scmrmen 280 von dem Reinertrag in Ab;ug gebracht ßäemt dabei etwas übrig geblieben ift, so ift da? nur durch den wegen des Hinweises auf die Nationalspende sehr starken Besuch znrückzuführen und die Herren haben sich also unter der Flagge Zeppelins eine hübsche Sondcreinnahme verschafft.
Ter deatslhe Lukrslottenverein gfi der Ansicht. es wäre keine Ehrengabe, wenn man dem Grafen Zeppelm nachträglich bie Verfügung über die lediglich für ihn gesammelten Gelder entziehen wollte, und führt leine Spenden ebenfalls direkt nach Stuttgart ab.
spenden.
Die Sammlung des Gießener Anzeigers:
Bisher emittiert Mk. 1847.05. landgerichlSrat Holzapfel 10, Gt. T. Bl. W. R. 10, Professor Tr. W. Schmidt 100, Beamte b« Gießener BraunsleinbergwertS 57.50, I. 4, H. ®. 2, 9t 1, zusammen 5Rf. 2031.55.
Ta Senat von Hamburg bewilligte für die Zeppelin spende 25000 Mk. An die Allgemeine Rentenanstalt m Stuttgart überwiesen wurden weiter: von der Stadt Mainz als erste Rate 22000 Mk: freiwillige Spenden von Erlangen 2500 Mk. (mit dem au»brüdlüf)cn Vermerk: Zur freien Verfügung des Herrn Grafen Zeppelin) und von Heilbronn 12 500 Mk. (mit dem Bemerken, das; das Geld zur freien Verfügung gestellt werde, „u m norddeutsche Kuratoriumsgelüste auszu schal- t e n"./ Genehmigt haben ferner Neu-Iienburg 100 Mk, St Ingbert 300 Mk., München .5000 Mk , Würzburg 1000 Mk. und Erlangen 500 Mk In Reutlingen sind seither 24 050 Mk. angegangen, darunter 15000 Mk von der Firma Ulrich Gminden, in Pfullingen 2500 Mk, darunter 2000 Mk. von der Firma Laiblier. In Essen haben die Sammlungen für den Grafen .Zeppelin ungefähr 50000 Mk. ergeben, so daß Elfen einschließlich der Zuwendunyen Krupps und des BergbauvcrcinS der Rationalspende eine Biertelmillion -ugcjührt.
Der Berliner Magistrat bewilligte zu dem Zeppelinfonds 30000 Mk. Ter Kreis Neuwied beteiligt sich mit 3000 Mk. an der Nationalfpende. Ter Münchener Gemeinderat hat beschlossen, die bewilligte Summe von 5000 Mk. an die von Zeppelin selbst bezeichnete Stelle, nicht an das Reichskomitee abzu- iühren. Der „Hannoo. Cour." hat seither übet 75 000 Mk. gesammelt. Bei der Allgemeinen Ncnlcnanstalt find seither 000 000 Mark ein gegangen, darunter 300000 Mk. aus Württemberg.
Bon anderen Luftschiffen.
Der Parseval-Ballon der Motor-Lufischiff-Stu- bicn-Gesellschaft hat am Freitag früh eine Fahrt von 23/< Stunden rund um Berlin gemacht. Um 6.15 Uhr erhob sich das Luftschiff vom Tegeler Schießplatz und ging über Pankow, Weistensee und Stralau nach Oberschönwcide, von da nach dem Tempelhofer Felde über Friedenau, Steglitz, Großlichterfelde, Zehlendorf und Wannsee nach dem Aufstiegsort zurück, wo um 9 Uhr eine glatte Landung erfolgte.
Ballonexplofiou.
Auf dem Gelände der französisch-englischen Ausstellung in London explodierte der Ballon des Kapitän Lovelace bei der Füllung durch die sträfliche U n - achtfamkeit eines Zuschauers, der ein Streichholz ejit^faibete. 2 Personen wurden getötet, 10 schwer ver letzt. Unter den Verwundeten befindet sich Lovelace selbst. Weiter wird noch gemeldet, daß Lovelace und sein Gehilfe, ein Fräulein namens Hill lebendigen Leibes verbrannt sind. Von dem Fräulein fand man nur noch einige Korsettstäbe vor. Weiter sind sechs Personen verletzt worden, drei davon schweben in Todesgefahr. Der Verfall erregte aus dem Platze große Aufregung.
Ein italienisches Militärluftschiff.
