Ausgabe 
16.12.1908 Zweites Blatt
 
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Mittwoch 16. Dezember 1908

158. Jahrgang

Nr. 296

Zweites Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme beS Sonntag«.

Seneral-Anzeiger für OberheMn

des

Frankfurter Bör*e, 16. Dezember, 1.15 Uhr.

94.6u I Elektru. Lahiueyer .

ö8 00

III

396 Portugiesen

i nuce-Heuri-hisenbahn

berliner a>brse, 16

176.20

I'lhiedems

218 60

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berliner ilandelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskuntu-Kominandit Dresuuer Bank . . Kreditaküeu . . . Btytiwure- und Ohio-

LiseuLahu . . . uuiibardbabu . . . Lombard. Eisenbahn uesterr. äLaaisoahu .

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92.00 97 85 97.80

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Dezember. Anlan"skurse. harpener Bergwerk. . Lauraiidtte .... ..umbardeu E. B. . .

Nordd. Lloyd ....

i ilrkenloae.....

Wlt 3% dh"/« 0% dÜe/< 3X0/.

Llektnz. bcbuckert . . . Lscüweiier Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

.\urdd. Lloyd.....

Ubeiscbka. Eisen-Industrie

Cauada E. B. . . .

Darmstadter Bank . .

Deutscne Bank . . .

Durtmunder-Lmon C. .

Dresdner Bank . . .

Tendenz schwächer.

. 169.00

. 128.50

. 239.50 . 180.50 . 179.10

. 147.40 . 195,60

. 110.10

Beichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . . Ober dessen

Rotationsdruck und Verlag bet vrühPfch« UnwersnälS - Buch- und Skemdruckeret. R. Lange, Gießen.

teil nicht erwähnt ist ~.c »inLage hatte früher auf alle recht-, liehe Gesichtspunkte ausgedehnt werden müssen und lütte bei Er­laß des Urteils wegen Haussriedensoruckberücksichtigt wcrdenij sollen.

MRenitMi«6*

TaS LehrerbesoldungSgesetz in Preußen.

Die Romnuinon des pieug. '2ibt)eüioncieiil)nuics hat gestern in zweiter Lesung das Leh r e r b e s o l d n n g s g e setz an­genommen. Bezüglich der Tienstaltersziilageit lunioe be­schlossen, daß die Lehrer m neun je drelsährigen Stufen in den eilten beiden Stillen 200 'Ult., in der dritten und vierten Slnse 250 'Ult., in den übrigen Slnsen 200 Ml., die Lehrerinnen in den einen drei Sinsen je 100 Lik., in der vielten bis amten ende löo Ml. und Ul der neunten Stute 200 Mk. Zulage erhallen sollen, ^ernec wurde der iolgenüe von öen stlaiwnalubeialcn, Stoinei- Douvcii, Freisinnigen und Ficilonjervaiiven cmgebiüd)ie Antrag bezüglich der PlicisentschaDigimgen angenommen. Soivclt es sich um die Orlschatten handelt, die in der mc den WohnungSgelD- ju|d)uB der uninitieibaien Staatsbeamten maggebenden Orts- UQiiciieuiicilung namentlich autgeiührt sind, dar' die 'Jlneiä- entichadigung |üc die Lehrer in der Lrtsllasse a nicht weniger als tilo, m b nicht weiitger als 550, in c nicht weniger als 540 und in d nicht weniger als 450 Mt heutigen; Ute die Lehrerinnen ui der Oristlajie a nicht weniger als 5 o, in b nicht weniger als 480, in c nicht weniger ais 400 und in d nicht weniger als 32o Dir. Schließlich »vurde noch beschlossen, daß tue bic Ortsklasse 0 verschiedene Stuten zulässig sein lolleit und daß ine die obeiiie Stute die Atietsenlichadiguiig iiir die Lehrer niliideslens 3öü, für die Lehrerinnen mindeilens 250 Mk. betragen muy.

97 25

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Redaktion, Erveditton und Druckerei: Schul« straße 7. Eroedition und Verlag: 61.

