Ausgabe 
23.7.1908 Erstes Blatt
 
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derGedanke der Annexion dieser unruhigen und bcunruhi-! gleichseitig gendcn Staaten bereits in Washington erwogen sei", wenn! dem Fell>b<

fähig und haben es nicht nur auf einen Sturz der Negierung abgesehen, sondern dringen auch nach Nicaragua vor. Im Süden droht die Bewegung auf Sau Salvador überzu­greifen. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat des­halb die KreuzerAlbany" undTesmoines" an die Küste von Honduras entsandt, um einerseits die Handelsinter-

Kleine Kunstchronik. Tie Bayreuther Fest­sv i e l e begannen am Mittwoch mit einer Neueinstudierung des .Lohengrin". TerReichsanzeiger" veröffentlicht em Preis- ausschreiben für deutsche Künstler zur Gewinnung eines geeig­neten Entwurfs für die äußere Ausstattung des durch die Münz- novelle von: 12. Mai 1908 geschaffenen 2 ;> Pfennigstück s. Ausgesetzt sind drei Preise, 2000, 1500 und 1000 Mark. Hoffentlich bekommt Teulschland endlich eininal ein wirklich geschmackvolles und künstlerisch durchaus befriedigendes Geldstück in dieser neuen Münze. Joses Kainz wird im nächsten Winter folgende Turnee absolvieren: Innerhalb 65 Tage,: 40 Gastspielabende, und zwar 20 Berlin, 8 in Leipzig, 2 in Nürnberg, 5 in F r a ii k s u r t. zwei Straßburg, drei Zürich, den Rest des dreimonatkichen Urlaubs widmet Kainz seiner Erholung.

iövuij die ersten Turnfahrten begannen. .Sie grngen nach FeÜ>berg und fanden so zahlreich Teilnehmer, daß die beiden Sonderzüge nach Cronberg und Königstein überfüllt waren.

herabkoinmen und suchte nach seinen Gefährten, ohne jedoch d.e geringste Spur zu finden. Das Pferd war unentdeclt geblieben, und als er cs eben besteigen wollte, gewahrte er einen, alteni Lauer, der mit seiner Tochter Heu zusammenscharrte, und seinen, mit Kühen bespannten Wagen damit belud. Mitleidig boten sie ihm Milch und zwei Birnen ... die erste Labung seil langer Zeit, denn das Mahl aus dem Scheuerlenhos war durch die Da­zwischenkunft der Franzosen vereiielt worden. Karten, Kompaß, Mantel und alle fonstigen Ausrüstungsstücke waren auf dem Scheu - erlenhof zurückgeblieben und fo mußte er seinen Weg auf gut Glück durch das unwegsame Gebirge suchen. In der 'Nacht er­reichte er unter strömendem Regen das einsame Haus eines Quäkers im Sulzbachtale, wo er freundlich ausgenommen wurde. Am nächsten Morgen ritt er durch das Torf Niedersteinbach und dann, auf der Straße Bitsch-Weißenburg nach der Grenze, die er bei Schönau in Rheinbayern glücklich erreichte. Erst nach dem Frieden erfuhr Zeppelin, wie der Uebersall zustande gekommen war. In Würth ivflrcn sie von zwei Gendarmen gesehen worden und diese hatten den in Reichshofen stehenden General Bernis benach- rrchtigt, nwrauf das12. Regiment des Chasseurs" gegen die kühnen Reiter ausgesandt wurde, tltoch ehe Zeppelin den Schen- erlenhvf erreicht hatte, war bereits eine feindliche Schwadron in der Nähe in Deckung gegangen.

