Ausgabe 
17.12.1908 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 17. Dezember 1908

158. Jahrgang

ErfteS Blatt

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Die heutige Nummer umfa&t 12 Seiten.

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Ausland.

Der Achtstundentag i m Bergbau, $nt Zentral- aussct. der belgiichen Kammer wurde gestern eine wichtige sozial­politische Entscheidung auf Antrag der Sozialisten mit Stimmen­einheit getroffen. Ter Acaximalar'oeitstag für die Bergleute in hm Kohleng.mb en wurde angenommen. Em Jahr nach Annahnro des Gesches beträgt darnach die gesicherte Arbeitszeit 9^/a Stunden, zwei Jalnc später 9 Stunden. Ta Auf- und Abstieg einbegriffen sind, so ist das tatsächlich der Achtstundentag.

sein Amt bisher zur Zufriedenheit verwaltet habe und er werde sich auch fernerhin bemühen, die Würde und die

Festspiele in München 1909. Im Prinzregenlen- Theater in 'München kommen im Sommer 1909 folgende '-Werfe

herangczogen, war Ausschußmitglied des landw. Bezirks- und des Provinzialvcrcins, stellv. Präsident des Bundes der Landwirte und des landw. Vereins für Oberl-essen usw. Von 1904 bis 1906 war Korell auch Bürgermeister von Leusel, doch mußte er dies Amt aufgeben, um bic Bewirt­schaftung des ererbten Hosgutcs Anaerob zu übernehmen. Der Zweiten Kammer gehört Kvrell seit 1899 an.

Deutsches Ueictz.

Der Kaiser Härte gestern vormittag den Vortrag deS ChesS des Zivilkaometts und nalM einige militärisch>e Meldungen ent­gegen. Später enrpsing der Kaiser die amerikanisä)en Prvjessorett Davis und Adler im Beisein des Staatssekretärs von Schoen und des Botschafters Hill.

Bei der RerchstagSersahwahl im Wahlkreise Bo m st-M efe r i h am 12. Dezember wurden nach der amtliä-en Zahlung 21 691 Stimmen abgegeben, von diesen erhielt der Ober- verwaitungsgerich.srat Graf v. Westarp (Dtsch. Kons.) 11 476, Probst Roenspieß (Ztr.) 10 209: 6 Stimmen waren zersplittert.

M i n i st e r Holle. An zuständiger Stelle wird entschieden die Nachricht einiger Blätter bestritten, daß Kultusminister Dr. Holle zurück zu treten gedenkt. Ter Kaiser hat sich laufend über das Befinden des Dr. Holle berichten lassen und ihn vor nicht langer Zeit zur Besserung seines Befmdens beglückwünscht. Bon einer Verlängerung seines Urlaubs oder gar von dem Rücktritt! des Ministers kann demnach nicht die Rede sein.

Ter nationalliberale Landtags-Abgeordnete Geh. Justizrat Jürgensen, gewählt int 5. Schleswig- HolsteinjchLN Wahlkreise, soll beabsichtigen, sein Mandat nredevs zu legen. __'

aus. Seine

Gegenwart, überall zu haben-

,T i e 'Di e i ft e r i t n fl e v von Nürnbe r a Isolde" und ^Tannhäuser". Im St sinden Festvorftellungen Akozarlscher Werke

in gleicher Fülle vor allem auch auf Höchstihren Durchlauchtigsten Kindern und Kinbeskinbern."

Ter Bericht stammt aus dem Mai 1907, konnte oberwegen mancherlei Anfechtungen nicht rechtzeitig m Truck gegeben werden und kommt bann« verspätet in die gefegnele Hand der güiigen Spender". Ter .Türmer" meint j» diesem Elaborat frömmelnder Knechiseligkeit: ,unb bannt soll dem,Höchsten" gedient werden! 'JJitl Verlaub: welchem ^Höchsten"? Wer ist von .Höchstdenselben" hier noch der .Höchste" ? Und in welchem Verhältnis steht bei .Höchste" zu .Höchstbeuselben" ?"

fromme Byzantiner.

