sei nur bemerkt, das; diese Eigenart des Luftkühler? der Spezialfirma Riedingcr seit mehreren Jahren patentiert ist und deshalb von anderen Firmen, die den fruchtlosen Versuch machten, ähnliche Vorrichtungen sich patentieren ru lassen, nimt nach gebaut werden kann.
Die Firma L. A. Riedinger, A.-G, Augsburg, ist die etftc und älteste Firma Deutschlands, die mit der Firma Hall in England zusammen den Bail der Kohlensäure Maschinen nach dem System des Ingenieurs Windhausen ausgenommen hat. Die ersten Bauten liegen etwa 20 Jahre zurück, und seit 17 Jahren ist die Einführung so fortgeschritten, daß zurzeit iveit über 3000 Anlagen nach diesem Systeme ausgestellt wurden. Windhausen war der erste, der die allgemeinen Fortschritte der Industrie richtig zu erfassen wußte und damit erkannte, daß die Verwendung der Kohlensäure zur Kälteerzeugung einen lvesentlichen Fortschritt bedeute. Obwohl die Ammoniakmaschinen schon jahrelang vorher auf den Markt gebracht wurden, führten sich die Kohlensäuremaschiuen infolge der günstigen Eigenschaften der Kohlensäure rasch ein und stehen derzeit in erster Reihe, so daß z. B. die Kaiserliche Kriegsmarine auf ihren Schiffen nur Kohlensäure Kühlmaschinen zuläßt.
Während früher Ammoniak-Maschinen aus Schissen verwendet wurden, sind dieselben in letzter Zeit durch bohlen säure Maschinen erseht worden. Parin liegt für jedermann ein voller Beweis, daß die in der .Kohlensäure-Maschine gebotenen Fortschritte von einschneidender Bedeutung sind.
Vom theoretischen Standpunkt aus sind heute alle drei Kältemedien als gleichwertig anerkannt.
Dagegen ist im praktischen Betriebe die Kohlensäure anderen Kältemedien tatsächlich überlegen und zwar durch folgende Vorzüge:
1. Die Kohlensäure ist gegen jedes Metall und Dichtungsmaterial durchaus neutral und sichert dadurch eine lange Lebensdauer der Maschinen.
2. Die Kohlensäure ist für Fleisch und alle anderen Genußmittel völlig unschädlich, weil sie von üblen Gerüchen und jeder Aehwirkung frei ist.
Die Verwendung der anderen, so penetrant riechenden Kältemedien bedeutet ein ftetev Risiko an der zu kühlenden Ware, dessen Umfang bei Schlachthöfen wegen der Menge des aufgespeicherten Fleisches sehr groß werden kann, insbesondere dann, wenn das Rohrsystem des Kältemediums, wie dies auch bei uns in Gießen angenommen ist, direkt 'm Luftkühler projektiert ist.
3. Die Kohlensäure ist an sich billiger als Ammoniak und schweflige Säure und leichter zu beschaffen.
4. Die Kohlensäure Maschine ist die einzige Maschine, die dauernd ohne Oelschmierung an Stopfbüchse und Zylinder arbeitet. Sie ist deshalb die einzige Maschinenart, bei der eine innere Verschleimung der Schlangen dauernd ausgeschlossen bleibt, so das; man allein bei ihr eine wirkliche Garantie für konstant bleibende Leistung und gleichbleibenden Kraftaufwand auf die Dauer von fünf und mehr Jahren übernehmen kann.
Die Kohlensäure Maschine wird mit Glyzerin geschmiert, dieses bleibt stets gleich flüssig und kann nirgends jenen dicken, schleimigen Rückstand in die Rohrschlangen legen, der deren Leistungsfähigkeit bei Ammoniak-Maschinen nach kurzer Betriebszeit vermindert. Man sucht dem bei Ammoniak durch zeitweise Reinigung des Rohrinnern zu begegnen, da diese Reinigung aber eine umständliche, lästige und gefährliche Arbeit ist, so wird sie natürlich möglichst selten vorgcnoinmen ober unterlassen, so daß inzwischen die Betriebskosten steigen bezw. die Kälteleistung geringer wird.
5. Die Wartung der Kohlensäure-Maschine ist leichter und infolgedessen zuverlässiger, weil keine Oelabscheider bedient werden müssen und alle Arbeiten an der Maschine ohne Nachteil und Belästigung des Maschinisten ansgeführt werden können.
