Ausgabe 
19.6.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

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Samstags Progranuuwechsel.

Die Dürmstäbter Ausstellung.

: tz g e r i il n 11 n usmufeum mißt

chen ache

136 und 156 erhielten. Es war also eine Stichv Nationalliberaleu und Zentrum wahrscheinlich.

wandte, cr bloß die gegen ihn geschleuderten Beleidigungen habe zurückweisen wollen. >Er nehme die Zurech Präsidenten an und weigere sich nicht, dafilr um ,(

Aus Stadt und Land.

Gl en, 19. Juni 1908.

** Tageskalender für Freitag, den 19. Juni, Abends Uhr Beginn der A b o n n e in e n t k o n z e r t e in Steins Garten.

Ä o l o j j e u in. Täglich LameifRinglampf.Koiikuri.euz.

Kinematographentheater. Täglich Borsiellung.

gr, h; ,, v -*» 1 55 II u. Land" undGerichts-

to»EUtaA iöuh" «»tatisnrdruck und Verlag »ervrühl'schen Univ.-L»«!- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei- Schuistratze 7.?

J-Uueigenteii. jp., lüeck.

vezugspretö: rnonatlich75 Pf.,viertel- * jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Ml. 2.viertel- jährl. auSfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokci.l5Ps^ auswärts 20 Pfennig

Berantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuille­ton und .Vermischtes* P. Wittko; für .Stadt

c die Zurechtweisung durch beit . ; .Entschuldiguns

zu bitten, baß er unabsichtlich zu weit gegangen sei. Dec Präsi­dent bedauerte lebhaft, zu einer so strengen Maßregel gegen

rna- bie

preußischen Landtages am 2 6. Juni vormittags 11 Uhr in einer gemeinschaftlichen Sitzung der beiden Häuser im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses stattfindet.

Reichsmilitärgericht. Gestern vormittag fand in Charlottenburg die Grundsteinlegung für das Reichs- militürgericht in Gegenwart des Kronprinzen und des Prinzen Friedrich Leopold statt.

F a b r i k a n t e n t o n d i t i o n. Die gestern in der Han­delskammer in Berlin zwischen den Delegierten des Bergi­schen Fabrikantenverbandes, des Großhändlervcrbandes iii Kurzwaren und des Verbandes deutscher Tetailgeschäste der Textilbranche hinsichtlich der Fabrikautenkondition geführten Verhandlungen haben zu einer grundsätzlichen Verständigung auf der Grundlage der von dem Verbände deutscher Tetail­geschäste der Textilbranche aufgestellten Einheitskondition geführt, lieber einzelne nebensächlichere Fragen soll noch in einem paritätisch besetzten Arbeitsausschuß Beschluß ge­faßt werden. An den Verhandlungen nahm der Vorstand des Warenhausverbandes teil.

Tie Vertreter aller deutschen evangeli­schen Landeskirchen traten gestern in Eisenach zu einer Konferenz zusammen. Ten Vorsitz führt Obcrhof- prediger Tr. Ackermann-Dresden.

K o a l i t i o il s r e ch t von Technikern und Kauf- leuten. Nach derPfälzischen Post" hat die sozialdemo­kratische Fraktion des bah rischen Landtages folgende Interpellation eingebracht:Was gedenkt die Staatsregie- rung zu tun, um in den Betrieben des Verbandes bayrischer Metallindustrieller angestellten Technikern und Kaufleuten die Ausübung des Koalitionsrechtes zu sichern?"

Ausland.

Der Professor des K i r ch e n r e ch t § W a h r m u n d in I n n s b r u c! ist ab nächstem Wintersemester zum Professor des Kirchenrechls an der Prager Universität ernannt.

Herabsetzung des Briefportos. Die englische Re­gierung lehnte eS ab, das Abkommen über das Penny-Briefvorto mit Frankreich allein abzuschließen, da die Geivährung einer solchen Priorität Deutschland, das die Frage ebenfalls erwäge, verletzen könne. Man beabsichtigt, den Pennytarif mit allen Staaten des Kontinents, sofern sie nicht aus Rilcksicht aus ihr Budget davon abgehalten werden, abzuschließen.

