Ausgabe 
2.9.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 206

Zweites Blatt

Mittwoch 2. September 1908

X t Miger

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

SeneM-NnZeiger für Oberheßen

158. Jahrgang

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Brich- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- slraße 7. Expedition und Verlag:

Redaktion. ^K118. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen«

DieEiehener Zamilienblätter" werden dem bAnzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für Öen Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

politische Tagesschau.

Die Militärbehörde und der angebliche Mangel an Militärärzten.

Wie die .Berliner Unwecsal-Korrespondenz* maßgebenden- ortS erfährt, entsprechen die Zeitungsmeldungen, die auf einen besonders in letzter Zeit fühlbaren Mangel an Militärärzten in dec deutschen Armee Hinweisen, nicht den Tatsachen. Wohl ist cs richtig, daß die Meldungen zur militärärztlichcn Karriere gegenwärtig nicht in dem Maße wie früher erfolgen, doch ist dies damit zu erklären, daß der Zudrang zum medi­zinischen Studium im allgemeinen stark nachgelassen hat. Die Militärverwaltung deckt ihren Aerztcbedarf aus den Studieren­den dec Kaiser Wilhelm-Akademie, die besondere Benefizicn genießen, und aus den Unterärzten, die sich nach Ableistung ihrer einjährigen Wehrpflicht freiwillig verpflichten, eine be­stimmte Anzahl von Jahren als Militärärzte zu dienen. Die freiwilligen Militärärzte erhalten für die Dauer ihrer Ver­pflichtung, höchstens aber bis zum Stabsarzt, außer ihren GehaltSbezügeu eine jährliche Studiengcldcntschädizung von 300 Mk. Liese Entschädigung soll für die Unterärzte einen, Reiz bilden, sich aktivieren zu lassen, denn sie sinden beim Militärdienst ihr angenehmes Auskommen, während sie als selbständige Zivilärzte meist eine unsichere Existenz haben und von vielen Zufällen abhängig sind. Auch das Avancement ist nicht ungünstig. Durchschnittlich dauert es nur 7 bis 8 Jahre bitz zum Oberarzt. Nach weiteren 7 bis 8 Jahren ist gewöhnlich schon der Stabsarztrang erreicht. Daß trotz­dem viele Militärärzte nach einigen Jahren den Militär­dienst verlassen, ist nur darauf zurückzuführen, daß sie sich durch das militärische Leben in ihrer persönlichen Freiheit beeinträchtigt fühlen. Seitens der Militärverwaltung geschieht also alles, um einem Mangel an Militärärzten abznhelsen. Schon wiederholt sind die Plätze an der Kaiser Wilhelm- Akadeniie vermehrt worden. Sollte es nötig sein, so wird die Militärbehörde eine weitere Vermehrung verlangen. Ta gegenwärtig ein tatsächlicher Mangel an Militärärzten nicht existiert, ist auch für die Militärverwaltung kein Anlaß vor­handen, irgendivelche besonderen Maßregeln zu ergreifen.

Deutsche» Reich.

Der Kaiser trifft an 3. Sepcemir.r Mittags wieder in Straßburg ein.

Die b) erb st Parade des Gardekorps fand gestern vor dem Kaiser auf Dem Tempclhofer Felde statt.

Der Staatssekretär D l v Reicysschatzar.ets S h - do w ist in ZinnienstaDt eingetrosfen, um dem zum Sommerauscitt- l>alt im benachbarten Bühl weilenden srühcrcn StaaiSfelretär des Rcichsschatzainis Fre.Herrn v. Stengel einen Be,uck> abzustatten.

Der frühere Bez ir ksamtinann in Togo, Geo A. Schmidt, der nach Erledigung des Prozesses brören-Schmidt bclanntlid) wieder int Kolonialdienste bescstifugl wurde, 1)61 einen einjährigen Urlaub erhalten, um in den Dienst der Firma Lenz u. Eo, Kamerun, treten zu können.

Zur Reichstags er faß io ahl in Ludwigshafen. Eine Bersannnlung von Bcrtrauensu^nnern des Zentrums be­schloß, für die Rcichslagseriatzwahl in Speher-Frankenthal an Sielte des verstorbenen Abg. Ehrhardt (Soz.) Slunmenlhaltung. Tie Wahl des Soziaioenwkraten Binder erscheint somit als ge­sichert.

