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Nr. 4V Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 17. Februar 1NV8
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Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.
Lin Vries Des Pfarrers Gran-inger.
Erzbischof Sibert von Bamberg hatte belunntlich dem liberalen Landtagsabg. Pfarrer Greurdinger verboten, in der Schulfrage mit der liberalen Partei gemeinsame Sache zu machen und einen angekündigten Vortrag im jung- liberalen Vereine zu Nürnberg zu halten. In einem längeren Antwortschreiben legt Grandinger nun in ehrerbietigster Form Verwahrung dagegen ein, daß er als Neise- prediger des Liberalismus hingestellt werde. Wörtlich heißt es dann in diesem Schreiben: „Auch findet der Liberalismus bisher in meinen Reden nur ganz nebenher sein berechtigtes Plätzchen, vielmehr ist es dre Verquickung des Politischen mit dem Religiösen durch das Zentrum, wogegen ich bis jetzt dreimal gesprochen habe, wogegen ich auch fürderhin aus meiner innersten Ueberzeu- gung heraus austreten möchte, dies auch deshalb, weil ich es meinem Namen schuldig bin, überall dort persönlich zu sprechen, wo seit März v. Fs. seitens des Zentrums unglaubliche Verleumdungen gegen mich unter das Publikum gestreut wurden." . . .
„Ja, ich würde gerne und sofort das Mandat riskieren, sobald die politisierenden Zcntrumsgeistlichen mir zuerst ein gutes Beispieg geben wollten." teuer Exzellenz wollen aus diesem sehr deutlichen Worte erkennen, daß ich durchaus nicht in diesem letzten Brief beabsichtigt hatte, hinter einer verklausulierten Erklärung alle möglichen Agitations- gesühle zu verstecken, sondern daß ich vielmehr aus Noblesse die leider unberechtigte Hoffnung hegte, die Zentrumspartei werde — von nahestehender Seite veranlaßt — ihre niedrigen Angriffe gegen mich endlich aufgeben. Im Gegenteil aber hat diese Partei mit Behagen ungestört weitergefahren, „den Hausgeistlichen des alten Sünderliberalismus, welcher sich auf das nahe Ende vorbereiten soll", (von einem Nürnberger Zentrumsabgeordneten mit frömmelndem Spotte zu einer Volksversammlung bemerkt), zu beleidigen. Deshalb habe ich gerade in Nürnberg über Kultur- pwbieme sprechen wollen, um dabei diese Beschimpfungen zurückzuweisen. Der Vortrag hatte zum Inhalt: Erkenntnis der Wahrheit — Pflege der Sittlichkeit — Genuß der Schönheit."
Der Brief Grandingers schließt folgendermaßen:
„Der ehrerbietigst gehorsamst Unter fertigte beehrt sich zum Schlüsse Bericht zu erstatten, daß er dem erhaltenen Verbot gemäß den auf Freitag an gefegten Vortrag in Nürnberg nicht gehalten hat, gibt jedoch dabei der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Verbot ja aufgehoben werden möchte, da ja die Tatsache allein, daß ich irgendwo spreche, wohl niemals ein Aergemis erregen kann, weil sonst ja auch das Auftreten der Zentrumsgeistlichen von den vielen Katholiken, die nicht zum Zentrum neigen, als Aergernis erregende Beschwerde werden könnte und verboten werden müßte. Wie und was ich gesprochen habe und künftig sprechen werde, darüber werde ich in allem gehorsam sehr gerne Euer Exzellenz jederzeit Rechenschaft ablegen.
In aller Ehrfurcht verharrt teuer Exzellenz gehorsamster Pfarrer Grandinger."
