wen» ftt sich etwa totcber einmal an earovüischern Eigen- turne vergreifen. Die Folge hiervon ist, daß ein Mann wie Castro sich die größten Frechheiten unoenraft erlauben darf. Cs macht einen recht eigenartigen (nnbrud. wenn rin europäischer Swat, rote jefc: volland, erst demütig in Washington cm fragen muß, ob es erlaubt n't, in Venezuela Genugtuung füx die neuesten Vergehen Castros zu fordern. Welche tiefe Meinung mögen dic Amerikaner wohl von Europa bekommen, wen« jetzt aus dem Haag folgendes berichtet roirb:
„Die bereits gemeldete Unterredung des am er, Lmuchen Gesandten mit dem Minister bc • Aeubien über den Mvru
flikr zwischen oen Niederlanden und ^cneiuda hatte einen sehr fimnoidMrtlidKn Charakter In der Unterredung wurde vereinbar r, oaß Amerika sich der niederländiicp.'n 'Afiton nicht wiDa> setzen werde, ivenn Diese sich au- :m.' Blockade und andere maritime Maßnahmen beschranke- In dieser Hinsicht wird Amerika der niederlänviichen Flotte volle Freiheit lassen unter der BorauS- fctzung, Daß die militarifche Besetzung von Benevrela ausdrücklich ausgeschlossen und daß ein solcher Akt als über Die guten Absichten Der mnertkantschen Regierung hinausgehend anzuschen sei- Tt: Presse ist rm großen und ganzen mit dem Ergebnis der Konferenz zwischen den beiden Iiplomut n einverstanden Ter Mrciwcr „Friesland" wird am 1. September nach Venezuela abgehen."
Glaubt man im fraag wirklich, auf dem von den Bereinigten Staaten großmütig erlaubten Wege etwas bei Castro zu erreichen ? Wie lange will Europa sich noch diese Bcvormunounq der vin: gefallen lassen, die, wie
vor einiger Zeit der Streitfall mit der Türkei gezeigt hat, sich durchaus nicht genieren, amerifanudic Forderungen in Europa auch ohne Erlaubnis der europäischen Staaten durch- zusetzen.
politische Tagesschau.
Tic Juogtürken
sind lehr rührig geworden. Das jungtürkische Komitee hat sein Wahlprogramm festgesetzt sowie ein neues Regie- rungö-system, begründet aus dem Parlamentarismus. Der Unterricht wird in der Sprache erteilt werden, die von der Mehrzahl der Bevölkerung des betreffenden Distrikts gesprochen wirb. Der Unterricht an den Mittelschulen wird in türkischer Sprache erteilt werden, desgleichen der Unter- richt an den höheren Schulen. Tie We hr pflicht für alle Untertanen ist o b l i g a t o r i s ch. Die europäische Kontrolle ist abgeschafft. Tie jungtürkische Partei erwartet zuversichtlich, im otlomanischeii Parlamente über eine große Mehrheit zu verfügen. Wie der „Dtsch. Tagesztg." von einem noch in Paris weitenden Führer mugeteiü wurde, soll die jungtürkische Partei die Absicht haben, sofort nach dem Zusammentritte des Parlaments den Antrag zu stellen, daß die Verwaltung von Bosnien und der Herzegowina durch die habsburgische Ntonarchie aufgehoben roerbe, und diese beiden Provinzen wieder unter die türlifdje Herrschaft zu stellen seien. Zu diesem Zlvede werde die turtifdjc Regierung m dem Anträge aufgesordert werden, mit den europäischen Großmächten in Unterhandlungen einzutreten. Ende August soll übrigens ein jung- türkischer Kongreß in Oknf zu dem Zivcde zusammentreten, um jid) mit den bevorstehenden Wahlen zu beschäftigen. Der Kongreß wird seine Sitzungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit abhalten. Es heißt ebenfalls, die Frage der Absetzung des Sultans werde auf dem Kongreß berührt werden.
Deutsche» Neich.
