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16.4.1908 Zweites Blatt
 
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Donnerstag 16. April 1908

Zweites Blatt

Nr.SI

Erlchetnl tSgllch mit Ausnahme des Sonntag».

General-Anzeiger für Oberheffen

eNtig( '

das

Ab-

Welche Ziele haben mir uns

gründen wir Zweigveceine?";

(Referent Drewitz

m Mitteldeutschland vorgeschrieben?

nur lür drlugeuue Fälle sicher anzntrelfen.

gewählt. Die

den einzelnen

ungS

Strecker liegt,

B/i

Handel

des

. . »7.50

Ubeischies. Eisen-Industrie »9.50

Portugiesen

III

83.50

95.30

Pnuce-Heun-Eisenbahn .

216.50

9 (<)

y1

Uaryener Bergwerk Lauruhülte . . . 2sordd. Lloyd .

Ungar. Goldrente . . Italien. Bente . . . Portugiesen Serie I .

zu treten. Es ist dieS umsomehr zu begrüben, da damit Wünschen vieler Einwohner gedient wird, auch solcher, nicht gerade Mitglieder des Bolksbildungsvereins sind.

s. Marburg, 14. April. Mit dem morgigen Lage nimmt

Elektnz. Scbuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamuurg-Anierik. Paket!

23.40

145.aU

120.00

188. Jahrgang

4%

3,%'

3%

IM feit den die

Harpener Bergwerk Laurahiltte . .

..ombarden E. B.

Nordd. Lloyd . .

L'nrkenlose . . .

malige Sommeriemester knüpfen sich hier gro^e Hoffnungen, glaubt man doch, daß nut Liüasicht auf die Frequenz des vorigen Sommers

. 151.40

. 126.20

. 233.70

. 63.00

139.80

Ein- man oaß

Canada E. B. .

LannsttLdter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz: still.

4-v Uesterr. Goldrente. . 4*/5y$ Uesterr. bilberrente

. . 196.70 . . 208.60 . . 23.40 . . 97 10 . . 149.70

Wlt m°l< 6%

121.00

107.65

209.00

194.30

111.75

197.25

216.00

Di«Lietzener ZamilienbläUer" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich betgelcgt, das *Krei$blatt für den Kreis Lietzen^ zweimal wöchentlich. DieLandwirtschafllichrn Seit- fragen erscheinen monatlich zweimal.

Dr. (xeyer, Seitenweg 64. I>r. Klein, Ost-Anlage 37. l>r. Zinsser, Goethestrasse 10.

Giessen, den 16. April 1908.

tirobsh. JPolieeiamt. Reinhart

fetten IR

4la*/, rußs.dtaatsanl. 1905 4>iu;0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Griech. Monopol-Ant . 4% äussere Argentinier . d°/0 llexiaaner, . . . 4 >6°/, Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buüerus E. W.....

Tendenz.: test.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

61.00

62.00

94.80

87.40

95.30

149.20

49.2u

85.75

Karfreitag den 17. April 1908, Uiranliannfiinko nur von 49 Uhr nachmittags offen: 11SUlßpVlllCn.ü.

Briefkasten der Be-akt«on.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Z. LZettershain. Ihren ganz prächtigen liutuoartlicheir Gesang am Oberhessen wollen wir sehr gerne zum Abdruck bringen und hoiwrteren. Sprechen Die doch einmal aus uni er er Redattton vor.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schub» straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:^^ 113. Tel.-Adr.: AnzeigerGieße«.

e- fcilJ MechaniKilL.

je ängebott aj

3- Anz. eicci-1

. 162.90 . 126.00 . 233.50 . 138.00 . 176.20 . 139 50 . 198.90

Berhner Handelsges. . Darmstädter Bana . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit .

Dresuuer Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlaun . . . . Gottbardbahu . . . . Lomuard. Eisenbahn . Uesterr. btaatsuaim . .

leben des Bürgermeisters war sür unsere Gemeinde eine Jlcu* wähl notig geworden. Es bildeten sich drei Parteien, die jede sür sich einen tüchtigen und geeigneten Kandidaten jur das Bürger­meisteramt auf ihren Schild erhob. Schon drohte loader und der Parteien Daß unsere Bewohner zu entzweien. Da legren sich vernünftige Männer in Mittet, um den Frieden in unjerer Ort- ]ti>uit za erhalten. Zwet von den errorenen Kandidaten lehnten, mit aller Gntichiedenhett ihre Wahl au zu Guntzen des leitherigen Beigeordneten ». Hederich. Die Wähler gaben der Bernunft Gehör und wählten sämtlich mit 74 stimmen den seuherigen Beigeordneten zum Bürgermeister.

