Großstadt aufnehmrn
ELicßcncr Straskammer«
findens unser Gießen mit mancher kann.
•• Voin Grobherzoglichcn ftfibtcc Residenzschloß sand gestern um
Hofe. Im Darrn- 1 Uhr eine Tafel zu
Aus Stadt und Land.
Gießen, 25. Sept. 1908.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Tie erste Sitzung nach den Ferien brachte eine kleine nette Ueberrafchung. Ter Sitzungssaal ist hübsch und freundlich hergerichket worden, wozu besonders auch der Senior der Versammlung Stadtv Petri, dadurch beitrug, daß er die Decke unentgeltlich künstlerisch Herstellen ließ. Sie zeigt u. a. das hessische und das Stadtwappen, letzteres noch in der unheraldischen Art mit dem G, das nach einer vor einiger 3eit in der Versammlung gegebenen Anregung dem alten Abzeichen der Stadt Platz machen soll. Ter Vorsitzende sprach dem Stadtv. Petri unter Bei- fall der Versammlung warme Tankesworte für die Stiftung aus. Auch die Sitzordnung der Stadtväter hat eine Aende- xung erfahren, sie sitzen nunmehr nicht mehr an einem langen Beratungstisch, sondern in 6 Reihen hintereinander. Tie neue Einrichtung gibt dem Ganzen etwas schulsaalartiges — selbst Katheder und Wandtafeln fehlen nicht — und es wäre im Interesse der Zuhörer nur zu wünschen, daß der Geist der Schule wenigstens im Punkte der Schweige famkeit hier vorbildlich wirken möge. Tas ist natürlich nur so gemeint, daß nicht neben dem Redner, der gerade daS Wort hat, noch eine Anzahl andere sprechen. In der ersten Sitzung ging eS im übrigen recht gemütlich zu, einmal erlitt die Öffentlichkeit sogar eine Stunde Unter» drechung, worauf dann der betreffende Gegenstand — es handelte sich um Geländeankäufe —schließlich vertagt wurde. Vertagt wurde auch der wichtigste Punkt der Tagesordnung, nämlich der Antrag Winn und Genossen — Winn und Eo. sagte unter der Heiterkeit deS Hauses in der Hitze des (Gefechts einer der Redner — wegen Schaffung eines großzügigen Bebauungsplans. Tie Baudeputation hatte Ablehnung beantragt, da die vorhandenen Bebauungspläne für lange Zeit genug baureifes Land bieten, die Abänderung eines bereits beschlossenen Bebauungsplans nur sehr schwer möglich sei und die frühzeitige Veröffentlichung der Baupläne nicht im Interesse der Allgemeinheit liege. Nach dem großzügig wirkenden Referat des Stadtv. Dr. Biermer über die Beratungen der SonderkomMission beschloß man, die Angelegenheit bis zur nächsten oder übernächsten Sitzung zu vertagen, mn den Mitgliedern der Versammlung die eingehendere Kenntnisnahme des Referats zu ermöglichen. Tie übrigen Beratungsgegenstände boten kein allgemeines öffentliches Interesse, erwähnenswert ist davon lediglich die Mlehnung des Winn'schen Baugesuchs für die Bahnhofstraße, soweit es die Ueberbauung der Wicseckböschung betrifft. Mit Befriedigung und Stolz darf die Stadt Gießen auf das Dankschreiben des Grafen Zeppelin zurückblicken, da der Graf darin ausdrücklich betont, daß Gießen als eine der allerersten Städte ihm als Helfer in der Not erschienen fei. Erfreulich ist auch, daß einer Anregung des hiesigen Ortsvereins des Leipziger kaufmännischen Vereins, angesichts des Vorgehens der Augsburger Metallindustriellen gegen üjre Angestellte Arbeiten nur an solche Unternehmer zu vergeben, die das Koalitionsrecht ihrer Arbeiter und Angestellten anerkennen, hier nidjt durch einen Beschluß entsprochen zu werden braucht. Die Arbeitsvergebung wird hier feit langen Jahren so gehandhabt, wie es denn überhaupt auf dem Gebiet sozialer Fürsorge und sozialen Emp-
rermifdytes.