Ter Kaiser ist geftern um 11 Uhr 20 Min- im Sonberjugc Von Wilhelmshöhe nach Mainz abgereist
Kronprinz Wilhelm wird nach seiner Rückkehr von der Sommer reife in der letzten Augustnvch.' seine Tätigkeit im Ministerium des Innern itod) 4 Wochen aufnehmen und am 1- Oktober wieder in das Heer eintreten. Wahrsd>ein- tich ist eine Beteiligung des Kronprinzen an den .Uaiserinanovern. Vom L £ höbet ab wird Der Kronprinz das Kommando des 1- Bataillons des 1. Garde-Regiments zu Fuß übernehmen. Der Kronprinz Hal bisher noch kein Bataillon geführt
R eue Hanbelsvertragsverhandl u n gen stel-cn, Ivie die „B- Z." erfährt, in Den kommenden Monaten im Deutschen Reiche bevor- Zur Wiederaufnahme der un vorigen Fahre ab- gebrochenen linierl>anDhingcn mit Tänemarf werden Voraussicht^ lieh im Herbst Vertreter Der dänischen Regierung nach Berlin kommen Die Beratungen werden also nicht, wie es trüber hieß, ui Hvpcnbogcn geiühri werden. Außerdem verlautet, daß auch zwei s u dam e r i la n i sch c Republiken dem Deutschen Reich ihre Bereitwilligkeit zum Mschluß von Handelsverträgen erklärt Haben-
Zu r R e i ä> s s in a n z r e f o r m- Wie die „B. Z." erfährt, luirb der Bundesrat zur Entgegennahme der Vorlage über die Reut c inan'leform in Den lagen zwischen dem 15. und 20. September zusammentreten, da Die Fertigstellung der Vorlage im Reul sschatzann iruber nicht möglich ist Wie die „B. Z." erfährt, wird eine Reichswehrsteuer sich unter Den Reichsfinanz- reformirojeücn aut keinen Fall besindeu Man ist Dem Plane einer solchen Steuer ernftiid) nie nab.rgetr.ten, auch haben Verhandlungen -wischen Reichsschatzamt und rlriegSministerium wegen einer Ciniilhruna dieser Steuer nie stattgefunden, Verhandlungen, zu denen Der Kciegominister ohne Zweifel hätte hinzugezogen werden müssen, wenn eine Wehrsteuer demnächst dem Reichstage unterbreitet werden sollte-
3h der Angelegenheit des Bürgermeisters Dr- Schuck i ng Husum sind gestern alle Mitglieder des dortigen Magistrats und die Stadtverordneten von einem Regi.'nings- tomminar im Husumer Lanbraisumtc venwmmen worden ük*gcn die „Frankfurter Zeitung" ist das Zeiigiiisuvangsmrfahreii ein- geleitet worden. Der tercmlivortlid-: Redakteur des volitisd-en Leits, Hvmterger, wurde ber.i'.s von Dan zuständigen Amtsrichter vernommen, und vorerst .: oU Mk. Geldstrafe verurteilt, rveil er ich n eigene. Den Beriais-r bc$ ersten informatonfchen Artikels in der . Frank,. Ztg " ub i Den Fall Sd urfing vom 21. Juli ds x,s 6-1 nennen. Xie Frage o.» Richters ging dahin, ob '-Bürger- Den weitere Zioangsinaßregeln int Falle fortgesetzter iöeige- rung angcdrvht.
Gegc n Die Monisten. Jedenfalls auf Weisung Des Bautan. Laben jämütxhe Erzbischöfe unb Bischöfe Btuxrns in einem Rundfchre.ben an die Gastlichkeit das schärfste Vorgehen gegen die Mont st e n Sohlen unb Die Belehrung aller Kau-ouk.n angcorDnet. daß Diese leben Umgang nut Monisten ve»meiden. Die Gvtt^cugner (eien und Die Lehre Chnst Uetivcncn. Fein r sollen sw iede gescstrstliche Vcrbiitdmig mit Monisten abdrochen, Da sic mit Gefahr für ihr Seelenheil vev- bunden sei.
