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18.9.1908 Erstes Blatt
 
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Tie

trag habe üh dem Antragsteller nicht verhehlt.

NcickrStagSadn. Dr. David-Mainz: Ein Antrag, der den Parteitag verhöhnt, braucht nicht zugelassen zu werden. (Lcbh. Beifall bei den Süddeutschen.)

Bors Singer: Wenn Sic einen Vorsinciidcn haben wollen, der die Geschäftsordnung bricht, dann wählen Sie einen anderen Ich stelle nud) nicht über den Parteitag. Ucbrigcnö i st jetzt der Antrag zurückgezogen worden. (Zurufe: Na also, cS war die höcbstr Zeit

RcickrStagSabg. Zudeil-Berlin: In Berlin ist nie der städtische Etat bewilligt worden. Wir verurteilen das Dis^iplinwiDnge Ber- halten der Süddeutschen au'» schärfste und stehen geschlossen hinter der Resolulwn dcS Partei Vorstandes Sic haben uns gestern cm Unannehmbar zugerufen. (Sehr richtig bei den Süddeutfcknn Dragen Sie auch die Äonsrauenzen! Wir Berliner geben keinen Säumt na di (Lärmende Zustimmung der Berliner, Gelächter

bei den Süddeutschen Zicruf Schickt uns doch glcid) ein paar preussische 'Jtcgimcntcr aus den Vals! Gwße Unruhe.

E u g l e r - Freiburg: ES ist der Abg. Geck, der viel auf dem strrdholz hat. Er hat den ..Vorwärts" und die «Leipziger VolkSieiiuiig" falsch informier: (Grober Lärm 95 Prozent der Genossen in Baden stehen geschlossen hinter der Fraktion. Daran ändert Geck nichts. Wenn Sic unS vorschrciben, dost wir dar Budget immer ablehiten müssen, dann verliert die Abstimmung id>en 'Sat Wir müssen selbst wissen. waS wir zu tun baden, ^on Berlin aus kann das nicht beurteilt werden. (Lcbh. Beifall d«' Süddeu tschen. >

Merker-Nürnberg: Tie Blätter beider Richtungen Haden ge> sündigt. DieMünchner Post" bat sogar geraten, den Parteitag nicht zu beschicken. Wir Haden feinen Anlab, der Regierung ein

würde unS die rkoiEessionsschulc bringen. (Lehr richtig! be, dr, Bodeniern Bebel sagt, er liebe, Techtelmechtel mdu. 7 . ' tacufeen träten froh, wenn sie solche Sachen hätte». tBtdersvruch der Norddeutschen Wir geben ntch: in die Mausefalle, öte ~2n unS stellt. Die Berliner haben es ia leicht, sie waren ja sch,, rannet das staaiSer Hal lende, tarierMtüK Element in der Ikrta. .Großes < .: bet den Nor'deunch.n, Zuu.mmung bei beq

cüböeutiaxn. Sie iicen an brr Ören*', wenn die Partei xn der Politik und Taktik einen Schritt vor-vuns macht. (Selachte, bei den Norddeutscher Und wenn sie den Schrill getan hebe» und gehen, taß alles gut ist, dann stellen sic sich bin und cdlarre ie Hütten die radv erst angefangen, tvürrftit . Nehme» Str ne Resolution Fwhme an, dann erhalten ^ie die 'Süiitfat der Partei (Leoh. Beifall

bei den Norddeutschen.) . , w o

Auer München : Ich stelle feil, dav 9b)a Luremburg ganz unberrchtigrer Weise die doppelte Redezeit gehabt hat. (Grvtzer Lärm.» .

Bors. Singer: Dann müssen Sie eine falsche Uhr hoben. (Hei­terkeit.) I .

