Ausgabe 
15.2.1908 Viertes Blatt
 
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ersten französischen Revolution, dem Grundsatz der hcit, bekennt.

Stadtv. Dr. Biermer hält den Vergleich Grünewald mit den staatlichen Beamten nicht ohne übertragbar. Die Stadtverordnetenversammlung sei

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artikcl über die Spekulai wähnt, daß von 1898 b

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SLtzrrng Ser Stadtverordnetem.

Gießen, 13. Februar 1906.

(Schluß.)

Dienstverhältnisse der städtischen Beamten.

Die neuen Satzungen betr. die Dienstverhält­nisse der Beamten der Stadt Gieren, die im Zu­sammenhang mit der neuen Gehaltsordnung in der ju­ristischen und der Finanz-L>mmission »rach langwierigen Beratungen im Entwurf fertiggeftellc worden sind, sollen in der nichtoffent- tichen Sitzung beraten werden. Vor Eintritt in diese Beratung crklart Stadw. Dr. Biermer Folgendes: In den vereinigten Kommissionen sei der Gedanke ausgetaucht, ob es möglich und zwjeckmflßig sei, in dem Statute über die Dienstverhältnisse den UNmittelbaven städtischen Beamten eine taktvolle Reserve in ihrer Betätigung bei den Stadtverordnetenwahlen anzuempfehlen. Tr. Biermer hält das juristisch nicht für angängig. Er habe aber, ohne im Schoße der Kommission Widerspruch zu finden, sich bereit erklärt, die Sache im Plenum zur Sprache zu bringen, was er hiermit ohne irgend wie auf die Vorgänge bei der letzten Wahl, über die er nicht zuverlässig unterrichtet sei, einzugehen, tue. Vielleicht könne man in der geheimen Sitzung eine mehr deklaratorische Resolution, die vor agitatorischem Auftreten warne, formulieren.

Stadtv. Grünewald hat sich darüber informiert, daß bei der letzten Stadtverordnetenwahl von den städtischen Be­amten nicht in unzulässiger Forni agitiert worden ist, deshalb will er auf eine historische Tarstellung der Sache nicht eingehen. Er sei der Meinung, daß man sich jeden Eingriffes in dieser Richtung grundsätzlich enthalten müsse. T-ie städtischen Beamten hätten genau dieselben Rechte sich an der Wahl und der Agitation zu beteiligen, wie jeder andere Wähler. Dian wolle irgendwelche Eingriffe von der Regierung in das Wahlrecht der Beamten bei politischen Wahlen nicht haben, deshalb solle auch die Stadt- v.rordnetenversaminlung nicht in die Rechte der städtischen Be­amten ein greifen. Gegen unzulässige Uebergriffc seien die be­stehenden Bestimmungen ausreichend. Er er kenne an, daß Stadtv. Tr. Biermer die <sache sehr milde dargestellt habe, aber man solle nichts tun, was bei den städtischen Beamten auch nur das Gefühl Hervorrufen könne, sie würden anders behandelt, wie die übrigen Bürger.

Ter Vorsitzende stellt fest, daß sich Stadtv. Dr. Biermer nicht gegen die Agitation der Beamten ausgesprochen habe, sondern nur gegen etwaige Auswüchse. Uebrigens hätte sich bei der letzten Stadtverordnetenwahl eine Anzahl Beamte an der Agitation über­haupt ni.chi beteiligt-

Stadtv. Tr. Ebel schließt sich beit Ausführungen, des Stadtv. Grünewald an. .Ebenso Stadw. Troß, der sich in diesem Falle als nationaler Mann zu der Errungenschaft der

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amt gerichtet hat, wird vorgeschlagen, sich zunächst abwartend zn verhalten.

In d r längeren Debatte hierüber halten dte^otadtvv. Simon und Löb er die Beschwerde für berechtigt und halten ev. den Eisverein für verpflichtet, den Besitzer zu entschädigen.

Stadtv. Löb er will (ebenso wie Stadtv. Haubach) die Sache an die landwirtschaftliche Teputation verwiesen haben, da die Schleuse ev. schon morgen geöffnet werden müsse.

In der weiteren Debatte beteiligten sich die Stadw. Kr u mm, Grünewald und Helfrich, der die Beschwerde für unbe­gründet hält, soweit die Stadt in Frage komme.

Tie Angelegenheit wird an die landwirtschaftliche Depu­tation verwiesen.