Keine Militär ko nvention mit Schweden. Wie derB. L. A." an zuständiger Stelle erfahrt, beruht die Meldung eines russischen Blattes, znäschen Deutschland und Schweden sei bei Gelegenheit des jüngsten Besuches itaiier Wilhelms in Stock­holm eine Militärkonvention abgeschlossen worden, auf Erfindung. Weder hat Sck)weDen jemals den Wunsch geäußert, mit irgend einem Staat Sonderbünduisje aozuschliegen, noch ijai Deutschland irgendwann Die Absicht zu erkennen gegeben, Schiveden eine solche Konvention anzutragen. Die ganze iVielbung trägt somit den Charakter einer tendenziösen Erfindung.

Nord und Süd in der Sozialdemokratie. Eine sozialdemokratische Lersammluug nahm vorgestern abend in Stutt­gart in geschlossener Sitzung mit 230 gegen etwa 100 Stimmen eine Resolution an, in der Die Zustimmung Der süddeutsch.ii Ab­geordneten zum Gesamtbudget als ein Verstoß gegen die Lübecker und Dresdener Resolution erklärt wird. Tie Versammlung nimmt Stellung gegen das disziplinwidrige Verhalten dec badischen Partei- instanzeu und verurteilt ferner die Tenoenz, die Entsck-erDung über so wichtige Partei frag en, die der Masse Der Parteigenossen Vorbe­halten werden nmß, in das Dunkel kombinierter Frakiionsfitzungen zu verweisen.

Zeppelin über die Lustschiffahrt.

Graf Zeppelin hat in einem Bries an Den Oberbürger­meister Beutler von Drcsocn solgendeS ausgesnhrt:Ich bin nicht der Ansicht, daß es zweckmäßig sein wird, von privater oder öffent­licher Seite Geld für die Anlage von Lustschilfhasen zu sammeln, und zwar aus folgenden Gcüiiden: Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird die Luflschiffahrt in allernächster Zeil einen großen Aufschwung dadurch erleben, daß sowohl Dav Die ich für Militärische 3meite, ferner Aktiengesellschaften behufs Anlegung von Luft- schifslinien Fahrzetige meines Systems beschaffen. Naturgemäß wird es dann auch Sache der Bcstrller fein, die für ihre Linie iwtwendigen Anlagen, also auch Die Hafen, aus ihren eigenen Mitteln zu bestreiten. Mein Unternehmen wird, wenn ich auch die Errichtung von Häfen für den geregelten Le - trieb Der Luftschiffl inien an s i ch durchaus für nötig halte, an solchen Anlagen kein direktes Interesse Haven, weil es in Zukunft nicht inehr in erster Linie meine Sache sein wird, Lustschis jährten auszufüliren, sondern Luftschiffe zu bauen und an die Besteller abzulieserii, denen der Betrieb überlassen werden nmß. Sie von mir auszuführenden Zährten werden sich auf Probefahrten mit abjulicfernDen Fahrzeugen und aus Erprobung von Neuerungen in der Konstruktion veschranlen, ivvbel stets die Mckkehr nach Der Werft in Aussicht genommen. Die Vütlage von Häfen an anoerer Stelle also nicht erforderlich ist."

*

Graf Zeppelin hat iich bekanntlich zur Ecl)olung in die Schweiz und zwar zunächst nach St. Gallen begeben. Dievl. Zur. Ztg." schreibt darüber:Graf Zeppelin glaubte in et. Gallen unerkannt Dcrivcilcn zu können. Er hatte aber seine Rechnung ohne die St. ©aller gemacht. Schon beim treten des Hotelvestibüls wurde er vom Concierge mitExzellenz" be­grüßt. Beim Bezug des Zimmers begrüßte ihü das Zimmer - mäbdjen alsHerr Graf". Als ec eine Teppiachandlung betrat, um eine Reischcckc etnzukaufen, sei er vom Üngeftellten gemustert und Dann sofort mitHerr Graf, womit kann ich dienen?" an- gerebet worden. Und an einem andern Orte kaufte er eine Aulo- &e ein. Hier glaubte er sich endlich einmal unerkannt. Als er aber die erste SDtüße probierte. Da habe das bedienende Fräulein