ReichStagSabg. Huc (Essen : Ich trete ein für die versöhnliche Resolution Fwhme Wir müssen den Hvlst.inern danken, dan sie in dieser kritischen und dramatischen Situation den kühlen Verstand bewahrt haben. ES handelt sich hier nicht um die Frage, der Ludgetbewilliaung, sondern um eine Scvegung, die in unterer Partei von Zeit zu Zeit emfetzt. Verehrte Paneigcnon-cn von der Theorie, überschätzt doch r.idit das, waS Ihr theoretisch ausge­heckt habt (Stürmischer Beifall.) Lassen Sie sich von dem Go- danken der Brüderlichkeit leiten: Wir wollen fern ein einig Volk con Brüdern. ^Stürmischer Beifall.) ,

Bock (Gotha- bekämpft die Budgetbewilligung, obivohl die Gothaischen Genossen selbst schon das Budget bewilligt haben. Jeder Genosse mühte sich den Parteitagsbeschlüssen fügen. TiS- ziplin sei bic Hauptsache. (Lebho'ter Beifall.)

Dr. David-Mainz: Die Bcrlincr^waren in der Lage, gegen den städtischen Etat zu protestieren. Sie haben e- nicht getan. Sic haben tue den Etat gestimmt. Tas sind unsere Richter, diese Ankläger sind in Wahrheit die Angeklagten. Die Was sc, die wir mit der Budgetbewilligung in der Land haben, ist zu koir- bar, als dab sic nur zu einer wertlosen Demonstration dienen soll. Disziplin geht bloß bis zu der Grenze, wo die Ueberzeugung anfüngt. Was weiter geht, ist nicht Disziplin, sondern .Kadavergehorsam. (Stürmischer Beifall bei den Süddeutschen, Gelächter bei den Norddeutschen.) Ter Friede kann nur hingestellt werden m dieser Frage, wenn den Landes- organisationen die nötige Freiheit gegeben wird. Eine Abstimmung lsier wäre eine Vergeiraltigung. (Zustimmung und preßet Lärm -

Rcicbstagsabg. Lehmann- Wiesbaden bekämpft die Haltung der badischen Genossen.

N a ch Ni i t t a g S - S i h u n g.

In der Fortfctziiiig der Aussprache über die Bttdgetbewilligung kam es glcid) bei den Ausführungen des ersten Redners zu außer- ordentlich stürmischen Szenen, sodaß zeitweilig die Fott- luhriing der Perliaudlunflen immögüd) war.

