ZSuslLnr-.
Unsere italienischen Freunde. Recht konfuse und unfreundliche Auslassungen über das Deutsche Reich finden sich neuerdings wieder in der italienischen Presse. Der „Messagers" bespricht die franco-spanische Note und drückt die Ansicht aus, daß der a n g e b l i ch e P l a n Deutschlands, einen Lasen an der atlantischen Küste Marokkos zu erwerben, gescheitert sei. In demselben Blatte spricht Pala- menghi Cmspi über beit Artikel, den der Abgeordnete Bisso- lati über eine eventuale Ausschließung Deutschlands aus dem Dreibund geschrieben hat. Erispi ist der Ansicht, daß eine solche Ausschließung Deutschlands gleichbedeutend mit einem Kriege sei, und daß der Dreibund zur Aufrechterhaltung des europäischen Gleichgewichts unter allen Umständen nötig ist. Das ist gewiß so. Recht töricht und böswillig aber i|t die immer wiederkehrende Behauptung, daß Deutschland sich in Marokko festsetzen wolle.
Das Befinden der Königin Wilhelmtna. Aus sicherer Quelle verlautet, daß die Nachricht von der Frühgeburt der Königin völlig aus der Luft gegriffen ist. Wenn bis jetzt noch keine Mitteilung gemacht worden wäre, daß die Königin guter Hoffnung ist, so geschah dies lediglich deshalb, weil die Aerzte bei einer noch nicht dreimonatigen Schwangerschaft ein bestimmtes Urteil nicht abgeben können. Das Befinden der Königin ist gut.
Eine türkische Anleihe. Blättermeldungen zufolge beschloß der türkische Ministerrat die Aufnahme einer Anleihe von 3 600 000 Pfund bei der Ottomanbank und unterbreitete den Beschluß der Sanktion.
Attentat auf den Präsidenten von Guatemala. Aus San Francisco kommt die sensationelle Meldung, daß der Prä,ident von Guatemala einem Attentatsversuche ausgesetzt gewesen ist. An den von ihm benutzten Lelephonapparat hatte man eine Bombe angeschlossen und in dem Augenblick, als er von einem der Komplizen des Attentats angerufen tonrbe, explobierte dieselbe. Der Präsident wurde durch die Explosion an die Wand geworsen und blieb eine ganze Weile besinnungslos^ Ernstlichen Schaden hat er jedoch nicht genommen. Es sind funi verdächtige Individuen in Last genommen worden.
Lozialdemskratijcher Parteitag.
3. u. H. Nürnberg, 17. September.
4. Tag.
Der Andrang zu der heutigen Sitztmg, in der die eigentliche Aussprache über die Frage der Budgetbewilligung statl- sinden soll, mar wieder außerordentlich stark. Tie Delegierten sind allgemein bemüht, einen Ausweg aus dem Dilemna ' zu finden, jedoch scheint cm solcher noch nicht geinnden worden zu sein.
In der Aussprache erhält abwechselnd ein Redner für und ein Redner gegen die Budgelbcwilligung das Wort. EinZusall lvollte es, daß gleich der erste norddenische Redner sich lür die Budgel- bcrotlUgnng aussprach, wahrend der erste süddeutsche Redner da- flCQCii auiicat. Fro hme-Altona begründete zunächst seine Resolution, in der es heißt: „Ter Parteitag bestätigt von neuem die Resolution des Lübecker Parteitages. Er beschließt, um Streitigkeiten über eine evtl, aus zwingenden Gründen notwendig erscheinende Zustimmung zu einem Budget zu vermeiden, daß sich die Fraktionen in den Einzellaiidiagen darüber zunächst mit ihren Landesvorstanden und dem Paricivorstand zu verständigen haben." In der Begründung sührle Frohme aus: Ter Antrag soll in dein hochgehenden Meinungsstreit eine B e r m i t t 1 u » g s l i u i e bilden. Der Resotultou des Parteioorstandes kann aus mehreren wichtigen Gründen nicht zugesiimmt lverden. Es ist nicht angängig und sehr bedenkuch, der Lübecker Resolution eine Verschärfung zu geben. Es geht nicht an, durch eine Resolution den fuddeutschen Genossen irgend einen Tadel ar.o- zusprechen. (Verfall der Süddeutschen). Ich nehme für diese ganz enuchieden das Zuerkenntnis in Anspruch, daß sie in der besten und rechljchast'ensien Weise aehandell haben. Für mich ist die ganze Frage keine prinzipielle, sondern nur eine rem praktische Frage. Wenn man so konsequent m der Frage der Budgei- bewrlligung sein will, dann gehe mau doch bis zum Ende und oerioerse den Parlamentarismus überhaupt. lLebhaiter Beisall bei den Süddeutschen.) Denken Sie doch an den Reichstag, wo durch die Zustimmung der Fraktion zu vielen Gesetzen dem bestehender Staate manche Konzesiwnen gemacht werden. (Lebhaster Bei'aÜ bet den Süddeutschen.)
