche Gestalten in eleganten Kostümen, treten sie mit gleichem Schneid auf als Chauffeusen, forsche Studentinnen, Briefträgerinnen und süße Mädeln. — Norbert Stein, der Blitzdichter und Improvisator zieht sich mit Humor und Geschick auS teurer nicht immer einfachen Aufgabe. Soll er doch aus den zum größten Teil überaus geistreichen Zurufen des Publikiims — etwa Mainzer Hand käse tu Maximilian Harder mindestes ebenso geistreiche Verse machen. Er verfügt auß erbem ein großes Gedächtnis. — Der zweite Teil des Programinr bringt noch eine fesche Soubrette, Mizi Delmont. — Fernen die beiden Rylander, zwei prächtige Männergestalten voe ganz außerordentlicher Körperkraft und Gewandtheit. JhrS Leistungen gehören wohl dem Sehenswertesten auf dem Gebiete der Parterre-Gymnastik. — Die Serpentintänzerin Miß Frankonia bildet den Schluß. Sie erzielt infolge ihrVc vorzüglichen Apparate ganz wunderbare Lichteffekte. Der Kolosseumssaal war überfüllt, selbst im Vorsaal saßen und
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jehen. Die Reise des Staatssekretärs Dernburg dürste im ^nzen etwa vier Monate beanspruchen.
)m Oranjefreistaat, Transvaal und Rhodesia bereisen, um ^^skJ 4fr •* l(§ "E)cr die dort erzielten Resultate zu unterrichten. AlS- bM,n -- tarn wird er auf dem Landwege in einer etwa vieczehn- ’cgigen Tour nach dem Norden von Deutsch - Südwestafrika
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Ans StaSr und Lund.
Gießen, 21. April 1908.
** Weiße Ostern. Den warmen Tagen der vorigen Woche folgte an den Dfterfeiertagen ein Witterungsumschlag. ES «vurde empfindlich kalt und ab und zu schneite es. Wenn auch der Schnee immer bald wieder verschwand — wenigstens m der Stadt und den niedriger liegenden Gebieten — so war der Witterungscharakter der letzten Tage hier und in der weiteren Umgegend entschieden winterlich, welchen Eindruck auch die da und dort sichtbaren weißen Tamenstrohhüte nicht ändern konnten. So mancher geplante OsterauSflug unterblieb und anstelle der Freude an dem erwachenden Frühling trat das Behagen am wärmenden Ofenfeuer. Hoffentlich behalten die m alten Bauernregeln niedergelegten Wetter- Weisheiten nicht recht: „Sind frostig die Ostern, so verderben sie's ganze Jahr", und ,Osterschnee verspricht leine Frucht".
** Das O stergeschäft war m unserer Stadt bei dem sonnigen Wetter vor dem Feste recht befriedigend. Besonders die Putz- und Modewarengeschäfte, die Herren- Konsektion und dre Herrenhutbeschäste haben vor Ostern nennenswerte Umsätze erzielt, die bei ungünstigerem Wetter ausgeblichen wären. Auch das Geschäft der Osterhasen und Ostereier war recht gut, besonders in den letzten Tagen vor Ostern.
"'Erledigt ist die Stells des Forst warteS der Forslwarlei NikolauSpforte, Oberförsterei Groß-Gerau.
*• Laich schonrevier. Der 30 Nieter unterhalb der Oberkante deS Wehres der Neumühle beginnende und an der Einmündung der Wieseck endigende Teil der Lahn in der Gemarkung Gießen wurde auf Grund des Art. 20 des Hess. FischereigesetzeS vom Großh. Ministerium des Innern zum Laichschonrevler erklärt.
** Hagelversicherung. Die Hess. Regierung setzte den von der Norddeutschen Hagelversicherungs-Gesellschaft zugunsten deS staatlichen Hagelversicherungsfonds einzuziehenden Betrag bis auf weiteres auf 60 Proz. der Nettovor- prämie fest.