gleich auch erllärt:Herr Grai, die Stütze steht Ihnen aus-1 gezeichnet." Wie ein Lauffeuer ging es durch die Stadt, Graf Zeppelin sei in DerWalhalla" abgestiegen. Aus Dem Gcrnüse- marhe wurde die Mitteilung sogar ausgerusen. In hellen Sclsacen strömte nun das gute Publikum hinaus nach DerWalhalla", um Zeppelin zu sehen. Als Der Graf i;n Fiaker vor das Hotel fuhr, da sah er sich gleich auch einer bcgeisterien Bollsmenge gegen­über. Tas ging Graf Zeppelin nunübers Bohnenlieb"; er hatte auch von St. Galten genug und er entschloß )iaj. Die issallus- stad t so rasch als möglich zu verlassen. Das yaiciuureau besorgte ein Autoiiwbil, das von einem Privatmann bereitwillig zur Ver­fügung geftellt wuckre und nach dem Mittagessen ging es weiter nach Dem Toggeuburg, über den Riten »aa> dem Zurlchersce und weiter nach Vißnau, ivo Der Graf nun einige Tage zu verbleiben gedenkt. Aber trotz alledem verlor er den guten Humor nicht und bei Tische erzählte er, was ihm atlcs ui Den letzten Wochen zugestoßen )cu 'Juaa) Der Katastrophe von Echte cd ing en habe ihm ein Schulmädchen seine Ersparnisse, fünfundzwanzig Pfennig, zu- gesandt, damit er wieder ein neues Luftschiff bauen könne. Und eine andere Schülerin habe iym etn Exemplar desStruwelpeter" zukommen lassen mit Dem ^mweis, der Graf möge es in Friedrichs­hafen verlausen. Damit er wieder zu Geld komme."

Gießener Strafkammer.

)( G i e ß e n, 1. Sept.

Eine abgewiesene Beleidigungsklage.

Ter Kaufmann P. H. zu Friedberg hatte als Beauf­tragter der Deutschen PetroleumSgesellschaft zu Hamburg Die Tätig­keit des Reisenden K. Z. von F u l o a zu kontrollieren und Der Gesellschaft Darüber zu berichten. ;Luf Grund Der Ermittelungen bei Den Kunden tarn H. zu Der lleberzeugung, daß Z. Duc StunDcn absichtlich nicht auf Die Zahlungsbedingungen aufmerksam macht, und teilte dies Der Gesellschaft mit. Z. fühlte sicl> Dadurch beleiDigi unD strengte gegen L>. Prtvatllage an. Ohne daraus ernzugihen, ob Der Vorwurf erweislich wahr ist, kam vas Sckwffengerichi zur Freisprechung des Angeklagten, Da er verpflichtet ioar, seiner lleberzeugung gemäß zu berichten. Uebrigeitd ljaue Das Gericht feinen Anha.l, oaß die Hingaben in dem Brief unwahr sind, auch koiinte weder aus der Form noch aus Den Umständen eine be­leidigende Absicht gefolgert werden, was Benifungsgiriuu schloß sich Den Ausführungen des Schöffengerichts an und bestätigte das von dem Kläger angefochtene Urteil

Wegen d8e Dienstmädchens.

Auf Privatklage dis Rechtsanwalts Dr. H. in L a u t e r- b a ch icurDe Der Kaufmann jt. M. III. Dort wegen Beleidigung zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt. Gelegentlich der Warcnbe ftellung bei den Eltern des DienstmäDchens des Dr. H. srug M., wse es ihrer Tochter gefalle und deinertte dabei. Der früheren M«gd habe es nicht gefallen, sie butte schlechte uno ungenügende Kost gehabt und ocrgl., wenn es ihrer Tochter auch nicht gefalle, so tonne sie bei ihm eintreten. Der Angettagte erhob Berufung und bestritt, daß seine Aeußerungen so gelautet hallen wie sie ihm zur Last gelegt weroen. Für das Bllufungsgccicht stand test, daß die Absicht des Angellagten dahin ging, D.n Kläger und dessen Familie in den Augen der Eltern des Mädchens herabzuwurdigen, damit es die Stelle verlassen soll, um bei ihm einzutreten. Da aus Der Form und den llmständen Die Absicht zu beleidigen her- oorging, mar auf das Bot liegen dcs Wahrheitsbeweises wenig Gewicht zu legen, weshatv oie Berufung zurückgewiesen wurde.