_ Reichstags- unb Landtagsabg. Geck- Mannheim: Ich bitte -Lie, den Antrag Frohme abzulehnen. Er kann nicht beiriedigen. ■ter einzig richtige Weg ist durch die Resolution des Parleioorslandes gegeben. (Großer Lärm. Zurus von den Süddeutschen; Judas I)
hc. Das Polarschiff „Nimro b", bas bie englische Expedition unter Shackleton nach bem Felbe ihrer Tätigkeit gebracht Hal, ist nach Littleton auf 9teuseelanb zurück- gelehrt. Es ist ihm nicht gelungen, bie Teilnehmer an bem vorgesehenen Winterqu. niet auf King Eduard VII.- Laub abzujetzen; bas Lager mußte vielmehr in der Mc Murbobai, in der Rahe de. Winterquartiers ber „Disco- : -• rben. Anfangs 1900 wird. der „dttmrod" bie Expebilion wieder abholeii.
unb Premierminister sind zur Bundesratssitzung in Berlin eingetroffen.
Inseraten st euer. In den thüringischen Staaten sind Erhebungen über die Auflageziffer und das Berbrei- tungsgebiet von Tages- und Fachzeitungen angestellt worden. Daraus wirb auf bie Absicht geschlossen, eine Jnseratensteuer einzuführen.
Dernburg unb bas Reichstagswahlrecht. Bezüglich einer in der Presse verbreiteten Nachricht, Staatssekretär Dernburg habe sich in Antwerpen als Gegner des Reichstagswahlrechts ausgesprochen, erklärte Dernburg einem Mitarbeiter der „Freisinnigen Ztg." gegenüber, daß er lediglich gesagt habe, daß bei einer lokalen Interessenvertretung das Reichstagswahlrecht nicht das geeignete sei.
Aus den D ft m a r f e n. Die Ansiedetungskommission kaufte zwei große Wirtschaften mit 680 Morgen in Flu- kawa an.
DasspanischeKönigspaar gedenkt am 30. Sept, zur Besichtigung des ö. Artillerieregiments, dessen Chef König Alfons ist, in Landau einzutreffen.
Das Vieheinfuhrverbot gegen bie Schweiz. Der schweizerische Bundesrat hat den schweizer Gesandten in Berlin ersucht, bei der deutschen Regierung nachdrücklich vorstellig zu werden, damit sie das Bieheinfuhrverbot gegen die Schweiz a u s h e b e. Der Bundesrat wies daraus hin, daß die ganze Schweiz, mit Ausnahme kleiner Gebiete in den Kantonen Wallis und Graubünden, von Viehseuche frei sei.
Deutsches Reich.
Der Kaiser ging gestern morgen unb am Nachmittag in Huberlussrock auf bie Pürsche unb reifte um 8 Uhr abends von Station Werbellinsee mittels Sonderzug nach Hohenstein in bas Marlövergelänbe des 7. unb 8. Korps ab.
Die Rebe bes Fürsten Bülow bei ber Eröffnung bes interparlamentarischen Kongresses wirb in allen Pariser Zeitungen ausführlich toiebergegeßen. Die „Debats" fügen hinzu, baß bie Rebe starken Einbruck gemacht habe.
DerReichstag wirb, wie verlautet, am 6. November feine Beratungen wieder aufnehmen. Auf den gleichen Tag, morgens 9 Uhr, ist auch die Budgetkommission einberufen.
Der Posener E r z b i s ch o f s st u h l ist bekanntliA feit bem Tobe Stablewskis noch immer verwaist. Neuer- dings wirb ber Divifionspfarrer Sanber in Karlsruhe, ein Rheinländer unb Sohn eines preußischen Generals, als Kanbibat genannt.
