Ausgabe 
16.4.1908 Drittes Blatt
 
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DieGtttzcner Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Krdsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion:^jK112. Tel.-Adr.: AnzergerGießen.

Nr. 91 Drittes Blatt 158. Jahrgang Dormerstag 16. April 1908

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Die wirtschaftliche Lage der Arbeiter.

In den Sozialistischen Monatshesten fiiibct sich ein beachtens- raerter Aufiatz Calwers über die wirtschaftliche Labung der Arbeücr- r ilajl'en. Als vergleichbare Zahlen für den Durchs chnitts- , myreslohn des Arbeiters findet Caltver: im Jahre 1895 \ 5W. 746,68, int Jahr^ 1901 Mk. 840 und für 1906 Mk. 1027,59; | ton 1895 bis 1906 macht das eine Steigerung um rund 281 Mk. ft rder um 37 bis 38 Prozent. Als Steigerung der Waren- V lvcise findet Calwer ut dem gleichen Zeitabschnitt nur 22,59 Proz.; H das rundet er auf 2 5 Prozent ab, wie er überhaupt selbst er­klärt, die Sachlage eher zu ungünstig für den Arbeiter als zu günftig angenommen zu haben. Der Lohn des in berufsgenossen- schastlichen Betrieben beschäftigten Vollarbeiters ist also seit 1895 rat rund 37 bis 38 Prvz., das Warenpreisniveau in der nämlichen Zeit um rund 25 Prvz. gestiegen. Die Differenz zwischen beiden i Ltcigerungsziffern gibt die Bewegung des Reallohnes an, der seit 1895 bis einschließlich 1906 um co. 12 bis 13 Proz. oder l m Durchschnitt jährlich um 1 Prvz. zugenommen hat.

Calwer folgert daraus:Die großgewerbliche Arbeiterschaft hat also ihre Ansprüche ans Leben steigern können: ein Resultat, ras ieder Sozialist mit großer Genugtuung begrüßen sollte. Denn ilaubt man im Emst, daß die intensive gewerkschaftliche Tätig­keit der Gewerkschaften seit 1895 auf die wirtschaftliche Lage der Ürbe sterb evöl kern ng nicht die geringste Einwirkung ausgaübt haben ; bitte, glaubt man denn, daß die Aktivität der deutschen Weitab lasse auf wirtsclwftlichcm Gebiete zu weiter nichts geführt haben i' vllte, als daß ihre Lage gleich geblieben wäre oder sich gar vcr- ? cfMtcrt hätte? Sie hat sichgbessert, und sic Hot sich vgarinnerhalbderheutigenWirtschaftsordnung tcbessert und bessern können. Diese heutige Wirtschafts- | mdmung ist eben durchaus keine feste, starre Ordnung, sondern der lnbildung, der Entwicklung unterworfen: die Warenhäuser, die I Ämbinationsbetriebe, die großen Arbeiter- und Arbeitgcberorga- 1 itiiationcn haben die Ijeutige Wirtschaftsordnung seit 1895 ganz I ^xsentlich verändert unb keineswegs in einem für die sozialistische > irntroidlung ungünstigen Sinne."

Wenn nun aber so die wirtschaftliche Lage der Arbeiter- bevölkcrung sich schon heute bessert und mit der zunehmenden 1 Stärk der gewerkschaftlichen Organisation weiterhin verbessern mD, ist es denn nid)t die einzig richtige Taktik sich auf den I 'Joden der Wirklichkeit zu stellen, den Arbeitern zu «eigen, daß ihre Lage sich dank der wirtschaftlichen Entwicklung | Deutschlands und dank ihrer starken Organisationen gehoben Hal, und ihnen die Mittel und Wege zu weisen, auf denen ein weiterer Aufstieg zu erreichen ist? Man fürchtet doch nicht, daß das Streben nach einer besseren sozialen Lage bei wirtschaftlichem iortschreiten aufhöre! Ganz im Gegenteil, die Ansprüche ans leben macksten mit der Höhe des sozialen Niveaus. Dar Arbeiter mirb die Ware Arbeitskraft immer wertvoller zu machen suchen, i a wird durch eine klage Arbeitsmarktpolitik ihren Preis zu steigern rauchten. Das geschieht nun freilich nicht dadurch, daß man den 'irbeitsmarkt stets und ständig so schwarz wie mög- | lch schildert, sondern daß man das jeweilige Verhältnis I Mischen Angebot und Nachfrage möglichst genau zu ermitteln sucht, ^j-wd da derVorwärts" wieder behaupten, ich hätte empfohlen, man möge den Arbeitsmarkt immer rosig schildern? Nein, jede I iierschlechterung des Arbeitsmarktes soll anerkannt roerben. Aber

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man soll auf der anderen Seite Verschlechterungen nicht über­treiben."

Calwer betont nach weiterer Darlegungen am Schlüsse noch­mals :Das sind Gründe genug, die es notwendig machen, den wissenschaftlich unhaltbaren Stand- pirnkt zu verlass en, nach de mdi.eLage de rArbeiter- bevölkerung sich innerhalb der heutigen Wirt­schaftsordnung nicht bessern könne und nicht ge­bessert habe. Mit dieser Konzession an die Wirklichkeit wird man jufert id) nicht die Aroeiterschafr in Genügsamkeit cinluUcit; man wird vielmehr dadurch ihre Kräfte erst recht anspornen, da das Kämpfen um eine Beroesserung der wirtschaßlicfen Lage auch schon für die lebende Generation Vorteile verspricht."

Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen.

