Ausgabe 
16.10.1908 Erstes Blatt
 
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h. Frankfurt a. M., 15. Okt. Der abends gegen 9 Uhr von hier nach Wiesbaden abgehende Eilzug, dec fahrplanmäßig unterwegs nicht hält, wurde gestern abend in Kastel plötzlich zum Halten gebracht. Die Ursache bestand darin, daß ein Reisender in einem Abteil 1. Klasse die Not­leine gezogen hatte, weil ein auf den Zug abgefeuerter Schuß die Fensterscheibe des Wagens zertrümmert und ein schwerer Glassplittcr den Reisenden erheblich am Auge ver­letzt hatte. Alsbald wurde sestgestellt, daß gleichzeitig in ein Abteil zweiter Klasse ein faustdicker Stein geschleudert worden war und auch in einem Wagen dritter Klasse war die Be- leuchtungskippel zertrümmert, entweder durch ein Geschoß oder durch einen Stein. Der oder die Täter sind noch nicht ermittelt.

-xv Frankfurt a. M 16. Okt. (Tel.) Heute frty 6 Uhr starb hier der Begründer der Bockenheimerschen Klinik, Geh. Sanitätsrat Dr. I. H. Bocken he im er.

-xv Mannheim, 16. Okt. (Tet.) Prinz Heinrich von Preußen ist mit seinem Sohne Sigismund, der gestern abend hier eingetroffen war, heute vormittag nach Darm- stadt abgereist.

Mts. abgehaltenen Generalversammlung sein Sohn gewählt.

Lauterbach, 15. Okt. Mit Rücksicht auf ver- einzelt hier vorgekonnnene Scharlachfälle bringt das Großh. Kreisamt die Bestimmungen in Erinnerung, die eine Weiter­verbreitung der Seuche verhüten sollen.

Q Wetterfeld, 15. Okt. Wenige Orte dürften sich einer so schnellen Entwickelung erfreuen, wie der hiesige. Ein vollständig' industrieller Teil ist mit Privatwohnungen auf dem linken Wetterufer entstanden. Nun erbaut man am Lutherberge" zwischen Molkerei und Dampfsägewerk, das unter seinem tätigen, neuen Werkmeister neu aufblüht, ein zweistöckiges Pfarrhaus aus Basaltsteinen, deffen Kosten auf 28 OOO Mark veranschlagt sind. Dem Maurermeister Keller aus Ober-Bessingen sind die Maurerarbeiten übertragen, es ind die 50 cm starken Basaltwände bereits bis zum 2. Stock­werke gediehen und man gedenkt noch vor Winter das Haus unter Dach zu bringen. Dem wachsenden Eisenbahn­verkehr hat die Eisenbahnbehörde durch Umbau der früheren Bretterbude in ein durch Fenster geschlossenes, mit Tisch und Bänken versehenes Wartehäuschen Rechnung getragen.

E. B. Darmstadt, 15. Okt. Sein bOjähriges Jubiläum als Volksschullehrer beging heute Ober­lehrer Friedrich Haustein von der Stadtmädchenschule III. im Stadtteil Bessungen. Zur Feier dieses Ehrentages fand in der Turnhalle der Schule ein Festakt statt, dem eine An- zahl Stadtverordnete und behördliche Vertreter beiwohnten. Als Vertreter des Ministeriums des Innern überbrachte Kreis­schulinspektor Prof. Dr. Lucius die Glückwünsche des Mi­nisteriums und der Kreisschulinspektion, wobei er als be­sondere Auszeichnung die Krone zum Ritterkreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen überreichte. Die Glückwünsche der Stadt unb der Schulverwaltung überbrachte

- Hoftrauer. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog .hat wegen des Ablebens der verwitweten Herzogin «Antoinette von Anhalt eine Hoftrauer vom 14. bis einschließlich 22. Oktober 1908 angeordnet.

* In Audienz empfangen wurde von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Kirchenrat Pfarrer D. Schlosser von Gießen.

** Ordensangelegenheit. Se. Königl. Hoh. der (Großherzog haben dem Kaiserl. Konsul a. D. und Ver- Ilagsbuchhändler Ernst Vohsen zu Berlin die Erlaubnis zur «Annahme und zum Tragen des ihm von bem König von Preußen verliehenen Roten Adlcr-Orbens 3. Klasse erteilt.

* Kreisvermessungswesen. S. K. H. der Grosi­ch er zog haben den Kreisgeometer des Kreisvermeffungsamts Bensheim Wilh. Wamßer auf sein Nachsuchen unter An­erkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand -versetzt und ihm das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Die seither von ihm bekleidete Stelle ist zur Wiederbesetzung ausge­schrieben.

