Nr. 2
Erscheint lägNch mit Ausnahme be« Sonntag».
unter ihnen fordern. Um die armen Tiere wenigstens so viel wie möglich vor dem junget tobe zu bewahren, sollte man überall, ivo es angängig ist, Futterplätze errichten, die je mit wenig Kosten verknüpft sind.
x Aus dem Ohmtal, 2. Jan. Das neue Jahr hat mit einem außerordentlich starten Frost begonnen. Die Ohm ist zugesrorcn, eine Erscheinung, die nur in den kältesten Wintern austritt. Die der eisigen Nordluft ausgesetzten Fenster der Wohnstuben sind nicht eisfrei zu bekommen.
tyuui itu.u, v. oltke : Ich will noch einmal erklären, warum ich meinen Abschied genommen habe. Als ich den Artckel^
erbringen.
Teilweise begründet wird der Vorschlag von der Post- vcrwallung damit, daß die Telcphoneinnahmen mit dazu dienen sollten, das Mind ererträgn iS aus den Tele- gram mg e bü h re n auszugleichen; aber was würde da die eine Million wirklich nützen, und das Mindererträgnls könnte doch wohl auch nach wie vor onS den sonstigen^hohen Uebev* schlissen der Postverwaltung gedeckt werden. L-o aber stellt sich die von der Postverwaltung in Aussicht genommene Reform der Telephongebühren als eine arge Belästigung für die Abonnenten dar, und Handel und Industrie hätten ganz beträchtliche Mehraufwendungen zu machen. Eme solche Taktik ist nicht vom (Leiste des Fortschritts diktiert und mutet seltsam an in einer Zeit, in der der Kaiser das bekannte Wort gesprochen, »die Welt steht im Zeichen des Verkehrs". Es wäre dringend zu wünschen, daß eine zum 7. Januar einberufene Konferenz von Interessenten der Reichspostverwaltung den Standpunkt gehörig klar macht, und diesen „Reform-Entwurf" einer gründlichen Reform unterziehe.
Die „Giehener ZamiUenblStter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kcetsblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Exvedition und Druckerei: Scbul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion: 12. Tel.-Adr^ An-eigerGießen,
Ans Stadt ttiiO Land.
Gießen, 8. Jan. 1908.
** Ordensangelegenheit. S. K. H. der Großherzog haben dem Rob. Schlieper, Generalsekretär des Deutschen Sport-Vereins zu Berlin, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des von ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse, des ihm vom Großherzog von Mecklenburg ^Schwer in verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Greisen^Ordens und des ihm vom König von Schweden verliehenen Ritterkreuzes 1. Kl.
Andere Kostv^wattung.
Unsere Post erfreut sich im allgemeinen großer Beliebt- , heit und ein Teil ihrer Einrichtungen kann gerade Muster- i gültig genannt werden; wenige Beamte haben sich einer , solchen Popularität erfreut, wie SlaatSsekretär Stephan, dessen ( Name sogar als volkstümliche Bezeichnung für die Post- . beamten selbst schließlich gebraucht wurde. Die Postverwallung betrachtete eS bisher stets als ihre vornehmste Aufgabe, dem Verkehr zu dienen und ihre Einrichtungen auf seine Inter- essen zuzuschneiden. Nach dieser Hinsicht wurden gerade unter einem Generalpostmeister die größten Fortschritte gemacht, der nicht Faehmann war, aber — so viel er auch sonu namentlich in seinen späteren Aemtern angefeindet worden sein mag — stets ein Auge für daS praktische Bedürfnis hatte und diesem gerecht zu werden suchte, und das war Herr von Po^lnclski. Nach ihm kam wieder ein Fachmann an die Reihe, Herr Krätke, von dem man noch mehr erhoffte, zumal er sich weit in der Welt umgesehen hatte, aber gerade unter seinem Regime ist in der Postverwaltung ein kleinlicher und bureaukratischer Geist eingekehrt, dec den gerade auf diesem Gebiete so notwendigen großen Zug vermissen läßt. Obwohl die Post ganz beträchtliche Ueberschüsse abwirft, kann sie noch immer nicht genug bekommen und bezeichnend wak die im Vorjahr erfolgte Beseitigung der Zweipfenuig-Poslkarte für den Orts-«.Nahverkehr, die seinerzeit ausdrücklich im Hinblick auf die Beseitigung der Privrtpost eingeführt worden war; allerdings hat diese Maßnahme durchaus nicht den erwünschten Mehrertiag gebracht, man unterließ eben wenn irgend möglich die Mitteilung oder bediente sich des Telephons, deffen Benutzung dadurch, namentlich in größeren Städten, eme beträchtliche Zunahme erfuhr.