L. Gießen, 15. April.

Nach dem ministeriell genehmigten Ortsbauplan für die Stadt Friedberg soll die einerseits zwischen der Kaisersiraße und der Augustinerschule und andererseits zwischen der Ludwig- straße und der Schützenrainstraße gelegene Fläche von der Be­bauung ausgcjchlojsen sein. In diesem mit Bauverbot belegten Gelände liegt die, dem K'önigl. Prcuß. Polizeihauptmann Bich- mann gehörige tzo freite Kaiserstr. Nr. 134. Nachdem der Eigentümer an die Stadt das Ansinnen gestellt hatte, seine Äofreite, wenn nötig im Wege der Enteignung, zu erwerben, war die Stadt in Verhandlungen zu ihrem freihändigen Erwerb erngetreten, die jedoch ergebnislos verliefen, da der Eigentümer eine Entschädigung von 37 000 Mk. forderte, während die Stadt nur 22 000 Mk. bot. Die Großh. Bürgermeisterei Friedberg stellte deshalb Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens bei dem Großh. Kreisamt Friedberg. Auch vor diesem kam eine Einigung nicht zustande, weshalb die Sache dem Provinzial- Ausschuß zur Entscheidung erwuchs. Die Schätzung der Lokal- kommission belief sich auf 23100 Mk. Nach Anhörung der Beteiligten beschloß heute der Provinzial-Ausschuß, seine Ent­scheidung in einer der nächsten Sitzungen zu verkünden.

Zwischen der Gemarkung Gießen einer- und den Ge­markungen Launsbach und Witzinar anderer fets befindet sich ein Gebiet, das zu den letzteren (preußischen) Gemarkungen ge­hört, aber unter hessischer Oberhoheit steht. Die Lahn, die diesen Teil durchfließt, macht dort eine scharfe Krümmung, die zur Folge hat, daß fortwährend von dem rechten (preuß.) LUer Land abgerissen und an dem linken (hessischen) Ufer an- geschwemmt wird. Dadurch hat sich die Hoheitsgrenze in der Mitte der Lahn allmählich so verschoben, daß ihre Neu- regulierung für erforderlich erachtet wurde. Bezüglich dieses 4,eils der Lahn hat nun Konrad R ü b s a m e n um die Erlaubnis nachgesucht, dort baggern zu dürfen. Die Großh. Kulturinipektion Gießen sprach sich gegen das Gesuch aus, msolange die Regulierung der Hoheitsgrenze nicht erfolgt sei. Durch, das Baggern verändere sich das Flußbett fortwährend, so datz eine genaue Markierung der Hoheitsgrenze nicht mög­lich sei. Das Großh. Kreisamt Gießen erließ deshalb einen Polizeibesehl gegen Rübsamen, in dem es ihm das weitere Baggern (er hatte dies seither schon ohne Erlaubnis getan) untersagte. Rübsamen ließ hiergegen durch seine Anwälte die-- kurs an den Provinzial-Ausschuß verfolgen. Dieser beschloß

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heute, zunächst unter Zuziehung der Parteien und etwaiger Sachverständiger Augenschein an Ort und Stelle zu nehmen.

Aufruf.

. Um allen Strari f enanforb ermtgat in Zukunft zu genügen und unsere Schwestern völliger in der Pflege cursteckender Krankheiten auszubrlden, hat sich nach Aufgabe der hiesigen städtischen Spital- pflege für unser Ddutterhaus die Notwendigkeit ergeben, ein eigenes JsolierhauS zu erbauen, dessen Errichtung der Vorstand nunmehr einstimmig beschlossen hat. Zugleich möchten wir aber auch ein ,,Asyl für schwer Lungenleidende" errichten, veranlaßt durch eine Anvrgung der Invaliditäts-Versicherung und eine kirchliche Wack- Ittmme aus dem Odenwald.

Tie 'Erbauung eines solchen Dauses einschließlich der erftcni Einrichtung erfordert aber bedeutende GeLmsttel, zu deren Auf­bringung der Vorstand des Mutterhauses sich genötigt sieht, die Fveunde des Hauses in Stadt und Land um tätige Beihilfe an-- zugehen. Wohl müssen nrir mit freudigem und demütigem Tanke gegen den treuen Gott und Herrn, der uns bisljer über Bitten und Verstehen auf Adlersbügeln getragen Hal, bekennen, daß wir noch nie Mangel gelitten haben. Tas ist aber nur dadurch geschehen, datz Er die Herzen willig und die Stäube freudig zum Geben ge­macht hat. Und so glauben wir auch diesmal keine Fehlbitte zu hm, wenn wir an Alle, welche dem hier getriebenen Werke freundlich gegennberstehcn und namentlich an diejenigen, welcfe in schweren, bangen Stunden erfahren haben, wie die fürsorgliche linde Hand und der linde Zuspruch einer Diakonisse Erquickung gebracht hat für Leio und Seele, die herzliche und dringende Bitte richten, uns mit Gaben bei dem neuen und notwendigen Werk ttreul-ch an die Hand zu gehen. Dieses Jahr soll, so Gort will, das 50 jährige Jubiläum unseres Hauses gefeiert werden. Möchte dies Vielen ein Ansporn sein, dazu beizutragen, daß das zu erachtende Jsolierhaus baldmöglichst seiner Vollendung entgegengebe!

Gaben für dasselbe werden in Gießen im ev ang elischeyj Schwesternhaus, Johann es straße 7, enigegengenommeu.

Darmstadt, im März 1908.

Ter Vorstand des Tiakonissenhanses Elis a bet Heu stift".

April

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1908

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Höchste

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Sonnenschein^ Klarer Himmeh

16. April

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Meteoroiogifche Beobachtungen

der Station Gießen.

-- + 17,6 e C.

--= -4- 5,7 e C.

. Temperatur am 15.

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