** Kaufm. Verein weibl. Angestellter Veranlaßt durch den Aufschwung, den Handel und Industrie in den letzten Jahrzehnten genommen, haben sich auch viele Damen dem kaufmännischen Berufe zugewandt. Damen mit tüchtiger, praktischer und theoretischer Ausbildung sind stets gesucht und werden gut honoriert; hapertS aber am einen oder andern, so ist eß oftmals gar nicht möglich, durch die Stellenvermittlung dec fiaufm. Vereine weibl. Angestellter solch ungenügend ausgebildeten Damen eine geeignete Stellung zu verschaffen. Bei dem momentanen Abflauen in Handel und Industrie fällt e§ natürlich noch viel schwerer, sich mit Erfolg zu behaupten — imb eS ist für alle im kaufm. Berufe stehenden Damen doppelt empfehlenswert, sich eine gediegene theoretische Fachausbildung an^ueignen, wie sie die Kurse des Kaufm. Vereins weibl. Angestellter bieten. Aus dem Inserate in heutiger Nummer ist alles Nähere zu ertzhen.
AnslanH.
'r- Zum Besuch btt ocut, chen DundeSfürsien in Wien wird berichtet: Die Stmrde ber Ankunft des beutfefcn Kaisers am 7. Mai in Wien wurde für 9 Uhr vormittags festgesetzt. Auf dem Bahnhöfe in Penzing rtrirb der deutsche Kaiser vom Kaiser Franz Josef erwartet werden. Auch der deutsche Botschafter Herr v. Tschirschky und Gemahlin und die Herren der deutschen Botschast mit ihren Damen werden zum Empfange erscheinen. Die Abreise der deutschen Kaiserpaares erfolgt am selben Tag, abends 10 Uhr. Die Zahl der BundeS- fürften, die mit dem deutschen Kaiser hier erscheinen, dürfte 18 betragen.
— König Eduard in Marien bad. Dlattermeldungen aus Marienbad zufolge trifft König Eduard von England in der letzten Woche des Juli bort ein, und wirb bis Ende August in Marienbad verweilen. Auf der Fahrt nach Mariciivad werde König Eduard in Ischl Kaiser Franz Joseph einen Besuch abstatten.
Fürst Bülow ist nebst Gemahlin in Venedig eingetrosfen. Sein dortiger Ausenthalt ist auf 14 Tage berechnet.
— Ter Groß,Herzog und die Großherzogin von Hessen >ind gestern von Moskau in ZarSkoje Sselo emgetrosjen und vom ftüiicr und der Kaiserin empfangen .oorden. — Die von auswärtigen Blättern gebrachte Meldung über die E n tde ctu n g eines gegen die kaiserliche Familie gerichteten Komplotts w rd von der Pcllcsb.irger Tclegraphen-Agentur ai§ völlig auS der Luft gegriffen bezeickMet.
— Gin Unfall des König Alfons. Ms der König von Spanien vorgestern abend mittels Autonwvil nachdem Theater fuhr, stieg der kvnigll Wagen mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Ter Wagen bc5 Königs wurde unbedeutend beschädigt und konnte die Fahrt forlsetzen. Dec König blieb unverletzt.
— Ter preußische K r i e g § m i n i st c r General von Einem ist an Bvrv d<s Tampftrö „Hcliopcuis" au§ Alexandrien in Marseille cingetroffen.
— Eine Stre itm acht von 1200Mannhat Peschawar verlassen, um gegen einen Stamm im Mohamandgebiet, dcr kürzlich sehr unruhig war, einen Zug zu unternehmen. In der vergangenen Nacht schossen Leute dieses Stammes auf einen englischen Posten und töteten zwei Mann.
— Die Chines en in Kanton verhalten fid), wie aus Hongkong gemeldet toitb, ruhig, bewaffnen sich aber mit Rücksicht auf die gespannten Bezieyungen zu Japan. Nach Amvy, wo ebenso wie in der Provinz Kwantung japaniscye Waren kwykottiert werden, geht ein japanisches Geschwader ab.
I D |DW Die Reife Dernburg? nach Südwestafrika.