21 ti» StaSt und LauS.
Gießen, 20. August 1908.
• • Unsere Ze ppe l i n f a m in lu n g hat heute eine erfreuliche Zunahme zu wrscm neii Durch eine hochherzige Spende Der bufig n cwc rbeban r. Die 300 Mk. gegeben hat. - Bei Dieser Gclegenbeit sei mitgeteüt, Daß rotr bcab- sidingen, Ende Dieser Woche die .k^lui'•Sammlung, wie auch Vic Summlunq für Donaueschingen zu schließen. Wir bitten baher alle, Die sid) an beiden Sammlungen noch beteiligen wollen. Dies bis dahin zu tun.
• • £ cbe nDöc r le i I* u ngc u. S x. H Der Groß- berzog haben Dan Fürst na» Stolccrg W.rni, roDischcn C orr
förster Fritz Klingelhöf fer in Gedern Da' Ritterkreuz 2. Klasse des Berbienswrdens «Lhilipss des Großmutigen unb Dem Fürstlich Stolberg — erniperoDtfd'cn Rendanien Jul. Cloosin Gedern bas Silberne Kreuz bes genannten Ordens verliehen.
• • Fünfundzwanzig Jahre treue Arbeit Ein für beihe Teile ehrenvolles Arber tSjubilaum kannte vorgestern Der Maschinist Friedrich Schäfer begehen. Der an Diesem Tage 25 Jahre im Dienste des Gi c ß e n e r Brau- Ha u s e s, 3nl>abcr Adolf Tenninghosf, sieht.
— Ter hessische Hauptoerein beS Eoangel. Bundes wirb seine diesjährige (XIII.) LandeSversammlung am 27. und 28. Sept, in Nidba abhalten.
• • LokalpatriotiSmuS. Bei Vergebung der Weiß- Kinderarbeiten an dem Städtischen VolkSdab in Friedberg wurden erfreulicherweise die Arbeiten dort ansässigen unb steueczahlenbcn Firmen übertragen, trotzdem die aus- roärtige Konkurrenz wesentlich billiger war. Unseren Stadt- oälern wäre dieses Verfahren zur Nachahmung zu empfehlen.
• * Besitzwechsel. Ter Baublock an der Hamm: raße, der auf der linken Seite beS StraßcnstumpfeS gelegen ist, auf dem bie Baracken bet Stadt-Mädchenschule sich befinden, wurde von den Eigentümern Lotz Erben für 20 Mk. bet Quadratmeter an den Installateur Ehristophersen verkauft. Wie man hört, wird der Käufer noch in diesem Jahre mit Der Errichtung von Wohngebäuden auf dem Gelände beginnen, wenigstens soll der Pächter des Geländes den Platz sofort räumen. — Tie oben erwähnten Baracken sollen demnächst abgebrochen unb für die Waldschule wieder aufgebaut werben.