Auf die Antwort des Erzbischofs kann man jetzt gespannt sein. _____________________________________
lieber das Sandschak-vatznprsjekt veröffentlicht das „Journal des Dsbats" Erklärungen von einem über Leucrrcich-Ungarn bestunterrichteten Diplomaten. Danach könne von einer Ueberrafchung der Mächte durch das Aehren- lhalsche Projekt nicht gesprochen werden. Tie französische Regierung habe amtlich bereits am 23. Januar davon gewußt; ebenso feien allen Signatarinächten deS Berliner Vertrages identische Mitteilungen gemacht worden. Nirgends sei der geringste teilt» Miud oder eine Bemerkung erhoben worden, auch nicht in Petersburg. Es sei unrichtig, daß die russische Ji.cgierung irgendwelche Opposition gegen das österreichische Projekt bekundet habe. Wenn Oester- retcg-Ungaru wiederholt feierlich erklärt habe, daß es auf dem dalkau k c i n e p o l i t i s ch e n Interessen suche, und wenn es heute von seinem unbestreitbaren Rechte Gebrauch mache, für seine ioirlw;aulichen Interessen zu sorgen, so dürfe sich darüber menmiiD beunruhigen und niemand dagegen etwas einwenden. Tas
11 tj ci) a ftliche Werk Oesterreich-Ungarns habe mit °tcnL -’\ürzsteger Programme nichts zu tun; jedes <olt müsse streben, sich wirtschaftlich zu entwickeln. Was jeder tue, könne wohl auch Oesterreich-Uugant tun. Tie projektierte xtme habe wirtlich nur ein wirtschaftliches Interesse.
In ähnlicher Weise schreibt auch das Wiener „Frcmdenblatt": ~lc französische n und russischen Blätter gehen bei den Betrachtungen über das Projekt der Sandschakbahn von der ^orausietzung aus, daß der Plan der österreichisch-ungarischen Legierung für Rußland eine politische Ueberrafchung bedeute, rahachiich unternimmt die österreichisch-ungarische Regierung
Schritt, der eine erschöpfende Begründung in den wirt- ichaftltchen Momenten findet. Es wird ein uns vertragsmäßig nngeräumtes Recht ausgeübt, das wir mit der Zustimmung jer JöcrUner Signatarmächte, also auch Rußlands und Frank- cctchs erlangten. Tie Wahl des Zeitpunktes für unsere Ent- Mietzung war lediglich unserem Ermessen anheimgegeben. Wir yaven auch bei dieser Wahl einzig wirtschaftliche Anforderungen -rua'rchügt. Nach Erledigung des österreichisch-ungarischen Aus- gteicyes durfte aber damit nicht mehr gezögert werden. Oester- cetch-Ungarn würde keinerlei Einwendung erheben, Ju™,f-l Ausbau der Sandschakbahn den Anstoß zur Ver-- vtrkiichung anderer Bahnprojekte auf dem Bal- ian gäbe. Nach der Auffassung des Wiener Kabinetts wäre die 'joroerung des Verkehrswesens auf dem Balkan lediglich ein -euer Behelf zur Erreichung des wichtigsten Zweckes des Mürz- iäh Kommens: zur Hebung der Wohlfahrt der Balkan- ihSS' entfällt vorweg der künstlich konstruierte Gegensatz glichen den Mürzsteger Vereinbarungen und der Aktion Oester- v.irt^acnd' die mit der Politik absolut nichts zu schaffen 7.; .großen Ziele, die 1897 für den Abschluß der öster- ncrcy-ungarischen Entente maßgebend waren, sind aufrecht ge- S. » Oesterreich-Ungarn und Rußland fanden sich in dem wiEc zusammen, daß ihr dauerndes Einvernehmen gesichert eroen soll durch die gemeinsame Verbürgung des starus quo ^rodäpchen Orient, durch den Verzicht auf Gebietserwerb Md durch bie solidarische Tätigkeit zum Wohle der Balkanchristen.
Diese Zwecke, die schon Graf Goluchowski in seinen Exposes unter rückhaltloser Zustimmung der öffentlichen Meinung Rußlands präsizierte, können ihre Lebensfähigkeit und ihre politische Kraft nicht verlieren, weil ein Schienenstrang von Uuac nach Mitrowitza gelegt werden soll.
Stimmungsbild aus dein Neichstage.
Berlin, 15. Febr.
Der dritte Posttag.