Frau Stössel. TerBerl. Lokalaiiz." meldet aus Peters­burg : Der Gattin des Generals Stössel droht ein Prozeß, weil große Summen der Port Arthur-Wohltätigkeitsgesellschaft, die sie verwaltet hatte, fehlten, desgleichen auch die Belege. Frau Stössel verwickelt sich in Bezug aus das Verbleiben der Gelder in Widersprüche.

Rußland s ü r die Russe n. Die Regierung hat den neu» gegründeten Allrussischen nationalen Verband, der unter der De­vise:Rußland für die Russen!" die Vorherrschaft der russischen Rasse innerhalb des russischen Reiches fördern und den Einfluß der fremden Völker bekämpfen will, genehmig t. Gründer des Ver­bandes ist Professor Kurlewnßti und andere Russophilen. Die Nowoje Wremja" widmet dem Verband einen langen Begrüßungs­artikel und stimmt semen Tendenzen völlig zu.

Mul ey Hafid. Ans Teiuaii kommt die Nachricht, daß Muley Hafid dtzrt gestern zum Sultan ausgerufen wlirde.

m- r.. . i, ..................

deuten der Kammer verhandeln soll, um eine ehrenvolle Bei­legung des Konfliktes herbeizuführen. Gemäß der Anforderung der Preßvertreter haben die römischen Blätter Über die Ver­handlungen der Kammer von dem Zwischenfall nicht mehr be­richtet. Im weiteren Verlaufs der Kammersitzung kam Barilai auf den Zwischenfall zurück und hob hervor, Santini habe die Journalistentribüne schwer beleidigt. Er fordere den Präsidenten auf, er solle, so wie er das ungehörige Benehmen der Presse­vertreter gerügt habe, dies auch bezüglich der Worte Santinis tun, der die ganze italienische Presse in ihren Vertretern beleidigt habe. Santini erklärte, daß, als er sich an die Journalistentribüne

auf der Äußersten Linken und auf der Journalistentribüne Un­ruhe bemerkbar. Santini rief hierauf den Journalisten ein Sch i m p f w o r t zu; die Journalisten erwiderten darauf ebenfalls mit heftigen Worten. Der Präsident forderte die Vertreter der Presse auf, die Verhandlungen nicht z-u stören, aber der Lärm hörte nicht auf. Ter Präsident ordnete die Räumung der Tribüne an und hob die Sitzung unter großer Erregung auf. Nach der Wiederaufnahme der Sitzung iprach der Präsident unter lebhaftem Beifall sein Bedauern über bm Zwischenfall aus. Die f listen, die auf die Tribüne zurückgekehrt waren, verlie^... ... Tribüne wieder, da 'Santini die Beleidigung nicht zurückgenommen hatte. Die Sitzung wurde fortgesetzt, ohne daß die Vertreter der Presse anwesend waren; sie haben beschlossen, dem Abgeordneten Santini ihre Zeugen zu schicken. Die Journalisten bestimmten durch das Los, wer dem Abgeordneten Santini seine Zeugen schicken solle. Tas Los traf den Journalisten Z a m b e l l i, der Santini durch zwei Kollegen fordern ließ. Dieser behielt sich die Antwort vor. Die Journalisten setzten sodann einen Ausschuß ein, der unter der Führung des Abgeordneten Barzilai mit dem Präsi-

