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20. September 15
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•• Eine Gauvorturnerstu nde des GaueS Hcsien 1 irb am nächsten Sonntag vormittag 81/, Uhr in der Turnille des Turnvereins Gießen für den Gau- und Turn- uiSschuß und die zweiten Vezirksturnwarte stattfinden. Es wird dec für die BezirkSoorturnerstunden bestimmte UebungS- off besprochen und teilweise auch geturnt werden. — AuS )«n kürzlich zur Versendung gelangten UebungSplan für 1-908—09 ist zu ersehen, daß auch im konnnenden Jahre neben dem Geräteturnen auch daß volkstümliche Turnen und dir Turnspiele gefördert werden sollen. Von volkstümlichen U kbungen stehen auf dem Tucnplan Hindernislaufen, Drei- l»rung, Hangeln, Kugelstoßen, Stabhochsprung, Hochsprung itib Weitsprung, von Turnspielen Irrgarten, Diebschlagen, txdltcn abschlagen, Komm mit und Wanderball. Außer den ic.tr Bezirks- und zwei Gauvorturnerstunden ist eine Uebungs- iembe für bic Leiter von Frauenabteilungen (am 8. Nov. in Butzbach) und eine UebungSstundc zur Ausbildung und Unter- . :v nsung der Kampfrichter (am 7. März in Gießen) oor- Ik-iehen.
" Lichtbilder-Abend. Nächsten Sonntag, 20. d. M., abends 8 Uhr, findet in dem Konfirmandensaal he r Johan neSkirche ein Lichtbildervortrag über die Wirk- lenfeit der Rheinischen Mission in Deutsch-Süd- liv estafr ika statt, auf welchen alle Missionsfreunde besonders i»geiviesen werden.
** Unsere schönen Wälder beginnen schon sich litt herbstliche Farben zu kleiden, und im Gestrüpp bieten . i:e if)re letzten süßen Früchte, die Brombeeren. Tag- ligglid) sieht man Kinder mit — häufig allzu voluminösen —
Vermachtes.
* Aus der „Hrau-Rat-Biographie" der „Ingen b". Goethes Mütterchen Ivar eine sehr ordnungsliebende Haussrml und auch immer auf das Wohl anderer bedacht. Als iljr Wolfgang nach Weimar zog, mahnte sic ihn beim Abschied: „Heb dir ja deine Waschzettel gut auf — deine Biographen wollen auch leben!" — Durch üjre fröhliche Natur lvußte GoetheS Mutter
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[ einige 40 Plätze er- .ihlrechtsvorlage, für die von ten Gesetzgebungsausschüssen beider Kammern durch die Verständigung über die Verfassungsänderung die von der Re- xierung verlangte Grundlage gegeben worden ist, die Zahl der Mitglieder der Ersten Kammer durch Hinzuwahl von beruflichen Vertretern und einem Vertreter der Technischen Hochschule auf 40 erhöht werden wird. Auch die innere Ein- i ichtung des Sitzungs aales wird ganz modernen Ansprüchen .^sprechend ausgeführt werden. — Für die Iourna- l ist en war bisher auf der schmalen Zuhörertribüne nur im ganz unzulänglicher Weise gesorgt. Es steht zu hoffen, ) atz auch auf eine möglichste Verbesserung der Journalisten plätze Bedacht genommen werden wird.
Erste Kammer. Der Umbau des (Sitzungssaales der Ersten Kammer, wofür von beiden Standekam mern der Betrag von 1700« Mk. bewilligt worden war, ist ljetzt bis auf die innere Einrichtung vollendet. Die Vergrößerung des Sikungssaales ist in der Weise erfolgt, daß »as nach Osten gelegene Ausschußzimmer und das bisherige Dirertorzimmer mit hinzugcnommen worden sind. Das ^ammerpräsidium kommt in Zukunft in die Ostseite des -oaales und unmittelbar davor werden, wie in der Zweiten '.lammer, die -t-ische für die Vertreter der Negierung Aufhellung finden. Eine durchgreifende Neuerung wird die Plazierung der Kammermitglieder erfahren. Während die -icrren sich bisher an je drei Reihen kleiner bordeaurroter Tische und Sessel gegenübersaßen, werden die Plätze so ingerrchtet, daß sämtliche Mitglieder den Blick nach Präsi- 'ium und Regiernngstifchen richten. Durch den so voll- ,-)genen Umbau des Sitzungssaales wird nicht nur manchen ingst empfundenen Uebelsiänden abgeholfcn, sondern auch ir die Zukunst vorgesorgt und gewissermaßen der erste vorbereitende Schritt für die Einführung des direkten Land- i igswahlrechts getan. Während in der Ersten Kammer liisher nur 34 Sitzplätze für die Mitglieder vorhanden waren, leirb der umgebaute Sitzungssaal ----
falten, weil in der neuen Mahlr
Gefäßen zum Einsammeln der Früchte ausrücken. 1908 ist, wenigstens für unsere Gegend, ein Obst- und Beerenjahr! Auch die Brombeere bestätigt dies. Wie dicke, schwarze Kirschen lugen die schönentwickelten Früchte aus dem üppiggrünen Blattwerk hervor. Sie geben ein vorzügliches Ck lee und sind auch für Einmachzwecke begehrt. Tie nassen Tage des Nachsommer haben ihre Entwicklung kaum ungünstig beeinflußt; denn die Brombeere ist als Kind des herbstes schon an und für sich anspruchsloser in bezug auf Sonnenlicht und Wärme als ihre sommerlichen Geschwister, die Himbeere und Erdbeere. — Doch ist cs nicht ganz unbedenklich, Kinder, besonders jüngere, allein auf die Brom- beersuche in den Wald zu schicken. Zur Zeit sind nämlich auch die Tollkirschen reif und wagen sich hier und da bis ins Brombeergebüsch hinein. Sie sino wohl durch ihre glatte, glänzende Oberfläche leicht von den aus lauter kleinen Teilsrüchtchen bestehenden Brombeeren zu unterscheiden, doch sind bei Kindern, die oft nur auf Die Farbe achten, Verwechselungen nicht ausgeschlossen und kommen auch tatsächlich vor. Also Vorsicht!