Landtag- - Abg. Scgiy - Furth, der zuerst sprach, führte solgcudeä auS: Ich habe einige Geständnisse zu machen. Gestern wurden die EinigungSverhandluugeti deS Vorstände- plötz­lich abgebrochen» gerade als der Versuch von mir gemacht wurde, eme Verständigung heibeizusühren. (vtünnischcS Hört, Hört! bei den Süddeutschen. Große Bewegung.) Ich habe den Partei- Vorstand auf den ganzen Einst der Lage anfuicrksan: gemacht und erklärt, eS handele sich bei den Süddeutschen nicht nur um ein paar Dutzend Abgeordnete, sondern um 95 Prozent aller Genossen. Ich machte gerade Bergleichsvorschläge, da klappte Singer ferne Mappe zu und sagte: ,9hm habe ich aber gcimg !e (Stürmisches Hort, Hört! bei den Siiddeulfcheu.) Weiter habe ich gehört, daß der Reichstags-Abg. Eichhorn hier gesagt hat, die ganzen Lcr- hcindlungen wären nur daraus angelegt, einige fliegen zu lassen. (Stürmisches Hört, Hört 1 bei den Süddeutschen, Lärm cmf allen Seiten, Pintnist.) Genossen, ivcnn gefloßen wird, dann fliegen nicht einige, dann gibt cs einen groben Ausflug. (Donnernder Beifall der äüddenlfchen, großer Lärm der Nord- deutschen.) Ich weiß, wie die Dinge liegen, und im übrigen, Ge­nossen, gekommen wäre e- doch einmal, wenn wir and) n 0 ch einige Jahre s 0 11 g e w u 1 st e l t hätten Und wenn äie (zu den Berlineru sprechend) im prenbischen Land- tag mehr vertreten «vären. würden Sie sich vielleicht aus nuferen Standpnnki stellen; voilänfig sind Ste noch nicht soweit. Am meiste» erbittert, qm meisten empört hat mich der unwürdige, ckelhafte Streit, der und biß zur Siedehitze entflammt hat wegen einer Bagatelle, die aingebciuscht wordcn ist, weit über ihre Bc- dentnng hinaus, (t'cbbaüe Zustimmung der (ciibbeuticben.) Mein FicunD hat sich so sehr barnber erregt, daß die Berliner in den Verdacht kommen, das Bndget in der Berliner Kommune auzn- nchmen. Tas ist aber doch der Fall. Em Berliner Stadtveroid- neter hat mir mitgeteilt (stürmische llntcrbrcd)imqcn dcr Berliner nnd Zurnfe: Gemeiner Znträger!), daß bei der Gejanitabstinünnnfl über den Etat eS den einzelnen Gciwssen überlassen war, ob sie dafür stimmen wollte» ober nicht. (Stürmisches Hört, £>in1! der Siiddcutjchen, lebhafte Znruse bei den Berlinern: Tas t|i niemals gejchchen!) Imvohl, es ist geschehen! Tobei, Genossen aus Berlin, jotbert dcr Berliner Etat allem 7 Millionen für die Polizei, für dieselbe Polizei, d:e bei den letzten Wahlrechts - Teinonstiationcn unsere Genossen mit blutigen Hopfen heimgeschickt bat. (Es erhebt ich cm Höllenlärm bei den Berlinern, Leipzigern und '.'Aburgern. Genosse Stadtverordneter B 0 r fl in a n 11 - Berlin ruft: Das ist ein ganz gemeiner Schwindel! Pimutcnlanfl vermag die Glocke Smgers Nicht durchzubringen durch den Larin. Endlich legt sich die Erregung emigermaßeii, und es tritt Halbwegs Ruhe ein. Singer ermahnt den Redner zum Schluß zu kommen.)

LandtagSabg. Segitz fchliebt feine Rede, auf die Berliner weifend: Tas sind unsere Ankläger, bilden Sie sich ein Urteil. (Stürmische Jubelrusc bei den Süddeutschen. Auch bic Tribünen beteiligen sich an der Dcnionstration. Fortwährend erschallen Bei- fallSjatvcn. Singers Glocke ertönt ummtcrbrodien dnrch den Saal, memanb achtet zunächst Darauf. 10 Minuten lang konnte Singer nicht Ruhe fhiten. Endlich bringt seine Stimme mühsam dnrch D.EoaL)

Bors. Singer: Genossen, wenn Ihr Euch nicht mäßigen könnt und (Sure Aufregung nicht bemeifteri, so »nacht Ihr einfach eine geordnete Verhandlung unmöglich. Ich glaube im Namen Der Gcsamtpartei von allen Telcmcrtcii verlangen zu können, daß sie sich soweit beineil'tern, daß Die Verhandlungen möglich werden. (Lebhafte Zurufe: Wie war eS denn in Dresden!)

LaubtogSaba. Ströbcl-Bcrlin: Tic bayerischen Genossen haben sich geradezu auf blodlibcralcn, nationalfozialen Standpunkt gestellt. (Gelächter bei bcu Süddeutschen.)

Schöpflm-Lcipzig: Es mug Klarheit gcschosscii werden. Ich

bin cm scharfer Gegner Der BnDgctbcwilliaung, td) bin aber dafür. Daß die Partei in besonderen fallen die Budgetbewilligung zuläßt, sonst kommen ivir auS den Erörterungen nicht heraus.