g von Ulrichstein, der ueiu wlC|)CHC4, ........,ehört, nimmt sich darauf in

der Gesellschaft eines weniger origmellen Krnges höchst ehrwürdig aus. Sehr einladend ist der altväterisch geinutlidje Gefiel aus Wildnarbenleder, und die Uhr, deren Werk Otto Schmidts in (Sieben lieferte, scheint in ihrer harmonisthen, bre"behaglichen ruhigen Selbstsicherheit dazu berufen, dem Inhaber die,esÖmn erö eine ununterbrochene Reihe von nur friedvollen Stunden, einflen wie heileren, zu chlagen. Der von W i g n n d l L G r a f e ge lieferte Belenchlungskörper ist von kräftiger Einfachheit uiid fordert in seiner Ruhe verbreitenden Unansdrnlgllchkeit den harmonischen Znsammenklang der Gesamteinnchtimg dleies ZiMmerS samkeit erregt die Kohlenzeichmmg von Brand n tzruedberg, der der Künstler den NamenKampf gab S estellt einen dicke Folianten vertieften ernst sinnenden Jüngling dar, der m ^'T^LAeL^VLSProf Olbrich die Enl- tvürfe. Tas Mobiliar, prächtiges Slußbaiunholzui ^r ,Mbe ^Z braunen Schildpatt, und die Wandvertafelung Hal diebnedberge Firma v B i n d e w a l d hergestellt, und man muß ihr das Zeug msÄb«6 i&e Leistungen -u den, Besten der gun-en «u .

^üae auf beiden Seiten etwa um das Doppelte vergrößern, MelMsi, an, denen sich äußerst bequem jcrviercu lag,. Sie

(Fortsetzung.)

Auch das Herrenziinmer,m Oberhessischen Ausstellungshause, lln hell natur Eiche mit profilierten Stäben und Intarsien ans- geführt, stellte Hoflieferant Th. Brück m Gießen her.Man darf ihm zu dieser Ausstellung und den für ihn unausbleiblichen günstigen Erfolgen gratulieren", schrieb ich gestern und wiederhole diese Worte, nicht nur weil der Truckfehlerkobold daraus ein völlig unverständliches Satzungehener gestern gemacht hat, sondern weil sie auch für diese Brück'jchen Möbel und Tekoralionen durchan-- zutrefsen. Wieder aber habe ich em wenig mit Prof. Olbrich zu rechten. Ein Herrenzimmer, das doch häufig Raucher zu be­herbergen pflegt, hält man doch besser in dunkeln Tonen als m Hellen; dadurch wird auch besser die Würde des Hausherrngemaches gewahrt. Im übrigen sind die Model von gediegener -Ul) eit und angenehmen Formen. Der schone größere Bucher|chrank (der kleinere gefällt mir fast noch besser) ist innen ebenho zfarbig nnd hat praktisch verstellbare Bretter. Ein prächtiger mittelalterlicher Zunfthumpen der M e tzg e r innun g von U l r ich st ei n , Oer dem Gießener Altertumsmuseum angehort, nimmt sich darauf m der Gesellschaft eines weniger originellen Kruges höchst ehrwürdig

Deutsches Aerey.

Eröffnung des preußischen Landtages. DerStaatsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Ministers des Innern, nach welcher die Eröffnung des recht gefchniackvolle Stuckdecke fertigten Reinhard Söhne in Wellenbergen, den netten, wieder etwas reichlich groß ausgefallenen Lüster D. G em ünbt in Butzbach. Das schöne Büffet mit ge- jchnitzlen Stäben ist vorläufig noch ziemlich karg garniert, soll aber noch von Herrn. Mettenheimer reichlich bedacht werben, ebenso der Eßtisch.

Reizend ist die sich hier anschließende Loggia, deren Terrazzo- Fußboden die Gebr. D e c e c c o & Ferarin herstellten. Die m die Fenster eingebauten hübschen weißen Sitzbänke fertigte der Schreinermeister Johs. Lenz in Gießen an. Ter Garten wird wohl noch weseiitliche Verschönerung erfahren.

Ans der Küche und den zugehörigen Raumen, deren Anlage und Ausstattiing mir durchaus zweckgemäß erscheint, will ich mit die Anrichten erwähnen. Ich halte sie darum für hervorhebenSwert, weil sie den Transport der Speisen ms Eßziinmer auf die ein- jachste'und sinnreichste Art vermitteln, nämlich durch ein schtank- ailiges Gestell (gefertigt von Schremermstr. F r. D r a h n in Gießen), ein Küche»schrank, dem aber die Rückwand fehlt. Dafür hat die Wand dahinter ein Schiebefenster. Auf der anderen Seite der Wand in einem kleinen Borraunr zum Speifeziinmer steht eine zweite Anrichte (ausgesührt nebst dem meisten übrigen Mobiliar von Schreinermeister Ehr. Seyffarth in Alsfeld), von der ans schnell und heiß die Speisen ms Eßzimmer gelangen können.