8L"

-d. Lich, 15. April. Das 35. Turnfest des Gaues H essen," das ursprünglich am 27., 28. und 29. Juni d. I. abgel-alten werden sollte, ist nun wieder verlegt worden. Mit Rücksicht auf das deutsche Turnfest in Frankfurt a. M. hat man jetzt die Tage vom 20.22. desselben AionatS Arbeiten im Vorstand des Turnvereins und in

Reichsanleiha do.

Konsole . , do.

Hessen . . , Übemesseu

mitgetcilt worden ist, es sich ermöglichen lasten, einen Platz in dem Anbau nach dessen Fertigstellung zur Verfügung zu stellen. Darüber, ob in dem Anbau ein Raum von etwa 2040 qm für die Einrichtung eines Postbureaus wird zur Verfügung gestellt werden können, konnte eine bestimmte Zu­sage zur Zeit noch nicht gemacht werden; bei der Aus- arbeitung der Entwürfe für den Umbau soll jedoch die An­gelegenheit in Erwägung gezogen und dem Anträge, wenn irgend angängig, entsprochen werden. Zur Aufstellung eines Fe rnspre ch-Auto rnaten für den Ortsverkehr hat die Kgl. Elsenbahndirektion inzwischen der Kaiserl. Postocrwaltung einen geeigneten Platz überwiesen.

Auch auf die Volksschulen deS Landes werden gegenwärtig die Sicherheitsmastregeln für Feuers­brünste ausgedehnt. Während der Osterferien werden die Türen zu den Schulsälen so angeschlagen, daß sie sich nach außen öffnen. Diese Anordnung ist durchaus angebracht. Die Schultüren sind in fast allen Schulsälen nur nach innen aufgeheiid. Oft ist aber diese Oeffuung bei alten Schul­zimmern, in denen die Kinder zusammengepfergt in vollem Sinne des Wortes sitzen, nur zur Hälfte zu bewerkstelligen, weil nahstehende Subsellien oder der Ofen dies bedingen. Welche Gefahr bei einer Feuersbrunst in solchen veralteten Einrichtungen liegt, weist jetzt nach dem Vorkommnis in Amerika jedermann. ES läßt sich wohl erwarten, daß diese notwendige Fürsorge auch ein entsprechender Faktor bildet zi,r Beseitigung der alten, ungesetzlichen Schulräumen. Der Feuerdrill" der Schulkinder selbst, wie ihn ebenfalls eine behördliche Verfügung anordnet, bestand seither schon in manchen Klassen durch den geregelten Ausgang dec Schüler, dem nur eine Beschleunigung aufgelegt werden muß.

K ochk unst - AuSstellung. Rach den bisherigen Zusalmuenstellungen hat sich ergeben, daß em Defizit bei der Ausstellung nicht zu verzeichnen ist, vielmehr sich ein, wenn auch kleiner lieber schuß ergeben wird, demzufolge hat auch das geschäftsführende Komitee bez. der Vorstand des hiesigen Gastwirtevereins folgende Ueberweisungen gemacht: Ten beiden hiesigen Schwesternhäusern 300 Mk., dem Baufonds der Alice- Schule 100 Rik., dem Fonds für warmes Frühstück 100 Alk., der Gastwlrte-Unterstützuugskasse Gießen 100 Mk., der Gast­wirte Kcaukenkaffe 250 Alk., Alters-VersorgungSkasse Deutscher Gastwirte 250 Mk., sowie diverse kleinere Gratifikationen. Tie Ausstellung ist von rund 20 000 Personen besucht gewesen. Alles m Allem wird wohl der veranstaltende Gastwirteverein, sowie die gesamte Stadt mit Befriedigung auf die Ausstellung zurückblicken.

