Kandidatur Lutz und I Er hoffe, daß es am Wahltage seine Sck)uldigkeit tun werde, die früher beabsichtigte (Beifall.) mit
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rn-Verein (18ii
Außerordentliche
— Kleine Chronik aus Kunst und W i s s e n s ch a f r. Der Professor der Geschichte v. Gans aus Straßburg tfl gestern in Scilly, England, wo er sich zur Erholung aufhielt, ertrunken.
dir können nun einmal kein seelisches Erlebnis vergegen- w-artigen. Nun ist es anders geworden. Wer gestern die Dta Sacchetto gesehen hat, dem wird das klar geworden sein. Da war Ausdruck und Seele m jeder Linie, in jeder Br
auch. Da war keine Schablone, keine Mache, sondern freie, schöpferische Tätigkeit aus dem seelischen Bedürfnis des Augenblickes heraus. Das ist eine Kunst, die dem Schaffen des Lyrikers verwandt ist. Die künstlerische, besondere Gestaltung eines inneren oder äußeren Erlebnisses — dort in gehobener
Sprache, hier in Gebärden. Dazu bedarf es eines Künstlers mit einem reichen mannigfachen Innenleben, dem jede äußere Tarstcllungsmöglichkcit gegeben ist: beim Tanze eines Körpers, der jede Muskel in der Gewalt hat. Diese Fähigkeiten hat die junge Rita Sacchetto in reichem Maße. Und es kommt noch hinzu, daß sie als Tochter eines österreichisch-italienischen Malers von einem starken malerischen Empfinden beherrscht ist, das sich aufs glücklichste mit ihrem tänzerischen Können verbindet, um ihre Kunst in der Vollendung durchzuführen. Dabei hat sie, wie sie mir sagte, keine besondere Ausbildung ihrer Veranlagung gehabt. Ans sich selbst heraus hat sie geschaffen, frei der Eingebung deS Augenblickes folgend, unbekümmert um die landesübliche Technik mitsamt ihren billigen Mätzchen, die wohl verblüffen aber nicht erfreuen. Darum gleichen sich ihre Tänze auch nicht in der äußeren Darstellung, selbst nicht wenn sie dieselbe Idee zum Ausdruck bringt. Es ist eben nichts Gemachtes, mühsam Erlerntes, sondern es ist ein beständiges Neuschaffen, keine Darstellung eigentlich sondern ein lebendiges, stets wechselndes Gestalten. So erschien sie und so wurde sie verstanden. Die nahezu vollkommene Einheit der Empfindung bei Zuschauer und Künstlerin, die durch die stimmende Musik vorbereitet wurde, machte den Abend für jeden tieferen Gefühlswerten zugänglichen Menschen zu einem Ereignis, daS sich durch die seltene Schönheit der Tänze zu einem Erlebnis steigerte. Lieblich und voller Anmut gestaltete sie die Liebeslieder nach dem Walzer von Brahms, in denen sie die heimlichen, seligen Empfindungen deS reinen Mädchenherzens mit einfacher, rührender Stimmung erfüllte. Von berückender Schönheit war der Sirenenzauber mit dem lockenden, fehnsüchtigen Spiel der schlanken, biegsamen
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1 Salomon
Wahlbezirk Darmstadt-Stadt.
Der Freisinnige Verein Darmstadt hatte am Dienstag abend zu einer öffentlichen Versammlung eingeladcn, um zu den bevorstehenden Landtagswahlen Stellung zu nehmen. Tie Versammlung war sehr stark besucht, namentlich auch von So- zialdenwlraten, auch Damen waren anwefend. Den Vorsitz führte Stadtv. Sa eng, der in seinen einleitenden Worten darauf hinwies, daß dem Freisinn ein schwerer Kampf bevorftehe, in den die Partei ohne ihr Zutun hineingeraten sei durch die Poliln der Nationalliberalen. Der Kamps gelte der Verteidigung der verfassungsmäßigen Rechte des Voltes und richte sich gcgeir die verbündeten Parteien der Nationalliberalcn, Zentrirm, Bund der Landwirte, die der Ersten Kammer nachgcben wollen. In diesem schweren Kampfe stehe den Freisinnigen nur die sozialdemokratiiche Partei zur Seite. Darum suchen die Gegner dem Publikum gruselig zu machen mit dem roten Gespenst. Wennfi ch die Notwendigkeit ergeben sollte, mit den Sozialdemokraten ein offizielles Bündnis einzugehen, werde sich die Freisinnige Partei keinen A u g e n - blick besinnen. Redner teilte sodann mit, daß die Freisinnige Partei als ihre Kandidaten die Herren Gallus und
Gsetzener Stadttheater.