• Sitetari'd'en Vandalismus nenrt K Ney, uh Türmer (£>erau*gcb<r Freiherr r. Grotthuß die An. wie It.fr, irerfe un 3dnxlun:crrid)t ,3» bandelt" ;u werden pst. gen. Gedicht wird zum Jttrbticr. nwps, Bruuuück, fcuUrrkü 3mn« hübsch einzeln und der 9ir.be nach Jeder Teil läuft durch b« Wurüma'tvine e.neS verzwickten Fragcapparatc-. Wohin un. das (Gedicht? — Wen iebeu wir nor uni? — Wo- fpcidx er? — An wen sind seine Worte gerichtet? usw. Endlich 'mi;. Ter TeU muß noch benamset werden. Man »st jcriTüfreib g<. nug, die Abichnui.-bc^ichnungen möglichst poetisch zu grnalki Ter unglückliche König. — Viel Sterne, wenig Brot. — Die jchänd. ltdK Tat deS ehrgeizigen Knechte-. — Man war sog« vor Jahren rübrenö vi'täivoll: die Bezeichnungsschildchen der cib» reinen Stücke mußten sich in Stimmung und 5 c rin dem Krtepi i^anzen anoassen, mußten sich reimen. Au- dem Berge btt mUt Kaoelle, an Tale der Jlnab’ an der Quelle . . . Tic wütnve Schimmel, der rettende vunmel . . . TaS kranke Ämb tn .Lach; und Bind . . jahrelang baden wir da- getrieben, eS toarts unsere dumorvollUen Stunden? Langsam und stolz bau: 'ich >, ein Trümmerhaufen aus, aus dem bin und wieder em Fetzea von herrlichen Gedild auS Menschenhand hervorlugt. Schwert itt- beit ist getan, aber sie ist noch nicht ganz beendet. Barum ejiftir:: so ein Gedicht? Vas überhaupt gibt ihm die Tase.iiSöerechtiauMO- Unb wie kommt es uns unter die Finger? Tas muß doch ft* gestellt werden So leicht ist Der „Grundgedanke" nicht g» lunüen. Ta heißt es arg auetschcn und drücken. D.e em wässerizer Tropfen aus gt-ldgelber Zitrone fallt er un- endlich in die Memento mvri! — Lügen haben kurze Beine. — Übel sei br.
76 Gedecken statt, zu der der kommandierende General v. Eichhorn mit Stab, sowie die Generale und Stabsoffiziere der 25. Division geladen waren. — Der Bei- kaufstag I. Kgl. Hoh. der Großherzogin im Schloß zum Besten von armen lungenkranken und tuberkulösen Personen findet Samstag, 14. November, nachmittags von 3 biß 9 Uhr statt. ES ist der Wunsch der Großherzogin, daß der Verkausstag auch von weiteren Kreisen besucht wird. Der Eintrittspreis beträgt 1 Mk.
• • Landtags ivahlbewegung. Die Nati onal- liberalen in Mainz haben nunmehr offiziell dem gemeinsamen Vorgehen mit dem Zentrum für die nächste Landtagswahl zugestimmt und ihrerseits Rechtsanwalt Dr. Pagen- tccher als Kandidat aufgestellt.
• • In Audienz empfangen wurden von S. K. H. deni Großherzog BatalllonSkommandeur Major Heuer voni Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116 und der KreiSbaumtisler Witzel von ^Schotten.
*♦ Für das höhere Finanzsach sind im Groß- Herzogtum soeben durch eine Großh. Verordnung neue Ausbildungsvorschriften eingeführt worden. Für die Amoärter auf työljere Stellen im Finanzsach war im Jahre 1899 das frühere Karncralstudium aufgehoben und die rein juristische Vorbildung vorgeschriebcn worden. Ta diese juristisch gebildeten Anwärter aber besonders für die Tätigkeit in der Steuerverwaltung zu wenig praktische Spezialkennlnisse mitbrachten, ist durch die erwähnte Verordnung bestimmt worden, daß diese Anwärter in Zukunft aus dein Kreis der Referendare entnommen werden sollen, die ihre erste juristische Prüfung bestanden haben, daß die dann in den Finanzdienst Eintretenden aber einen besonderen 2»/,jährigen praktischen Auöbil- dungsgang für die Finanzverwaltung durchlaufen und hiernach auch eine besondere Staatsprüfung für den höheren Finan-dienst abzulegen haben. Von dieser 2^/,jährigen Vorbereitungszeit sollen 9 Monate zur Befestigung der juristischen Kenntnisse bei einem Amtsgericht und alsdann 1 Jahr 9 Monate bei Behörden der Finanzverwaltung, vornehmlich beim Steuerkommissariat unb Hauptsteueramt, verbracht werden. Tie Assessoren der Finanzverwaltung werden in Zukunft den Titel „Finanzassessoren" sühren. Tie Aussichten für Verwendung m der Finanzverwaltung sind, wie eine ossiziöse Mitteilung besagt, zurzeit nicht ungünstig; tatsächlich besinden sich die sämtlichen, noch vorhandenen kameralistisch vorgebildeten Assessoren, wie auch der größere Teil der bisher in die Finanzverwaltung übergetretenen, juristisch vorgebil- deten Assessoren in dauernder, bezahlter Verwendung.
