Ausgabe 
19.6.1908 Zweites Blatt
 
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4yo Uesterr Goldrente. . 4l/6 % Uesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldreute . . 4% Italien. Bente . . .

3 >6 Portugiesen Serie 1 .

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Vormittags 8 Uhr:

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Bochum Guss . . .

Buderus E. W. . .

Tendenz: fest.

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Cauada E. B. . . .

Darmstädter Bank .

Deutsche Bank . .

Dortmunder-Union C.

Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

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TeBefomscfoe; Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank lilr und Industrie, Giessen.

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Krnderkirche mt Die Atatlhäiisgemeinde. Pfarrajfislcnt 43 e cf e r.

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Elektnz. Sehuckert . . . Esehweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket*. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

Bordd. Lloyd.....

Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Hauaelsges. . . Darmstädter Bann . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . , Diskontü-Kommandit. .

Dresdner Bank . . . . Kredituktien.....

Baltimore- uud Ohio-

EisenLahn.....

Gottnardbahn . . . . . Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. btaatsuaini . . . Prince-Henri-Eisenbahn .

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Reisen. Die SBcnölfernnn des Deutschen Reichs hat sich seit 1871 nahezu verdoppelt. Die Bevolternu^szuiiahmc fonuiit rast ausschtteylich den Großstädten zu nute. So verfallen immer mehr Menschen der intensiven Arbeit, dem intensiven Gemißleben, dem nie ruhenden Vimn uud dem fomnneii Drum uud Dran der Großstadt. Die Sehnsucht, dieiem aufreibenden Getriebe nur kurze 3eit zu ent­rinnen, ist nur zn erklärlich. Der Reiseverkehr schwillt daher von Jahr zu Jahr an; selbst Personen mit dem bescheidemten Einkommeit machen ihre Sommerreise. Und mit Recht! AVer um mit Ruhe der (Lrholuiin leben zu können, muß man sich vor Antritt der Reise gegen alle Eventualitäten gerichert haben. Dazit gehört inibedingt eine Einbruchdiebstaht-Berficherung. Die Prämie dafür ist int allgemeinen kleiner als für die Fener-Persichernng, bei der Victoria ist sogar bei einer Bersicherilngsdauer von mindestens 6 Jahren die Zahlung der Prämie in Wvchenraten ztllassig. Mait sollte aber auch eine lebenslängliche Eisenbahn- und Dampfschiff - Unglück-Bersicherung nehmen. Die Victoria geivahrt diese Versicherung ans die ganze Lebenszeit gegen eine einzige Jahrespränne, die ui ^odjenrnten von 20 Pfg. an entrichtet werden kann. Bhre Versicherung gilt für alle Eisenbahnen, Straßenbahnen u. s. w. der ganzen Erde iind sür Dampfichiffe und Motorboote aus europäischen Binnengewässern. Der Preis der Versicherung ist verschivindend klein, beiragt er doch ans die ganze Lebenszeit verteilt, nur ivenige Pseninge für die Woche. Wer eine Reiie macht, kann auch noch die weirtgen Alark für diese Versicherungen an legen, zumal beide dauernden Wert haben. Denn es wird im ganzen «Zähre eingebrocheii. und nmn rährt fortwährend auf Schienen, ohne geradeeine Reise" zu machen. Cli7s

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Arrchttche Nachrichten«

Evangeiifche (yemeinöe.

A in 1. Sonntag nach Drin i tat is, den 21. Juni: Kollekte für die evangelischen Glaubens-- g e n o s j e n i in A u 2 l a n d.

Gottesdienst.

3n der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr : Pfarrajsislenr 25 e cf c r.

Zugleich Ehrisleiilehre für die Öicufonruinierten nu3 der Diarkusgetneinde.

Vormittags 9'/2 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Stadterweiterung und StadtdebauungLpläne.

Gießen, 18. Juni.

