** Das Ober-Konsistorium gibt unter Bezugnahme auf einen in die „Franks. Zig."' übergegangenen 9lrhfe( der „Wormser Volksztg.", betreffend die Versetzung des Pfarr- ajsislenlcn W o e rrish of fer von Worms nach Dietzenbach, bekannt, daß für die Versetzung die angebliche national-soziale Gesinnung und Zugehörigkeit Woerrishöffers zur Organisation der Linksliberalen gänzlich bedeiitungslos gewesen sei. Die Androhung einer Versetzung auf die Beschwerde des Frhrn. v. Heyl, wie dies im "Artikel der „Wormser Volksztg." behauptet wurde, sei vom Ober-Konsislormm nicht erfolgt. Für die jetzt ein Jahr nach den fraglichen Neichslagswahl-Vor- gängen erfolgte Versetzung des Pfarrasssslenlen Woerrishoffer seien rein dienstliche Gründe maßgebend gewesen, ziimal die Verwendung Woercishoffers in WormS von vornherein nicht für längere Zeit in Aussicht genommen mar.
** Die Krisis im deutschen Flottenverein macht sich auch hier bemerkbar. Der Vorstand der Ortsgruppe, die einschließlich der körperschaftlichen Mitglieder etwa 650 Mitglieder zählt, hielt am Donnerstag abend eine Sitzung ab, in der der Vorsitzende, Amtsrichter Funk bekannt gab, daß eine Anzahl katholischer Mitglieder ausgetreten sei. Auch ein körperschaftliches Mitglied hat seinen Austritt angemeldet.
** Bei günstiger Witterung findet Anlagemusik morgen Sonntag norm. II12 Uhr in der Süd- Anlage statt. Das Programm lautet: 1. Ouvertüre zur Oper „Norma" von Bellini; 2. Valse bleue! Walzer von Margis; 3. Finale aus „Aida", von Verdi; 4. Unser Kaiser! Marsch von Hüttenberger.
** Evangelischer Bund. Der 1. Familienabend des hiesigen Zweig-Vereins findet nunmehr morgen abend in Steins Garten statt. Geh. Kirchenrat Professor Dr. K r ü g e r wird reden über „I n d e x, S y l l a b u s, E n z y- klika", also ein höchst interessantes und aktuelles Thema behandeln. Es bietet sich somit eine treffliche Gelegenheit, diese wichtigen Dinge kennen zu lernen, da es sich in dem Vortrag nicht nur um die neuesten Erscheinungen auf diesem Gebiete, sondern auch um geschichtliche Rückblicke und Begriffsbestimmungen handeln wird. Daneben werden wieder musikalische Darbietungen unter Leitung des Herrn Musiklehrers Gernhardt den Abend verschönern helfen, so daß ein reger Besuch erwartet werden darf.
** Die diesjährigen Manöver des 18. Armeekorps finden im September in dem Gelände zwischen Gießen, Marburg, Biedenkopf, Dillenburg, Westerburg, Limburg, Weilburg und Wetzlar statt. — In der Nähe von Gießen wird Brigadeexerzieren abgehalten. In demselben Gelände fand auch 1903 das Manöver des 18. Korps statt.
" Angriffe auf Schutzleute. In der Nacht vom 16. auf den 17. l. Di. brachte em Arbeiter einen total betrunkenen Mann, den er in dem Neuenweg liegend betroffen hatte, zur Polizeiwache mit dem Ersuchen, dem Manne Unterkunft zu gewähren. Als zwei Schutzleute den Betrunkenen nach dem Hastlokale führten, erschien ein der Polizei bekannter Bursche und versuchte den Beamten den Betrunkenen zu entreißen, was ihm aber nicht gelang. Der Bursche folgte nun den Beamten bis ins Haftlokal, und als sie im Begriff waren, die Türe zu öffnen, warf der Bursche mit einem dicken Stein nach den Schutzleuten. Der Stein flog einem Beamten dicht am Kopfe vorbei und an die Mauer. Der Täter ergriff die Flucht.
Verhaftet wurde gestern ein Arbeiter aus Rüd- dingShausen, welcher sich in letzter Zeit verschiedene Zech, be tügereien m hiesiger Stadt zu schi.lden kommen ließ.