Wie der .Türmer" mutedt, verschickt eine Diaspora - Anstalt In Preußisch - Schlesien an ihre Gönner ihren Jahresbericht, in dem des Todes zweier Mitglieder des Königshauses wie folgt ge­dacht wird:

Wir, die wir des Vorzuges gewürdigt wurden, hier in der nächsten Nähe Höchstrhrer Residenzen, Cainenz im preußischen und Weihwasser tm österreichischen Schlesien zu arbeiten, und den (ylanz Höchstihrer edlen Charakteretgenschaflen zu schauen und die Wärme Höchstihrer Glaubens- und Liebesarbeil unnuielbar zu em- vfinden, weiden nun des Verlustes desto mehr inne. Lar es uns doch als eine besonders getrost machende Fügung unseres Heilandes erschienen, als imiere erste untertänigste Bnie an diese hochgestellten Wohliäler um Höch st ihre Mithilfe bei der Wiederaufrichtung dieses altehrwürdigen Heides evangelischen Bekenntnisses sofort ein gnä­diges Echo aus Höchstihren großmütigen Herzen erhielt, welches die Gründung unserer Anstalt in Aussicht stellte und tatsächlich gerbehiiljrie. Und war es doch cm immer aufs neue dankbar empfundenes Zeichen des gemeinsamen Bekenntmpes zu unierem Haupte Jesus Christus, daß Höchstihre Beiträge für diesiS Sti't all die Zeit über bis zu Höchstihrem Heimgänge kein Jahr ausge- blieben sind. Groß war die Zahl der Einzeliälle, in denen luir persönlich Zeugen sein durften von Höchstihrem persönlichem Elfer, auch mit Höchstpersönlüchen Opfern durch eindrucksvolles Vorbild im Dienste des Herrn der kleinen verschüclsterten Gemeinde Trost und Mut zuzusvrechen. Wie hat doch durch die allseitige Förde­rung, welche diese hohen Beter und Bekenner bet Ausgestaltung der Feier unseres 350 jährigen Kircheujubiläupis (1890) angedeihen ließen, dieses seltene Fest den der Vergangenheit dieser allen . . . . Gemeinde entsprechenden Jubelscheiii erhöht bekommen . . . ." In den nächsten sechs Sähen zählen wir nicht weniger als 14.Höchst- dieselbe" usw. und zum Schluß heißt es: .Gar manche Höchstihrer tirieic geben Zeugnis davon, daß Höchstihre perionlidie Wohl° lätigkeit nicht mit der äußerlich bemertbaren Darreichung bei Gaben endete, sondern daß die Arbeiten nut unserer Anstalt einen ieil des Inhalts Höchstihrer Gebete in der Stille alisrnachien.

äußere Zeichen unserer Dankbarkeit für alles, was die Hohen nur .hohen' ?) entschlafenen Wohltäter für unsere Arbeit zum ÜZohle der Glaubensgenossen bedeuteten, konnten nur schlichte Kränze fern Aber wir begleiteten diese mit dem innigen Gebet: 6er Sperr, der Höchstdieselben zu Seiner Ruhe emgeiührt, da Sie mhen sollen von Höchstihren Werken (!) wie Gott von den eeintgen (!!), mache bas Andenken dieser Gerechte»; zum bleibenden Legen für alle an dem Verlust Beteiligten, upb dieser Segen ruhe

Die Abgeordneten der Provinz Rheinhes­sen und oer Berg st raße haben bei der Zweiten Kammer einen Antrag eingercicht, in dem sie gegen die Reichsweinsteuer Protest erbeben und an die Re­gierung das Ersuchen richten, durch ihren bevollmächtigten Vertreter zum Bundesrat auch im Reichstage dagegen Ver­wahrung einzulegen.