Tie hiesige Ortsgruppe des Bundes Deutscher Bodenreforincr hielt cyti Mittwoch abend im Einhorn eine öffentliche Vcr - l ammlung ab, die trotz der für solche Beranstaltungen äußerst ungünstigen Witterung sehr gut besucht war, auch Ober­bürgermeister Mecum und zahlreiche Mitglieder der Stadtver- vrdneten-Bersammlung waren erschienen. Stadtv. Henrich- Darmstadt hielt einen Vortrag über S t a d t e r lv e i t e c u n g und Stadtbebauungspläne, also ein für Gießen be­sonders aktuelles Thema. Er führte aus, daß die Bevölkerungs- vermehriing der Städte den Städten die dringende Aufgabe auf- erlege, ihnen für Wohnungsgelegenheiten zu sorgen, insbesondere auch im Interesse des Verkehrs Durchbrüche in der inneren Stadt zu schaffen. Derartige Maßnahmen erfordern viel Geld, besonders auch, weil dabei gewöhnlich frühere Unterlassungen mir mit großen Kosten wieder gut gemacht werden können. Die zweite an die Städte heranlrelende Ausgabe ist die Schaffung neuer Wohnquartiere in der äußeren Stadt. Auch hierbei werde vielfach sehr zu Unrecht in kurzsichtiger Weise gespart und haupt­sächlich damit die moderne Wohnungsnot geschaffen. Es werben zu wenig Straßen zum Bauen eröffnet und das Gelände wird zuviel bebaut. Durch beides werde die Spekulation groß gezogen, die sich immer aus das zunächst zu eröffnende Bauland wirft. Es macht dabei keinen Unterschied, ob das Gelände schon in einem Bebauungsplan liegt, was der Redner durch feine Erfahrungen in Darmstadt zu beweisen sucht. Danach ist die Ausnutzungs- Möglichkeit bestimmend für den Preis, so daß die Billenquartiere das billigste Bauland haben. Es ist unrichtig, allzu ängstlich zu sein mit der Festlegung der zukünftigen Bebauungsabjichten und auch mit ihrer Geheimhaltung. Zu einem gewissen Grade sei sie berechtigt, aber vielfach sei sie doch bedenklich. Wo es sich um eine feste Idee handelt, sollte man die Pläne herausgeben. Wenn man weiß, was man bezügl. des Bauens in einer bestimmten Stadlgegend will, soll man möglichst auch das Land zum Bauen freigeben, denn dadurch würden die Geländepreise am natürlichsten geregelt. Außerdem ist die Möglichkeit zu schaffen, zur Schaffung geeigneter Bauplätze die zwangSweife Umlegung des Geländes einzuführen, falls fich die Besitzer nicht einigen können. Tie wichtigste Maßnahme ist aber, daß die Städte selbit fich früh­zeitig das Gelände für ihre Zwecke, für Plätze usw. sichern. Tie Stadt soll sich nicht an der Spekulation beteiligen, aber durch Erwerbung eines Teils des Geländes auf die Preisgestaltung Einfluß gewinnen. Nötig ist dazu vor allem die Durchführung der erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden, wie Zwangsumlegung, Grundwertsteuer nfw. und es ist zu hoffen, daß der nächste Landtag diese Gesetze beschließt. Schließlich gab der Redner noch die Ansichten einiger Autoritäten auf dem Gebiet des Städtebauwesens bekannt: Stub­ben-Berlin und Baumeister-Karlsruhe, die etwa aus dem voin Redner entwickelten Standpunkt stehen. Der Geschäftsführer des Vereins für Wohnungsreform von Mangold ist zwar für unbedingte Geheimhaltung der Bebauungspläne, aber sür die Geländeerwerbung durch die Stadt, bezw. für die sog. reformierte private Baugelände-Aufschließung. Zum Schluß verlangt der Redner, daß nicht der Bauunternehmer, sondern die Stadt die Kästen für die Straßen, die Kanalisation usw. trage und auf die einzelnen Grundstücke verteile anstatt umgekehrt zn verfahren, um dann dazu aufzufordern, die wichtige soziale Frage der Boden­reform besser kennen zu lernen und zu unterstützen.