Und heute? Wie ftch damals der junge Offizier ohne Karten und Pläne nach der etiva 70 Kilometer entfernten Grenze fand und kühn mitten durch die feindlichen Borposten ritt, so fährt er heute seinen Weg sicher und wdes-mutig durch die weglose Lust, nach feinem frohen Ziele, und die Wandlungen, die seine große Erfindung mit sich bringen werden, sind heute noch nicht ab- zufehen.

es sich zunächst auch nur um eine Intervention handeln dürste. Hält man mit diesen Nachrichten die weitere Mel­dung zusammen, das; die amerikanische Regierung auch das ! ttiegsscyiffBaducah" nach Port au Prince entsandt hat, wo sich die Revolution gegen den Präsidenten Nord Alexis immer gefahrdrohender gestaltet, und berücksichtigt man erner, daß das Einschreiten der Bereinigten Staaten gegen Venezuela, wo der famose Präsident Castro sich zahlreiche Ucbergriffe gegen amerikanische Staatsangehörige erlaubt hat, nur noch eine Frage der Zeit sein kann, so ergibt sich daraus mit Sicherheit die Folgerung, daß die Vereinigten Staaten im Begriff sind, die Hand auf das Karibische Meer

während er selbst mit dem Rest der Patrouille die Nackst schlaflos im Sckivnenburger Holz verbrachte. Am folgenden Tage wurde unter Vermeidung aller Ortschaften auf der Straße Sul^Wörth vorgerückt. Es wurde dabei festgestellt, daß die Aufklärung beim Feinde von verschiedenen Regimentern besorgt wurde, und daß diese beständig wechselten. Winsloe, der in der 9!acht rnerk- würiig gesprächig gewesen war und viel von seinen Hoffnungen erzählt hatte, wurde immer düsterer und schweigsamer. 4äe Pferde begannen zu ermatten und auch den Reitern gingen all­mählich die Kräfte aus. Zeppelin wollte in dem allerdings wasser­losen Walde rasten, um dadurch auch die immer zahlreicheren feindlichen Patrouillen zu vermeiden, die sich hauptsächlich auf der Straße HagenauBitsch bewegten. Er fügte ftch aber schließlich der Ansicht der badischen Offiziere, die der Meinung waren, daß die Pferde wohl noch bis ins Gebirge kämen, und sie beschlossen, ivenn es nötig werden sollte, die Pferde auf dem etwa 4 Kilometer östlich von Gundershosen gelegenen Scheuerlen- I)öfe zu füttern und zu tränken. Mit größter Vorsicht bewegte man sich vorwärts, und niemand ahnte, wie nahe ihnen das Ver­hängnis war, das sick) von Reichshofen heranzog, um sie zu erdrücken. » ,

Zahlreiche französische Patrouillen wurden geachtet, aber glück­lich vermieden. Zeppelin beschloß daher, zur rascheren Erledigung feines Auftrages direkt nach Wörth zu reiten, das nach Aussage der Bewohner vom Feinde frei war. Die vollständige Ermattung der Pferde zwang nun dazu erst den Scheuer len ho f aufzusuchen, in dessen Nölst sie fid) befanden. Mit größter Eile tränkte man die Pierde, aber kaum waren ihnen die Futtersäcke vvrgebunden, als mehrere feindliche Reiterabteilungen herangebraust kamen. Bei dem sich entfpinncnden Gefecht, bei dem man sich zuerst zu den Pferden durchtzufchlagen versuchte, dann aber die Hauseingänge verteidigte, fiel Leutnant Winsloe tödlich verletzt. Zeppelin, der das dttitzlose der Verteidigung sah, begab sich nach der hinteren Seite des Hauses, um zu sehen, ob dort ein Entkommen möglich sei. Leutnant von Wechmar folgte ihm mit z>oei Dragonern. In der Nähe Ijielt eine Frau ein französisches Pferd. Graf Zeppelin entriß ihr die Zügel und sprang in den Sattel. Da wurde er ent­deckt und eine wilde Jagd begann. Im Galopp gings durch den Wald und eben hatte er ein Uveites Gehölz erreicht, als ein Zug Chasseurs vorüberkam. Glücklicherweise wurde er nicht ent» frech, da das Pferd vollkommen ruhig blieb. Er wollte fich jedoch nicht auf die Schweigsamkeit des Pferdes verlassen, und fra feine Sage immer bedrohlicher wurde, band er das Tier ent» schlossen an einen Baum und putschte sich langsam durch den Wald. Mit Anstrengung erkletterte er einen Baum und beobachtete von hier aus seine Verfolger, die stundenlang den Wald durch­suchten. So harrte er drei Stunden. Dann konnte er endlich toicber

Die Unruhen in Mittelamerita und der Panamerikanismus.