Die P f l a st e r st e i n l i e s e r u n g wird nach den Vorschlägen der Bürgermeistern nachträglich genehmigt.

Für eine B ade e i n r i ch t u n g und eine Abortanlage beim Elektrizitätswerk wird der Kredit für die Erweiterung des Werkes um 3500 Mk. erhöht.

Ein auf der Tagesordnung stehendes Gesuch des E. V i a n d c n um Erlaubnis zum Sch a n k w i r t s ch a f t s b e t r ie b int Hause Landgraf Philipp-Platz 9h.-. 10 ist inzwischen zurückgezogen worden.

Einsenders über die Verhältnisse in Bad Salzhausen. 1906 wurde bei Neufassung der Lithiumquelle in Bad Salz­haufen eine sehr starte Soolquelle, 12 Grad warm, bloß- gelegl, die durch bedeutende Kohleusäureausströmung spru­delnd zutage trat. Tiefe Quelle war so start, daß wochen­lang Tag und Nacht gepmnpt werden mußte, um die Fassung der Litt) iumq nette zu ermöglichen. Was also Selters bieten kann, hat Bad Salzhausen laugst. Ob aber

Sptelplan des Neuen Gießener Ltadttheaters.

Sonntag den 16. Februar, nachmittags 3X/, Uhr, bei kleinen Preisen:Der Dieb." Ende gegen 6'/, Uhr. Abends 7% Uhr, bei gewöhnlichen Preisen, unter Mmoirtüug der Kapelle des Iw.- Regiments:Robert und Bertram."' Ende gegen 10'/« Uhr. Dienstag, abends 8 Uhr, bei kleinen Preisen (außer Abonnement): Husarenßeber." Ende gegen 10l/2 Uhr. Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Bolkspretsen, unter Milivirkung der Kapelle des Jnf.-Regiments: Lumpacivagabnndus." Ende gegen lü1.^ Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: 16. Freitag-Abonnements-Borsiellung. Novität!Der große T a a." Schauspiel vonHch. Lllieniein. Samstag, abends 8 Uhr: Einmaliges Ensemble-ltzastspiel vom Thalia-Theater Ham­burg :Erdgeist." Tragödie in vier Auszügen von Frank Wedekind.

amten int gewissen Sinne eine vorgesetzte Behörde, denn sic besitze z. B. oas Recht, sie auf dem Tiszi'plinarweg zu entlassen. Bei der letzten Wahl seien in der Tal Beschwerden über Beamte geführt worden, die er sich übrigens nicht zu eigen gemacht habe. Die Sache sei an sich berechtigt, zum mindesten dis­kutabel.

Stadtv. Eichenauer ist mit den Ausführungen des Stadw. Grünewald einverstanden. Er will aber eine wirtschaftliche Frage zur Sprache bringen, die von Beamten mit der Gehaltsvorlage in Verquickung gebracht worden sei, nämlich die beabsichtigt ge- wesene Begründung eines Konsumvereins für Beamte. Er be­streite niemand das Recht, sich durch Zusammenschluß wirtschaft­liche Vorteile zu sichern, aber die Samten sollten sich sagen, daß die Gehälter aus den Mitteln der Steuerzahler aufgebracht würden unb deshalb jede Schwächung, die sie durch Begründung eines Konsumvereins der Steuerkraft zufügen, sie indirekt selbst schädige. (

Oberbürgermeister Mecn m hat den Beamten den Rat ge­geben, die Gründung eines Konsumvereins zu unterlassen und nach den Befchlüsseit des städtischen Beamtenvereins sei nicht cmzrmeh- men, daß es zu einer solchen Gründung kommen, werde.

Stadtv. Grünewald bestreitet, daß die Stadtverordneten­versammlung eine vorgesetzte Behörde der städtischen Beamten sei, beim die Versammlung könne den Beamten keine dienstlichen Befehle geben. Er erkenne an, daß die Anregung des Stadtv. Tr. Biermer keine illiberale oder burcaukcatische Beeinflussung der Beamten wolle, aber man solle keinen Anfang in dieser Richtung machen.

Stadtv. J ug Hardt betont, daß in Wahlaufrufen, die von der Beamtenvereinigung unterzeichnet gewesen seien, ausscheiden­den Stadtverordneten unverdiente und unberechtigte Borwürfe gemacht worden seien. Auch er sei in jeder Hinsicht für Wahl­freiheit, aber ein derartiges Vorgehen fei ungehörig.

Der Vorsitzende betont, daß die städtischen Beamten bestritten Hütten, hierbei sich beteiligt zu haben.

