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22.8.1908 Erstes Blatt
 
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Nr. 1S7 Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag 22. August 1908

Der (6tebcnet Anzeiger wu.iw<wy Ä Ä BezugSpretSr

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ssüfc General-Anzeiger für Oberoeffen

Innaqmc von Anzeige» V -«y » 6 f 1 u. Land' und.Gerichts-

ö« oormttta§"'u^ Rotafioitsönitf und Verlag der Vrühsschen llnlv.'Vuch. und Steinbruderei. R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: schulstratze 7. AineigcnteU: «ecL

Kommissar hat das Ersu«chen nicht auf etwaige Anwendung des Zeugniszwangsverfahrens erstreckt. (£x hat noch gestern aus die Zeitungsmeldungen hin das Gericht um Ein­stellung weiterer ZwaugSmaßregeln eiffucht-

poliitfcbc Tagessct)««

Zum Fall Schücking.

)es das

DieNorddeutsche Allgcineiue Zeitung ' schreibt an der Spitze

Blattes: Die bisher eingegangenen Berichte bestätigen, daß ___ Amtsgericht in F-raukfurt a- Main vom Untersuchungs­kommissar in der Tiszivlinarsache wider Schück­ing nicht widerUnbekannt" um die Vernehmung eines Redakteurs derFrankfurter Zeitung" ersuckst ivorden ist- Der

doch nicht ausgeschlossen, so meint man, daß der König als Souverän des Kongostaates die Zurückziehung der Annexions- Vorlage veranlassen wird, weil nunmehr die erhoffte Umivand- lung seiner 30 Millionen Kongo-Rente in belgische Staatsrcnle unmöglich geworden ish An der Haltung des Königs wird es nun liegen, wie sich die Kvngofragc in Belgien weiter entwickelt- E- A.

Deutsches Reich.

Zur Doktorpromotion des Prinzen August Wilhelm. Tie amtlicheStraßburger Korrespondenz" meldet, oie Nachrichten einiger Zeitungen, daß die Staatsanwaltschaft gegen dieFreie Presse" unb dieStraßburger Bürgerzeitung" wegen der bekannten Artikel über die Promotion des Prinzen August Wilhelm öffentlich Klage erhoben habe, ist unrichtig. Es sind viel­mehr aus Grund eines Strafantrags gegen mehrere Professoren der Universitär lediglich Vernehmungen erfolgt. Uebrigcns hat Prinz August Wilhelm, wie man hört, Mitteilen lassen, daß er sich durch bic von einigen Blattern anläßlich seiner Promotion verbreiteten unrichtigen Nachrichten nicht betroffen fühle. Es sei ihm daher auch unsympathisch, wenn nach seinem Scheiden aus Straßburg, das er während seines Aufenthalts in den Studienjahren so lieb ge­wonnen hätte, der Strafrichter in dieser Angelegenheit angerufen würde.

Der Kaiser ist gestern abend um 7 Uhr in Wilhelmshöhe eingctrossen.

Aus T e u t s ch - O st a f r i k a meldet ein Telegramm des Gou­verneurs, daß die nicht schwerwiegenden Unruhen in Turn und Iyambi durch konzentrischen Einmarsch der entsandten drei Abtei­lungen ohne Kampf im Keime erstickt wurden. Zwei Groß-Zauberer sind hingerichrct worden, 18 Rädelsführer wurden verhaftet. Tie Truppenabtcilungen bleiben vorläufig in jenem Gebiet, bis die Ruhe gänzlich wiederhergestellt ist.

Staatssekretär Der n bürg tritt am 22. August von Swakopmund aus seine Leimreise an.

Sir Eduard Goschen betonte, daß er als wichtigste Ausgabe seiner Mission nach Berlin betrachte, die freund- schastlichen Beziehungen zwischen England und Deutschland wärmer zu gestalten. Die Art, wie er sich der Aufgabe unterziehen werde, könne er sich freilich erst später klarlcgen. Er gedenke bereits am 15. Tezember in Berlin einzutreffen, um an den Neujahrs- Festlichkeiten teilnehmen zu können.

Ter englische Schatzkanzler Lloyd George ist gestern von Frankfurt in Berlin cingetroffen. Er besuchte den Staatssekretär des Innern von Bethmann-Hollweg im Reichsamt des Innern.