X Lollar, 16. Sept. Ter Landwirt Friedrich Deibel VI. zu Lollar hat 2 Hennen, die gemeinschaftlich in einem Nest 10 Hühnchen auSgcbrütet und auch gemeinsam in friedlicher Weise aufgezogen haben. Es ist dies eine Seltenheit, die wohl nicht oft zu Tage tritt.
— Butzbach, 17. Sept. Man schreibt uns: Vor einiger Zeit trat eine in weiten Kreisen bekannte und beliebte Persönlichkeit aus dem Kreise der Lehrerschaft in den Ruhestand. Reallehrer R u m p f, der seit Gründung der hiesigen Realschule dem Kollegium angehörte und vordem an der höheren Bürgerschule und Stadtschule hier segensreich gewirkt hatte, schied aus seinem Amte. S. K. H. der Groß- herzog hatte ihm in Anerkennung seiner treuen Dienste die Krone zum Ritterkreuz des Philippsordens 2. Klasse verliehen. Seine Kollegen überreichten ihm bei seinem Scheiden eine ebenso schöne als sinnige Spende in dem prächtigen Bilde, das den die Kinder segnenden Heiland darstellt. Ein großer Prozentsatz unserer hiesigen Bevölkerung genoß seinen Unterricht und allenthalben hat man darum innigen Dank zu der wohlverdienten Anerkennung gefügt. Es war eine allgemeine Abschiedsfeier geplant, die sich gewiß des regsten Besuches der hiesigen und auswärtigen Freunde des Herrn Rumpf zu erfreuen gehabt hätte; denn nicht nur sein Amt, sondern auch sein freundliches Wesen und seine frühere ersprießliche Wirksamkeit als Leiter der Butzbacher Männergesangvereine haben ihn zu einer geschätzten Persönlichkeit gemacht. Doch sein bescheidener Sinn bestimmte ihn zu der Bitte, von einer öffentlichen Veranstaltung abzusehen. Sein reichster Lohn ist gewiß das Bewußtsein, nach besten Kräften mit an dem Wohle seiner Nebenmenschen gearbeitet zu haben. Möchten darum die Worte, die Realschuldirektor Karg bei Ueber- reichung der Erinnerungsgabe sprach und worin er Herrn Rumps noch eine lange Reihe von Ruhejahren in Gemeinschaft mit seiner Familie, seinen Freunden und Bekannten wünschte, in Erfüllung gehen! Möchte Herr Rumpf, der gleichsam ein Stück Butzbacher Geschichte verkörpert, noch recht lange in Rüstigkeit und geistiger Frische unter uns weilen.
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ihre Kinder über kleine Unfälle leicht himveg-utrösten und daraus sogar 9hlRen für sie zu ziehen. Der kleine Wolfgang hatte sich eine Beul? gestoßen, die in allen Farden Mülin . ,.iV|iid in de Spiegel, Doligangche' Ta kannst bc g. ich Studie mache für bei künftige J-art'elehr!" — Ein befreundeter Abbö sprach die BefürchNing aus, der Frankfurter Bürgcis'ohn werde >ich als Minister in Weimar sehr schnrcr trn:: „Ach was!" ries die F-rau Rat. „Tort gibts doch kein Zentrum!"
* Eine neue furchtbare Kriegs Waffe ist daS knallose Gewehr Hiram P. Maxims. Kurz vor der Mündung des Gewehrs ist ein Ventil angebracht, da-.> die (Safe, die bei plötzlicher Einweichung den Knall verursachen, all« mählich cnttueicljcii läßt. Es liegt auf der Hand, daß die militärische Verwendung eines G.welnS, das weder durch Pulverrauch noch durch einen Knall den Schutzen verrät, ganz unberechenbare Folgen haben würde. Die genaue Position des Feindes wäre nicht mehr zu erkennen. Seitens der amerikanischen Bundes-Armeeojfiziere werden die Elp.-ri- mente noch fortgesetzt Rauchloses Pulver, knallose Gewehre und Geschütze, Unterseeboote, Luftschiffe, das sind die Kriegsinstrumenie der zukünftigen Kriege.
*RückkehrdesLandratsvouUslarausSüd- we st a f r i ka. Landrat von Uslar, der bekanntlich vor zwei Jahren einem Rufe des damaligen Gouverneurs von Liude- quift nach Deutsch-Südlvestasrika folgte, um sich der Wasser- erschließung mittels der Wünschelrute zu widmen, ist mit dem Wörmann-Dampfer „Bürgermeister" in Hamburg eingetroffen. Er soll mit den Erfolgen zufrieden sein und hat die gewaltigen Strapazen und Enibehruugen, welche das Reisen und Arbeiten in Südwestafrita ihm auserlegte, gut überstanden. Von seinen Verwandten am Kai begrüßt, begab sich Landrat von Uslar zunächst nach Wandsbek.
Drittes Blatt 158. Jahrgang Samstag 18. September 1808
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