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— Ter neugcgrünbctc deutsche Ausschuß für mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht hat an die mathematischen, naturwissenschästlichen. medizinischen und technischen Vereine T-eutschlands ein Rundschreiben gerichtet, um sie zur Mitarbeit an dem großen Werke der Reform des Jugendunterrichts aufzurufen. Nicht um eine einseitige Parteinahme gegen
OernrischteO.
• Wie lange ein Telegramm um die Erde braucht, wurde durch ein Experiment der Kopenhagener Zeitung „Politiken' festgestellt. Das Blatt gab, ohne daß die Telegraphenbehörden benachrichtigt waren, daß es sich um einen Versuch handelte, an sich selbst zwei Telegramme auf, das eine östlich über Shanghai—New-Pork—London und das andere in umgekehrter Richtung. Das letztere kam zuerst an und zwar nach 3 Stunden 23 Minuten und ist in dieser Zeit achtmal umtelegraphiert worden. Das erste Telegramm brauchte nicht ganz vier Stunden um die Erde.
* KleineTageschronik. Bei Flörchingen in Lothr. stieß ein Güterzug mit einem Rangierzuge zusammen. Ein Rangierer ist tot. Drei Zugbeamte wurden verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. — Wie amtlich gemeldet wird, drangen in Taimiel in der span. Provinz Cindadreal sechs verkleidete Manner während einer öffentlichen Sitzung in den Saal des Magistrats ein und töteten den B ü r g e r m e i ft e r.
zu zwei Wochen Gefängnis: pie anderen Angeklagten touroeit wegen Mangel an Beweisen frei gesprochen. Die Angeklagten waren beschuldigt, die Broschüre des lwlländischen Anar- chistenführers Dvmela DiemoenhuiS mit dem Titel „Krieg dem Kriege" in Verlag genommen, beziehungsweise verbreitet zu haben. Im Jntcreffe der Staatssicherheit war während der ganzen Dauer der Sitzung die Leffeutlichkeit ausgeschlossen.
Trier, 19. Febr. Die Strafkammer verurteilte die beiden 1 5 jährigen Knaben Selbach und Riemer wegen Raub- mordversuches bezw. Beihilfe zu sechs Jahren Gefängnis und einer Woche, und zu sechs Monaten Gefängnis. Die jugend- lichen Uebcltäter hatten vergangenen Sommer die Mehlhändlerin Bäcker in ihrem Laden überfallen und am Kopfe schwer verletzt, um die Kasse auszurauben. Der lleberfall war außerordentlich forgfaltig vorbereitet.
Saarbrücken,^. Febr. In der Beleidigungsklage des H andelskam m ersyndikusDr. Tille gegen den früheren Oberbürger m e i fte r von Saarbrücken, Feldmann, wurde Feldmann auf Grund des § 185 des Strafgesetzbuches zu 60 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die von dem Verteidiger Feldmanns er- hobene Widerklage führte zur Derurteilimg Dr. Tilles zu 30 Mark Geldstrafe. Die Kalten tragen Tille zu einem Drittel und Feldmann zu zwei Dritteln.
das klassische Gymnasium als solches handle es sich, sondern um die Verbreitung der Ueberzeugung, daß auch die aus den Bedürfnissen des modernen Kulturlebens em vor gewachsenen Realgymnasien und Oberrealschulen eine vollwertige, für alle Verufs- arten geeignete Bildung vermitteln. Für die Berechtigung dieser Forderung wird die Tatsache angeführt, daß gegenwärtig noch 187 preußische Städte neben einem klassischen Gymnasium keine weitere höhere Bildungsanstalt besitzen und demnach auch die für das praktischeBerufsleben besttmmten Söhne des Mittelstandes zwingen, in den wenigen kostbaven Lernsahren des Knabenalters den besten Teil ihrer Kraft für die Aneignung der Anfangsgründe zweier toter Sprachen einzusetzen. Hier vor allem sei der Punkt, wo eine allgemeine Bewegung in Stadt und Land Erfolge erzielen könnte, nachdem die Gleichberechtigung der drei neunitufigen Schularten grundsätzlich anerkannt ist. Daneben aber erheben Handel, Technik und Industrie immer eindringlicher die Forderung, auch den Berufen des praktischen Lebens im Schulunterricht gerecht zu werden, und zum mindesten den alleinstehenden Gymnasien griechisch- lose Parallelklassen anzugliedern.
handel.
Hamburg, 19. Febr. Ter Abschluß der Norddeutschen Bank in Hamburg weist einen Bruttogewinn pro 1907 von 9186 510 Mk. (1906 8196510 Mk.) auf. Der Reingewinn beträgt nach Abzug der Verwaltungskosten, Steuern :c. 6 078 520 Mark. Der Aufsichtsrat beschloß, die besondere Reserve mit 775 000 Mk. zu dotieren und der am 28. März stattftndenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 9 Proz. vorzuschlagen. Tie Hauptgewinnposten betragen: Zinsenkonto und Platzwechsel 3 396 040; auswärtige Wechsel 2 048835, Effekten, Konsortial- und Kommanditbeteiligungen 731042 Mk., Provisionen 1986 145 Mk.
Tttrchttche Nachrschten.
Israelitische Re^g-onsgcmeinöe.
Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage).
Samstag den 22. Februar 1908: Vorabend 5.45 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung.
Sabbatausgang 6.40 Uhr.
Israelitische Ncllgionsgrsellschast.
Gottesdienst.
S a b b a t i e i e r am 22. Februar 1908: Freitag abend 5.25 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr.
Sabbat-Ausgang 6.40 Uhr.
Wochcngottesdiensl: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.