Stadtv. I u g h a r d t bemerkt dazu, wenn sie sich nicht daran beteiligt hättcn, ginge sie auch seine Kritik nichts an.

Stadw. Krumm stimmt den Ausführungeit des Stadw. Grünewald zu. Wenn gesagt werde, Beamte sollten sich nicht an der Grüitduug von Konsumvereinigungen beteiligen, so könne er dies nicht billigen, denn jic. hätten dasselbe Recht, wie die anderen Leute. Die Wahlausruse seien nicht so schlinrm gewesen. Er bedauere, daß bet der letzten Wahl sich die politischen Parteien das Heft von allen möglichen Bezirksvereinen und Leuten, die etwas werden wollten, aus der Hand hätten nchmeit lassen, da- durch^wäre die ganze Aufregung etttstanden.

Stadtv. Löb er hält die Gründung von Konsunwereineu nicht für gut, denn dadurch werde die Steuer- und Kaufkraft der Bürgerschaft, insbesondere des Mittelstandes geschwächt, was ftir alle Kreise bedenklich sei. Er sei für völlige Wahlfreiheit der städtischen Beamten, aber die Agitation dürfe nicht zu weit gehen.

.Stadtv. Tr. Biermer gibt zu, daß es sich über Takt weder sdiscutieren noch irgendwelche Vorschrift machen lasse. Aber er be­streite, daß die unmittelbaren stüdt. Beamten, über die das Stadt- verordntenkollcg sogar eine Art von Mifsichtsrecht und unter Umständen ein Kündigungsrecht habe, Wähler wie andere seien. Sie hätten 50 °/o des Wahlrechts nicht, denn ihnen sei gesetzlich! das passive Wahlrecht ganz versagt. Damit habe die Städteoronung selbst die andersgeartete Stellung angodeuttk. Er wolle den Kom­munalbeamten ihr politisches Recht durchaus nickst schmälern, aber aMatorisch und gcschwsscn sollten sie lieber nicht auftreten. Tas gefährde unter Umständen auch die Disziplin dem Stadt­magistrat gegenüber. Er wünsche eine wohlgemeinte Mahnung au einer gewissen, gelegentlich vermißten Zurückhaltung. Sie sei am Platz.

Stadtv. Haubach führt aus, daß das Vorgehen der städt- ilchen Beamten durch die Verzögerung der,Gehaltsfrage entstanden sei, aber das sei ein falscher Weg gewesen, denn die Stadtver­ordneten hätten an der Verzögerung keine Schuld.

Tie Stadtv. Grünewald und Dr Ebel sprechen noch­mals im <oinn ihrer früheren Ausführungen.

Stadw. Tr. Wimmenaucr bemerkt, daß das Vorgehen des Stadw. Tr. .Biermer eine gewisse Berechtigung habe. Die Wahlireiheit der städtischen Beamten wolle niemand einschränken.

Bierm er erklärt, fein Zweck sei durch diese Aussprache vollltänd'.g ersüllt. Diejenigen Beamten, die die Sache in erster Linie anginge, wüßten jetzt Bescheid über die Stimmung im Stadt- Vorstand. Eine Resolution sei jetzt überflüssig. Er habe niemals ernsthaft an eine solche Staatsaktion gedacht.

Auszug a. 6. StanSeramtrregistern der Stadt Gietzen.

Aufgebote.

Fcbr. 7. Ludwig Hartmann, Bahnarbeiter, mit Katharine Wagner, beide dahier. Ludwig Engel, Bureaugehülse, mit Maria Same, beide dahier. 8. Heinrich Leidner, Taglöhner dahier, mit Anna Hermann in Steinbach. 10. Karl Klein, Elektromonteur dahier, mit Georgine Krieger in Ginnhenn. 12. Bernhard Resch, Taglöhner, mit Maria Bork, geb. Schneidmiiller, beide dahier. Reinhard Knapp, Zuschneider, mit Lina Lindenstruth, beide da­hier. 14. Gregorius Linde, Knecht, nut Margarete Waldschmidt, beide dahier.

Eheschließungen.

Febr. 8. Alwin Hardt, Schriftsetzer, mit Martha Driihl, beide dahier.

Geborene.