Im Obergeschoß betreten wir zuerst das Elteritschlafzimmer, einen der anhennelndsten Räiime des ganzen Hauses,*slit den auch das Großhetzogspaat eine besondere Vorliebe zeigt. Tas Mobiliar ist alis grau gebeiztem Ebenholz gefertigt, mit Einlagen in Eben­holz und Perlmutter. Die Eiitwürse machte der Architekt H. Bit r g in Gießen, die Ausführung besorgte der Schreinermeister Karl M euer II in Ortenberg. Die Beleuchtungskörper, der Ab­wechselung halber originell aus Tou gefertigt, aber vorläufig noch nicht ganz komplett, stellte L. Keßler^ aus Wieseck dar, ebenso die Waschkaiinen und Schüsseln. Den Spiegel lieferte C. L. ~ e t b. Sie allesamt verdienen die ihnen allseitig zu teil werdende Aner° kennung. Tie von H ch. H o ch st e 11 e r i.t ©ieBen ßelieferte ab- waschbare Tapete ist zwar recht apart, aber das Herz--Üluster doch mehr absonderlich und bunt, als reizvoll und gefällig.

Ueberraschcnd hübsch ist das Fremdenzimmer, das der Architekt H B r a n d in Friedberg entworfen hat. Hier umfangt uns m köstlicher Einhelligkeit em zartes Hellgrau. Zu allererst fällt das Auae auf die hellgraue wuudernette Wandbespanuung, die aus der alldelitjcheli Weberei von F. Stei,l in Alsfeld hervorgmg. Sie lagert stch über den beiden Betten und ihre Mitte nimmt em seines in feiner Grazie wnndervolles Madonnenbildius von fchlichl- jchöner Mütterlichkeit em. H. Braiid ist auch der Schöpfer dieses ctaeiiaingeii Dekorationsgemäldes. Die Bettdecken zeigen die gleiche hellaraue Zartheit. Hell naturahorn ist das gesamte sehr ge- Ichinackvolle Mobiliar, das wieder nebst der kostbaren stoffdekoraiwn

die Journalisteutribüne genötigt gewesen zu sein, sie habe in die Debatte eingegriffen und da» könne unmöglich geduldet werden. Sodann sprach dec Präsident dem Abgeordneten Santini den Tank dafür aus, daß er die Rüge angenommen und eine Er­klärung abgegeben habe. Nach der Hausordnung hätte er die Journalisten während der ganzen Sitzung ausschließen müssen, aber wegen der Ilrsache des Zwischenfalles habe er geglaubt, die Kammer auffordern zu sollen, .ihn zu ermächtigen, daß cr den Journalisten den Zutritt zur gleichen Sitzung wieder aeftattc. Wenn sie indessen nicht zurückkoinmen wollten, so gehe das die Kammer und den Präsidenten nichts an. Er glaube, der Zwischcn- sall könne als vollständig beigelegt betrachtet werden. (Lebhafter Beifall.)

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Das englifch-russiche Einverständnis über das mazedonische Neform'Prvjckt

hat nach demTaily Graphic" folgende Grundzüge: Tic mobilen Kolonnen werden nicht aus der Gendarmerie mit ausländischen Offizieren, sondern aus ottomanischen Trup­pen bestehen, für bereu gutes. Verhalten wirksame Bürg­schaften gestellt werden müssen. Tie Kosten für diese zur Pazifiration des Landes verwendeten Truppen werden auf das mazedonische Zivil-Budget übernommen, wie überhaupt dieses Budget speziell für alle Kosten der Pazifizierung in Anspruch genommen werden soll. Tie Stellung des General- Gouverneurs soll durch seine Ernennung auf 7 Jahre mit Pension sichergestellt werden. Das Programm wird den Alächten sofort unterbreitet werden. Diese seien vertraulich befragt worden und hätten dem Projekt bereits zugestimmt.