Die fünf mittelamerikanischen Staaten Guatemala, Honduras, Salvador, Nicaragua und Costarica befanden sich von 1524 bis 1821 int Besitz der Krone Spanien und wurden durch die Audienza von Guatemala und einen Gene- ralkapitän, dem die fünf Statthalter unterstellt waren, ver­waltet. 1821 erklärten sie sich von Spanien, das damals mit der Revolution im eigenen Lande zu schassen hatte, für unabhängig und schlossen sich zwei Jahre später zu der Republik der Vereinigten Staaten von Mittelamerika zu­sammen, einem Staatengebilde, das wegen der in ihm herr­schenden politischen und kirchlichen Streitigkeiten nur bis zum Jahre 1839 Bestand hatte. Alle späteren Versuche, Die fünf Republiken wieder zu einer Union zu verschmelzen, scheitertem Teils, lveil sich die vier anderen nicht von Honduras, das in der Unionfrage stets die Führerrolle spielte, überschlucken lassen wollten und .demgemäß bei Mexiko oder den Vereinigten Staaten Schutz suchten, teils, weil die in den einzelnen Republiken herrschenden Parteien aus parteipolitischen Gründen einer solchen Bereinigung widerstrebten: die liberalen Republiken Honduras, Nica­ragua und Salvador fanden bei ihren Föderativgelüsten stets ein Gegengewicht in den konservativen Staaten Gua­temala und Costarica. So führte jede der fünf Republiken eine gesonderte Existenz für sich, und kriegerische Streitig­keiten waren zwisck)en ihnen an der Tagesordnung.

Abgesehen von der Unionsfrage war jeder dieser Frosch- Mäusekriege dadurch veranlaßt, daß die Regner des herr­schenden Regimes stets jenseits der Grenze eine Förderung ihrer aufrührerischen Ziele fanden. Es herrschten also in Mittelamerika ganz ähnliche Zustände wie in Mexiko, Co­lumbia, Venezuela, Paraguay und Argentinien, wo die Re­volutionen zu den Saisonveranügungen des Publikums ge­hören und revolutionäre Schüttelfröste keineswegs immer ernstere Krften nach sich ziehen, hatten Argentinien, Columbia, Venezuela, Mexiko und Paraguay von dem benachbarten Haiti ganz zu schweigen bereits in diesem Jahre ihre Revolution. Jetzt ist Honduras an der Reihe, n») die revolutionäre Bewegung Anfang Juli einsetzte. Natürlich hat es auch hier in früheren Jahren an ähnlichen Vorgängen nicht gefehlt. Fast jeder Präsidentenwechsel und auch die Reformen der Verfassung von 1880 in den Jahren 1904 und 1905 brachten Unruhen mit sich, die aber größten­teils schnell unterdrückt wurden. Und diesmal schien Präsi­dent Vonilla sich nicht nur auf das ganze, 500 Mann starke Heer (!) verlassen zu können, sondern auch auf die Mithilfe der angrenzenden Republik Salvador, deren liberale Re­gierung die Grenze überwachen und die flüchtenden Revolu­tionäre verhaften ließ. Zwar eroberten die Aufständischen am 17. Juli El Porvenir, sie wurden aber bei Ceiba und Nacaome so aufs Haupt geschlagen, daß die Regierung von Tegucigalpa hoffen konnte, ihrer Herr geworden zu sein.

