Ausgabe 
23.10.1908 Zweites Blatt
 
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Freitag 23. Oktober 1908

158. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 250

lrfd)etni täglich mll HuSnatime deS Sonntag».

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21.-22.

Handel

99.20

Börse, 23 Oktober. Anfanq-akurse.

200.00

237.90

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Tendenz schwächer.

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Harpener Bergwerk Lanrahütte . . : ombarden E. B. Xordd. Lloyd . . Türkenlose . . .

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Reichsanleihe do.

Konsole . . do.

Hessen . < . überliessen

Bestes nach unten brennende» Gasglühlicht ca. 50% Gasersparnis.

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Rotationsdruck and Verlag der Br üblichen Unwerstläis Buch- und Siemdruckeret.

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Lanrahütte Xordd Lloyd . . . .

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1) iskon to-K om in andit. . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn

Gotthardbnhn . . . . . Lombard. Eisenbahn . . Destorr. Staatsbuhn . . . Innce-Henri-Eisenbahu

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Canada E. B. .

Iarmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Aoirtrtzche

Eine Gefährdung der Stoßkraft des Liberalismus sieht der rheinisch-westfälische Parteitag der freisinnigen Volks­partei zu vagen m der KampfeSweise der Gruppe Barth, bei ja auch Pfarrer üorell nahe steht. Zu dem Thema: Die linksliberale Fraktionsgemeinschaft und das Verhältnis zur demokratischen Vereinigung (Partei Barth) wurde nach kurzer Begründung durch den Referenten Chefredakteur Buschmann (Schwelm) sowie nach einem energischen und begeistert auf- genommenen Protest deS Landtagsabgcordneten Ganter (Barmen) gegen die KampseSwcise der demokratischen Vereinigung und ihrer Organe verdienten Führern der freisinnigen Volks- Partei gegenüber, vor allem gegen den Abgeordneten Stopfd), einmütig folgende Entschließung angenommen: »Der rheinisch-westfalische Parteitag der freisinnigen Volkspartci er­blickt in der Aufrechterhaltung der linksliberalen Fraktions­gemeinschaft ein wirksames Mittel zur Pflege und Wahrung der gesamten liberalen Ideen. Er verurteilt alle Ver­suche, die auf eine Störung der FraktionSgcmeinschaft hinauSiaufen, und bezeichnet insbesondere das Vorgehen bei Gruppe Barth als höchst bedauerlich, weil cs geeignet ist, bic Verve und Stoßkraft deS entschiedenen Liberalismus zu ge­fährden.^

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Redaktion, Ervedttion and Druckerei: Schul- straße 7. Eroedttion und Vertag, 5L Reoaktwn:^-^ 112. LeU-Aür.:AnzetgerÄieben.

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Der Lorsiand.

Die ..Siehener gamUltnblätter*' werden dem e91ndCiflei * otermal roocticnilid) beigelegl. öa3 Krelsblati tür den Kreis Stetzen" »wemial wöchentlich. Dir ..randwlrtschaftttchen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal.

4% Uesterr Goldrente.

4/o?6 Oesterr. Silberrente 4 ?ö Ungar Goldreute . . 4?6 Italien. Reute . . . 'i% Portugiesen Serie I 3% Portugiesen III 4°/e russ.Staatsanl. 1905 4/6" * japan. Staatsanleihe 1 % Couv. Türken von 1903 Türkeuluse \% Griech. Monopol-Anl. . 1% äussere Argentinier . o°/0 M cxikaner . . . lhulo Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss Buderus E. W

Tendenz: schwächer.

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uu «Darmadiki "v HauS" mit Piei- ng vom Abturnen.

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TeäefoeiEseSie HCursbe6*aöhte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.

Frankfurter Bör»e, 23. Oktober. 1.15 Uhr.

qedenkt heute abend in Berlin einmtreffen und wird am Samstag eine Besprechimg mit dem Reichskanzler haben.

Todesiall TaS HerrenhauSmitalied Wirklicher Geheimer Rat Dr. Ittenbach, ehemaliaer Generalauditeur der Armee und der Marine, ist aesiern nachmittag in Berlin gestorben.

AuS Gotha: Der Landtag beanstandete die Wahlen des lozialdemokr. Abgeordneten Bock und Bürgermeisters Rotter- Ohrdrul wegen Unregelmäßigkeiten.