der vofliefcrant T h. B r ü ck lieferte. Zwischen den Betten und vor ihnen liegen prächtige Eisbärfelle, geliefert von 21. Kretzjch in a r in Gießen. Tie Beieiichtimgskörper, Slehlämpchen auf den Nacht- lischchen, finb tüchtige Arbeiten von D. Gemündt m Butzbach, der geschmackvoll und dekorativ zum größten Teil tue elektrische Installation im ganzen Haufe besorgte. Im Wafchgarnitur - Entwurf aber vergriff fich der jo talentvolle Architekt Brand. Die hätte unter allen Umständen aus englischer Faijeuee, nicht aus blankem, hier duichaiis deplaziertem Messing hergesiellt werden dürfen, der in dieses Milieu paßt wie cm Kürassier in eines Mönches Andachtsstüblein.

Das Frühstückszimmer, daS wiederum H. Brand enhvan, enthält eines der beltgelungenen Stücke des Hauses, einen Schrank im reizendsten Empirestil, hergesiellt von zwei weltfernen jungen Meistern, Ai ctzger & Schlecht in Müuzenberg. Daß unser einsames, in die stille Beschaulichkeit der Welivcrlorenhett vei- fnnkenes Aiünzenberg zwei solche echten Künstler ihres Beru'es großziiziehen vermochte wie diese beiden Aiänner nut den wenig holden Namen, ist wahrhajt erstaunlich. Dieser Schrank i|t cm Meisterstück vollendeter stilreiner Anmut. Auch bie anbeven, von diesen Meistern hier ausgestellten Aiöbel können sich sehen lassen neben bem Besten, was bieses Hai.s birgt. Verirrt aber, wohl durch irgend ein Mißverständnis, hat sich in dieses Gemach em an sich recht tüchtiges, hier aber geradezu abgeschmackt wirkendes Ge­mälde von dem viclgewanbten H. Branb. Stellt es boch mit realistischer Eiubriuglichkeit einen müftäugigen Verbrecher bar. Was soll bei- an bicjer Stätte, un freunblicheii Friihsttickszunmer eines wohlsitilieiten Bürgerhauses!

Von bem reizcuben, nur freilich recht engen Tochterzimmerchen war schon neulich an biefer Stelle bie Rebe, imb es bleibt von ihm nur noch zu sagen übrig, baß bie beiben ganz »lieblichen Vitrinen boch allzu parallelepipebomschc Formen zeigen. ^ie hübsche Stoffbespanniiiig mit Seibenstickerelen für Stühle imb Sessel, sowie Vorhänge unb Bcttüberbccke würben von Her m a n n Bücking Söhne, Buntweberei in AIsselb, nach Entivürfen von Architekt H. Burg angeierligt, ber Spiegel von E. L. Leib, Vergolberei in Gietzen, geliefert.

Bom Dachgeschoß bieses Hauses mit feinem Altan, vor bem sich berg- unb walbuinkränzt einer ber schönsten Teile bes Groß-; Herzogtums im prangeuben Frühsommergnm ausbreitet, war schon un ersten Artikel bie Rebe. Es ist heute nur hinzuzusiigen, baß m einem ber. Zimmer Photographien von einer Anzahl ber mustergültigen,'' so echt bobenwüchsigen neuen Gemeinbcbauten an beit Wänben hängen, aus geführt von bem Gießener Kreis- bauamt, unter Leitung bes vortrerflichen, crireulicherweisc jetzt endlich von Langer, schwerer Krankheit genesenen Baurats D i c h m, als ba ftub Schulhaus- und andere Bauten aus Grüuiugcu, We itershain, Wainzlgx, Dorf-.Güll re. rc., mit per-

Erstes Blatt (158. Jahrgang Freitag IS. Juni 19V8

erscheint täglich, außer jAk a

Sonntags. - Beilagen: V jV

Gichenn Anzeiger

für di. Vtebaktion 112, WM

MM General-Anzeiger für Oherheffen

Die TaM der Herrn von Uioeden.