SBic uns aus Rom gemeldet wird, ist das italienische Militärluftschiff, von bem schon seit langer Zeit die Rede war, jetzt so weit gefördert, daß die ersten Probefahrten unternommen werden können. Einzelheiten üoer den Bau sind bisher nicht bekannt geworden, da die Offiziere des Luftschifferkorps strengstes Stillschweigen bewahrt haben. Ter Lenkballon befindet sich in einer Halle bei dem See von Bracciano, wo er soeben unter der'Leitung des MasorS Morris zum ersten Male gefüllt worden ist. Nach Prüfitng der Motore werden die ersten Aufstiege unternommen. TaS Luftschiff hat etwa eine halbe Million Lire gekostet.
Die Sammlungen für Donaueschingen.
Dic Sammlung des Gießener Anzeigers: Bisher quittiert Mk. 421, St.-T. Bl. W. R. 10.82, I. 2 H.
G. b, zusammen Mk. 438.82.
Aus StaOt und Land.
Gießen, 15. August 1908.
• • Personalnachrichten. Der Groß Herzog hat am 12. August d. I. bem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt 1 Adolf Muller den Charakter als AmtSgerichtö- rat erteilt und den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Ludwig Krug zum Landgerichtsrat bei diesem Gericht ernannt. — Ernannt wurde am 12. August der (Bcfangcnroärter an der Zellenstrasanslalt Butzbach Gustav Heinrich LouiS Schmidt zum Gefangenanfseher an dieser Anstalt.
• • Auszeichnung. Ter Firma Louis Loh in Gießen wurde auf der FubiläumS-AuSstellung des Verbandes.Bund deutscher Schuhmacher-Innungen* zu Berlin 1.—5. August die goldene Medaille zuerkannt.
• • Zu dem Artikel .Viehhof und Viehmarkt* wird uns berichtigend mitgeteilt, daß der Quadratmeter Land zu den Kläranlagen noch nicht 1 Mk. gekostet hat, also nicht 4—5 Mk., wie behauptet wird.
• * OmnibuSVerbindung mit der Liebigs- Höhe. Die Wagen der Omnibusgesellschaft verkehren morgen von nachnuttagS 3 Uhr ab ab Marktplatz über den LudwigSplatz bis nach der LiebigShöhe.
•• HilfSzug. Gestern abend sand eine Probcalarrnierung des bi er stationierten HilsSzugeS flau. Ein 6.20 Uhr biet ein- getroste pes Telegramm rief den Hilfszuq nach Butzbach. 35 Minuten fixSter, um 6.55 Uhr war der Hilsszug nut Aerztcwagen, Geräte- und Persvnenw<igen, sowie dcc er widerlichen Sanitäts- und AufrüumungSmannscbast fahrbereit und dampste ab. Um 7.15 Uhr erfolgte Ankunft in Butzbach. Tort wurde der Hilis- zug von einigen Mitgliedern der Äönigl. Eisendahndirektion Frankfurt a M erwartet und auf deren Wunsch Hebungen un Verbinden und Einladen von Verletzten auSgefübn. Diese Hebungen fielen zur Zufriedenheit der Herren DirettionSmitglieder auS. die auch über das äußerst rasche Eintressen des Hiliszuges ihre Ancrki-nnung äußerten.
"Statistik dec evangelischen Kirche in Hessen 190 6. Trauungen: rem evangelische Ehen Starkenburg 2560, Q berHessen 2082, Rheinhessen 1058, Großherzogtum 5700; Mischehen Starkenburg 382, O b erhess e n 71, Rhem- Hessen 252, Großherzogtum 705. Taufen: Starkenburg ehelich 10 726, unehelich 745, Ober Hessen ehelich 6681, un- ehelich 474, Rheinhessen ehelich 4587, unehelich 313, Groß» Herzogtum ehelich 21 994, unehelich 1532. Konfirmierte:
Starkenburg 6799, Lberhesfen 5190, Rheinhessen 3120, Großherzogin rn 15109. Kommunikanten: Starkenburg 117 239, Lberhessen 206 090, Rheinhessen 66 322, Groß- Herzogtum 389 651. Uebertritte: Starkenburg 68, Ober- Hessen 27, Rheinhessen 96, Großherzogtum 191. Austritte: Starkenburg 84, Oberhessen 16, Rheinhessen 19, Groß- herzogtnm 119. — Tie im Großherzogtum auSge'chlagenen direkten Steuern und allgemeine Kirchensteuern für das Etats« fahr 1907 (1. April 1907 bis 31. Marz 1908). Ein- kommensteuer: Gtarfenbirrg 4 645 291 Mk., Oberhessen 1 894 701 Mk., Rheinhessen 4 161 696 Mk., Großherzogtum 10 701 688 Mk. DermögenSsteuer: Starkenburg 1 291 823 Mk., Lberhessen 814 762 Mk., Rheinhesien 1 233 768 Mk., Großherzogtum 3 340 263 Mk. Evang. Kirchensteuer : Starkenburg 421 577 Mk., Oberhessen 240 892 Mk., Rheinhesien 246 992 Mk., Großherzogtum 909 461 Mk. Kathol. Kirchensteuer: Starkenburg 63 825 Mk., Ober- Hessen 11 953 Mk., Rheinhesien 110 001, Großherzogtum 185 779 Mk. (Tarrnft. Ztg ).