* * Kolosseum. »Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen 1* Nach diesem Grundsatz ist das neue Programm des Kolosseum- auSgewählt, da- reichhaltig, vielseitig und amüsant ist. Der regelmäßige KolosfeumSbesuchcr begegnet darin einigen alten Bekannten, so z. B. dem Mister Ioppo. Der nut (hier und Geschicklichkeit aus alten Lappen Bilder macht, nämlich Landschaften. Fräulein Anny Delsor singt nut deuilichet und nnmettlid) in den tiefen Lagen sehr wohlklingender Stimme einige Lieder, die frei von aller Pikanterie sind und trotzdem — oder vielleicht qe- rabe deshalb? — viel Beifall finden. Eine schneidige Sängerin und Tänzerin ist Fräulein Emmy P y r e 11 y, die ebenfalls von einem früheren Auftreten her hier bestens bekannt ift und auch diesmal wieder das Publckum zu lebhaften! Beifall binriß. Dasselbe gilt von dem köstlichen Dachauer .Der g'scheerte TI a $ P, Der einige drastUch-komische Dortrage als Oberbayer bringt unb buich feine unnachahmliche Mimik lebhanc HeiterkeitsauSbrüche verursacht. Eine akrobatische Glanznummer ist die N e u e r o-T r u v p e. Drei kräftige und gewandte Herren, bie in Parterre-Gymnastik, SaltoS u. f. w. vorzüöliches leisten. Ihnen schließen sich Frank b ’ 0 r t unb fleon hart ebenbürtig an. Sie zeigen m ihrer komischen Szene „un Schlafzimmer' neben köstlichen bcrdkomischen Sachen Bravourleistungen als Springer u. s. ro., barnnter and» Den Doppelten Saltomotiale. Eine inleiuaiioiialc Tänzerin, Fräulein Betty B e 11 e w o o b , zeigt bie charakteristischen Tänze veischiebener Nationen, bie burch bie Kostüme unb bie Begleitmusik einen fast echten Embruck machen. Ein Jongleurpaar, bie S y l p e r o S, zeigt auf seinem Spezialgebiet eine ganze Reihe hüdschei Sachen unb bringt cs sogar fertig, noch nicht bekannte Kunststuckchen zu bieten, '.'lud) eine Offizierskopislin, Fräulein S y 1 p c v a , bemüht sid) reblich um bas Vergnügen bcö Publikums, wobei sie burch ihr Aeußeres wirkungsooll unterstützt ,virb. Herr Mac Glonroy springt bann mit nie persagenbcr Sicherheit über alle möglichen Sachen unb schlägt einen sicheren Salto über mehrere Personen. Er beweist dabei mehr Gleichinulh als seine ledcnben Versuchsobjekte selbst. Ter Schluß beS Abcnbs wirb von einem recht guten VerwanblnngSkomiker, Herrn Egon P i l on , bestritten, ber in einer Reihe köstlicher Typen die Wirkiing beS Zauberwortes „bie Tluftt koniinP in unserem Volksleben zeigt unb bann mit Braooiir unb Grazie seine Geschicklichkeit als Tänzer sehen läßt.
-m. Friedberg, 19. Aug. Tiefer Tage hrt sid) hier im Saal bau ein Spezial-xricg erverein gebildet, der sid) Ka v a l l e r ic - u n d T r a i n > V e r e i n nennt. Ter Verein hat sid) die Arifgade gestellt. Die Liebe zu Fürst unD VatcrlanD, sowie Die Geselligkeit zu pflcmn. C.> sind bereits 49 Mitglieder beigetrcten. Als Mitglieoer können nur ehemalige gediente xavalleristen oder Trainsoldaten aufgc- nommcn werden. In Den VorstanD wurden gewählt als 1. Vorsitzender Gendarm i. P. Grieb, als 2. Vorsitzender Bäckernieisrer Louis Rosenschon. als Rechner Kreisamtsdicner Vogel, als Schriftführer Buchhindermeister Riederhos. — Gestern passierte ein Unglück, das exfreulichenvcise noch gut abging. Als der Spediteur Adler eine, einem hier an wesenden Zirkus gehörige Lokomobile von Dem Ausladeplatz abfahren wollte, versagte dic Bremsvorrichtung und Die Lokomobile sauste mit den davorgespanntcn Pferden Den steilen Ufaberg hinunter. Auf der Hälfte Des Berges stürzte Das eine Pferd, während die Maschine darüber l/mroegging und es tot quetschte, lief das andere weiter, bis Die Maschine zum Stehen kam. — Heute wurde das Hotel zu den Drei Schwertern zum letztenmal zwangsweise versteigert. LetztbietenDer "blieb Herr Bernhard Harras, der Bor- desitzer, mit 70000 Ttt Im Oktober v. I. wurde das Hotel für 98000 Mk. an einen Herrn Göbel aus Frankfurt a. M. verkauft, der aber nur einige Zeit das Objekt halten konnte. Als Leidtragende kommen . iele Geschäftsleute in Betracht, insbesondere Metzger und Bäcker.