Fremde Kinder darf man nicht schlagen.

Einige Zungen hatten von einem Weidenbaume Aeste ab­geschnitten und diese auf Den Acker des Landwirts Z. K. von Eudorf fallen lassen. Darüber aufgeregt, erfaßte St. ein Reis und schlug cs einem Jungen, der ihm sck-on mehr Schabernack zugefügt hat, mehrmals über den Rücken. Mit Rücksicht auf die geringen Schmerzen, die dem Jungen bereitet worden sind, nahm öaö Schöffengericht nur einfache Körperverletzung an und erkannte auf die geringste zulässlgc»tz>closllafe von 3 '.Ularf. Der Angeklagte welcher glaubte, zu dieser Maßnahme bcred>iigt gewesen zu sein, focht das Urteil zum Ziveck seiner Freisprechiuig an. Das Be­rufungsgericht konnte ihm aber nicht oeipilichten; der Zunge unternahm ut dem Augenblick, ivo er geschlagen wurde, weder einen Angriff auf das Gut dcs Angetlagteu, .wch l-at letzterer Dem Jungen Die Schläge in erzieherischer Absicht zu teil werden lassen, viel­mehr ist Die Züchtigung nur aus Unmut erfolgt. Hiernach war das Urteil zu bestätigen.

Sittlichkeitsverbrechen.

Nach einem öffentlich bcriiinDaeii urteil wurde der hier wohn­hafte B e t o n a r b c i t e i F. H. aus G r o ß s ck) a ch a u in Böhmen aus Gruiw einer Berhandtung unter Lefjentltchteitsausschluß, wegen Sittuchteilsverbrechens nach 8 Ziffer 3, verübt in 3 Be- gangcnschallen, zu 1 Jahr 10 Bkouaten Gefängnis abzüglich vier Wochen Untersuchungshaft verurteilt.

Bei Negenwetter.

Dem Landwirt St. >och. »ä u;iu;eldborf ging ein Straf­befehl über 1 Mark zu, weil er nicht dafür sorgte, daß in seiner Hosreite eine Einrichtung gelloffen wird, daß dec Pfuhl nicht mehr auf die Ortsstraße fließt. Der Ängekiagie erhob Einspruch und gab an: Beim Regen,oetter sei dies nicht zu vermeiden, da das Regenwasser aus der Hofreiic feines Nachoars in seine Dung- grube lause, was dann die Berunreinigung Der Straße zur Folge hat. Tas Schöfsengericht gelangte zum '«Freispruch, indem cs ausfühne, cs tonne Dein Angeklagten nicht zugemutet tocrDen, das Wasser seines Nachbars sortznschaffen; uorigens wäre e5 auch nicht ntöglta>, bei 'Jtegenivxuer mir Pfuhl ins Feld zu fahren. Tas Uncil wurde von der Staatsanwaltschall angefochten uno das Berufungsgerickft stellte fest, daß der ^Ingek'lagte ivegen dieser Uebcrtrcruiig sck)on mehrfach verwarnt woroen ist; am Tage der Anzeige herrschte kein biegenroetter, so bau er m Der Lage ge­wesen wäre. Die Psuhlgruoe zu entleeren. Da aus seiner Selle zum mindesten eine Fahrlässigtett vorliegt und eine solche zur Bestrafung bet einem Polizetdellll genügt, wurde er zu der im Strafbefehl angesetztcn Strafe von i Mark verurteilt.

GcerchLssaal.