Auch die heutige Sitzung bestätigte das System der Dauerreden, und Herr v. Treuenfels machte die nicht unzutreffende Feststellung, daß sie im umgekehrten Verhältnis ständen zur Stärke der Parteien. Den Anfang machte Herr Lattmann für die Wirtschaftliche Bereinigung. Menn aber er oder die Vertreter der Parteigruppe^, die nach ihm zu Wort kamen, vermeinten, das „Ohr des Hauses" gewinnen zu können, so kamen sie um mindestens einen Posttag zu spät. Vor vollen, mit Postbeamten besetzten Tribünen, aber leerem Hause schleppte sich die Debatte fort, und nur Herr Struwe von der Freisinnigen Vereinigung vermochte noch die Aufmerksamkeit zu fesseln, als er den Fall seines ärztlichen Kollegen Schellenberg behandelte. Es verfehlte seine Wirkung auf die Zuhörer nicht, als er gegenüber dem versajsungSmäßigen Standpunkt des Wahlministers v. Puttkamer zum Wahlrecht der Beamten auf die liberale Aera verwies, in der man sich im Zeichen des Blocks ja zurzeit befinde, und man konnte den Parteien des Antiblocks es nicht verübeln, daß sie einer billigen Schadenfreude durch höhnisches Lachen Ausdruck verliehen. Herr Eickhoff hielt seine schon angekündigte Rede über die höhere Laufbahn, Herr Werner nahm sich der Militäranwärter an, Herr Kulerski bekämpfte die Ostmarkenzulage, und der Schluß der Sitzung bereitete dem Staatssekretär eine Genugtuung, indem ihm die Konservativen durch den Abg. v. Treuenfels ihr volles Vertrauen auch im Falle Schellenberg aussprcchen ließen. Um sein Gehalt aber muß Herr Krätke auch am Montag noch kämpfen.____________________________________________
Aus S.aor uno tano.
Gießen, 17. Febr. 1908.
Aus dem städtischen VerwaltungSbericht für 1906.
VI.
In dem Abschnitt „Schulwesen" ist u. a. folgendes enthalten : lieber die unzulänglichen Räume der Ohrenklinik ist wiederholt, namentlich auch in der Zweiten Kammer geklagt worden. Das Großh. MinHerimn des Innern hat daher die Erbauung einer selbständigen Ohrenklinik ins Auge gefaßt. Es glaubt jedoch die Ausführung nicht ohne eine erhebliche finanzielle Unterstützung der Kvmmunalverbäube (Provinz Oberhessen, Kreis und Stadt Gießen) näher treten zu können und hat daher mindestens die Verzinsung des Bautapitals von etwa 16 000 Mk. auf längere Jahre gefordert. Ter Stadtverordneten- Versammlung wurde von diesem Ansinnen Kenntnis gegeben und bei ihr der Antrag gestellt, bei alsbaldigem Beginn des Neubaues ausnahmsweise für höchstens drei Jahre ein Drittel der Zinsen der Baukosten, jedoch nicht mehr als 2000 Mk. jährlich auf die Stadtkasse zu übernehmen unter der Bedingung, daß die Provinz die beiden anderen Drittel übernimmt. Tie letztere Bedingung findet ihre Begründung darin, daß die Patienten zu 65 Proz. aus der ländlichen Provinzbevölkerung bestehen, während aus der Stadt Gießen kaum eine Inanspruchnahme erfolgt, da die Ortskrankenkasse ihre Mitglieder durch praktische Spezialärzte behandeln läßt und mit diesen Verträge abgeschlossen hat. In der Stadtverordneten-Versammlung wurde einstimmig der Standpunkt vertreten, daß die Errichtung der Klinik Sache des Staates und ein städtischer Zuschuß hierfür nicht gerechtsertigt sei. Die Versammlung erklärte sich jedoch bereit, für die alsbaldige Erbauung einer Ohrenklinik ihre Unterstützung zu leihen, ohne sich über die Art und Höhe der zu leistenden Unterstützung festzulegen.