Der zwölfte christlich-soziale Parteitag, der dieser Tage in Herford tagte, bat folgende Anträge derRubr- vartei" angenommen : 1) Der christlich-soziale Parteitag, wolle eine klare, für die Mitglieder verbindliche Stellung zu den nationalen Vereinen dahin nehmen, bon unter den obwaltenden Umständen Mitglieder der christlich-sozialen Partei in Zukunft den sogenannten nationalen Vereinen nicht mehr angehören bilden. 2) Der Pariei- tcirag wolle die s)tbgeordneten der Partei beaustragen, im Rcichs- tgg für ein gesetzliches Verbot der schmalzen Listen, Cverren re. und für größere Sicherung der Koalilionssreibeit der Arbeiter und Angestellten zu wirken. Ter christlich ° soziale Parteitag Hal sich zur Frage der Reichsfinanzreform gegen eine Zigarrenbanderolen' steuer ausgesprochen. Auch im übrigen erwartel die Partei, daß ihre Abgeordneten nach Möglichkeit einer Erweiterung der indi- rekten Lteuern ihre Zustimmung versagen. AlS geeigneteres Steuersystem wird das der progressiven Einkommen- und Ver­mögenssteuer, sowie der Ausbau der ErbschastS- und Luxussteuern bezeichnet.

Teilnehmer an der Spalierbildung waren ohnmächtig ge­worden.

Kleine Tagcschronik.

An einem Schulbau in Fürth wurden drei Zimmerleute von abstürzenden Gesimssteinen getroffen und in die Tiefe gerissen. Alle drei erlitten Schädelbrüche. Einer ist bereits g e st o r b e n. .

Der Mitinhaber der Seidenwarensirma Cohn n. Wertheim in Berlin, G. Wertheim, ist als Leiche aus dem Land- wchrkanal geländet worden. Geschäftliche Schwierigkeiten sind die Ursache.

Aus verschiedenen Ortschaften bc3 Voigtlandes werden Erdbeben gemeldet. Die Erdbeben wiederholen sich in dieser Gegend säst alljährlich im Herbst, nur sind sie in diesem Jahr bedeutend heftiger als früher, von Mittwoch nachmittag bi? Mitternacht sind in Brambach 30 Erdstöße gezählt worden.

Durch eine Feuersbrunst wurde ein Teil des Zoolog. Gartens in Southport (England > zerstört. Eine große Zahl der Tiere, darunter zwei Elefanten, ein Dromedar, ein Kamel, ein Zebra, eine Antilope und mehrere Hirsche wurden in den Flammen getötet.

Der neue französische Marinem'mister.

Im franzöiudj-en '.UxatiftercnLc. hat Präsident Falliöres gestern die Ernennung PicarLs zum Marineminister unterzeichnet. Picard war bisher Abteilungscl;ef bc5 Staatsrates: er war s Zt. Generalkommissar der Weltausstellung von 1900. Sein Bericht über die Ausstellung gilt als eine bedeutende Arbeit. Er ist 1844 in Straßburg geboren, besuchte die Polytechnische Schule und die Ingenieurschule für Brüsten- und Wegebau unb bringt jo bis zu einem gewissen Grade auch teclmische Kenntnisse für sein neues Amt mit. yin Feldzug von 1870 arbeitete er anfangs an der Befestigung von Metz mit, nahm aber dann mit der Waue am Kriege in Der Loire-Armee teil. Er machte dann seine weitere Laufbahn als Ingenieur im Staatsbahnwesen, bis er hierin zum Sektions-Präsidenten im Staatsrat ernannt wurde. Picard ist in politischer Hinsicht ein unbeschriebenes Blatt: er gilt als ein tüchtiger Berirattungsbeamter und ist der Verfasser mehrerer her­vorragender Werke üoer das französische Eisenbahnwesen.

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Giessen.

)n; Hermann Stelngoetter.

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^kamttren-Na^rbehten.

Geborene: Herrn Kulturinspektor Heyl und Frau in Fried­berg ein Sohn. ,

Verlobter Fräulein Minna Ploch nut Herrn ©etnr. .noch, beide in Alsield. Fräulein Helene Julius in Wetzlar mit Herrn Mar KüSgen in Marxloh <Fr. RnbrorO.

Gestorbene: Herr Ehrisiovb Rauft in Münster b. Butzbach. Herr August Franz, Frau Marie Mantel, geb. Hofmann, beide in Wetzlar. Herr Heinrich Schweitzer in Hochelheim.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Vberhefien

Die llrisir im Grient.