X Lang-Göns, 16. Jan. Am 5. und 6. Juli feiert der hiesige Turnverein sein zehnjähriges Stiftungsfest, verbunden mit F a h n e n w e i h e. Die hiesigen Frauen und Jungfrauen haben zur Fahne eine beträchtliche Summe gespendet.
ch Münster beiLich, 17. Jan. Die E i n f ü hr un g d e r F e l d b e r e r n i g u n g ist nunmehr beschlossene Sache und die Arbeiten werden im Frühjahr mit dem Bahnbau f ß^72 7'Grünberg begomwn. 5>te Gemarkung um-
Arrs Seaot uiio tuno.
Gießen, 18. Jan. 1908.
Zur Aufklärung.
Die hiesige soziaibemotratiscpe „Oberhessische Volks- Leitung" beschäftigt sich in ihrer gestrigen Nummer mit dem Leiter des 'hiesigen städtischen Elektrizitätswerkes Stolte und dem vor längerer Zeit aus diesem Werke entlassenen Jnstallationsmeister Wille.
Zuerst wird der Kampf der hiesigen Installateure gegen Herrn Stolte erwähnt und die z. T. glänzenden Zeugnisse, die ihm von mehreren Sachverständigen gelegentlich deren Gutachten ausgestellt sind.
Nach dieser scheinbaren Belobigung kommt aber gleich der vernichtende Schlag. Herr Wille hat festgestellt, daß in der Brühl'schen Druckerei ein verkehrter Messer für den Verbrauch des elektrischen Stromes aufgestellt und der Stadt dadurch eine Schädigung von mindestens 3000 Mark zugefügt sei und zieht daraus den Schluß, daß Herr Stolte nicht auf den Posten gehört, den er bekleidet.
Die „O. V." erwähnt dann noch, daß der „Gieß. Anz." ein Eingesandt in dieser Angelegenheit abgelehnt habe.
Der Sachverhalt ist folgender: Herr Eccarius kam mit Herrn Wille, den er als seinen Ingenieur einführte, zu uns und ersuchte um Aufnahme der oben erwähnten Behauptungen als „Eingesandt" im „G. A." Das Ansinnen wurde abgelehnt mit der Begründung, daß Herr Wille ohne Erlaubnis und Kenntnis des Besitzers resp. der Geschäftsleitung im Betriebe der Brühl'schen Druckerei also unerlaubterweise, herumgeschnüsfelt habe, daß seine Behauptungen in dem Augenblick völlig unkontrollierbar seien und, daß eine Beschwerde über einen Beamten bei der vorgesetzten Behörde anzubringen sei. Es wurde den Herren gesagt, sie müßten zu dem Vorgesetzten des Herrn Stolte und zur Stadtverordneten-Versammlung das Vertrauen hegen, daß eine Beschwerde unparteiisch geprüft und sachlich erledigt werde. Wir sind der Meinung, daß die Installateure sich durch fortwährende Quängeleien und Verdächtigungen eines städtischen Beamten, dem von hervorragenden Sachverständigen, wie Direktor Telmann und Gehermerat Dr. Kittler gute Zeugnisse ausgestellt sind, in den Augen des Publikums mehr schaden als nützen. Gewiß nehmen wir Beschwerden gerne auf zur Beseitigung von öffentlichen Mißständen, möchten aber ungerechtfertigten persönlichen Anfeindungen keinen Vorschub leisten.
Wrr ersuchten sofort telephonisch den Ingenieur der in Frankfurt, der die Ausführung unserer irischen Anlage geleitet hat, zur Prüfung herzukommen. Inzwischen wurde vom Elektrizitätswerk gemeldet daß ein Beamter zur Prüfung der Stromzähler kommen nLrde. Ber genauer Untersuchung hat sich herausgestellt, daß rur Mesfung des Stromes für Den Krastbedarf allerdings ein verkehrter Zahler angebracht war. Der sofort durch einen richtigen ersetzt ist. Der Strom für Kraft wurde teils
'sätzlich sollte man sie so gestalten, daß die Reichsbänknoten «ruf Verlangen stets in Währunasgeld, d. h. in Gold, ein- gelöst werdem Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich ftir heute die Grenze von zwanzig Mark ganz von selbst. Schlimmstenfalls durfte sie hundert Mark unter fernen fUmständen überschreiten.
