Ausgabe 
25.7.1908 Erstes Blatt
 
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welchen ich zu führen gezwungen bin, bringt immer eine Ueber- raschung nach der andern. Bekanntlich erschien vor einiger Zeit in der Presse ein Aufruf, welcher sich gegen mein Unternehmen wandte und in welchem zum Schluss alle Photographen aufge­fordert wurden, gegen mich Material zu sammeln. Unterzeichnet war dieser Aufruf vom Vorstande eines Photographenverbandes. Mit Rücksicht auf den ungeheuren Schaden, der mir durch diesen plumpen Angriff entstand, wehrte ich mich energisch gegen dieses

empörende Attentat.

Der Fall kam vor Gericht und da gab zur allgemeinen Verblüffung der Herr Vorstand die Erklärung ab, dass ein derartiger Aufruf von ihm nie erlassen worden sei und demnach eine Fälschung vor­liegen muss. Unter meinen Gegnern gibt es also solche, welche es nicht wagen, mir offen und ehrlich entgegenzutreten, sondern es vorziehen, mich aus dem Hinterhalt zu bekämpfen, dabei sogar vor

einer raffinierten Fälschung

nicht zurückschrecken, den Kampf also mit Mitteln führen, deren richtige Benennung ich jedem rechtlich denkenden Menschen über­lasse. Ich fürchte keine auch noch so tüchtige Konkurrenz und erkläre hiermit öffentlich, dass ich sofort an die hiesige Armenkasse

3000 Mark auszahle

wenn in Deutschland sowie Oesterreich-Ungarn sich einer finden sollte, welcher für gelieferte Vergrösserungen bezw. vergrösserte Porträts ebenso viele freiwillig eingegangene Dank- und An­erkennungsschreiben vorlegen kann als ich. Vom letzten Jahre müssen die Schreiben von fünf beliebig aufeinander folgenden Tagen herausgesucht und Abschriften zwecks Nachprüfung zur Verfügung gestellt werden, wie ich das auch tun werde. Ich fordere also die vielen Tausende in den genannten beiden Ländern etablierten Photographen und Kunstanstalten zu einem offenen und

ehrlichen Wettbewerb

heraus, um dem Publikum zu zeigen, dass die zahlreichen gegen mich erhobenen Angriffe nur vom blossen Geschäftsneid diktiert sind. Ferner erkläre ich meiner Konkurrenz, dass ich gar nicht daran denke, meine Preise zum Nachteile des Pubikums zu er­höhen. Im Gegenteil: jetzt will ich erst recht zeigen, dass ich von niemandem Vorschriften darüber annehme, was ich tun oder lassen soll und dass ich mich ganz und gar nicht danach richte, was meiner Konkurrenz passt oder nicht passt. Jetzt liefere ich, um meinen Gegnern zu beweisen, mit wem sie es zu tun haben, zu­nächst 6 Wochen lang, und wenn es mir konvertiert, ev. noch länger,

ein grosses Bild umsonst

an jeden, der mir eine Photographie zu diesem Zwecke einsendet. Diese von der kleinen Photographie hergestellte Vergrösserung ist 38 cm breit und 48 cm hoch, also fast lebensgross. Wer also gern ein grösseres Bild von sich oder von Angehörigen haben will, oder wer auch blos neugierig ist, ob es mir wohl mit dem vor­stehenden Angebot ernst sei, der sende eine beliebige Photo­graphie unter Angabe seiner genauen und deutlichen Adresse ein.

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braucht mitgesandt zu werden, auch kein Begleitbrief, nur Adresse und Bild, und ich garantiere für unbeschädigte Rück­sendung der letzteren. Will mir jemand nicht zumuten, auch das Porto für Uebersendung der Vergrösserung und Rücksendung der Photographie aus eigener Tasche zu zahlen, so steht es ihm frei, 50 Pfg. in Marken beizulegen; ich wiederhole aber ausdrücklich, dass dies nicht Bedingung ist. Die Vergrösserung wird ebenso prompt geliefert und portofrei zugesandt, wenn keine Vergütung für Porto beigefügt wird. Auch sonst ist niemand weder vorher noch nachher zu irgend welchen Zahlungen verpflichtet; ich gebe die Vergrösserung wirklich und gänzlich umsonst. Das einzige was ich dafür erwarte, ist, dass die Empfänger von Bildern meine Firma gelegentlich ihren Bekannten empfehlen und ihnen

aufrichtig sagen

ob sie mit meinen Leistungen zufrieden sind oder nicht. Ich er­warte also keineswegs, dass jemand meine Bilder gegen seine Ueberzeugung lobt, nur wer es mit gutem Gewissen tun kann, soll gelegentlich im Freundeskreise meine Firma empfehlen. Ausge­schlossen von diesem Angebot sind die Inhaber von Konkurrenz­geschäften, sowie deren Angehörige, Angestellte und Beauf­tragte. Ich würde unnachsichtlich wegen Betrugs vorgehen.

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