Ausgabe 
17.8.1908 Erstes Blatt
 
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fonfretn ein Gcrafieren der Risse im deutsch-sozialen* und BundeS-Bau erfolgt!*

-s- Laubach. 16. Aug Laut einer vor zwei Iabr.'n gt/* troffen en teftamentörrfchen Bestimmung tourbc die Leiche fr. >' traten Ernst »u SolmS-Lanbirch gestern bicrfrrr verbracht und in der Lladtkirche um 10 Uhr auigebahrt. Mit einem "Gottes­dienst begannen mittags 2 Uhr die TrauerseierUchkeiten. L'arrer Rebel hatte die TeMwrte: Lukas. S'.he, heute wirst du mtt mir im Taratnese sein seiner Betrachtun? unr-rlegt, anschließend an das jähe Ende dc4 i&nitorbenen, der plötzlich, als er mit seinem Tvhne im Garten spazieren g-.ng. durch einen Schlag­anfall getrosten, tot hinsank. Der Airchenchor sang zevci Lieber dann gab durch die mit Trauerfahnen geschmückte Stadt, dic ftottUt des 116. Inf-Regiments das Geleite, wobei btc Vereine und Schulklassen Spalier bildeten. Tie Leidtragenden, unter denen wir den Fürsten von Neuwied, den Grasen zu Solms-.Inenhenn ii. o, tu. bemerkten, die Grvßh. und Grüfl. Beamten, die Bürgev- nieistrr. Gemeindcräte und Lehrer der 5tonbcdfrnid»ft folgten dem Sarge bis zum Friedhof, wo der OrtSgeistliche daS letzte Gebet sprach. Mehrere Ehorüle wurden noch von der RegimentS- mufik gespielt und von der Trauerversammlung gesungen. Nach der Beisetzung wurden Kondolenz besuche im Schlosse entgegen- genommen Zn den biographischni Notizen sei noch mitgerellt. daß Gras Ernst seine Vorbildung auf dem Gymnasium -u TuiSburg empfing, wo er 1857 daS '.'tbitur»enteneramen bestand und das Studium der Rechte in «Böttingen und Berlin absolvierte, dann war er in Merseburg. Lobten, unb nrnnsturt a. At- al- Refe­rendar tätig, bis er 1867 daS Staatsexamen bestand In den Jahren 1870 und 1871 war er zur Verwaltung der französischen Territorien Nancy und Bouvagnc verwandt, später wurde er Kreisdirektor in Schlettstadt unfr Straßburg. 1901 wurde er pensioniert und wohnte in Tarmstodt, bis ihn Ende Mai 1908 eine königliche Order nach 9laumburg berief.