Abg. Dr. O f a n n brachte eine Interpellation über die Verhältnisse in Ober-Sembach, betr. den Streit der Gemeinde mit der Forstoerwattung. Abg. Dr. Pagen- stecher-Mainz brachte eine Interpellation über d.e Gas- und Elektrizitätsbestcuerung und über die Er­laubnis der Pion ie r o f s i z i erc ins Kastel, Wohnung in Biebrich zu nehmen, mit Abänderung des § 74 des Aus- führungsgesctzes, ein. Eine weitere Interpellation betrifft die Umgehung der Stadt Mainz inbetreff der Schnellzugsverbinoungen.

Der bei der heutigen Konstituierung der Zweiten Ständeiammer zum ersten Vizepräsidenten gewählte Abg. Kvrell, vertritt in der Kammer den 8. oberhes- sischen Wahlkreis Alsfeld-Ulrichstein. Er ist am 19. Novem­ber 1871 in Leusel, Kreis Alsfeld, geboren und hatte in Alsfeld die Realschule besucht, um )ta) später dem Studium zu widmen. Infolge des frühen Adleoens seiner Eltern mußte er jedoch diesen Plan aufgeben und im 21. Jahre die Bewirtschaftung des elterlichen Gutes übernehmen. Er wurde frühzeitig zum Vertrauensmann der landw. Kreise

Nr. 297

Tci Siebener Anzeiger rdd)cim täglich, außer Sonntag». - Beilagen: viennal wöchenilich GiehenerZanistirndlälter, Jroennnl ivödientl.Ktelii

'laltsürdenlkreirGiehen (Tienstag undFreung); zweimal inonall Land» wirtschaftliche dtltfragtn yeruiprech - Anschlüsse r füi Vie Redaktion 118, Verlag u. Expedition 51 ÄÄrefte rtu Depeschenr

Anzeiger Gieße».

Die Zentrumsfraktion hat eine Reihe An­träge eingebracht; u. a. einen Antrag auf Neuregelung der Witwen- und Waisen Versorgung der Bolks- schullehrer; Anträge des Abg. Dr. Zuckmayer auf Er­richtung von Eiscnbahnhaltestelleii in Weisenau und stpst-

tccibenbe Bevölkerung: Anträge zur Bekämpfung der Ar- beitslofigleit und der Fürsorge für die Wanderarmen; An­träge Dr. Zuckmayer und Pennrich, betr. lieberfahren der Stationen Kastel und Bingen durch Scl)nellzüge; Süitrüge, Dr. Frenay, betr. Versicherung der Dienstboten. Tie Abgg. Uebel und Horn haben eine Interpellation ein* gebracht über die Affäre Link (Dieburg).

Die Abgg. Pennrich und v. Brentano stellten einen An­trag auf Errichtung einer festen Rheinbrücke zwischen Bingen und Rudesheim; ein Antrag Dr. Frenay ver­langt den Bau eines normalspnrigen Anschlußgleises Gvn- senheim-Finthen; Dr. Frenay beantragt, bei der Ersenbabn- verwaltung dahin vorstellig zu werden, daß für die Beförde­rung von Obst niedrigere Frachtsätze eingeführt ioerden. Abg. Molthan und Gen. beantragen, dahin zu wirken, daß, solange preußische Beamten der Eisenbahngemeuischaft lucgen der von iyncn zu zahlenden Gemeindesteuern Ent­schädigung oder Vergütung erhalten, die aus gemeinschaft­lichen Mitteln gewahrt werden, dieselbe Vergütung auch den hessischen Beamten der Eisenbahngemeinschaft zujlteßen zu lassen. ________________________________________

f ü b r u n q aus b e in Serail",C o 8 i f a n tutte.