Nach den letzten Nachrichten aus Washington scheint sich jedoch diese Hoffnung nicht erfüllt zu haben. Vielmehr sind die Rebellen im nördlichen Honduras nach wie vor aktions-

Seppelm einst und jetzt.

(3um 2 3. Juli.) Von Karl Neurath.

(Nachdruck verboten.)

Wohl nur wenige der vielen Verehrer Zeppelins toi]feit, daß der jetzt io gefeierte Erfinder des Flugschiffes vor nunmehr 38 Jahren als junger Generalstäbler ein kühnes Reiterstück voll­bracht hat, das damals berechtigtes Anßchen erregte.

Wie bekannt, war die französische Armee in ihrem Auf- marid) an der Grenze viel weiter vorgeschritten, als wir, und man mußte deshalb vor allen Dingen den Feind über die schwache Stellung zu täuschen versuchen. Daß dies gelang, ist bekannt, weniger bekannt ist es, daß das Gelingen biejer Täuschung in erster Linie dem verwegenen Oberstleutnant Pestel von den 7. Ulanen zu danken ist, der es durch geschicktes Verkleiden seiner drei Schwadronen fertig brachte, den Feind fast 14 Tage lang hin- zuhalten.

Nächst dieser hinhaltenden Gefechtsweise mußten wir uns be­streben, so schnell als möglich den Aufmarsch der französischen Armee zu erkunden und das Gelände aufznklären. Hierzu wurde u. a. Gras Zeppelin, württembcrgischer Hauptmann vorn General­stabe beftimmt, und er erhielt den Auftrag, die dritte Division des Korps Mac Mahon auszukundfchaften. Dem Grafen gelang cs, mit feinen Begleitern, den badischen Leittnants Winsloe, v. Wechner, v. Villers und v. Gayling die stark be­setzte Lauter zu durchqueren und an die Festung Lauterburg heran­zukommen. Mit Hurra sprengte die Heine Truppe durch das Tor, ritt die französische Wache nieder, fegte im Galopp durch die Hauptstraße und zum anderen Tore wieder ins Freie hinaus. Die Bevölkerung des flachen Landes zeigte sich keineswegs feind­selig, dagegen ersckpverte erdrückende Hitze den Ritt umsomehr, als selbst in den Brunnen der Ortschaften nur spärlich Wasser vorhanden war. Zeppelin wollte zunächst das Gelände nördlich und westlich des Hagenauer Waldes aufklären. Er stellte fest, daß der Nordsaum von Kavallerie besetzt war und daß ichwache Infanterie-Abteilungen die Hauptausgänge des Waldes bewach­ten. Verschiedene feindliche Patrouillen, manchmal bis zu acht Pferden stark, wurden gesichtet. Eine, der man nicht me!)r ent­gehen konnte, wurde angegriffen und überwältigt. Em dann und ein Lancier mürben gefangen genommen. Das Pferd Zeppelins wurde dabei verwundet und mußte gegen das ]chlechte Lancierpferd ersetzt werden. Dann gings wieder weiter. ->>on Crottweiler aus schickte Zeppelin den Leutnant von Gayf- Itng mit drei Dragonern und feinem verwundeten, nebst dem näheren, erbeuteten Pferde zur Meldung stach Karlsruhe zuruck.

zu legen.

