Samstag 1. Februar 1808
158, Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 27
Mehener Anzeiger
Vttcbetnt täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Gberheffen
Dte .Giehener Famtlienblätter" werden dem ^njetger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Mietsblatt für den Kreis Giehen" zweimal «»Zchenllich. Die ..Landwirtschaftlichen Zett- tragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersnäls - Buch- und Stemdruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag:
Redaktion: 112. Tel.-Ad ru AnzergerGleßen.
— Im Reichstage brachten zur zweiten Lesung des :s Liebert und Genossen eine Resolution ein, in
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um das Kabinett in
ren gewisse Leutchen ausaezogen, den Sand zu strecken, und einen
das Hornberger Schießen; man war darauf ausgegangen, der Negierung Clemeneeaus ein Bein zu stellen, aber dieser Versuch war ein Fehlschlag. Deutschland kann mit dem Ausgange dieser Debatte vollständig zufrieden sein, wie Herr Delcassg mit Galgenhumor im Foyer zu bemerken geruhte. Mit Eifer waren gewisse Leutchen
der die Regierung ersucht wird, durch besonderes Reichs- gesetz eine Ergänzung des Strafgesetzbuches dahin zu erwirken, daß den nach ihrer körperlichen und geistigen Beschaffenheit zum überseeischen Strafvollzüge geeigneten und innerhalb von bestimmten: Altersgrenzen stehenden Verurteilten auf Ansuchen durch die Strafvollzugsbehörde gestattet werden könne, eine auferlegte längere Freiheitsstrafe in einer deutschen Strafkolonie (Südseeinsel) zu verbüßen.
Augenblick lang schien auch die Situation gefährlich zu werden, als Herr Deleassg in die Arena hinabstieg und stolz das Roß der hohen Politik tummelte, aber es hat sich wieder einmal gezeigt, daß der Franzose sich sehr schnell an Aeußerlichteiten berauscht und heute einem schönen Redner mit hübschen nationalen Phrasen Beifall klatscht, während er morgen ebenso dem ®ccjner zujubelt. Als Deleasss seine glänzend geführte Verteidigungsrede vom Stapel ließ, war alles wie geblendet, aber dieser Bluff verpuffte über Erwarten schnell, als die Ernüchterung kam und man merkte, daß Herr Deleasss eigentlich nur sein eigenes hohes Lob gesungen und seine Verdienste über Gebühr erhoben hatte. Man merkte die Absicht und wurde verstimmt. Im Grunde genommen kann das Kabinett Herrn Delcassö nur dankbar sein, denn gerade sein Verhalten verhalf ihm zu einem billigen Erfolg; kühl und nüchtern legte Herr P i ch o n die Situation dar, nur seine Schlußworte, in denen er betonte, daß der französischen Politik nichts ferner liege, als irgend eine Macht zu isolieren, sprach er mit erhobener Stimme und gerade dieser deutliche Hinweis auf die Friedensliebe Frankreichs machte großen Eindruck, zumal er im wohltuenden Gegensahe zu der Großsprecherei Deleasses stand. Es kam den Deputierten wieder in Erinnerung, wie Herr Deleasss mit seiner ehrgeizigen Politik leicht einen Weltbrand hätte entfachen können, dessen Ausgang wahrscheinlich weit demütigender gewesen wäre, als die Nachgiebigkeit Frankreichs hinsichtlich der Einberufung einer Marokkokonferenz. Herr Deleasss hatte eben den Augenblick, sich in empfehlende Erinnerung zu bringen, herzlich schlecht gewählt. Es wird wohl noch geraume Weile dauern, ehe er wieder einmal seinen Einzug am Quai d'Orsay halten wird, wenn je überhaupt. Das Kabinett Clemeneeau steht noch immer fest,obwohl gerade die Maookkofrage ihm leicht zum Verhängnis werden könnte; weil man in weiten Kreisen des Volkes wie des Parlaments die Sache herzlich satt hat, zumal für Frankreich dabei nach Lage der Dinge sicher nicht viel heraus kommt. Man muß sich eben an den Algecirasvertrag halten und tut dies nolens volens, weil man sich sagt, daß ein Ueberschreiten der Bestimmungen sofort wieder Verwick- lungen Hervorrufen könnte. Da nun aber leicht, wie die Er-