Kt. Bad-Nauheim, 16. Aug. Zu dem Projekt der elek­trischen Bahn Bad-Nauheim U fingen, das schon des öfteren aud) an maßgebender Stelle erwogen wurde, da die Linie nicht allein für die Kurgäste, sondern auch für die zahl­reichen Arbeiter in Ober-Mörlen und Umgegend von unschifr- barem Werte fein würde, äußert sich im Jahresbericht der Handels­kammer Friedberg ein Interessent iulgendermaß-.m: Eo ist bedauerlich baß von keiner Seite ernstliche Schritte unternommen werden. Nauheim mit feiner nächsten Umgebung Friedberg, den Wald, Johannisberg, Winterstcin, Psa'senwieSbach. zkranzderg, Ziegen- berg mit einer elektrischen Bahn zu versehen. Die Renta­bilität kann nicht auSbleiben. Tas staatliche elektrische Werk mit seiner Mustereinrichtung, wirst bis dato L-in soll sogar mit einer Unterbilanz arbeiten. Sollte es sich deslralb nicht leicht rentabel machen lassen, roenn der Staat die elektrische Bahn ausbaueil würde ? Wäre die Bahn Bad-NauheimUsingen auf elektrischem Wege nicht leichter auszubauen wie eine Boll- bahn'? Da auf die,er Strecke der Güterverkehr keine besonderen Dimensionen anninimt, würde der elektrische Betrieb vollständig genügen. Ein ftaallicher Zuschuß dürfte den aufgewendeten Mitteln dem Bade gegenüber uno dessen Prosperität gerechtfertigt fein. lieber die Pol i»ei in Bad-Naul-eiM sagt der Bericht: Tic Pozileiverhällniffe bedürfen einer gründlichen Reorganisation, wie dies schon öfters hervorgehoben wurde. Tie Zusammensevung sollte etne andere fein. Än die Polizei werden in Bad-Nauheim besondere Ansprüche gestellt. Tic Kriminalabtcilung ist mdM ge­nügend befett. Tie Ressorts sind zu sehr verquickt: das Amt übernimmt Angelegenheiten, die durchaus nickst frort bin gehören. Der Außendienst infolge der vielen Bureauarbeiten, ivirb von den aussickstführenden Beamten nicht in der Art versehen, wic dicS freut Verkehr gegenüber geschehen sollte. Die Leitung dieser Behörde arbeitet zu lehr vom grünen Tisch auS. Bet einem internationalen Badeplah, wie Nauheim, halten sich viele Öock- stapler auf. Es kommen mehr Diebstähle vor, wie geahnt roirfr. Hauptsächlick» kommen Hotclbiebstähle vor. die teils gemeldet, teils der Unzulrüglichkeit halber, nicht gemeldet werden. Die Zahl der Schutzleitte während der Saison ist viel zu gering, öS müßte urinbeften» die doppelte Zahl vorhanden sein.

R.B- Darmstadt, 16. Aug. Die Beerdigung des Sckul- tats Ludrvig Do sch erfolgte Sonntag nachmittag In der J-ned- Bofskapelle hatte sich eine zahlreiche Trauergemeinde versammelt, darunter als Vertreter des Ministeriums Oberregierungsrat Hein­richs, ferner Geh. Rat Prof- Tr. Kittler. Die G^>ächtnis- rcde hielt Pfarrer Rückert, der auch frie Einsegnung am offenen Grabe vollzog. Namens der Abteilung für Laiidwirtschast im Ministerium des Innern legte OberregierungSrat Heinrichs einen Lorbeerkranz nieder, namcito des stärps >starlenburgia-Gießen widmete dessen Präsident dem Dahingeschiedenen mit herzlichen Morten einen nranz und liamcnS deSHessischen Iagdklubs" ries dessen Borslhcnder, iLumnivrjicnrat Hickler dem verstorbenen Ehren- imtgliefr diS .nlubö herzliche Avschicdswvrtc zu. Zahlreich' lucitcrc Zfranzspenden gaben Zeugnis von der allgemeinen Berchrung, bereit sich der Verewigte zu erfreuen hatte. k

iv. Fulda, 16. Äug. Gestern nad:mittag 3 Uhr brachen <an der Baustelle bei dem bereits auSgevrvchmcn Gewölbe des m Reparatur befindlichen TunnclS bei Vollmerz auf der Strecke Elm-Gemünden, ipaftrenb des Verbauens schebeude Erd massen frurd>, frutd) die das Hauptgleis bis Uhr -10 Min. nachnnttags gesperrt Ivar. Tie Schnellzüge 89 und 90 von unb iuid) Münckreii unirbcn über Aschflenburg-vanau inngticUct. Der Betrieb konnte mit freut Pcrsonenzug 1005 mit 106 Minuten Verspätung iviefrer ausgenommen werdet!. Tas Gewölbe ist nicht eingestürzt. Sonstige Besck>ädignngen sind nicht vorgekommcu.

d. Wiesbaden, 16. August. Hier trieb eine drei­köpfige Erpresser bände ihr Unwesen. Von einem höheren Beamten auS Breölau erlangten die Erpresser 500 Mk., die in Wiesbaden ausgezahlt werden sollten, indem sie ihm hiit einer Anzeige int Sinne deS § 175 des Etr. G. A. drohten. Der Polizei gelang eS einen Täter festzunehmen, während die anderen nicht zu ermitteln waren.