** Finanz Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Hauptsteueramts-Assistenten bei dem Hauptsteuer- amt Mainz, Karl Schmidt zu Mainz zum Bezirkskasse- Assistenten bei der Bezirkskasse Offenbach ernannt. Die seit­her von ihm eingenommene Stelle ist zur Wiederbcsetzung ausgeschrieben.

Pfarrpersonalien. Se. Kgl. Hoh. der Groß­herzog haben den von dem Freiherrn M. v. Lconhardi auf die eoang. Pfarrstelle zu Groß-Karben präsentierten Pfarr­verwalter Friedr. Andres daselbst bestätigt.

* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Gust. Herbst nu§ BernLfcld die Lchrer- stelle an der Gemeindeschule zu Billertshausen, dem Schulamts­aspiranten Ludw. Schwank aus Darmstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Trebur; dem -Schulamtsaspiranten Jos. Schumacher aus Klein-Hausen eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Münster (Kr. Dieburg). Erledigt ist die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der

Gerichts-aaL.

Ludwigshafen, 15. Okt. In der heutige Auffichts- ratssitzung der Ludwigshafener Walzenmühle wurde beschlossen, der auf den 18. November einzubcrufenden General­versammlung die Erhöhung den Aktienkapitals um eine' Million Mark vorzuschlagen. .

Dessau, 16. Okt. In dem Prozeß wegen des Ern- br uchdiebsta h 1 es in die anhaltische Landes-Haupt« lasse erkannte die 3. Strafkammer des Landgerichts gegen den ehemaligen Restaurateur Wilke auf 8 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, sowie Stellung unter Polizeiaufsicht, gegen Frau Nischan wegen Hehlerei auf IV2 Jahre Gefängnis, gegen Fräulein Kuß und Frau Wilke wegen Hehlerei auf je 9 Mona«. Bei den weiblichen Angeklagten wurde ebenfalls auf Polizmaufftchi erkannt. ____

mit sie noch rechtzeitig zugestellt werden kann.

Adrehbuch-Verlag

Vriihl'sche UniverMs-Vuch u. Steindruckerei. R. Lange.

Sport.

" Der G a u v e r b a n d IX (Frankfurt a. M.) d e S D e u t- scheu Radfahrer-Bundes, hält am 18. Oktober zu Frank- full a. M. seinen Haupt-Gautag.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 16. Oktober 1908.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Die gestrige Sitzung unseres Stadtparlaments war -von sehr kurzer Dauer. In der öffentlichen Sitzung be- schäftigte man sich hauptsächlich mit einer Eingabe der Fleischerinnung, den vor 8 Tagen gefaßten Beschluß, in der neuen Kühlanlage das Kohlensäuresystem einzuführen, wieder aufzuheben unb dafür das 'Ammoniakverfahren zur Kälte­erzeugung zu benutzen. So sehr wir die Mitarbeit der inter­essierten Fachkreise an den Aufgaben der Stadt begreifen unb (bie grünbliche Erörterung ber aus den Kreisen ber Bürger­schaft an die Stabtverorbneten-Versammlung gerichteten Ein­gaben für wünschenswert halten, ebenso sehr halten wir den ablehnenben Beschluß ber Versammlung ohne weitere Beratung für berechtigt. Die Angelegenheit schwebt so lange, daß die Jntereffenten Zeit genug gehabt haben, i()re_ An- -sichten zu äußern unb ber nachträglich von ber^Fleischer- Innung eingenommene Standpunkt verliert sehr an Bebeutung, wenn man sich die Zahl ber dahinter Stehenden vergegen­wärtigt. Man erschwert die Geschäfte ber Versammlung zu Unrecht, wenn man in bieser Weise wohl erwogene Be­schlüsse bekämpft. Damit ist in ber Tat niemanb gebient.

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II.

Der in 1909 geivo sich in ber werben.

Reslekta zum 20. Okt Die Bet kmzusehen.

Gießen Großh.