E.-B. Tarmstadt, 14. Aug. Schulrat i. P. Ludwig Tosch, ein weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt gewordener Mitbürger, ist heute im 82. LebeuSiahre hier gestorben. Tosch war am 1. Mai 1827 als Sohn deS Landwirts Losch zu Erbach i. O. geboren. Er studierte zuerst Theologie und war eine Zeitlang HilsSprediger in Crumstadt, bann an der Darmstädter Garmsonschulc. Darauf gmg er zum Schulfach über und wurde 1884 Schulinspektor des Kreises WormS mit dem Titel eines Großherzoglichen Schulrates. Nach 17jähriger Tätigkeit ließ er sich nn Jahre 1901 pensionieren und siedelte nach Darmstadt über, wo er seitdem in voller GcisteSfcische seinen LieblmgSstudicn oblag. Losch erreichte seine weit über die Grenzen unseres Hessen- laudcS hinaus anerkannte Bedeutung durch die praktische und energische Verwertung seiner großen Kenntnisie auf dem Gebiete der Naturwissenschaften. Tosch schrieb gemeinsam mit Prof. Dr. Scriba die bekannte hessische Exkursionsflora, das noch heute das beste Buch dieser Art bildet. Dann erschien auch in vielen, vielen Auflagen seine kleine Heimatkunde ,Ta» Großherzogtum Hessen*. Roch vor wenig Jahren ließ Tosch auch ein außerordentlich gediegenes Buch über »Die Orgel der Neuzeit" erscheinen, in welchem er seine jahrzehntelangen gründlichen Stiidien über dieses Instrument niederlegte. 9)ht praktischem Blick erkannte Losch als einer der Ersten die große Gefahr, welche dem deutschen Weinbau durch die Reblaus drohte. Er stand lange Jahre als einer der bedeutendsten Pioniere der ReblauSbekämpfung in der vordersten Reihe und focht für die Durchführung des sog. VenuchtungS- vcrfahrens, das sich inzwischen m Deutschland so ausgezeichnet bewährt hat. Seine ReblauSschiiften und seine praktische Tätigkeit als UntersuchungSleiter und Berater in ReblauS- angelegenheiten in den verschiedensten deutschen Staaten haben seine Autorität auf diesem Gebiete begründet und sichern die dailernde Anerkennung seiner großen Verdienste, sowie den Dank der ganzen weinbautreibenden Bevölkerung. In Darmstadt war er eine allbekannte und beliebte Persönlichkeit und ein eifriger Förderer der Jagd und Fischzucht. Ter Jagdklub hatte ihn zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Groß war auch die Zahl der Ehrungen, die ihm bei Vollendung seines 80. Lebensjahres zu Teil wurden. Die Beisetzung der sterblichen Ueberreste deS Verewigten wird am Sonntag nachmittag 4 Uhr auf dem hiesigen Friedhof erfolgen.
K. Ma inz, 14. Aug. Tie äHeften ehemaligen Angehörigen des 88. Infanterie-Regiments, die i n den 4Oer Jahren des vorigen Jahrhunderts ihrer Dienstpflicht genügten Hub die Zentenarfeier mitbegehcn konnten, waren: B.-eingutsbesitzer Horn von Johannisberg, Briefträger a. T. Krumm von Wiesbaden, E. (Äebermann von Erbenheim und Kanzleirat a. T. Reichard von Wiesbaden, der den Feldzug 1849 gegen die Tönen nntgemacht.