Rita Sacchetto.
Der Vorhang teilt sich: eine weite, lachende Garten- lamdschaft breitet sich in goldenen Lichtern vor uns aus. Mit lsisen, leichten Schritten tritt Rita Sacchetto aus. Nein, sie teilt nicht auf, sie kommt daher auf dem Wege wie eine junge Braut, die sich Blumen gebrochen hat zum Hochzcits- :e-|L Fröhlich kommt sie daher, Träume und Hoffnungen im [Ungen, pochenden Herzen und Freude imd Glück in den fragenden, lauschenden Augen. Sie späht nach dem Leben, nach dem, das ihrem Leben Zweck und Inhalt gegeben hat. Ulnd das süße, selige Empfinden all, die Freude, das Glücks ts löst sich auf in reinen, schwebenden Linien, in zarten, loschen Farben. Eine Schöpfung, die wie ein Gedicht ist ' 0 bet ein Gemälde oder ein Lied . . . Vollkommen in jeder Bewegung, und jede Bewegung Schönheit. Keine Phrasen, feine Kunststückchen . . . keine Ballettkunst, sondern Tanzkunst. Ja, Tanzkunst. Was uns die Ballette gezeigt haben seither, das war keine Kunst mehr, das war nur Schablone, ein* g dernte Mache, die sich nur dadurch ein Ansehen gab, daß fue in Ermangelung der schöpferischen Tätigkeit, des Promethcus- sunkens, der Seele, notgedrungen zu einer gewaltsamen Technik 4 jgiiiff, die keine Schönheit mehr war, sondern nur Akrobatik, Gaukelei. Es kam nicht auf den Inhalt des Tanzes cm, \ !nicht auf Vertiefung einer Empfindung, sondern einzig und allein auf die Ausführung. So wurden die Formtalente hierangezüchtet, und von der schönen, beredten Tanzkunst, die einen Plato begeistert hatte, der Ludwig XIV. zauberische F-rste weihte, blieb nichts anderes übrig von all der Melodie mb all dem Rhythmus als die Bewegung der Beine. Und
empfahl Herr Reuth er-Gießen ine
gab ter Hoffnung Ausdruck, daß ihr durch ,
Kandidatur des hiesigen Bürgermeisters Benner ferne Schwierigkeiten mehr gemacht würden; dies wird wohl auch der Fall jein, da letzterer, tveldjer der Versammlung beiwohnte, keinerlei Ein- wendungen dagegen machte. (Von anderer Seite wird uns nnt- gcteilt, daß Bürgernieister Benner seine Kandidatur aufrecht erhält und es in der Versammlung ausdrücklich ablehnte, Herrn R. gegenüber dieserhalb eine Erklärung abzugeben. Red. d. G. A.)
" Pfarrer Korell (Königstädten) begann sein Referat nut einer Einladung, dem Freisinnigen Verein bcizutreten, und das Parteiblatt zu abonnieren. Er führt dann aus, er wo le zunächst das Gebiet des Kampfes besprechen und dann cm Licht m den blau-schwarzen Block falten lassen. Die Gegner, ine früher wenigstens noch selbst kämpften, bevorzugen heute oas Prinzip der Arbeitsteilung, d. h. der eine produziert den Mist, und der andere fährt ihn hinaus. (Sck;allende Heiterkeit.) Redner polc> nüfiert dann gegen den gestrigen Artikel der „Darmst. Ztg. „Wahlmache", in dem Korell erneut Unwahrheit nachgcwiefcn wird, und erinnert u. a. an den „Umfall" der Regierung ui Axv gelegenheit der Bestätigung sozialdemokratischer Beigeordnete, und führt dann weitere Beweise für Umfälle der Nationalliberalen an, die auch in der Frage der Gemeindesteuerreform sofort um- qesaUeii sei, als sie aus der Kontrolle der Linken hinaus war. Die „Dann st. Ztg." treibe selbst Wahlmache für Dr. O,anu und Dr. Frenay. Zum letzten Satz des fraglichen Artikels, der Beweisforderung zur der Behauptung, hohe MiNisterialbeamte hätten