Nach dem mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag sprach der Vorsitzende, Stadtv. Dr. Ebel, dem atebner Tank aus. In der Diskussion führte Stadtv. 5b a n b a ch aus, er sei damit einverstanden, daß man bezüglich der Geheimhaltung der Bau­pläne und der Freigabe der Gelände nicht so ängstlich sein solle. Weiter bemerkte er, man habe hier Bebauungspläne genug, habe aber Mangel an eröffneten Straßen. Mit der vermehrten Frei- gäbe von Straßen werde man mäßigend aus die Geländepreise einwirken. Bezüglich der Einteilung des Baugeländes nach Bau zwecken stimme er dem Redner zu. Tie zu dichte Bebauung fei durch entsprechende Ortsstatutsbestimmungen zu bekämpfen. Be­züglich der Bauplatzkosten habe nmn hier natürlichere Zu stände wie in Tannstadt, da Baugelände für Villen im allgemeinen teurer sei als solches für andere Zwecke. Auch insofern sei es hier besser als in Darmstadt, als das noch nicht in Baupläne einbezogene Gelände hier weniger der Spekulation anheimgefallru

Börse, 19 Juni. Anfang sknrse.

Börse, 19. Juni, 1.15 Uhr.

91.80 | Elektriz. Lahmeyer .

Sandel.

P reußi f ch e S ch a tz s ch e i n - E m i s s i o n. Wie gemeldet wird, hat das Preußen-Konsortium beschlofsen, einen Teilbetrag von 100 Mill. Mark preußischer Schatzschetne gegen Ende -des Monats zur Subskription aufzulegen.

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katholische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag, b c n 20. 3 u n i:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit gilt heil. Beichte.

Sonntag, den 21. Juni, 2. Sonntag n a ch P f i n g st e n.

Vormittags von 61/.» Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

Militärgoltesdieust mit Predigt.

g um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre, daraus Sakramentalische Briiderjchafts-Andacht.

Landes hinaus Hot Ihre wissenschaftliche Arbeit durch Ihre an­erkannt vortrefflichen Bücher die besten Erfolge gebracht.

-^-So dürfen Sie an Ihrem Ehrentage mit voller Befriedigung ans eine segensreiche fünfzigjährige Amtstätigkeit zurückblicken Wir aber, Ihre Kiollegen, vereinigen uns mit Ihnen in dem herzlichen Wunsche, daß es Jlchen noch lange vergönnt sein möge, sicti in körperlicher und geistiger Rüstigkeit an den Früchten Ihres Le­benswerkes zu erfreuen."

** Defsentliche Lesehalle. Im Mai wurden 2327 Bande ausgeliehen. Davon kommen ans: Erzählende Literatur 1135, Zeitschriften 377, Jugendschristen 268, Vers- dichttmgen 66, Literaturgeschichte 15, Länder- und Völkerkunde 93, Kulturgeschichte 18, Geschichte und Biographien 113, Kunst­geschichte 22, Naturwissenschaft und Technoloaie 123, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtscha't 8, Gesundheitslehre 23, Religion und Philosophie 16, StaatSwissenjchast 12, Sprachwissen­schaft 4, Fremdsprachliches 11 Bände. Nach auswärts kamen 69 Bände.