Redartlon.e-^i 12. rel.-AdruAnzeigerGießen.

tanOiyirtidHift,

fc. Frankfurt a. M., 14. Tcz. £>cute nachmittag fand an der-Harmonie" eine außerordentliche Hauptver­sammlung derVereinigten Landwirte von Frank­furt a. M. und Umgegend" unter dem Vorsitz des Hosgitts- Pachters Viehmann-Mumpenhcim statt, die von 350 Landwirten aus den jttcisen Frantsurt a. M., Stadt und Land, Wiesbaden,! wachst a. S.UL, Lver-Taunus, Usingen, Hanau, Gelnhausen, iüben* bad) a. M., Gießen, Friedberg und Buomgen besucht war. Ctto pirschet, der netwcivaljlte Direktor und Gesch^fttsführcr der Vereinigten Landwir.e" referierte über die Lage des Milchmaittcs. ist führte aus: Seit dreijährigem Bestehen derVereinigten! Landwirte" sei es gelungen, die um Frantiurt a. M. und Hanau gelegenen Orte zu üreivieriel -u organisieren und diese Organik jaiion sei zunächst für eine al.gememe Preiserhöhung der Mitch cuigetreten und habe darin einen vollen Erjoig zu verzeichnen. lit Milchhandler seien seit Oktober d. I. eifrig an der Arbeit um den seitherigen Preis, Pfennig pro Liter frei Bahichos Frantsurt a. M., wieder herabzudructen, zumal die neue Milch» quellen int Kreise Groß-Gerau erschlossen, doch sei es nicht ge­lungen. TieVereinigten" waren aus dem Posten und plötzlicher Milchmangel trat ein. In Wachcnbuck>en, Majsenheim uno Nie- der-Erlcnvach jet den Milchhuiidkcrn der Preis von den Land­wirten dittiert worden. Ter biebner warnte besonders die mitt­leren und Leinen Landwirte dringend, nicht so viel Milchvieh einzüstellen, besonders um enter Muchulrerproduttion zu begegnen, und empfiehlt, die Milchwirtschaft einzuschranken und mehr der Zucht sich zuzuwenden. Zum Schlüsse bcnicrUe fciridjel, daß die Laiivwirie Milajan^ebote liichi an bie hiesige lvtilchhaiidlerg iwstin- schajl zu maaien hauen, sonderli nur an DieVereinigten Land­wirte". Viehma n n - biumpenheun wandte sich in der Tis- tiijsion' gegen die Ahmeltwirtschaft und redete der Viehzucht das ^boit. Tie Grotzpuchier und Großgrundbesitzer der hiesigen Gegend hätten die Milchwirtschaft durcl>gehends eingeschränkt, da sie bei den hohen Viehpreiscn, Futterartikel usw. sich kaum rentiere. Detonom Weith -^ticderwvlkstadt, wünschte, daß die Milch, die die vatidler an die JVvnjumenien aosctzen, in den Städten einer intensiveren Kontrolle unterworfen würde. Christian- Unter- liederbach, teilte mit, bau auch in kleineren Orten, wie in Unter« licberbad), tue Milch behördlich untersucht werde. Oeionom Hen- s e l - Dortelweil sprach sich gegen die Bestimmung des Mindest- lettgeljaltes in der Milchoerteyrsordnuttg aus. Sie müsse fallen. Sodann referierte H e ns e l-Tortetiveil über, die Errichtung einer Maren-Cinlaufs-Vermittlungs stelle, die den be­stehenden landwirtschaftlichen Genossenschaften der Gegend, be­sonders der Landwirtschaftlichen Hauptgcnosienschaft für LberljeHen in Friedberg keinerlei Konkurrenz machen, sondern vor allem ihr Augenmerk darauf zu richten habe, die Orte in dieser Beziehung zu organisieren, wo eine Organisation für gemeinschaftliche Bezüge fehlt. Tie Bezüge werden vorläufig in künstlichen Düngemitteln, Futterartileln und Stühlen gemacht, später landw. Maschinen, Ge­räte usw. hinzugenvmmen. Zum Leiter und Vermittler dieser Artikel und Waren, habe der Vorstand den früheren Direktor der Hauptgenossenschast in Friedberg, Otto Hirschel, bestimmt. (Leb­hafter Beifall., beit Freund der Landwirtschaft, der in den letzten Wochen von dem Vorstand der Hauptgenossenschaft unberechtigter­weise von neuem angegriffen und eine Hetze gegen ihn innugeriert worden. Mann für Mann ständen dieVereinigten" hinter dem verfolgten Hirschel. (Bravo.) Oekonom C n g e l - Oberliederbach billigte die Errichtung der Waren-Einlauss-Vermittlungsstelle und wünschte denVereitiiglen" Glück, daß Hirschel zum Leiter erkoren, "äiechtsanwalt v. H e l m o 11 - Friedberg bedauerte, daß ein Keil zwischen bieHauptgenossenschaft" und bieVereinigten ' gegrübelt worben. Tie L>auptgenostenjchaft trage die Schuld, Die(e Unstimmig­leit herbeigejührt zu haben. Doch werde hossentlich bie Zeit nahen, wo bie cmlianbenen biisse zwischen ben beiden großen landwirt­schaftlichen Organisationen überklebt werben. Christian- Unter» licberbad) schließt sich dem Vorredner an und ersucht bie Versamm­lung, Hirschel ein Vertrauensvotum zu erteilen, was ge­schah. Cr teilte weiter mit, daß schon bedeutende Aufträge von Warenlieferungen für 1903 an bie Vermittlungsstelle erfolgt, dadurch für dieVereinigten" neue Einnahmequellen geschaffen worden, so daß für die Folge die Mitgliederbeiträge nicht mehr erhoben würden. Nachdem Otto Hirschel sein Verhältnis zur Friedberger Hauptgenossenschast nochmals erörtert und bie Um­stände bargetan, weshalb er seine Steile dort nieoergelegt, beschloßt man bie Errichtung einer Waren-Einkaufs-Vermittlungsstelle. i