Ausland.

Ein Dementi der italienischen Regierung. Wie von kompetenter Seite berichtel wird, Hal die italienische Regierung niemals die ihr vom Grasen Praschma auf dem Deutscksen Katho- likenkongrcß bcigelegte Erklärung, sie könne nicht für die Sicher­heit der Pilgerzüge in Rom garantieren, abgegeben-

Aus der Türkei. Einem Telegramm derKöln. Zlg." aus Konstantinopel zufolge, beschloß der Ministerrat, eine» eng­lischen Beirat für die Flotte und einen französischen für die Fi- nmizen anzustellen. Ebenso beschloß der Ministerrat, den Grenz- ftreit mit Persien zu beenden und alle Truppen von bei» persi- sckrcn Gebiet zurückzurufen, sowie Beamte zur gütlichen Regelung zu entsenden- _

Eine Niederlage des Sultans Abdul As r s- Wie aus Marrakesch berichtet wird, wurde ein Teil der Truppen vom Stamme der Zemran angegriffen und in die Flucht geschlagen- Tie hafidisrisckien Truppen verfolgten die Truppen Abdul Asis bis ins Lager, wo Artillerie sie an der weiteren Bersolgung hin­derten-

Ter Vorwärts und die Süddeutschen Genoffen.

Tas Berliner Zeutralorgan der Sozialdemvieatie ivertert noch immer über die inkommemmäßigen Seitensprünge der süddeutsck>en Geiwssen in Sachen der Budgetbewilligung:Nachdem mir andert­halb Jahre lang den Freisinn wegen dieses korrupten Systems, das der Regierung liberale Zugeständnisse abringen zu können meint, bis aufs Blut verhöhnt und gegeißelt haben, unternehmen bic Parteigenossen in Bayern und Baden den Versuch, die Regie­rung genau nach demselben politischen Rezept durch Zugcstuno- nisse zu Konzessionen zu verlocken! An die Stelle des Kanipses, an die Stelle des Drucks, der durch die Aufrüttelung und Organi- ierung der Massen ausgeübt wird, mit einem Worte: an Stelle des proletarischen Klassentämpfes will man jetzt das bürgerliche, blockliberale System des Parlamentelns, des Abschacherns und Abschmeichelns von Zugeständnissen setzen! Und die Parteipresse, die die liberalen Blockdiplomaten so schonungslos kritisiert hat, olltc dem wenn auch noch halb unbewußten Versuch von Parteiparlamentariern, die schlechtesten Seiten "des bürgerlichen Parlamentarismus auch in die Partei einzuschmuggeln, nickst mit äußerster Schärfe entgegentreten!?" Aehnlich äußert sich auch die Leipz- Volksztg.":Die Gesinnung, aus der der Entschluß der süddeutschen Parlamentarier hervorgcgangcn, ist die international- opportunistische Gesinnung, die in letzter Instanz eine bürgerliche Gesinnung ist iniofern, als sie bewußt oder unbewußt sich dem bürgerlichen Staate und dem Kapitalismus anzupasjen bestrebt ist und demselben Staat mitsamt dem Kapitalismus Hclsersdicnste erweist." lieber diese Auslassungen spottet dieFrankfurter Ztg." olgendermeßen. .9hm ifts er-eicht.Was wir immer, jckwn er­warten mußten, hat jetzt oerVorwärts" herausgebracht: die süddeutschen Frondeure der Sottaldemokratie, die für das Budget flimmtcn, sind eigentlich verkappte Freisinnige, heimliche Ehren­mitglieder deS Blocks .... Man muß ja zugeben, daß sich die süddeulichcn Genossen gegen die Klassentampstheorie und gegen den Respekt, der den erhabenen Berlinern nun einma. ^ukomml, heillos versündigt haben- AberFreisinnige", garBlockliberale" undHelfcrsheuer bcs Käpilalismus", das ist doch wohl zu viel- Haben sie das wirtlid; verdient ? Ist man nicht in Berlin und Leipzig ecwas zu grausam und unbarmherzig?"

Die heutige Nummer umfahr 12 Seiten.

politische Wochenschau.

Gießen, den 22. Aug.

