Ausgabe 
22.8.1908 Zweites Blatt
 
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taten-Sommerllw

August 1908: stellung^ üft-PiSDüIMi eUungen, 4 und 8 L !>orficll,ing e laurant ?s bestrenommier ani Äsche

Wochentags 7 Uhr Meu,kmchToimtag^ (b inn, [rantiurt a. 31 und W . findet am LL.August«

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Nr. 197 Zweites Blatt

158. Jahrgang

Samstag ÄS. Angttst 1908

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieEiehener Zamllienblätter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Leit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für ©borgen

Rotationsdruck und Vertag der Brühl'schcn Universitäts - Buch- und Sleindruckcrei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und D Neckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e-rK 51. Redaktionen 112. Tel.-Adr.:AnzcigcrGicüen.

Mnnalarbeitcc beschlofsenen

.Zürsorge für die

In unmittelbarem Anschluß an die vierte geschlossene Ver^ lammlung trat um 10 Uhr Die vierte und lebte öffentliche -3 c r j ainmlung in der wiederum überfüllten Festhalte zu- lüinmcn. 'Jin erster peelte sprach Pfarrer Tr. I a N n s e n (Büuek^ über das Thema: Katholiken und Protestanlc n in oolland- Er schilderte das gute Einvernehmen, das jcfct in polland zwischen Katholiken und Protestanten bestehe-

hieraus >prach eumbctat i r z Warnen in der Schweiz) über das Papsttum- Man nennt uns Ultramonlaue, so jührle er iuy, und will damit sagen, daß wir unser Vaterland lenseits Der Berge haben- Tas ist nicht wahr. Man bemängelt lin­ieren Pairiolismiis. Tagegen erheben wir Protest. (Stürmischer Beifall--Ultramontan" find wir insofern, ais unsere Herzen nach Rom hin gravitieren zum Oberhauvte unserer Kirche, dem ^eiligen Vater, dem Lehrer der katl-otifchen Wahrheit und dem «.rager der latl-olischcn Einheit- Zgiwramus^ et ignorabimus. ßir wissen cs nicht und werden cs nie wissen- So lautet die Ant­wort, welche das rein menschlicl-e Wifscn hat auf Die Grund­nagen, welche den Menschen und die Menschheit auf das tiefste tcruhren- Wir setzen diesem riesengewaltigen Fragezeichen eine Antwort entgegen, die uns mit Mut und Trost und mit unilerb» na) et Hoffnung erfüllt- Wem verdanken wir cs, daß mir solch eine glaubensmuuge und hosfnungsfreudige Antwort geben können? Der Kirche und ihrem obersten Lehrer, dem römischen Papste, der der Siegelbewahrer Der kirchlichen Wahrheit ift- (Lebh. Bei- Qil.) Ter Redner verweist dann auf die Verdienfte der Päpfle am ddunst und Wissenschaft, in kultureller und sozialer Beziehung ind betont, bah das Münchstum Die Schätze der antiken Wissen- ichafl und Kultur seinerzeit gerettet habe, und daß die Gleichstellung

der Frau mit dem Manne, die Besserung der Lage der Arbeiter alles wesentlich.' Verdienste des Papsttums seien, das das un- auilcslid e Sa lrament der Ehe geschaffen hat, und dem man die Arbeiter-Enzyklika zu danken habe- Wenn dabei die äußere Stclluna d.s Papsttums seiner erhabenen Würde auch heute noch nicht entspreche, so müsse das die taUolisck-e Well anspornen, immer wieder Die Forderung nach völliger Unabhängigkeit des Papstes zu stellen- Ter Papst müsse auch durch Ausgeftaltung des Peterspfcnnigs finanziell nach, airaften unterstützt werden-