Nene Briefe der Königen Viktoria. AuS London wird berichtet: Tie erschienene Sammlung von Briefen der Königin Viktoria wird jetzt eine Ergänzung enabren; König Eduard tzat die Herausgabe einer weiteren Auswahl von Briefen der verstorbenen Königin genehmigte. Tie neuen Briefe ent­stammen den letzten 25 Jahren nach dem Tode des Prinzgemahls. Da die Angelegenheiten, die in dieser Korrespondenz berührt werden, der Gegenwart noch nahestehen, wird die Auswahl mit großer Vorsicht oorgenommen werden müssen, so daß dieser dritte Band Viktoria-Briese voraussichtlich nicht vor 1910 erscheinen wird.

Vokszählung in China. Tie chinesischen Behörden geben jetzt die genauen Resultate der Volkszählung bekannt, die lürzlich im Himmlischen Reiche statige'imden hat. Danach zählt China eine Gesamtdevölkernng von 438 214 ODO Köpfen; die Zahl der Fremden wird auf 69 852 angegeben. So bilden die Chinesen nahezu ein Drittel der Bevölkerung der Erde.

Kleine Chronik ans Kunst und Wissenschaft.

für d.e zaqesnuinmet noldflottsfriK! und Verlag der vrMschen vnlv.'vuch. untz Stelnöraueret 8. Lange. Reöahton, LxpedMon und Druckerei: §chu!straße 7

Interessen des Hauses nach jeder Richtung hin zu wahren, und das Präsidium in gerechter und unparteiischer Weise zu führen. Sein Alter gebiete ihm aber, an das Haus die Bille zu richten, Nachsicht zu üben. Er werde dagegen stets be- strebt sein, die Redefreiheit voll zu wahren und die Volks­rechte zu schützen und zu stützen, nach oben und nach unten, nach rechts und liulS. Damit werde dem Besten des Landes und dem Besten unseres angestammten Fürstenhauses ge­dient. Der Präsident bringt sodann ein dreisaches Hoch auf den Großhcrzog und das Großherzogliche Haus ans «Die Sozialdemokraten haben während der letzten Worte bin Sitzungssaal verlassen, was einige Heiterteit im Hause erregt.)

Der Präsident teilt sodann mit, daß dem Hause eine Botschaft des Großherzogs zugetzangcn ist, wo­rin Mitteilung von der Geburt eines zioetten Prinzen ge- macht wird. Wir alle teilen die große Freude des fürst­lichen Elternpaares und wir wünscl)en, daß der junge Prinz wachse und gedeihe und ein tüchtiger Mann werde. Der Prä­sident schlägt vor, die Botschaft mit einer Adresse zu be­antworten, deren Entwurf morgen der Kammer vorgelegl werden soll, das Haus ist bannt einverstanben.

Abg. Korell dankt für seine Wahl zum Vizepräsi­denten und versichert, daß er das Amt in strenger, gerechter und unparteiischer Weise führen werde. Auch Abg. Dr. Schmitt dankt für seine Wahl.

Abg. Reinhart macht die Mitteilung, baß die Be­ratung über bie Wahl ber Mitglieber zu den Ausschüssen noch nicht zum Abschluß gekommen sei. Bezogt. ber Ein­ladung der Bauernbündler zu den Fraktionsbesprechungen sei ein bedauerliches Versehen vorgelommen, er ertläre aber, baß seine Partei die Verteilung der eiiizelnen Mit­glieder auf die Ausschüsse in durchaus gerechter Weise wünsche; es solle teilte Partei in den Ausschüßen verkürzt werden.

Die Sitzung wird darauf geschlossen. Nächste Sitzung morgen früh 9*/2 Uhr. Tagesordnung: Wahl der Schrift- führer und ber Ausschüsse, Adresse an den Großherzog.

vezag-pret»: monatlich7ützü oierlet» jährlich Alt. 2.20; durch Abhole- m. Zweigstellen monatlich 65 Vf.; durch dieVost Akk.3. viertel- |ährL au9|d)l Beitellg, Zeilenpreis: lokal 15'UU auflicarte 20 Viennig,

Verantwortlich für den politildjen Teil, füi .Feuilleton" und .Bernnfchtes" . Ernst Anderfon, für »Stadt u. stand" und »GerichtS- fnal" 4. Heß, füi den Anzeigenteil H Beck.