fc. Aus der . etterau, 18. Aug. Roggen, Weizen, Gerste unb Hafer zeigen durchaus einen geringeren Ertrag wie im Vorjahre Tie Ernte ist 33Vs Proz- geringer wie Die in 1907. Stroh genug, Murner wenig. Durch Die emgetretenen Regenschauer ist allenthalben viel Lagerftud)t vorhanden, tveshald die Mähmaschine wenig in Aktion tritt Arbeiter werden deshalb mehr benötigt unb zur zett ist an ihnen kein Mangel, da Arbeitsgelegenheiten in den Städten momentan Dünn gesät sind. Tie Gnunmetemie läßt ein gutes Resultat erhoffen, ebenso Dic Der Zuckerrübe, ivelche Die Landwirte Der Wet- terau in diesem Jahre weniger als im vergangenen Jahre gebaut l)aben.
A Selter« bei Ortenberg, 19. Aug. Gegenwättig ist der Bau einer Chaussee hier nach Dem Sprudel in Eingriff genommen; auch bie Quelle soll einen Ucberbau erhalten. Fürs Frühjahr 1909 sind ein Babeha uS, sowie eine Restauration zur Ausführung vorgesehen. Bisher flanben enge unb weite Kreise Dem prvjektietten Bade ziemlich lau unb ungläubig gegenüber. Jetzt greift Jnteresie Platz und eS sieht zu erhoffen, baß bie Heilquelle (bet Sprudel springt 2,60 Meter hoch) endlich dienstbar gemacht werde.
X Büdingen, 19. Aug. Tic kürzlich von den Gerresheim er Glasfabriken angefaufte Glasfabrik Pübmgcn will ihren Betrieb auf bie Hälfte reduzieren, in- fvlgebesfen bo Glasmacher unb etwa 60 Hilfsarbeiter ihre Kündigung erhielten.
□ Bleiche nbach, 19. Aug. Bor 76 Jahren fand hitr Die ReligionSoeremigurig statt; Die reformierte "lrchc wurde nredergelegt. Da sie baufällig tvar, auch em gemeinsamer Friedhof würbe angelegt. Die vorhanDenen 4. enfmalt, oft künftlenfch auSgefühtte Steine, wurden meist
von reformierten Einwohnern gekauft unb zu Bauziveckem verwendet. Beim llmlrgm einer Haustreppe kam nun dieser Tage emet von diesen Grabsteinen wieder an DaS Licht. Ter Stein scheint oben auf dem Grab gelegen zu haben, ist fast 2 m lang, 1 ni breit und 20 cm dick. Tie ödere Hälfte trägt einen Halbmond, darunter ein Wappenschild nut drei Sternen; DaS Schild ist mit einem geschlosicnen Bisir und angebrachter Halskette gcziett. Auf dem 10 cm treitcn Rahmen ist folgende Cchrsit m schönen deutlichen Buch taden zu lesen: Jacet in hoc Tumulo: Christoph Sigismund villarum ohm illm. Comit: de Hanau. Nec nun Xenodoch ibidem PraetecL Natus 17. Oct, 1025, de- natus 1. April 1698. Ter untere Teil führt Den T n an; Apocal. 14, 13. Es werden an zuständiger Stelle Schnue getan. DaS Denkmal unter Schutz zu stellen.
- Ü ö d d i n g e n . 19- Aug Daß a:;(b eine voUstlndig ux- gefährliche Arbeit mit OkfaH rcrknkwit fein kann, i.igt svl. genber Fall- ein 19 luhinec üncck. irar mit dem t.iiftea bes Biehsta11eS bn» - }t- Hierbei trat i?r. eine muh äxi Die Mistpavet, bie ivJt mit einer »old, n Wiubt i. leber Den keW fuhr, i'-a«, er eine schwere Verlegung erhielt.