Rcichsiagsabg. H 0 ch-Hanau: Wenn cs zu einet Spaltung kommen soll, dann mag sic kommen. Rau- mit den Leuten, Die nickt zu uns gehören. (Dröhnender minutenlange 1 Lärm.) Alag auch Die Spaltung kommen, die Arbeiter werden bald wieder znr großen Partei zurückkehren. Alle anderen Bc- ftiebimgen werden fcbcitcni an Der festen Gejchlosseichest der Arbeiter- fchast. (Lebhafter Beifall bei Den Norddeutschen)

Stollen- Hamburg: Ich bin zwar gegen die Dorstand«- rcfolution, aber auch gegen Die Haltung bet Sübbcutschen. Empschlcnsweri ist die Resolution Frohmc.

r<nfc-jjrcmen empfiehlt bic Annahme der Vorstandsresolistion. Die Politik der Rcvisiomsten müsse die Panel zur Zersplitterung führen.

Landtaasadgcordnelcr Kolb-Karlsruhe: ES ist eine Utopie, zu glauben, daß in dem Augenblick, wo wir die Mchrtzcu im Land­tage haben, wir gleich einen fozmldcmoktanfchen Etat haben werben. Tann mußten wir ja gleich, wenn wir in Baden bic Mehrheit haben, em Gesetz emdimgen nist dem $ 1: Ter Groß- Herzog ist abgeety, weil wir ihm nickt die Zivilltstc bewilligen. Die Dinge entwickeln sich anbcrtz als sich Koutsky Da:- Denkt, liniere Taktik muß deu Bethältnitzen aiigepaßt sein. Es ist un­erhört genug, daß wir wegen bei Haarspaltereien hier unsere Karten a»üDecken müfieiu Tat Zentrum m Baden wird in der Mehrheit ganz anders icm als zur Zen tu der Windet Heu. Es

SiDVeutschen muß «zur bütaerlkchen Reform Partei oder Hum Anarchismus rühren. Durch bic reyelnurwge Ableh­nung des Budgets müssen wcc unkten unrenöbnlirfien Stand­punkt gegenüber dem niafiennaat -um Ausdruck bringen. Die Rsids Timms war e i ne G101 i s i z e ru n g dc s Zen t r u m s. die Rede Franks ein Pl«2»ocr für b:e fonichnlllichen Minnrer Badens ^hr habt Euch m-.t Eurer überschlauen ^rplomaric m die Nesseln gesetzt. (Heiterk.-.t. ÄlleS, was bisher erlangt ist, ist eine erbärmliche Abschlag s>a hlung aus bic unge­heure bestehende Schuld. Nicht durch Trinkgelder winziger Sten» zess'Stichen genrinnt man die Massen, sondern durch rücknchtrNose Lruik und Hinweis auf unser herrliches Endziel. Wir münen bet verderblichen revn'ionisnicben Rickrung. die ben Rum bringt, einmal umifcnt Bis hierher und nicht weiter! (Lebh. Benall

^iefc Resolution ist qetrci-cn van ehrlichen und wohlwollenden Absichten. (Erneutet Lärm der Süddeuifche-.t. Zuruf: Selbst flcohrseigt!) Eie (zu den Süddeutschen gewandt) Haden aber die dem Haupte der Gottheit endprungene Resolution schon im voraus verurteilt, (tzeiterkeit und Widerspruch bei den Süddeutschen.) Wir bekämpfen ciitschicdcn die LoS von Rorddeutschland-Beweguna, die hier in Szene gesetzt wird. (Stürmischer Beifall bei den Nord- bcutscken.-