Ein dritter Munsch, der schon ziemlich alt ist, aber immer tviederkehrt, ist auch setzt wieder laut geworden. Er bezieht sich auf die sogenannte „Goldprämienpolitik'", die die Bank von Frankreich betreibt. Es wird behauptet, daß Frankreich einen so niedrigen Bankz-inssatz habe, weil tes den Abfluß von Gold durch die sinnreiche Einrichtung der Goldprämie zu hemmen verstehe. Diese Goldprämie bestehe darin, daß die Französische Zentralbank im Gegensatz §ur Deutschen Reichsbank Gold zum Export nicht zum Nennwerte hergibt, sondern eine Prämie, die die Goldausfuhr verteuert, von wechselnder Höhe in Mzug bringt. Dadurch werde — so sagt man — die Metalldeckung der 91oten gestärkt, und der Diskont bleibe niedrig. Diese Darstellung rst nicht richtig. Man übersieht, daß Frankreich trotz bei Suspension der Silberprägungen noch gesetzlich die Doppelwährung hat. Das französische Volk ist im Gegensatz zum deutschen an Silberkurantgeld gewöhnt. Frankreich Hal einen kolossalen Silbervorrat mit voller Zahliraft. t£r wird auf das 9 fache des deutschen und auf das 4 fache desjenigen der Deutschen Reichsbank geschätzt. Die Bank von Frankreich löst ihre Noten grundsätzlich in Silbergeld und nicht in Gold ein. Darin liegt der Hauptunterschied. Wir würden den internationalen Kredit der Reichsbanknote und unserer Währung schwer erschüttern, wenn wir diesem Beispiele folgten. Gold in Barren und in der Form fremder Münzen gibt die Bank von Frankreich allerdings nur gegen ein Aufgeld ab. Eine eigentliche Goldprämie für die Landesgoldmünzen über ihren gesetzlichen Zahlungswert hinaus ist das indessen nicht. Die Prämie auf Barren und fremde Goldmünzen verhindert auch nicht den Goldabfluß ins Ausland, der ja Don der Zahlungsbilanz abhängt, und hier komme ich auf den Alveiten wichtigen Unterschied zwischen französischen und deutschen Verhältnissen. In Frankreich pulsiert das wirtschaftliche, namentlich das industrielle, Leben nicht annäheimd so lebhaft wie in Deutschland. Frankreich gleicht einem satten Kapitalrentner. Dank seines enormen Besitzes an
fremden Effekten ist seine Zahlungsbilanz meistens eine aktive. Frankreich kann also Gold abgeben, ohne in die Gefahr einer Go Id knapp hei t zu kommen. Ein Abfluß des Goldes aus dem freien inländischen Verkehr ist nicht zu befürchten, während England und besmrders Deutschland damit fortgesetzt zu rechnen haben. Ein Land wie Frankreich kann sich also einen andauernd mäßigen Zinsstand leisten, Deutschland bekommt dagegen bei jeder Hoaftonjunktur eine unangenehm fühlbare Geldverteuerung, und nur die allerletzte::, glücklicherweise vorübergehenden Diskonterhöhungen, die bei uns wie in England die Bankraten auf em ganz anormales Niveau brachten, sind auf die amerikanischen Vorgänge und die Goldentzrehungen zurückzuführen.
