Nr. 116
Zweites
Blatt
Montag 18. Mar 1908
Erscheint tSgttch mit Ausnahme des Sonntags.
158. Jahrgang
Redakteur des „Taunusboten" Fr. Passauer- Homburg. Tas Bild des Kaisers erhielten der Tirektor des Kaiserin Friedrich-Gymnasiums Geheimer Regierungsrat Schulze-Homburg.
Der Kaiser hat den beabsichtigten Besuch beim Grafen Görtz in Schlitz, wie verlautet, abgesagt.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: HZ 2Lt..2ldruAnzeigerGießen«
Die ^Gießener ZamtltenblSNer- werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblott ffir den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Dre „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Giefzener Aonzertverrein.
R e u nteS Konz c t t.
Llammermufik - Matinee.
Schlägerei vor der Grazer Universität-
Anläßlich der Proinotion eines katholischen Studenten in Graz erschien der Abg. Heyhenhofer mit 200 Bauern in der Universität. Es kam zu einer wüsten Schlägerei zwischen den Bauern und den Studenten, wobei mit Fällstcn, Stöcken und Regenschirmen lcsgeschtagen wurde. Der Rektor ließ die Promotion absetzen; alsdann fam es zwischen der Wache unb den Bauern z u einem Z u s a m m e n st o ß. Die Wache konnte sich nur mit der blaiiken Waffe gegen die Angriffe der Bauern verteidigen. Auf beiden Seiten gab es einige unerhebliche Verletzungen. Die deutsch-nationalen Studenten veranstalten einen Demonstrationszug durch die Stadt. Wie die „Reue Freie Presse" zu dem Vorfall mitteilt, handelt es sich um die erste Promotion eines Mitgliedes der studentischen Verbindung „Carolina", die in vollem Wichs erfolgen sollte. Da die deutschnationalen Verbindungen bisher den Carolinen das Recht, Schläger zu tragen, bestritten, hätten die Klerikalen eine Störung der Promotion von dieser Seite besorgt und seien Bauern den Carolinen zu Hilfe gesandt worden.
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politische Sagesschau.
Die Feuerbestattullg in Preußen.
Zu dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in der Frage der fakulativen Feuerbestattung hat die Negierung selbstverständlich noch keine Stellung zu nehmen vermocht. Wie jedoch an unterrichteter Stelle erklärt ivurde, muß man sich darauf gefaßt machen, daß die kirchlich gesinnten Kreise und gleich diesen die Kirchenbehörden ihre niehr oder weniger ausgesprochene Gegnerschaft gegen die Feuerbestattung nunmehr wieder lauter und sehärfer betonen werden, als es in der letzten Zeit der Fall >var. Wie sich die Sache weiter entwickeln werde, lasse sich gar nicht voraus- sagen, und niemand sei dazu augenblicklich im Stande. Es sei daher nicht ausgeschlossen, daß das gesamte Staats- ministcrilun sich mit der Frage befassen werde.
Ausland.
Kreta. Tie italienische Regierung l)al die Zahl der itali-- nischen Truppen aus Krcra bereits aus ein Bataillon reduziert. Dieses Bataillon wird als lebte Abteilung der internationalen Truppen die Insel verlassen, d-a es in sttmea in Garnison liegt, wo sich der Sitz der Regierung befindet.
Mehrere Bürgermeister aus S ü d d e u t s ch l a n dl sind zur Besichtigung Londons und seiner Einrichtungen in der englischen Hauptstadt eingetroffen und von dem Präsidenten deri British Nunicipal Society, Lord Lyvedon, empfangen worden.।
Gin englisch-französischer Handelsvertrag. , Der Londoner französische Botschafter bat an die britische Regierung förmliche Vorschläge über den Abschluß eines englisch-französischen Hanoelsvertrages gemacht. Ein vorläufiger Meinungsaustausch hat bereits zwischen dem. Staatssekretär Sir Eduard Grey und dem französischen Handelsminister Cruppi stattgesunden. Als Correlat des englisch-französischen Handelsvertrages wird offiziell auch jenseits und diesseits des Kanals lebhaft das Zustandekommen einer Herabsetzung! das Brieftariss auf ein Penny und die Herabsetzung der Telegramm-Gebühren angestrebt.
