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21.9.1908 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Montag 21. September 1908

es) unter

Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

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Stoffe für

rilasverbandes

initglieder vor.

der Kronprinz iin

Bülow weilt noch Ltemmrich machte

158. Jahrgang

. . . ..... ertheim rci-

durg i. Br.), daß der Verband freudigen Herzens an bcitt 5Eicg:i> feste Ires Vereins teil nehme. Gemeinsani wolle man gegen oen Alkoholmißbrauch kämpfen, den Deutschland l-offcnllich in weiteren

Zum Erzabt von Beuron wurde Abt IldefonS Schober von Scckau in Steiermark gewählt.

Die Reichs ta g ser fa tz wa h l in Spcv er Lud­wigshafen. (Amll. Wahlresultat.) Bei der am V>. Sep>:. statlgehabten Reichstagsersatzwahl int ersten P ulzer Wa! bezirk Speyer wurden im ganzen 32 472 Stimmen abge­geben. Davon erhielt der Adjunkt Binder (So j.) 19 293 Stimmen, der Gutsbesitzer Buhl (natl.) 12165 Stimmen. Ersterer ist mithin gewählt.

Claudes, unter

Die Zigarre des armen Mannes.

Man schreibt uns:

In einem Artikel desHann. (Lourieiö, betiteltDas arme N äch", ist unter Anderem geltend gemacht, daß eine Zigarren- $.:nberole|"teucr geeignet sei, eine mögliche Entlastung der ärmeren i!«Usjchtchlen herbetzttführeit. Tas ist ein großer Irrtum. Es

Ie Aufbs.

2^5;

|| iKontc de Sonnar-Italien drückten dem Cant ihrer Gruppen aus. Tie Fürstin im Norderney. Frau Unterstaatssekretär

|| Die Honneurs.

Gestern nachmittag 6 Uhr empfing

2lu$lanfc.

T i e österreichisch -nn gartschen Delegationen sind nir den 8. Oktober nach Budapest einberuien worden.

Wegen den Besuch des Zaren tn Italien bat der S o z t a l i st e n k o n g r e ß in Florenz am oninSlag eine Re­solution angenommen. Alan hatte nämlich erfahren, daß Tittoni mid Iswolsky bet ihrer leigen Zusammenkunft auch einen Besuch des Zaren in Italien vereinbart hätten.

DieUntersuchung gegen den f r ü h e r e n M i n i st e r Alberti hat cm weiteres Ergebnis gehabt. Man Hal ein Kontobuch vorgesunden, aus dessen Inhalt hervorgeht, daß Alberti mit der londoner Ioutt Stock-Baol in Verbindung gestandet» und m den Jahren 1891 bi-5 Teplember 1907 durch Spekulationen an der londoner Börse 6 600 000 Mark verloren hak.

D t e F r a u e n im I i n n i { d) e n Parlament. Soeben haben die Wahlen zum ftnulschen Parlament ihr Ende gesunden und 25 Frauen sind diesmal zu Abgeordneten gewählt morden. Im vor. Jahre saßen nur 19 Damen in der Volksvertretung Finnlands. Von den 25 weiblichen Abgeordneten gehören 13 der sozialdemo­kratischen Partei an, 6 der alt finnischen, 3 der jungftnnisd)en, 3 der schroedtschen und 1 der agrarischen Partei.

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werden. So versicherte der Vorsitzende des Chai für das katholische Deutschland, Geistl. Rat 2r, 2Si

'JSeuen Palais bei Potsdam im Auftrage des Kaisers den Mt und einige weitere Mitglieder der Interparlamentari- schen Konferenz, eiwa vierzig Herren mit dem Präsidenten Hinzen zu Schönaich-Carolath an der Spitze. Der Kron­prinz hielt eine Ansprache, die folgendermaßen lautete:Sehr geehrte Herren: Seine Majestät der Kaiser und König hat mir den Auftrag erteilt, an seiner Stelle One Hcrrön von der Interparlamentarischen Union hier zu vigrüßen. Cs gereicht mir zu besonderer Freude, mich dieser TAsgabe zu unterziehen. Seine Majestät verfolgt die Ar­beiten und Bestrebungen der Inleipirlamentarischen Union, öttven zunehmende Bedeutung ihm nicht entgeht, mit leb h^.ftem Interesse. Der Kaiser wünscht und hofft, daß aus i^hrer Tagung in allerhöchstfeiner Hauptstadt wohltätige (r-gebnisse''hervorgehen iverden für die Sache des Friedens, u-uche die Grundlage aller wahren Kulturfortschritte ist u ib bleiben wird. Die Erhaltung und Bewahrung des säeiedens, der mein kaiserlicher Herr Vater seine ganze ^gierungszeit hindurch seine vornehmste Sorge gewidmet hüt, ist ein oftmals mühsames Werk, aber wert, daß die eäelften Geister aller Nationen ihre ganze Kraft dafür ein» seyen. Seine Majestät der Kaiser sendet Ihnen, meine harren, die herzlichsten Abschiedsgrüfie in der Hoffnung, 0< Sie schöne Erinnerungen aus meinem Vaterlande in z ire Heimat zurücknehmen möchten!" Hierauf unterhielt ji,h der Kronprinz eingehend und auf das li beuswürdigste nut allen Anwesenden. Der Empfang dauerte über eine Ende.