Zeppelin.

Die Zcppclinmarle der Motor-Lustschiff-Studien- Gesellschaft tvird am 25. August zur Ausgabe gelangeit. Tie ^tudiengesellschaft hat den Industrie- unfr Handels kreisen Deutschlands die Anregung gegeben, am 11. S.plembcr ihre gesamte Post, nantcntlid) fric Ausland^ost, mit der Zeppelin« marke zu befieben.

Wie aus Konstanz mitgeteilt wird, haben einige arme schwäbische Bauinfamtlien dem Grasen Zeppelin einige Säcke Startoffeln gesandt, mit der Bitte, diese nützlichen Vik- tualien von ihnen zum Geschenk anzunehmen.

In Butzbach bewilligte der Gtemcinfrcrat 300 Mk.

Bei der Allgemeinen Rcntenanstalt sind bi# jetzt ettvad Mehr a I # eine Million für Zeppelin eingegangen.

Spenden.

Die Sammlung deö Gießener Anzeigers:

Bisher quittiert Mk. 2031.55. A. 5t. 2, 2 Gelnbäuser 7 Restaurant zum Augustiner LI, Stammtisch (Restaurant Augusrmer) b Wollgang tochmidt 2, Gerhard Schmidt 2, Lima Schmidt 1 2lrnold Lchnudt 1, Ludwig Bücking, Quartaner, n, 1. L. 5, Fr. P. u. E. H. 10, R. R. 6.50, TL R. 2, zusammen Mk. 2104.05.

Don anderen Luftschiffen.

Am Samstag flieg der Parfepalfrallou in Tegel unter Führung des Hauptmanns v. strogh auf. Bei der Landung, als der Motor bereits abgcfMit war und die Soldaten des Lustschisserbataillou das Schlepptau noch nicht hatten er avetstn können, trieb bet Ballon mit seinem hmterrn Ende sanft gegen ewige .'liefern, .vier bei drückten sich einige Zwerge durch die rechte StabilitätSstäche. Bis auf einige kleine Risse blieb der Ballon unverletzt Nach 35 Minuten stieg er bereite ivicbcr auf und men cvicr; .ch cti.-c. c: . Viertelstunde lang, um dann glatt zur Erde w gehen

Der amerikanische Lenkbailon von Ba l dtp, i. bestand

alle Proben und rourc: uon der Regierung abgenommen. Tas Luftschiff fuhr 32 Kilometer in der Stunde.

Für die internationalen Ballon-Wettfluge am 10. und 1L Oktober gelegentlich des Gordott^ Bennett- Rennens der Lüfte von der Oktoanftalt Berlin Schmargen­dorf aus sind über 75 Ballons genannt.

G.ne französische.lational cubfript on für Lenkbalon^ lvird von dem Sckzo de Part. ' auf i-runfr der dcg isterung angeregt, die sich in Deutschland für Zeppelin und sein $?en fo imponierend bekundet bat. Das nationalistische Blatt veröffentlicht mehrere Schreiben mit dieser Forderung, von 'benen sich besonders fra? einiger junger Franzosen, die in Deutschland ihre Studien vollenden, durch seine lange Be­weisführung auszeichnet. Sie heben besonders hervor, daß sie als Zeugen der deutschen Begeisterung festzustellen Der- mochten, wie sehr aufoet wifsntfchaftllchcn auch militärische Motive bei den Massen in dieser Hinsicht sich Bahn brechen und daß somit die Franzosen, roenn fte ihren Ruf als Patrioten wahren wollen, nicht hinter den Teutschcn zurück- fteben dürften. Es wird bereits alS wahrscheinlich bezeichnet, daß etne gemeinsame Aktion der Presse im Hinblick auf die Subskription vorbereitet wird.