Febr. 2. Dem Schlosser Karl 'Martin ein Sohn, Heinrich Ludwig. 4. Tern Fuhrmann Adam Horny ein Sohn, Karl Heinrich. Dem Polsterer und Tapezier Friedrich Zimmermann ein Sohn. Dem Spengler Emil Schäfer eine Tochter, Maria -rheresia Margareta. 5. Dem Schreiner Wilhelm 'Moritz Werner ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Dem Kutscher Friedrich Feddeler ein Sohn, Willi. 6. Dem Gendarmen Philiop Mothes eine Tochter, Margarete. 7. Denr Bahnarbeiter Adam Weber ein Sohn. 8. Dem Universitcilsproiessor Tr. Johannes Hallec ein Sohn, Ernst Roland Albert Magnus. - Dem Schlosser Friedrich Stnion eine Tochter, Käthe. Dem Fuhrtnecht Heinrich Höfler eine Tochter, Marie Lina Elise Antoltie. Teni Kausmann Ernst Jung eine Tochter, Karola. 9. Tem stndt. Arbeiter Franz 'Maluszewski ein Sohn, Otto Paul. Dem Bäcker Heinrich Atom- beiger em Sohn. 10. Dem Schreiner Karl Scheib eine Tochter, -Inna Elisabeth. 12. Dem Dreher Friedrich Wenzel eine Tochter, Karola Emma Elise Aiargarete.

Gestorbene.

Febr. 6. Karl Heinrich Horny, 2 Tage alt, Da nun st r. 20. 9. Anna Frieda Wilhelmine Schmalz, 1 Jahr alt, Tammstr. 6. 11. Käthe Simon, 3 Tage alt, Ludwigstr. 14. 12. Justus Noll, 53 Jahre alt, Invalide, Kaiser-Allee 32, 13, Wilhelm Moos, 21 Jahre alt, Kaufmann, Neuen Baue 5.

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Gießen, 15. Febr. 1908.

Airs dem städtischen Beiwattrrngsöericht für 1906.

V.

Die Stadt ist für ihren eigenen Betrieb Mitglied von acht Unfallberufsgenossenschaften Gaswerk, Wasser­werk, Elektrizitätswerk, Schlachthof, Kanalbau- und Straßenunler- haltung, Land- und sorsttvirtschaftlicher Betrieb, Technische Ueber- wachung der Hochbauten, Steiubrüche unb Sandgruben und bezahlte dafür 4691.63 (3385.12) Mk. Beiträge.

Im Genuß von Altersrenten befanden sich 15 männ­liche unb sechs weibliche Versicherte mit Jahresbeiträgen von 106.80 bis 212.40 Mk. Invaliden- oder Krankenrenten in Be- ttägen zwischen 112.20 und 222 Ml. bezogen 93 männ­liche und 147 weibliche Personen. Anträge auf Rückzahlung oon Beiwägen wurden von 54 weiblichen Personen, die sich verheirateten, und von acht Witwen, deren Ehemänner ver­sichert waren, erhoben. Anträge auf Uebernahme der Kalten eines Heilverfahrens wurden von 14 Personen gestellt und zwar 11 mit Erfolg.

Für ihre Haftpflichtversicherung bezahlte die (Stabt 1600 Mk. Prämie. In sechs Fällen wurden Schadensersatzan­sprüche an die Stadt gestellt, in zwei Fällen wurden die ent­standenen Schäden mit 88.45 Mk. und 9.50 Mk. von der Ver- ficherungsgesellschast ersetzt. In einem weiteren Fall wurde der Schaden von dem hierzu verpflichteten Tieföauunternehmer Über­nommen.

Im Berichtsjahr fand an 28 Tagen Rindvieymarkt an 22 Tagen Schweinemarkt, an zioei Tagen Pferde- markt und an 18 Tagen Krämermarkt statt. Ein Rind­viehmarkt mußte aus Anlaß von Viehseuchen ausfallen,, die Schweinemärkte waren schwach besucht, da der Schweineauftrieb aus den benachbarte preußischen Gebiersteilen verboten war. Im ganzen waren aufgetrieben 27 894 (1905: 26159) Stück Rirckwieh, 8886 (14 720) Schweine, 506 (547) Pferde und 55 (60) Fohlen. An Standgeld gingen 3315.10 (3439.95) Mk. ein. Die Krämermärkte brachten 232.80 (297.40) Mk. Standgeld. An Standgeld für Schaubuden auf Oswalds Garten gingen 71.60 (272.95) Mk. ein. Die veterinär-polizeiliche Ueberwachung her Viehmärkte verursachte 744 (890.90) Mt. Kostenaufwand.