- - Ridda. 24. fiept. Die Vorbereitungen zu der am
27. unb 28. September stattsindenden Landesoersamm-l lung des Evangelischen Bundes find nun mehr unter der Leitung des Vorsitzenden des Festausschusses, L Herst z. T. ‘Beimer, und unter tatkräftiger Mithilfe des Vorstandes, sowie der Arbeitsausschüsse zum Abschluß gelangt. Tie Ausschüsse für Gesang und Musik, für Ausschmückung der Feitstadt, für Empfang unb Wohnung der Gäste haben entweder ihre Arbeiten vollendet oder sie für das Fest so verteilt, daß der ganze Apparat am Feste gut funktionieren kann. Als Leiter der Versammlungen werden in Tätigkeit sein Pfarrer D. Baitz aus Tarmstadt, Kapitän- leutnant Grill aus Bensheim, Oberst z. T. Weimer, Eber- amtsrichter Römheld und Bürgermeister Roth aus Nidda. Schlußansprachen halten außer dem Vorsitzenden des Hauptvereins Pfarrer Lauer aus Geiß-Nidda unb Pfarrer Hermann aus Nidda. Zur Begrüßung gedenken zu erscheinen Lberkonsistorialpräsident Nebel aus Tarmstadt im Auftrag der KirchenbeHorde, sowie Vertreter der Universität, der Lokalbehörden, der Brudervereine in Nassau und der Pfalz. Tas Lberkonsiftorium hat gestattet, daß am Sonntag, 27. September, in den Gemeinden der weiteren Umgegend von Nidda der Nachmittagsgottesdienst ausfällt, damit den Gemeinden der Besuch des Festes ermöglicht ist.
hc. D a r m st a d t, 24. Sept. Bei a r ch i t e k t o n i s ch e n Wettbewerben erhielten folgende Mitglieder der Archi- tektnrabteilung der Technischen Hochschule Auszeichnungen: Geh. Lberbaurat Pros. Hofmann und Prof. Meißner in Verbindung mit der Tiefbauunternehmung Tpckerhoff u. Widmann beim Wettbewerb Straßenbrücke Mülheim an der Ruhr einjm 1. Preis von 3000 Mk.; Pros. Pützer: Empfangsgebäude für den Hauptbahnhof Tarmstadt 1. Preis von 4000 Mk. und Ausführung; evang. Kirche Recklinghausen 1. Preis 1500 Mk.; Pros. Tr.-Jng. Bett er le in: Genesungsheim Schirmeck im Elsaß Entwurf angckäust; Wasserturm Hamburg Entwurf angekauft; Assistent Bachem: höh. Töchterschule Eolmar 1. Preis 2500 Mk.; Assistent Stadtbauinspektor Buxbaum: Ausstellungs- gebäube Tarmstadt 2 Preis 400 Mk.; Assistent Hauptlehrer Stumps: Realschule Eckernsörde 1. Preis 1200 Mk.; Arbeiter* und Beamtenkolonie Hamburg 1. Preis 1000 Mk.; Brunnen Tarmstadt 2. Preis 100 Mk.; Assistent Neu- sch wen der: Landhäuser im Harz 2. Preis 150 Mk.
-sd. Darmstadt, 24. Septbr. Tie fortgesetzten Er- 'nittelungen sührten gestern zu der Verhaftung des Dragoners Dönscheid, dcr die Durchstechereien Leinewebers ebenfalls unterstützt bat In WormS haben heute bei der Braut des L. Haussuchungen ftattgefunben. 2. wird von jetzt ab durch Mannschaften deS Jns.-NegtS. 115 bewacht werden.
w Mainz, 25. Sept. (Tel.). Ter Sohn des Dach- deckermciflerS Oppernhausen stürzte von einem Dache und blieb vor den Füßen seines Vaters tot liegen.