Es folgte nunmehr die Schlußrede des Präsidenten der diesjährigen Katholitenversammlung, des Grasen Praschina- Ter Redner führte u- a. aus: Wir müssen zeigen, daß, je treuer und fester wir zu unserem Glauben stehen, wir uns desto mehr in den bürgerlichen Tugenden beroonun- Tann wird auch Die Frage der Parität und Inferiorität verschptnoen^die nur durch Taten gelöst werden kann, nicht durch Worte- Seien mir eine Elitetruppe. Katholiken vor die Front! (Stürmischer Beifall-) Zeigen wir unseren Mitbürgern, daß Gurdeutsch und Gutlatholisch fein zusammengehört, datz der Katholik im Leben der Ration der Beste sein ivili, zeigen wir zugleich Der ganzen katholischen Welt, daß wir uns in der Treue zum heiligen Vater von niemanden übertreffen lassen- Tie Katholiken in Deutschland voran, die deutschen Katholiken in der Well voran, das sei der Ruf, der heut in alle Welt hinaustlingen möge, hinüber über Die Berge zum Throne des Statthalters Ehrifti und dcs Rachsolgcrs Petri auf dem päpstlichen Stuhle zu Rom- Tas sei der Scheuß des Tüsseldorfer Katholitentages- (Tonnern- der, minutenlang anDauemcr sturmesck)cr Beifall)

Zum Schluß richtete MarDinal Fiscl)er an die Versammlung die But-e um recht zahlreiches Erscheinen zu Dem im nächsten Jahre tagenden Eucharistischen Kvngrcst in Köln und erteilte hieraus im Verein mit den vorigen Bischöfen Der inzwischen in Die Striie gesunkenen Versammlung den Segen- Mit Dem Gesänge dcs Te- deums und mit einem Hoch) auf das Präsidium ging dann Die 55- Generalversammlung Der Katholiken Deutschlands auseinander.

Heute abend findet eine P t e st v e r s a m m 1 u n g der Freidenker gegen den Katholikentag statt-

bei den im Reich groben ftunalbnulen-

Charitas ohne jcDc Erörterung gutge heißen, in Denen u- a. emp- otjlen wird, Die Gründung neuer und die Pflege der bestehenden ^chul- und Jugeiidsparkafsen- Weitere Anträge betraten Die

es gelte, die massenhaft an diesen Arbeils- Hatten |ici) cinfiiidenDen, besonders die ausländ.schen Arbeiter, gegen Die mannigfachen Gefahren des Alkoholismus, der Woh- imiigsnot und Der mangelnden Seelforge durch geeignete Matz- nahmen zu schützen- Die übrigen Anträge eritrecltcn sich auf die Sürsorgetätigkeit für entlassene Gefangene, die Fürsorge für im .lusiand weilende Deuts ck-e Katholiken und auf die Krüppelfürsorge.

tzanScl nnS Verkehr, voLkswirttzci)aft.

Berlin, 19- Aug. Rach dem Ausweis des staiistischen Amtes betrug der auswärtige Handel D e u t f ch l a n o s im Juli ds- ^S. in Einfuhr j 2H < U48 Tonnen verschiedene Waren und 1067 25 etüd, naniiid) 321 Stock Bienrn, 10 uUO Pferde und andere Tiere, 111 Fahrzeuge und 96 203 Uhren- Tie Einfuhr nahm gegen Den Vormonat zu und gegen den Juli 1901 ob- Tie Juliausfuhr betrug 3 663 5o2 Tonnen und 30098 Stück, da­runter 29 545 Uhren- Temnach Hot die Ausfuhr gegen den Vormonat um ein geringes, gegen Den Juli 190/ bedeutend ab» genommen- In den ersten jieben Monaten des Jahres 1908 be­trug Die Einfuhr 33 712 893 Tonnen gegen 36 408 519 Tonnen im Vorjahre und 842 773 Stück gegen 1 002 296. Tie Ausfuhr des gleichen Zeitabschnittes betrug 25 478 847 Tonnen gegen 25 328 518 Tonnen und 229 396 Stutf gegen 274 106 im Vorfahre-

Saaten st and Tür Preusten mitte August, wenn 2 gut, 3 mittel und 4 gering bedeutet: Winterweizen 2,5 Im Juli 2,4 , Sommerweizen 2,7 (2, /), Winterspelz 2,4 (2,2-, Winterrvggen

kiio in Preusten

55. Deutscher Uatholitentag.

2- u. H. Düsseldorf, 20. Aug.

