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General-Anzeiger für Oberheffen MW
i^mags"iouhQ RvtatlonrdruS und Verlag der Vriihl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchnlstratze 7. Anzeigend? 's" BeL
Die heutige Nummer umsaht 10 Leiten.
Stimmungsbild aus dem Reichstage.
Berlin, 10. Januar.
Währung und Enteignung.
Ein Fentfprecher hinter dem Tische des Präsidenten verkündet den Journalisten und Abgeordneten in den Er- srijchungs- und sonstigen Erholungsräumen des Reichstags den Namen des Redners, dem der Präsident soeben das Wort erteilt Schade, daß dieser nützliche Apparat noch nicht soweit vervollkommnet ist, daß sich durch ihn der Doppelmandatar von der Rednertribüne des Reichstags im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses verständlich machen kann, oder umgekehrt; ein großer Aufwand brauchte nicht vertan zu werden, an Redearbeit der Volksvertreter und Schreibarbeit der Berichterstatter. So muß einstweilen nach dem Gesetze von der Duplizität der Er- eignijse das Leserpublikum sich darauf gefaßt machen, aus den morgigen Sitzungen beider Parlamente dieselben Reden zu genießen. Daß der Reichskanzler durch den Mund eines seiner Staatssekretäre die Beantwortung der polnischen Interpellation über die preußische Enteignungsvorlage ablehnen würde, hatte man vorausgesehen; Dv. Nieberding tat das denn auch in der Art einer motivierten Tagesordnung und verließ dann den Saab Man wußte auch, daß die kleine polnische Fraktion trotzdem eine ausreichende Unterstützung für die Besprechung der Interpellation erhalten würde; aber man glaubte, die Parteien würden sich auf kurze offizielle Erklärungen beschränken und dann dem Polen und allenfalls dem Sozialdemokraten das Feld für ihre Monologe überlassen. Es kam indes anders. Das Zentrum und die beiden konservativen Gruppen gaben ihrem zur Genüge bekannten Standpunkt in knappen programmatischen Sätzen scharfen Ausdruck; aber die Nationalliberalen hielten es, wie schon früher einmal bei gleichem Anlaß, für taktisch richtiger, sich auch der sachlichen Auseinandersetzung nicht zu entziehen. Sie schickten den Ostmärker Sieg vor, der aus seinem Herzen keine Mördergrube machte und dessen vstelbijche Offenheit das Haus in lebhafte Stimmung versetzte. Auf Antrag der Freisinnigen, die den jugendlichen Hamburger Anwalt Dr. Heckscher zu ihrem Wortführer bestimmt haben, soll entgegen dem Kontingentierungsplane des Seuiorenkonvents morgen zugleich mit der Verhandlung des Abgeordnetenhauses die Aussprache fortgesetzt werden.
Die Fortsetzung der Diskont- und Währungsdebatte hatte vorher noch mehr als drei Stunden der Sitzung in Anspruch genommen. Aus dieser Aussprache ist am bemerkenswertesten die Rede, die Dr. Arendt — nicht gehalten hat. Die Ratten haben das Schiff des Bimetallismus verlassen. Das Zentrum hatte Herrn Mayer, einen Doktor aus dem bayrischen Schwaben, vorgeschickt, dessen Bekenntnis zur Goldwährung die Erinnerung an längst entschwundene Zeiten wachrief, in der sich diese Partei von dem Doppelwährungsmanne Herrn v. Schalscha beraten und führen ließ. Und außer einer halbstündigen Rede des Unterstaatssekretärs Twele, der ein Expose seines Ehefs, des SchatzsekretärS Frhrn. v. Stengel, zum Vortrag brachte, gab es noch einen bime- uni ■■ »ili beeil i ewuer
„Musik".
Don Frank Wedekind.