Es ist dieses Bestreben sehr verständlich, nicht nur aus Gründen der sstuhe Amerikas und der Handelsintcressen der Union, sondern auch aus Gründen der internationalen Politik, weil durch die Annexion der mittelamerikanischen Staaten, die ja schon an fich im Programm des Panamerika­nismus liegt, auch die Monroe-Doktrin zur praktischen Durchführung gelangt, deren Auslegung jetzt zwischen der Union und den europäischen Staaten zum mindesten zweifel­haft ist. Annektiert die Union alle jene mittel- und süd­amerikanischen Staaten, die jetzt infolge ihrer ungeordneten Verhältnisse und kläglichen Finanzen eine so merkwürdige Rolle spielen, so wäre, da die Union die Schulden dieser Staaten übernehmen und für die mit Angehörigen euro­päischer Staaten abgeschlossenen Konzessionsverträge bürgen müßte, der Handel und Verkehr jedenfalls auf eine zuver­lässigere Grundlage gestellt, als es jetzt der Fall ist. Die Frage ist nur, ob die Mächte in diese Machterweiterung der Union willigen würden, und ob nicht die Vereinigten Staaten selbst deshalb ein Haar in ihr fänden, weil in ihrer Folge eine so große Anzahl Farbiger und Romanen in den amerika­nischen Staatsverband Einlaß erhielten, daß dadurch das Prestige der weißen und angelsächsischen Rasse in der Union erschüttert würde. Des weiteren aber haben die Vereinigten Staaten an der Etablierung ihrer Herrschaft im karibischen Meer schon deshalb ein Interesse, weil der Bau des Panama­kanals feit der Liquidierung der Lessepsgesellschast im Jahre 1899 in die Hände einer amerikanischen Gesellschaft über­gegangen ist. Und wenn auch der Panamakanal nach seiner Eröffnung vorwiegend wirtschaftlichen Zwecken dienen wird, so darf darum das militärische Interesse, das die amerika­nische Regierung an ihm hat, keineswegs unterschätzt werden. Ist sie doch durch ihn in der Lage, je nach der politischen Konstellation, ihre Flotte im Großen oder im Atlantischen Ozean in schnellster Zeit zu versammeln. Sie kann daher den Weiterbestand so wenig gefestigter Staatswesen in der nächsten Umgebung des Panamakanals nicht weiter dulden, will sie sich nicht der Gefahr aussetzen, daß England oder Japan diese Staaten mit Beschlag belegen und damit alle militärischen Vorteile des Panamakanals für die Union illusorisch machen. So treiben ganz ähnlich wie beim Suezkanal die Verhältnisse auch in Mittelamerika zur Entscheidung. Die fortgesetzten Unruhen dort werden für die Union die Handhabe bilden, um sich den Weg, nicht nur zu Mittelamerita, sondern in der Folgezeit auch zu Süd- amerika, zu erschließen.

Fechten.

Inzwischen begann auf dein Festplatz schon um 6 Uhr das Wettsecksten unter Leitung des Kreisvcrtreters er ch inu ck-^ann- *tabt. Es wurde Florett, Schläger und Säbel gefochten. ^ie Beteiligung am Wellfechten war sehr gut, insbesondere von den mittelrheinischen Fechtern, hat doch in unserer Gegend von jeljcr das turnerische Fechten seine Haiiptpflegestätte gehabt. An das Mettsechten schloß sich noch ein K'ürfecksten an.

Auch die Wettspiele fanden ihre Fortsetzung, tote stets von einer großen Zusck;auermenge umlagert.

Das

Wettringen,

das von jeher eine der populärsten Veranstaltungen der deutschen Turnfeste war, übte auch diesmal wieder seine alte Anziehuilgs- traft aus. Die Zu schlauer verfolgten die einzelnen Kämpfe mit leidenschaftlicher Anteilnahme und spendeten den jeweiligen Siegern lebhaften Beifall. Es wurde in drei getrennten Gruppen ge­rungen. Tie erste Gruppe umfaßte Turner, die beim Sechs­kampf beteiligt waren und zählte 98 Ringer, die zweite, die ans den Teilnehmern am Fünfkampf (dem volkstümlichen Wett- turnen) bestand, 72 und die dritte, die die Nichtwetturner um­faßte, 92 Sumer. Es wurde lediglich nur nach den deutschen Ringerregeln und nicht griechisch-römisch gerungen, also nur im Stand. Sieger ist, wer innerlialb einer bestimmten Zeit den Gegner zwingt, daß er mit beiden Schulten: den Boden berührt. Falls auf diese Art keine Entscheidung erzielt wird, w:rd cm Kreis um das Ringer paar gezogen. Wem es gelingt, den Gegner aus dem Kreis zu drängen, ist in diesem Falle Sieger.