** Zur Schlitz-Fehde schreibt man uns aus Schlitz, 18. Juni. Tie in Ihrer heutigen Nummer gebrachte Nachricht zum Schützer Swett aus der Kl. Pr. ist leider nicht wahr, sondern logar in manchen Einzelheiten noch gelinde behandelt. Man weiß wirklich nicht mehr, was man von dem Grafen denken soll, an dem, wie man fich erzählt, sogar die Vorstellungen seiner Töchter wirkungslos bleiben. Die Herren von hier, um die es sich handelt, waren Webermeister Kolb und dessen Schwiegervater H. Kauf­mann. Daß der Graf nach den Kunden gerufen habe, behaupten die Herren, wollen jedoch nicht gesehen haben, ob sie die Bade­gäste wirklich angegrissen haben, dies ist aber doch schließlich egal. Ebenso kann ich Ihnen die Entlassung des S?ernt Jen sch lein geborener Niddaer) nur bestätigen. Ter anonyme Brtes hänge jedoch nicht mit der Jagdsache zusammen, sondern sei schon früheren Datums, was er enthält, weiß bis jetzt niemand. Herrn Jensch fei er nicht vorgelegt worden. Neu, und in der Kl. Pr. nicht mitgeteilt ist, daß man Herrn Jimsch aufgesordert hat, innerhalb 6 Wochen die Stadt zu verlassen, es würde ihm in diesem Falle eine Gnadenpenston bewilligt werden. Laß er dies nicht tun wird, ist selbstverständlich, wie ich erfahre, hat I. schon Schritte zu seiner Rechtfertigung getan und es dürfte dann wohl ein Pro- zeßsall bevvrstehen. Lay sich ber Gemaßregelte großer Sym­pathie in ber Bürgerschaft erfreut, ist nicht etwa eine Folge der Spannung, die zwischen Graf und Bürgern herrscht, dies möchte ich hier besonders konstatieren. Auf eine Anfrage des Abg. Osann über die Angelegenheit in Schlitz, hat die Regierung ber Zweiten Kammer mitgeteilt, baß sie wegen der zwischen dem Grafen Görz und der Gemeinde Schlitz schwebenden Verhand­lungen zur Zeit nicht in der Lage sei, die Interpellation zu be­antworten. Trotz dieser Ablehnung ist die Interpellation auf die Tagesordnung der henngen Sitzung der Zweiten Kammer gefetzt worden. .Da der 'Abg. Tr. David angekündigt hat, daß er auch die Frage des Schlitzer Geldes anfchneiden werde, ist eine interessante Debatte zu erwarten.

-f- L ich, 18. Inni. Heute Nachmittag ging ein schweres Gewitter mit Hagel über unsere Stadt nieder. Ein Wirbelwind riß ui ber Ziegelgasse fünf der stärksten Aepfelbäume nieder. 21 n den Bäumen sind viele Reste abgerissen. Der Regen, der nur 10 Minuten anhielt, überschwemmte alle Straßen.

+ Büdingen, 18. Juni. Die vielumworbene Stelle eines fürstlichen Kammerdirekto rs, die seit dem Tode des Herrn Korell erlegigt war, ist jetzt mit Forstmeister Müller besetzt worden. Herr Müller behält die Leitung des Forstweses bei und erhält einen juristischen Beirat.

Zugleich Christenlehre tue die Neukonsirmierten aus bet Lukasgememde.

Bormittags 91/., Uhr: Professor D. Schia n.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche ȟr die Johannes- gemembe. Pfarrer Ansteld.

Abends 8 Uhr im Konfirmandensaale: Versammlung und Bibelbefprechung.

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fei. Sodann stelle er fest, daß die Stadt Gießen jederzeit be­strebt fei, selbst Gelände zu erwerben. Man könne auch darüber ün Zweifel sein, ob man auf längere Zeit hinaus Bebauungs­pläne schassen solle. Er könne es namentlich da nicht für richtig halten, wo die Stadt selbst genügend Baugelände besitze.

Bibliothekar Dr. Hepding ist der Ansicht, daß gerade mit ber Durchführung der Forderungen des Vortragenden sich eine wilde Geländespekulation geltend machen werde. Er seinerseits stehe auf dem Standpunkt der alten Bodenreformer, daß der Grund und Boden der Allgemeinheit gehöre.

Stadtv. Tr. Ebel bemerkt, daß die Forderung der Boden­reformer, den Boden in die Hand der Allgemeinheit zu be­kommen, auch heute noch bestehe, man suche dies nur jetzt in ber Form einer richtigen Besteuerung zu erreichen.