K. Von der Senne, 14. Aug. Bei der Besichtigung der Kavalleriedivision, die aus 50^0 Berittenen bestand, am 12. und 13. August durch den Maifcr ereigneten sich bei den Hebungen in dem für große Kavallcrieentfaltungen wenig günstigen Senne-Gelände, das durchsetzt ist mit durch Heidekraut verdeckten Gräben und Hohlwegen, verschiedene Unfälle. Ein Unteroffizier von den Hessen-Hombnrg-Hu- saren wurde durch die Spitze einer Lan.zc ins Auge getroffen, ein Husar vom 17. Regiment erlitt einen Schädelbruch, ein Husar von den 16ern einen doppelten Beinbruch.
sc. AuS Rheinhessen, 14. Aug. Aus allen Teilen der Provinz wird aus Weidmannskreisen gemeldet, daß die Hasenjagd heuer eine gute wird. Tas milde und wenig regnerische "Wetter in diesem Frühjahr hat veranlaßt, daß der „erste Satz" gut durchgckommen.
sc. Weißkirchen i. Taunus, 14. Aug Gestern nachmittag brach in der Scheune des I. Hl-ronimi Feuer aus, das das Gebäude binnen kurzem in Asche legte. Die Feuerwehren von Ober- und Nieoerur^el, Stierstadt und Weißkirchen hatten Mühe, den Brand auf seinen Herd zu beschranken. Ter Besitzer der Scheune hatte diese an mehrere hiesige Landwirte vermietet, die ihre Produtte darin unter- gebracht hatten. Ter Schaden iiit bedeutend.
(fkricbtsjcKil.
Entscheidung bt8 hessischen OberlandeSgerichtr.
Jrn letzten Sommer bat der Narusiellbesiker Hoh. Fr. Schütz in seiner Hofierte zu Nieder-Wöllstadt icm Murufidl in Betrieb gefitzt, jo daß jedermann gegen oic übliche Bezahlung an der t'uübarfcit teil nehmen konnte Tie Steuerbehörde erbliche in dem Verhalten des Sch. eine Stempel Hinterziehung und ließ ihm deshalb einen Strafbescheid über den vierfachen Betrag des vorenthaltenen Stempels und Nachentrichtung desselben in Höhe von insgesamt 15 Mk. zugehen, indem sie sich auf die Berordnung über die Stempelabgaben von öffentlichen Taritellungcn stützte, die zur Ausführung des Gesetzes über den Urkundenstempel er laifeitjvorben ist. c<b. beantragte gerichtliche Entscl-eidung, woraus daS Schöfsengencht Friedberg zum Freispruch gelangte, da für den Betrieb des Angeklagten nirgends eine itönzesswnSpsticht bestimmt sei, und darum auch iveder die Einholung einer Erlaubnis noch eine Stempelentrichtung nötig sei. Tie von der Staatsanwattfchaft gegen dieses Urteil verfolgte Berufung wurde von der btefigcii Ltrafkammer mit der Begründung zurückge- wiejcn: Tex Angeklagte habe versucht, die Erlaubnis zum Betrieb zu bekommen und war auch bereit, den Stempel zu entrichten: er habe hiermit genug getan und es könne ihm weder Boriatz m'ch Fadrianigkeit zur Last gelegt werden, zum mindesten sei die Freisprechung auS dem Gesichtspunttc der Steuerübertxitung gerechtfertigt. Eine tzoli.zeiübenretung liege aber auch nicht vor, da eine dleSbezügliäx- Polizeivorschrist nicht bestehe und nach der («niverbeorbnung eine allgemeine Beschränkung der (Seinerbe- au#Übung unzuläsng ivüre: es könne sich die Steiierstrase weder ?.u' »ohjciübatrctungen noch auf den St.mpeltarn beziehen, .^uf Revnwn der StaatSanwaltschau hob das Tarmstadter Cber- landesgencht das Urteil auf und verwies die Sache zur noch-