-L- Krofdorf, 24. Sept. In unserer alten Kirche luitb gegenwärtig die Orgel einer gründlichen Erneuerung untenvorfen. Infolgedessen ist an den beiden letzten Sonntagen der Gottesdienst hier ausgefallen.
evrn. Ziegenhain, 24. fiept. Schon seit langer Zeit ist die Bevölkerung dcr Gegend bemüht, eine landwirt- schastliche Winterschule nach unserem Orte zu bekommen. Jetzt fit man endlich so weit, daß im kommenden Winter eine solche Schule hier errichtet wird.
w Frankfurt a. M., 24. Sept. Ein Angestellter der Frankfurter Bank, Otto G ut hmann, schädigte durch Scheckfälschung die Frankfurter Bank um 58 000 Mark. Der Defraudant ist flüchtig.
DeS Falles Rothschild erster Teil.
Heute begann vor der Strafkammer die Verhandlung gegen den Bankier Ludwig Rothschild, dcr als Inhaber der Firma Wertheimer u. Co. zu Büdingen sich eine Reihe von Veruntreuungen und Betrügereien hat zu Schulden kommen lassen, ©ein Prokurist Johannes Acker ist der Beihilfe bezw. der Begünstigung angeklagt. Rothschild wird von zwei Gefangenen auf einem Liegesessel in den Saal getragen. Er sieht sehr leidend aus und die wenige Auskunft, die er gibt, ist kaum zu verstehen. Tie Feststellung der persönlick)en Verhältnisse deS Angeklagten ergab, daß Rothschild am 28. Mai 1864 zu Lbcv-Seemen geboren ist; Acker ist am 28. September 1870 zu Burgbracht geboren. Soweit die Zuständigkeit der Strafkammer begründet ist, stehen unter Anklage Betrügereien, dadurch verübt, daß Rothschild zur Beseitigung von Zahlungsschwierigkeiten, neben den Depot, Unterschlagungen, sich aus unrechtmäßige Weise in den Besitz de- Vermögens ferner Jtunben gesetzt hat, um dieses dem Geschäft al- Betriebskapital zuzusühren. Im Januar ds. I-. forderte er eine Anzahl seiner Kunden, von denen er wußte, daß sic landgräflich hessisckte L'oligationen besitzen, schriftlich auf, ihre Obligationen jur Aenderung einer hypothe bi rischen Unterlage cinzusenden, da die F-rcigabc eines Pfandobjckts vorgesehen sei u;ib gegen ein anderes mit gleichem Wert umgetauscht werden solle. Er bemerkte dabei, die Rechte und Pflichten als gesetzlicher Treuhändler kämen in Betracht und seine Eimoilligung sei erforderlich Acker war zwar nid>t dazu zu bewegen, diese Bries? mitznunterzeichnen; er venvendete aber trotzdem die auf die falschen Angaben hin ein* gegangenen Papiere im Geschäft. Auf ähnliche Schreiben bezw. persönliche Vorstellungen hin erhielt er nach und nach gegen teil* nreisen Umtausch wertloser Homere: je 1000 Mk. von Lehrer Uhl in Millelgründau, Friedrich ZnliuS Bolz in AknviedermuS und Heinrich B»chr in DücheS; je 2000 Mk. von Professor Gläser in Bensheim, Tr. Gläser in Darmitadt, Bürgermeister Lehr in EckartS- hauscn und Friedrich Suhl in Orten berg; von der Stadt Altenstadt 1461 Mk.; von 'Sdbdm Zieg in Diebach 4700 Mk.; von Frau Mathesiu- in Büdingen 5000 Mk.; von Witwe Koch in Büdingen 3500 Mk.; von Frau Fmftmeister stetiger in Büdingen 3000 Mk.; con Frau Forstmeister Leo in Büdingen 9000 Ak.; je 12000 Mk. von Friedrich Gerth in Diebach uno der Firma vengitrnberg u. Eo. in DuiSburg-Ruhrort; von 'Lächtrr Koch in Ronneburg 15000 Mark und von der Rheinischen Hyvochekenbauk in Mannheim 1000 Mk. Zin Jahre 1905 erhielt et von der Stadt Büdingen 10 000 Mk. und im Jahre 1907 von derselben 35 000 Mk. Acker beftreitet vcrsck.icdcne früher ^gegebene Straftaten, während Rothschild geständig ist. Tie Zeugen-- und Sachver- st.indigen-Bernehmung gebt sehr rasch von statten.