Tie drei öffentlichen Wagen brachtet: an Wiegege­bühren 4983.84 (5067.97) Mr. und verursachten 2814.26 Mk. Kosten.

Tie Polizei verursachte einen Kostenaufwand von 74 710.12 Mk., wozu der Staat 5497.30 Mk. Zuschuß leistete. Die der Stadt auf Grund einer 1776 erlassenen Polizeiordnung zufallenden Polizeistrafen betrugen 2871.37 (5476.55) Mk.

** Eine bemerkenswerte Entscheidung des Landesversicherungsamts. Das Landesversiche­rungsamt hat jüngst zu der Frage der Bersicherungs(-bei- trags-)pflicht der Bureauzöglinge und nicht a n g e st e l l - t c n Bureaugehilsen der Bürg ernte ist er ei einer der größeren Städte Hessens Stellung genommen und dahin entschieden, daß für sie Beiträge nach Vorschrift des Jnvalidenverficherungsgefetzes zu en tri d) t en seien. Be­gründet ist diese Entscheidung im wesentlichem mit fol­gendem: Nach § 1 des Jnvalidenversichernngsgesetzes unter­liegen Bureaugehilfen alsAngestellte, deren dienstliche Beschäftigung der Hauptberuf bildet", der Versicherungs- Pflicht. Ans dem Kreis der versicherungspflichtigen Per­sonen tverden durch die Vorschrift des § 5 a. a. O. u. a. ausgeschieden:Beamte von Kommunalverbänden, sofern ifynen eine Anwartschaft auf Pension (in der dort be­findlichen Höhe) gewährleistet ist." Es befreit also nicht jede unsichere Anwartschaft auf Pension" von der Ver­sicherungspflicht; sie muß vielmehr gewährleistet sein, d. h. sie muß in sicherer Aussicht stehen. Von den durch die Stabt in den Jahren 1893 bis 1907 beschäftigtenBureau­zöglingen und nicht angefteLtten Bureaugehilfen" gelangen zirka 30 Prozent nicht zur Anstellung. In der Regel treten diese Angestellten zurzeit mit 16 Jahren ein. Die, die zur Anstellung gelangen, sotten nach Mtteilung der Bür­germeisterei durchschnittlich mit 32 bis 33 Jahren an- gestellt werden. Es liegen also jedenfalls durchschnitt­lich 16 Iai)ro zwischen dem Eintritt in den Dienst und dem Zeitpunkt, an dem ein Teil der Gehilfen einen An­spruch auf Pension erhält. Danach ist anzunehmen, daß die Genannten nach den derzeitigen Anstellungsverhcklt- inssen afserdings eine begründete Hoffnung auf die her­ein stige Erlangung einer mit Ruhegehaltsrecht verbundenen Stelle haben, daß sie aber eine gewährleistete Anwart­schaft darauf nicht besitzen. Gestützt wird diese Auffassung u. a. noch mit dem Hinweis darauf, daß das normale, oben erwähnte Anstellungsatter manchmal weit überschrit­ten wird.

** K u n st verein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist von Sonntag an geöffnet. Die neue Ausstel­lung zeigt, wie schon kurz erwähnt, wieder recht viel des Schönen. Unter den ausgestellten Bildern befindet sich eine sehr interessante Kollektion des Malers H. Hermanns- Düfscloorf-Oberkassel, der uns schöne Interieurs aus den Kirchen Zioms, Venedigs und Toledos zeigt, Hafenbilder und Landschaften vervollständigen die Kollettion. Auch der 'bei vielen Gießener Kunstfreunden behinulc Karlsruher Maler A. Engelhard ist mit einer Anzahl guter Land­schaften, Motive aus der näheren Umgebung von Gießen, vertreten. H. Lessing-Berlin hat die Ausstellung mit zwei holländischen Interieurs beschickt und A. Braun- Wangen i. Allgäu mit einigen W aid man ns bildern. Außer diesen sei noci) auf ein größeres Gemälde von H. Grimm- Düsseldorf:Begegnung der Margarete von Parma mit fliehenden Ealviniichen Niederländern im Jahre 1567" hin­gewiesen. Ferner hat die Ausstellung noch eine Reihe guter Bilder von namhaften Künstlern auszuweisen. Die AnS- stelluirg ist Sonntags von 11 bis 3 Uhr, an Werktagen von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nach- vnttags geöffnet.

x Bad Salzhausen, 13. Febr. Das von aus­wärts vorgeschlagene Projekt, den Sprudel von Selters nach Bad Salzhausen zu leiten, zeigt die Unkenntnis des

Börsen-Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 14. Februar.