maligen Verhandlung und Entscheidung an Mc StrafTammer ruvfldL Tas Rcvi'ionsgeiiche ging davon aus, daß zwar die Zulaffinz zum ©einerbebetrieb jedermann durch die Gewerbeordnung i?n>ä|r« leistet fei. es müsse aber nach den allgemeinen Rechtsgru»^ satzen 'ich der Gewerbetreibende Beschränkungen durch polüei- licte Vorschriften bei .Ausübung des Gewerbes mancherlei Hrt gefallen lauen und bi eie Befchränkungeii habe die Landesgese». Qkbung anzuordnen, da die Gewerbeordnung da» Abbalten von Lustbarkeitcn nicht vollständig regelt. Tie neueste Fassung bet SternpcltariiS setzt eine Abgabe von 50 Big bis 20 Mk. est für die Erlaubnis zur Veranstaltung von öffentlichen gegen Ye- Zahlung ftattnnben^n Belustigungen. Nach einer besonderen K<. iiimmune, kann aus verschiedenen Gründen durch das Landesgesetz über die Bestimmungen der ükroerbcorbnung hinausgegangen werben, insbesondere können für Belustigungen auf 'L'rwatgrueb» stücken die Erlaubniseinholung vorge'chrieben werden. Ter Stent- celtarif bestimmt die Geldstrafe für bemenigen. der den ^sti». mutigen zuwider die Lösung des Erlaubnisschein- unterläßt. Tie Ausführungsverordnung bestimmt, daß die Erlaubnis für jeden einzelnen Fall vor Beginn der Veranstaltung bei dem Stni- amt oder der Crtspoliicibebärbe einzubolen fei. Zu Unrecht hab: auch die Sttaskammer die Frage des Vorsatzes wie auch die bet Fahrlässigkeit verneint: der Angeklagte habe wegen seine- Äa- russcllbctriebS schon soviel mit den Gerichten zu tun gebäht, daß es ihm nicht zweifelhaft sein konnte, daß er vor dem Beginn bei Betriebs die Erlaubnis ein tu holen verpflichtet war: wenn üxn die Erlaubnis nicht erteilt wurde, so hätte er von der 311 betrieb- fevuiia des Karussells absehen müssen. Kürzlich bat nun die Streifammer un Sinne der ihr von dem Revisionsgericht gt- gebe neu Direktive entschieden, wenn sie auch Neigung verspürte, auf ihrem früheren Reä tsstandpuntte zu verharren, da jüb doch Bedenken geltend machten, daß man jemanö wegen Stempel- Hinterziehung bestraft, der den Willen hatte und bemüht war. den Stempel zu entrichten, ihm aber die Erlaubnis versagt und damit di? Abnahme des Stempels venrMgert wurde. In diese» Fall wurde aut die im Strafbescheid angesetzte Strafe erkannt. An vier verschiedenen Tagen des letzten Frübiahrs ist der nämliche Angellagte in gleicher Weise verfahren, wesdalb ibm erneut Strafbescheide über insgesamt 48 Mk und Nachentriwtung der Donntbaltenen Steuer zugingen. Aus seinen Antrag auf yericht- liebe Entscheidung erkannte da- Schöffengericht aut die in den Strasbesehcideii angelegten Strafen. Dieses vorn Angeklagten angefochtene Urteil wurde gleichzeitig von der Gtrarfammcr bestätigt. |
Kleine Tagcochrourk.
In der Großvici-.alle zu München wurden Fälle der Maul- und Jl lauen i e u d; c konstatiert. Der Sduad::' und Schlacht- und Biehhof ist für die Ausfuhr jeder Viehgattu^ gesperrt.
In der Scbrcrfamilie Boerrn in Bollmar >Elsaß, erkrankten Mutter und Sohn schiver nach dem^Genuß von selbstgesuchten Champignons. Ter 14 jährige Sohn ist gestorben.
Tie Gesamtzahl der m LemSdorf und Gro^-Ltter-leben bet Magdeburg infolge Genusses verdorbenen Fleisches Erkrankten beläuft sich auf 2u0. Zum Teil sind die Erkrankuna« recht schwer, doch hoffen die Aerzte, alle Erkwntteti am Lede« zu erl-alten. Die Paiienten find größtenteils Fabrikarbeiter, be von einem Sd.4äd;tcr Pökelfleisch zum Frühstück kauften.
Bei Gleiwitz wurde die Leich.' de- 9jährigen Schülers Wizorka mit Merkmalen eine- Verbrechen- ausgefunden.
TaS Konkursverfahren über den Nachlaß des Kommerzienrats Rudolf Au Ihorn in Dresden, ber sich in einem Berliner Hotel erschoß, hat ein Aufsehen erregendes Resultat gehabt. Bei d:r Säüußoerteilung waren 1087 000 Mk. Forderungen zu berücksichtigen, nxihretid der L'kassebestand, von dem noch das Gläubiger-Ansschuß-Honorar -u kürzen war, nur 189 000 Mk. betrug.
In Ha 1 berNadt fiel ein ncuniahrigis Mädchen bet» Diabolo-S vielen so unglücklich in den Stock dieses Sput' zeugeS, daß ihm dieser tief t n s Auge drang. Tas Kind erlitt einen Bluterguß in» Gehirn und starb unter großen Qualen.