I ■ Staatssekretär Dernburg wird anfangs Mai von ** ’r'n Kleinem Urlaub zuruckkehren und nach Erledigung der Kolonial- M W ahnvorlagen seine Reise nach Südwestafrika an-
' ueicn. Nach den bisher vorliegenden Bestimmungen wird
'sch Herr Dernburg zunächst über London nach Kapstadt beiden und von dort auS das Kapland und die anderen >erakl z« 6*^ kilonien Englands in Südafrika besuchen. Er wird Natal,
** Auf zwei oft gerügte Mißstände weist eine Bekanntmachung des Polizeiamtes hin, zwei Ucbclstände, die im Interesse der Bevölkerung nicht vorkommen sollten. Das Berbot des Polizciamtes betrifft das leichtsinnige Auf stellen: von Blumentöpfen re. an Orten, an welchen Menschen verkehren, und. durch deren Herabfallen leicht Beschädigungen von Passanten, spielenden Kindern re. Vorkommen können und zweitens das überaus lästige Ausschütteln von Teppichen re. nach der Straße. Wir hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diese Uebelstände zu beseitigen, erinnern aber gleichzeitig die Herrschaften an ihre Pflicht, auch den Dienstboten diese übiert Angewohnheiten zu untersagen, denn sonst dürfte unfehlbar ein polizeiliches Einschreiten zu erwarten sein.
** Gewässerte Mil ch. Bet den sir der Osterwoche vorgenommenen Milchrcvisionen wurde neben vieler gut befundener Mllch auch solche vorgesundcn, der bei ohnedies zu geringem Fettgehalt auch noch Wasser zugesctzt war. Jedenfalls hatte der Fälscher an die Lieferung von sog. Kuchcnmilch gedacht. Anzeige ist erhoben.
** Betrüger. Am 1 /. 1. Mts. patte tret Arbeiter Karl Adam aus DAar auf dem Bahnhöfe in Weplar seinen Koffer zur Aufbewahrung abgegeben und da der Koffer schwer war, hatte rhm ein iln6efannicr den Köster an das Gepäckschalter tragen helfen. AIS Adam am' anderen 2agc seinen Koffer abholen: wollte, mußte er erfahren, daß jein Begleiter bereits den Koffer unter der Angabe, der Koffer fei fein Eigentum, und den Gepäckschein frabe er verloren, abgeholt halle. Der Betrüger wurde am ersten Feiertage hier in der Per,on des MalerS Felix Nccker au8 Berlin verhaftet. Ec hatte den Köster noch im Besitz, hatte aber bereits vom Inhalt verkauft und seinen alten Anzug batte er mit einem im Kvffer gewesenen neuen vertauscht.
*■* Dom Frankfurter Pfandhaus. Bisher war daS Pfandhaus zu Fraksurt a. M. fürn das Publikum von 8—12 und 2\'t—4 Uhr und nur an SamStagen und an den Tagen vor Feiertagen von 8—2 Uhr ununterbrodjen geöffnet. Die Erfahrung hat nun gegeigt, daß der überwiegende Teil des un PfandyauS verkehrenden Publittuns die ununterbrochene Geschäftszeit als Annehmlichkeit empfindet, weil es leichlcr während der MfttagSsturidcn ab kommen kann, als wäl/rend der anderen Tages- stunden. Insbesondere mit Rücksicht hierauf soll vom 1. Mar l. J8. ab das Frankfurter Pfandhaus an allen Wochentagen von 8 Ulst vorniitt^S bis 2 Uhr nadpnittagS ununterbrochen dem Publikum zur Äer'tügung stehen. Die bekannten Sammelstellen bleiben von 8 Uhr vormfttags bis 9 Uhr abends ununterbrochen geöffnet
----- Wieseck, 21. April. Am 2. Feiertage, in früher Morgenstunde, wurde den Einwohnern Joon Wieseck eine angenehme Ueberraschung zuteil. Der Rentner Philipp Becker II. beging an genanntem Tage in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Anläßlich dessen wurde der Jubilar von der hiesigen Kapelle, die größtenteils aus feinen Söhnen und Enkeln besteht, mit einem wohlgelungenen Ständchen überrascht. In ergreifender Weise erklangen die schönen harmonischen Weisen, und lockten Alt und Jung auS den Federn. Der Jubilar bekleidete lange Jahre verschiedene Ehrenämter, als Gemeinderat, Kirchen- und Schulvorstand, gehörte über 30 Jahre zu den Feldgeschworencn, und ist heute noch Präsident der Spar- und DarlehenSkaffe. Er ist noch der einzige hier am Platze lebende Gründer deS ersten Gesaiigverems ,Concordia", und wirkte mehr als ein halbes Jahrhundert als aktives Mitglied in genanntem Verein, weshalb er auch in weitem Umkreise als echter Sänger und SangeSfreund bekannt ist.