„Dieses war der er|ie Streich, doch der zweite folgt sogleich". Schon feit längerer Zeit munkelte man davon, daß die Postverwaltung daran gehen wollte, eine „Reform, der Telephongebühren in die Wege zu leiten, angeblich um den mehrfach un Parlament verlangten Ausgleich zwischen Stadt und Land herbeizuführen. WaS bei derartigen „Reformen" herauskommt, weiß man zur Genüge, stets ist eine jolche mit einer erheblichen Verteuerung verbunden, und so and) diesmal. Die Zahl derjenigen, die auf Grund des kürzlich offiziell mitgeteilten Entwurfes eine Verbilligung ihrer Telephongebühren erfuhren, und auch daS platte Land, sie kommen unter den neuen Bestimmungen kaum besser weg. Die Einführung einer Grundgebühr anstelle einer Pauschgebühr wäre an sich ein Akt der Gerechtigkeit, aber der in Aussicht genommene Preis eines einzelnen Gespräches von 5 Pfennig ist ganz enorm, zumal die Grundgebühr nicht mehr auf die Zahl der erfolgten Gespräche zur Anrechnung kommt. Verständlich wäre all dieses, wenn das Telephonwesen nicht rentierte, aber nach dem eigenen Geständnis der Postverwaltung liefert es einen jährlichen Ueberschuß von 10 Millionen und die neuen Gebühren würden höchstens ein Plus von einer Million
herausgegebenen Patentschriften über die seit dem 1. Juli 1877 erteilten Patente. Die Auslegesteste ist gcöiinct an den Wochentagen von 10—121/3 und 3—5V2 Uhr (Sarnstagmitt-ig ausgenommen) und kann ton jedermann unentgeltlich benutzt werden. Durch diese Einrichtung soll jedermann Ge egenhcit gegeben werden, sicl) über den Inhalt von Patenten zu unterrichten. Um auch auswärts wohnenden Personen die Einsicht der Patentschriften zu ermöglichen, ist 'die leihweise Abgabe eiserner Nummern auf Türsere Zeit gestattet. Die neu er,cl-einenden Patentschriften werden den Aus.egestetlen in emwöche'ttüchen Zwischenräumen überwiesen und rem Publikum alsoarn nach ihrem «Lrschcinen zugänglich gemacht. , M,
£ 1 e Verkehrsstörung aus der Biebertal- Bahn gibt einigen Lesern Veranlassung zu folgendem
S. n. H. Berlin, 31. D^ember. \
Jusrizrat Seiko, der Vertreter des Nebenklägers: D«r Reinheit des Grafen Moltke steht so fest, daß die flammendstem Angriffe wirkungslos zerfallen müssen. Herr Harden hat ntmfc nur begeisterte Freunde, sondern hat auch begeisterte p-einde, die uns sehr viel Zeug zur Verössentlid>ung zugetragen haben. Ww haben dieses Material weder veröffentlicht, noch sonst benutzt. Wir haben in dieser Richtung keinen Finger gerührt. Von dcntz Vorwurf der Homosexualität ist "Mn Schatten übrig gemieden. Eine unglückliche Sundstut von Schmutzliteratur überschwemmtv das Land und vergiftete bie Heranwachsende Generation. ,u.refef Schuld kann Herr Harden nicht von seinen Lioasckwtzen ichuUelu. Herr Harden wird die Geister, die er gerufen, nickst los. Wehe dem, von dem das Acrgernis kommt! Die Harden',chen AngriNS waren ton tödlichster Tragweite, sie suchen an Tödlichaut chrcs gleichen. Die Behauptung, der Kaiser sei in den Briesen der streunde „Liebchen" genannt worden, ist in den Abgruno der Lächerlichkeit gefallen. Es war ein harmloses Wort, das die, alte Gräfin PourtaleS auf den alten kaiserlichen öerrn an-», wendete. — Herr Harden rvendet jetzt Jnlerpretationötunste an. Er arbeitet mit verhüllten Vorwürfen, die um jo schlimmer wirken. Ten guten Glauben gestehe ich Herrn Harden gern zu. Es