Aus Nürnberg wird uns geschrieben:
Im Jnnmen Thecuer hier hcu Wedekinds „Musik", ein Sittennemäide m vier Bildern, einen starken iinbeftruienen Erfolg und stürmischen Bestall errungen und eine Aufnahme gesunden, so ehrend, wie sie auch hier dem Dichter und eurem seiner Werke sonst noch nicht bereitet worden ist. Als seinerzeit von der Verlagsbuchhandlung Alb. Langen in München das Stück als Buchdrama angekündigl wurde, da ließ diese es als ein Tendenzstück, gerichtet gegen das Ueberhandnehmen des Musikstudiums der Frauen, bezeichnen. Falscher tonnte Wedekinds Werk kaum beurteilt werden, bas, wenn überhaupt von einer Tendenz die Rede fein kann, dann eher als ein Tendenzstück bezeichnet werden könnte, das gegen den Paragraphen des Strafgesetzbuches gerichtet ist, der das Verbrechen gegen das keimende Leben unter Strafe stellt. Gegen diesen Paragraphen und gegen unsere Rechts- und Strafvollstreckung richtet Mdelmd wenigstens in einem Akte seine Satire. Doch nicht diese ivac es, die dem Stücke den starken Erfolg verschaffte, dazu tritt sie gegenüber der sonstigen Wedekmdschen Art viel zu wenig hervor. lLedekmd hat vielmehr hier zum ersten Male den Weg zur rem menschlichen Tragödie gernnden, die in ihrer Einfachheit packt und einen Teil des Publikums selbst bis zu Tränen rührte, die wahrhaft tragisch auch da wirkt, wo sich, im Schlußakt, die Tragödie zur Tragikomödie wandelt, wo der Aufschrei eines bis ams äußerste gepeinigten Weibes in schallendes Hohngelächter vergeht. Zn der Psychologie und der Motivierung der Handlung ifl Weoekmg uns freilich noch vieles schuldig geblieben, wir können uns die Hauplcharaktere menschlich fast nur erklären, wenn wir ie pathologisch auffassen; auch von der sprunghanen Fotin seiner früheren Fronten hat der Dichter sich noch nid)t gänzlich frei machen können. Er sieht auch hier das Leben ebenso einseitig wie ht seinen nnljeren Werken; auch hier ist die Erotik ter Haupt- mgelpunkt der Welt. Die Handlung ist m „Musik dem wirk- .lidien Leben näher gei ückt, dafür ist das Werk ober auch gebunden durch eine gewisse Erdenschwere. Tie Darstellung war vorzüglich. •6(1)011 nach dem zweiten Akt wurde der Bestall stürmisch, nach Sem dritten wurde der Dichter, der die Rotte einer epstodeiihaiten 5jigur, eines Schriftstellers, in dem Wedekind sich selber forrliiert Bat, spielte, lange vergeblich geruseii, und als er sich 1(1)1161311(1) ind) dem 4. Akt den immer lauter werdenden Rwen nach Dem Slutor nicht mehr entziehen konnte, mit stürmischem Beifall u^er- j[butttt, ^Eck auf ein 'demnächst hier in Gießen statt- ßindendes Kirchcnges ang-Konzert bringen wir einige JJat*
tallistischen Solotanz des antisemitischen Abgeordneten Raab, zu welchem ihm Herr Gothein hernach eine ergötzliche parodistische Melodie ausfpielte.
Stimmungsbilö aus dem preich. Abgeordnetenhause.
Berlin, 15. Jan.