Exzellenz Althof f ist zum Domherrn von Merseburg ernannt worben.
Die einzel st aatlichenMini st erpr äsidenten
von Grabdenkmälern genommen, die offenbar an den dorthin führenben Straßen geftanben hatten, und auch ber Raum zwisck)en beiden Türmen war ganz mit antiken Grabsteinen ausgefüllt. Aber während sonst bie Grabsteine auf ihrer Vorderseite ein auf den Toten bezügliches Relief tragen, war hier ein vielfarbiges Gemälde angebracht. Uebcr taufenb solcher Grabsteine sind gesunden worden, unb wenn auch manche davon beschädigt sind, so sind doch bei einer großen Zahl die Gemälde so vorzüglich erhalten, daß man geradezu behaupten kann, daß uns in ihnen ein neues Mittel, die Geschichte der antuen Malerei zu rekonstruieren, an die Hand gegeben ist. Bis jetzt war man darauf angewiesen, die Malerei ber Alten aus ben Bindern ber Vasen ober aus ben pompejanischen Wanbgemälden heraus zu entwickeln; ba beide in ihrer Technik sowohl wie in ihren Farbenwirtungen ganz von ben Hauptwerken ber antiken Maler verschieden sind, die Fres:ogemäloe Pompejis auch höchstens aus Vorlagen aus der hellenistischen Zeit zurück- geheu, so leuchtet em, wie wenig zufriedenstellend bie auf solch dürftiger und oftmals versagender Grundlage aufgebauten Folgerungen sein mußten. DaS wird nun, wo uns eine so große Zahl von Gemälden vorliegt, die nicht etwa nur auf das Handwerk zurück gehen, sondern in Aufbau unb Farbengebung vielfach bie Meisierhanb erkennen lassen, sicherlich anders werden. Man bereitet schon ein großes Werk vor, dessen Tafeln aus zwsten der Athenischen Archäologischen Gesellschaft von E. Gillieron genau nach den Originalen gezeichnet srnd, und die nut allen Farben veröffentlicht lverden sollen, inzwischen sind von einer Zahl der Grabsteine photographische Nachbildungen in dem neuesten Heft der Ephemeris veröffentlicht.
r-i Antike Malerei. Für das ©tu bi um der cm- .tilcn Btalerei scheint ein Fund große Bedeutung zu gewinnen, der naa) der „V. Ztg ' in dem soeben ausgegebenen .gefte der „Athenisck)en Archäologischen Zeitung' gemeldet wird. In Pagasä, also Thessalien, an der 9tordspitze des '3agasäischen Golfs, oer heute Golf von Volo genannt wird, hegten die auf Kosten der Athenischen Archäologischen Gesell- choft betriebenen Ausgrabungen zwei Türme bloß, von i:enen der innere bem fünften vorchristlichen Jahrhundert, iier äußere ungesähr dem .rsten Jahrhundert entstammte: Liefer äußere war nun ganz aus Steinen erbaut, bie ur-1 very"-Expcditioii. errichtet prünglich eine andere Verwendurig gehabt hatten, sie waren k" s"*
Der 3nterparlameritarifd)e Kongreß in Berlin.