R.B. Darmstadt, 1. Sept. Wegen einer Reihe bru­taler Mißhandlungen fern er Gattin hatte ,ich heute der 30jährige, noch unbestrasie Dienstmann H. Blank von hier vor der Strafkammer zu verantworten. Blank kam in einer Julinacht, nachoem er Den Aoeno in Wirtshäusern verbracht, nach ^)auje und als ihm feine Frau wegen feines langen Ausbleibens Bvrwürfc machte, mißhanDelle er sie. In ihrer Ängst flüchtete die nur mit Dem Hemd vefieiDete Frau Durch das Fenster nach dem Hof; Der Rohling folgte ihr nach, riß ihr Das Hemd vom Leibe und fuhr nm ÄißhanDlunge.t fort, wobei er Der nackten Frau auch vier Messerstiche versetzte. Darunter einen lebensgefähr­lichen in Die Brust. Zum Gluck gelang cs der Unglücklichen, sich in einen Alwin ei.', zuschließcn. Doch wäre sie hier an itzren Wunoen verblutet, wenn nicht bald darauf md>rtre Nachbarn zu Hilfe gekommen icänn. Zn der heutigen Berhandlnng war dte Fran iid)tbar bestrebt, ihren Mann zu schonen uno iyn möglichst vor Strafe zu bc.ea/.Rohling wurde jedoch dem Anllag des Staatsanwalts gen:.:,, u r;_> Jahren Gefängnis, unter Anrechnung von x ... für mticrsuchungshaft, Derurteüi. Die Frau brach bei der ll.ieilsvertünDung in Tränen aus.

vcrrniscbtcs.

* Tas Antiselbst mordbure au Der Heilsarmee; in London hat vor kurzem 18 Monate seiner Wirksamkeit vollendet. Im ersten Jahre seines ÄestehrnS wurde Das Bureau von 1125 Personen in Anspruch genommen, und seit Dieser Zeit wird das Aniiselbstmordburcau auch weiterhin Durct schnittlich von 20 des Lebens Ueberdrussigcn in der Wock)e ausgesuch:. Ter Letter dieses Bureaus, dec Heii-ütrmeemaior Glanvlltc, r ertchtebe über den Slännpf der Heilsarmee gegen den Selbstmord folgendes: In diesen Räumen hört man herzzerreißende Letdensgeschui t.ii. Wir haben öicle Erfolge errungen. Tie größte Sci)wierigle,t besteht Darin, Den^ am Leben Verzweifelnden Arbeit zu verfchafsen. Tie ilnmog^ lichkeit, Arbeit zu finbcn, ist, wie wir geieben haben. Die Ur­sache zu Den meisten Selbstmorden. Die Rot der Arbcitslosens beschäftigt uns tn diesem Jahre mehr als int Mgangenen, und- wir hoben sestgestellt. Daß Die Arbeitslosigkeit iepl größer iscj als selbst int letzten Winter. Soweit wir können, veranlassens mir Die HilfesuchetiDen. denen wir Arbeit nachgewiesen haben,! so viel wie irgend möglich zu sparen, damit sie m Mochten Zeiten^ gegen die größte Rot geschützt sind. Eine tnpische Erscheinung,' die Die Hilfe unfeix» Burcaus gegen den Selvstiiiord in Ailspruch nimmt, ist der Fabrikarbeiter, Der mit vierzig Iahreti eine junge Frau geheiratet hat unD mit fcwzig Zahrc.i neun Kinder er­nähren muß, dann aber, unfähig Arven zu erhalten, mit feiner! Familie dem Hunger.oDe preisgegeben ist. Solck-cn £pfertt ber; Gesellschaft verschaffen wir zumeist einen kleinen Laden. Elf Prozent aller Falle, die, jo sajloß ..iajor Glanville, uns nhiljrcnD des ersten Jahres beschäftigten, sind auf Trunksuckst und dick daraus entspringenden Krankheiten zurückzuführen.

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Meteorologische Beoriochtuugen der Station Gießen.

Höchiie Tcniperallir

Niedrigste ,

18,4 ü C.

9,6 0 c.

1. Septbr.

1. ,

Sept.

1908

Baromeler oui 0° icduzierl

Temperatur der Pu<l

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1.