Tie Stimmung in Konstantinopel wechselt setzt fast täglich. Zuerst Zeigte sich große Mißstim'mung gegen Deutschland, das angeblich Oesterreich und Bulgarien zu ihrem Vorgehen anae- stachelt haben sollte. Gleichartig trat eine Überschwengliche Be­geisterung für England zu Tage, weil man von der englischen Freundschaft Hilfe in allen gegenwärtigen Nöten erwartete. Die Hilfe blieb aus, man wurde wieder mißtrauisch, und der deutsche Botschafter in Konstantinopel hatte es verstanden, die Türken über die wahre Haltung Deutschlands *.u beruhigen. Gestern be­stand sogar die .Hoffnung, daß die Türkei und Oesterreich zu einer direkten Verständigung gelangen würden, so daß die Konferenz überflüssig erschien. In diesem Sinne äußerte sich auch Twhr. v. Aclwenth.il gestern im' österreichischen Ausschüsse für Auswärtiges. Er sagte, es seien zwei Verhandlungen im Zuge, die für Oester­reich-Ungarn besondere Wichtigkeit litten: direkte Verhandlungen mit der Türkei über Bosnien, tzcrrcsotvina und die Mumung des Sandschakt Nowibazar. Der Minister fügte noch hinzu, daß Ocft?n:ciaMlnoarn gegen die Idee der Konferenz nichts einzu­wenden hätte, sofern das Programm vorher genau festgestellt werde und der österreichischen Auffassung Rechnung trage. Die Doykottbewegung, so meinte Aehrentyal, werde binnen kurzem be­endet fei». Auch die Erregung in Serbien und die Kundgebungen gegen Oesterreich würden bald aufhören.

Nun scheint Aehrenthal aber die Lage doch ein wenig Au op­timistisch beurteilt zu haben. Vor allem hat er die Politik Eng­lands zu wenig in Rechnung gezogen. Zn London hat man wohl inzwischen eingeseh-'n, daß es ein Fehler war, die hoch-- gespanntim Erwartungen der Türken durch ZurüclHaltung getüumst zu haben. Der englische Staatssetretär Sir Edward Grey scheint in den letzten Tagen nicht müßig gewesen zu sein, lonbent Versuche gemacht zu hoben, das schwindende Vertrauen der Türken wieder zu gewinnen. Gre-)s gestrige Rede im englischen Unterhause floß geradezu über von Wohlwollen gegen die Türkei, xa die Türkei, so bemerkte Grey, durch die lüngsten Geschehnipe am schwersten getroffen ist, so vertraut die englische Regierung, datz es das erste Ziel der Michce sein werde., Kompensationen für die Türkei zu sichern, ihre Interessen zu stützen und das neue türkische Regime zu starken, dessen Einführung so wohltätige Wirkungen aus die Verwaltung des türkischen Reiches ausüble. Die Billigung der türkischen Re­gierung sei eine notwendige Voraussetzung für die Annahme eines reden Konferenzprogranimes. Ratürlich müssen sola>e Worte in Konstantinopel wie Balsam wirken. Und cs verlautet denn auch schon, daß die Pforte es jetzt ablehne, mit Oesterreich direkt zu verhandeln. Daß hinter diesem Entschlust englischer Cunflns; zu fudyen ist, erscheint kaum mehr zweifelhast> Auch von direkten Unterhandlungen mit Bulgarien will die Türkei nun nichts,mehr wissen, weil sic hofft, mit Englands Hilfe aus einer Konferenz mehr durcl-zusctzcii, als selbst bei erfolgreichsten Unterhandlungen. Neue Komplikationen in der Orientriisis sind nach dem allen für die nächsten Tage sehr wahrscheinlich.

Bei dem allgemeinen Buhlen um die Gunst der Türkei wird jetzt insbesondere der Vertreter Deutschlands in Konstantinopel feinen leichten Stand haben. Frhr. v. Marschall gilt allerdings, nicht mit Unrecht, zur Zeit als der begabteste^ der europanchen Diplomaten, aber das diplomatische Zntriguenipiel in Konstan­tinopel ist auch verwickelt genug.g-

Deutsches Resch.

Die R e i ch 4 - B e s o l v u n g s - V o i l a n e n werden dem Reichsiagc bald nach dem Zusammentritt des Reichelages zugctzen. Tie Fiiianzrewrin-Vorlage foU bereilS am 4. 91-oücmber vorgelegl werden, die Beamteiuzesetze ivenige Tage fpäier. Tie Vorlage über die Erhöhung des Wohnungsgeldzn chusses dürste vom Biindesral soweit m der Beratung gewidert werben, daß ihre Voilegung schon Atme Vlouember erfolgen kann. Gleichzeitig wird alLdanii auch dem

Die Empseblung geiunder und billiger 6)cnusrmittcl ist bei der zimehmenden Verteuerung der Lebenshaltung besonders wertvoll. Eines der besten (Getränte bietet zweifellos Meßmer S Tiiec, der in den bekannten Ac.schui.gen Wohlgeschmack und Be^ köininlichkeit mit außeiordentlicher Ausgiebigkeit verbindet. Eine Taste Meßmer's Engi. Mischung stellt sich ans ca. 1 Pfg. Nr 1 : 1 Mark * Bel 25 Stück : 95 Pf » Bei 50 Stück : 92 Pf * Bei 100 Stück : 90 Pf ZAENRSLkTR-SrÄNES'

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Ausland.