Universitatr-Nachricblen.
— Sorlelungen über Journalistik. An der Tech. Nischen pock'ichule zu Zar m stabt wird der Redakteur undÄach. zeitschnsten-Verleaer F. Friedrich Meißner - Frank'un a. Tl un tSinteriemeficr 1908—09 lesen: ,Technik bet- Buchdruck- unb Zeinm^-weicn-* und .Geschichte Deien, Lebeutuna und krrs- nifatwn ber Fachpresse*. Beibe Voirräge und nnemqeltlich.
’Ularbutc, 24. fiept. Tr. K. Leftrei ch, T o:ent an ber hieftgen Umverftiat lür Mathematik und Rai.irwmenichaften, wurde lum iro6efior an der Univeuität ll l r c ch i cii anut.
Mensch, billreich und gut. — So haben wir einmal den Erlkönig gequetscht — eine Hntfaure Arbeit; aber wir icbafnatf nach vielen gut gemeinten Anläufen. Oder? . . . oder?... ober? . . . Endlich ein Glücklicher: Gegen den Tod ist kein ftui gewachsen! Na, Goethe hat's nicht mehr erlebt! «Hemteerr Quark wird breit, nie stark. Darum zusammen mit tbm! Te- raus muß sich dock) cNi"»s machen lassen? Und siebe, aul bee erhaltenen Brei erhebt sich em neue», herrliches, ergreifende- Gelnlde, dem Kumtwerk gleich, dem Kunstwerk über: der htitarudx Aufsatz! — TaS Gedicht hat eine heiße Metamorphose durch- gemacht: wir haben uns durchgekämvit von der Poesie tut Swc und sind oblegen. Taß wir m i keinem andern Huijiroerl ber Schule solche Vernandlurmen und Neuschöpsungcn votnehm.». kümmert uns gar nicht. Denkniäler kann man nicht nachlneinc, Lieder nicht nach- oder umkomvonieren, die poetischen BibeiK»,x nicht antaften lassen. Bleibt nur dies Gebiet — Tal fitrlro der Dichtung Hebt int Tagehest, auch der Extrakt fit qebu4t; sorg'äkti'i durchgemustert iverben die „Siebergaben" im c<br:sf ausgestapelt: das Gedicht ist „behandelt". Fertig' lemg.gmtba wird die Forderung ausgestellt: „Keine engherzige Beichränkbu« auf das Lesebuch! Man rüttele nicht an einem Hunftroerfc, tsci zergliedere, zerschneide, zerpslücke es nicht, aber man beteüt ub den Booen, auf dem es sich erheben kann. Nicht un Sinne ber bet- ncUcnbcn Methode; beim sie unternimmt nur vorweg, war frei nachher geschieht Darum ist auch sie verwerflich. Einem geuw Gedicht ist so leicht der Boden bereitet, ein paar 38ort-, fiel« mib Sacherklärungen, für alle Schuler notig. Oft imd jo§er sie nod) ubcrflüifig; denn nnmnctiwbr wird durch GlettM i» allen Seelen Gleiches erzeugt. Tic Seele der Geb'chtsbeh^LL- bftibt der Borttag? Sem wäre nicht fchon das volle VerA-lm/ einer Tichtung aufgegangen durch gute Rezitation! üicr bsi i die Forderungen der ftunfter^icber in der Schule cuiietztn-- 26ahrlich, die Tichtkunst ist eine gewaltige Erzieherin, w btlfc und adelt das Gefühl, sie schafft und stärkt die SitkliLl«. v* hebt 3U den höchsten Höhen reinsten GenuiseS. llnd wir toiitl sie nicht vergewaltigen! Wir wollen nicht literarilche «H- dalcu fein T
* Bryan, dcr Präsibentschastskandidat der bcnioftaiudxi Partei ber Vereinigten Staaten, gibt un „Cmner" jungen i*- paarcn einige auck) bei uns recht beherzigenswerte JtatidMiiB. die an sich ja wohl nicht neu sind, aus bem Munde eine- on bcbcutCTtbftm Redner Amerikas aber immerhin mehr Gewicht als wenn eine alte Tante den Zuugverinählten dieselben RnchyDU gäbe. In dem Ixrutt so beliebten Tl;cma ber Ehcrewrmgr- hören seine „hausbackenen ^bern", wie bie geiellichoNsluragr, Dämchen vielleicht naserumpienb sagen werben, sicherlich tu t« bedeutendsten Faktoren. ..Tie ’.C.ne