wäre ja ein Abgrund von Ruchlosigkeit, wenn der gute Glauton niajt öa wäre, wenn die vergifteten Waffen mit bewußter -Jige geführt worden wär em Wenn Fürst Bismarck von Kpnäden sprach so hatte er keinen sexuellen Nebensinn. Er kannte den imihren Smu des Wortes wohl nicht, denn er war wohl em großer istaatsmann, aber sicherlich kein großer Philologe. Wir könnten über Frans 0. Elbe die Schale unseres Zornes ausgießen. >r tun es Nicht, weil eS eine kranke Frau ist. Wir haben ihre Gehemmte, dm Geheimnisse ihres Ehebettes nicht hier ans Licht gezogen. Möge endlich die unheilvolle Frucht verdorren, die die,er Drachen,aat entsprossen ist. CS war ein erhabener Augenblick, ach dies Schwester dcS Grasen, die Gräsin Tanbelniann, ihr Zeugnis 1 MC ben Bruder abgab. Wetterharten Mannern standen d.e Trauen in den Augen. Und den so geschilderten Mann suchte man als stari- kakur, als weibischen Jammerlappen hinzustellen? Dreien Mann, der eS ertrug, daß sein W-ib wie ein Raubvogel ihre Italien in seinen Arm schlug, der es nicht über sich gewann, bie Schande seines Weibes seinem Rechtsvertreter zu offenbaren. Seinen Namen hat man zu einem Spitz- und Ekemamen auf den Scraßen Berlins gemacht. Wer remer ist alö die,er Mann, der habe die Stirn und stehe auf! Zum Strafmaß wollen wir und müstautzern. Selbst das Leid dieser Tage hat in der Seele des Gca.cn nicht den Daß gereift, uito ich habe mich bemüht, [einen Spuren zu folgen. Ich habe aber die Empfindung, datz mast bloß der kämpfende Journalist sich feines Journalismus, sondern auch wir viel geschmähten Anwälte des Rechts uns einen gewi„en Pattw- lismus rühmen dürfen. Dieser Patriotismus lodert m hoher, Freude aus, daß endlich d»ie tolle und ungetrübte Sonne des Rechte über den Wirrsalcn dieses unlstiloollen Prozesses au.zugehc-u sckieint, die ©cime eines neuen Jahres, weläst den Glanz des alten Namens Moltöe rokocr Ijcrftetlen wird. Ich bin ber Ueberzeugnng, daß die Tat, die wir Isier im Dienste dec Ger echtigkeit verrichtet haben, uns deriimlcinst tont Vaterlande gedankt werden wird. Denn wir haben bie Ehre dcS deutschen NamcnS, die Ehre des deutschen Mannes- tunis, die Ehre eines Mannes, der fein Blut surS Vaterland faiuf dem Schlachtftlde vergossen hat, wieder yergo-,' stellt. Tas Gute dieses Prozesses aber ist, daß man in Zutun,d jedem Rauner und Flüsterer, jedem Hintcrtrcptonloltortcnr, der nachher von nichts weiß, der nichts gesagt haben will, entgegen^ rufen wird: Tn lügst! . ,
Graf Kuno v. M 0 l t k e : Ich will noch einmal erklären, toa*
Schmerzensschrei:
Sebou wieder tritt die Ohnmächtigkeit der Biebertal- sayn in vollem Glanze nn5 Tageslicht. In bcrrlicbcm Fcsmewand lieg, unier mütterliches Land; einen Tag hat e5 nur geschne" "" ../eoe. Kmd kann noch Slimden Weges vaiüe'e", aber trotzdem bau oie Biebe'lal'Bahn nut der Hohe von toleiberg z-un Spott nllet Vorüber, gehenden. Sille Arbeiter, hic in Gießen und Umgegend taug stnv, mußten die Reise zu Fuß znrüellegen. So kam es, daß eiii’flc luiige Bergleute, die sich bet Gastwirt Stork etwas erwärmt Hanen, das Züglein mitnelunen wollten; aber zum größten Eistauu"n war? angefroren und wird auf absehbare Zeit nicht wegzubrn'gen >em, beim die Rotte ist in kurzer Zeit mehr wie einmal am „2lbeuo- stein" gern.len und hat Petroleum geholt zum Austauen. Wann wird Abbitte geschassen werden?