nimmt; namentlich bei uns in Deutschland hat die Rede >es Ministers ungeteilten Beifall gefunden, weil aus ihr eine aufrichtige Neigung des Leiters der auswärtigen Angelegenheiten Oefterreichs gegenüber Deutfchlano herausschaut, während man bei Antritt seines Amtes geglaubt i;attc, daß Baron Aehrenthal in dieser Hinsicht nicht so ganz den Fußtapsen seines Vorgängers, des Grafen Goluchowski olgen werde. Seine Darlegungen schlugen, soweit sie Deutschland betrafen, einen überaus herzlichen Ton an, und es ist bezeichnend, daß er in ganz besonders warmen Worten die Besserung in den deutsch-englischen Beziehun- aen feiert und auf den Empfang hinweist, der dem Kaiser ui England bereitet worden ist. Auch sonst stellt der österreichische Minister des Aeußern die allgemeine interna t i o n a l e L a g e «als befriedigend hin, indem er bemerkt, daß die Konsolidierung einer friedlichen Entwicklung das allerorts erfeimßare Bestreben sei und daß die gegensätzlichen Strömungen, die sich im europäischen Staatensystem in den letzten Jahren stärker bemerkbar gemacht, glücklicherweise im Verschwinden begriffen seien. Diese Bestrebungen sind offensichtlich auch dem Verhältnis Oesterreichs zu Italien zugute gekommen, die in den letzten Jahren oft zutage getretene scharfe Verstimmung ist gewichen, was im Hinblick auf die Festigung des Dreibundes nur wünschenswert sein kann. Was den Balkan anlangt, so ist zum Glück durch das Abkommen zwischen Rußland und Oesterreich eine gefährliche Reibfläche beseitigt, aber immerhin erheischt die Weiterentwicklung der Dinge int Hinblick auf die dortigen unruhigen Völker beträchtliche Aufmerksamkeit. Namentlich ist es die Bandenbewegung, die Baron Aehrenthal mit Recht als ein gefährliches Däoment hervorhebt und hierbei unterläßt er es nicht, der türkischen Regierung einen ganz gehörigen Rüffel zu erteilen, wenngleich er dabei den höflichen Ton des Diplomaten wahrt. Daß man sich in absehbarer Zeit der Hoffnung auf eine Besserung der Verhältnisse auf diesem Gebiete nicht hingibt, beweist eine ziemlich geringschätzige Bemerkung Aehrenthals über die Zusicherungen der Balkanstaaten hinsichtlich der Eindämmung der Bewegung, indem ein jeder erklärt, daß die anderen vorangehen müßten. Absichten auf Gebietserwerbungen hat Oesterreich- Ungarn auf dem Balkan^nicht, und man hat keinerlei Grund, den Versicherungen des Staatsmannes zu mißtrauen, wenngleich Wiener Börsenleute alle Augenblicke das Gerücht aussprengen, Oesterreich-Ungarn werden in den nächsten Tagen mobil machen, um auf dem Balkan einzugreisen und sich dort ein weiteres Stück Land zu holen. Was Oesterreich lediglich will, das ist eine Ausdehnung seiner wirtschaftlichen Interessen, und in dieser Hinsicht gleicht Oesterreich auch Deutschland, mit dem auch Baron Aehrenthal insofern eine Parallele zieht, als er ausdrücklich betont, „die wirtschaftliche Erschließung Kleinasiens und Mesopotamiens werde immer als eine Großtat deutschen Unternehmungsgeistes angesehen werden". Dieser Ausspruch deutet darauf hin, dag Oesterreich-Ungarn unsere Bestrebungen in dieser Hinsicht 'unterstützt, und uns erforderlichenfalls gegen diplomatische Ränke Beistand leisten würde, wie es uns seinerzeit in der Marokkofrage Beistand geleistet hat.