Der heutige letzte Tag der 55- Generalversammlung der Katho- iilen Deutsckstands begann bereits um 8 Uhr srah mit ber d i c r t c n g e s ch l o f s e n e n V e r s a m m l u ng im riaisti,aale Der städlischrn Toul>alle. Tie Versammlung nahm zunächst eine Reihe von Satzungsänderungen vor, die fick teils auf Die Beseitigung ver­alteter Bistiminungen bezog, teils die Z u l a s s u n g d e r F r a u e u als ordentliche Mitglieder und die Ausnahme katho­lischer Vereine und Korporationen als 'Angehörige der General­versammlungen betrafen- Rach kurzer Aussprache wurde beschlossen, tinftweilen alles beim alten zu lassen. Dem Zentralkomitee aber anheimzustellen, die Frage nochmals in Erwägung zu ziehen-

Hierauf wandte sich die Versammlung der Beratung Der rämi« chen Frage zu- Dabei wurde folgender Antrag des Zentral­komitees, der von dem Grafen zu Troste-Vischering begründ.t vurdc, unter lebhasleni Beifall einstimmig angenommen:Tie j5- General Versammlung der Kathonten ^eut|ti,ianbd sendet in llebereinstimmung mit allen treuen Katholiken Der ganzen Erde Jem Heiligen Vater in Rom, Papst Pius X- Die ehrfurchtvollst-'n Älück- und Segenswünsche zu seinem 50 jährigen Priesterjubiläum and richtet ihre Gebete zum Himmel, um für ihn von Gott dem Allerhöchsten eine lange und glückliche Regierung der Kirche zu crslehen- Sie legt «r. Heiligkeit oii dieser Ge.egenh.it wiederum den Ausdruck ihrer univanhelbaren kirchlichen Treue uno An- -yangttchkeii zu Fasten, verfichert von neuem oem Rachfolger Petri and Statthalter Gottes auf urDen ihrer Elnurcht uno eytts Ge­horsams und verwirft mit ihm Die Irrtümer, Die er in Der Lneyclica pascendi Dominici gregis vom 8- September 1907 ver­worfen hat- Sic betet auch zum Heiligen Gott, Den Heiligen Pater zu trösten und zu starken in den sck)weren Bedrängniis.n, denen zur Zeit Die Kirche in so rnaiichen Ländern unterliegt, Damit er den rechten Weg finde, um Der göttlichen Lehre auf ter ganzen Welt Die Herzen. Der Menschen zu eröffnen- Sie must den A n s p r u ch a u f r e ch t erhalten, d a st der P a p st cine wirkliche und volle Freiheit genieße als die unerläßliche Vorbedingung für die Freiheit und Unabbängigt'eit der katholischen Kirche- Eine Bedingung für Die wirkliche Freiheit dcs Papstis uno Der Kirche ist auch die volle Selbfdändigkelt der päpstlichen Verwaltung, die durch regel» mastige Unterstützung der Sammlungen zum Peterspsennig ge- örDert werden must. Sie sorderc Die Katholiken aus, dos gegen» miiriige Jahr des goldenen Priesterjubitäums des Hctligeii Vaters ;u benutzen, um durch besonders reichliche Spenden einen Beweis ihrer innigsten Verehrung für Se- vciligteit und für ihre treue liebe zu ihrer Kirche zu geben-"

Zum Schluß wurden noch einige Anträge zur christlichen

Ntteversitäts-Nachrrchten.

hc. Frankfurt. Ter Privatdozent kür allgemeine Patho­logie und pathologische Anatomie an der Bonner Universität, Pro- sekior an der Akademie kür praktische Tlebijm zu Köln, Dr. med Bcrnh. Fischer hat einen Ruf aus Die Direktorstelle des Dr. Senckenbergischeii pathologischen Instituts als Nachfolger Eugen Albrechts erhalten.

TieWiener Ztg." veröffeiiilicht die Ernennung des außer­ordentlichen Profesfors an der Universität Göttingen Dr. B e r g - l o tz zinn außerordentlichen Professor an der Technifchen Hoch­schule in Wien.

LUcine Tagcschronit.