3m Reichstagsgebäude zu Berlin wurde gestern, wie bereits kurz gemeldet, ber Interparlamentarische Kongreß eröffnet, zu dem sich eine glänzende Versammlung ein- gefunden hatte. Außer einer großen Anzahl hervorragender fremder Minister und Abgeordneter sah man den Fürsten Bülow, ferner die Staatssekretäre v. Tirpitz unb Dernburg, die Minister Rheinbaben, Bethmann-Hollweg und ÄTiegs- mmister v. Einem. Nach einigen einleitenden Porten des deutschen ALteilungsvorsitzenden Eickhofs wurde 'Prinz Schönaich-Carolath ^um Berhandlungsleiter gewählt, der eine warmherzige Begrüßungsrede an die Versammlung hielt. Dann erhob sich Fürst Bülow zu einer längeren Begrüßungsansprache, worin er u. a. ausführte: Mit der zivilisierten Welt weiß Deutschland bie Dienste zu würbigen, die Sie einer edlen Sache leisten Bon ausgezeichneten Männern geleitet, haben'Sie bie Aufgabe verfolgt. Bürg schäften für den Frieden und die Eintracht unter ben Völkern zu erlangen. Wenn ich auch kein parlamentarischer Mnister in des Wortes vollster Bebeutung bin, so bin ich boch ein streng unb ehrlich konstitutioneller Reichskanzler Als konstitutioneller Minister weiß ich, baß Sie als Volksvertreter Die Gefühle ihrer Mitbürger ausbrücken. Was bie Beziehungen betrifft, so werben Sie ihnen bie Gerechtigkeit wider sahren lassen, daß sie Ihren Wünschen entgegengekonimen sind, indem sie internationale Verträge abgeschlossen haben. 3tt Deutschland nehmen wir lebhaften Anteil an den Fragen, Die die interparlamentarische Vereinigung beschäftigen, und besonders an der Schiedsgerichtssrage. Wir machen es uns zur Pslicht, an der Konferenz der Seemächte teitzunehmen, die in einigen Wochen in Loudon ftattjinben loirb. Unsere 9titnrirfung ist im voraus für alle Vorschläge gewonnen, Die mit ben Interessen ber rechtmäßigen Vereidigung wie mit den unverjährbareii Gesetzen ber Menschlichkeit vereinbar sinb. Eine schon ziemlich lange Erfahrung hat mir wwiesen: Mißverftänbnisse zu zerstreuen, ist nichts so ge- ’ignet, als sich burch Anknüpfung persönlicher Beziehungen leimen zu lernen. Ich habe noch ein Wort zu sagen, bas mir nötig scheint, benn man hat Ihrem Wirken einen Eha- calter beilegen wollen, ben es nicht hat. Man hat Ihnen, meine Herren, Msichten zuschreiben wollen, bie Sie nicht hegen. Friedensliebe bebeutet nicht Mangel an Vaterlands- äcbc. Belehrt burch bie Geschichte, bie ihm brei Jahrhunderte hindurch bie härtesten Erfahrungen nicht erspart hat will unb muß Deutschland stark genug sein, um sein <ebiet, seine Würbe unb feine Unabhängigkeit zu berteibigen. 5s mißbraucht seine Kraft nicht unb wird sie nicht miß .rauchen. Das beutsche Volk, oaS Friesen wünscht, einen vis Recht unb Gerechtiakeit gegründeten Frieden unb das burch Bewahrung des Friedens während so vieler Jahre ne Ausrichtigkeil seines Wunsches erwiesen hat, zollt Ihren Irbeiten Beifall.
Prinz zu Schönaich dankte bem Kanzler namens ces Kongresses unb verlas bann ein Telegramm Kaii"er Äilhelms, in bem dieser die Konserenz aus deutschem doden willkommen heißt und den Wunsch ausdrückt, sie möge auch fernerhin zu Gunsten des Weltfriedens segensreich sich betätigen. Die Konferenz beantwortete die kaiserliche Skgrüjiung mit folgendem Huldigungstelegramm:
„Die 15. Konferenz der Interparlamentarischen Union, Die in einer Starte von ungesähr 800 Mitgliedern, gegenwärtig in Berlin zusanimenlritt, erlaubt sich Eurer Majestät Die ehrerbietigsten Grüße und Huldigungen zu übermitteln nnb gleichzeitig ihren Dank auszusprechen für die energischen Worte, die Euer Majestät zugunsten der Erhaltung !:es Weltfriedens wiedert)oll und namentlich in letzter Zen I ^äußert haben."
।
ALeine- LeuiÜeton.
— Zehn Böcklin-Reproduktionen. Der eigenartige Reiz Böcklins liegt in jenem Faröenrausch, der Den Söeschauer sofort gefangen nimmt. Leider ist es bisher nicht möglich geioefen, Bilder des Meisters in annähernd Ireffendeii farbigen "Nachbildungen herzustellen. Nun hat ns die „Vereinigung der Kunstfreunde" unternommen, zehn Der herrlichsten Bilder Böcklins in farbigen Lichtdrucken Herzustellen, die jede "Itiiance des Originals getreu wieder- ,;eben. Die Kunstblätter lverden Anfang Oktober er- cheinen.