(ßcridnstanL

Straßburg i. E, 17. Aug. I" Sachen der bekannten B e 1 e i d i gu n g s k l a g c der P r ü f u n g S - K o m m r f s r o n des Prinzen August Wllhclm von Preußen bat die Staatsanwaltschaft wegen vorliegenden öffentlichem 3nterej|c die Anklage von AmtS- roegen erhoben.

Universität».Nachrichten.

Friedrich Paulsen j- Die deutsche Wiffenschait hat einen schweren Verlust erlitten: Professor Friedrich Paulsen, der berübmte Philosoph und Ethiker, ist im Alter von 62 Jahren in Steglitz gestorben. Paulsen, der am 16. Juli 184G zu Sannen- boni in NordirieSland fSchleSwig) geboren roiirfre, bat der Beiliner llniversität länger als cm Menschenalter angehört; lb76 ließ er sich dort als Prwatdorent nieder. 1878 wurde er anßerordenfr lieber, 1806 ordentlicher Profesior. Er lehrte Philosophie mw Pädagogik. Groß ist die Zahl der Schriften, die er hinterlassen bat. Er beschäftigte sich viel mit Kant und mit der Geschichte des Unterrichts und höheren BildungSwefens. Bekannt ist seine .Ein­leitung in die Philosophie-, feiner sein Buch »Zur Ethik und Politik-, gesammelte Vorträge und Slust'ätze.

In Darmstadt ist am 15. August Geheimrat Professor Dr. Georg Schäfer im 86. Lebensiahre geslorbeii. Schä'cr war am 13. April 1823 in Mainz geboren worden. Er studierte hier in G i e fr c iu Bald nach Begründung der Tarmslädter Tech- uifchen pochschiile wurde Schä'cr zum Toienleii für Kunstgeschichte und später zum ordentlichen Proiessor berufen, als welcher er lange Jahre hindurch eine reiche, vielseitige Tätigkeit entfaltete, biS er am 1. Juni 1901 in den wohlverdienten Ruhestand trat. Er wurde damals zum lebenSläckglicheii Mitglied deS großen Senats der Hochschule berufen. Auch sonst wurden dein nun Tahm- gefchiedeiicn, der auf dem Gebiete der Kunstgeschichte als Autorität galt, zahlreiche AnSzeichnimgen unfr Ehningen pi teil. Von seinen wiffenschaftlichen Arbeiten ist vor allem feine Tätigkeit als Anreger unfr ThtberauSgcber der .hessischen Slimftfreiifmälcr* zu erwähnen, ferner die Auffindung der Emhärfr-Basilika bei Michelstadt, die als zerstört galt. Er war im Bentz einer wertvollen Gemäldejamm- hing, die unter den Darmstädter Priocttfammlungen eine hervor­ragende Stelle emnahrn und von Kunstliebhabern sehr geschätzt wurde.

vermischtes.