Der Erbprinz von Monacco wurde am Samstag von betrunkenen Studenten mit Steinen beworfen, als er im Automobil einen Ausflug in die Nähe von Nizza unternahm. Ter Erbprinz ließ den Wagen halten und ging den Angreifern zu Leibe. Er richtete zwei von ihnen mit Faustschlägen übel zu.
Ter Herzog von Harcourt ist am 17. Mai in Penig gestorben.
Pariser G e m e i n d e w a h l e n. Nach der endgültigenFest-. stellung des Ergebnisses der Gemeindewahlen gewinnen die Republikaner die Mehrheit in 25 Hauptorten. Von allen Gemeinden JrAntreichs ausschließlich des Seine-Departements werden die Republikaner endgültig die Mehrheit in 1984 Gemeinderäten haben.
Ter VvrstaM» des Internationalen Bundes bet. Landwirtschaftlichen Genossenschaften tagte am 15. und 16. Mai in Luzern unter dem Vorsitz des Generalanwalts- Geheimrats Haas-Tarmstadt. Vertreten waren Teutschland, Italien, Oesterreich und die Schweiz. Der nächste Bundestag findet, auf die Einladung Italiens am 23. und 24. September in Piacenza statt.
Bei einem Rekognoszierungsritt gegen dem Khapakpaß wurden zwei Schwadwnen des 21. Lanecrregi- ments aus dem Hinterhalt überfallen. Sie verloren zwei. Mann. Eine Schützenabteilung säuberte den Paß von den Eingeborenen, die sich ohne weiteren Kämpf zurückzogen, und der Vormarsch konnte fortgesetzt werden. Ties ist der erste Zu-j 1 am men ft ob in der neuen Stra s e x p ed t l r o n gegen die Mohmands. Die Regierung erließ eine Proklamation^ in der sie erklärte, daß nur die Stämme, die britisches Gebiers
für Klavier und Violoncell von Mozarts Sohn nicht. Wolfgang Amadeus Mozart der Jüngere soll seiner Zeit ein recht tüchtiger Musiker gewesen sein, als Komponist hat er aber nicht viel von feinem berühmten Vater. Die gestern gespielte Sonate weist ja manche hübiche Stellen auf, aber ihr fehlt es leider auch nicht an Trivialitäten. Vor allem fehlt ihr das Göttlich - leichte und Graziöse. Recht ansprechende Stellen fanden sich vor allem im zweiten Satze und im Allegretto.
Reich an Schönheiten waren die eingangs erwähnten beiden Trios von Schumann und Beethoven für Klavier, Violine und Violoncell. Es ist schwer, Vergleiche zwischen beiden zu ziehen und es ist noch schwerer, die einzelnen Schönheiten besonders hervorzuheben, denn wir haben in beiden Kompositionen eine schier erdrückende Fülle der herrlichsten musikalischen Gedanken.
Um das gute Gelingen des Konzerts machte sich insbesondere Herr Prof. G. Trautmann am Klavier verdient. Violine und Violoncell waren durch die Herren Adolf Rebner und Johannes Hegar aiis Frankfurt a. M. vertreten.
So hoch man auch Herrn Redner als Geiger einschätzen mag, im Zusammenspiel war er gestern nicht immer zu loben. Neben einigen kleinen Entgleisungen und Willkürlichkeiten kam die volle Klarheit des Tones nicht immer zur Geltung. Noch größere Unsicherheiten und Unreinheiten zeigten sich im Spiele des Herrn Hegar. Schade, Herr Trautmann, der sich in seiner Klavierbegleitung bei glänzender Technik größter Exaktheit befleißigte, hatte unter diesen Um» ständen eine doppelt schwierige und undankbare Aufgabe.
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— Ein vorbildlicher W a l d s ch u tz ist in Preußen von der Staatsiorstverivaltung dadurch eiugesührt werden, daß sie einzelne den Staatsiorslen zugehörigen Saldteile von naturwissenschaftlichen oder ästhetischem Werte reserviert und von jeder Bewirtschaftung ausschließt. So bleibt z. B. in der Oberförsterei Reppen in der Mark ein ansehnlicher Waldbestand mit Weißtannen, die dort urwüchsig sind, von jedem Einschlag verschont; m der Oberförsterei Soran wird ein 200jähriger Mischbestand von Kieser, Eiche und Weißbuche vom Kahtschlag ausgeschlossen. In einem andern Falle hat die Forstvcrwaltung besondere Mittel gewährt, um eine Moorfläche mit der seltenen Zwergbirke, die nicht abgetrieben werden dar» durch Ankauf zu sichern.