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11,6

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88

SW

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Handel

des

Portugiesen

III

96.80;

Tendenz: etwas schwächer.

84.10

92.00

84.05

91.00

90.00 98 75

99.20

93.50

. 225.80 . 115.00

Mörse, 2. September, J.15 Uhr. 92.051 Elektnz. Lahmeyer . .

Elektriz. Schuckert . . . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL llarpcncr Bergwerk. . . Laurahütte......

Nurdd. Lloyd . . . .

Obeischles. Eisen-Industrie Berliner ilaudelsges. . . Darmstädter Bauk . . . Deutsche Bank . . . . Dentsch-Asiut. Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bauk . . . . Kreditaktieu ... Baltimore- und Ohio-

Eiseulahn . . . . . Gotthard bann . . . . Lumuard. Eisenbahn . . Uesterr. Slaatsbahn . . . Pnnce-Heuri-Eisenbabn .

206.60

212.30

22.30

96T0

146.50

3 >5% 3% Wl» 3%

September. Anlangskurse. llurpener Bergwerk. . . Laurahütte .....

Lombarden E. B. . . . .Xordd. Lloyd.....

1 urkenlose......

120.00

108.25 I

113.70

206.90

212.50

96.00

101,45

165.90

127.80

237.20

135.00

177.40

144.30

199.50

4 x/a*7» russ.etaatsaul. 1905 ;apan. Staatsanleihe

4 >ö Conv. Türken von 1903 Türkeulose......

4% Griech. JÜonopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . u*7e ilexikauer . . . 1>3v/g Chinesen . . . .

Frankfurter

Reiehsanleihe . . do. . . Konsols . . . . do. . . . .

Hessen.....

Oberhessen . . .

Aktien

Bochum Gass . . .

Buderus E. W. . .

96 95

92.30

93.80

14600

51.50

85.75

65.00

97.70

4% Uesterr Goldrente. . 4*/6 % Oesterr. Silberrente 4 ?© Ungar Goldrente . . 4;0 Italien. Beute . . . 3-6 Portugiesen Serie I .

Berliner

Canada E. B. . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: schwach.

Telefonisch® Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

i6or»e, 2. . . 171.00 . . 127.70 . . 236.70 . . 63.30 . . 144.00

148.09

124.50

Hat immer riesigen A-pctit."

Ein guter Appetit ist fuc groß und klein dec beste) Schutz gegen Entkräftiing. Stellt sich aber Appetilmangel, ein, >vas oft gerade dann der Fall ist, wenn der Körper' ganz besonders cinec zweckmäßigen Ernährung bedarf, so eignet sich Scotts Emulsion in hervorragender Welse zur! Steigerung dec Eßlust. dv6

Düren (Rhld.), Altcjülicherslr. 6, 17. Oktober 1907.

Zur Hebung des Appelns gaben wir unserer 7jährigen Elisabeth Scotts Emulsion. Schon nach Gebrauch der erfieni Flasche machie sich eine Besserung gellend, der Appettl der Bleinew hob sich, unD sie sing wieder an munter zu werden. Nachdem die> Kleine 3 Flaschen Scotts Emulsion genommen, i|t sie heute wieder ein lebhaites, munteres Kind geivorden, Das immer einen!

riesigen Appetit verspürt/

Igez) Frau G. Frings.

Der Gebrauch von Scotts Emulsion echöhb die körperliche Widerstandsfähigkeit, mit andern Worten, dec Organismus wird in sich selbst so gekräftigt, daß ec jeglichen das Wohlbesinden gefährdenden Einflüssen stand­zuhalten vermag. An und für sich schon lläftigend, fördert Scotts Emulsion auch die Eßlust und bedingt so eine vermehrte Nahrungs­aufnahme, zu deren geregelten Verdaunngj sie vornehmlich beiträgt.

Scoltü Qmutfion wird von uns auöichlictziich im großen verkaufi, und zwar nie lose nach cLew'Äc oder iflaß, lonberu nur m oerfiegcnen Ortginalflaidjeii tu' Ration mit unserer Schutzmarke igi^cher mit dem Dorsch), sco» u. Äowne, <Ä. m. b. H, Frankfurt a. M.

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