In R o d a i. Thür, wurde der erst seit einem Jahr amtierende Bürgermeister Bieter ici mit Durch, chofsencr Schläfe im Walde aufgcfunden. Ai.sch. inend liegt Selbftuwrd vor. Ucber den Beweggrund ist nichts belannt,

Hamburger Blattern zufolge, .ft das der Firma F- Laeisz gehörende VollschiffPalmyra", von Antwerpen nach Valparaiso beuinunl, laut einem Tetegramm aus Punta Arena auf Welling­ton Island gestrandet und völlig verloren- Fünf Mann von der Besatzung ertranken- 16 verließen die Strandungsstelle in Booten und iverden seitdem vermißt- Ter Kapitän und Der erste Lffizier erreichten Die Evangelisteninseln; sie wurden Dort auf- gefunDen unD am 19- August nach Punta Arena gebracht.

In der Nähe von Heureka (Nordamerika- hat sich infolge eines Erdstoßes ein Riß von über 2 Kilometer Länge ge­bildet. Tie Mauern der Earnegie-Bibliothek und des Eourt- House weisen bedenkliche Risse auf. Ein Standbild der Minerva stürzte von der Carnegie-Bibliothek auf das Dach des Zentral- Polizei-Bure.iu^.

2,5 (2,5 , Sommerroggen 2,9 (2,9 , Sommer ieist? 2,8 2,8 , Lawr ~2,7 , Kartoffel 2,6 (2,8 , Zuckerrüben 2,6 2,8 .Flachs 2,8 C-,< , Klee 2,8 (2,6 , Luzerne 2,6 > 2,6 , Rieselwtesen 2,-> - J nnp aiv Dcrc Wiesen 3,0 2,8 . In den Bemerkungen e -. '.atiUMdx-it Eorrcspondent" heißt es: Tie Getreideernte ist in vollem Gange; erschwert wird sie Durch Das Lagern Der Frucht und durch viele. Den Arbeiten sehr hinderliche Regenschauer: im gros'. n lind ganzen ist man aber mit dem Erntewetter zufrieden- Von V mieigctreioc ist Der Roggen sck)on unter Tach, im allgemeinen gefuiid und trocken- Tie Angaben über den ErDrut-jeIhn ».t v r.-semane.., Dock) ist cine recht gute Mittelernte zu erwarten- 'Auch vom Lr nr- gemeinen ist man mit Der Güte Der Kornes zufrieden-~.e großen Hoffnungeii, Die aus Den Weizen in teil beiden Vor­monaten gesetzt wurden, erfüllt er nicht ganz, ereifiiet aber immer noch gute Ernteaussichtcn- vifid) vom SomluergelreiDe ist suwn viel emgebraü,:- In den östli ,.n Gegenden ist infolge von Ein- wirken Der Hitze und Dürre Die Sommerung fast gleichzeitig mit Der Winterung schnittreif genwrdcn, so Daß die Aroeilen mu,i schnell genug zu bewältigen sind, auch Verluste Durch Ausfallen befürchtet n>crDcn. Auch erschwert umfangreiches Lagern das Schneiden und beeinträchtigt die 'JludbilDung Der Körner. Tie Gerste hat hin und wieder Durch iure Verwendbar'.st als Brau- gerfte eingebüßt: über Unfrautoilbung int Hafer wird viel gc- [togt Die Hackfrüchte haben . ;

übrigen weick>cn Die einzelnen Angaben sehr voneinander ab- Trotz Der trockenen Hitze nach Dein ersten schnitt sind Die Au>- sichten für Die Futterpflanzen nicht schlecht-

Einnahmen Deutscher Eisenbahnen- Tie Verkchrseinnahmcn im Juli ds- Zs. ergaben aus Dem Persoiicn» verkehr 75 171391 Mk- (plus 2 674 822 Ml'., aus Dem Güter-, verkehr 130 917 627 Mk- minus 2 176 542 Mk>. Tie, erl-eblick e Zunahme Des Personciiverkehrs ist auf Den durch die Wuttrungs Verhältnisse begünstigten Rcneverkehr zurückziisühreii, während Der Güterverkehr weitere Verschlechieruim Der wirlschasilich.n Verhält nisse und dementsprechend die Vermind-erung des Gütcraus- tausches erkennen läßt-