* Der Irrgarten des Milliardärs. Jo^r D. Rockefeller, der Petroleumkönig von dkordamerika, hat sich tit den letzten drei Jahren auf seinem landschaftlich fd^öit gelegenen Besitztum auf den Pokantikobergen im Staate New York mit einem Kostenaufwand von einer Million Dollar einen Marmorpalast er­bauen lassen, ber seinesgleichen in den Bereinigten Staaten nicht hat. Dort, im Anblick des Hudson, hofft Mr. Rockefeller vor den ausdringlichen Besuchern ungebetener Gäste sicher zu sein, um) er hat, um dieses Ziel vollkommen zu erreichen, die Zugänge seiner neuen Residenz in einem Labyrinth von Wällen und ge­heimen Fußgängen verborgen. Ein unterirdischer Gang verbindet das Hauptgebäude mit einem für Kinderspiele bestimmten Pa­villon. Zwei Wege, die zu einer verborgenen Pforte führen, er- möglichen es dem Milliardär, sein Haus zu verlassen, ohne da« etwaige Beobachter den geringsten Anhalt über das Ziel seiner Fahrt gewinnen können. Hunderte von Riesensträuchern, von denen einige 40 000 SitarE das Stück kosten, wurden angepflanzt, mehrere Alleen leiten den Fremden in richtige Sackgassen, und die um den Palast Rockefellers führeirden Fahrwege sind mid) einem raffinierten System so angelegt, daß unwillkommene Be­sucher überall hin, nur nicht nach dem Buenretiro des Petrolerun- königs gelangen können.

Kleine Tageschronik.

Nach einer amllichen Meldung ist der Brandherd auf der ö n 1 g s g r u b e völlig a b g e b ä m m t. Ter Betrieb geht wieder in vollem Umfange vor sich.

In Karlsruhe ist die Gräfin Rhena geb. Freim v. Beust, die am 10. Juli 1850 geboren, Uni) feit dem 17. Mai 18" mit dem verst. Prinzen Mttrl von Baden vermählt lvar, gefteni gest 0 rben.

Zeppelin durste dem Vernehmen nach am Mittwoch emt Probefahrt mit dem fertig gestelltenZeppelin I." antreten.

Wilbur Wright iviib sich wahrscheinlich noch vor seiner Abreise um den Preis f ü r Höhenflug bewerben.

Tas französische UnterjccbootFresne l" ist beim Einlaufen in den Vorhafen von XI a Rochelle auf Grund geraten und gesunken.

Mädchen in die Gymnasien unb Realanstalten als eine nur unter bestimmten Voraussetzungen zu geftattenbe Ausnahme- maßregel betrachtet werden soll, bie ber besonderen Ge­nehmigung bebarf, unb zu unterbleiben haben wirb, fobalb auf anbere Weise für bie Vorbilbung ber Mäbchen zu höheren Studien gesorgt ist. Auch behält sich die Behörde in jedem Falle vor, die Genehmigung ohne weiteres zurückzunehmen, wenn bie Entfernung eines Mädchens aus ber Knabenschule aus irgend einem Grunde geboten erscheint.

** Schützet die Tiere. Die Großh. Regierung be­absichtigt eine Verordnung zu erlassen, die die Verwendung von Hunden zum Ziehen der Wagen verbietet. Da­mit würde sich die hessische Regierung ein Verdienst auf dem Gebiete des Tierschutzes erwerben, der Nachahmung in an­deren Staaten verdiente. Die Verordnung soll schon in den

hat begonnen. Das während der großen Fenen etwas ein­tönige Straßenbild hat wieder sein gewohntes charakteristisches Gepräge bekommen. An 10 Mitglieder des freiwilligen Feuerw ehr korps, die ihm länger als 25 Jahre ange- hören, wurden von der Stadt Diplome verliehen. In dem nahen Bürgeln fiel gestern eine Frau eine Treppe, hinunter und brach das Genick. Der Verkauf des Gern ein de ob st es brachte in diesem Jahre im Kreise Frankenberg 11 506,75 Mk. ein gegen 3 477,85 Mk. im Vorjahre.

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Adreßbuch 1909.

Hm Freitag dem 16. unb Samstag dem 17. (Oktober werben den Hausbesitzern ober beren Stellvertretern bie Hauslisten zur Personenstands-Ausnahme vom Trägerpersonal bes Gießener Anzeigers zugestellt.