Rnch-tagcabs. Ulrich-Lssenbach: Icknerbe nickt in so auwei.;endcr Weise sprechen, wie mancher <6 bisher getan bar. Ich mache ben Ton desVorwärts" und derLcuniqer BollSzei- tung" nicht mit. Don Zeit zu Zeit taucht in unterer Partei immer one große Prin;ipienfrage auf, die in einer Welse traktiert wlrd, daß wir uns die Üaose abschneiD-n, ohne daß es nötig ist. Tir B«lincr haben übers Ziel geschossen. Beifall und Wederspruck 3ic schlagen hier löne art, an die man ja bei Ihnen gewöhnt ist. Ein junger Berliner hat ja fogar erklärt, ich sei unwürdig, hi der Partei -u bleiben. iHeiterkctt, großer Lärm der Berliner und Ruse: Er ist rauSgeschmissen.- Demi Ihr »hn abgrfdrüttcll habt, bann ist es gut: er har aber damals eine große Rotte in Berlin gespielt. Ich gehöre nicht -u denen, die verbrannt werden sollen, (yciterfeit. 1 Ich erkläre mich aber mit ben baye ri sch., zoürttembergischcnundbadischenGenossenvölllg so l iba risch lLtünmschet Beifall der Süddeutschen, Gelächter der Berliner und der Lero;iger.- Der Parteitag darf unS nicht bte Hände binden. Die Fraktionen müssen Bewegungssrcihelt haben. Tie Dorsrandsresolutwn muß abgelehnt werden, weil wir kein Ketzergericht habni wollen, sondern freie Männer sind, (stür­mischer Beifall der Süddeutschen.) .

Wesirrmaner-Stuttgart Tie Süddeutschen ,-rranwnen haben erklärt, sie würden sich bent Partestagsbeschluß nicht unterwerfen. Die württembergischen Genossen stehen aber nicht geschlossen hinter der Fraktion. Aus ba3 entschiedenste muß dem Anschein ent- gcfl enge treten werden, als ob die Parlamentarier über dcr Partei srehen. l Lärmen der Beisatt der Berliner und Lewziger.) ^In tränenreichen Beteuerungen und Erklärungen (Gelächter der Süd­deutschen, ist hier gebeten worden, die Partei nicht zu zerreißen. Sie (zu fernen süddeutschen Kollegen gewandt wollen die Einheit nur, intim sich die Mehrheit Ihnen unterwirft. (Lärmender Bei­fall bei den 'Norddeutschen., Man hat die Regierungen hier ge­lobt, man hat gesagt, in Bayern könne sogar der Minister v. Wcl>- ner, derheilige Antonius von Untcrbadnng", Mitglied des svzial- denwkratisQ>n Wahlvereins werden. (Heiterkeit.) In Baden wird unsere Presse auf den Bahnhöfen geduldet. Das ist alles. Aber tausende von Arbeiter hegen auf der Straße und schreien nach Brot. Der Machlkitzel der Unternehmer war nie so groß wie jetzt. Nun (jai sich cm besonderer süddeutscher Parteitag gebildet, zu bem nur die Budgetbewilligcr geladen wurden. (Lcbh. Hört! Hört!) Solche Verhältnisse müssen wir klarftetteii. Ich empfehle Ihnen eine Resolution, die die Budgetbewilligung billigt. Unterstützen Sie die Resolution. Lehnen Sie dann aber mit glänzender Mehrheit ab. (Großer Lärm, Beifall bei den Norddeutschen und Lachen bei den Silddcutschen.)

Dr. Weil-Nürnberg: Die Budgetbeivilliqung ist kein Der- craurnsvotum für den Massenstaat. Tie Verschiedenheit der poli- tischen Verhältnisse in Nord- und Süddertschtand bat uns veran­laßt, jür das Budget zn stimmen. (Beij'all dcr Süddeutschen.)

Ülora Zetkin- Stuttgart: Ich protestiere gegen die Bchaup tung, daß die gegenwärtige Parteiauseinandersetzung mutwillig lMnufbcschworcii wordcn ist. Es ist weiter gesagt morden, der gute liebe Partcivorstano sei der Gcsmigene der Berliner, er werde von imverantirortlichen Zwischenrrägent sdstcckt insormiert. Ich pwtcftiere mit aller Entschiedenheit dagegen. (Die Rednerin gerät in eine furchtbare Aufregung, schlägt wild um sich und sdmappt mit der Stimme über., Ich vrolesticre dagegen, daß man hier ben Partcivorstand als lost len loses und urteilsnnfähigcs Organ hinstcttt. Wer sind bic Zwischenträger? Heraus mit eurem Flederwisch! Nennt die Namen, aber ucrbäditigt nicht allge­mein ! Jetzt wird der Parlamentarismus ildersck^jtzt und die Kraft der Lungen untcrsdxitzi. (2türniisd>e Heiterkeit.) Auch bic tok tischen Fragen müssen priiizipicll gelöst werden. Äcr wollen die Einheit der Partei, aber aus dem Boden der Disziplin. (Lebhafter Beifall der ''Norddeutschen.j