Ter Haffe nbotc Bros d r Mülpeimer (Swhr) Filiale der Nalioualbailk in Bremen ist mit 7 5 00 0 Nkark, die er bei der Rcichsbanl abgehoben hatte, flüchtig.
In Brüssel erregt die Verhaftung eines Schöffen und zweier Ingenieure der Vorstadt Cliaerck unter der Anklage der Bestechung Aussehen. Es soll sich um mehrere 100000 Frank Ixmbcin. Ter Schösse war st.llvertretcnder Bürgermeister der Gemeinde und speiste noch am Dienstag im königl. Palais beim Empfange bed Prinz-Gemahls der Niederlande.
In ganz Oesterreich ist ein anormaler AZetterschlag rin* getreten. In Steiermark, dem Salzkammergut, im Schneeberg- und 'Jiargebiet forme im Riescngevirge schneit es heftig. Die Temperatur ist teilweise unter Null gesunken. Im Semmering-Gebiet wurde rin ziemlich heftiges Erdbeben wahr« genommen.
Giesteuer Wetterdienst!
Voiau-sichtliche riittteruug für Hesseu am Sonntag den 16. August: peilet und trocken. Kuhl, besonders nachts. Nördliche Winde.
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Technikum Jlmenau
(DrißiiuibDrabhiKlönnscM.
R. B. Darmstadt, 15. Aug. Aus Friedberg (Oberh bringt die sozialdemokratische „Frankfurter Volksstimme" folgende feil- samc Notiz: „Die beiden Städte Friedberg und Bad-Nauheim gc- wehren ihren Lehrern in Anbetracht der hier herrschenden teueren Dohnungs- und Lcbensmittelpreise sogen. Lrtszulagcn. In einem den beiden Städten zugegangenen Bremserlaß luirb ihnen dies für die Zukunft unterlagt. Nur diejenigen Lehrer, welche die Zulage bereits erhalten, also letzt vorhanden sind, sollen sie behalten dürfen, alle Neuanzustellenden Dagegen nicht." Nach b<w uns von zuverlässiger Seite ^gegangenen Informationen ist du Meldung in dieser Form unzutreffend. E- bandelt fich nicht um eine JBcriügung, fandern um eine Mitteilung an alle diejenigen Städte, die eine Teuerungszulage gewähren; es wird darin auf die Unzuträglichkeiten des Systems hingewiesen. 0« übrigen dürste die Angelegenheit auch noch den hesiischen Städtetag beschäftigen. Nach unseren Jn-ormationen bat noch keilte der vom Erlaß betroffenen Städte Beschwerde eingelegt
X Friedberg, 15. Aug. Bei der gestrigen Bürger- meisterwahl in Schwalheim wurde Johanne» Hensel mit 61 Stimmen geioählt. Georg Hensel erhielt 60 Stimmt« und ter Beigeordnete Hofmann 16 Stimmen.
Fraukiurt a. M-, la. Aug Für de hier abgedal- ten c Heim arbeit--Ausstellung werdey die ti#«' rantiesondszeichner, rote b t e „F rkf. Z t g " hört, mit 55 Prozent ihrer Ze, ch nun gen herangezogen
Pan-, 15. Aug Irei franzöfuchen Lfsizieren ist es gelungen, große Fortschritte ajr d.m Geoiete der drahtlose« Telcphonie zu erzielen Tic letzten B<r>uä>: ergaben aüningc Resultate noch aai eine Enticrnung von 150 Kilometer. Zwuche« Pans und Tttpi'e wurden die i'Xip.deut.ui. vcn'taiiden. Man konnte einzelne tsorte, Tromp.-ten-Signale, vorzkigUch vernehme«. Tic Versuch* w.rden streng geheim gehalten.
Toulon, 15. Aug Eine neue Schiffs-Katastrophe ist nur mit großer Muhe abgeroenbet worden. Tas PanzeifchiN 2usfir» verlor unterwegs <n:e uuo.kann.eu ’ t.u.o.it urei ^chrauoe«. Durch tue <*en’id)tfrerkid)ierung von 20 000 fittogramm, dem E^wicht der beiden Schrauben, icnhc fich da» Schilf nach Dort und drohte zu unten Durch die 6>i'ieSg»genwart der Mann- ,chatt, -eit. . ct> ’t.jn.L >: r.c..^ . *)u;.rrteu des Lchmcs zu jchleppeu, wurde eine ztatastrophc verhütet Ter Suifrci lubr mit seiner brüten Schraube langsam nach Toulon »euer und wird ins Trockendock gebracht.