Exzellenz Dr. Koch, der jetzt in den Ruhestand getretene Präsident des Reichsbantdirektoriums, hat wiederholt, zum letztenmal vor Jahresfrist, sich gegen die Goldprämwnpolitik, die auch aus der großen deutschen Silberenquete i. I. 1894 eine Rolle spielte, und zwar mit Nachdruck ausgesprochen. So überzeugend und schlagend seine Ausführungen waren, so haben sie doch anscheinend nicht den nötigen Eindruck gemacht, wenigstens hat selbst der Staatssekretär v. Bethmann in Aussicht gestellt, daß man sich in der Enquetekom Mission U. a. auch mit der Prümie:rpolitik befassen werde. Wir erraten also das ungefähre Programm, mit dem sich diese Enquete beschäftigen wird. Es dürste folgende Punkte enthalten: 1. Die Vermehrung des Silberumlaufs. 2. Die Erhöhung der Zahlkraft des Silbers. 3. Die Goldprämien- Politit. 4. Die Erweiterung des Notenkontingents der Neichs- bank und 5. Maßregeln zur Erweiterung Der bargeldlosen Zahlungsausgleichungen im Wege des Scheck- und Giroverkehrs. Wir werden auf dieses Arbeitsprogramm vielleicht später ausführlicher zurückkommew
richtig, teils doppelt, teils gar nicht gezählt. Die Motore aber, deren Stromverbrauch doppelt gezählt wurde, laufen seit Benutzung des neuen Betriebs, während von den anderen Motoren, deren Verbrauch nicht gezählt wurde, einige oanz erheblich später in Betrieb gesetzt sind. Es ist deshalb noch fraglich, ob an das Elektrizitätswerk zu viel oder zu wenig gezahlt worden ist. Jedenfalls ist die Differenz zwischen der verbrauchten und gezahlten Strommenge eine ganz minimale. Bis jetzt kann noch niemand wissen, ob durch den falschen Zähler die Stadt oder die Druckerei geschädigt ist; eine Schädigung von mindestens 3000 Mark tft aber völlig ausgeschlossen, selbst nach den Angaben des Äerrn Wille. Dieser Herr rechnet einen unberechneten Stromverbrauch von 1500 Kilowattstunden heraus. Die Kilowattstunde für Kraft kostet 20 Pfg. Die Richtigkeit der Wille'scheu Angaben vorausgesetzt, würde also der Verlust für die Stadt nicht 3000 sondern nur 300 Mark betragen. ,, „
Ob hier ein Rechenfehler oder ein absichtliches „Versehen"" vorliegt, wollen und können wir nicht feststellen. Das Piibliknm wird ja wissen, was es von derartigen leichtfertigen Angaben zu halten hat. Zur annähernden Schätzung sollen für eine bestimmte Zeit bei den einzelnen in Frage kommenden Motoren Zähler eingeschaltet werden.
Es ist uns unbekannt, ob Herr Betriebsleiter Stolte irgend ein Verschulden an der Sache hat, vorläufig aber möchten wir dem Gutachten der Herren Direktor Telmann und Geh-eimerat Dr. Kittler, zweier anerkannten Autoritäten auf dem Gebiet der Elektrotechnik, über seine Befähigung mehr Wert beimessen, als der Ansicht des Herrn Wille darüber, der uns der ganzen Sachlage nach gerade kein klassischer Zeuge dafür zu sein scheint.
Für die Brühl'sche Druckerei und den „Gießener Anzeiger"" ist die Sache hiermit erledigt. Nicht aber scheint uns dies für die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft der Fall zu sein. Es geht nicht an, daß eine Gruppe mißvergnügter Interessenten fortgesetzt die Bevölkerung durch halb und ganz unzutreffende Behauptungen beunruhigt und sowohl im Interesse des Herrn Stolte wie in dem der Stadt muß endlich einmal diesen ständigen Angriffen gegenüber Ernst gemacht werden, damit nicht das Ansehen unserer städtischen Verwaltung durch dieses Querulatttentum empfindlichen Schaden erleidet.
DermifafteSe
•3 um willen ft ei'n er Mord e. Der Kommandeur de? Dragonerregiments König Albert von Sachsen, Oberst Graf 0. d. Groebcn, bat wegen der Affäre des Majors v. S ch ö n b e ck plötzlich seinen Abschied genommen, v. d. Groeben ist erst seit dein 14. Dlai v. Js. Oberst. Der Termin gegen den Hauptmann v. Soeben, der den Major v. Schönbeck ans Liebe zu Fran v. Schönbeck erschossen bat, war ursprünglich auf den 20. Januar festgesetzt. Er ist aber wieder ans unbeftimmte Zeit verschoben worden, vermutlich um erst noch eine Untersuchung des Geisteszustandes v. Goebens herbeizn'ühren. — Frau 0. Schönbeck bat übrigens, wie man u n s ans Braunfels nntlellt, dort in Dem Sanatorium des Sanilatsrats Dr. Gerster im Jahre 1897 ein Vierteljahr lang als Pallentin geweckt. Sie war damals von hochgradig nervöser Ueberreizung, aber ausgezeichnet durch große Liebenswürdigkeit ihres Wesens. Ihr nun ermordeter Galle hat sie dort wochenlang besticht und man schätzte ihn als einen Manv von vornehmer Gesinnung und einnehmenden geielligen Talenten. Alan bebauert in Braunfels das unglückliche Ende des Majors aufs tiefste, zivei elt aber nicht daran, daß feine Witwe mit der Ausführung der Mordtat nicht in Verbindung zu bringen ist.