Dr. David für unentbelyrlid) erklärt, meint Redner, feine diesbezügliche Aeußerung beruhe keineswegs auf, bloßes Gerede, 'andern auf Wahrheit, und nur seine Ehrenhaftigkeit und die einer Gewährsmänner hindere ihn, Namen zu nennen. Hort! pört') und er wiederhole hier nochmals, daß hohe hessische Ministerialbeamte erklärt haben, Dr. David sei ihnen im Kampfe gegen Ile r 11aIo und agrarische Reaktionäre fast unentbehrlich. Des weiteren verteidigt sich Redner des längeren gegen ver>chie- dene Vorwürfe, die ihm gemacht wurden wegen feiner Ausführungen zum Ltriegervereinswesen, zu den gelben Gewerk,chaften usw. Er habe die Sozialdemokratie schon oft geistig bekämpft und werde es aud) weiter tun, aber nicht mit den blöden Aktteln des Reichsverbandes. In der sozialdemokratischen Bewegung stecke ein großes Quantum gesunder demokratisd)er Gesinnung, die man im Kampfe gegen die Reaktionäre sehr notwendig, brauche. Er wendet sich weiter gegen die Kampfesweise der Nationalliberalen, von denen der Arbeiter und der Bauer immer nur vor den Wahlen etwas vernehme, und die außerordentlich oberflächlich sei. Wenn ihm in der „W. Ztg." vorgcwnrfen wurde, daß er noch keine soziale Tat vollbracht, wohl aber der von ihm bekämpfte Herr v. Hehl, so erwidere er, daß er unendlich mehr tun wurde, wenn er das Vermögen des Herrn v. Hehl hätte. Das in Gnaden bewilligen tue es nickst, man müsse dem Arbeiter geistig näher treten Darauf ging der Redner auf den „blau-Ichwarzen Block ein, d.h. er zieht gegen Dr. Osann zu Felde, dem er Doppel- seitigkeit in seiner Haltung zu den Agrariern vorwust, die,emer- seits bekämpft werden, und mit denen anderseits Bunänme ein- gegangen werden. Weiter wird den Nationalliberalen das Bündnis mit dem Zentrum vorgeworsen. Obgleich Mes Bündnis abgeleugnet werde, stelle er fest, daß 6 Bündnis,e tatfachlich abgeschlossen wurden. Vom Standpunkt des Zentrum^ sei da^> BitndnL durchaus verzeihlich. j°, es [ei cm Volrtrsch schl-m-r Schachzug: nickst aber vom liberalen Standpunkt. Wenn den Linksliberalen Bündnisse mit dem Zentrum zu Zeiten Wlndhorsts vorgeworfen wurden, so stelle er fest, daß auch heute noch da^ Zentrum für die Limsliberalen bündnissahig sei, wenn es sich um den Kampf gegen rechts handle. Eingehend legt. Redner dann seinen Standpunkt gegenüber dem Zentrum und seme Ste - hing als Pfarrer zur katholischen Religion dar. Die National- liberale Partei habe mit ihrem Aufmarsch zur Landtagswahl das letzte Nestchen von Liberalismus aufgegeben, da cs sich selbst mit den Zielen des Zentrums und des Bundes der Landwirte identifiziere. Der Gläsfingsche Kompromißantrag fei eine sehr schwierige Sache, das sei nicht zu verkennen. Darum sei es ver- ständlich, wenn er oft auf Mißverständnisse stößt. Daran seien aber die Väter des Kompromisses selbst Schuld, weil sie jahrelang in der „Dunkelkammer" gearbeitet haben. Hervorgegangen sei der Kompromiß, wie Gallus bewiesen habe, aus einem Umfall, wie er in der Geschichte der hessischen Politik wohl oeisMlloÄ dastehe. Ter Kernpunkt der Regierungsvorlage sei in das Kom- promiß übergegangen und bei den Unterhandlungen der beiten Ausschüsse seien die Herren der Ersten Kämmer schlauere Unter* Händler gewesen. Wenn die Herren der Zweiten Kammer ebenso
Rückert erhoben habe.