-h. Ein Mißgriff ber Mainzer Staatsanwalt» chast, den wir ooiläufig noch für eine Täuschung zu halten geleigt sind, hat ui Mainz berechtigte Erregung heroorgerusei,. Wegen .:er Beschlagnahme ber neuesten Rümmer deS „Simpti- jji s s i m u S^ soll sich die StaatLanwaltschaü in Mainz von den 'Richhandlern die Aczugstisien Haden vorlegen lassen, um das als mstoßig empiunbene Blau auch bei Den einzelnen Adonnenlen zu lousiszieren. — Sollte sich diese Wleldung befiäiigcn, so ist es uns unbegreiflich, daß so evoas im Jahre 19v8 und ,n Hessen gesckieden Hann, und wenn sich die Staalsanwalischasl in Mainz auch vielleichl :uf das Gesetz stützen kann, so niüble ihr Vorgehen doch als ein imgriff in die geieglid) gewährlcistcle Freiheit Der Deuischen Staats- ilirger bezeichnet ivcrDcn, der Dieicr Freiheit geradezu Hohn spricht md an sich notwendige Ciaalseilirichtiingeii Der Lächerlichkeit preis- ;ibL — Und das, nachdem sich der Kaiser die KonsiSkauoii Der ihn .elreffenden Karrikalurenjanunlung »Lui" verbeten hat. — Tei ^Sunplizlssimus- aber wird sich ins Fäiislchen lachen unb Der Jlainjer Staatsanwaltschaft für Die Bombenreklame Dankbar sein.
Unb nun kam ein ergreifender Moment: Frederic Passy, der greife, fast erblinoele Franzose, der eigentliche Begründer dieses Völkcrparlaments, nahm das Wort, um mit leiser unb bewegter Stimme ebenfalls einige Dankes- Worte an bie beutsche Reichsregieruny zu richten, für ben Willkonirnensgruß, mit bem Fürst Bülow eben die Konferenz erfreut hatte.
Es sprachen noch Graf Appony.i unb Lorb Wear- b a le. Dann trat bie Konferenz in ihre eigentliche Geschäftssitzung ein.
Aus ber Tagesorbnuna staub als erster Punkt bie Prüfung ber Fragen, bie auf ber brüten Haager Konferenz erörtert werben mühten, burch bie Gruppen ber parlamentarischen Union.
Der Däne Ba jer, ber Ehrenpräsibent bes Internat io na teil Friebensbureaus tu Kopenhagen hielt eine kurze unb nur schwer verstänbliche Rebe. Er schlug schließlich eine Resolution vor, bie in deutscher Uebersetzung folgendermaßen lautet:
„Die Interparlamentarische Konserenz empfiehlt den einzelnen Gruppen der Jnterparlamentarisckien Union:
1. Jede Gruppe möge aus ihrer Mitte eine Kommission bilden, und diese beauftragen, die Fragen zu studieren, die vor die dritte Friedcnskonserenz im Haag gebracht werden müßten, insbesondere die Fragen, die von ber Interparlamentarischen Konferenz in London im Jahre 1903 bereits behandelt worden sind und mit denen Die zweite Haager FrieDenskonferenz sich nicht genügend bejasscn tonnte. 2. Jede Gruppe möge die Regierung ihres Landes bitten, diese Kommission zu ermächtigen, von allen Behörden, bie sie ber Regierung namhaft macht, diejenigen Jnsormationen einzuziehen, deren sie bedarf."
Diese Resolution faiiD ohne vorherige Debatte einhellige Annahme und unmittelbar daraus vertagte die fton- serenz die Weiterberatung auf morgen vormittag 10 Uhr.
Rach der ersten Gesci)äftssitzung trat heute nachmittag 3 Uhr der sogenannte Inlerpä.lamentarische Rat zu einer nichrösfentlichen Sitzung im Reichstage zusammen.
Abends um 6 Qhr folgten die Mitglieder Der Interparlamentarischen Union der Einladung der Berliner Handelskammer zu einem Festmahl im Handelskammcrgebäude und um 81/2 Uhr gab Der Präsident der Konferenz den Teil- nehniem ein Begrüßv.ngsesien in den Räumen des preußischen Abgeordnetenhauses.
Nr. 22V Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 18. September 1908
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SS ■ General-Anzeiger für Oberhessen MW
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