Meuternde Fremdenlcgion'are.

Wie gestern lurz berichtet ivnide, haben eine große Anzahl französischer tsxembenicflioimie gemeutert. Bisher lehlten roeucte ötachrichien über den An'enlhalt Der fahnenflüchtigen 57 Legionäre. Tie Militärbehörde weift sedoch batani hin, bau die Flüchtlinge 140 Um. bis zur maiottanijchen Grenze zuriickzulegen haben und zipar durch sehr jchivieiiges Gelände, wo Die Italic groB ist und ivo es an Wasser und Lebensmitteln mangelt. Die^ Fliichtüngc werben gezwuiigen lern, auf ihrem Wege eingeborene Stämine an- jugrenen, uni sich Lebensinnlet zu crläinpien. Tie meisten Ftilchl- Hnge sind Rekruten, Die erst einige Sage eingesieUt sind. Die üb­rigen dienen nicht länger als zwei Monate. -L'ie Snaie, Die hit ihr Vergehen aiigesetzl ist, lauict am Erfchleßimg wegen Der Mit­nahme von '-Waffen linD weil sie m Banden von über lu 'Mann fahnenflüchlig geivovden fmD. Jlach einer anbcren 'Meldung ans Algier sollen 32 Der Meulerer bereits ge'angen sein, ivähiend es den übrigen 27, Darunter em Offizier, gelungen ist, zn cntloinmen.

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\\WW teilt unenlgeltlid) sv . und Auökttnst M« 1186 PM jstimden MMoch» wn - Uliceiiriw 31, UL einen ßcmOicgarttn in der Staöt ju bauten. L NWdvtr unter W

4>50/e russ.btaatsanl. 190«) 4>$uy0 japau. Staatsanleihe 1 y0 Couv. Ttirkeu vou lbu3 1'ürkem uae......

Gricch. Ilonopol-Anl..

4% äusaere Argeutiuier . uu/e liexiaauer . . . i>iule Lbweaen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W.....

Tendenz schwächer.