#* Die mitteldeutschen Bäckergehilfenvereine, die auf dem Boden des Zusammenarbeitens von Meister und Gesellen stehen, halten am 2. Oslertag m dec Turnhalle deS Gießener Turnvereins einen Kongreß ab, bei dem folgende Beratungsgegenstände auf der Tagesordnung stehen: ,Warum

Giessener Anzeigers, mitgeteilr von der Bank iür und Industrie, Glessen.

91.35

61.75

90.70

91.50

98 93t 99.30

93.50

Sommersemester au der hiesigen Uiiineriirut lernen o,si- ziellen Anfang. Es steht zwar $u erwarten, daß sich die Antunst der Studenten bis nach den Feiertagen verzögert. An das dies--

lahlungs' Gierigkeit« urrö stchgcE N M, to« Ordnung femfioncit ®. nen 2C oisor Teleion

)niir0£:S

ltcn 'J.S:. chgarlens lioüer^L-^ -Kleines

Berliner Börse, 16 April. Anfangskurse.

Ans SLNdt nnS Lnn-.

Gießen, 16. April 1908.

"Realgymnasium und Obecrealschule Gießen Daren nach dem jetzt herausgegebencn Jahresbericht zusammen Men 966 Schülern besucht; davon besuchten das Realgymnasium ^69, die Oberrealschule 540 und die Vorschule 157. Von

Gesamtzahl waren aus Gießen 636, aus dem übrigen

Eine Aiisstellung für Handwerk und Ge­werbe, K u il st und G a r t e n b a u wird im Jahre 1909 in Wiesbaden slaufinden. T»e Ausstellung will u. a. bartun, welche Ouellenprodutte Nassaus Boden erzeugt. Die Champagner- iabrifation des Regierungsbezirks, die keramische Industrie deS Westenvaldes und sonstige'Gewerbe wollen sich einen weiteren Ab­satz erringen. Ein Ehrenausjchuß unter dem Vorsitz des Regierungs» präfibenien Dr. v. Meister gibt dem Unternehmen das äußere Relief. Em Finanzausschuß hat das Unternehmen durch einen mehr als 800 000 Mk. betragenden GarantleiondS und ca. 20 000 'Mk. feste Beiträge gesichert. Ein Bauausjchuß hat die Pläne für die Auf- bauten auf einem 50 000 Quadratmeter umfassenden Terrain un­mittelbar an dem neuen Hauptbahnhof fertig gestellt. Die Aus­stellung ist auf 1. Mat bis Ende August berechnet. Ein Preis­ausschreiben zur Erlangung künstlerischer Entwürfe für ein Neklam eplakat ist erlafjcn.

K1 eine Knnst chronik. Im Würzburger Stadt­theater gelangte, wie wir im FrankfurterGeneral-Anzeiger" lesen, GoethesSaito", mit Gästen besetzt, zur Aufführung. Ins­besondere 'Max B a y r h a m m e r von Frankfurt und Elfriede Bayr Hammer von Kassel boten wahre Kabmettsstücke fein Um­rissen er Charakteristik. Richard Kuch-Frankfurt brachte einen .Lasso" auf die Bühne, der, wenn er auch anfangs weniger sympathisch war, doch >ioch beifällig wurde. Dr. Richard Strauß ist von der königl. Kapelle zu Berlin zum DirigeiUen der Smsonie- Konzerle geivählt worden.

Gießen);Was ist zur Erhaltung des Kleinbetriebes not­wendig?" und Gründung eines Zweigbundes Mitteldeutschland des Bundes der Bäckergesellen Deutschlands mit dem Sitz in Kassel. (Wahl des Borltandes, Bezirkseinteilung, Bestimmung des nächsten Tagungsortes.)

inen oÄtJ

M ^5^ WS1*-1

Gießener Strafkantmer.

5 )( Gießen, 15. April. Die Furcht vor dem Arbeitshaus.