* Bier Tage unfr vier 'Nachte hilflos im Walde lag fric 20 jährige Frieda Z. aus Berlin- Tas Mäfrckx-n hatte bei einem Unfall betbc Beine verloren unfr mußte k<shalb Linftiidjc Stelzbeine tragen, mit bereit Hilfe sie recht gut vonvärts kam. Am Montag vormittag fulyr fric Z. nach Köpenick unfr mackste einen Spaziergang in fric Wulsthcid.-. Sie tourfr: durstig, unfr um den Turst zu lösckien, schnallte sie fric künstlichen Beine ab unfr krock) ans Ufer der envas tief liegenden Wühle. Währenfrfresfen nahten drei junge Leute ber Stelle, an der die cünstlichen Beine lagen. Zwisckien ihr unb der Trinksvrttc bcsanfr sich ein dichtes Gestrüpp. Die drei, fric die möglich.-nveise nidst sahen, eigneten sich die Beine an unfr entfernten sich damit. Erschrocken rief ihnen das Mäbck)en nad), dock) vergeblich. In verzivciselter Stimmung kroch nun das Ätäfrchcn zurück nad) einem dichten Gestrüpp, unter dem es such iticbcrltefj. Sie stie Hilserufe aus, dock) da fric betreffende Stelle gänzlich abgelegen ist, so verhallten fric Ruse ungehört. So war denn das befraucrndiperte Geschöpf gczivungen, den ganzen Tag unfr auch fric "Nacht über hilflos int Walde zu bleiben. Aber auch am nächsten Tag änderte sich bie Situation nicht. Tie Z. wurde immer kraftloser unfr als auch am dritten uno vierten Tage niemand der f reg lüften Stelle nahte, ergab sich daS junge NKidchen seinem Schicksal. Es wäre aud) zweifellos elend verhungert, tttim nicht zufällig Tonners- tag abciib einige Kvpenickcr Bürger an ber Stelle vvrübergckvmmen wären. HUferuse konnte die Unglücklickv nicht mehr ausstoßen- Sie war zu fdxtvadj dazu. Die Spaziergänger sahen die Mtvifrcr aus dem Gestrüpp herausschünmern, und als sie am traten,

fanden fte dao junge Madclien in einem außerordentlich beklagens­werten Zustand Dor. Anfafscn durften sie das whidckxn nicht, es schrie sonst schmerzlich auf. Sie war kaum fähig, über iHv: Persönlichkeit die aUmwinxnbigften Angaben zu machen. Man benachrichtigte die Polizeibehörde in Kvpenick unb biese ließ fric Z ui einem Zttankemvagen nach dem Köpenicker strankenhauS bringen. Tic künstlichen Beine imirfrcn auf dem Bahnhof Sadowa als Fuirdobjekt abgegeben. Nach weitercn Meldungen soll eS nid l zutte'ieil, ixife die rünftlidicn Beine auf dem Bahnhof in sabowa als F-undobjektc abgegeben sind. Tie drei jungen Leute hatten vtelmchr m böswilliger Weife ge- handelt. sie lallen kurz vorher in einem Restaurant in ber Nachbarickaft Billard gespielt unb gar kein Geld bei sich. Tas verzweifelte Rufen ber Z, daS sie unbefrin it hören mußten ruhttc fric re Mi Gesellen keineswegs. Mitsamt beit Stiefeln bie daran besestiqt waren, nahmen si? Beine fort. 39abrfd)cii> lid) btiten ftc fric Absicht, die künstlichen Beine, die einen Wert von 400 Mark Haden, in Berlin zu verkaufen, um dadurch wieder zu Gelfre zu kommen UebrigcnS soll fick) die Z-, da sie bic Miete nickst bezahlen konnte, bereitd^ wr vier Woavn aus ihrer Schla st Uc aus der Wcttzcnburaer sttaßc entfernt unb sich nackt her Tag unb 'Aadu iir ber Wuhlheide au'gehalten haben, wo fic von Beeren unb Krautern lebte.

<i>> Hauptmann von Röpent cf. Ter Schuhmacher Wilhelm Bolgt ist plötzlich begnadigt und aus der straf anstaltin 4. e g e l entlasten worden, nachdem er von den uicr Jahren, zu denen er veruncilt worden war, 20 Monate bei v o r z »l g l i ch e r Führung verbüßt hatte.