DieStehener ZamlltendlStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beiqelegl, daS Kretsblati für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen delt« fragen" erscheinen monatlich zivennaL

nicht erledigt werben konnten. Wenn er es nicht vorziehen rooLt., bie Hunben auf eine anbere Zeit zu bestellen, so.ke er zur rich­tigen Zeit mit dem Warenverkauf abbrechen müssen. Hierdurch würden die SUmhirrenten, die dem Gesetz nach leben, geschädigt, da die iLeutevom Lande besonders Sonntags größere Einkäufe mach­ten. Cs hielt den gesetzlich zulässigen Fall, in dem es sich um einen Verkaufsabschluß bezüglich nur einer bestimmten Ware han­delt, über die bie Verkaufsverhandlungen bei Schluß der Geschäfts­zeit noch nicht abgeschlossen sind, nicht für vorliegend. Hiergegen verfolgte der Angeklagte Berufung und machte geltend, bay er nach Schluß der Gesastislszejt nur noch den Laden aufgeräumt habe; bie Leute hätten allerdings erst viel später sein Haus ver­lassen, es sei dies aber wegen des eingetretenen Regenwetters ge­schehen. Da nicht nachgewiesen war, daß nach Schluß der Ge­schäftszeit iwch lueientliaje Nau.Verhandlungen vorgenommen wor­den find, erging Freispruch.

Wegen Ruhestörung

ging dem Taglöhner A. L. von tourggidjcnrobe etn Straf- vesehl über 1 Mark zu. Cr erhvo Wwerspruch unter der Angabe, er sei bereits wegen des Borsals umer dem Gesichtspunkte des Hausfriedensorucl-s abgeurteilt tvoroen, weshalo eine noa-malige Verurteilung wegen buih.storung unzuläisig sei. Tas Sawfsen- gcrid;t gaa dem Cinsvruch statt und erlänme auf Einstellung des Verfahrens, da die hier angeführte Straftat in dem früheren urteu tn.ytuua ful, üu/.ut cy . ivvitn jci.iano ivtgcn

einer Tat rechtskräftig verurteilt ist, tonne er wegen dieser Tat, aua) wenn sie von einem anderen st.a,rechtlichen Gesichispunkle aus beurteilt wird, nicht verurteilt werden.' Bei bem unverech- ugten Verweilen in bem Hause sei bi.e Ruhestörung verübt >ovr- oen; bie Tat sei deshcrw einyeilttch und verstoße gegen mehrere i>-esetzespa.agraphen. Ta trotz Oxö rech.süräftigen tlneils ein neues Verfahren emgeleiiet worden fei, müsse aus b.e Unzulässigkeit der Strafversolgung erkannt werben. Auf Grund der staatvamvait- lichen Berufung kam bie Strafkammer $ur Verurteilung des An­geklagten in 3 Mark Geldstrafe. Sie konnte keine einheitlid)c .Mit ais vorliegend anerrennen, da ec, der Angetlagte, sowohl vor a.5 auuj nach dec Vegehang des HaussriedenSorua>s ruhe- lurenjxn Tarm verdat hat. eve erkannte an, paß ein Angeklagter vor TUü-.maiiger Avurterrung geschätzt ..eroen soll, wenn biest auch aus einem andern Ges^a-tspuntte erso.gt ist. Zm vorliegenden | ötul handle es ]ia) aoer um eine Slca,^., die im früheren Ur-

116.40

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gfiornen lT/

Einen teuren Scherz leistete sich der Tag löhn er I. U. ft', von Sterbfritz. Er hatte mit einem Kameraden in einer Wirtschaft zu Vilbel gezecht und als dieser eingeschlafen war, versuchte er ihm bie Taschenuhr abzunehmen, wobei er von anderen Gästen beobachtet würbe. Seiner Ausrede, es habe sich nur um einen Scherz gehandelt, bezw. nur sehen wollen, wie viel Uhr es ist, konnte keinen Glauben beige» essen werben, zumai er wegen ähnlicher Hanblungen bereits zwei Zuchthausstrajen erlitten hat. Unter Annahme Mildernder Umftähoe wurde er wegen Diebstahlsversuchs zu 9 o n a t e n G e f ä n g ni s abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft verurteilt.

Einhalten der Verkaufszeiten an Sonntagen.