Ter letzte Tag der Etatsdebatte! Eine ganze Schar Redner ftandcn noch auf der Liste, aber kaum der Hälfte war es vergönnt, zu sagen, was sie auf dem Herzen hatten. Tenn sclwn in früher Nachmittagsstunde, wenige Minuten nach 3 Uhr, machte ein Schlußantrag dem Redetournier ein Ende. Soll man s bedauern? Tie Redner, die noch hum Wort kamen, hatten nicht mehr viel Neues und Belangreiches zu sagen, und von denen, die nicht mehr ins Gefecht kamen, waren neue und große Gedanken kaum zu erwarten. Im Reichstag wird die Etatsdebatte „kontingentiert", im Abgeordnetenhaus begräbt man sie durch einen Schlußantrag. Bei Licht besehen, kommt das auf dasselbe heraus. Ter Freisinnige Dr. Pachnicke eröffnete den Reigen. Er begann mit einer in der Sadje scharfen, im Ton selir urbanen Auseinandersetzung mit d em Fürsten Bülow, und es verfehlte trotz der Unruhe im Hause, die von ungenierten Privatunterhaltungen der Herren auf der Liechten und int Zentrum stammte, seine Wirkung nicht, ats der freisinnige Redner den preußischen Ministerpräsidenten mit seiner Ablehnung des geheimen Wahlrechts dem dentsann Reichskanzler gegenüberstellte. Der mit der Schaffung der Jsoüer- falle die SLoiwendigteit der Sicherung des Wahlgeheimnisses selbst anerkannt hat. Mit der Besonnenheit des Realpolitikers erklärte der freisinnige Führer, daß der Liberalismus an der Blockpolitik im Reiche festhalten werde, so schwer ihm das die Haltung der preußischen Regierung auch mache. Aber er vergaß nicht, in klaren Worten hinzuzufügen, daß der Liberalismus um der Blockpolitik willen nicht ein Quentchen von reiner politischer Ueberzeugung preisgebe, und daß das Reick)swah!rccht für Preußen immer das Ziel der Liberalen sein werde. Für die Beamten forderte er nicht nur Gehallsve'rbesserung, sondern auch Verbesserung der politischen Rechte: Zwar das Streik- recht lehnt er ab, aber das Koalitionsrecht und das PetitivnS- recht will er ihnen u'ngeschmälert gesichert wissen. Im übrigen unterstrich der Redner die in der Debatte bereits vorgebrachten Forderungen seiner politischen Freunde. Etwas scharf setzte Herr v. Arnim -Züsedom ein: Wenn hier von der Zwingburg des Treitlaffenwahlrechts die Rede gewesen sei, so rief der konservative Redner, so kenne er nur eine Art von Zwingburgen in Deutschland: die Paläste der Börsenmänner. Nicht ohne einen politisch-pikanten Reiz waren die Klagen, die der einstige Kanalrebell und Landrat v. Woyna ms Sprecher der Freikonservativen vorbrachU", beschwerte sich über die viel zu Duien Polizetoeroroi.ungen in Preußen, die böses Blut machten. Herr M a c c o von den Nationalliberalen gab, leider völlig unverständlich, eine ausführliche Darstellung der Notwendigkeit besserer Verkehrsmittel, und Graf Präs chm a vom Zentrum trat mit der vom Hause ziemlich ungläubig aufgenommenen Erkläruna auf, das Zentrum fühle sich heute wohler als jemals zu der Zeit, wo es die ausschlaggebende Partei gewesen. Aus der Reichspolitik auSschalten lasse sich das Zentrum unter keinen Umständen. Herr Gyßling von der Volkspartei wa. der letzte Redner: nach ihm setzte der Schlußantrag der Debatte ein Ziel. Die üblichen Etatskapitel wanderten in die Bud- getkommisfion, und das Haus vertagte sich, um am Donnerstag an das heitle Thema der Polenvorlage zu gehen.
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Der Entwurf eines Scheckgefetzes.