Kleine Tageschronrk.
Wie das >,Berl. Tagebl."" aus zuverlässiger Quelle hört, wird Prinzessin Pia Montea von Sachsen int Juni dieses Jahres für immer in Dresden Aufenthalt nehmen.
Gerichts vastL.
)( Marburg, 17. Jan. Die S tra fkamm er verurteilt« heute im Wiederaufnahmeverfahren den Handelsmann S. Oppenheim aus Ernsthausen im Kreise Kirchhain, jetzt wohnhaft in Gladenbach, wegen Wuchers zu einem Monat Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe. Oppenheim hatte durch Vermittlung des Handelsmannes Nathan in Lohra dem damals dem Trünke ergebenen Jakob Naumann aus Nanzhausen, einem Bruder des bekannten hessischen V.olksschriftstellers Naumcmn, das Erbteil für 1250 Mk. abgekauft und letzterer mußte an Oppenheim, der 2400 Mk. beanspruchte, schließlich 2200 Mk. zahlen. Tas vom Reichsgericht angeordnete W jeder aufnahme- verfahren hat nichts genutzt.
™ hcmüel.
— O stafrik anis che PilanzungS-Aktiengesell- ' ch a f t. In Würdigung der überaus günstigen Bedingungen, die Lentsch-Ostasrika für die Produktion der drei so wichtigen Massen- artifel — Kautschuk, Sisalhani und Baunuvolle — bietet, tritt das Ostafrikanische Pflanzungssyndikat durch den in der heutigen Nummer unserer Zeitung veröfseiitlichten Prospekt an das Publikum mit der Einladung heran, sich an einer Aktiengesellschaft zu beteiligen, die sich den Aiiban jener Kulturpflanzen zur Ausgabe macht. Dem neuen Unternehmen steht für seine Zwecke ein sehr gut gelegenes Terrain mit einer 240 ha großen Sisalpflanzung zur Verfügung, die schon 1908 die ersten Erträge an Sisalhanf und Baumwolle liefert (diese wird in Zwischenkultur angebaut). Außerdem kann das Unternehmen über weitere rund 200o ha angrenzendes Land zur Anlage von Sisal- und Kauljchukpflanzungeii vei> fügen. Das Unternehmen bietet dadurch besondere Vorteile, daß Baumwolle bereits vom ersten, der Ceara-Kantschukbaum und die Sisalagave vom dritten Jahre an Erträge ergeben. Hierdurch ist die Wartezeit bis zum Eintritt von Dividenden ivesentlich kürzer als bei Unternehmungen in anderen Kolonialgebieten. Obwohl die Erträge der ersten Jahre mit zur Ausdehnung der Pflanzungen verwendet werden, kann schon nach vier Jahren Bauzeit, während der 4 Proz. Baiizmsen gezahlt werden, gemäß der ausgestellten Rentabilitätsberechnung die erste Dividende in Höhe von 8 Proz. gewährt iverden. Unter Berücksichtigung bedeutender Rücklagen sind an Tividenden für das sechste Jahr 10 Proz., für das siebente Jahr 12 Proz. usw. steigend bis zu 25 Proz. im elften Jahre zu erwarten. Daß die Leitung in denselben Händen liegt wie die der ^asata-Samoa-Gesellschait, Samoa-Kaickschuk-Eompagnie A.-G., Borneo-Kaiilschuk-Conivagnie A.-G. und Kamerun-Kautschuk- Compagme A.-G. ist eine Stärke des neuen Unternehmens. Die rege Beteiligung an der Zeichnung, die bis jetzt schon 1 250 000 Mk. ergab, beweist, daß diesem Unternehmen volles Vertrauen entgegen» gebracht wird. ______________________________
Vor ausgchtltche Witterung ynt Pencu am Sonntag den 19. Januar 1908: Meist trüb. Geringe Niederschläge. Etwas milder. Westliche Winde.