Freisprechung erzielte der Kaufmann I. W. von Hom­bergs. b. Ohm, dem wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung ein Strafbefehl in Höhe von Mart zugegangen war. Tas Schöffengericht hatte {einen Einspruch verwaisen, da es für fest- gestellt hielt, daß er an einem Sonntag außerhalb der zulässigen Veschtiitigungszeit, Waren in feinem Laven verkauft hat, obwohl er schon wiederholt zur ^Anzeige gebracht worden ist. Er hielt sich für straflos, da die betrefsenben ilunben vor der gesetzlichen Laden- schlußzeit den Laden betreten hatten und er andere Personen, die später eintreten wollten, zurüägewiesen habe. Das Schöffengericht nahm aber an, der Angeklagte habe gewußt, daß die Kunden größere Einkauje zu machen hatten, die bis zur Zeit des Ladenschlusses

ifteridjeibeo billig cinß^ÄÄ 10 (KN Ä

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D i e H e i l i g s p r e i., u .. g tu scanne d' Are ist au den 16. ix^ii s.stg^etzt ivoroen. Lie wirb in der St. Peterst^rche zu Liorn unter den Uuiiajen Festlichkeiten erfolgen.

2 31 schweizerische Murter btiwCii an die Bundes- Versammlung eine Ei.igaoe aeridjtct, tvorin sie diese bringend um Hilfe im Juel; I ft reit nm Deutschland bitten. Diil Ein­gabe betont, ein l^nger^s nriuauvt.i uer gegenwärtigen Lage habe den ganzUchen biuin der schweizerischen 'jJiüilerei zur not­wendigen Folge.

m 7 7 Möbelfabrik und kunst-

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Apolitische (Zaacsfdiau,

Tie fchlechlea Aussichten d.r Neichsfiaanzresorm.

In der ^u-iuii ^am.ner wn» gcuCiU per Finanz-

minifder Tr. biüger darauf hin, daß bet ^tanj der Reichs,inanz- leiorm ein ni er l günstiger sei. Man müsse mit der Mög.ia-- kett rechnen, daß ben Einzeiftaacen ganz ungeheure Matrikular- beittage ausgevurcet würden und va>; a.i.i. vie gestundeten Äka- ttifu.ULut-in.uce noü; von iljucn bezal t werden müßten. Es werde fich bei dem Allem um canz erhebliche Belastungen handeln. .Hinsichtlich der Bedürsnisfrage bei der stieia-Siirianzresorm wirb nun an maßgebender Stelle mit aller Bestimmtheit erklärt, baß man nichtsvorgeschlagen" habe und deshalb auch von ben ver- Ltiucicii vuu wtinu-nvii Nichci, auianeii lun.ic, wenn lüirtiiü) ein6 mal ganz«: Arocit gemacht und auf. lange Zeit hinaus eine Ordnung der dtoichssinanzresvrm erzielt werden soll. Wenn der Reid/stug durtt-aus cvn oct ^ciami;umme etwas aubanbem wolle, so blicot everi nichts anderes übrig, ais von der.geplanten Auf- lyeLu.tg bei oabitorteniUuer und der Heraosetzung ves OiLsportos aus 3 Pfg. so wie von der bereits genehntlgren auer Oou> nur unter Boroehalt feftgeiegten L)erao,ctzung der Zuckersteuer von 14 aut 10 Mui.1 |ut iuu jciiogramm '^loltuiw zu luiynnn. Tadutch luürbe sich der Bedarf um etwa rund oO Millionen Mark jähr­lich niedriger stellen.

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lurtau ober üi eine rlL Hnflebote unter Ti heften. Anzeiger erbein chen iiir einen 23 IBM MöljnlbSöelttiifhlflm tnbt- urmennmi Tiefte &rau iuchi Arbeit ii u. Putzen, ii fluSbÜl'l äb.Awenftftlle X. lOlOli >cn mit nut linioieblur' »tefle für 1. 9nn. OKU' feiftenbftch, Kreuzvlft^ tioe Perkänlerln lut b flleldi welcher Brauch tl Angebote unter 0101? Sieftener Anzelaer erbe

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Zur Lage in Oesterreich.