, Das Bemühen der Wahlmänner ober eines mandats- luststgen Politikers, irgendwie eineMittellinie" zu finden, die noch einigermaßen den Neigungen der Wahlmänner entspricht ober wenigstens einen verhaßten Gegner aus- 'chließt, hat zu großen Sonderbarkeiten Anlaß gegeben, )ie nicht geeignet sind, die indirekte Wahl als besonders rnuvoll erscheinen zu lassen. Tas Beispiel zweier Wahl­kreise, zwischen denen die Person des Generals v. Kloeben das Bindeglied herstellt, ist besonders schlagend. Im Till- kreis rechnete man 94 christlichsoziale und bünblerische M«hlmänner für v. Kloeden, 14 Wahlmänner waren ultra- nroutan, 22 konservativ und 129. rechnete man für den nationalliberalen Dr. Lohmann. Am 14. trat General v. Kloeben, obwohl er sich um das Mandat im Dillkreise außerordentlich bemüht hatte, von seiner Kandidatur zurück, ebenso der konservative Landrat Eckhardt, dafür wurde, während die Wahlmänner doch gerade für diese beiden Kandidaten gewählt worden waren, der bekannte Führer des Bundes der Landwirte Lucke aufgestellt. Der Plan kam nahe an die Erfüllung heran, aber ein paar Stimmen fielen doch anders aus, als mau gehofft hatte. Der natio­nalliberale Dr. Lohmann blieb mit 184 gegen 122 christlich- sozial-bündlerisch-klerikale Stimmen Sieger.

Der Rücktritt Kloedens wurde durch die Ereiauissc in St. Goarshauseu-Rheingaukreis-Meiseuheim erklärt. In diesem alten nationalliberalen Wahlsitz, den der kürzlich verstorbene Lotichius durch Jahrzehnte hindurch vertreten hatte, hatte sich Herr von Kloeden ebenfalls als Kandidat des Bundes aufstellen lassen. Er hatte im ganzen 56 Stim­men bekommen, während Wtitionalliberale und Zentrum

des Herrn v. Kloeden schien aussichtslos, unter normalen Verhältnissen mußte der Zeutrumsmaun oder der Natio­nalliberale gewählt iverden. Aber was geschah? Tas Zentrum ließ seinen Kandidaten, für den es 156 Wuhl- männerwahlen aufgebracht hatte, fallen und ließ gleich im ersten Wahlgange Kloeden wählen, der nur über 56 Wahlmänner verfügte. So erhielt Kloeden 206 Stimmen, Schröder (nl.) nur 132. Das Zentrum wußte aus dem Jahre 1903, daß es seinen eigenen Kandidaten in der Stich­wahl schwerlich gegen Den uationalliberalcn Durchbrachte; denn Damals hatte LotichiuS 145, Heß (Zentr.), Der auch jetzt wieder Zentrumskandidat war, 138 Stimmen erhalten. Erfolg des Ganzen: der verhaßte Nationalliberale ist heraus­gedrängt worden. Herr v. Kloeden hat sein Ziel, das Man­dat, erreicht. Tie Verbrüderung mir dem Zen­trum geschah offen: Herr v. Klocdcn zog am Tage der Wahl mit seinen und den katholischen Wahlmänncrn ins katholische Gesellenhaus zu Rudesheim: hier, wurde Das Abkommen mit Hurra begrüßt iniD besiegelt.

Politische Lagesschau.

Ein Journalistenstreik in Italien.

Ein Journalistenslrcik, das mit Dein Streik der Journalisten des deutschen Reichstages die größte Aehnlichkeit hat, ist gestern in ber italienischen Deputiertenkammer ausgebrochen. Als in dieser Sitzung bie Abgeoroneteit Barzilai und Santini über eine periönliche Angelegenheit, bie auf enige von Santini gebrauchte Sätze zurnckznsühren ist, Erklärungen auSlauschten, machte |tch