Nr. 268 Drittes Blatt
158. Jahrgang
Samstag 14. November 1808
Erscheint tägfid) mit Ausnahme des Sonntag-.
Die „6tebener HamiUendlStter- werden dem e2lniciflcre viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblati fflt öen Kreis ließen" zweimal wöchentlich. Dre ..Landwirtschaftlichen Seit* frage«- erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Ameiger
Seneral-AnZeiger für Gberheßen
fRjtanone&rud und Verlag der SrübNchea Unweriuäts - Blich- und dtetnbrudcteL üt Lange, Gießen.
Redaktion. Erveditton und Druckerei: Schul- ftraße 7. Exoedttion und Verlag. 5L Redaktion: 112. TeU-Adr- AnzetgerGießen.
Elektrische Strahenbahn Eiehen.
Im Anschluß an den Dortrag über elektrische Straßenbahnen im hiesigen Bürgerverein und besonders injolge der von Herrn Pros. Dr. Sommer diskutierten Linienführung der hier projektierten Elektrischen möchte ich mir erlauben, ans eine Möglichkeit hinzuweijen, die das schwierige Problem ihrer Ueberführung über die S t a a t s b a h n Fulda — Gelnhausen bei der Frankfurter Straße meines Erachtens zu lösen leicht imstande wäre.
Bet einer näheren Betrachtung der gegebenen örtlichen Verhältnisse finden wir, daß der Scheitelpunkt der Liebigstraße zwischen Bahnhof- und Frankfurter Straße, ungefähr in der Mitte zwischen beiden Straßen am Haupteingangc der alten Klinik, in fast gleicher Höhe mit dem Straßenniveau der Frankfurter Straße am Eingang der Wilhclrnstraße liegt. Und wenn wir die jetzige Uebcr- brüclung der Staatsbahn von letzteren Punkten aus betrachten, so erhebt sie sich nicht viel über das Niveau dieser beiden. Es liegt nun der Gedanke nahe, unter Benutzung des jetzigen Ueber- gangs hier einen Weg für die zukünftige Straßenbahn zu schaffen bei möglichster Umgehung von Bahngelände oder nicht städtischem Gebiet.
Dies wäre erreicht, wenn man von der Frankfurter Straße aus in der Höhe der Wilhelmstraße in einer 8-Kurve die Linie aus das bahnlwfseitige Trottoir führte, hier in leidster Steigung eine schiefe Ebene verstellte bis zur Höhe des jetzigen lieber* gangs, diesen nach dem Bahnhof zu entsprechend breiter und stabiler machte, und dann mit einem geringen Fall die Schienen längs der Ohrcnklinik und Frankfurter Straße gleichfalls auf einer schiefen Ebene hinführte, in einem rechtwinkligen Bogen an der Ecke der Liebig- und Frankfurter Straße bie Ohrenklinik umfahre, und dann zwischen Trottoir und Einfassungsmauer der alten Klinik in schwacl>em Gefälle bis zum Haupteingange zur letzteren wieder in einer L-Kurve in die Liebigftraße aus die Bahnhofs- liüien einmündete.
Es lväre somit erreicht, daß kein außerftädlisches Gelände zu erwerben wäre — höchstens müßte das Bahnverwaltungs- acbaude in der Frankfurter Straße etwa ein Meter Gelände seines Borgartens abgeben. Der jetzige Zugang dazu, ließe sich unter dem neuen Damme Herstellen und im ungünstigsten Falle müßte ferner nocl) die Säulenhalle der Ohrenktiuik abgerissen werden, damit man die erforderliche Kurve an der Ecke Liebig- und Frank- frter Straße erhalten könnte. — Der Personen-Uebergang könnte sich auf demselben entsprechend verbreiterten Straßenbahnkörper abwickeln und entschieden noch bequemer (ohne Treppen- sich gestalten, als es heute der Fall ist. Eine einfache Mauer aus Quadersteinen würde den zu errichtenden Damm nach der Straßenseite abstützen, der auch in architektonischer Weise leicht passend und würdig ausgestaltet werden könnte.