Zur Lage in Oesterreich. Die innerpolitische Lage in Oesterreich hat keinerlei Entwirrnng erfahren. In Minister- kreisen wird versichert, daß die Differenz mit den tschechstchen Ministern zu keiner Demission des Gesamt-Minilterlums führen werde. Nach derNeuen Freien Presse" soll der Kaiser dem Ministerpräsidenten Beck Vollmacht erteilt haben, nach der sich ergebenden Situation entweder einen ablehnenden Besckieid be­züglich der Demission der beiden tschechischen Minister zu er­teilen oder aber eine Rekonstruktion des Kabinstts vorzubereiten. In verschiedenen Städten Nordböhmens haben Gegendemonstra­tionen gegen die Prager Exzesse stattgefunden.

Italien hat beschlossen, sich der neuen französisch- spanischenNote anznschließen. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika erteilten ihrem Vertreter in Tanger Instruktionen zugunsten dieser Note. Die Antwort der deutschen Regierung steht noch auS. , , . . .

Lieferungvon Kriegsschiffen für Rußland. Der Vertrag der russischen Regierung mit der Grangemouth and Gree­nock Dockyard Company über die Lieferung von fünf Kriegs- schissen, jedes mit einem Rauingehalt von 8000 Tonnen und einem Werte von nngefährt 400 000 Pfund Sterling, scheiterte, obwohl er schon so gut wie abgeschlossen war Der Auttrag ist jetzt der Schi cha uw erst in Danzig übertragen. Die russische Regierung bestand darauf, daß bis 1911 keine Zah­lung geleistet werden sollte. Die letzten in England gebauten russischen Kriegsschiffe haben sich nicht bewährt.

Dctunsittliche" Professor.

Am Mitiwoch haben wir bereits eine kleine Notiz über da§ unglaublich seltsame Verbot eines Vortrages Professor Dr. Forel's über Nassenentartung und Rassenhebung ver- üffentlicht. da? überall größte Mißbilligung gefunden hat. Heber dieses Vorkommnis wird nun derBerl. Volks-Ztg." auS Leipzig geschrieben:

Das Verbot deS Vortrages war auf eine Eingabe des LeipzigerVereins zur Hebung der Sittlichkeit" hin erfolgt, weil Prof. Forel ein Gegner der Einehe (!) sei. Professor Forel erklärt derSachs. Zorresp." in Leipzig, daß öie Behörde bedauerlicherweise unrichtig informiert worden sei. Ibn sie richtig zu stellen, bittet Piofessor Forel tun Veröffent­lichung der folgenden Aufklärung, die wir im Auszug wieder- geben:

1. Professor Forel hat nirgends gegen die Einehe ge­schrieben oder gesprochen, sondern nur für Erleichterung der Ehescheidung und für Gleichberechtigung der iinehelichen Zinder und Wlütter. Er ist ferner energisch für frühzeitige Ehe- ichließung eingetreten.

2. Professor Forel hat in Wort und Schrift die Prostitution und ihre Duldung energisch bekämpft.

9lach alledem haben weder die Vereine zur Hebung der Sittlichkeit, noch die Behörden irgend welchen Anlaß, Vor- ,ragen, wie sie Professor Forel über diese und ähnliche Fragen m verschiedenen deutschen Städten zu halten beabsichtigt, hinderlich zu sein.

Man sieht an diesem eklatanten Falle wieder, wohin es die Sittlichkeitsfanatiker treiben können; wie die edelsten und sittlichsten Bestreblmgen im Keime erstickt iverden, weil diese Zionswächter der Moral im Banne ihrer Scheuklappen blind­wütig darauf lostappen, wie dieseStaalserhalter^ einen yohen und sittlich vornehmen und freien Ideenkreis wie den Forels überhaupt nicht zu fassen vermögen und leider in ihrer kleinlichen Gesiummg bei dec Behörde Unterstützung finden.

» Verschiedene Unfälle ereigneten sich gestern an­läßlich der Feierlichkeiten im Kaiserhaus in Berlin. An einem der Unfälle war sogar der Kaiser selbst beteiligt. (Sine Frau geriet durch Unvorsichtigkeit unter die Räder des kaiser­lichen Automobils und wurde überfahren. In dem Auto­mobil saßen der Kaiser, der Kronprinz, sowie die Prin^essm Eitel Friedrich, Adalbert und Oskar. Der Kaiser ließ sofort halten. Die Verunglückte wurde in der Königlichen Klinik unter» gebracht. Innere Verletzungen sind anscheinend nicht vorhanden. Auch bei dem Einzug der Prinzessin kamen mehrere Unsüttc vor. Die fliegenden Wachen der Unfallstation, die in der Straße Unter den Linden errichtet waren, wurden in 24 Fällen in Anspruch genommen. Eine ernste Verletzung hatte ein P o st - Inspektor erlitten, der auf dem Schloßhofe mit dem Pferde «"«ÄfemnL «e.,Beten, W LL L«»

ca. 50% Gasarspamis.

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