Generalagent Schmidt kann es nicht für richtig finden, daß die Stadt mit Gelände spekuliert. Wenn die Stadt durch Spekulation das Gelände verteuere, so fei das sozialpolitifch gerade so schädlich, als wenn dies die Privatspekulation tue. Die Tren­nung des Baugeländes in verschiedene Bauzonen, Villen-, Jndu- striegelände usw., sei nötig und es sei nur bedauerlich, daß es in Gießen noch nicht geschehen sei. Das eigentliche wilde Spe­kulationsgelände sei das Rohbauland, von dejfen Verwendung man noch nichts bestimmtes wisse. Auch die moralische Seite sei dabei zu beachten, daß nicht allein der etwas von der Spekulation habe, der etwas von den geheimen Planen ersahren habe. Des­halb sei er für möglichste Bekanntgabe der Bebauungspläne.

Stadtv. Krumm ist ber Ansi.t, baß man auch für Gießen zn Proz. den Ausführungen des Referenten zustimmen könne. Durch die Geheimhaltung der Pläne würden so hohe Liebhaber­preise bezahlt, daß das Bauen kleiner Wohnhäuser fast unmöglich sei. Daß die Stabt hier bic Gelänbespekulation in bestimmte Bahnen lenke ans finanziellen Gründen, könne fein Mensch be­haupten. _ Der Forderung, einen großzügigen Bebauungsplan zu schaffen, stimme er durchaus zu. Bedauerlich sei, daß der Staat die Revision der Allgemeinen Bauordniing so lange hinauszöge. Ten Verkauf von städtischem Gelände sehe er durchaus nicht gern, viel lieber würde er sehen, wenn die Stadt das Gelände in Form des Erbbaurechts hergebe, das werde auch zur Gesundung des Baugewerbes beitragen. Besser als die sog. Geheimhaltung der Pläne sei bic_ vollste Oesfentlichkeit, man lege sich damit aus jcöc Einzelheit fest, aber einen großzügigen Bebauungsplan mühe man schaffen.

Oberbürgermeister Mecum verwahrt sich dagegeil, daß irgend jemand etwas von geheim zu haltenden Plänen erfahre. Auch er danke dem Redner für seine Ausführungen, wenn er auch nicht mit allem einverstanden sei. Nicht zutreffend fei es, wenigstens in Gießen, daß mit der Aufnahme eines Gebietes in den Be­bauungsplan Nicht der Speuklation der Weg gebahnt werde. Auch für Gießen bestehe ein weitsichtiger Bebauungsplan, was von Bebauungsplänen veröffentlicht werde, passe fich in diesen Plan ein. Daß ber ganze Plan Nicht veröffentlicht wirb, hänge mit ben besonderen hiesigen Verhältnissen zufainmen. Durch die Nicht­veröffentlichung des Bebauungsplanes fei es möglich gewesen, eine Masse Gelände, namentlich auch Straßengelände, billig zu erwerben. Deshalb sei es bedauerlich, daß man die Mittel des Stadterweiterungsfonds so beschnitten habe. Der Stadterweitc- fonds habe bis letzt Millionen erfordert, der Buchwert des erworbenen Geländes sei etwa ebeiisoviel, aber man habe bis jetzt etwa 1 Million verdient. Daß nicht mehr Straßen ausgebaut würden, liege zum großen Teil daran, daß die Bebauungspläne vom Ministerium zu spät genehmigt würden. Der Bebauungs­plan für die Schwarzlach sei jetzt noch nicht genehmigt, und cv werde jetzt einfach mit dem Ausbau mehrerer Straßen be­gonnen werden, ohne die Genehmigung abzuwarten. Baurat Stubben gehe bei seinen Vorschlägen von preußischen Verhält- mssen aus, bei uns seien die Verhältnisse infolge der anderen gesetzlichen Bestimmungen ganz anders. Durch die Geheimhaltung der Bebauungspläne könne sich die Stadt den Wertzuwachs in höherem Maß sichern, wie dies durch den Wertzuwachs der Fall sei. Mit seinem Antrag, dem Erbbaurecht hier in größerem Maß Eingang zu verschaffen, habe er bei den Stadtverordneten kein Glück gehabt, in einzelnen Fällen sei feine Anwendung durch­geführt. Es sei nur da vorteilhaft anwendbar, wo die Stadt größere znsamincnhängende Komplexe besitze. Der Ausschluß von Gewerbebetrieben in bestimmten Gegenden durch OrtSftatut fei nach dem Gesetz nur möglich, soweit |ic unter § 16 der Gewerbe­ordnung fielen. Hiervon habe die Stadt nach Möglichkeit Ge­brauch gern ad) Lj Schon 1901 hatten die Städtebürgermeister die Einführung einer lex A dick es für Hessen beantragt, aber bedauer­licherweise habe die Ri'gierung bis jetzt noch nichts in der Sache getan.