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Die Eröffnung der hessischen Landtag;.

Erste Kammer.

R. B. Darmstadt, 16. Dez. Die Erste Kammer ber Stände trat heute mittag zu ihrer Konstituierung zusammen. Geh. Staatsrat Krug von Nidda konsta- tierte, daß mehr als 12 Mitglieder anwesend seien. Der Aroßherzog habe zum ersten Präsidenten wiederum den GrafenGörtz genannt von Schlitz, ernannt. Dieser über­nimmt darauf das Präsidium und bittet die Kammer, ihm das bisher entgegengebrachte Vertrauen auch fernerhin be­wahren zu wollen.

Der Präfideut bringt darauf eine Botschaft des Groß Herzogs zur Kenntnis des Hauses, in der von der am 20. November erfolgten glücklichen Geburt eines Prinzen Mitteilung gemacht wird.

Zmn stellvertretenden Präsidenten wählt bas Haus den Fürsten zu Solms-Hohensolms-Lich und zum zwei­ten Stellvertreter den Frhrn. Heyl zu Herrnsheim Zu Selretären wurden der Fürst zu Jsenburg-Bierstein und der Oder^Stallmeister Frhr. Moritz Riedesel zu Eisenbach gewählt.

Präsident Graf Görtz beraumte die nächste Sitzung auf morgen abend 6 llhr an; in ihr soll die Wahl der Aus­schüsse und die Beratung einer Adresse an den Großherzog erfolgen.

,S i rn v l i z i f! i m n s", das den deutschen Michel in der Abwehr gegen den tschechischen Pöbellöwen zeigt. Angeblich fordert die Rvone für das Benrather Schloß nebst Park 86 Millionen Mark, für den T ü s s e l d o r i e r Jägerho' 4 Millionen. Zur Errichtung eines Denkmals für den Großherzog Friedrich L in Karlsruhe plant man aus städtischen 'JJhtteln 200 000 Alk. auizuivenden. Tie Summe soll auf 10 Jahre verteilt werden. Ter Direktor der PiovinziabJrrcnansialt Leu bus, Geheimrat Alter, der anläßlich des stubecki-Prozesses heftig angegriffen wurde, ist vom Verein ostdeutscher Irrenärzte zum Ehren­mitglied ernannt worden. Dem Dichter Otto Ludwig -oll demnächst aus den Alittelii der von der Stadt Dresden ver- roaUeien Tiedgeftiftiuig ein Tenkmal in den Anlagen der dortigen Bürgerwiese errichtet werden. Im Kgl. Jnterunstheater zu Stuttgart hatte Otto Ernsts neuester satirischer Schwank ,T a r t u f f der Patriot" bet feiner Uraufführung in flotter Tarstelluug einen großen Er'olg; vom zweiten Akte an konnte de» anwesende Dichter danken.