** Weihnachtsstern. Eine neue eigene Kultur hat der Kunftgärtner F-riedrich Georg noch im allen Jahre auf den Blumen markt gebracht. Es ist dies die Poincettia pulcherrima, ober Weihnachlssteril genannt. B.si-er bezogen unsere Gärtner die wund'Uvolle eigenartige Saisonpfrunze, bie sich als Zimmer- schmuck rca)t banfoar eriveist, aus der Riviera, ton wo bereu Versand von Hunoerttausenden ton Stengeln vom 15. diovember bis Ende Januar besonders nach den deutschen Großstädten erfolgt. Herr Georg hat einen Versuch gemacht, den Wvihnach^s- lern in seinen Gewächshäusern am Rodberg zu zielen und damit über Erwarten Erfolg gehabt. Herr G-wrg will die Kultur der Poincettia als Spezial-Kultur ansnehmen.
♦* Tie friedliche Taube. AuS unferm Leserkreise berichtet man unS: Ich batte nach dem Mittagessen für die Stare den Knochen eines Kalbskoteletts auf ein unter meinem Fenster bcfinbliclsts flaches Dach geworfen, aus dem auch sehr häufig eine Anzahl Tauben ans der Nachbarsckwft zu Gast sich ein- stellen. Kaum hatten sich zwei Stareiimätzck-en um den Knochen zu tun gemacht, als auch ein junger Brieftaubentäubench auf >er Bildflache erschien und mit aufgehobenen Flügeln bie hungrigen Konkurrenten verjagte. Die Taube schickte sich an, bie restlichen Fleischfasern aus dem Knochen herauszupicken. Die Stare waren schreiend auf einen nahen Baum geflogen, und machten mehrere Versuche, die Taube zu verjagen. Mutig setzte sich der Täuberich jedesmal zur Wehr, wobei es die Angreifer ängstlich vermieden, einen ernstlichen Vorstoß zu unternehmen, 0 daß die Taube zwischendurch sich immer wieder an dem Zknochen zu tun machte und erst davon abließ, als ich ihr eme Hand voll Erbsen hinwarf. Solange die Taube auf dem Dache sich befand, wagten die Stare sich nicht an den Knochen heran.
(:) Queckborn, 1. Jan. Mit dem Bau der neuen Bahnstrecke Lich-Grünberg planen die beteiligten Gemeinden zugleich bie Einführung der Feldbereinigung ihrer Gemarkungen. Nachdem vor einiger Zeit bereits Lich die J-eldbereini- gung beschlossen, hat sich auch in unserer Gemeinde bie nötige öahl ber Grundbesitzer dafür erklärt, so daß im Frühjahr bannt begonnen wird. In Ettingshausen und> Nieder-Bes- sing en ist die Einführung ebenfalls ziemlich, sicher, die Verhandlungen schweben noch. Da die Feldbereinigung gleichzeitig > mit dem Vahnbau ausgeführt wird, so stellt siv sich erheblich
^^'Ruppertenrod, 2. Inn. Unsere Gemeindevertretung hat oen Bau eines neuen S ch u l h a u s e s be» chlossen, das aus -wei Schulsälen und zwei r!ehrerwoh- nungen bestehen soll. Wie sehr dieser Bau ein Bedürfnis ist, erhellt daraus, daß in der Lberl'lasse mit <2 Scyulcrn auf ein Bnb nur ca. 1 Kbm. Luft kommt, wahrend das gesetzliche Mindestmaß 3Kbm. verlangt. Unserer Meisschul- >eHörde gebührt Dank und Anerkennuny, daß sie mit den alten, den modernen Anforderungen nicht entsprechenden Schulräumen aufräumt und an ihre Stelle zweckdienliche Neubauten errichten läßt.