Der Scheckgesetzenuvurf ist nunmehr dem vieichstage vorgelegt worden. Tie Vorlage schließt sich im wcsent.ichcn derjenigen vorn Jahre 1592 an. Sie berücksichtigt jedoch b.e in der Zwischenzeit gemachten Ersahrungen und trägt d^n Einwendungen, die feilens der beteiligten Slteiie gegen einzelne Bestimmungen erhoben worden sind, nach Möglichkeit Rechnung. Sv find insbesondere an das Ueberziehen des Scheckguthabens sowie an die unrichtige Datierung für Den Ausstecker keinerlei besondere strafrechtliche Folgen geknüpst. Die Stempck^reiheit des im Rahmen des Gesetzes ausgestellten Sck-ecks ist ausdrücklich gewährleistet. Wie der Entwurf
teilungen, die AU Boltz in der „Hausmusik des Daheim" über das Soloquartett für evangelischen Kirchengesang in Leipzig veröffentlicht hat:
Kantor Röthig, in doppeltem Sinne der Tenor des Quartetts, wandelte schon als Knabe im Dienste der heiligen Musika. Aus sron.me.u Weberhause in der Lausitz gebürtig, sang er mit Ettern uno Geschwistern früh und spät vierstimmige geistliche Lieder Utto gewann dadurch Liebe und grundlegende Kenntnis für seines Lebens Arbeit und Ideal: „allein Volke zu sinaen von der Gnade des Herrn!" Als ganz junger Dorfkantor schon schulte er sich zu diesem Zweck ein ländliches Quartett und nach seiner baldigen Berufung nach Leipzig zum Kantor an der Johanniskirche, in eine Stellung, die er noch heute bekleidet, rang er unter Entbehrung und nie ruhender Anstrengung nach vielseitiger musikal. Durchbildung. Von seinem Lehrer Professor Karl Riedel empfing er die Anregung, in Archiven nach alter, sonst nur den gelehrten Musikforscher mteressierendcr geistlicher Musik zu spüren, und in ihm erstand so der Wunsch, diese verborgene Goldquelle heiliger Freude dem Volke fließen zu machen. Ein Zyklus von zwölf Gesängen, bereit Texte eine gemeinsame Idee verbindet, wurde unter einem bezeichnenden Titel zusammengesaßt und gliederte sich, meist in geschichtlicher Entstehungsfvlge, in Perioden von Drei oder vier Liedern, Deren Melodien und Tonsatz von der Kunst der Meister Schütz, Hasler, Crüger, Luther, Bach u. a. zeugen. Mit Der Fülle des gesammelten Materials gerüstet, bildete Röthig jetzt in Leipzig in sorgfältigem Studium ein neues Soloquartctt. In seiner F-ran, der sangeskundigen Tochter des Freiberger Domorganisten, fand er die gleichstrebentw Gefährtin, die den führenden Sopran übernahm. Neben dem Stamm des Ehepaares haben Die Vertreter von Baß und Alt einige Male gewechselt. Jetzt gehört der Bassist Tannewitz seit längerer Zeit und Die Altistin Schneeman n seit etwa einem Jahre dem Künstlerbunde an. Mit idealem Sinn möchte Kantor Röthig Die geistlich-künstlerische Erquickung seiner ^mzerte allem Volke möglichst kostenlos zuteil werden lassen, ein schöner Gedanke, der in letzter Zeit zur Veranstaltung von Volkskirchenkonzercen auch in weiteren Kreisen geführt hat. Vor jenen zwanzig Jahren aber war das sttöthigsche Coloquartett Der Märtyrer dieses Gedankens, denn die opsermutigcn Unternehmer hatten ihr kleines Vermögen bei diesen ifrren Zehn-Pfeimig-Konzerten zugesetzt. Schon erlahmte die Kraft und die Hoffnung auf äußere Hilfe, da rettete ein von dem innigen und köstlickien Gesang des Quartetts erbauter Musikfreund i Rat und Tat die edle Sache: auf seine Anregung hin wurden vie Sänger in eine nordische Stadt für ein Konzert Der» pst Met gegen Vergütung der Reisekosten und Auslagen. Diesem