Es wäre aber somit nicht allein ein bequemer Weg für die elektrische Bahn geschaffen, sondern auch für den Fußgänger, Radfahrer 2C. und schließlich auch könnte für den Wagenverkehr dieser Weg bei einigermaßen genügender Breite eine langersehnte Lösung des seitherigen schwierigen Berkehrsverhältnisses an dem Bahnübergang in der Frankfurter Straße bedeuten. Ich wüßte auch nicht, daß irgend ein Gelände durch diese Linienführung entwertet werden dürfte. Die elektrischen Wagen selbst könnten von der Frankfurter Strahle «ach Bahnhof, Bahnhofstraße und Seltcrsweg und umgekehrt oi-ne Hindernis durchlaufen, und im Vergleich zu mir bereits bekannten Projekten wäre diese Linienverbindung dic, die unter geringen Kosten und Umständen in der Längsachse unseres Stadtplanes zum größten Vorteile des Verkehrs m. E. errichtet werden könnte. , _
Gießen, 13. Nov. R. Ferti ch, Jng.
vvrfen Wochenbericht,
— Frankfurt a. M., 13. Nov.
Die politische Loge, die in den letzten Wochen bat Börse anhaltende Sorgen i er eitet uns jc^e unteruch.mmgSliist
unterdrückt hatte, hat neuerdings eine Wendung zum Besseren erfahren mtb damit auch einer zuversichtlicheren Stimmung zum Durchbruch verhalfen. Neben einer beruhigteren Auffassung über die innerpolirischen Verhältnisse kamen als besondere Gründe für die zuversichtlichere Haltung die Meldungen über den Easavlanca- Zwischonfall in Betracht, wonach eine friedlichere Beilegung nunmehr als gesichert gelten kann. Sodann machte die Rede des englischen Pvrmierministers Agquith auf dem Lordmayoi-Bankett einen großen Eindruck auf die Börse. Die verschiedenen Ausblicke diesen Rede auf die wirtschaftliche Lage, auf die orientalische Frage und auf die internationalen politischen Beziehungen befriedigten die Börse in hohem Mcche und riefen eine wesentlich bessere Stimmung in politischer Hinsicht hervor. Die Spekulation trat aus ihrer Zurückhaltung hervor, die Beteiligung am Gesck-äft war wesentlich größer als seither und damit gewann dic sesle Haltung auch größeren Einftuß aus die Entwickelung der Kurse. Dabei sind die wirtschaftlichen Verhältnisse vorerst noch wenig dazu angetan, einer Auswärtsbewegung Vorschub zu leisten. Die neuesten Meldungen aus der heimischen Industrie lauten recht kläglich; es wird andauernd über Mangel an Aufträgen geklagt, so daß Einlegung von Feierschichten und Arbeiterentlassungen keine seltene Erscheinung bilden. Auch die Aussichten, die sich eröffnen, sind rwch wenig erfreulich; an eine Preis.^iserung in der Eisenindustrie ist vorerst nickst zu denken und lediglich eine solche Maßnahme Eoitrtte der Fu.. st .e iwi.ci.hast zu flauen kommen. Dafür drohen aber Industrie, Handel und Gewerbe neue Lasten in dem zur Beratung stehenden Steuerbudget, wodurch die allgemeine Mutlosigkeit nur nod) verschärft werden dürste. Wenn die Börse diesen V-rl-Ätnissen nicht sonderlich Rechnung wägt, vielmehr einer zuversichtlicheren Stimmung glaubt hin- geben zu dürfen, so ist dieses Borge hm cuen mehr in Zukunsts- Ijoffnungeu als in Tatsachen begründet. Wie jdpn des Oesteren ausgeführt, setzt die Börse namenUid) große Erwartungen auf Anierika. Die Meinung, daß eine Besserung der industriellen Verhältnisse von den Vereinigten