X Garbenteich, 20. April. In der Nacht vom 1. auf den 2. Feiertag brach hier Feuer aus, das sich in kurzer Zeit über drei an der Gießener Straße liegende große Ho freiten verbreitete. Mit vieler Mühe gelang es der hiesigen Feuerwehr m Gemeinschaft mit der von Steinbach und Hausen zur Hilfe gelonunenen Wehren, wenigstens die 3 Wohnhäuser zu retten, während Scheunen, Ställe und Nebengebäude von Makler Ludw. Briegel I., Landwirt HanS Hch. Arnold und Landwirt Jakob Dönnger vollständig eingeäschert wurden. Es liegt offenbar Brandstiftung vor.
— Lich, 20. April. Gestern, am ersten Oslerfeiertag, abends gegen 10 Uhr, ist die Scheuer des Dachdeckers H. Vater vollständig niedergebrannt. Nur dem raschen Zugrerfen der Feuerwehr, die die Nachbarscheuer ständig miter
politefc^e Tagesschau.
Das Kaiserpaar auf Korfu.
Nach der vorgestrigen Abendtafel hielt der Kaiser $ Im Kreise der im Achtllcion anwesenden Hofgesellschaft inen freien Vortrag über den Admiral Nelson I icnb die^ Seeschlacht bei Trafalgar, zu welchem I neuere Studien des englischen Kapitäns, Mert' Kerr, dc§ r Kommandanten de§ „Jmplacable", die Anregung gegeben I haben. Der Vortrag wurde durch in Kreide gezeichnete Skizzen der Gefechtsstellungen der englischen und der ver- r einigten französischen und spanischen Flotte erläutert. Am | Morgen arbeitete der Kaiser allein, er machte später mit Iber Kaiserin einen Spaziergang. Nach der Mittagstafel L hegaben sich die Majestäten mit Familie und Umgebung I m Automobilen nach Korfu und gingen dann an Boro V !)ec „Hohenzollern", wo, wie in früheren Jahren, ein I ßier- und Apfelsinensuchen für die Mannschaften der Kaiser- ' pacht ftattfand. Die auf dem „Meteor" vor Korfu ein- | getroffenen Mitglieder de§ Vereins Berliner Kaufleute mb Industriellen richteten ein Hu ldigungstelegramm j an den Kaiser, für das der Kaiser in einem huldvollen Telegramm durch den Vertreter de§ ZivilkabinettS danken ließ. Die „Hohenzollern" war ebenso wie ihre Boote jm Feier des Osterfestes gestern bis in die Mastspitzen i mit frischen Grün geschmückt. Mit den Majestäten nahm bie Kronprinzessin von Griechenland und ihre Kinder an )em Feste der Mannschaften teil. Die Majestäten nahmen »oiüFamilie und Umgebung den Tee auf der „Jmplacable". oie „Hohenzollern" ging um 6 Uhr nach Sizilien in See. W ^rinz Oskar wird in Begleitung des Grafen Soden auf vizllien seine Studienreise forlsetzen. Prinz August L Wilhelm begleitet seinen Bruder und kehrt auf der „Hohen- ollern" in einigen Tagen zurück. In der Begleitung | Scs Prinzen August Wilhelm befindet sich Leutnant • Nackensen. Heute Nachmittag hatten die Mitglieder des Vereins Berliner Kaufleute die Erlaubnis erhalten, das Achilleion zu besichtigen. Zur Abendtafel auf Achil- Eleton waren geladen der englilche Kapitän Kerr und die leiben Kommandeure des „Jmplacable". Nach der Tafel laftb eine Vorführung kinematographischer Aufnahmen von der Kaiserreise statt; hierzu waren sämtliche Offiziere der jmplacable" geladen. — Der griechische Ministerpräsident cheotokis ist gestern von Athen nach Korfu abgereist.
a Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« !▼ Unwersiräls - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.