Tie Aussichten der Blockpolitik werden immer schlechter. Das vertrauen der Blockparteien, genauer gesagt des Liberalismus, , »um Fürsten Bülow ist durch den Fall Schücking ernstlich er- chüttcrt, und die neueste Phaie in der Behandlung dieses Falles st wenig geeignet, Bedenken zu zerstöre». Im Gegenteck. Wenn man von dem neuesten Zeugniszwangsverfahren gegen die Franl- mrter Zeitung erfährt und hört, auf welche merklvürdige Art Re- -jterungdorganc Aufklärung im Disziplinarverfahren gegen den Zusumer Bürgermeister l)erbeiführen wollen wegen seiner ofsen- tcrzigen Kritik an der preußischen Verwaltung. Man fragt sich: Ist das Absicht, wckl der Reick)skanzler dem Blocklibcralismus y» verstehen geben, daß er ihn nicht mehr braucht, oder ist es Dtrfiirf) Kopslopgkeit, rote die neueste Erklärung des Grafen Moltke vermuten läßt? Ist aber dem Minister des Innern in Preußen lon dem Vorgehen in der Disziplinarsache gegen Schücking wirk­lich nichts bekannt, bann wäre es doch endlich an der Zeit, daß <r oder der preußische Ministerpräsident mit einem Donnerwetter lazwischcn führen, und den unteren Instanzen klar machten, ixldjerlii Rücksichten' man einer Regierungspartei schuldig ist. Tie Person Schückings ist hierbei vollständig gleichgültig, und toer von einem Schücking-^dultus spricht, verkennt die Situation toUfommen. Der Fall Schücking ist ein Symptom; er läßt fcie herrschenden Strömungen ober Unterströmungen in der Ver­waltung in Preußen und im Reiche deutlich genug erkennen. Tie Sache geht durchaus nickst den Freisinn allein an. Wenn im Zeichen der Blockpolitik ein Regierungspräsident sagen darf, das; ein Bürgermeister wegen seiner liberalen Schriften seines Amtes »»würdig sei, so ist das eine unerhörte Beleidigung sür den «Zantte» Liberalismus vom äußersten linken Flügel des Block- Areisinns bis zum rechten Flügel der Nationalliberalen. Was 1 ute einem Mitgliede^er Freisinnigen Volkspartei passiert, kann morgen ebensogut einem freimütigen Nationalliberalen passieren. Blockpolitik heißt doch nickst konservative Politik. Merkwürdig i t es allerdings, daß Fürst Bülow in Norderney von dieser Kette » Mißgriffen einzelner Regierungsorgane im Falle Schücking rod) nichts gehört zu habe» scheint, oder sollte in der Tat «Iles mit Wisien und Willen Bülows geschehen sein.

Tas Zentrum, das in diesen Tagen seine große Veriamni- lung in Düsseldorf abgehalten hat, ist jedenfalls gern bereit, eit die Stelle der liberalen Blockparteien zu treten. Man ging in Tüsseldors politischen Fragen im allgemeinen vorsichtig aus dem Wege, aber man verabsäumte es nicht, bei jeder Gelegenheit bat treuen deutschen Patriotismus der Zentrnmsleute wieder und immer wieder zu betonen. Es war ein verschämte:- Liebeswerben um bic verlorene Gunst der Regierung, und wenn diese ihrem bisherige» Zickzackkurse treu bleibt, dann wirb bas Zentrum sicher- fid) bald wieder in Gnaben ausgenommen sein. Dann abieu, liberale Hoffnungen! Daß man mit solcher Möglichkeit rechnen Muß, daran ist freilich auch ein klein wenig der Liberalismus, lo; allem auf der äußersten Linken die Zersplitterung im Libe­ralismus schuld. Man streitet sich in langem, fruchtlosem und lindifchem Streite, namentlich bei uns in Dessen, und befdnmbft Lai Nachbar, der nicht in allem gleicher Meinung ist. -öft das tolerant, ist bas liberal? Man nennt sich irei, eher man ist nichts weniger als frei von Vorur- 1 i!?ii, von Engherzigkeit, von Unduldsamkeit: man ver­gißt immer toiebet gar zu sehr, baß es auch ein alle liberalen Parteien einigenbes Prinzip gibt, bas bei» Gesamtliberali>-'Mus doch weit mehr gelten sollte, als die abweichende Meinung in dieser oder jener Frage von untergeordneter Bedeutung.