Die Marokkofrage war auch in der aß gelaufenen Woche wieder einmal auf der Tagesordnung, aber die f r a n z ö s. Kammerdebatte über diese Frage ist ausgefallen wie
S. u. H. Rovcreto, 30. Jen. Ter Prozeß, der nun schon seit vier Tagen vor dem hiesigen Kreisgerichc gegen die Tccknehnur cn den hinterlistigen Ueöerfüllen der de urschen. Turner in Person, Calllano und Trient verhandelt wird, cr.nnert in seinem Verlauf in nichts an jene aufregenden Tage. Gemütlich sitzen Angellagte, Zeugen und Pressevertreter Ivie das Publikum in dem großen Saale da, ob es in Südtirol niemals eine Jrcedenta und müue Ausschreitungen von italienischen BundeS- brudern gegen deutsche und österreichische Besucher des schönen Süotiruls gegeben hätte. Ja es hat fast den Anschein, als ob jetzt in Stöbere in — oöcr Novereit, wie der Deutsche zu sagen hat —x von G.r.uuswegen dargeran werden soll, daß niemals der Friede zwischen Deutsa-en uno Jtalierrern dort ernsthaft gefährdet worden fei, ja daß d.e deutschen Turner selbst Schuld daran seien, wenn man sie seinerzeit in Val Laaarini nicht mit der nötigen Zuvorkommenheit behandelt hat. -p Nachdem jetzt etwa die Hälfte Der Zeugen vernommen ist, Ißofft man mit der Zeugenvernehmung bis Samstag zu Enoe zu kommen. Tie ganze nächste Woche toitö vorausiichllich mit den Plaiovyers ausgesüllt werden. Mit einiger Spannung sieht man noch der Vernehmung des Professors Edgar Vreyer entgegen, bem man damals am übelsten mckgeipielt hat. Wir werden über den weiteren Verlauf des Prozeifes nur iwa> insoweit berichten, als es sich um besondere Zwychenfälle handelt.
New York, 31. Jan. Im Thaw-Prozeß hielt gestern! der Vecleänger des Angeklagten, Littleton, sein P l a i d o y e r. Er hielt den Nachweis für erbracht, daß fein Klient von Minb auf geisteskrank gewesen sei uno ixib er jeden,alls wegen der Ermordung WH.Us nicht zur strafreastlichen Verantwortung gezogen werden könne. Ter Amtsanwalt Jeroms war in der gestrigen Sitzung ganz anoerer Ansicht üoer das Beweisurcuerial wie bei der ersten Verhandlung, in der er Whnes Andenken verteidigte und oie Hinria-tung Thaws ans eutirischem Wege verlangte. In seinem geitrigen Schlußwort räumte er vor Den Ge,chworenen cm, datz du Untersuchung ihn Überzeuge hatte, daß Whäe em Schnste ,ci. Er plädierte aoer dennoch für Todesnrafe, Ueß aber erkennen, daß er auch bereit sei, ein Votum auf Totschlag anzunehinen. Die Geschworenen werden heute ihren Spruch fällen.
Gießen, 1. Febr.
Die Parlamente haben in der verflossenen Woche außerordentlich fleißig gearbeitet. In erster Linie gilt das von unserer hessischen zweiten Kammer, deren Be- ratungsstoff bunt und mannigfaltig genug war. Recht eingehend behandelt wurde die Vorstellung des Einkaufvereins der Mainzer Kolonialwo.renhändler über die Heranziehung der Konsum- und Leamtenvereine zur Warenhausumsatzsteuer. Die Regierung lehnte es jedoch ab, auf diese Frage schon jetzt näher einzugehen, stellte dieses aber für die Beratung eines bevorstehenden Gemeindesteucrentwurfs in Aussicht. Unter diesen Umständen beschloß man diese Frage einstweilen für erledigt zu erklären. Auch in der Wahlrechtsfrage ist män noch keinen wesentlichen Schritt vorwärts gekommen. Der Seniorenkonvent sprach den Wunsch aus, daß sofort bei Beginn des nächsten Landtags eine neue Wahlrechtsvorlage eingebracht werde, daß aber die Verständigungsverhandlungen beider Ausschüsse der Kämmern inzwischen ruhig weitergeführt werden mögen, um zu sehen, vb es nicht doch möglich ist, eine Verständigung zu erzielen. Die Staatsregierung will sich diesem Vorschläge gegenüber jedoch vorerst noch abwartend verhalten. Die zweite Kämmer nahm sodann die Gesetzesvorlage über den Verkehr mit Fahrrädern und Automobilen nach dem Ausschuß- antrage an, debattierte wieder einmal über die Hundesteuer und beschäftigte sich zwei Tage lang mit der beantragten Errichtung eines Steuerkommissariats in Pfeddersheim.