Delegiertentag des Bundes süddeutscher Industrieller.
In Mannheim tagte gestern der Telegiertentag des Bundes süddeutscher Industrieller. Es gelangten folgende beiden Resolutionen zur Annahme: 1. Der Verband süddeutscher Industrieller erklärt sich für eine vernunftgemäße Fortführung der Sozialpolitik, insofern als dadurch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der süddeutschen Industrie nicht behindert wird. 2. Ter Verband süddeutscher Industrieller und der ihm angeschlossene württem- bergische Jndustrieverband beklagt die Vorgänge, die zur Lösung der Vereinigung der bisher verbündeten Organisationen geführt haben, billigt aber durchaus den Austritt des Bundes aus dieser Gemeinschaft und sieht seine Hauptaufgabe darin, durch den Ausbau seiner eigenen Organisation und durch ein festes Zusammengehen mit den auf gleicher Grundlage errichteten Landesindustrieoerbänden namentlich den Einfluß der verarbeitenden Industrie, die in dem Zentralverbande deutscher Industrieller nicht die gebührende Vertretung findet, in jeder Weise zu stärken.
Das Kaiferpaar in Wiesbaden.
Der Kaiser und die Kaiserin machten am Samstag mchmittag mit dem Reichskanzler eine Spazierfahrt. Zur 'bendtafel im königlichen Schlosse waren geladen Prinz Friedrich Karl von Hessen mit Gemahlin und Botschafter £taf Wolff Metternich.
Der dritte Tag der Festvorstellungen brachte „Moers Bibliothekar". Tas Stück wurde sehr flott gespielt; die Msstattung und die Kostüme waren neu und im Stil der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gehalten. Mit b*n Majestäten erschienen der Prinz und die Prinzessin Friedlich Karl von Hessen in der Hofloge. Tas Publikum emp- 'i ng die Majestäten mit Hochrufen.
Der in Wiesbaden weilende König Leopold von Belgien empfing Samstag abend den Besuch des deut- i ch e n Reichskanzlers Fürsten von Bülow.
Am gestrigen Sonntag wurde in Gegenwart des Kaiser- L poares die neue Erlöserkirche in Homburg v. d. H. eingeweiht.
1 er Kaiser und die Kaiserin mit dem Reichskanzler und L tat Damen und Herren des Gefolges, sowie Prinz und Prin- ■ c jfin Friedrich Karl von Hessen trafen kurz vor 10y2 Uhr I uri Schlosse ein unter dem Geläute der Glocken der alten )«skirche, der Erlöserkirche und der katholischen Kirche. Die Nlerhöchsten und Höchsten Herrschaften schritten vom > Glosse aus durch den Garten zur Kirche. Unter den .'Hängen des Präsentiermarsches und der Nationalhymne K'j£)tüt der Kaiser die Front der Ehrenkompagnie ab. Der 1 itaifer trug die Uniform des 1. Garde-Regiments z. F. mit B ten Abzeichen eines Generalfeldmarschalls, Dienstanzug mit Mde n Jnterin'sfeldmarschallstab. Tie Kaiserin hatte ein blaß- I ÜCa Kostüm ungelegt. Professor Jacobi begrüßte die , Jtajeftätcn und überreichte als Mitglied des Kirchenvorstan- ■ dem Kaiser eine Adresse mit einem Album von - der v.t iche. Professor Schmechten, der Erbauer der Kirche, i .berreichte dem Kaiser den Kirchenschlüssel; der Kaiser gab 8 lljii dem Generalsuperintendenten Oberhofprediger Dr. Try- j. tnder und dieser dem Dekan Wagner, der die Kärchentür I! ([fnetc. Oberhofprediger Dr. Tryander hielt eine Ansprache ,iiD nahm den Weiheatt Vor. Während des Weihegebetes Ruhob sich die Gemeinde, und das Geläute der großen Glocke L ittöntc.