Wettschwimmen.

Zum erstenmal auf einem deutschen Turnfest war das Schtoim- mcn in den Bereich) der Söettübuirgen einbezogen worden und zwar fand cd ebenfalls heute vormittag statt. Der Schauplatz dieses turnerischen Wettkampfes war selbstverständlich der Main. Das Schauspiel hatte eine ungeheure Zuschauermenge angezogen, die beide Mainuser zunächst der Obermainbrücke dicht besetzt hielten. Neben den deutschen Wasserratten beteiligten sich namentlich^Amen- kaner und Engländer am Wettschwimmen, bas aus <ochnell- schwimmen, Brust-SchauschwinllncN, Rückenschnellschwimmen, je 2 Pflicht- und fairringen vorn 1 Metier- und 3 Meter-Brettbcstand. Tie Zahl der Wettschwimmer betrug 72.

Auch der Nachmittag gehörte noch einmal dem Turnen, so fraß von Sonntag mittag bis zum offiziellen Festfchluß außer den Nachtstunden ununterbrochen geturnt wurde.

Bon 3 Uhr ab turnten die

Knaben und Mädchen

aus den Bürger-, Mittel- und höheren Schulen der Feststadt. Mit welcher Begeisterung sich Frankfurts Schuljugend an diesem Teil des Festes beteiligte, geht aus der Tellnehmerzahl hervor. Trotzdem die Beteiligung vollständig freigestellt war, nahmen nickst weniger als 10 000 Schüler und Schülerinnen aus allen Alters- f Lail en an dem Turnen teil. Es bestand aus allgemeinen Frei­übungen, die mindestens so gut tlappcen, wie die Festfreiuvungen fr er Turnerschaft am Sonntag, Turnen und Spielen. ES herrschte unter den zahlreichen Zusck-auern nur eine Stimme des Lobes über den Eifer und das turnerische Können der jugendlichen Turnerscharen.

Anschließend hieran turnten die

Knaben, Mädchcn und Frauen

der Frankfurter Tucnerichast unter Leitung des Gauturnwarts Bent Harb Gräser. Sie boten vorzügliche Stabübungen und allgemeines Riegenturnen an den Geräten und zeigten, in ihrer Gesamtheit, daß and) in diesen wichtigen Turnzweigen Frankfurt eine ächte Turnerstadt ist.

Auch am Abend gab es noch turnerische A u n ü t) - rungen der Frankfurter Turnerschaft auf dem Festplatz und in der Festhalle, wo auch die lebenden Bilder noch einmal wieder­holt wurden. __

Nr. 171 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 2S. Juli 1908

Der Stetzeaer Anzeiger Ä Bezugspreis:

erscheint täglich, außer W Xe» Ze > f J W monatlich75Pi.,viertel-

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General-Anzeiger für Gberheffen sss

lenabmc von Anzeigen V 4 ?1-2f2nblUcb-,,(8<c>ncbxt5,

ta oomSgTiTubu Rotatlon§dru4 und Verlag der vrühl'fchen llniv.'Vuch' und Steindruckerei. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. Anreigenteu: H." BeL

XI. deutsches Curnsest.

(Original-Bericht oes Gießener Anzeigers.)

eh. Frankfurt a.M., 22. Juli.

uun ^unuuiu» taiqunui, um vw x IV.

essen der Union, sowie Leben und Eigentum ihrer Staats- Auch heute, dem letzten Tag des Turnfestes, gab es bei herr- angehörigen zu schützen und anderseits auszudrücken, daß I l ich em Weller einen Riesenbetrieb auf dem Festplatz, trotzdem