Um bie schnelle unb möglichst fehlerfreie Herstellung bes Adreßbuches bewirken zu können, bitten wir bie Haus­eigentümer bezw. beren Stellvertreter bringenb, bie Listen unverzüglich

zur eigenhändigen Ausfüllung an bie Hausbewohner weiterzugeben, den eigenen (Eintrag vorzunehmen unb bie Liste bann

zur Abholung durch den Revierschutzmann bereit zu halten. Um bie Nachprüfung ber (Einträge an (Ort unb Stelle bewirken zu können, bitten wir, bie Liste

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nächsten Tagen in Kraft treten. o

** Der Zonentag der Rhein -Marn-Lahn- Zone des deutschen Keltnerbundes beschäftigte sich mit dem Antrag des Bezirks Glesien, den Sparzwa.ng für die Mitglieder des Beides aufzuheben. Begründet wurde der Antrag damit, daß der Zwang, der für die ersten fünf Jahre der Mitgliedschaft ausgeübt wird, in vielen Fallen für die jüngeren Kellner lästig sei und diese daher vom Ein­tritt in den Bund zurückhalle. Die gegen den Antrag Gießen vorgetragenen Gründe waren jedoch so durchschla­gend, daß er zurückgezogen wurde. Schmiedel-Mainz re­ferierte über das Animierkneipenwesen in der Zone. Er wies darauf hin, daß in Mainz unter 1100 konzessionierten Wirtschaften, Hotels und CafLs sich 950 Animiert ne i Pen be­finden, Worms deren 400 habe und auch in Würzburg kern Mangel daran sei Es sei bedauerlich daß in diesen Plätzen gegen das Unwesen bisher so gut wie gar Nichts geschehen sei. Gegen Wirtschaften mit Damenbedicnung, m denen die guten Sitten nicht verletzt und die Gäste nicht mit schlechten Weinen zu den höchsten Preisen ausgebeutet werden, haben auch die Kellner nichts einzuwenden. Der Redner schildert die Verhältnisse, wie sie sich zum Nachteil des reellen Gast­wirtsgewerbes entwickelt haben, er bezeichnet die Mehrhell der Wirtschaften in Mainz als wahre Eiterbeulen, als Stätten der Unzucht und der Ausbeutung, die dem Gast­wirtsgewerbe zur höchsten Unehre gereichen. Man müsse verlangen, daß Wirtschaften mit Damenbedienung nur bis 11 Uhr Konzession erhalten; das Beschäftigen von Kellne­rinnen in Hotels sollte überhaupt verboten werden. Der Referent erklärt, daß der Bezirk Mainz in Versammlungen und in der Presse gegen diese Verhältirisse energisch ange­kämpft habe, sich auch an die maßgeblichen Behörden, Stadt- und Kreisvertrelnng, gement)et habe, um eine Abstellung dieser wahrhaft beschämenden Verhältnisse herbeizuführen. Würde deru Animierkneipenwesen in Mainz, Worms und Würzburg energisch entgegengetreten werden, so würde die Mädchenwirtschast erheblich eingedämnll werden, an Stelle der Animierkneipen wäre Raum für reelle Wirtschaften, in denen Kellner die Gäste bedienten, womit eine Milderung der Arbeitslosigkeit unter beit Kellnern der Zone erreicht würde. Die Versammlung beschloß, eine Eingabe an die Be­hörden in Mainz zu richten und diese darin zu bitten, den unwürdigen Änimierkneipenverhältnissen durch Gesetze und Verwaltüngsmaßnahmen entgegenzutreten.

O Großen -Bus eck, 15. Okt. Der Rechner ber hiesigen Spar- und Vorschuß-Aktiengesellschaft, Herr H. Schmidt VI., ber ca. 21 Jahre lang mit aller Sorgfalt seine Stelle zu allseitiger Zufriedenheit versehen hat, legte vor einigen Tagen mit Rücksicht auf sein hohes Alter sein Amt nieder. Als Nächfolger wurde in ber am 14. d.

Bürgermeister Dr. Glässing unter Ueberreichung einer goldenen Uhr. Auch zahlreiche Deputationen und Vereins- Dorftänbe, darunter Oberlehrer Lösch für den Darmstädter Lehrerverein und Hauptlehrer Huff für den Landeslehrer­verein sprachen dein Jubilar die besten Glückwünsche aus.

Mainz, 14. Okt. Im Gemarkungsslreit zwischen Ko sth e im und Kaste 1 liegt jetzt das Urteil des Kreis­ausschusses vor. Es ist darin gesagt, daß ber Anspruch der Gemeinde Kostheim materiell gerechtfertigt, sei, wenn die im Vorbehalt vorn Jahre 1839 statuierten tatsächlichen Aenderuitgenin dem Falle einer ctmaigcn Schleifung ober sonstigen Veräuberuitg ber Festungswerke" usw. eingetreten wären. Dies ist aber nacy Ansicht bes Kreisausschusses nicht ber Fall. Die Tatsache, baß bie Festungswerke zu einem großen Teil noch nicht beseitigt unb bie Rayonbeschrankungen für größere Gebiete noch in Geltung finb, beweise, daß Kastel als Festung noch nicht geschleift anzufehen ist. 'Solange aber ein 10 wichtiges uns umfangreiches Befestigungswerk, wie dieLünette H hheirn", als solches, wie aus der teilweisen Ausrechterhalt g der Rayonbeschrärllüngen gefolgert wer­den muß, beste kann die in der Verfügung enthaltene Vor­aussetzung b. . Ohleisuug der Festung nicht als weggefallen bezeichnet toerL.it.