Das Innere der Kirche bot einen überwältiaend schönen iuibrud. Die romanischen Formen der Architektur, die wundervollen Mosaiken in blau und gold, der große Be- i buctstungskörper in Form eines Kreuzes von der Decke :erabhängend und das von der Kaiserin für den Altar ge- äftete mit Halbedelsteinen reich geschmückte Kreuz, ver- Kinten sich zu einem weihevollen Bilde. Unter Orgelspiel MN-d Glockengeläute verließen die Majestäten und danach ■ tie Gemeinde der Kirche. Ter Kaiser nahm den Vvrbei- Miacsch der Ehrenkompagnie ab und zog den kommandieren- j?n General v. Eichhorn in ein Gespräch. Die Majestäten ' ^ten sodann in Automobilen nach Wiesbaden zurück. Mrinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen begaben Mich nach Philippsruh, um dort an der Geburtstagsfeier der ffliaubgräftn Anna von Hessen, Prinzessin von Preußen, teil- ueiebmen.
Ter Kaiser bat anläßlich der Feier eine große Reihe ! io«ii Auszeichnungen verliehen. Den Anwesenden mcdeu diese vor der Feier in der Vorhalle der Kirche durch j len Kultusminister Holle mit einer Ansprache überreicht. \ 11. i. erhielten: den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichen- ; pinb Geheimer Baurat Professor Jacobi; den Kgl. Kronen- jhben 2. Kl. Geheimer Baurat Professor Schwechten; den Mg l. Kronencrden 3. Kl. Oberregierungsrat Petersen-Wies- iiien und der Kurator oer Universität Bonn Geheimrat k!iblbinghaus; den Roten Adlerorden 4. Kl. Dekan Wagner, Ichor a. T. Fischer-Homburg, städtischer Kapellmeister Iwan ; ZÄulz-Hoinburg: den Kgl. Kronenorden 4. Kl. u. a. der
kjitS zuletzt genannte Lied war von ganz außerordentlich ^rufender Wirkung. Auch die folgenden Kompositionen dn. Brahms und Hugo Wolf zu den Liedern von Hölty, tymb und Heyse hätten größeren Beifall verdient, als ihnen ?ft-(ün zuteil wurde. „Spielmann, willst du dir Gunst ec- mgtn, darfst du von deinem Leid nicht singen. d‘ceuoc Wc den Gästen aus, Wermut haben sie selbst zu Haus." io heißt es in einem alten Spielmannsliede, und die Wahrst dieser Worte mußte auch die Sängerin des gestrigen 'omjertes an sich erfahren: das Publikum ist bet traurigen ^cn melst undankbar. . . ,
Besonders zu erwärmen vermochte dre Sonate in D-aur
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger fiir Oberheßen
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Zwei wunderbare Perlen der Kammermusik, Schumanns Imo op. 110 in G-moll und Beethovens Trio op. 70 Nr. 1 i D-dur, gaben die äußere Umrahmung des gestrigen Kon- Huies in der Reuen 9(n(a ab. Und so wie etwa Hans Thoma Müht ist, Bild und Rahmen in einen sinnvollen, harmonischen änunenhang zu bringen und zu einem organischen Ganzen i> verschmelzen, um eine schöne einheitliche Wirkung beim ^ihauer zu erzielen, so ähnlich ivar es auch mit dem gest- tgun Konzert bestellt. EZ war eine einheitliche, etivas düstere st'mdstimmung da, etiva die Stimmung eines regeügrauen :tab|Hage§; und draußen lachte doch ein schöner, sonniger Waientag.