Justizrat Gallus führt aus, die brennendste ^rage zu den kommenden Wahlen sei die Wahlrechtsvorlage. Daß die Freisinnigen das direkte Wahlrecht wollen, werde ihnen niemand abstreiten können. Aber sie wollen das direkte Wahlrecht nicht mn jeden Preis. Und der Preis, den die verbündeten Parteien reib, der Ausschuß der Zweiten Kammer zahlen wollen, sei ihr zu hoch. Redner legte dann die Verhältnisse klar und erörterte die Stellungnahme des Ausschusses bis zu dem Vcrmittcliings- antrag Gläfsing. (Wir können das bei unseren Lesern als bekannt voraussetzen. D. R.) Redner kommt zu deni Schluß, daß der Standpunkt des Ausschusses tut Antrag Glässing nicht vereinbar sei mit den Erklärung en des Staatsministers Rothe am Schlüsse des 32. Landtages, daß die Volksrechte keineswegs geschmälert werden sollten, und mit den diesbezüglichen Beschlüssen der Zweiten Kammer, nach denen an den §§ 75 und 67 der Verfassung nichts geändert werden dürfe. Durch die neue Vorlage würde den Erklärungen der Regierung und den fast einstimmigen Kämmer beschlüsftn direkt entgegengearbeitet. Redner erörtert des längeren die „Durchstimmungsmöglichkeit , wenn die Erste Kammer ein Gesetz ablehnen sollte. Nach den besteheni.en Rechten ist das Uebergewicht der Zweiten Kammer auf leben Fall gesichert, was zur Wahrung der Volksrechte sehr roidftig und notwendig sei, nach Annahme des Antrags Glässing aber nicht mehr der Fall sei. Aehnlich sei es mit dem § 75, der die Gesetzesannahme, besonders die der Steuergesetze, der Zweiten Kammer sichere. Hier würden nach der neuen Vorlage die Voltsrechte namentlich dadurch beeinträchtigt, daß das Recht oder _bie Möglichkeit, die Durchstimmung herbeizuführen, auch der Ersten Kammer ^gebilligt wird, d.b.„die Regierung kann über eine Gesetzesvorlage durchstiminen lassen, die die Erste Kämmer an- nchme, die Zweite Kämmer aber ablehne. Als die Regierung diese Vorlage einbrachte, waren alle Parteien der Meinung, daß sie unannehmbar sei, während der Antrag Glässing des Gesetzgebungsausschusses der Zweiten Kämmer die erneute Regierungsvorlage aiinehmen will, trotzdem sie gegen die alte Vorlage ganz wenig geändert sei; vor allem soll eine Durchstimmung aud) möglich sein, wenn die Zweite Kammer das Budget ablehnt. Wenn man nun sehe, wie das Organ der Nationalliberalen bestrebt sei, darzutun, daß Volksredste nicht verletzt oder beeinträchtigt werden, so gehöre bod) eine starke Gutgläubigkeit dazu, das zu glauben. Redner hält das Volk beim doch für zu gut,
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innigen Ausstattung, die von unserer Bühne gut ausgewählt war. Entzückend waren auch die dramatischen Tänze, vor allem Toreador und Andalouse, mit dem leidenschaftlichen, lebensvollen, schließlich ,bis zum berauschenden Taumel gesteigerten Spiel in erhabener Schönheit. Auch das Kastagnetten solo war von bannender Grazie, wobei die Künstlerin die Kastagnetten mit erstaunlicher Gewandheit handhabte und mit einem in dieser Vollendung selten vernommenen Triller glänzte. Ganz vorzüglich gelang ihr die Versinnlichung der unendlichen Lebensfreude in den nach dem Walzer von I. Strauß getanzten Frühlingsstimmen, die vielleicht das Schönste sind, was die anmutige junge Künstlerin gebildet hat. Und dann diese Kunst der Mimik, diese Uebertragung des seelischen in das . darstellerische Erlebnis, wo jeder Nerv lebt. Das ist der Tanz als Kunst. — Die Leitung des Stadltheaters hat sich ein großes, sehr anerkennenswertes Verdienst erworben, daß sie die erheblichen Opfer nicht gescheut hat, um Rita Sacchetto, die in den letzten Tagen in Wiesbaden, Darmstadt und Kassel gastspielte, für das hiesige Auftreten zu gewinnen, ruaS — von allem anderen abgesehen — nur mit großen Schwierigkeiten zu ermöglichen gewesen ist. Wie ich höre, soll im Laufe der Spielzeit noch eine Aufführung vorgesehen sein. In dem eingeschobenen, drolligen Kriegsbildchen ,Kur- märker und Pikarde" wurde von Max Kronert und Lore Scholz sehr flott und sehr nett gespielt, so daß das niedliche, anspruchslose Stückchen zu den vielen hübschen Erfolgen einen weiteren hinzurechnen kann. Der neue, von dem Theatermaler Karl Schwedler hergestellte Dorfhintergrund machte einen sehr guten Eindruck.
DaS Orchester unter Hermann Weinackers frischer Leitung ließ nichts zu wünschen übrig.
Karl Neurath.
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■ der Wichtigkeit der Tag« mg wird dringend um i is, punftl &ridjeiuen ethuf Der Vorstand.
Landtagswahlbewegung.
Die Landtagswahl in Gießen.