tiefe Zeriplitterung und gegenseitige Bekämpfung wird man nicht >1 einer großen liberalen Macht, die sich dauernd Geltung Der- »Haffe» la»». Auch im Zentrum gibt es genug MoiNUNgSver- shiedcttheiten. Tas Zentrum vereinigt in lick; Monarchisten und Demokraten, aber von einer Zersplitterung, _mie bei beit liberalen arteten, merkt man hier doch nichts. Sollten die liberalen Parteien in dieser Beziehung nicht vielleicht doch etwas vom Scntvum lernen können? , . .. . 1

Mil mehr als gewöhnlick,em Interesse l-at man in bicien zagen ftrnt Besuche des englischen S ch a tz ka n z l er s Lio Yb a.; j r g c in Berlin entgegengesehen- Die kurz voraufge- aangenc Cvonberger Begegnung zwiscien Kaper Wilhelm unb $cnt Könige von England hatte zu allerhand Deutungen und Ver- Ttuiungen Veranlassung gegeben- Was hiervon Wahres ist, da­rüber ist natürlich nichts zu erfahren- Ter cnglipye Staatsmann, 8er jetzt in Berlin mit den deutschan Staatsmännern rummmen. aeEommen ist. Hal nur angedeutet, baß er nicht 0 hne ]cbe politische Mission Teutschland besuche- Er w-erbe alle Gelegen- t:\: benutze», um ben beutsch^englischen ^ilebensgedanke» auf mmer festere Basis 511 stelle», aber seine Hauptaingabe fei es, Has deu'.scke Jnvaliditüts- und Krankenkasscnwesen zu stubieren-

Ja Finnland droht dem Zaren cm neuer Konflikt Bc- ^innaich halten bic Finnländer mit einer geradezu be-mindernS- r;erten Zähigkeit an ihren alten verbrieften Reck,Len unb ihrer Uutonoraic fest und sie haben allen slavophile» etürmen, die über ic int Lause ber Zeit Ijercingebroef<n waren, zu trotzen ver- b.nDcn Tie Thronrede des Zaren als Großs'.irst von omnlcnb, bic unlängst bei Eröffnung deS finnischen Landtages bekannt gegeben wurde, war recht ungnädig gewesen- xer Zar wroerre darin u- a, baß bic Finnlänber sich endlich enger an daS mistiche Keich anschließen sollten- In der Antwort am bic -tbronrebe wurde dieser Passus vom sinnländischen Landtage vockstandig ig­noriert. Sck)on das hat in 5t. Petersburg, wie man sich denken kann, verschnupft- Noch unzufriedener aber ist man Dort mit Den Arbeiten des Landtages- Ter neueste emfttmmige Beschluß des Landtages, Protest zu erhebest gegen den Dom Zaren ange° orbneten Regierungsmodus in finnländischen fttngekgengelten, bte )cnt russiMn Ministerrat unterstellt ivorden fmb, bedeutet dmt jffenen Konflikt des Großfürstentnms mit dem Reiche- -U-ird >er Zar es nun wirklich zum äußersten kommen lauen wollen.

I» ber belgischen Kammer ist es nun zu der Ab- Himmimg über ben Kvngosmat gcfommeii-. Die Kammer W in »weiter Lesung mit nicht sehr großer Maiontat tur den Uever- gang des Avngostaatcs an Belgien gestimmt ^ehr bczeichnmb tbcr ist es, daß int Hanse in demselben Augenblicke ^ia Wiwyt- barer Tumult losbrach, als der Präsident das Resultat der Ab­stimmung verkündigte. Tie Rechte klatschte laut >4xt|all, n>aiy> lend bi: Linke wütend zischte unb pfiff- äae Regierung hat ! Unfalls wenig Grunb zu übergroßer F-reude, ja jie hat logai bei ber zweiten Lesung des 1- Artikels ber Ko10niab-B 1N U NS tinc empfindlich: Schlapp: erlitten, da die Kammer mit 21ötvnune Nchiheit beschloß, daß Belgicii für die Dulden des KvnFo staates nicht haftbar iei. Wer ba bic BerttauenSf^e nicht zestellt war, wirb die Regierung nicht zurucktreten. ES ist