von 1892 bezieht sich der vorliegende nur auf diejenige Form des Schecks, welche eine von dem Ausstel.cr an den Bezogenen gerichtete Zahlungsanweisung enthält und dazu bestimmt ist, dem Zahlungsempfänger ausgehandigt und von diesem entweder weiter- gegeben oder zur Begleichung vorgelegt zu werden. Dieser Scheck wird im Reichsöankverlehr als weißer Scheck bezeichnet. Der hier und da noch v-or kommende Quittungsschock, zwischen dessen Form und eigentlichem RechtSinhalt ein Widerspruch besteht (forme menteuse), hat im Laufe der Jahve an Bedeutung verloren, nachdem er schon im Jahre 1883 von der Rcichsoank unb den übrigen an den Abrechnungsstellen tcitnehmenden Bankhäusern ausge- chlossen wer.en mar. Es liegt kein Bedürsnis vor, einer in Die Form einer Quittung cingekteideten Anweisung, deren Gebrauch übr.gens nach wie vor zulässig bleibt, eine andere rechtliche Bedeutung beizulegen, a.s il/r nach den allgemeinen Grundsätzen dcs bürgerlichen Rea-tcs zukommt. Die im Verkehr Der Reick,söank als „roter Scheck" bezeichirete Giroanweisung ist ein Umschreibungs- austrag, nach welchem das Giroinstilm einen geivissen Betrag von dem Konto eines Giro künden auf dasjenige eines anderen übertragen soll. Dieser Umschreidungsaustrag kann sein.r Natur nach iLtbt weiter begeben werden; er muß dem Giroinstitut entrvedev von Dem Aussteller oder von Dem Einpfänger ohne Dazwckcheir- iTcten anderer Inhaber übermittelt werden. Die Giroanweisung) ist also fein eigentlicher Scheck, sie ist nach wesentlich anderen Rechtsgrunosätzen als Der „Anweisungsschrck" zu beurteilen. Auch sogenannte Efsektenscheus und W-renia-ecks sind, iveil sie nicht auf eine bestimmte Geldsumme lauten, keine Schecks im Sinne dcs Entwur.s. Ter Entlvurf von 1892 ljatte dem Scheckinhaber ein unmlttcluaKS, allerdings beschränktes Klagcrecht gegen den Bezogenen auf Zahlung aus dem vorhandenen Guthaben ausdrücklich zuerlannt. Hiervon ist der vorliegende Entwurf in Uebereinstim- acung mit Den Vertretern Der Banken zurückgekommen. Für Die Beurteilung der Vervil.chtung des Bezogenen gegenüber dem Ausstellung zur Einchsung eines Scheas uleiot Der yviidjen ihm und dem Aussteller besLh.:ck>e „Schcckvertoag ' maßgebend. Sein Inhalt uno die aus ihm folgenden stiechL und Psuchten regeln fia) nach den allgemeinen Grundsätzen dos bürgeriid,'en Rechtes. Durch die Festsetzung kurzer Vorlcgungssristen glaubt der Entwurf Den Unterschied zwischen Scheck und Wechsel aufrecht zu erhalten und dem ersten die Eigenschaft eines Kreditpapieres zu nehmen. Auch die Bestimmung, naQ welcher die Uebernahme einer abstrakten SchuUv.rpslichtung seitens dcs Bezogenen durch Annahme des Schecks für unzulässig erklärt wird, beugt der Ausartung des Schecks zu einem Dem Wechsel gteichstehenden Papier vor.
Eine deutsche Mission in Abrsfinien.
Der Berliner Vertreter des „Standard" telegraphiert, daß in diesen Tagen eine deutsche Mission in Addis Abeba eint reffen werde, um die deutschen Wirtschafts-Interessen in Abessinien zu fördern. Die Führung der Mission liegt in den Händen des Herrn Arnold Holtz, des Vorkämpfers für deutsche Bestrebungen in Abessinien. Kapitänleutnant Heyne steht ihm zur Seite. Das Ziel der Mission sucht man, wie der Standard-Korrespondent behauptet, dadurch zu verbergen, daß man sie für eine Jagdgesellschaft aus gab. Die wahren Zwecke der Mission seien jedoch ganz andere. Erstens werde Herr Holtz versuchen, verschiedene neue bedeutende Konzessionen zu erlangen, darunter ein Spirituosen-Monopol in Abessinien und eine Konzession für einen regelmäßigen Automobildienst zwischen Addis Abeba und Dire Daoua, der Endstation der Dahn von der Küste biZ Abessinien. Bestellungen für Waffen und Munition werden gesucht und auch andere Projekte sollen gefördert werden.