Arbeiterbewegung.
London, 19. Febr. Tie von den Besitzern der Tyue- Schiffsbauwerft a n g e k ü n d i g t e Aussperrung au der Nordostküste hat begonnen. Cie ist die Folge des Beschlusses der Arbetter, der sich gegen die Herabsetzung der Löhne ausgesprochen hat. Tie durch den Stillstand betroffene Gesamt- zahl der Arbeiter beträgt 380000 Manu,
Äoranssichtlichc Witterung jür tzcsteü am Frei lag den 21. Februar 1908: Teilweise heiler. Nur in Oberhesseii geringer Regen. Nachts Froü, am Tage mitd. eüliche Wmde.
Griginal-Dradtsnelldunge«.
Wien, 20. Febr. Tas auswärtige t’l m t hat aus Petersburg sehr beunruhigende Nachrichten erhalten, in dem Sinne, daß die russische Negierung die Entente mit Oesterreich-Ungarn in den Balkanfragen in jedem Falle aufrecht erhalten wolle. Minister Iswolski erklärte dem österreichisch- ungarischen Botschafter aufs entschiedenste, daß Rußland iveder jetzt noch früher von der Pforte die Konzessionierung einer Adria-Bahn verlangt habe.
Petersburg, 20. Febr. Die wichtige Frage über den Bau der neuen Kriegsschiffe ist im Kriegsministerium zu Unounsten des Auslandes entschieden worden. Alle Schiffe sollen i.n Rußland gebaut werden. Den ausländischen Wersten sollen auch die finnländischen Werften gleichgestellt werden.
Paris, 20. Febr. Echo de Paris meldet aus Tanger, der französische Dampfer Marne, welcher m Casablanca cmgetroffen ist, bestätigt, daß die Verbindung des Generals d' A m a d c mit Settat von sd.en Marokkanern ab geschnitten narben fei. d' Amade hat zurzeit ein Lager bezogen, während die Anhänger Muley Hafids alle kleineren iranzöftschen Posten in der Umgegend perttieben haben. In Casablanca herrscht große Beunruhigung. Die Spanier treffen Vorbereitungen, um die Stadt gegen einen eventuellen Angriff zu verteidigen. Der Kreuzer Kleber schiffte Truppen aus. Es heißt, die Franzosen hätten N roße Verluste erlitten und mehrere getötete und verwundete Offiziere und Soldaten feien bereits auf denn Transport nach Casablanca.
Paris, 20. Febr. Tas B a j o n e 11 g e s e ch t der Kolonne des Obersten Taupln gegen eine hasidische Uebermacht int Te- filee von Berrabaa bildete den blutigen Abschluß einer mit Unterbrechungen vom 16. ds. morgens bis zum 17. abends fortgesetzten Verteidigung der Franzosen, die ihre Toten uni) Verwundeten nach Fedala bringen konnten. Tie Affäre von Berrabaa beweist, daß die hasidischen Truppen, durch Erfahrungen belehrt, ihre Taktik jetzt geändert haben. Sie fanden sich mit geschickter Terrain-Ausnutzung in großer Anzahl nur an jenen Punkten zusammen, wo die bestimmten Zielen zu- ftrebenden Franzosen ihre Artillerie nicht ausnutzen konnten.
N e w y o r k, 20. Febr. Ter Senat nahm den Schiedsgerichts-Vertrag zwischcil Frankreich und A m c - r i E a an.
im 79. Lebensjahr.
Namen? der Hinterbliebenen:
Charlotte Giirrgerich geb. Pfannmüller.
Mathilde Wagner geb. Pfannmüller.
Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich.
Darmstadt, den 19. Februar 1908.
Die Beerdigung findet statt Freitag, den 21. Februar nachmittags 21/, vom Sterbehaus Wittmaunstraße 19. ab.
Statt besonderer Anzeige.
Heute Morgen 4 Uhr entschlief sanft nach kurzem Kranksein unsre liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Stcucrrat Lina Pfannmüller
geb. Mosler
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Tapeteo Beste
Annerod, den 20. Februar 1908.
1121
Danksagung.
.. Für bte vielen Beweise herzlicher Teilnahme und ote reichen Kranzspenden bei der Beerdigurtg unseres neben Entschläsenen sagen wir allen, besonders auch dem Gemngverein „Teutonia" und dem Turn-Verein „Gut «eil unseren herzlichsten Daul.
I.n Namen der Hinterbliebenen: Marie Dörr.
1120
Gestern entschlief, sanft.nach längerem Leiden mt Aller von 4 Fahren unier geliebtes Töchterchen
Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Februar, mittags 1 Uhr statt.
Die ttauernden Hinterbliebenen: Familie Bömer.
D Rinn.
Heuchelheim, den 19. Februar 1908.
Todes-Anzeige.
Allen^K>erwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nacyricht, daß unser lieber Gatte und Vater Friedrich Kalesky, Schaffner, beute sanft entschlafen ist. 1113
Elisabeth Kalesky nebst Kindern.
Gießen, Bruchftr. o, den 19. Februar 1908.
Beerdigung: Samstag nachmittag 3 Uhr vom Portal des neuen Friedhofs.
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Wtt bitten auch in diesem Jahre herzlich um solche Beiträge,- die teure Zeit hat auch unsere Aufgabeli erhöht. Mögen die alten Wohltäter mit ihren Gaben uns treu bleiben, mögen recht viele neue unsere Sache willig unterstützen! Sie alle tun em gutes Wert.
Gießen, den 17. Februar 1908.
Der Vorstand der Kleintinder-Bcwahranstalt.
vr. Naumann, Kirchenrat. vl’/3