(ÖrigüiabDratyhnelOiiiigcn«
London, 17. Jan. Die britische Flottenliga bittet in einem Aufruf um die Unterstützung ber Oeffentlichkeit, damit sie iu der Lage sei, für England das zu tun, was der deutsche Flottenverein mit seiner gewaltigen Mitglieder- zahl und den bedeutenden Jahrcseinkünsien für Deutschland leistete.
Stockholm, 17. Jan. Der Justizm in ist er ordnete die Beschlagnahme der am 13. Januar erschienenen Nummer des sozialdemokratischen Blattes Arbetaren in Hefte an, die in einem Artikel über den preußischen Wahlrechtskampf eine schwere Beleidigung des deutschen! Kaisers enthält.
Verdun, 18. Jan. Das lenkbare LustschifsVille de Paris führte gestern^ mehrere erfolgreiche Aufstiege aus. ^as Luftichifs manövcrierte gegen den Wind ohne die geringste Schwierigkeit.
New York, 18. Jan. Dem „Newyork Herald" zufolge fürchtet China, daß die japanische Mrnisterkrise auf die strittigen Fragen zwischen den beiden Reichen eine ungünstige Rückwirkung ausüben wird. Japan soll eine drohendeHaltung annehnien und in der Mandschurei Jotoie auf den Pescaoores-Jnseln Befestigungen angelegt yaben.
Rio de Janeiro, 17. Jan. Im hiesigen Hafen befinden sich nunmehr 27 amerikanische Kriegs- schrffe, sowie von fremden §lriegsschiften der deutsche Kreuzer „Bremen"" und ein italienischer Kreuzer.
Ottawa, 18. Jan. Die Anuam-Linie hat auf Grund des frcmz-ösq'ch-kanadischen Hcmdelsabkommens hie Einrichtung einer regelmäßigen Schnelldampfer-Verbindung zwi- 1 chen Canada und Frankreich beschlossen.
85 Wohnungen von 1—8 Zimmern.
b. bei auswärtigen Arbeitgebern:
2 Wagner, 2 Schneider, 1 Installateur, 2 Friseure, 1 Maschinen- schloqer, 2 Dienitmadchen.
Eö iucbcu Arbeit: ßie/
1 dnftaUatcur, 4 Juhrknechte, 1 Buchbinder, 1 Friseur. 1 Holz- aber Weinküfer, 1 schlosser, 2 Maschtnenschlofter, 1 Schreiner, 1 Spengler, v Ztgarrenmacher, 1 Maler, 18 Arbeiter, 3 Haus- 2 Lauffrau, 1 Waschfrau.
_____________Wi
CMWr ArbeitSNtiMis Gießen.
w Gartenstraffe 2, Zimmer 2.
Es können einaestellt werden:
a. bei hiesigen Arbeitgebern:
1 jüngerer Arbeiter, 3 Buchbinder, 1 Spengler, 40 Zigarrenwacher bezw. Wtäelmacher, 1 Schuhmacher, 3 jüngere Haus- burschen, 1 Schuhmacher, 4 Dienstmädchen, 2 Küchenmädchen, 1 Tabalentrippertn, 2 Kauffrauen, 3 Laufmäüchen.
Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Installateur, 1 Buchbinder gegen Vergütung.
LtüdtWer WohNüDchweis $iep.
, Gartenstraffe 2, Zimmer 2.
(Geschaftsitunden von 8-1 und von 3-6 Uhr.)
ES sitrd LU vermieten:
3 Wohnungen von 8 Zimmern, 1 Wohnung von 7 Zimmern, « Wohnungen von 6 Zimmern, 6 Wohnungen von 5 Zimmern, 9 Wohnungen von 4 Zimmern, 5 Wohnungen von 3 Zinmiern, 3 Wohnungen von 3 Zimmern mit Laden, 3 Wohnung von 2 Zimmern mit Laden, 1 Werkstatt, 6 möbl. Zimmer.
Zu mieten gesucht:
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