Rechtsanwalt Raab vermißt bei den Bestrebungen der Boden- resormer die Rücksichtnahme auf den ererbten Grundbesitz. Er sei der Ansicht, daß die Frage des Gießener Bebauungsplans erst dann entschieden werden könne, wenn über die zukünftige Gestaltung der Einführung der oberhessischen Bahn Klarheit gc- chaffen sei. Die Bodenpolitik der Stadt Gießen erscheine ihm nicht ganz cinwandftei. Das Verlangen nach der Schaffung von baureifem Gelände fei berechtigt, aber es genüge nicht, um die Verhältnisse zu bessern.

Aus der weiteren Diskussion ist die Aeußerung des Ober- bürgerineisters Mecum bemerkenswert, daß bei der seinerzeitigen Ausarbeitung des Bebauungsplanes für den Nahrungsberg keinerlei Rücksicht auf die Interessen eines einzelnen Grundbesitzers genom­men worden sei. Die Namen der betr. Besitzer seien zum weitaus größten Teil weder ihm noch Stadtbaumeifter Braubach bekannt gewesen.

Nach einem Schlußwort des Vortragenden schloß etwas nach 12 Uhr die sehr anregend verlaufene Versammlung.

2) Preis der Stadt Frankfurt: Willy Poege auf Mercedes (Nr.44>- 3) Preis der Stadt Lübeck: A. Paul, Geller aut Adler (Nr. 87;; 4) Preis der Stadt Köln: L. Ziinnieriii, v. Lengerke auf Benz (Nr. 135); 5) Preis des Frankfurter Autoinobilklubs E. Löhr auf Adler (Nr. 86); 6) der Stadt Kiel: E. Ladenburg auf Benz (2ir.26>- 7) Preis der Stadt Hamburg: A. Hooch auf Hooch (Nr. 136) 8) Preis der Stadt Hannover: Tr. Stoeß auf Hoch (Nr. 139); 9) Preis der Stadt Bremen: Jochems auf Aiereedes (Nr. 42 ; 10) Stellinpreis der Vereinigten Benzinfabriken Llltona: B.Flinsch auf Mercedes (Nr. 41). Für die Schnelligkeitsprüfung m der Ebene: 1) Preis der Prinzessin Heinrich : F. Erle auf Benz (Nr.63); 2) Preis des Großherzogs von Niecklcnburg-Strelitz: Willy Poege auf Niereedes ('Dir. 44 ; 3) Preis des Verkehrsvereins der Stadt Kiel: A. Paul, Geller auf Adler (Nr. 87). Für die Schnelligkeits- Prüfung im Bergfahren: 1) Preis des Großherzogs Ernft Ludivig von Hessen: F.> Erle auf Benz (Nr. 268); 2> Preis der Erbvrinzessin von Sachsen-Meiningen: W. Poege am Mercedes (Nr. 44); 3) Preis der Stadt Trier: A. Paul Geller auf Adler (Nr. 87). Spezialvreije: Preis für den beslbewerleten Wagen deutschen Fabrikats und falls dieser der Sieger ist, für den zweii- beften deutschen Wagen, gegeben von der Großherzogin Aiutter von Mecklenburg-Schwerin: W. Poege auf Mercedes; Preis des Kölner Auiomobiltlubs für den Wagen, der in einer Herkomer- Konkurrenz feinen Preis erhalten hat und ferner m der Prinz Heinrich-Fahrt, weder der ersten noch in einer der Echnelligkeits- puihmgen, einen Preis erhalten hat: L. Zimmer:, v. Lengerke auf Benz (Nr. 135). Preis für den Klub, für den der Besitzer des siegenden Wagens fahrt, gegeben vom Großherzog von Ntecklen- burg-Schwenn: Rheinischer r'lutomobiEKlud.