q Laubach, 2. Jan. Heute morgen wurde am Ausgang der Stadt nach Wetterfeld zu der öbjährige K. B a u e r» eld erfroren aufgefunden. Bauerfeld hat die beiden Feldzüge 1866 und 1870 mitgemacht, fein Name ist auf dem hiesigen Kriegerdenkmal verzeichnet. Er war früher ein tüchtiger Schuhmacher, hatte sich aber nach den Feldzügen stark dem Alkohol zugewandt. Im Sommer war er auf den Bauernhöfen m der Wetterau als Taglohner beschäftigt, kam aber immer zur Weihnachtszeit hierher, um ein Almosen zu erheben, das gewöhnlich in Alkohol um- gesetzt wurde. Er wird in feiner Heimat nun zur letzten SiuMtätte gebracht werden. — Die Erkrankung einiger W- qlieber des Hanauer Stadttheaters hat eine Aenderung in dem Programm notwendig gemacht. So wird morgen Maria Magdalena von bcbbel gegeben, während für den 1 April R. Beuedix' „Die zärtlichen Verwandten" borge»
Äet ter selb, 1. Jan. Einen originellen Neujahrs wünsch leistete sich gestern, abend ein nut dem Zug 5 iß Uhr mitfahrenwollender Passagier an unserer Haltestelle, der folgenden Wortlaut hatte: . „
Neujahrswunsch eines Reisenden 1 n Wetterfeld.
O Bahnverwaltung, herzig gute. Nimm weg die offene Bretterbude, Schaff' Schutz für Kält' und Sonnenglut, Gelt teuerste, du bist so gut
Eben schlägt's erst 5 mal von dem Turm, Wie schrecklich pfeift hier Wind und Sturm. Wer reibt mir bie erstarrten Glieder? Hier steig ich ein wohl niemals wieder.
-d Aus der Wetterau, 2. Jan. Nachdem seit ca. 14 Tagen' der höhere Vogelsberg sein Wmterkleid angelegt, hat auch die Wetterau vor einigen Tagen Schneefall erhalten, der auf dem trockenen Boden festen Fuß. fasien tonnte. Allenthalben erschallt Schlittengeläute und die wörtlichen Wuiter-Ver- gnügungen treten in ihre Rechte, p-ür unsere Fluren kam der Schnee gerade recht, denn schon; torftcr Ifatte sich h^ttge Mlle eingestellt, die den Saaten gefährlich zu »verdcn drohte, und die auch gegenwärtig noch anhält. Jetzt haben die durch den mflbcn Herbst recht üppig^gewordenen Saaten ledoch eine schützende Decke, die sie vor Frost bervahrt. Für uniere ge- liebcrten Sänger in Wald uitb Flur ist mit oem Schneefall . / • .f. .. . J. ... tl ft»» 1t VH 1 Hl*
tzZictzener Strafkammer.
) Gießen, 81. T ez.
Ein Uuverbesterlit.er.