Tie Volksschule war nach dem Geschlecht der Schüler in zwei Schulgruppen geteilt. Tie Stadtknabenschule zählte 22 Klassen wie im Vorjahr, davon waren int Stadtknabenschulhaus 19, im alten Schul Haus 3 untergebracht. Tie Zahl der Lehrer betrug 22, darunter 8 Schulverwalter. Außerdem ist für die Knaben- und Mädchenschule gemeinsam ein Zeichenlehrer an- gestellt. Die Schülerzahl betrug am Anfang des Schuljahrs 1108 gegen 1076 im Vorjahr, darunter 1025 Evangelische, 79 Katholiken und 4 Israeliten. Entlassen wurden nach achtjährigem Schulbesuch 123 Knaben, davon 83 aus Klasse 1. Für 18 Stotterer und 14 Stammler war ein besonderer Kurs eingerichtet. 21 konnten geheilt, und die übrigen gebessert entlassen werden; der Knabenhort wird von 4 Lehrern geleitet, er war durchschnittlich von 76 Schülern besucht. Tie Wilson- stiftung leistete zu den Kosten 500 Mk. Zuschuß. Vom 1. Dezember 1906 bis 15. März 1907 wurde an 257 bedürftige Knaben ein warmes Frühstück, bestehend in Vi Liter Milch und einem Brötchen, verabreicht. Dadurch entstand eine Ausgabe von 1280.85 Mk. Sie und die gleiche Ausgabe bei der Mädchenschule wurde von den Zinsen der Konrad Koch-Stiftung (350 Mk.), der Heinrich Schreiber-Stiftung (35 Mk.), der Ernst Balser-Stiftung mit 91 Mk., einem Zuschuß der Vezirkssparkasse Gießen (300 Mk.), vorn Kronbauerschen Quartettverein (Konzertertrag 613.64 Mk. und Zinsen 35 Mk.), einem Zuschuß aus den Zinsen der Ludwig Bücking-Sttftung (975 Mk.) und 100 Mk. aus einer Beleidigungssache durch Vermittelung von Rechtsanwalt Geh. Justizrat Tr. Gutfleisch. Tas Lahnschulbad wurde im Sommer 1906 von 544 Schülern aus den 5 oberen Klassen besucht; im ganzen wurden 4221 Bader genommen, also durchschnitllich 8. Im Brausebad badeten die Schüler der 6 oberen Klassen im Winter wöchentlich einmal. Es badeten 1906/07 520 Schüler« oder 70 Proz. Ter Handfertigkeitsunterricht war von 63 Schülern besucht. Tie Fortbildungsschule, die nach Berussgruppen gegliedert ist, zählte 370 Schüler und erforderte einen Kostenaufwand von 3095.06 Mk. (1905: 2884.74 Mk.).
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** Besichtigungsreise. Am Freitag vormittag besichtigten die Studierenden des landwirtschaftlichen Instituts der Landesuniversttät in Darm- stadt unter Führung des Professors Gisev ins und seiner Assistenten, Privatdozent Dr. Kleeberger und Dr.
Hangen, etwa 24 Herren, das Großh. Landesgestüt und statteten am Nachmittag der Firma Konrad Appel einen längeren Besuch ab, wo sie insbes. die Reinigungsanlagen für Gras, Klee und landwirtsch. Samen und das Keimlaboratorium, sowie die sonstigen maschinellen Einrichtungen in Augenschein nahmen. Nach Erklärungen über die Reinigung und Keimung der Samen und nach einem gemütlichen Zusammensein schieden die Herren mit größter Befriedigung über das in Darmstadt Gesehene und begaben sich zur Besichtigung der Bindingschen Brauerei nach Frankfurt.
** Gesellschaftsabend beim Staats- m i n i st e r. Bei Staatsminister Ewald fand am Samstag abend in den Räumen des Ministerhotels zu Darmstadt ein Gesellschaftsabend statt, den auch das Großherzogspaar mit seinem Besuch beehrte, auch der preußische, russische und englische Vertreter, die beiden anderen Mi-, nister. Geh. Kabinettsrat Röm Held und Flügeladjutant Frhr. v. M a s s e n b a ch mit ihren Damen waren zugegen. Da die Einladung auf „Abendessen mit Tanz" lautete, |O bestand auch die etwa 120—150 Köpfe umfassende Teilnehmerschaft im übrigen fast ausschließlich aus jungen Damen, dem jüngeren Teil der höheren Beamten und den Offizieren bis zum Hauptmann. Während die Großherzoglichen Herrschaften mit dem Gastgeber und den verschiedenen Würdenträgern das Abendessen im Speisesaal des ersten Stockwerks einnahmen, waren die jüngeren Teilnehmer mit ihren Damen auf die oberen Räume verteilt worden. Nach dem Mahl begann der Tanz, bei dem der Großherzog Frau Staatsminister Ewald und der Staatsminister die Großherzogin führte. Während des Tanzvergnügens, das im Speisesaal stattfand, nahmen die Großherzoglichen Herrschaften und die Ehrengäste auf einer Estrade Platz. Der Großherzog war in bester Stimmung und beteiligte sich lebhaft am Tanze. Die Tanzordnung lautete: Quadrille, Kotillon, Blumenwalzer usw. und zahlreichen Einlagen. Beim Blumenwalzer wurden die Damen mit einer großen Fülle von kostbaren Blumen bedacht, während von den Herren losgelassene kleine automatische Häschen in drolliger Werse den Parkettboden kreuzten und die Damen zum Tanz bestimmten. Die in jeder Hinsicht wohlgelungene Festlichkeit fand erst nach ein Uhr ihren Abschluß.