Staaten auSgeheu werde, hat namentlid) burd) die Bewegung auf dem Metaiimarkte an Boden gewonnen. Inwieweit die aussteigende Preisbewegung auf diesem Gebiete aber durch den tatsächlichen Verbrauch hervorgerufen wird, täßt sich von hier au5 nicht beurteilen. Zweifellos handelt es sich bei der Aup.värtsbeweguug der Metallpreise auch um Deckung Ipckulativer LieferungSverpslichtungen. B. stärkt wird die Börse imihvcn Hofsnuiigstn durch die vorwiegend fest Tendenz der Börsen iwii New York und London. An letzterem Platze ha: neben den Märkten der amerikanischen Eisenbahn und Stahlwerke, besonders aud) der Goldminen-Markt einen neuen Aufschwung genommen, vor in der fortgesetzten Steigerung der Eoidauso-euten und des Reingewinns vieler Gcsellsckstlsten begründet liegt. Daß auch die deutschen Börsen von der Austvärtsbewegung der Low- doner Mincnshares eine krustige Anregung erhalten, ist bei deni großen Interesse, das man der Golbmiiww-Fndustrie cn.gcgcn- rringt, ganz namrgemäß. In den G e l d v e r h ä 11 n i s s e n hat liaj m der ab gelaufenen Wöck/e wenig geändert. Geld bleibt weiwr flüssig, dürfte aber doch zum Jahecsschluß cuoas Versteifung erfahren. Was Einzelheiten d:s Verkehrs betrifft, so konnten heimisch« und fremde Fonos meist etwas anziehen. Banken inellten sich teilweise 2 bis 3V2 Pooz. höher. Von Bahnen stiegen Baltimore 4 \'3 Pwz., Scbisfahrtsaktien gewannen 2-/3 bis 4 Proz. Äm Montanmarkte betragen die Kurs- oefserungen 3 dis 5 Proz. Bon ai.veren Zndustriepapieren stellten |inj u. a. hoher: Chemische Aloect 9 Proz., Aluminium '^ieuhausen, Braubach und We.set Porzellan je 10 Proz. Privad- disLonto 29/V1 Prozent.
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kirchliche LLcicheichten.
Eoa.igrttjche Gemeinde.
Am 2 2. Sonntag nach Trinitatis, den 15. N ov.: Kollekte.
GottcsLicnst.
In der Ztadtlirche.
Dormittags 9*Uhr : Oberlehrer S cy molk.
BornilltagS 11 Uhr: Kinderklrche für die Riaiknsgenteinde.
Planer Schwabe.
Abends 5 Uhr: Planer v. Schlosser.
Dielisiag den 17. November, nachinitlags 4 Uhr, im MatlhüuL« fetal: Franen-Missionsverein.
Mittwoch den 18. November abends 8 Uhr in der Stadtkirche: M li s l k a l i! ch - l 11 u r g l s ch e N e s.o r in a t i o n s i e i e r unter 'Dhiroirfung des Kiichengciangvereins und der Knabenschule.
Doiiiieistag den 19. November abends 8 Uhr im Markussaal: Bibel st un d e. Pfarrer Schwabe.
3n der ^ohanuerkirche.
Donnittags 91/. Uyr: Pinn er B e ch i o l S h e i m er.
Vornilliags 11 Uhr: Klnderkircye der Lnkasgemeiiide.
Plärrer B e cy l o l s h e i m e r.
NachmittagsHlhr: Gottesdienst für Taubstumme.
Pfarrer BechlolSheimer.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer A n s f e l d.
Frcuaq nachnnltaqs 5*„ Uhr Derinignng der konfirmierten Mädchen, Somitaq abends 7',. Uhr Vereinigung der konfirmierten Knaben ans der Lukas- unb Johannesgememde.
fDiontag, ben 16. November, abends 8 Uhr, im Lukassaale: B i b e l |t u n d e. Pfarrer B e ch t o t S h e > m e r.
Freitag den 20. November abends 8 Uhr iitjDer neuen Aula der Universität: Vortrag von Mmionsuupekto.r Froh nm e y e r aus Himel: .chohm steuert Indien_______________________
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