„Haden selbst bann, wenn jebermann weiß, baß c- '»ch bei lärer um eine Liebesheirat hanbeUc, nicht den Mut, ber i6?dt gtgr> über zu gestehen, baß sic mit einem bescheibenen ttHnkomo«, rechnen mühen. Sie zahlen eine zu bo
iut ihre Toilette aus, laben sich zu oft Gäste ins ÖmiÄ unbiMjJ: weite Reisen, ohne vorher bas für bie Steile crforberlinx W rnsammengespart zu haben." »Ta- geht über umere
— ein solches Wort wiegt ein . / Wu tonnen w
höchstens iold'c Freundschaften verlieren, bic nicht wert we» daß wir sie behielten. Tie Aufrichtigkeit
die Kritik entroaffnet unb und selbst bic Bewunderung 2cutc cinträgt, welche nichts weniger al- aufrichtig und. verschwenderifchen Ehepaaren, die vom ersten ^age an ohne jebe Berechnung drauilo-leben, bn< der Hutn t< stellt der amerikanische Staalsmann
„Der Marat und die i)rau. bic durch unlosU?-' ütebedbar« einander gefeifdt sind, arbeiten zusammen; sie und nach, gegeneinander und geben sich itben Tag Beweiie rmrf grenzten gcgcnintigen Vertrauen- ote f-.uien nur do- lie bar bezahlen lonncn unb liefern für eine ehrliche XXWQ gcwisscnhait ein Acquivalcnt an Arbeit Die EntmrniNe k« jungen Paare- roadjfcn von Jahr zu Fahr, unb feine Unobpa^r teil ist von Tag zu Tag mehr gesichert. Em toupH T* kann dem Atter mit Ruhe entgegeniehen: eS sindet iwon « Erben, im Familienleben, ein getreues Abbild bet l-Huur». ■■ im Himmel feiner harrt."
• A.: „Ich beschäftige mich i'ebr stark mit dem Flugvrodl^.
— D.: „Das badrte ich mir, al- ich Sie so o^'t au-retS»
handel und Verkehr,
Berlin, 24. Sept. Ter „Reicksauze»ger' verafjentlichc b« Saaten st and um M itte Sepinnber: Tie cingrfiammrap
-
Idee 2.6 (2.7'; Luzerne 2.4 ,3.0): S?ienxu'>crjnlTff'.Lt 1 n 2.1 - und andere 'Sitiai 2.7 (3.0 In den Bemerkungen bnH ® tBäbrenö 6et Berichtsmonates herrschte vorwiegend reaneu«^ kaltes Welter. Troy reichlicher Niederschläge füllen doch in**7 «chiedenen Gegenden bie Siedet für bte Herbstbestellung f trocken und zu hart fern. Für die Beendiguiig fctt Wctrf XCXtl wat bte Witterunq ungünstig ; besonder- wurde die 6mt,rinauna Hafers und der berste verzögen; Haler »ft stellenweife bbetwe- nicht zur Reste gelangt. Iie TiuUcrauefoolQrbeucn sind m - der Rasse auch verschiedentlich im Rückstände. Ter Ltand w Ranofieln findet infolge der naßkalten Witterung eme migun tiar ■ Beurtelümg Tie Berichte fvrecheu von brobenbet Knollen - kranlung. Tie dt-henqen .rUeeraebiitfie find meist qünfitg, wenn auch die Größe der Knollen nicht überall tür Klee und Luzente loaren die vielen L\:tberfebldge m®i > ’ flünjiig, verzögetlcn ater da» Aderntcn bei leyien ectniti* x .'lachn,ahb war viestach schiver, verschiedenllich noch nicht y* * 1 i niigcn. Tte Öntividlung der die4|ährigen Einsaat ist recht *•
Stoppetklee ist große ,l«sti üppig. Tie Erummttetnie i r J™* noch un Gange, >da fie durch tue naffe ftiuienina bee^®<** »
I wird; die Entäge find btku. hKiiD an Güte, ober cai jun« ■_ • I vielfach jienilich erheblich und ist h»cr und da leüweste ocroorv»-