Es ist deshalb klar, daß eine Kohlensäure-Maschine unter allen Umständen besser unb leichter zu warten ist, als eine Ammoniak- ober Schwefligsäure-Maschine, weil man jeberzeit alle Teile ber Anlage, ohne außergewöhnliche Vorsicht zu gebrauchen, gründlich nachsehen kann. Man riskiert dabei nicht, durch Ausströmen scharf ätzender Dämpfe gefährdet oder wenigstens belästigt au werden. Die Gegner der Kohlensäure suchen aus der Geruchlosigkeit derselben einen Vorivnrf zu konstruieren. Es wäre leicht möglich, der Kohlensäure einen Geruch künstlich zu verleihen, wie dies durch Zusatz unschädlicher Mittel in einfacher Weise geschehen tonnte. Es hat sich dies aber in der Praxis als völlig überflüssig herausgestellt, indem durch hundertfache Erfahrung bewiesen ist, daß der Kohlensäureverlust^ungeheuer gering ist. Bei der in Gießen angebotenen Maschine soll der jährliche Ersatz an Kohlensäure garantiertcrweise kaum mehr als 100 Mk. kosten.
6. Die Kohlensäure ist ungefährlich für Leben unb Gesundheit des Bedienungspersonals.
Es ist durch umfassende Versuche in Eharlottcnburg, München und Augsburg seitens vieler Autoritäten, insbesondere von den Herren Professoren von Petteukoser unb Emmerich nachgewiesen worben, daß selbst das plötzliche Ausströmen des gesamten Inhaltes an Kohlensäure aus einer Kältemaschine nicht hin reichen würde, um eine Gefahr für die in dem Raum befindlichen Personen zu schaffen, weil selbst in diesem äußersten Falle das Gemisch von Kohlensäure und Luft noch ungefährlich bleibt.
Man darf die Kohlensäure auch nicht verwechseln mit bem Kvhlenoxybgas, das aus schlechten Oefeu.bci ungenügendem Schornsteirischluß manchmal in die Wohnungen eindringt, denn Kohleuoxydgas ist giftig, aber nicht Kohlensäure.
Herr Geheimrat Tr. M. von Pcttenkofer kommt auf Grund seiner Versuche zu dem Schluß: „Vom hygienischen Standpunkt aus ist demnach die Anwendung der Kohlensäure anstatt Ammoniak oder Schwefligsäure zur Kälteerzeugung jedenfalls nur als ein wesentlicher Fortschritt zum Bessern zu betrachten."
Geheimrat Dr. v. Pettenkofer hat seine Versuche direkt am Menschen gemacht, an sich selbst und an einer Anzahl anderer, zum Teil wissenschaftlich gebildeter Persönlichkeiten. Tierexperimente sind von Karl Friedländer und Erwin Herter mit bedeutsamen Resultaten gemacht, andere Versuche von Prof. Tr. Lehmann in Würzburg, von Dr. Max Gruber, Prof, in Wien, von Dr. Masanori Ogata, Prof, in Tokio, niedergelegt.
Als vor 19 Jahren die Frage des Schlachthofes in Gießen zum erstenmal zur Entschließung stand, hat auch Geheimrat Pros. Dr. Gafjky in seiner Eigenschaft als Gutachter sich dahin ausgesprochen, daß die Kohlensäuremaschine allein den berechtigten Anforderungen ber Hygiene entspricht unb ebenso treten jetzt wieder die medizinischen Kräfte unserer Stadt- unb Kreis Verwaltung dafür ein.
In praktischer Beziehung offenbart jicli der erreichte Fortschritt und seine beslimmie weitere Richtung auch für ben dttchtfpczia listen bedeutsam darin, daß selbst die
Ammoniakfirmen mit dem Bäu von Kochlenfauremäschinen beginnen. Da diese Firmen aber hierfür ans keine nennenswerten Referenzen verweisen können, kommen sie wohl nicht in Frage.
Vorstehende objektive Mitteilungen führen wohl alle Leser zu der Auffassung, baß bas reinliche, sichere und gefahrlose Kohlensäure-System den Vorzug unter allen Umständen verdient, umsomehr als die eingereichten Offerten und Garantieangebote zeigen, baß die Anschaffungskosten und die laufenden Betriebsausgaben für alle drei Systeme annähernd gleich groß sind. Die vielfach aufgestellte Behauptung, daß die Ammoniak-Maschine bei den hier herrschenden Kühlwasserverhältnissen ökonomisch günstiger arbeitet als die Kohlensäure-Maschine, wird durch die Garantieangebote selbst als unwahr bewiesen. ,W.
Vermischtes.