Zunächst die Sängerin: eine sympathische, vortrefflich ejchulte Stimme, voller Slusdrucksfähigkeit, aber der Vortrag Malt, so eisig, so unfroh. Wie im Schmerz erstarrt ist dti im Gesichte und im Wesen dieser Sängerin. Uebcr diese hiten Mienen huschte auch nicht das leiseste Lächeln, und bt Gesang macht dckch sonst die Seele frei und leicht und |!lo6, Leid und Entsagung tönte aus allen Liedern, die Frl. Harie Groß aus Pforzheim gestern sang. Recht charak- Wsch mar ja auch ihr Programm: „Der König in ^hule" ’ii* „Rastlose Liebe" von Goethe-Schubert, „Wer macht dich e» > !rank" und „Alte Leute" von Kerner-Schumann und $ i ,!Ü! Hochländer-Witwe" von Brirns-Schumann. Namentlich
General Lyautcy
wird mit einem alsbald zu ernennenden Oberkonunissac die Ausführung der zwischen Frankreich und Rtarokko vereinbarten Bestiminungen leiten. Die Befugnisse des Generals Lyauthey haben indessen eine kleine Einschränkung erfahren. Der französische Ministerrat sah sich, um gewisse Empfindlichkeit des Generalgouvernements von SUgerieii und der französischen Gesandtschaft in Tanger zu schonen, veranlaßt, ausdrücklich zu erklären, daß der Oberkonuniffar für das algerisch-marokkanische Grenzgebiet General Lyauteo etwaigen Anordnungen jener beiden Zivilbehörden zu willfahren habe. Nicht abgegrenzt würden die militärischen Befugniffe des Oberkommissars^ und des KorpSchcfs von Algerien Generals Bailloud. Für die von General Vigy unternommenen Streifzüge, bereit Ziel das Tajiletgebiet ist, wo die Franzosen sich festsetzen wollen, trug bisher Bailloud die Verantwortung. Bei der künftigen Führung dieser wichtigen Unternehmungen dürfte Lyautey eigene Methoden zur Anwendung bringen.
Deutsches Reich.
S t a a t s s e k r e t ä r D e r n b u r g hat am Samstag die Ausreise von Southampton auf dem Dampfer „Kenilworth" nach Kapstadt angetreten.
Neuer Oberbürgermeister von Mannheim. An Stelle des am 31. März d. I. verstorbenen Oberbürgermeisters Dr. Otto Beck wurde der bisherige erster Bürgermeister Martin zum Oberbürgermeister der Stadt Mannheim gewählt.
Der frühere Bezirksamtmann von Atak- pame (Togo) Geo A. Schmidt, der bekanntlich während der Kolonialkrisen der letzten Jahre Gegenstano heftiger Angriffe gewesen ist und damals, um seine Sache ungehindert durch amtliche Rücksichten versechten zu können, seine Entlassung aus dem Reichsdlenst genommen hat, ist w i e d e r in den Reichsdienst zurückgetreten. Seine Einberufung in das Reichskolonialamt zu vorläufiger Beschäftigung ist bereits erfolgt, doch ist anzuuehmen, daß Bezirksamtmann Schmidt in der nächsten Zeit wieder einen Außenposten — voraussichtlich in Deutsch-Ostafrika — erhalten wird.
Der Parteitag der sozialdemokratischen. Partei Bayerns wird am 28. und 29. Juni in München abgehalten. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die nächsten Gemeindewahlen in Bayern.
N e u e Z a h l u n g s w e i s e. Der Reichskanzler hat der' Reichshauptkasse in Bezug auf die Giroüberweisung der vierteljährl. zahlbaren Beamtengehälter der Zivilpensionen und der Hinterbliebenen-Bezüge die erforderlichen Anweisungen zugehen lassen. Tie neue Zahlungsweise ist nachträglich zum Versuch auf die monatlich zahlbaren Gehalts-- gebührnisse und Militärpcnsiouen ausgedehnt worden.
Die Mecklenburgische Verfassung. Eine vomj liberalen Landeswahlverein beider Mecklenburg nach Schwer rin einberufene Delegierten Versammlung sämtlicher mecklenburgischer liberaler Orlsver- eine und die sich daran anschließende öffentliche liberale' Versammlung lehnte einstimmig den neuen Berfass n n g s e n t w u r f ab, und sprach die Erwartung aus, daß die Regierung baldigst einen neuen, den gemachten Versprechungen der Großherzöge entsprechende Vorlage heraus- gebeu werden.
Der Kriegsschatz des Deutschen Reiches im JuliuSturm wurde am Samstag vom Staatssekretär des Reichsschatzamtes Sydow in Begleitung des Stadtkommandanten von Spandau und der dazu bestimmten Reichstags- l'ommission einer Revision unterzogen. Nach den üblichen Stichproben wurde die Schatzkammer wieder geschlossen.
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