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Zollfrei! Muster au jedermann!

alt Seidenfabrikt. lienneberff, Zürich.

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Die Prinz yeinrich-zahrl. ix.

Frankfurt a. M., 18. Juni. Bei dem Ber g r e n n c n z u Bachara ch hat Erle auf Benzwagen nicht 4*/2 Minuten, sondern 57; Minuten zur Zurücklegung der Rennstrecke gebraucht. Danach wird Pöge auf Mercedeswagen absolut b e ft er.

Frankfurt a. M., 18. Juni. Heute Mittag gab der Frank­furter Automobilklub in seinem Heim aus Anlaß der Prinz Hein­rich-Fahrt em Frühstück, zu dem 43 Herren geladen waren. Es erschienen der G r o ß h e r z o g von Hessen, Prinz Heinrich von Preußen, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, ferner u. a. Landrat Tr. Ritter von Marx, Oberbürgermeister Dr. Adlckes. Tie Begrüßungsansprache hielt Eduard Engter, der Vor- ttzende des Frankfurter Automobilklubs. Ein tragikomischer Vorfall gab Anlaß zu viel schadenfroher Heiterkeit. Ein G e- ^ch t S v o l l z i e h e r hat hier auf Antrag eines Leipziger Schneiders em Rennauto gepfändet. Am Abend ver­anstaltete der Kaiserliche Automobilklub m den Räumen des Franlsiirter Hoss" das Schluß di ner, das mit der P reis- v e rt e il ung verbunden war. Anwesend touren u. a.: Prinz Heinrich und Oberbürgermeister Tr. Adickes. Nach dem Liner hielt Prinz Heinrich eine Ansprache, m der er seiner großen Freude über den Verlaus der Tourenfahrt Ausdruck gab. Er dankte den Bundesfürsten von Hessen, Nlecklenburg - Schwerin iind Lippe sowie den Hansastädten für die Unterstützung, die sie der Fahrt hätten zu teil werden lassen, ferner den Bürgermeistern der Städte, die Preise geflutet hätten ?c. Ter Redner gedachte erner der vorzüglichen Haltung des Ptiblikums, schließlich des Kaisers, des Förderers des Llutosporls, und forderte die Anwesenden au*, in ein dreimaliges Hurra aus den Kaiser einzustimmen. Der Präsident des Kaijerl. ^lutomobilkliibs, Herzog von R a t i b o r, antwortete. Er erwähnte, daß das Jahr 1908 beinahe ohne jede größere aiitomobilistijche Veranstaltung vorübergegangen märe und daß es einerlösendes Wort für den Automobilsport" gewesen ei, als Prinz Heinrich eine Toureusahrt unter besonderen Be­dingungen proponierte. Die Dankbarkeit gegen ihn, die Stütze amb Den Hort des deutschen AutomobilismuS, faßte die Versamm­lung tu em Hoch auf den Protetlor der Tourenfahrt zilsammen. Hierauf verlas der Herzog von Ratibor die Siege r. Es er­hielt : 1) P rlnz H e r n r t ch - W a n d e r p r e i s und Den Preis des Kaiserl. Automobilklubs Fritz Erle auf Benzwagen (Startnr.68);