* Eine Schülertragödie. Mr teilten bereits am Samstag kurz mit, daß ber einzige Sohn bes gerichtlichen Sachverständigen Stender in Friedenau bei Berlin, ein 18 jähriger Oberprimaner, sich aus einem geringfügigen Anlaß das Leben genommen hat. lieber die Tragödie seien heute folgende Einzelheiten mitgeteitt: Günther St. hatte vor etwa 14 Tagen einem Mitschüler aus Gefälligkeit eine häusliche mathematische Arbeit zur Kenntnisnahme über lassen. Der Mathematiklehrer Dr. F. erfuhr davon und sprach -dem Günther St. einen mündlichen Tadel aus, den er durch die Worte: „Der Hehler ist so gut wie ber Stehler" verschärfte. Der Vater, dem Don Dr. F. über biefen Vorfall schriftliche Mitteilung getnacht wurde, ermahnte seinen Sohn, ähnliche Gefälligkeiten gegen Kameraden zu unterlassen. Damit schien die Angelegenheit vergessen unb begraben zu fein. Eine Woche später kam die Angelegenheit zur Kenntnis des Direktors Dr. Mareuse. Dieser schrieb dem Vater einen Brief, in dem folgender Passus vorkam:
„Dieser Mangel an sittlicher Reife, ist bei einem Abiturienten nicht ohne Einfluß auf die Reifeprüfung. Dies zur gefälligen Kenntnisnahme."
Durch diese Mitteilung des Direktors wurde in dem Vater wie dem Sohne die Besorgnis wach, daß Günther St., dessen Leistungen durchaus gut und dessen Betragen laut Zeugnis lobenswert war, das Reifeexamen nicht bestehen würde. Der Vater begab sich zum Direktor Dr. Marcnse. Auf Vorschlag, den Sohn ein halbes Jahr zurückzustellen, entgegnete der Direktor: „Dann entlasse ich Ihren Sohn." Ein paar Tage daraus kam es zu einer Szene zwischen dem Direktor und dem Oberprimaner. Der Direktor nannte ihn schließlich in Gegenwart aller Kameraden einen Esel. Günther St. nahm sich die doppelte Schande sehr zu Herzen. Er verließ die Wvhnung des Vaters und schrieb einen rührenden Abschiedsbrief, in dem er um Verzeihung für beit „letzten Schritt" bat, und sein Taschengelb unb seine Schulbücher feinen Kameraden vermachte. Tann ging er in den Tob: Er erschoß sich im Grnnewalb.
* Mäbch e n mord e. Ein neues Mordattentat gibt ber Polizei in Paris Beschäftigung. Eine sehr hübsche Halbweltdame namens Blanche de la Vigne machte in Monlin rouge die Bekanntschaft des russischen Ringkämpfers Tschernudow, ber sich ihr als Schauspieler ausgab. Er verstand es, ijic Sympathie des Mädchens zu gewinnen. Am Freitag abend lud er es zum Besuch eines Theaters ein, vorher führte er jedoch seine Geliebte, dj,c auf seinen-Wunsch mit allen ihren Juwelen geschmückt war, in seine Wohnung. Hier überfiel er sie, brachte ihr mit einem Rasiermesser einen tiefen Schnitt am Halse bei und entriß ihr die Schmucksachen, worauf er die Flucht ergriff. Angeblich sollen die geraubten Schmucksachen einen Wert von 83 000 Franks haben. Das Mädchen ist ber Verletzung erlegen. Der Artist wurde am Samstag von zwei Gendarmen in einem Cafe erkannt und verhaftet. Er ließ sich ohne Widerstand gefangen nehmen und verabfolgte die in Zeitungspapier eiugewickelten Schmucksachen. — In llerbingen (Rhl.) wurde ein zwölfjähriges Mädchen vergewaltigt und ihm teilweise der Leib aufgeschlitzt. Der Täter, ein Arbeiter, wurde festgenommen.
* „T a s geht n i ch L" Aus Anlaß ber letzten Feierlichkeiten in Wien mag folgenber Vorfall erzählt werden, der sich einst zwischen dem Kaiser Fr a n z I o s e s und einem Stationsvorsteher abgespielt hat. Es war an einem Pfingstmontag. Ter Kaiser hatte Wien in früher Morgenstunde verlassen, um in Mürzzuschlag zu jagen unb abends nach der Hauptstadt zurückznkehren. Sein Sonderzug sollte uni fünf Ubr nachmittags auf dem Bahnhof Mürzzuschlag zur Rückfahrt bereit stehen. Aber aus irgendwelchem Grunde entschloß sich der Kaiser, die Jagd früher, als beabsichtigt, zu beenden. Er begab sich nach dem Bahnhof unb ließ durch einen Adjutanten dem Stationsvorsteher befehlen, den kaiserlichen Zug sofort vorfahren zu lassen. Da die Bahnstrecke sehr belastet war an diesem Festtage, erklärte der Beamte das Verlangen des Kaisers f ü r u n - ausführbar. Ter Kaiser war über diese Verzögerung unwillig, ließ den Stationsvorsteher zu sich kommen und wiederholte ihm den Befehl mit eigenem Munde. Abermalige ehrfurchtsvolle, doch sehr entschiedene Weigerung des Beamten, ber darauf hinwies, daß die Ausführung des Befehls ein schweres Unglück im Gefolge haben könnte. So blieb dem Kaiser nichts anderes übrig, als unter den Blicken von vielen Neugierigen im Stationsgebäude zu warten, bis es fünf Uhr war. Als der Stationsvorsteher ihm feinen Zug meldete, schritt er ohne Gruß an ihm vorüber. Der Mann mochte denken, daß sein Ungehorsam noch ein schlim mes Nachspiel für ihn haben würde. Aber drei Stunden später traf ein Telegramm ein, in dem ihm von feiner Behörde nittgetcUt würde, daß er zum R i 11 e r d e s Fr a n z Jofef--Oroens ernannt fei, und zwar auf persönliche Anordnung des Kaisers, der sich selbst davon überzeugt habe, wie gewissenhaft unb genau ber Stationsvorsteher die Pflichten seines verantwortungsvollen Amtes wahr- nehme.