lj Marburg, 15. Okt. Der Zuzug von Studenten zu dem Winterje mester, das heute semen Anfang nimmt,

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Sollte in einem Grundstück Keine Lifte abgegeben werben, so bitten wir um sreunbliche Benachrichtigung, ba«

Nefigen freisinnigen Parteileitung auf Vesragen gewiß auch bestä- tiat werden mürbe.

" Von einem Eingehen auf bie einzelnen Falle sehe uy oatjer vuch jetzt ab. .

Wir haben hievzu folgendes zu bemerken: _

.1. Die Annahme,daß ber von uns im Jntcrope ber Amgwü der beiden liberalen Palleten bedauerte Beschlußvon der .tcucyicht- «nahme auf die Wünsche ber nationalliberalen Landesparteileitung beeinflußt" worden sei, war bei den hiesigen Verhältnissen eigene stich bie einzig mögliche, wenn man dem Beschluß einigermaßen »Verständnis abgewimien wollte. Uebrigens wird ber Beschluß

national liberalen Vereins nicht vvn allen Anhängern der

2. ^ie 'Behauptung ber vorstehenben Zuschrift, baß die Un­terstützung der Kandidatur Heyligenstaedt durch die Trci)innige Par­tei nicht bedingungslos erfolgt sei, ist unzutrenend. Nach dem iuis vorliegenden Beschluß des freisinnigen Vereins vom 2. Jmmar 1907 erfolgte bie Unterstützung* bedingungslos.

Stadtv. Krumm hat mündlich erklärt, daß er nunmehr ftine /Kandidatur niebertegen unb bie Sozialdemokraten für Dr. Gut- fteisch eintreten ivütbeit. ,

Die Zahl der zii den Wahlnumnerwahlen Wahlberechtigten be­trägt nach Erledigung der angegangenen Reklamationen in un- fera? Stadt 2980. Zu Wahlmännern wählbar find etwa 2dUU WSHldr.

Wahlbezirk Erbach-Michelstadt.

Die ©OAialbcmotraten haben im Landtagswahlkreis Mwach- Michelstadt das Gemeinderatsmitglied H a s e n z a h l von Erbach als Kandidaten ausgestellt. Außerdeui kandidiert der seitherige Abg. Läng, der von den Nationalliberalen unter Unterilutzung des Bundes der Landwirte aufgestellt ist und der freisinnigeBau­unternehmer Rein von Michelstadt.

Wahlbe-irk Wald-Michelbach. .

Wie dasMainz. Joirm." niitteilt, will das Zeiitrum keines- -wegs das hiesige Mandat bem Wahlrechtsgegner Dr. H ei d e n° reich kanipflos überlassen. Das Zentrum verfuge über 18 von 37 Wahlmännerstimmen und cs hoffe durch $erbanbhmgen mit anderen Parteien zu erreichen, daß anstelle Dr. Heldeiirelchs em ,WahlrechtSsreund gewählt werde.

Gemeindeschule zu Reuters.

* In den Ruhestand versetzt wurde der Gerichts­vollzieher mit dem Amtssitz in Alzey Wilh. Staubach auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, sowie unter Verleihung ber Krone zum Sil­bernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.

Abgelehnte Berufung. Prof. Dr. Walther chatte vor kurzem von der Großh. Staatsregierung einen ehren- vollen Ruf als Direktor der Hebammenlehranslalt und Ent- bindilngsanstali Mainz erhalten. Er hat ihn aber abgelehnt, ba er in seinem hiesigen Wirkungskreis zu verbleiben wünscht.

Zulassung zur Rechtsanwaltschafi. Der Rechtsanwalt Dr. Franz Meuser'zu Friedberg wurde zur Rechtsanwaltschaft am Landgericht ber Provinz Oberhessen zugelassen und die Zulaffung des Genannten zur Rechts­anwaltschaft bei dem Amtsgericht Friedberg zurückgenommen.

Mädchen in den höheren Knabcnschulen lAuf Grund ber seitherigen Erfahrungen hat, n. b.Darmst. !Ztg.", die Großh. Ministerialabteilung für Schulangelegen- cheiten angcorbnet# daß auch weiterhin die Aufnahme von

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