Ein abgekehnter Fackelzug. Prof. Schmalen­bach von der Kölner Haudelshocl'schule hatte einen Ruf an die neugegrünbeie Handelshochschule in Stockholm ausge chlagen. Tie Llndierenden der Handelshochschule bauen daraufhin beschlossen, Prof. Schmalenbach ihren Tank durch einen Fackelzug zum Aus­druck zu bringen. Prof. Schmalenbach bal jedoch, von dieser Ehr- ung abziisehen, und zwar mu folgender angeschlagenen Begründung: »Ihre fienndtiche Absicht, mir einen Fackelzug zu bringen, gereicht nur zu hoher Ehre und erfüllt mich nut großer Freude. Ich er­sehe da»aus, daß das Verhältnis zivischen der Studentenschafi unb mir so ist, rote ich es immer erstrebt habe. Wenn ich Sie trotzdem bitte, von der Veranstaltung eines Fackelznges abziisehen, so ge­schieht es wegen eines Gesichtspunktes allgemeiner An. Ich ge­höre zu denen, tue glauben, daß tn Deutschland dem Bedürfnis der Ehrung durch Feste und Feiern zu sehr natbgegeben wird. Alan übersieht dabet em wenig, daß ein solches Uebennafc den Ge­feierten leicht zu Anschammgen erzieht, die nicht im Interesse hn Feiernden sind. Man ist dann gelegentlich erstaunt und umoillig gewesen über die Wirkungen. Ich fürchte mm zwar nicht, daß die mir zugedachte Ehrung in mir selbstherrliche Gefühle erwecken würde. Aber es scheint mir, daß man nn kleinen dem nachleben toll, was man im großen für zweckmäßig hält. Ich bitte Sie, mir Ihre Freundschaft auch feuicrlnn iu erhalten, sie wird immer er widert sein von Ihrem getreuen Pros. Schmalenbach."

Ein Quartettspiel des Prinz en paareS von Battenberg. Binnen Kurzem wird bet den Spielivaienhändlein ein Quaiteltspiel erscheinen, besten Karten vom Prmzen und der Prinzessin von Battenberg gezeichnet sind. Auf seinen Reisen machte das Prinzenpaar karrikaiuristitche Zeichnungen inte­ressanter Perfönlichkeiten und aus den Skizzen spricht eine un- gemein große Tosis trefflichen Humors. Auch gekrönte Häupter und Regieruugsbeamle in höchsten Stellungen wurden von dem Prinzenpaar im Bride verewigt.

Zweite Kammer.

Darmstadt, 16. Dez^

Dte Kammer ist, wie schon kurz gemeldet wurde, heute mittag zu ihrer Konstituierung zusammcngctreten; es sind im Ganzen 45 Abgeordnete zugegen. Am Regierunastisch haben die beiden Großh. Einweisungskonimifsarc, Geheime- rat Dr. Weber und Ministerialrat Best Platz genommen.

Um 12.5 Uhr nimmt Geheirnerat Dr. Weber das Wort. Er konstatiert, daß sich auf dem Bureau der Kammer mehr als 27 Mitglieder angemeldet haben, und verliest das alphabetische Namensvei^eichnis, wobei die Abwesenheit von 5 Mitgliedern konstatiert wird. Geheimecat Dr. Weber stellt dann fest, daß Wg. Horn das älteste Mitglied des Hauses ist und ersucht diesen, einstweilen den Vorsitz zu führen. Nachdem das geschehen ist, erklärt der Kommissar die Kam­mer für konstituiert.

Alterspräsident Horn ersucht darauf die ^beiden bisherigen -Schriftführer, Abgg. Schmaibach und Stöpler, einstweilen ihr Amt weitsrznfuhren. Bei der bann erfolgten Mahl des ersten Präfidenten werden 41 Stimmzettel mit oem Namen Haas, einer auf den Namen Reinhart und drei un­beschriebene Zettel abgegeben. Abgeordneter H a a 3 ist somit zum ersten Präsidenten wieder gewählt.

Zum ersten Vizepräsidenten wird Abg. Korell mit 36 Stimmen gewählt; 9 Stimmzettel sind unbeschrieben. Zum zweiten Dizepr äs identen wird Abg. Dr. Schmitt mit 37 Stimmen gewählt.

Geh. Rat Haas übernimmt alsdann den Vorsitz und bankt zunächst dem Alterspräsidenten für seine Mühewal- tung; er hoffe, daß Abg. Horn noch recht oft das Amt des Mtcrspräfidenten ausüben werde. Redner vetont dann, daß er nun schon zum fünften Ala le zum Präsidenten ge­wählt worden fei. Er nehme die Wahl an und spreche für die abermalige hohe Auszeichnung seinen herz.ichen Dank