Dars. Singer : Es ist ein Antrag Westermalicr eingegangen Der Antrag billigt ausdrücklich die Biidyetbcivstligung dcr süh deutchcn Genossscn. (Gwßer Lärm. Zuruf: Unwürdige .stvmödie.» Wer unterstützt den Eintrag? Die Berliner erheben die Hände, die Süddeutsdicn verhalten sich stumm.

Tr. Q u a r ck - Frankfurt a. M.: Die Frage der Budget- ßeivstligung ist nicht grundsätzlicher Natur, das zeigt Die praktische Ersalwung in Hessen und in (^ostw Tic Resolution Frohnic wirt) späterhin Zwistigkeiten im Keime ersticken. Bedauerlich ist bic unsachliche Erbitterung, die in die Erörterung dcr Frage hinein- getvageu ivordcn ist. (Zustinnnuny.)

Dr. Lentfck>-Lelpzig jchimpst auf diejenigen, die aus bicLeip­ziger Volkszeitung" gcschimpst Haden Der 5trat ist mutwillig iKraufbddnuDrcn norden, aber von Den Süddeutschen. (Großer Lärm. Zuruf: Das ist eine Frivolität.) Genosse Wc 1 ß-Markt Rcdwitz: Wenn Sic Der Resolution des Vorstandes zu stimmen, dann turtbai bic dwistlickeu Agitatoren uns mst bem PartestagS- bendit in dcr Hand auss schärjstr bekampstn. .uoeb einmal weise ich bat Antrag Wester mauer zurück, der unS der Lächerlichkeit vreiSgibt. Singer durste ihn gar nicht zulasscn. (Lebhafte Zu- timmmig der Süddeutschen.)

Eine he s t i g c Ge s chä f t so rd n u n g s d c b a t te.

Bors. Singer: GeschäftSvronungSin.ißig mußte der Antrag tzugclajscn werben. Meine pcrfönlidK Meinung über ben An-

VeNrauensvoturn enlgeLcnzubrmgen.

Reusd>-Hamiover:'Ein Disziplinbruch liegt nicht vor Darum lehnen wir Die Resolution deS PorteivorstandeS ab, ivcil ihre An­nahme eine Spaltung hefstockten läßt ((fkläditer der Berliner durui: Berten Sic nur ab. Gwßcr Lärm

Eine Spoliung ist ui befürchten, und diese mürbe von unhest- vottem Ernlluß sein für gmj Deutschland und für die gmizc Arbeitcrbcii»cgimg ES ist nicht schnxr, eine von Aüünka!ismuS triefende Rede zu holten: aber '.ober ist nicht gewissenlos gcnui Mjti. ((Kroßer Lärm. Reichstaysabg. Ledebour ruft: TaS ij ine llnvenchärntheit.)

Sxxrf Singrr (|um Redner genxinbh: Ich nehme an. daß 5ic nicht Bczug auj une hier gehaltene Rede genommen haben.

Rosa Luxemburg Fast icdes ^abr bal'fn wir unS mit bec Frau De» Reviiioiiiom. 0 b- sdmingen müfi.m Immer wurde uni' Sch-.^a.zieheier oorgavorscn, mcnn icnr von dieser RÄHnmg b« größte Gciahc befürchteten. Der Weg der

ttart ttanistn-Laoi'g: Tiircb die Bubgetbewilligimg macha, wir uns zu Ac'-Nckuldigc.« De8 F.tofieitiaatc*. ^-*ir haben eui Sied», in die Verhältuinc ui SüdDeustchlaud hmenuureben. (3ufnmmunj und Sibrrlpnicb.) Jeder amiänbiqc lartctgenofic muß sich oh.:, weiteres Dem ParteitagSbe cklussc fügen.