Deutsches Reich.

Die deutsche Kronprinzessin wurde anläßlich ihres 22. Geburtstages durch ein taiserliches Handschreiben zum Chef des Dragoner-Regiments Nr. 8 ernannt.

Ter General-Inspekteur der 6. Armee-In­spektion, General der Infanterie Frhr. vonderGoltz, wurde rum Generaloberst ernannt.

Mittwoch, 16. September fand die öffentliche Haupt-' Versammlung statt. Außer vielen Mitgliedern hatten sich die Vertreter der Behörden und Gäste in großer Zahl einge­funden. Senatspräsident v. Strauß und Torney betonte in seiner Eröffnungsrede, daß die Jubiläumsfeier freudige Gefühle erwecken könne, aber auch zur Einkehr mahne. Habe man den Erwartungen entsprochen, die die Gründer des Vereins gehegt? frühere gleichartige Bewegungen seien in den politischen Kämpfen und inneren Wirren untergegangen. Erst Ende der 70 er Jahre habe man wieder den Mut gefunden, den Kampf aufzunehmen. In der Aufklärung des Volkes sei von dem Verein geleistet worden, was nach Lage der Sache habe geleistet werden können.

Obcrbürgermcistcr Struckmann (Hildesheim) gibt ein Bild von der Entwickelung, der Arbeit und den Erfolgen des Vernns.j Der Veteran der Anti-Alkoholbewegung hat schon in seiner Ju-1 gcnd in Osnabrück bei der Bekämpfung des damals fast allein in Betracht kommenden Branntweingenusses miigeartei.-et. Die damalige Bewegung hatte feinen dauernden Erfolg. Aber in. anderen Landern raffte man sich auf. Von dort drang Belehrung über die Natur des Alkohols und die Mittel zu seiner Betamp-i iung zu uns. und unser Volk wurde wieder aufmerksam auf seinen, Erbfeind. Da begann vor 25 Jahren die neue Bewegung. Der streit mit der darnach von Norden kommenden radikaleren Rich­tung fat manche unerfreuliche Erscheinungen gezeitigt und mit dazu beigetragen, daß der Erfolg der Beioegung zunächst hinter den Erwartungen zurückblieb. Allmählich haben sich die Wegen» sähe zwischen den beiden Richtungen ausgeglichen: man hat sich gegenseitig offen und ehrlich die Hand gereicht und Duldung geübt. Von da ab ging es mit der Bewegung vorwärts. Ter Vergleich mit der Zeit vor 25 Jahren, als ein kleines Häuflein den Kamps begann, muß nut Freude und Genugtuung erfüllen. Der Verein ist seinen Grundsätzen treugeblieben und hat im" <mnne ieiner Gründer gearbeitet.

63 folgten die Begrüßungen durch die Vertreter der Be­hörden und Ehrengäste, 22 an der Zahl, das preußische Kultus­ministerium das Justizministerium und das Ministerium für ossentltche Arbeiten heuen ihre Glückwünsche überbringen Für das Rerchsamt des Innern hatte Staatssekretär v. Bethmanu- Holhmg in warmen Worten drahtlich gratuliert. Für das preuß Kriegsmintttertum sprach Generalarzt Dr. :Rudeloff (Kassel-. Der Alkoholmißbrauch habe im Heer ganz erheblich abgenommen. Der Lchnapsverkaus in den Kantinen sei zurückgegangen. Das Lier

,cine'-OHhnrerij tn kohlensaurem Wasser, in Li- monabe und Milch gesunden. Dies sei zum großen Teil 2 r

.Greins zu verdanken. Aber fast mehr «och als durch die Bekämpfung der Trunksucht im Heere könne,

Einladung zum vezug des Gießener Anzeigers für das Letzte Vierteljahr 1908.