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Richard WagnersSiegfried" unter freiem dimm c 1. lieber ein interessantes Experiment, das in dem fran iösischen Badeort Eauterets gemacht wurde: Richard Wagners Siegfried" in einem Natprthoater zur Ausführung zu bringen, beliebtet Eh. Bordes intJournal dcs Tebats". Ter landschaft­liche Rahmen gab einen vorzüglichen Hintergrund für die Szenen des MujitvramaS.Tie LanDfchaft stilisiert fich immer mchr^ wir treten ein m die Wälder und gelangen schließlich an die ^zene vor dem Rascnhügel, der mit prächtigen Bäumen bepflanzt ist und auf Dem sich gewaltige Steinblöcke erheben. Wir flehen hier wirklich am Waldrand vor Der Höhle des Mime in Der Lichtung, wo alsbald Siegfried, der kühne Knabe, mit dem Bären und Dem widerspenstigen Stahl ringen wird. Niemals haben sich vielleicht Bedingungen gefunden, die besser geeignet wären, ein Drama in seinem eigentlichen Milieu unter freiem Himmel darzustellen . . Unter den Sängern fällt besonders -Stolzenberg von der Wiener Oper auf, dessen prächtige Stimme jedoch bald unter der starken Feuchtigkeit des Wetters leiden sein Deutsch will auch mit dein start dialektisch gefärbten <5ranzöfilch ter Darstellerin ber Brünhilde, Lina Pacarh, so wenig zuiammettgehen, daß man bei Dem Finale hätte glauben können,einen Dialog in Esperanto" zu hören. Tas allgemeine Ergebnis aber ist für den sranzösiichen Kritiker, daßin Der wirklichen Natur die Raturmalerei, so wirkungsvoll sie im geschloffenen Raum fein mag, absolut hinter dem Vorbild zurückbleibt, wenn ne Nch mst ihr messen will. DasWaldwebcn", so wunderbar es auch iet, wird niemals dem wirklichen Blätterrauschen gleichkonttnen, wenn die Strahlen der Sonne ans der Natur ruhen, wirkliche Vogel zwitschern und allerorten Quellen murmeln. ES wird immer gefährlich sein, so die Kunst in Die Natur verpflanzen zu wollen... Und das recht tüchtige Orchester bewies, daßDie Polyphonte unD Die chromatische Tonleiter nicht für die freie Natur erfunden iinb . . . Wagners Musik ist nur für die .ifrnterraunre geidtc. m. Er hat zu sehr Die Natur malen und wirklich wiedergeben wollen, als daß er sich mit ihr messen könnte; Die einfache Polyphonie Znes Gluck, Die reinen Intervalle eines Lulli oder eines Rameau,

Die Die Vögel natürlicher singen zu lassen wußten, sind in Der freien Natur besser am Ort. Sie besingen sie, stilisieren sie, aber sie ahmen sie nicht nach . . ."

Aerztliche Untersuchung von Brautleuten. Ter Frauenverein zu Stavanger in Norwegen hat an das norwegische Storthing eine Eingabe gerichtet, wonach die ärztliche Untersuchung Der Brautleute vor Eingang Der Ehe zur gesetz­lichen Verpflichtung gemacht roerDen soll. Tie eheliche Verbindung soll erst Dann gestattet sein, wenn aus Dem ärztlichen Attest hervorgeht. Daß sie keine Gefahr für Die Gesund­heit eines Der beiden Gatten oder Der Nachkommenschast in sich birgt. Tie Eingabe Des Vereins von Stavanger wird von Dem Nationalrate der norwegischen Frauen unterstützt werden, unD Die sie besürwortenden Frauen hoffen umsomehr aus Erfolg, als die Frauen in Norwegen jetzt selbst Wahlrecht und damit unmittel­baren politischen Einfluß besitzen.