R. B. T a r in ft a D t, 20. Aug. (Tel Das Konzert, Das gestern aDcnD in der L a n o e S a u v |t f 11 u n g für Den Zcppc'.infonds statt!2iid, roar außerordentlich start desucht. so Daß Der mit laufenDai rorweißcr Lampions gefämuutxc Plaiaucnhain iibcrfulU war. Zu Beginn Des Mvnzcrts trug Hofsd-aujpi.ler Wagner ein .-.-.ftgebidit vor, worauf ab ber unD Hofopcrn.angcr Spemanu sich hören ließen. Ter Reinertrag Der Veranstaltung Durfte gegen 3tX0 Mk. betragen. — Von Den b Strolchen, Die am Sonntag in der Tanne ein Liebespaar überfielen, Dav Mädchen vergewaltigten und ihm v :ID unb Uhr raub tut, sind 5 verhaftet. Sie sind geftutiDig unD Haven auch zugegeben, in einem weiteren Fall ein ähnliches Beibrcdn'n vcr,ucht zu haben. Es find jüngere verheiratete Burschen, Die sid) arbeitslos herurnlreiben unb Die Umgegend unsicher in ach teil. Der sechste Beteiligte ist em 22|ahuger Pferoeknecht Philipp Sie hr uni aus Aldach (ttr. Gießen», ber flüchtig ist unb sid) wahrscheinlich nad) Frankfurt gcivanbi hat. Er ist 1.75 bis 1.8V Meter groß, trästig, blonD, tragt einen Keinen Schnurrbart unb geht nad) i-orn geneigt. Wahrscheinlich trägt er die geraubte silberne Tarnen :stcmontoiruhr oci sich.
K.-B. Tarmstabt, 19. '21 ug. Die nächste Schwur- gerichtSperivbe wirb am Montag, 28. September, ihren Anfang nehmen. Ten wichtigsten unb umfangreichsten der zur Verhanblung ko»nmenben Straffälle wirb bie Unter- schlagungSaffäre des Offenbacher Stadtrechners Greb» bilden.
w. Mainz, 20. Aug. (Tel.) Der Kaiser traf heule vormittag 8 Uhr mittelst Sonder ug auf der Hallesicllc am großen Sand ein, wo er vom Groß Herzog, Der eine stunde vorher von Bayreull) gekommen roar, dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hesicn, Der Kronprinzessin unb den Prinzen Georg unb Alexander von Griechen land. Dem komm. General l. Eichhorn, dem Gouverneur v. Goßler und dem Provinzialdirekior Freiherrn v. Cogern empfangen wurde. Die Begrüßung zwisd-en Kaiser und Großkjerzog war sehr Herzlid). Ter Kaiser trug Die Uniform seines hessischen (Des Gießener) Infanterieregiments. Sofort nad) Dem Eintreffen begannen bei herrlichem Wetter Die Truppenübungrn. Zunächst sanD ein Exerzieren des hessischen vlardc-TragonM Regiments statt und daran ansdillcßend eine größere G» sechtüübu.ig. Tic 41. Infanterie Brigaoe uilbete Dabei W* blaue, das Füsilier-Regiment v. tiervDorff Die rote Partei ivährend das Magdeburger Tragoiicr-Regiment Rr. G und bie 1. Abteilung Des Artillerie-Regiments Nr. 27 .Xramcn" auf beide Parteien verteilt roaren. An Die Gefechtsübung schloß sich eine größere Kritik an, worauf Der Parademarsch begann.
s) Marburg, 19. Aug. Tie gestern abenb vom Sommcrtl)calcr in Bab Marbach veranstaltete Je st-Vorstellung zu Gunsten beS Zeppelin-Fonds war nur mäßig defucht. Zur Aufführung kam in bekannter vorzüglicher Weife baü Lustspiel ^Renaissance" von Schünthan und lloppel-Ellseld.