Die Strafkammcr irat heute lerugiiM liegen einem Bettler z-usammen, der aus Furcht vor dem Arbeitshaus ein Urteil des -schöfiengeriusts Friedberg angefochten hat. Es hanoell sich um den stellenwsen Tapez^r B). G. a>is Darmstadt, bet ui erster In­stanz wegen in Bad-Rau he im begangener Betteleien mit 14 Tagen Hast belegt woroen ist, nach denn Verbüßung er der Landespolizeioehönoe zur Unterbringung in das urütu»yau5 über­wiesen weroen sollte. Das Schöffengericht hielt die,e Maßnahme! um so angt^igtir, ais der Angettagu: ein im heften Mensck-enatter stehender Mensch ist, der nur auf unlautere üveise, durch Tieb- stahl. Betrug, Unterschlagung und Bettelns sein Leben fristet. Er ist in den drei letzten Jahren wegen Bettelns mehrfach be­straft, so daß die Boraussetzungen zur lieberweisung gegeoen sind. Er beruft sictz daraus, er sei im Jahre rv0/ wegen Bet. ins nicht bcstrast woroen; buä Hai aber seinen Grund Darin, daß er fast während des ganzen Jahres wegen anderer Straftaten im Ge­fängnis war. Die Strasiiste weist Beitrafungen aus fast allen deutschen Bundes,taaren auf, woraus zu schließen ist, da,; es lich um einen Landstreicher handelt. Da unter diesen Umstanden als einzige Rettung das Arbeitshaus angeiehen iverüen rann, mußte das Urteil -feine Bestätigung fiirden.

Zeigt sich der Glückliche nur, ich vergesse die Gotter des Himmels, Aber sie stehen vor mir, ivenn ich oen Leidenden seh'."

Und sie rühren mich direkt an, daß es mir wie ein Schauer durch die ©neßer bebt, wenn ich selbst vom Leide betroffen werde. Nicht mit Unrecht macht deshalb das Eyrsiunttum gerade das Leiden zum Prüfstein des muychlichen Charakters, die Art, wie der Alensch es trägt, zeigt in der Tat, wie groß oder wie klein er ift Oft ist es leichter, bedeutende Taten M vollbringen, als seinen Mitmenichen ein Boroilb zu fein im Ertragen der Schickung.

Zwei sind der Wege, auf welchen der Mensch zur Bugend emporstcebt;

Schließt sich der eine dir zu, tut sich her andere dir auf.

$) an belltb erringt der Guictliche sie, der Leidende duldend. Wohl ihm, den fein Geschick liebend auf beiden geführt!"

Dr. Strecker.

dessen 236, aug anderen deutschen Staaten 105 und aus um Ausland 3. Evangelisch waren 865, katholisch 53 und Sraelltisch 62. DaL Realgymnasium hatte Herbst 1907 2 oarunter eine Dame) und Ostern 1908 25 Abiturienten, die 2derrealschule 3 und 21. Das Lehrerkollegium bestand em- chließlich des Direktors Geh. Schulrat Rausch au5 41 Lehr- ciften, darunter 3 Religionslehrer. Dem Jahresbericht ist !>ie Abhandlung ,Zum Wesen de§ altfranzösifchen Epos" von 2derlehrer Dr. Werner beigegeben.

** Ernannt wurde bet Bureauassistent i. P. bei der vor- niligcn Direttion der Hessiscst-Thüringüchen Staatslotterie)b. Junge zu Darmstadt zum Ministeriastanzlisten bei dem Minu- Ktiuni der Finanzen.

** Fernfprechstelle am Bahnhof. Dem frühersn Mirage der Handelskammer auf Errichtung einer öffentlichen ifirnsprechstelle auf dem Bahnhofe Gießen konnte seither nangels eines geeigneten Platzes nicht entsprochen werden. Mchdein inzwischen ein Erweiterungsbau des Bahnhofes in Mssicht genommen ist, wird, rote dem Großh. Ministerium

Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahn- '»ifen von der Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M.