Die Haltung des N e w h o r k e r M a r k te S erwies sich diese Wock;e Tbucbct' von stinckerem Einfluß auf unsere Börse. Präsident Jioojevell läßt in seinem Vorgehen gegen die Trusts und Eisen­bahngesellschaften nickt locker und dies scheint in Wall Street nachhaltig zu verstimmen. Diese Woche wenigstens wurden an­dauernd Berkäuse ausgeführr, auch die Kontcemine trat wieder in Aktion und dadurch gerieten die Kurse in eine weichende Richtung. Dabei lauteten von drüben die Berichte vom Wirt­schaftsleben sogar etwas günstiger, wenigstens gingen Mel­dungen ein, daß in verschiedenen Betrieben, die bisher still­lagen, neue Arbeitskräfte eingestellt werden sollen, auch verlautete, daß der Stahltrust seine Roheisenproduktion wieder erhöhe, was, wenn cs zutreffend ist, für eine Belebung des Konsums sprechen würde. Aber diese günstigen Momente fanden über dem Ozean wenig Beachtung, die ungünstigen hatten die Oberhand und da die Kurse in Wall Street täglich aufs neue zuvückgingen, so konnte auch hier leine gute Stimmung auftömmen. Ueberdies wird ins Feld geführt, daß die amerikanischen Eisenbahnen noch immer starken Geldbedarf haben, der vorerst drüben nicht befriedigt werden kann: in London hat sich der Geldmarkt gleichfalls wieder etwas versteift und unter diesen Umständen wird auch die Reichsbank, wenngleich sie bereits tvieder über eine steuerfreie Notenrescrve verfügt, mit ihrer Rate vorerst nicht wieder zurück­gehen können. Das erweckt ein Gefühl des Unbehagens; dazu tomlmcn noch politi, che Bedenken iregcn der Lage in Ma­rokko, ferner ver,ch,jeden: Konkurse und wenig animierende Mel­dungen aus der Industrie, Besorgnisse wegen schärferer amcri- kamicher Konkurrenz, dies alles trug dazu bei, die Stimmung wieder herabzudrüaen. Die Kurse bewegten sich daher auf den meisten Vcrllhrsgebieten abwärts, wenngleich die Verluste über einen engen Rahmen nicht hinausgehen. Deutsche Fonds geben Bruchteile nach, von fremden Renten lagen österreichisch-unga­rische etwas matter, Bankaktien schwächten sich gleichfalls etwas ab, Oesterr. Kveditaktien verloren. 2 °/o, weil die Bilanz unb nammtlich die Gefchäflsberschlechterung im zweiten Semester nicht recht befriedigte. Amerikanische Bahnen waren stärker gedrückt. Böhmische Nordbahn stiegen auf die Verstaatlichung 5 °jo. Mo ntau Papiere meist einige Prozent schwächer. Von anderen Industrie papieren waren die Aktien chemischer Werke ge­drückt, Scheideanstalt 10 °/o, Anilin 6 °o, auch Elektrizitätswerte etlvas matter, zum Teil auch Maschinenfabrikaktien, von denen Türkopp 10 o/o fielen. Wessel Porzellan, die höchstens 23 % Dividende verteilen werden gegen 6 °b im Vorjahr, waren 5 o/o niedriger angeboten. Kunstkreide auf die Mitteilungen im Ge­schäftsbericht fester. Privatdiskonto 45/8 %.

Höchste Temperatur nm 1415.

Niedrigste 14.15.

ri ~n*uij|4. -aju uveo Verschiedenes»

bic gegenwärtige ottesbohrmig, die etwa 100 Meter von Karl Iughardt II. hat wegen der Scküießung der Schleuse drefer Kohlcusäurequelle entfernt, zur Erbohruna eines 5er OlKL'Incl cinc Beschwerde an die Versammlung gerichtet, heißen Sprudels der richtige Platz ist, muß den maüaeben :^ v. Wiese veroorben worden feu Stadtv. Helfrich

. b . Etzgeven hat die Sacpe in Gememicyait mtt dem Wcesenwärter imtersucht

Hertungs- und ift loie auch das Ziefbauamt zu der Ueberzeugung gekommen, 11 sei er--- ki .|J Utt'r :L,v.-nimung ber Wiese nicht durch oie Stauung des uc Billen 1lr ^u'^N-lung ixe Eiobahn hervorgernfcn ist,

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