Au s Peking.' Die Gefangemiahm'e und tötlichc Verletzung' eines Chinesen, ber ehemals japanischer Offizier war, burd) ia* panisch-«: Solbaien int chau.se eines Beamten bes KriegsMinisterium-.> in Der Chinesenschdt verursachte einen ernsten Zwischenfall mit Japan- Tie Differenzen sind noch nicht beigclcgt, weil bic bis­herigen Entschuldigungen Japans dem Nainmpu in keiner Weise genügen-

Aus Stadt nnd Land.

Gießen, 22. 2luc;ust 1908.

Maßnahme» gegen die Güterschlächtcr.

Tas Großh- Ministerium des Innern hat die Provinziak- bireklionen und Kreisämter angewiesen, dem Treiben der Gitter- Händler, die besonders in den Kreisen Lauterbach unb Erbach ihr Wesen treiben, mit allen gesetzlichen Mitteln aus den Leib zu rücken- Das Ministerium steht auf dem Standpunkte, daß durch die Tätigkeit der Güterschstuchter ein Anreiz zum häufigen Verlauf gegeben und durch diese Güterveräiißerunge» der volkSwirtschastlich unerwünsckste Erfolg ein tritt, daß der fundierte bäuerliche Besitz vermindert und durch die Mobilisierung des Grundbesitzes die Gefahr gänzlichen Bermögcnsverlustes vermehrt wird- Einen be­sonderen Mißstand erblidi das Ministerium auch darin, daß die Güterschlächter die Grundstücke den neuen Eni-erbern zumeist für einen zu hohen Preis verkaufen- Um den Gütcrfck-lächtern ent­gegenzuarbeiten, empfiehlt dos Ministetium in erster Linie, baß bic Gemeinden zum Verkauf stehende Güter envcrbcit, sofern dies mit ihren finanziellen Verhältnissen möglich ist. TieS ist bereits von einzelnen Kvmmune» mit Erfolg angewandt lvorben- So ist z- B. aiuf Betteiben des KrcisratS bes Kreises 3dx>tten der Ankauf bes .fdarnierschen Gutes in ber Gemarkung Ulfa von der Gemcinbe Ulfa erfolgt, unb zu ihrem Vorteil Dmvcrtet ivorden. Einem Kasseler yänbler, der sich schon im Besitz bieses Gutes wähnte, wurde es dadurch int letzten Moment entrückt^ Ganz bo sonders ivarnc das Aiinisterium vor den sogenanntenSckMiuscrn". Tas Ministerium hat weiter ftrenge Bestimmiingcn über den Geschäftsbetrieb ber Güterhändler erlassen- Danach ist es dem gewerbsmäßigen fränbler zur Pflicht gemacht, Don jedem benb- lichtigten An- und Verkauf von Grundstücken spätestens zwei Wochen v or dem Abschluß eines Vertrags hierüber dem zuständigen Kreisamt schriftliche Anzeige zu erstatten- Weiter f,xit der Güterhändler vor ber Beurkundung d.'S Vertrages eine Bescheinigiing bes zuständigen Krcisamts über die erfolgt: Anzeige vorzulegen, ohne bic darf fein fRidjicr, Notar ober LrtSgericytS- vorsteher einen Kaufverttag, an dem em Güterhändler beteiligt ist, abschließen.

' Unsere Sammlungen für Zeppelin und Donauesch ingen werben »och einige Zeit foctgesetzk, da man uns mitteilte, daß eine Anzahl z. Zt. auSivärts weilender Herren noch Beiträge zeichnen wollen. Wir ersuchen, die Spenden möglichst rasch an unS gelangen zu lassen, damit die Sammlungen geschlossen werden können.

* * Anlagemusik findet am Sonntag vormittag 12 Uhr in der Süd - Anlage nach folgendem Spielpla» statt: 1. CiiDcrtnre zur OperetteLeichte Kavallerie" von Suppö. 2. Valse bleue! von Margis. 3. Slavische Rhapsodie von Friedemann. 4. Armeemarsch Nr. 123.