Die nach- sind ikarfreitag den 17, April

stehenden Ä ü 4 ulv von 12 Lhr miltagd bis 12 Uhr nachts

Aarlamentarrsches arrs Reifem

Der Finanzausschuß b c i? 6 e i t e n Kammer be- fhäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung ui Gegenwart des TMianzministers Gnauth und Ministerialrats Dr. Lecker zu- ---st mit einer Reihe kleinerer Beratungsgegenstände. Der Än- tag £ a ud auf Erbauung einer Nebenbahn von Gr o ß-Zim- niern nach Groß-Umstadt im Anschluß an die Neben- siihn D a r m st a d t G r o ß - Z i m m e r n und die Vollbahn ? i a n f f u r t- E 6 c r b a d), sowie die Bahnlinie Seligen- >,adtWeiß kir chen (Antrag' des Abg. Horn) wurden für riledigt erklärt. Das preußische Ministerium hatte es abgelehnt, yieje Linien in die Eisenbahngemeinschaft mit aufzunehmen und -senso lehnte der Finanzminister ab, die Bahnen als Staats- bihnen zu übernehmen, denn es habe sich herauSgestellt, daß 3jn diesen Linien keinerlei Rentabilität zu erwarten sei. Einem trioalunternehmer würde dagegen gestattet werden, die Er- j1Uung der Bahnlinien auszufuhren. Der Ausschuß erledigte Hann die Vorstellung der pensionierten Beamten der Hess, ckudwiasbahn dahin, daß die Regierung ersucht wird, für Sie wirklich beoürstigen Pensionäre Unterstützungen aus der Preußisch-Hessischen Gemeinschast zu erwirken. Der Vorstellung m Gemeinde Ebersberg auf Errichtung einer Haltestelle konnte nicht wlllsahrt werden, da die Anlage bei den Steigung»« ^rhältnissen der Bahn unmöglich sei. Der Antrag U l l m a n n betrefft der Nenanlage des Bahnhofs Vilbel wurde für erledigt erklärt, der Antrag Lang auf Erbauung eines Bahn­hofs in Schönau wurde abgelehnt. Der erhöhten Äuf- >!fferung der mittleren Staatsdienstaspiranten, wie v von den Abgg. Dr. Osann, Damm und Melung beanttagt vorben war, widersprach die Großh. Regierung mit dem Hinweis darauf, daß ihr z. Zt. keinerlei Mittel zur Verfügung ständen, dm erhöhten Anforderungen gerecht zu werden. Es konnte Demnach den Anträgen feine Folge aegeben werden. Der An- ng Dr. Osann wünscht, daß die Vergütungen der mittleren Ziaatsdienstaipiranten in den ersten drei Jahren bei 1500, L600 und 1700 Mk. um je 100 Mk. und in den drei folgen­den Jahren bei 1800, 1900 und 2000 Mk. um je 200 Mk. er- »öht werden sollten. Die Vorstellung der Schreibgehilfen .Dar in der Hauptsache bereits gelegentlich der Budgetberatung ^handelt worden; der Ausschuß beschloß im übrigen, die Vor- itdlung im Sinne der Regierungsantwort zu erledigen. Las Gesetz über die Fürsorgekasse der Beamten der Land- .emeinben ist vom Ausschuß durch die Neuregelung des Staats- uschusses und der Bestimmungen üb irr, die Strafanteile 2C. o weit gefördert worden, daß der Berichterstatter, Abg. Dr. Osann, mit der Abfassung des Ausschußberichts beauftragt j.tben konnte. Die nächste Sitzung des Finanzausschusses wird int Dienstag, 5. Mai, stattfinden.

'M ÄL

"bürg i. P

Festausschüssen nehmen regen Fortgang.

d. Bad-Nauheim, lo. April. Der Bild verein, dessen Vorsitz in den Händen von Dr. Strecke^ ^u-, kann jetzt aus ein zweiiähriges Bestehen zurückblicken. Er hat auch 1907/08 eine rege Tätigkeit entfaltet. Es wurden drei Vorträge (butt Oberlehrer Klein-Gießen, Professor Sauer-

(jirta 19u0 Studenten) diesmal dec 2000. Muiensohn seinen zug in Aiaröurgs Diauern hall. Vor etwa 20 -ouijtui icierie yur in großartiger Weise die Ankunft des 1000. Studenten; der 2000. ui ähnlicher Weise gefeiert wird, ist. sicher.

th. Nieder-Gemünden, 14. April. Durch das

Nach den zahlreichen Versuchen, die, von Aerzien mit ^sivion als Bumtznahrung für Kinder in der Entwicklung geinacln wurden, empfehlt es nch, dieses beste und billigste, blutbildende und rrästigende ycaürmutel die Kinder eine Zeitlang trinten zu lassen. Erhalilich das Halde Kilo drei Mart in den Apotheken und Drogerien. b10/.