Im Reichstage hat man inzwischen mit der zweiten Lesung des Reichshaushaltsetats begonnen; man erledigte zunächst das Flottengesetz, dem bemerkenswerterweise diesmal auch das Zentrum zustimmte, obwohl es sich in der Kommission dieser Frage gegenüber sehr zurückhaltend verhalten hatte. Im weiteren Verlaufe der Reichstagsver- handlungen nahm die Beratung des Marineetats einen sehr breiten Raum ein.
Auch das preußische Abgeordnetgenhaus beschäftigte sich in der verflossenen Woche lediglich mit Et als- Beratungen, und zwar mit dem Etat der Forsten und Domänen und mit dem Justizetat. Von besonderem Interesse war die Behandlung der Enteignungsvorlage im preußischen Herrenhause. Wer auf eine glatte Erledigung dieser Vorlage gehofft hatte, hat sich jedenfalls bitter enttäuscht gesehen. Einige Ueberraschung hat auch die Wahl des neuen Präsidenten des Herrenhauses, an Stelle des verstorbenen Fürsten zu Inn- und Knyphaufen, verursacht.
Von den politischen Ereignissen der verflossenen Woche verdient es besonders beachtet zu werden, daß der Jugend-Gerichtshof in Fran ksu r t a. M. am 30. Jan. seine erste Sitzung abgehalten hat. Bei dieser Gelegenheit hielt der Präsident des Oberlandesgerichts Dr. Hagens vor Beginn der Sitzung eine Ansprache; er wies dabei zunächst auf die Neuheit der hier geschaffenen ■Drgantfaticm hin und fuhr dann fort: Für die Aburteilung von Straftaten jugendlicher Personen sprechen ganz besondere Momente mit. Es sei sorgfältig zu prüfen, ob die jugendlichen Angeklagten die zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderliche Einsicht besitzen. Tie Verhandlungen werden sich weiter mit der Frage zu beschäftigen haben, ob gegen die jugendlichen Angeklagten im Wege der Fürsorge einzuschreiten ist, sei es nun, daß sie freigesprochen oder daß sie verurteilt werden. Das ist der Grund, weshalb die straf gerichtliche Tätigkeit mit der vormundschaftlichen in die Hand des Amtsgerichtsrats Almenröder und Vorsitzenden des Jugendgerichtshofes gelegt ist. Tas Gericht trat dann in Tätigkeit. Es standen 8 Fälle zur Aburteilung. Die regelmäßigen Sitzungen sollen nach Bedarf jeden Donnerstag stattfinden.
Die deutsche Gewerkschaftsbewegung ist bekanntlich nicht einig und hat das in den letzten Tagen aufs neue gezeigt. Auch diejenige war es bislang nicht, die in sozialdemokratischem Boden wurzelt. Hier gab es neben den in der Hamburger Generalkommission zusammenge- schlossenen zentralorganisierten Gewerkschaften noch immer ein kleines Häuflein sogenannter „Lokalorganisier - ter". Groß war die Zahl dieser Lokalorganisierten nie — selbst in den besten Zeiten hat sie die 20 000 nicht überschritten — aber «amch kleine Scharen können gelegentlich un- beuqem werden. Und wenigstens darum haben die Lokal- organisierten sich immer redlich bemüht. Deshalb hat die sozialdemokratische Parteileitung immer wieder versucht, die Gegensätze auszugleichen und die beiden auseinanderstrebenden Kreise sozialdemokratischer Gewerkschastsbildung zusammenzubringen. Neuerdings scheint ihr das gelungen Äu sein. In Berlin hat in voriger Woche ein Kongreß der Lokalorganisierten getagt, der unter anderm auch über die Auflösung der bisherigen Organisation beschließen sollte. In der Schlußabstimmung erklärten sich nun zwar 88 Stimmen gegen die Auflösung; aber hinter den 48, die sich dafür ausspracheu, stehen, wie der „Vorwärts" ausrechnet, von den insgesamt etwas über 17 000 Mitgliedern dieser Organisatieonen 11000. Das wäre, wenn die Kalküle des „Vorwärts" zutrefen, das Ende der Lokalorganisierten. Allgemeine politische Bedeutung hätte der Vorgang übrigens kaum. Tie Hamburger Generalkommission zieht ohnehin in sozialdemokratischem Fahrwasser einher und daran wird sich nichts ändern, auch wenn sie die zersprengten Reste der Lokalorganisierten mit in ihre Schiffe nimmt.