. AuS1 lügler-lluglück. Am Strcutbe von Calais ereignete ,ich am samötag eine entsetzliche Katastrophe. Es wim- melle am Ettanbe von Iusflüglcrn, die eui Extrazug anläßlich M ün AC ^ee geführt hatte. 6 Personen iammrltcn

^crafrc Muicheln aut dem Deich, als ein Dampfer vorüber fuhr. Sie wurden durch den hohen Wellengang w c g g e f p ü l k und ertranken hranlub Sterbend wurden drei Frauen und zwei Jhnber an bciMstraub gespült. Tie sechste LeiL, die cmes 14- icljnnen Mädchens, ist noch nicht gefunden. Bei einem Ver­gnügung S z u g von P a^r i s nach Bouloanc jur Mer ereignete H(b znnichcn ^otwres unb survillterS eine st ess e l e x p l oft o n

C1 d 1 c 1; r Hetzer unb ein Schaffner schwer H^ßen entgleisten, lnö Reisenfren bheben tefrod) Mafchinrsten wurde tm «Manb- gC T^uFTtc ,auin mit dem Leben fraoonkommen. «. .e stettclexpioiwn erfolgte wegen Ilnfrichttgkeit fre» Xnfele __

Ein von Ewa n so a nach Manchester gehender Ausflüg­ler zug stietz^trn Bahnbot Ercwe mtt einem Guterzugc ; u - i_am m en. ^>e Lokomotive be-> Ausstuglerzuges stürzte um Führer unb Vnzcr retteten sich durch .ibipnn<jen, bte* Pchsa^

gi-, kamen mit einer heftigen Erschütterung davon. ES Lcife. XL b r Führer des Ausflüglerzuges nicht auf bie Signale achtete.

Unsicherheit im Schwarzwalde! Eine entit^. licke Kunde kommt deute aus dem badt'chen Schwarrwalde. Bei Rtpvolbsau wurden am Samstag zwet ioutilien, Rech:> anwalt Fais: au5 Mannheim unb der Arzt zr. Iackinger aul ftöln, von e nem <?anbtrerf->buricben ü b c r f a 11 e n. Ter Arzt wu erfchoffen, der Rechtsanwalt 'ckwer verletzt 4.er Räuber ist teiber entkommen, öof'entlid) tun bte Behörden alle-, mch» nur um des Raubmörders habhaft zu werden, lonbern auch um fren begtünd ten Besorgntfsen aller «cd'iparimalbrrifenbenjete der gesamt :t Bevölkerung icner Gegend zu begegnen. Der s<dwarz- ivatb könnt- fonst letchr in argen Berrus ba allen Erholungsbe- frürftigtn geraten.

H(eine Taaeöchrontk.

In München stießen zwei Automobile so befiia zu­sammen, fraß beifre vollkommen zertrümmert wurden. Ein Pa»,'a- gu-r wurde schwer verletzt unfr ein des Wege- kommend-r verr derartig gegen bic Borbschwelle geichleufrert. fraß er sich einen schweren Schübelbruch und eine Gehirnerschütterung ruzog

In F ü r t b c r f r a n 11 e durch C'knuB iclbstgepslückter Pilze eine fünfkövfige Familie Vier sttnder befinden sich auf dem Wege der Genesung, cm lOidbrigcr Knabe ist gestorben.

In Düsselfrors verübte der wegen Morbversuch- an seiner I r a u vom Schwurgericht bereit- einmal mit 5«, Jahren Gefängnis vorbestrafte Rentier Wilhelm Hoben nmn »weiten Mordversuch auf feine Frau, indem er ihr fren £jal| durchi'chnitl Tie Frau liegt lebensgefährlich darnieder. Tn Täter wurde verhaftet.

Meldungen aus Siegen zufolge kam e- frort wndxn b*n Drübern Bu'ch unb ihrem Hauswirt, bei ihnen bic Wohnung gt« kündigt batte, |u einer Schlägerei Die Brüder Bufch fd luge» bic Mullcifchc Wohnungstür mit einem Beile ein. Müller nurbc niefrcrgefchlagen. Tiefer hatte auf die Angreifer mehre« R c v o 1 v e r f ch u f. f e abgefeuert. Untcrdesien ergriff einer der Brüder einen Topf mit siedendheißemWass er und fdjütttiÄ es über den am Boden liegenden Müller. Ter_ andere Bruder> stieß mit einem Messer auf Müller ein. Al- Straßenpaffantenf/ foerb.feilten zogen sich die Wüteriche zurück. JJ