Gießen und Dr. Greiner-Jugenheim) gehalten, fünf Theater­vorstellungen des Rhein-Mainsichen Volksblldungsverbands und ein volkstümlicher Musik-Abend (Eichendorss-Feier) veranstaltet. Leider erfreuen sich die eingerichteten Leseabende immer noch nicht eines stacken Besuchs aus den Bevölkerungslreisen, die man am ersten für die Bildungsarbeit gewinnen möchte. Desto mehr werden aber Lesezimmer und Bibliothek benntztt Im ersten Jahr wurden 1600, im zweiten schon 2400 Bände aus­geliehen. Besonders beliebt und auch gut besucht waren die Vor­stellungen des oben erwähnten Wandertheaters. Das Theater ist eben ein Bildungssattor, der auf viele Leute noch am ehesten und ersten einwirkt. an hat sich daher entsct)lossen, nächsten Winter mit 10 Ausführungen an die Oessenttich-

Mmde t, einen enskhm! n. CfitGa bt sind bi; m Großh. & luedbotn jic BürgcrmeiiL öchmidi. .

imetnöe )?abfid)tigt uckwassttlck-

, Angrdüo ig der % nanschlag m3 »ieü. Aiij. <rto

Karfreitag.

, Die religiöse Legende, die unserem offiziellen Mstlia-en Kultus zu Grunde liegt, stellt ttotz der schönen itmhlmgszeii diesen Lag unter den Gindruck erschütternder Bilder Wd tiefernster Geoanten. Das paßt ja ivohl auch zum Leben, vt Freud und Lech so nahe beieinander stehen und ost genug das hie aus dem andern hervorgeht. Daher denn auch ichon vor ten Austreten deö Ehristentu.ns die Aienschen in ähnlicher Auf- iitanbcriülge traurige und ernste Feiern begangen haben.

Der üidcndeJeius ist einSinnbich der lechenden tbcenschheit. S4 tote er haben ja Hunderte und Tausende gelitten. So wie W nagclt:n die Römer nach den Sklaven kriegen die Gefangenen to die üreuze, ein irostlo!es Dasein entsetzlich endigend. So I 51-. "UL seinen Augen sind noch aus unzähligen,aichcren blutige inanen geflossen. So wie sein gutes rlöollen ist das fast aller wrlumpicr der Menschheit zu einem Martyrium gewvrdcn. Der Reiche Weife als wehrloses Opfer kurzsichttger llngerechligkeit, S ist gleichsam das Zeichen, in dem aller Fortschritt der Mensch- M jid) vollzieht.

?| Silber nicht die Weisen und Großen nur_! Es

II io viel Jammer mch Verzweiflung m der Welt, io viel Schmerz an) Unglück, wovor wir schaudernd freßen und sides Wort, ja Gedanie an Schuld uno Sünde eychütlert verstummt. Und 'e tiefa hineinsckMir ut das Gesiecht und Gewirr seelischer und °8:aler Zusammenhänge, der wird überall und immer im Schicksal | E. Lragöoie, im ^cben das Marthrium erkennen. Augenblicke °b4er Einucht sind eS, in denen die ernstesten, unlösbarsten Fragen jtiJelt am heftigsten ans uns einsturmen: Wozu das Alles?

"t'tz das so sein 7 Und weshalb gerade hier und nicht dort?

ö» wichen riugenblickcn erdacht aber auch daS tiefste religiöse 'tPlinb-en. So i|t es ein großer, echter Zug des Chriltentums, I-?1 es im Leiden daS Göttliche, im Märchrer den Gottessohn ,;cuen lehrte. Eben das Leiden ist dar uurilgbare Riß, Der durch -A'-re Menschheit Hindurs 3el;i uno durch Den Der ahnungsvolle höherer Beziehungen, nnsaßlicher Zusammenhänge hereur- cs allen Gitten glücklich erginge auf Erden und

7 ön Vosen übel, wie tiac und begreiflich wäre die '-©eit* daun. Ser haue caitii Anlatz noch über fein Leoen

L »?st mü/en? iitLr wurde dann noch viel zu fragen haben ? ja Mnschen, die es sich so bequem gern machen möchten, tönnen nur, bis auch an sie einmal eischntttrndes Leid n- «u,lb mit einem Blick sie lehrt, wie unergründlich mel x öle Htane des Daseins liegen müssen.

Fr«nkfnrter kSörwe, 16. April, 1.15 Uhr.

91.4t) | Elektnz. Lahmeyor . .

81.90 .......