Im letzten kommet war der Dienstknecht I. F. au3 Tannn bei einem Landwirt in Massenhcim beschäftigt. Er entfernte sich heimlich und nahm einem Milkuecht em Paar Schuh- mit. Bei seinem Weggang sah er einen Landwirt, bei dem er früher in Arbeit gestairden hat. Hierbei schoß ihm ber Gedanke durch den Kopf, noch schnell ein Geschäft zu machen. Er ging zu der Frau des Landwirts und schwindelte ihr vor, ihr Mann habe iyn wieder gedungen und ihn beauftragt, bei ihr das Mietgeld in Höhe von einer Mark zu erheben. Tie Frau gab ihm das Geld, womit er verschwand. Es erging gegen ihn Anklage wegen Diebstahls und Betrugs. Einen großen Teil eines Lebens hat er ivegen solcher Straftaten in Gefä.ignisien und uchihäuscrn zugebracht, weshalb ihm auch mildernde Umstände versagt wurden. Wegen des Betrugs wurde eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und 150 Mark Geldstrafe an gesetzt, bet Diebstahl sollte mit der Minimalstrafe von drei Monaten Gefängnis geahndet werden, die in zwei Monate Zuchthaus umgenxmbelt mit einem Monat ausgerechnet wurde. Weiler mürben ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre aberkannt und ein SJtonat Untersuchungshaft ungerechnet.
Teure Frstdraten.
Zu Weihnachten 1905 kam der Taglöhner I. Sch. aus Steinfurth zu der Frau des Fuhrmanns A. St. zu Friedberg unb veranlaßte sie, mit ihm vor die Stadt zu gehen, wo ein Bauunternehmer Stallhasen in einem Verschlag ter gebt acht) hatte. Sck). tötete fünf Stück, die in bie Wohnung bet Frau St. gebracht wurden. Dort wurde sofort einer zubereitet und gemeinschaftlich verzehrt; die andern vier wurden geteilt. Da die Sache glatt verlies, sahen sie sich auch im folgenden Jahre nach einem billigen Weihnachtsbraten um und zwar wurde da auch der Ehemann St. zur Hilfeleistung zugezogen. Wahrend Frau St. Wache stand, brachen ihr Mann und Sch. das Gartenhäuschen eines in der Vorstadt wohnenden Taglöhners auf und entwendeten ebenfalls fünf Hasen, mit denen, genau so verfahren wurde wie im Jahre zuvor. Während den biestährigen Weihnachtsfeiertagcn hatten sie Gelegenheit, die ihnen zugegangene Anllageschrist zu stuoieren, statt den Hasenbraten zu verzehren, unb zwar Sch. im Arrcsthaus hier, da er rückchlliger Dieb ist. Dieser erhielt wegen eines einfachen und eines fcijivercn Diebstahls sechs Monate Gefängnis;, Frau öt. megen der nämlichen Vergehen drei Monate und fünf Tage, wahrend St., der sich nur an dem schweren Diebstahl im letzten ^ah-re beteiligt hatte, drei Monate bekam. Dem Sch. wurde em,Monat Untcrsiühungshaft angerechnet und es erfolgte die Aushebung des Haftbefehls. ;
Sioziß Karsen.
des Wasa-Ärdens erteilt.
** Lanoeshypothekenbank. Der Beamte der Landeshypothekenbank Hermann Edelmann au8 Darmstadt wurde zum Assistenten bei dieser Bank ernannt.
** Ein Chambord-Kämpfer t- Einer der 54
iää oruysÄS'Ä Färbermeister Jakob Marfilius. Er starb in seinem 59. Lebensjahre zu Newyork. .
**Bei den Kämpfen um Casablanca m Ma- tofio ist, wie erst jetzt bekannt wird, °uch^>n lunger Heste, Hubert P j e i j s e r aus Oisenbach, gefallen. Er war Soldat im 1. Regiment der fränkischen Fremdenlegion. und ist, wie iCht bic iran^ösisckie Militärbehörde seinen Angeyorigen nut teflt, am 13. Oktober im Hospital von Casablanca' S^ben.
SS'li L-b-n zu kämpf« unb Hmigcr unb Katie werden viele Op.er
Zweites Blatt 158. Jahrgang Freitag 3. Januar 1908
d A ▲ aa Rotationsdruck und Verlag ber Br üblichen
M HÄ Aw UnwersirätS. Buch- und Skeindruckerei.
General-Anzeiger für Gderheßen