In Fel ix seidbei Ratibor kam es zu einem Zkampf »wifchnt einem Wilddieb und dem Förster struppa. Ter Dilddied warf fren Förster zu Boden und brachte »hm schwere Biß- unb rkratzwundcn bei, worauf er flüchtete. J

In Hannover hat ein Mann namen- Stbrmann feint Frau mit einem Tafrfienmcifer erstochen Er wurde verhaftet..

In Lüttich wurde ein Tanamitattentat gegen fric Wohnung des Notars D a b o i i verübt. TaS EingangStor frei Wohnhauses wurde zertrümmert. Ter Notar ist sich nicht be­wußt. in Lüttid) unb Umgegend einen Feind zu besitzen.

In Paris wurde am Sonntag bic 54 Jahre alte Tucbcmin in ber Wohnung ihrer auf einer Badereise befindlichen Herrschaft mit durchschnittener stehle auigefunben. Sie war 1.» Ja bi e bei bei .xzerrsckmst. Die Polizei stellte fest, baß ihr e i g e n e r Sohn der Mörder war. Er hat sich durch größere Geld- ausgaben vcrfr.ichtig gemacht. Er wurde vcrhaitet und gestand den Mord ein. Er habe den Sonntag in lustiger Gesellschaft zubringen wollen unfr feine Mutter habe ihm das Geld dazu ver­weigert.

In Springftelfr (Amerikas wurde ein SOjä hriger unfckruldiger e g c r von dem Mob gehängt. Tie Menge versuchte, daS Zuchthaus zu stürmen, in dem die Schwarzen von den Truppen bewacht wurden und nahm erst davon Abstand, als Kavallerie anrückte, lieber Springfield ist der Belagerungszu- itanl) verhängt worden. Tie Stabt wird von 3000 Solbitm bewacht

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Märkte.

le. Frankfurt a. M., 17. Aug. (Cria.-2elegr. desGieß. Anz/) AmtlicheNotieriuigen der lieuliflen ,,ruchtmarttpreisk. Weizen Alk. 00.00-00.00, Klirhejsischer Alk. 00.0000.00, La «lau Alk. "3.5023.75, fianfa-5 Mk. 23.00- 23.50, Rogge» (biehgen Alk. 18L000.00 Gerste (Welteiaucrl Mk. 20.5021.00, »ranke» selber Mk. 21.50-22.50, Paser 17.50-18.00, MaiS Mk. 16.00-16.50. Weizciunebl Dik. 31.00-31.25, 00UO, 2. Qualität Mk. 8u.ä<) bis Alk. 30.25, 3. Qualität Alk. 28.5028.75, Roggemnehl g

Alk. 22.25-29.50, l.Cunlüäl Mk. 28.25-28.60, Weizenkleie Alk. 11.äu bis Mk. 11.25, Roggeickleie Mk. 12.0012.50, Maiskeime Mk. 1.300 bis Mk. 18.25, Franken, Pfälzer, Ried Alk.00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

le. Frankfurt a. M., 17. Aug. (Teleqr. Orig.-Benchl des »Gieß. Auz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 408 Ochsen, 89 aut Oesterreich 56 Bullen, 2 auS Oesterreich, 915 stiihe, Fersen, Stiere und Rinder, 303 Halber, 226 Schase und Hümmel, 1923 Schweine, 0 Ziege, 0 Ziegenlämmer, 0 SdjaUämmcr. Bezahl t wurden hit lOu Psnud Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 8285 Mk, 2. Qualität 74-76 Mk., 3. Qualität 60-64 Mk.: Bullen: 1. Dual. 6769, 2. DuaL 62-61 - Rübe 1.