Dallher-Rürnbcrfl erklärt, daß Durch d-e Aimahme bc< Put.-etl eine ttrieiditemm tn Der Agitanou geschafien worben sei. T, Süddeutschen wollten deu Frieden un Iuieresie des Proletariat;. Tic Nesolunou de» Parteioorstaudcs wolle diesen Frieden nutzt. Tie Süddeutschen hätten nur em glattes «Nein* für sie. (Per'a., bei den Süddeutschen.)

Re.chStagSabg. Fischer-Berlin: ES ist unsere Pflicht, einen Weg der Verciudarimg zu fuchen. Nach Bebel* WoNeu sagte mir, et müßte mit bem Teufel zugeben, wenn eme Einigung md.: möglich wäre. AIS ick aber beute eegiR hörte, begann ich zwci'cln, daß der gute Wille dazu da tfL Plan bekommt den Va- dockt, ul3 ov eS nickt aur eine Vcritändiguu.r, |anbei« au« emm Bnich abgefebcn ist. (Großer Lärm.) Man will aber du Veiantworliuig dafür auf andere Leute adivölzeu. (Eruaiter Lärm.» Mit dem Herzen stehe ick auf Seiten der Süddeutsch«. T« Bcrdältnisse ftcllen mich aber aus die andere Satr Ich dache: den Bayern wäre an der Rciolution Frodmer nichts gelegen £< aber Jtulb ihr zu stimmt, gebe ich die Hoffnung einer Eintgunz nickt au(. So lange aber diese Hoisnung nid)t Ükftalt aeTrunu. vertrete ich ben Antrag des Parte wo rstundes, ich bin aber bary, den Absatz Der Vorstands:csolutron zu streichen, m welchem ba Süddeutsch« ein Tadel ausgesprochen nnrb. (Widerspruch bn Berliner.)

X5o n E lm (Hamburg'' bcsürwortet die Resolution Fri?h« und verlangt gegenseitige Nachgiebigkeit auch im Interesse bei Gcwcrksck^sten. Er schließt mit den Worten:Begrab« w?. den Streit und seien wir einig!" (Lcbh Beifall >

Reid)stagSao.st P , a n n k u ch (Berlin- weist tue Äorwürse gega den T'oitaoorflanb zurück.

Heymann ^tuugart)erbebt energischen Widerspruch gege» die Behauptung, die Süddeutsdxn hätten Geheirnbundclci gcmcbai Sindermann (TrcSoen erklärt, es würde neuerer linbruch zu befürchten sein, wenn nicht schon emgesd'ritten werde Wenn die Süddi-ukschv-n wollen, bann sollen sie das WoN ,.U» onnchmbar" -urücknehmen.

Landtagsobg. Lemert (Hannover : Es ist Iwrcirt dolle Klarheit gqdbaiicn. Tic Sübde»ticken haben in gutem Glaill« gehandelt. Wenn sie verurteilt werd«, dann müssen auch b* Gothaer in dieeiserne Jungfrau". (Sehr rtchNa.) Ter Partei- Vorstand sollte seine Resolution zurückzichen. ^Beifall.)

Wurm (Berlin) verliest dann eine Erklärung von den Ber­liner StadtverorDneten, wonach die Berliner 2 :a Dm erörterte» raktwn niemals für ben städtischen Etat gestimmt habe, vd« entgegengesetzte Behauptung fei unwahr, (tturt Eisner wider- prickt.)

Dr. David (Mainz) ruft: Die Redezeit ist langst übrt- chritten: so gebt das forüväbrenb. Zurus: Herunter von br Tribüne! Ter Vorsitzende Singer läutet Micderholl mit br: Glocke.

Sur m (Berlin) schließt: Weg mit ber Schleicher» Nack-giebigkeit Dcm Mutigen gehört die Welt!