Die langen Winterabende stehen Vor der Tür, und mit ihnen mehrt sich naturgemäß das Lesebedürfnis. Von be­sonderem Interesse wird es da wohl für jedermann sein, über die neuesten Ereignisse in der Nähe und in der iveiten Ferne rasch und zuverlässig unterrichtet zu werden. In der Politik unserer engeren hessischen Heimat und des Reiches stehen für diesen Herbst wichtige Entscheidungen bevor. In Hessen sind es die Landtagswahlen, im Reiche die Finanzresorm, die unserem politischen und össentlichen Leben auf lange hinaus ihr Gepräge geben werden. Vom Ausfall der hessischen Landtagswahlen, über die der Gie­ßener Anzeiger ausführlich berichten wird, hängt es vor allem ab, wie sich unser hessisches Wahlrecht in Zukunft gestalten wird. Auch über die auswärtige Politik wird der Leser des Gießener Anzeigers in ausreichendem Maße unterrichtet werden. Wie bisher, so wird der Leser auch in Zukunft von eilen irgendwie bemerkenswerten Vorgängen in Stadt und Land, insbesondere aus Oberhessen, aus­führliche und zuverlässige Kenntnis erhalten. Ebenso ist auch für das Untcrhaltungsbedürfnis unserer Leser bestens gesorgt. Ein großer Stab von Mitarbeitern aus allen Gesellschaftsklassen gibt dem Gießener Anzeiger die Mög­lichkeit, über alles Wissenswerte schnell und erschöpfend zu berichten und so weit es möglich ist allen Interessen Rechnung zu tragen.

Nr. 222

Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag-. - Beilagen: viermal wöchentlich SlebenerZamilienblätter; KDttmal wöchentl.Nreir-

<rt1füröenKreis6ie6tn lDienstag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Seitfrageu Fernsorech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse tüt Depeschenr Anzeiger Gießen.

steht durch einwandfreie statistische Nachweisungen test, daß bo Proz. aller in Deutschland hergestellten Zigarren sich im Preise bis zu 6 Psg. bewegen, und daß davon wieoeruin der größte Teil nicht über 5 Psg. geht. Tie Fünfpfennig-Zigarre ist aber heutzu­tage, waS früher die Trei-Psennig-Zigarre war, nämlich die Zigarre des armen Mannes.

ES ist selbstverständlich, daß eine Zigarren-Banderolestener die diese große Masse der in Deutschland hergestellten Zigarren so gernig erlassen wurde, daß ein Anischlag nicht möglich iväre, für die Rcichskassc kaum einen nemicnciverlen Betrag embringen könnte, da doch die übrigen 15 Proz. iiicht Io hoch besteuert werden dür'en, daß die Steuer eine proh'.bittvc Wirkung haben würde. Wenn aber die Zigarren-Banderolestener so avgestuft würde, daß dre Fabrikation gezwungen wäre, bei der Herstellung der Fünf- pfeiinig-Zigarre den Preis so zu kalkulieren, daß sie im Handel auch nur um 1 Pfg. teurer würde, so wäre da4 eine sehr erheb­liche Belastung weiter BevölkerungSschichten, welche die 5 Psg.- Zigarre rauchen.

WeShalb railchen denn diese vielen Teiitschen nicht beute schon eine bessere Zigarre zu einem höheren Preis? Tas koinmt ein­fach daher, dau ihnen ihr Einkommen das nicht gestaltet. Gerade der Tabak ist ein Gennßinittel, das in der Entwickelung derTabak- nidustrte jahrauf jahrab ganz genau der lluivenhnic der steigen­den oder sinkenden Volksivohl ahn folgt. Gehen die Geschäfte gut, |o daß die Kaustrast des Volkes steift, so meint sich auch der Konsum von Tabak; gehen die Geschäfte schlecht, so geht er als­bald zurück. Die breite Masse des Volkes, die durch Verteuerung vieler notwendiger Lebensmittel und VerbrauchLartikel durch Zölle und Steuer schon recht erheblich belastet ist, empfindet diese Be­lastung ui den letzten Jahren infolge der allgemeinen Teuerung in dem Maße drückender, als eS nicht gelingt, durch enisprechende Lohn- und Gehaltserhöhungen die Teuerung auszngleichen. Man ivird also zngeben müflen, daß eine Verteuerung deS Ranch- genusses, der manchem eine schwer entbehrliche Befriedigung emeö durch Gewohnheit zwingend geivordenen Bedürfnisses darbietet, der breiten Schicht der Bevölkerung nur dann zngemutet werden dürste, iven» es keine anderen Mittel und Wege gäbe, die Bedürf­nisse befl Reiches zu befriedigen. Die große Masse des deuischen Volles verbraucht ihr Einkommen vollständig. Eine Besteuerung ihres Verbrailches ist also eine Besteuerung ihres Einkommens, und man sollte sich vor einer solchen 'Maßregel um so mehr hüten, ivcnn gleichzeitig an dem Einkommen der oberen Zehntausend wiederum schonend vorbei gegangen iverden soll!