•• Die Fleischbeschau in Hessen. Im letzten Vierteljahr 1907 stellte sich die Zahl der Schlachttiere, die in Hessen-Nassau der Fleischbeschau unterworfen wurden, wie folgt: Pferde und andere Einhufer 1025 (gegen 498 im dritten Vierteljahr), Ochsen 8556 (9372), Bullen 1663 (1902), Kühe 17 964 (15 296), Jungrinder 13 713 (13 701), Kälber 45 385 (50 264), Schweine 317 197 (129 710), Schafe 19 505 (14 628), Ziegen 4972 (1272). — Im Großherzogtum Hessen wurden der Fleischbeschau unterzogen: Pferde und andere Einhufer 601 (206), Ochsen 4914 (4674), Kühe 438 (593), Bullen 9941 (8648), Jungrinder 10 194 (10 842), Kälber 18379 <20 282), Schweine 96 647 (90 094), Schafe 5251 (2901), Ziegen 6413 (2102). In verschiedenen anderen Provinzen und Staaten wurden auch wieder mehr oder weniger Hunde geschlachtet, die meisten, nämlich 1496 (484) im Königreich Sachsen. In Hessen-Nassau und Hessen-Darmstadl wird auch diesmal keine einzige Hundeschlachtung verzeichnet
** Geschworenenliste. Behufs Bildung der Spruchliste für die am 9. März 1908 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden die Namen nachfolgender Haupt- geschivorenen aus der Jahresliste 1908 gezogen: 1. Rentner Will). Dotter in Büdingen, 2. Landwirt Karl Zulauf in Elpenrod, 3. Bürgermeister Ferd. Rodeiner in ^lngersbach, 4. Kaufmann Christoph Schweißguth in Grünberg, 5. Kaufmann Emil Sehrt in Grünberg, 6. Landwirt Wilh. Spengler IL in Gettenau, 7. Landwirt Hch. Fink in Vilbel, 8. Landwirt Konr. Häuser XX. in Nieder-Weisel, 9. Landwirt Konr. Wiegel in Rimlos, 10. Landwirt Hch. Reif in Dorheim, 11. Landwirt Hch. Wilh. Bauer in Bingenheim, 12. Landwirt Friedr. Ries I. in Babenhausen L, 13. Rentner Peter Dietz in Friedberg, 14. Landwirt Phil. Präfried I. in Echzell, 15. Landwirt Hch. Konr. Winter in Büdesheim, 16. Bürgermeister Kaspar Rtuth VI. in Freiensteinau, 17. Professor Magnus Biermer in Gießen, 18. Fabrikant Karl Georgi in Gießen, 19. Landwirt Hch. Petri in Ober« Bessingen, 20. Landwirt Johs. Becker III. in Ober-Ofleiden, 21. Landwirt Konr. Schepp IX. in Pohl-Göns, 22. Kaufmann Ernst Eduard Vogt in Butzbach, 28. Landwirt Hch. Sehrt II. in Queckborn, 24. Kaufmann Herm. Dürbeck in Lauterbach, 25. Kaufmann Jak. Happel in Gießen, 26. Kaufmann Gust. Schwarz in Friedberg, 27. Kaufmann Louis Schußler in Gießen, 28. Beigeordneter Phil. Wehrheim in Petterweil, 29. Landwirt Herrn. Seib in Lorbach, 30. Landwirt Konr. Friedrich in Nieder-Gemünden.
** Stadttheater. In unserem Stadttheater herrschte gestern Karnevalsstimmung. Man gab vor recht gut besetztem Hause Gustav Raeder's amüsante Posse „Robert und Bertram", die mit ihrer drastischen Komik außerordentliche Heiterkeit erregte. Dazu trugen vor allem die geschickte Regie von Brum) Reimer-Schlegel uni) die nette Ausstattung bei, die das Stück gefunden hatte. Für die Titelhelden besitzt unsere Bühne in Eduard v o n d e r Becke und Bruno Reimer-Schlegel zwei Darsteller, wie man sie sich nicht besser wünschen kann. Queüsill-erne Beweglichkeit und drolliger Humor stehen den Beiden im reichen Maße zur Verfügung und dazu gaben beide ihreH