In dem Ausschuß der ungarischen Delegation hat der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten der Donaumonarchie, Baron Aehrenthal, dieser Tage Gelegenheit genommen, sich in einer längeren Auslassung nicht nur über die Auslandspolitik Oesterreich-Ungarns zu äußern, sondern er hat in seiner Rede auch mancherlei Bemerkungen über die allgemeine politische Lage eingeflochten, die man sicherlich nicht ohne Interesse ver-
eignisse von Easablanea ge^gi lv: (jun. cuurcten kann, daß die Algeeirasakte nicht immer ausreichen, Jo hat man durch die Er.ahrung gewitzigt es vorgszogen, sich stets mit den interessierten Mächten, speziell Deutschland ins Einvernehmen zu setzen, und oiese Loyalität hat den Erfolg gehabt, daß der französischen Attwn, soweit andere Interessen nicht geschädigt roeroen, nichts in den Weg gelegt wird.
In England ist das Parlament mit einer Thronrede eröffnet woroen, die u. a. in ireundlicher Weise oes Besuches gedenkt, ben das deutsche K'aiserpaar im ver,lojsenen Jahre oem englischen Hose abgestattet hat. Auch auf die gebester^en Beziehungen zwischen Deutschland und Qmglanb wies die Thronrede mir Worten der Befriedigung hin._____________
LcrrLainetttQrrßches.
Resolutionen.
Berlin, 30. Jan. Im Reichstage brachten die Sozialdemokraten eine Resolution ein, die Regierung zu ersuchen, dem Reichstag baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den nach Art und in Anlehnung an die Gewerbegerichte und 51aufmannsgerichte Gerichte zur Entscheidung von Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis zwischen den Baugehilfen und deren Arbeitgebern und zwischen den ländlichen Arbeitern und deren Arbeitgebern sowie aus dem Gesindevertzättnis eingerichtet werden. Ferner brachten die Sozialdemokraten eine Resolution ein, in der die Regierung ersucht wird, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den an der Herstellung von Zeitungen beteiligte Personen das Recht erhallen, ihr Zeugnis über Tatsachen zu verweigern, die ihnen in dieser Eigenschaft anoertraut oder bekannt geworden sind. Ferner wurde von den Sozialdemokraten eine Resolution eingebracht, in der die Regierung ersucht wird, einen Gesetzentwurf vorzulegen, worin das Recht der R e i ch s t a g s a b g e o r d n e t e n, in Ansehung dessen, was ihnen in dieser Eigenschaft anvertraut worden ist, das Zeugnis zu verweigern, ausdrücklich sestgestellt wird, ein gleiches Recht für die Mitglieder eines Landtages oder einer Kammer eines zum Reiche gehörigen Staates und für die Mitglieder emes kommunalen Vertretungslörpers begründet und auch die Beschlagnahme von Gegenständen, die eine dieser Personen in dieser Eigenschaft erhalten und von Auszeichnungen, die sie in dieser ihrer Eigenschaft gemacht hat, untersagt wird. Eine andere Resolution der Sozialdemokraten ersucht die Regierung, einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den eine gleichmäßige Heranziehung aller Bevölkernngsklassen zuui Dienst; als Geschworene und Schössen durch Gewährung von Tagegeldern aus den Mitteln der Buiidesstaaten ermöglicht wird. Weitere von den Sozialdemokraten einge- brachte Resolutionen. fordern Reform des Militär- Strafrechts, tatsächliche Durchsül^rung der Oef fenk- lichkeit der Verhandlungen des Mitttärgerichts uno Erhöhung der Löhnungen für Gefreite und Gemeine.
> Unbedingte Garantie
Man achte deshalb beim Einkauf genau auf den Namen MftGGI und die Schutzmarke Kreuzstern.
,MAGGIb gute, sparsame Küche“.
nicht bloß für die vorzügliche Qualität, sondern auch für die ständig gleichmäßige Beschaffenheit ihrer Würze bietet die MAGGI-Gesellschaft. Sie hat ausserdem seit Jahren ihre Fabrikation unter die regelmäßige Kontrolle der Nahrungsmittel - Untersuchungsanstalt Konstanz gestellt.