Es stehl einwandsrel fest, daß das deutsche Volk im Jahre 1893 für Zigarren allein Mk. 5.71 für einheimische Fabrikate und Mk. 0.23 für importierte Fabrikate, zusammen also 'Mk. 5.94 pro Kops der Bevölkeriing und im Jahre 19>?8 Mk. 6.4s für einheimische Fabrikate und Mk. 0.14 für importierte Fabrikate, zusammen also All. 6.56 pro Kops der Bevölkerung ausgegeben hat. In den zehn Jahren eines beispiellosen ivirtschastlichen Aufschwunges betrug also die Zunahme der Ausgabe des deutschen Bolles für Zigarre,i- verbrauch 62 Pfg., al'o bnrchschnntl.ch jährlich <,2 Pfg. pro Kopf der Bevölkerung und mm soll, ivcnn die Annahme richtig ist, daß die Zigarren-Banderolestener 80 Millionen Mark aufbringen soll, das deutsche Volk zii einer Zeit der ungünstigsten wirtschaftlichen Verhältnisse nut einem Schlage doppelt so viel mehr au5flcbenf alS cs seine Ausgabe dafür in zehn Jahren der höchsten wirtschaftlichen Blüte gesteigert hat. Mau muß schon ein Tabaksteuerjanatiker fern, nm zu glauben, daß dies möglich ist. Tie Folge der Steuer- erhöhilng wurde viclinehr em entsprechender Rückgang des Ver­brauches mit den entsprechenden Arleiterenllassungen sein, während gleichzeitig das erträumte Mehr für die Reichskajse iuic bei der Fahrlartemteuer anSbleiben ivürde. Mau hört mitunter von freunden der Tabaksteuer sagen, daß man nirgends billiger und besser rauche als im Deutschen Reiche. Ja, ist denn daS cm ver­nünftiger Grund, die deutsche Zigarre zu verteuern ? In den anderen Ländern, ivo die Zigarre teurer ist als bei uns, sind doch iviederuni andere Tinge um vieles billiger als bei uns.

25 Jahren über die Grenze geworfen habe. Für den zentral-* ausschuß für innere Mission sprach Pastor Scheffel, für die Zcn- tralfteUe für öffentliche Bolkswohlsahrt Tr. Kaup Berlin. Gluck-- wünsche mehrerer Großlogen des Guttemplerordcns und Ver­einigungen vom blauen Kreuz wechselten mit solchen des Bundes deutscher Frauenvcreine (Frau Professor ÄtuFcnberg, Kreuznach), des deutschen cvangel. Frauenbundes und des Bundes der abstt- neiUen Frauen. Es folgten Ansprachen der Vertreter des Vater­ländischen Frauenvereins, der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, des Vereins für Volkshygiene, des Verbandes der Eisenbahnvereine der preußischen und der Reichseisenbahneii, des Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen (Frl. Schäfer, (Siehe n), des Kasseler Lebrervereins und des Kasseler evanacl. Arbeiter­vereins u. a: Besonderes Interesse erregten die Aussührungcn des Grasen Starzinsü) aus Petersburg, der die Glückwuniche des russischen Tcmpercnzkomitees überbrachte. Die von dem R«.dnci vertretene Orgainsation hat 3900 Wirtschaften eröffnet, wo völlige Abstinenz beobachtet wird; im letzten Jahr verkehrten dort 80 Millionen Besucher. In der Zeit, in der die Sck-eidewände zwischen den einzelnen Reichen und Völkern immer mehr schwinden, muß gegenseitig Hilfe im Kampf gegen den gemeinsamen Feind dep menschlichen Gesellschaft Motto teder sozialen Arbeit sein.

Der

Kongrefe der Merparlamentarischen Union in Berlin 4t am Samstag mittag mit Ansprachen des Frhrn. von plener und des Prinzen zu Scl)önaich-Carolath geschlossen worden. Der interparlamentarische Rat beauftragte Lord Deardale, sich mit der kanadischen Regierung über die Frage )er Einberufung des nächsten interparlamentarischen zlvn- zrcsses nad) Kanada ins Einvernehmen zu setzen. Tie desini- .ioc Festsetzung von Jahr und Zeit der nächsten Konferenz ,leibt jedocl) Vorbehalten.