* AuS demMilitär-Wochenblatt". Oberst Nöldichen, beaustragt mit ber Führung der 25. Feld- Artilleric-Brigade (Großh. Hess.), zum Kommandeur dieser Brigade ernannt.

** Evang. Pfarr-Dienstnachrichten. Ernannt wurde» Psarrassisteni Römer zu Langai zum Pfarrverwalter in ÖerckjLnhain; Pfarramiskandidat Winkler zu Friedberg zum Pfarrassistenten in Langen; Psarrassistent Biugel zu Gadern­heim zum Pfarrvikar in Mommenheim; Pfairaimslänbioat Sj a r t- mann zu Gießen zum Psarrassistenle» im Kirchspiel Reichenbach (mit dem Wohnsitz in Gadernheim); Pfarramtsiandidat Happel zu Heubach i. L. zum Pfarrassistcntc» in Neu-Isa.iburg: Piarr- anit5fcnbibat Ziminerman n zu Tarmstabt zum P arrosiistentcn in Klein-Linbcn; Pfarrvikar Worißhoffer zu Tictzenbaa) zum Pfarrverwalter in Maulback-; Pfarrverwalter B ö ck n e r zu Teckcw- Lad) zum Psarrverwaltcr in Dietzenbach; Pfanamtskanbibat He­be r c r zu Hühnlein zum Verwalter ber Pfarrgehilfenstcllc zu Tcckcnbach; Pfarrvikar Rabenau zu Raunheim zum Pfarr­vikar in Groß-Eichen; Psarrverwalter Reu sch zu Londorf zum Pfarrvikar in Nieber-Lhmen; Pfarramtslaudioat Römhelb zu Pfungstadi zuin Verwalter der Pfarrgchilfenstell: in Londorf; Pfarrassistent Frank zu Pfungstadt zum Pmrrvikar in Rauw- beim; Pfarramtskandidat Sanft ein zu Butzbach zum Pfarr- aififtcntcn in Pfuiigstadt; Pfarrvikar K1 i n g e l h ö f f e r zu Hähnlei» zum Psarroerwaller.' Tie Sck-lußprüfung im Juni 19U8 haben bestanden Wilh- Diehl zu Ruppertsburg, Ernst Flöel von Kieselback) (Sachsen-Weimar- zu Friedberg, Wilh. Ha n- stein von Holzheim zu Butzbach, Jul- Happel von Butzow (Mecklenburg-Schwerin' zu Heubach i. Hch. Hartmann von Kleestadt, Leonh. Heber er von Sanbback zu Hahnlei», Karl Aug. Hellwig von Hartershausen zu Wieseck, Edwin Mar- guth von Michelstadt zu Ettingshausen, Gg- Friebr. Naumann von Bleichenbad) zu Großcn-Buseck, Gust. Römhelb von Rothen­berg zu Psungstadt, Start Rühl von Wimpfen a- B. zu Fried­berg, Erich Winkler von Fra-ilsurt a- M. zn Friebberg, Christoph Zimmermann von Frci-Laubersheim zu Tarmstabt. Gestor­ben ist ber Pfarrer Theob. Römhelb zu Harxlidim am 27. Juli. Zur Wiebcrbcsetzung wird ausgeschrieben die Pfarrstellc zu Stein­bach <Dek- Offenbach).

* * Evang. Kirchenkollekten. Die 1907 erhobenen Kirchenkollekten ertrugen 129 939 Mk. Für kirchliche Armen­pflege 94 320 Mk. (ausschließlich der nicht für diesen Zweck bestimmten ^irchenopfer), für die Heidenmission 6479 Mk., für die Innere Mission 3967 Mk., für die hilfsbedürftigen Tiaspora-Gemeinden des ^Inlandes 4709 Mk., für die aus­ländische Diaspora 5841 Mk., für die Lutherstiftung 4048 Mk., für die Gustav Adolf-Stiftung 4798 Mk., für Gelnhaar 4085 Mk., für verschiedene Zivecke 1622 Mk. An frei­willigen Beiträgen zur Prälat Dr. Köhler-Schmitt-Habicht- Stiftung gingen ein 1906,67 Mk. Der Hessische Haupt­verein der Gustav Adolf-Stiftung verwendete aufs Inland 18 500 Mk.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Aug. Mau del aus Viernheim eine