In Prag wurde aefiein das <sitiiibrea)t wieder aistgehoben, aber schon der eiste Sag' feil Aulhevnng Des StanDrcchts ucriiei nicht in voller Ruhe. Zn Der ^chiveielgaße wurde ein SinDcni von einer ihm folgenden tschechischen 'Menge veihohnt und ange- rempelt. Am Dein Ajenzelspiat;e winden z>vei deutsche StuDemen vou einem Pöbelhamen ni|iillieit, geschlagen und einem von ihnen Die Llappe vorn Llopf gerißen. Aua) im österreichischeii AbgeoiD-- iietenhanse haben Die Tschechen gestern ihre bekannten yctociuaicii oexübL Tie tschechischen DiaDUalen suchten Durch JiiuiDoiiercn, Zeitiiiinmerii vou Pulideckeln, Pieijeu und Zohlen Die Debatte unmöglich zn machen. Da aber Die grogen parlamentarischen -Par­teien entschlossen sinb, sich in Den Beratungen nicht stören zu laßen, so bueb bas Randalieren Der Tschechen ohne Wirkung. Tas Budgel-Provijorium wurde schließlich in zweiter und dritter Lesung angenommen.

Oesterreich und der Balkan.

Alle Versua. .....utc -luli.a öur Einstellung des

Boykotts zu bewegen, sind bisher ersotgws gcolicbcn. Jetzt hm sich eine ^vmmi,smn der Pforte, bestehend aus bem Ihuemaji^ m mist er unb bem Diene ralbticuor der ^oiLämtcr, unter bem Prä­sidium des Ministers des Innern gebildet, um über die Mittel zur 'uvsastv«u>ung veS Vovto^s zu ueraicn. 'Jiaa) IVieibungcn der Einigen turttscheil t-wlter berief die Kommission gestern zwei Mitguev.r des '^otzioi.siytwnats zu hüj, uni ste zu veranmiten, baß wenigstttiS bic Lastträger der öiato die vsterremstschetr klaren aus laden, da diese Lastträger amiiiu} angcjtelit sind. Die Mit­glieder des ^ynditates erijüoen Lüideriprum gegen diese Bel-auptung und führten aus, bag, wenn auu> bie österreichischen Waren aus gerader! wuiven, jm# bie anderen Lastträger weigern würden, die toaren zu den Geimusten zu traiisporlieren, wodurch bic ottomaniiaien Kaufleute, da sie bic Siadafen uno Anderes zahten mutzten, gesa>.digl'würben. Diebeni Gazctia" sagt: Die Sytwiratsniichttcder litten ausbrüatich erhärt, 'JJtittel juchen zu wollen, um den Boüivtt aufzitheoen, iiaüfvem bic Verhaiidiurigen begonnen haben werden. LeinZkoam" zufolge erhärte das Synd.lat, baß der Boykott in ocr Stunde aufhören werde, wenn Oesterreich-Ungarn bie Forderun­gen der Türkei akzeptieren werbe. Wie die Wiener Reiä)s- post aus vorzugticy, iniormicrter Quelle erfahrt, hat auch Ser­bien ben Zollkrieg gegen ^eiterreiü)-Ungarn er­öffnet. Eine ofiizielle Besbäkigung dieser Nachricht liegt aller­dings noch niu t vor. Baron Achrcrnhal, der gem.-iniamc Minister SDeuerreitivUngarnd hat mso wenig Erfolg, uno cs erhalten sich die tieruujtc, baß bie Stellung Aehreitthals so wenig fest sei, daß itacij ~iv|uj.uv> ver bvviti|u/~ii «ihum unter üucn Umstanden jein yüiatriit erfolgen werde, auch wenn er der Schwierigkeiten Herr werbe.

Teietomsc&i© Kursoericnte

Giesseuei Anzeigers, mitgeteilt vou der Bank für Handel und Industrie, tiiessen.

4 y0 Uestetr boldrente.

41/, ?d Oesterr. öilbeireute 4># Ungar Goldrcnte . . 4?z Italien. Beute . . .

3 >6 Portugiesen Serie I .

Der französische Minifterrat hat beschlossen, eine internationale Konferenz zum Studium der Rechtsverhältnisse der Luftschiffahrt nach Paris e nzuladen. Arbeilsminister Viviani machte Mitteilung von dem Blan einer internationalen ArbeiterauSstellnng.

(ßieftener Strastam»ter. «

Gießen, 15. Dez.