Einen Rachtbcsuch beim „Hauptmann von Köpenick" schildert uns einer unserer Berliner Mitarbeiter, Herr Ludwig Binder. Er sd)reibt uns:
Es ging sehr formell zu beim Haupturann von Köpenick- Wir mußten alle unsere Marlen abgeden Tic Sd; i efter Voi^t-, eine würdige Matronc, Die in Rirdorf sein iauberhd) in 3<ip macht klagte mir über Die allzugroße Popularität ihr. 5 Bruders, ter um sieben Uhr srüh schon uujflerlogen sei Sic könne sich vor seinen Verehrern kaum noch reuen Tann suhr sie fort:
„Ein Fmpresario hatte vergeblich eine Monatc-gagc von 10000 Mark geboten. Tic Ent las jung meines -'Kuders hat Der König von England bei feinem letzten Besuch veranlaßt (!) unD Die Nachricht kam und allen ganz Überraschens- Wahrfchei»- lichlMtSeineMaiestatbeider Tafel Die'Ängel egen» heil erlcbigt ' Jetzt rechnet mein Bruver in Zewl ab und holt sich seine Uniform- Tarnt gebt er in Die RcDaNtirve» abrechnen und macht feinem Rechisamvalt eine Bistte- lieber seine Heirat ist er noch nicht ganz schlüssig. Denn wir bab« Angebote von sehr fern c n Tarne« erhalten- Tic eine, glaube ich, bringt 100000 Mark mit- So etwas will Doch überlegt fein . . .
Während wir so beim SeifeiiArinfauf plauderten, aengen T* Deiche nbv ten, Brie «träger mit Gl uckwu n f chschrriben, ErvtttßboM mit BlinnemvenDen, Deputationen mit Aschenben au.- unD ei»
Ich begab mich nun zu Frau Elise Rtcmer, Der Braut W Hauptmanns, nad) Der Fabrik, wo sic troD Des Ehrentages ihres Herzallerucbsleii an Der Trct-oauk Ueitziz Schrauoen Icarbeitris Abends gestattete sic mir, mit ihr zusammen auf Die .w.mkchr des erfcbmai Lieblings zu ivartcn- Für 7 Uhr war er angefoflt, er- wenige Minuten vor Lorfcbluß kam er und meinte. „Tic Preise heu nnch während meines Exils vornehm bcDanDcU, und so will ich mu6 ihr ercknnllich zeigen- Ich sah imr Den HelDen Des Tages evoo» näher an unD cs ivurdc mit schier unfaßbar, wie btrftr Ma« Mit bat breit vorstehenDen Bachnknocheu, Der ausarrrtebenen und zerauetschten Nase, oen weitauseinanverstehaiden Augen und dem graicnixmcn Gcftelltsausbruck bei ftinan Auftreten in Uutfor» hatte Fig.:r machen können. Nur Die Augen leuchteten in ena* gifdxm tynier und machten^ mir mit ihrem befehlenden ©laben Gehorsam Der braoen Soldaten einigermaßen crflätlid> ftxi meine Frage, was er Denn Demnicbft Dentnnen werDe, ^niworMr et humorovll: „Wenn ich noch einmal im Leben all Soldet an’trete. Dann kann ich es nur noch als Oberst tun- Um Erfolg »u ba-cii, mußte ich an Der Spitze etnev Bataillons te Öcrlut cinrnarschicren- Aber oo» kann ich dem Kotier nicht antun, nochdcin er ,etzt meine Fähigkeiten anerkannt NI- Zch roerbe übrigens Seiner Majestät noch heute an eigen» hält big es Tank schreiben scnDcn."
Eine erstaun liehe ^'etzeSvenntiiiS entwickelte der Hauttma« burch die richtige Zitierung fo viele r _ Tdirvcht*rxitagtn4*ra. daß mir als Juristen ganz schwindelig wurde Es ging auf Mitternacht, als ich mich emvahl Er Druckte mir beim ÄvschicD krof- tig Die Hand uns meinte allen Ernstes. ,.Es 'reut muh. Sie uwD ^drc ÄxMicgcn ken . it gelernt ;u yal.u Wir werde» uns als schriftsteller wehl noch häufig begegnen- Ich habe meum