Gießen, 15. Dtt
Die Landtagswahl in Gießen, die nack) den früheren Beschlüssen der beiden liberalen Parteien fast ohne Wahlkampf die Wiederwahl des seitherigen bewährten Abgeordneten Dr. Gutfleisch zu ergeben schien, wird nack) neuerlichen Beschlüssen der nationalliberalen Partei doch nicht so glatt l erlaufen, wie cs im Interesse der gemeinsamen liberalen Lache zu wünschen wäre. Tie hiesige freisinnige Parteileitung erhielt von dem Vorstand der nationalliberalen Partei die Mitteilung, daß in einer Mitgliederversammlung der Partei folgender Beschluß gesaßt worden ist: „Es ist leider nach den Vorgängen in letzter Zeit durch die Stellungnahme der freisinnigen Partei in Hessen für die national- literale Partei in Gießen unmöglich geworden, bei bec bevorstehenden Landtagstvahl die Kandidatur der freisinnigen Partei rückhaltlos zu unter- it ü tz e n." Es ist aus dem Wvrtlaut dieser Entschließung nicht zu ersehen, welche Stellungnahme die Nationallibc- mlen zur Wahl Dr. Gütfleischs jetzt eigentlich einnehmen. 'Lach uns von nationalliberaler Seite gemachten Mitteilungen will man bei der bevorstehenden Wahl mit der rcisinnigen Partei nichts zu tm haben, aber für die Mahl i)r. Gutsleischs eintreten. Wie dies in der Praxis gemacht werden soll, wissen wir nicht und die nächsten Tage werden laohl darüber Ausklärimg geben. Ter Wiederwahl Dr. Gut- sleischs, die nach unserem Dafürhalten übrigens auch bei iliicc nationalliberalen Sonderkandidatur sicher war, werben zunächst durch den offenbar von der Mcksichtnahme auf !bte Wünsche der Landesparteileitung beeinflußten hiesigen P-arteibeschluß der nationalliberalen Partei nennenswerte Schwierigkeiten nicht erkvachsen. Aber das Vorgehen der nationalliberalen Partei ist geeignet, die Einigkeit der beiden .1 beraten Parteien, die seit jetzt 10 Jahren nicht zum Schaden ber gemeinsamen liberalen Sache bestand, für die Zukunft crnvfindlich zu beeinträchtigen. Das ist das bedauerliche ur' bem Beschluß, unb es mag in diesem Zusammenhang .aran erinnert werden, daß bei der letzten Reichstagswahl, bei der die Verhältnisse ähnlich lagen, von der hiesigen frei» innigen Partei im gemeinsamen liberalen Interesse anders gehandelt wurde. Damals wurde i h r der Wunsch von der ^cmdeSparteileitung nahegclegt, nur unter der Bedingung • Ltr den natiolialliberalen Kai'didaten einzutreten, wenn die Nationalliberalen in Bingen-Alzey den dortigen freisinnigen 'londidaten unterstützen würden. Trotzdem durch das Vor- aehen der dortigen Nationalliberalen ein alter freisinniger Lcichstagssitz verloren wurde, hielteii die Gießener J-rei- iinnigen bedingungslos an der Unterstützung der Kandidatur cyligenstaedt fest. Schon dieser Umstand hätte die National- 1 beraten veranlassen sollen,- bei der bevorstehenden Land- icraswahl die seine Unterscheidung zwischen dem Unterst rtzungsunivürdigen Freisinn und dem unterstützenswerten Dr. Entfleisch nicht zu machen.
Wahlbezirk Grünberg-Gießen.
Nr. 243 Erstes Blatt 1S8.Jahrgang Donnerstag LS. Ottober 1908
S)er Gießen« Anzeiger ä ^^^"gSpretS:
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_ c 21U3UUIU. UHU in 1CUCU Willis, Ul --------- . \ ■ m • ,, r - x •• C n>igung; vollständig durchgeistigte Darstellung eines GesühleS. Glieder, mit dem, die Bewegungen ms sreiere, weitere über.
ne2 Eindruckes, beseelte Kunst wie jede andere echte Kunst tragenden Schleier und der stimmungsvollen, marchenhaft-
Die Freisinnigen haben int Wahlkreis Grimberg-Gießen den Wrgermcifier Saun (Wcitershain) als Kandidaten ausgestellt. Zn diesem Wahlkreis sind somit 4 Kandidaten aufgestellt.)
x Treis a. d. Lda., 13. Oft. Am letzten Sonntag nachmittag hielt hie deutsch-soziale Partei, hie überhaupt eben sehr Mhrig arbeitet, am hiesigen Orte eine Wählerversammlung ao, die sehr gut besuckft war, und in ter Landtagskandidat Lutz- Äpenrod sein Programm entwickelte. Nach ihm sprach Reiclfs- l5e?sabgcordneter Dr. Böhme über die Stellung ter ,Deutm>
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