Amerikanische (Stiftungen. Tie 100000 Mk., Die Der Deutsche Kaiser, rote gemeldet, der Robert Koch-Stiftung zugewendet hat, sind eine für deutsche Verhältnisse bedeutende Spende. In ganz anderem Maße stießt aber in Amerika das Geld für Die Wissenschaft. In einer einzigen Woche wurDen dort im Anfang dieses Jahres 13.5 Millionen zur Förderung wissenschaftlicher Institute gestiftet. An der Spitze stand das Vermächtnis von Royal Smith, das zur Erziehung von Knaben im Staat Newyork bestimmt ist und sich auf wenigstens 8, wahr­scheinlich aber auf 12 Mill. Mk. beläuft. Tie Zinsen dieser Summe sollen ausschließlich dazu verwendet werden, Den Knaben einen freien Besuch von Schulen und Kollegs zu ermöglichen. Tie Harvard-Universität, die schon für Die wohlhabenDste Hoch- sckiule Der Vereinigten Staaten gilt, hat Durch Den letzten Willen von Frau ShelDon Die etwas bescheidenere Summe von 1.25 Mill. Mark erhalten. Die zum Neubau ober zur Vergrößerung Der Universitätsbibliothek bestimmt ist, falls die Universitätsverwaltung keine bessere Verwendung finden sollte. Außerdem hat dieselbe Hochschule von der gleichen Erblasserin noch einen Fonds erhalten, dessen Einkünfte zur Erteilung von Reifeunterstützungen an junge I Doktoren verbraucht werden sollen. An kleineren Zuwendungen I pjerben zwei von je 40 000 Dollars an die Dale-Universität und

eine Yon 36 000 Dollars an die St. Lawrence-Universität im Staate Newyork verzeichnet.

Der Buddhistische Papst zum Besuche beim Ü alter von China. Wie aus Shanghai gemeldet wird, ver­läßt der Dalai Lama am 26. August Wutaisham und wird am 7. September Peking erreichen. Große Vorbereitungen iveroen dort zu seinem Empiange getroffen. Der Dalai Lama reist mit großem Gefolge. Es ist dies das erstemal, daß dieser Wu^.'u- träger Tibet verläßt. Es bedenket Dieser Schritt einen Truch. mit alter geheiligter Tradition. Ter Dalai Lama scheint festeren Anschluß an China zu suchen. Die Spitze eines solchen Bünd­nis j es würde sich gegen England richten.

K 1. Äunst chronik. Ter Direktor der Berliner National-' galerie Professor Tr. v. Tschudi, der bis zum 1. April n. I,' beurlaubt ist, wird kaum noch in sein bisheriges Amt zurückkehrcii. Eine Korrespondenz meldet, daß ihm die Leitung Der Kgl. Gemälde­galerie in Kassel zugedacht sei, die durch den Rücktritt des Tirektors Tr. Eisenmann am 1. Lkkober frei wird. Ein end­gültiger Abschluß ist noch nicht erfolgt. Eine Ausführung von GoethesIphigenie" in Esperanto aus Anlaß des Esperantistenkongresses sand im Dresdener Operuhause statt. Tie Aussührung löste zuletzt unermeßlichen Jubel aus. In künst­lerischer Hinsicht wird Goethes Sprache durch Esperanto, das sch für solche Ausgaben als zu arm und konstruiert erweist, natürlich nicht erschöpsl. Agnes Sorma und Lilli Lehm .t haben sich für New^ ork verpflichtet. Frau Sorma wird V- n in der kommenden Spielsaison ein zwanzigtägiges Gastspiel am Jrving-Place-Theater geben, und Frau Lehmann soll im Winl.r 1909 in derNorma" undIphigenie" mitzuwirkcn verpflichtet fein. Dr. Robert David sohn, früher Redakteur amBer-^ liner Börsen-Courier", hat den preußischen Profe'sortitel er(r(ien. Er hat eine Reihe historischer Arbeiten veröffentlicht, unter denen namentlich feineGeschichte von Florenz" als ein Werk ersten Ranges anerkannt wird. Dem mit der Leitung des Königlichen Theaters in H a n n o D e r betrauten bisherigen Direktor Des Königl. Schauspiels in Berlin, Ludwig 23 ar na i), ist der Eharatter als Geh, Jntendanzrat verliehen worden.