Auf dem Bankett, das Freitag abend aus Anlaß ter IO. interparlamentarischen Friedenskonferenz im Zoo­logischen Garten veranstaltet wurde, nahmen Delc- zierte aller auf der Zloiderenz vertretenen Staaten zu Trink- jprüchen das Wort, in denen sie übereinstimmend ihre Ge­nugtuung über die dem Fricdenswerk durch die Konferenz zuteil gewordene Förderung, sowie ihre Anerkennung und ihren Dank für die ihnen erwiesene deutsche Gastfreundschaft en herzlick-en Worten zum Ausdruck brachten.

Reichskanzler Fürst Bülow hatte die Mitglieder des interparlamentarischen Kongresses mit ihren Damen ein* geladen, den Samstag nachmittag bei ihm zuzubringen, 'dei dem schönen Wetter gestaltete sich der Empfang zu einem cilartensest, doch loaren auch die bekamilen Empfaugsräume ccä Kanzlerpalais den Besuchern geöffnet. Im ganzen eiKiren über 1600 Pepsonen, darunter etwa 360 Damen, geladen. Der l)ieichsmnzler empfing seine Gäste mit ge­lohnter Liebenswürdig leit. Inmitten einer größeren /nippe hielt gegen Ende deS Festes unter einer der mäch­tigen Eicl-en des herrlichen Partes auf Beschluß der eng» ! ifchen Sektion des Kongresses Lord Wear da le eine An- wrachc an den Reichskanzler, in der er seinen Dank aus- -pvach für die vorzügliche Aufnahme, die alle hier gefunden .lütten, besonders auch für die freundlichen 3Lorte, die der Kanzler bei der Eröffnung des Kongresses geäußert habe, uir dankte ferner für das Interview, daS der Kanzler dem /englischen Journalisten Sidney Whitman gewährt habe, was li ganz England mit Befriedigung gelesen worden sei. Ter □ebner fügte hinzu, daß 99 Prozent aller Engländer die <11 (erbefielt Beziehungen zu Deutschland wünschten. Tie Rede n>urde von den Umstehenden wiederholt mit Kundgebungen | lebhafter Zustimmung unterbrochen. Ter Reichskanzler ant- > ödete in englischer Sprache: tr freue sich sehe, die Herren Lei sich zu sehen; er tönne von feiten des Kai fers und des iiiuitschen Volles wie von seiner eigenen Seite versichern, riaß wir nur beabsichtigen, die alleroesten Beziehungen zu England zu haben; er hoffe, baß bie Kongreßmitgliebcr sich hier von biefer guten Gesinnung überzeugt hätten unb | Ick) wohlgesüylt haben möchten. Uebrigens bebauere er, t» er lein besseres Englisch spreche. Auch biese Rebe irurbe mit lautem Beifall ausgenommen, ber Schlußsatz würbe mit heilerem Protest begleitet. In einem längeren (»espräch mit Alexanbcr Gutschkow, bem Führer ber russi- '. Irhen Ottobristeupartei, bemerkte Fürst Bülow, er persönlich |ei ber Meinung, d. zwischen Rußland und Deutschland imir solche Mißverständitisse bestehen, wie sie stets bcsei- tngt werden können Zum Beweise dessen führte ber Reichs­kanzler ben Umstand an, daß weit über WO Jahre zwischen I d kn 9cachbarländern Deutschland und Rußland kein Krieg | iLattgefuuben hätte.Aber in ber Vergangenheit hat man ö och viel von einem oeutsch-russischen Kriege gesprochen, Durchlaucht!" bemerkte Gutschlow.Aber es blieb auch nur Ab ei diesen Gesprächen!" criuibertc ber Fürst. Gutschkow I stellte bann dem Fürsten die im Garten anwesenden Duma-

MM jfff. xr-w DezugSpret»:

v pr monatlich 75 Pf., viertel-

Eichener Anzeigers General-Anzeiger fOr Gberhesien bisDo^ü?a9g1ni0Uf) Rotationsdruck wnöVerlag dervrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Lchuiftraße 7.

Zubiicium8versamm!ung des deutschen Vereins gegen den rMgbiauch geistiger Getränte.

(Lriginalbeilrag desGieß. Anz.")

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Kassel, 18. Sept.

Einen erhebenden Verlauf nahm die von Über 1000 Per­sonen besuchte Begrüßungsversammlung, die am Diens­tag abend in dein großen Stadtparksaal stattsand. Die Ver­treter von 22 örtlick-cn und auswärtigen Vereinen und Ver­bänden brachten dem Iubelverein Gruß und Glückwunsch dar. Wohltuend berührte bic Wahrnehmung, baß ihm Sympathien von allen Seiten ohne Unterschied der Konfession cittgegengebracht