2. Qual. 67-69 Alk* 3. Qual. 54-56 Alk., 4. Qual. 0000 Mk, 5. Qual. 0000 Mk. Bezahlt wurden sür das Psund Schlacht­gewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebeudgewichi 5556 Pfg., 2. Qualität 84 92 Psg., Lebendgewicht 50 - 54 Pfg, Schlachtgeiv. 6872 Psg.; Schafe : 1. Qual. Schlachkgew. 82 dis 00 Psg^ 2. Qual. 7476 Pfg. Schweine: 1. Qual. 7100 1'. Lebendgewicht 56,000 Pf., 2. Qual. 6970 Pi., L'cbenbgeroubi 55,0-00 Pfg., 3. Qual. 60-67 Psg., Lebeubgewlcht 00- 00 Psg. Geschäst bei Hornvieh gut, kein Ueberftaub.

Olicßcner Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hesfeu am Dienstag den 18. August: Abnehmende Bewölkung, am Tage etwas wärmer ol< heute. Aussicht auf Besserung tu den nächsten Tagen.

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Griginal-Drahtmeldunsen.

R.B- Darmstadt, 17. Aug. Oiestern nachmiltoa über­fiel eine Rotte von 56 Burschen in der Tanne ein Liebes- p ä rd>c n. Sie schlugen fren Begleiter, einen Sergeanten, in bic Flucht unb beruhten an dem Mädchen ein Sittl.-ichkeitsve» gehen. Man hat bis jetzt nock) keine Spur von den Unbolbcn.

91© m, 17. 2(ug: Ter türkische Botschafter erklärte gegen­über einem Journalisten, cs fei aofolut urmduij. daß bie tur» kischen Bc Hörden die fremden Lfsiziere unb Ae- airrtcn, bic sich gegenwärtig in Mazedonien bennven, zu entlafse» gedenke. Tie Lage dieser Beamten würde keinerlei Verunberung erfahren.

Lo n do n , 17. 2lug Tally Dlail meldet au- Äonstmitinopel- Ter Ministcrrat habe befchtosfen, daS Gefängnis in State« bul Niederreißen zu lafien unb an dessen Stelle ein Par­lamentsgebäude zu crriditeiL

Paris, 17. Äug- Eckjo bc Paris meldet cu5 Sanbei: Vertreter hervcrragcn^r Finanz-Institute betten sich verpflichtet, unter normalen Bebingungen eine Summe van 125 Millionen ifunb Sterling zusavnncnjubringen, bic dazu denen sollte, wlb- renb der nächsten Jahre den deutschen Flotten bau » s cha ch zu halten, ohne fraß dadurch das gewöhnliche Budget sein Gleichgciricht einbüßte. L'c- Haidle sich nicht um eine eigen!« Uche Verstärkung der cngl,sck<n Flotte, sondern um eine lai. frie Tauid.ianb beweisen solle, baß cs nicht länger auf die schwierig kett Englanbo. Gelder für feine Flo::e:iversun^ungen zu finden, spekulieren dürfe.

3 b Hon bot in ganz Nor^-Italini ^"?rrnc Verheerungen angrrichtet. Tie W-.inerntr 'st größtentells vernichtet

Casablanca 17. Auz. Abdul Asi« lagert 3 Scg- stunden von Marake,ch ent'crnt. Ec erhielt von den Strmmen der von rhm berührten Gebiete viel Zuzug

London, 17. -Kuq. Wie frei ..Daily tclegrns" melde-, wird aiig.-f.ckts , des Wetteifers in Den Mariner-ft- ungen de Aufnahme eines Anlehens von 100 M»l- I io n e n P .id -t.rl.ng in Enrägung gezogen Mehrere Fmanf- ^nftuute jolirn t.rai inn, die cunrac zum Norr inolwcrr au- nckrmgen uns ewluCrcid: Mitgli.-frer frcS Kabinetts soll« für den Plan eingenommen fein.