2hid Staöt und (anö.

Gießen, 18. Sept. IfKv.

* Ter Geburtstag der Großhcrzogiu. Aul Darmstadt wird uns gemeldet: Anläßlich des heillitz« Geburtstags dcr Großherzogin sind die Häas« der Stadt reich mit Fahnen geschmückt. Die Schulen Haber geschlossen. Aus Jagdschloß WolsSgarten sand heute mittag Hostasel statt, an der auch Prinz und Prinzessin Fran, Joses von Battenberg, sowie der srühere Cberbr- marschall Frhr. v. Westerweller mit okmahlin uni der diensttuende Llammerhcrr, Frhr. v. Leonhardi teilnahmen . Am Abend besuchten die Großh. Herrschaste: die Festvorstellung im Hoftl-cater, al- welche neu einstudicr Brüll's LperTas goldene Kreuz" zur Ausführung hr.

* ReichSfinanzreform Zur Teilnahme on br. Bundesrats-Beratungen über btc Reichsjinanzrcform baber sich gestern nachmittag Staatsminister Tr. i^wald, Fmanz ininistcr Tr. Gnauth und Ministerialrat Tr. Becke: nach Berlin begeben.

Zur Landtags wähl-Bewegung. In 9k. 201 des r®icjj. Anz.^ vom 31. August 1908 stand eine Rott» betreffend Die LandlogSwohlci» im Herbst 1908, oll ei Bürgermeister Benner zu Drei! feine Kandidatur nieder- qelegt habe. Ties verhält sich nicht so. Burgennnsie Benner trat nur unter besonderen Bedingung er zurück, aber nicht definitiv. Da man nun biefc Bedingungen bis letzt nicht nachgekommen ist und auch fetrr nicht nachkonnnt wie e8 auSsicht, so hält Herr Bürgernteifw Benner feine Kandidatur int Wahlkreise Grünberg aufrecht Die VericaucnSmänner-Dersanimlung in ©tünberg, in welchc Bürgermeister Benner olö Kandidat erwählt wurde, bind bestehen und behält ihre volle Gültigkeit in allen ittr Teilen. TaS Mainzer Crtflfomitce der ZentrumV partei hielt am Mittwoch eine Sitzung ab, in der daß Atz kommen mit der nationalliberalen Pattei wegen gemeuistuup Vorgehens gutgeheißen wurde und als Kandidat Justiz» Dr. Schmidt (der z. Zt. den Bezirk Mamz-Land uedntß ausgestellt wurde.

** Ministerium des Innern S. L H dcr Herzog Ixiben den Borsitzendcu des Hess Handelskammer tages rtommerzienrat Dr Franz Bamberger für h Zeit, in der er diese Stelle einnimmt, zum außcrordentl'cko Mitglied der Abteilung sür Landwirtsä-ast, Handel und G' werbe des Ministeriums des Innern ernannt ,

Steuer-Personalien. S. K H. der Grot - verzog bsben den Regierungsassessor Karl Hanack «»' Kirch-Gons zum Stcuerkonr-olleur, den Hauptstaattka"^ bud)haltet Karl Wesp zu Darmstadt .zum A'icderlageve:. waller bei dem Hauptsteueramt Mainz und den Bezirst' kassoassistenten bei der Brzirkslasfe Lsicnbach, Pb'l F--' noss zum Bezirks kassier der Bezirlstasse Seligenstadt er­nannt.

Forstpcrsonalien. S. St H der s-stoßherz I)abcn den LKerförster der Lberförstcrei Windhaufcn, * meister Albert Hoberkorn zu Romrod « juchen und unter Anerkcnuun ; seiner langjährigen, ttc geleisteten Tienstc in den Ri bestand versetzt und ihm den Charakter alsGed- Forftrat" erteilt.

D0m Kess. Flottenverein. lieber den C" 1 der Lage im Flottenverein beriet der Landesaulschott |ür Hessen in inner letzten Ausschußsttzung in Fraal»