Folgen lsäuslicher Zwistiglritln

hatten bet 63jährige Landwirt K. R. von Stockhausen bei Grimberg unb sein 20 fahriger Sohn zu behagen. Letzterer sollte in biesem Herbst zum Militär einrüdcn unb gab einige Wochen zuvor seine (Stellung bei einem hiesigen Metzger auf, um noch einige Zeit zu Hause zuzubringen. Der Vater war jedoch der Ansicht, sein Sohn hätte besser getan, noch weiter Geld zu ver­dienen. Hierüber tarnen die oeiben in Streit; es gab eine Raüferci unb schließlich warf der Sohn seinen Vater zur Erde und ergrin bie Flucht. Der Alte erfaßte nun em Gewehr, mit dem der Sohn kurz zuvor Spatzen geschossen hatte unb bas noch mit >og. Spatzen- dunst geladen war. Wahrend sich der Sohn auf der Flucht um» ,ah, entlud sich das Gewehr unb bieser erhielt etwa 6 Schcot- törner in das Gesicht, wovon eines m das rechte Auge drang, so daß der Verletzte genötigt war, bic hiesige Augenklinik aus- zusuchen. Dort mußte ihm das oerwunbete Auge zum Schutze dis anberen herausgcnommen werden und man sand bas Schroikvrn im Fnnerti des Auges vor. Der Verletzte, welcher sechs Wock-en in der Ältnit zubnugen mußte, tragt jetzt ein künsttidics Auge. Der Vater, der wegen Körperverletzung nach § 224 des Straf- gcsetzbuct)s unter Anklage gestellt würbe, behauptete, er habe nicht gewußt, daß das Geivehr geladen war; eine Verletzung seines Zahnes habe ihm fern gelegen, er habe 'ihn nur schreiten wollen. Wie es kam, daß der Seyutz losging, will er nicht wissen, jeden­falls bestreitet er, ihn direkt in das Gesicht getrosten zu haben, cr glaubt vielmehr, bie Schrottorner mutzttn an einem Hause abge­prallt sein uito ihren Weg nach dem Gesicht seines Sohnes ge- nommert haben, .hiergegen spricht aber der durch 'chönigenstrahlen vorgenommene Be>und des Geh. Mebizinalrach Pros. Dr. Vo.stiis, denn bic von dem Sachverständigen gemachten Angaben ließen keinen Zweifel darüber, bag Dem Verletzten die Schrotiörner birnt in das Gesicht gezogen sind, ttebrigens hat der Angeklagte bei ieiner ersten Vernehmung zugegeben, auf den Sohn angelegt zu haben, wobei er bie Bemerkung machte:Er Hais nicht bester ver­dient." Der Angehagtc ist auuj Zager und ein vorzüglicher Sck^tz , der mit der Handhaoung des Gelvegrs sehr gut vertraut ist. Tag er nicht sehr gefahrvoll ist, bewies die Tatsache, daß er schon eine pteihe von Strafen wegen siörperoerletzung unb Vereidigung, sowie eine wegen jahrlussiger Lotung unb fahrtäsiigcr Körperverletzung hat. Das in bieser Sache, allerdings sck)on vor 21 Zähren er­gangene Urteil, das verlesen wurde, besagt, bay er damals in der Meinung, es beftnde sich ent biehbock in einem Diaicht, darauf los- geschossen und einer Besenbindersftau bie Ladung in den Kopf gejagt hat, daß sie augenblialid) tot hinfieL Aks er damals einem Förster den Vorfall mitteilte, machte er auch die Bemerkung: i'.stuß man sich wegen des BeienbiNdervolkes auch noch unglücklich machen." Eine invezng ans das damalige Gericht geäußerte Be- ntertung, veranlaßte die Strafkammer ihn in eine sofort zu voll­streckende Ordnungshaststrafe zu nehmen. Im übrigen stand fest, baß eine vorsätzliche Körperverletzung vorliegt, die eine ständige Verstümmelung bezw. Cntstcllung nach sich zog. Mit htücksicyt auf die Erregung, in der sich der Angetlagte befand, würben ihm mildernde Umstünde zugebiliigt und auf o Monate Gefängnis erkannt. Das zur Begehung der Tat benutzte Gewehr wurde ein­gezogen.