DeusSchrs Reistz.
Berlin, 15. Jan. Zu der Mitteilung bezüglich dec Beschwerdeschrrst der P slanzer und Ansiedler in Deutsch-Ostafrika meldet der „L.-A.", daß die Eingeborenen- und Arbeiterfrage bci Beratung deS
Beispiel folgten bald andere Städte, Ruf auf Ruf ergina an daS Quartett, und fein Ruhm breitete sich auS. Ausforoerungens aus fremden Ländern fernen; die Sänger Durchzogen Oesterreich, Ungarn, Die Schweiz, Italien, Belgien, Holland, Schweden, und Rußland, Frankreich und England, ja nach der Türkei, Kleinasien, nach Syrien, Palästina, Aegypten und nach den Verein. Staaten folgten sie Einladungen Der evangelischen Gemeinden, um dort mit ihrem Liede Deutschen Glauben und Deutschen Kunstsinn zu stärken und Tausende Zu erfreuen. Das Weiße Haus in Washington, Carmen Sylvas Königshalle, die Kirchen in Beth- lclicm und Jerusalem und Die altchristlichen Katakomben in Rom IhiHten idlDer von ihren in kunstvoll verschlungenem Satze mit Reinheit, zartester Schattierung und echter Empfindung vorgetragenen Gesängen. So ist es 9L vergönnt gewesen, in tausend Konzerten, die es bisher veranstaltet hat, etwa 200 000 Mk. den Armen zuzuwenden.
— Am 10. Juli 1809 wird der 400jährige G eburtS-s tag des großen Reformators Johannes Calvin gefeiert werden. In Genf, Der Stadt Calvins, hat man beschlossen, ein großes Denkmal Der Reformation äu errichten, durch Das Der Geist Der gesamten Reformation in Dieser Grenzstadt an der Pforte Der i romanisch-katholischen Völker in Erz unD Stein reden soll. Zur Ausführung dieses Planes bittet das Genfer Komitee die Protestanten aller Länder um Unterstützung. Beiträge zu diesem Zweck nimmt entgegen Carl de Neufville in Frankfurt a. M. Zur Unterstützung dieses Unternehmens erklärten sich u. a. bereit: D. E. Ehr. Achelis, Professor und Kons.-Nat, und D. K. Budde, Professor in Marburg; D. F. Kattenbusch, Professor und Geh. Kirchenrat in Halle a. S.; D. Tr. Köhler, Professor Der Theologie in Gießen; D. Mirbt, Professor in Marburg, sowie Dr. F. Rach- fahl, Professor Der Geschichte in Gießen.
— Kleine Run st ch r o n i k. Die Direktion des Hebbel-Theaters in Berlin gibt bekannt, daß der Oberreqissenr der jungen Bühne, Richard Vattenlin, nach drennonaugein schweren Leiden an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben ist. — Im russischen Synod ist der Vorschlag gemacht worden, die Exkommunikation To 1 stoi § anizuheben und ihn wieder in die orihodoxe Kirche an'znnehmen. — Am 21. ds. Wits, findet im Hamburger Stadlthealer D;e Uv aufführung von Siegfried W agn er S neuester Oper „Sternengebot" in Anwesenl)elt des Dichter- Komponisten statt. — Wie Die Wiener Blätter melden, ist der dies- sährige Grillparzer - Preis von dem Preisgericht einstimmig Arthur Schnitzler für seine Komödie .Zwischenspiel"! zuerkannt morden. — Der bekannte Vortragvmeister Proi. Alexander! Str akosch ist in Frankfurt a. All plötzlich ertrankt.