Kleine Tageschronik.
Bei Fridolfing iin südöstlichen Bayern ging ein schweres Gewitter nieder. 31 im Freien arbeitende Baumarbeiter suchten unter einem Heu stapel Schutz, in den kurz daraus der Blitz einschlng. 2 'Jlrbeficr wurden getötet und 16 bewußtlos. Dem Anschein nach dürsten auch mehrere der letzteren nicht mit dein Leben baoonfommen.
Wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit ist der Amtsvorsteher Schubert aus Waldau in Schles. verhaftet wor den. Schubert hat sich au einem schulpflichtigen Mädchen vergangen. Ec war auch Gemeindevorsteher und Mitglied des Kreistages. Ein Sittlichieitsverbrechen ist ferner an einem Mädchen in M ü h l h e i m a. Rh. . < rübt wurden 3 junge Männer, darunter ein Soldat, die fämtliei) in der Nacht entfliehen wollten, wurden verhaftet.
3n B o ä> u in m der Bergmann Senwwski, der mit der Frau Siraroatdfijeü i wer er Zeit in Feindschaft lebte, mit derselben auf dem Felde in ein Handgemenge. Senkowski entriß ihr
W DE Ms der Hand und schlug äuf sie ein. 'datier wurde der Frau, der Schädel gespalten. Sie ist gestorben. Der Täter, Vater von fünf Kindern, wurde verhaftet.
In Brügge erschlug aus Eifersucht ein Arbeiter seine Frau, sowie zwei andere Personen. Er wurde der Polizei übergeben.
Nach einer Turiner Meldung erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Automobil, in dem sich K önig Viktor Emanuel in Begleitung von vier Personen befand, mit einem anderen Motorwagen, in dem der Bürgermeister und der Sekretär einer Gemeinde aus der Umgebung von Rom saßen. Das zweite Automobil wurde stark beschädigt, die Insassen unbedeutend verletzt. Wegen des Zusammenstoßes reichten sie, wie es heißt, sofort beim Gericht Klage gegen den König ein.
In A u g s b u r a wurde ein Bureandiener von einem Reiter des 4. Eheveauleger-Negiinenls niedergeschlagen und seiner Börse mit 100 Mk. beraubt. Der Täter wurde verhaftet und ist geständig.
In der Nähe von Wavre St. Katharine (Belgiens fchlug der Blitz in ein im Ban begriffenes Hans, worin gerade 2 Arbeiter beschäftigt waren. Ein Arbeiter war anf der Stelle tot, der andere wurde gelähmt.
Im Bahnrestaurant zu Mailand spielte sich eine b l tl t i g e Ehetragödie ab. Die entführte Frau eines Kaufmanns, eine geborene Gräfin ans Bologna, wollte zu ihrem Ehemann zurnck- kehren, der sie auf dem Bahnhof in Mailand erwartete. Zwischen dem Entführer, der die Fran zurückbegleitete, und bj?m Ehemann kam es dabei zu einer Schießerei. Der Ehemann wurde von dem Entführer seiner Frau in die Brust geschossen.
Aus dem neutralen Gebiet von Moresnet bei Aachen im Walde lagern den Unbilden der Witterung preisgegeben, seit einer Woche acht ohne Subsistensmittel darbende Arbeiter au§ den Balkanstaaten, denen der Uebertvitt auf deutsches, belgisches und holländisches Gebiet verwehrt wird. Einer ist jetzt gestorben.
Im sächsischen Zinnwald tötete der Blitz eilte Mutter von vier Kindern, drei 2lrbciterinncn und brachte einem Knaben schwere Brandwunden bei.
In Chicago sollte gestern ein gewisser Herrmann Billik, der wegen fünffachen Mordes zum Tode durch den Strang ver urteilt loorbeii war, hingerichtet werden. Wenige Minuten, bevor das Urteil vollstreckt werden sollte, traf eine Verfügung ein, die die Exekution inhibierte. Als das Todesurteil vollstreckt werden sollte, waren die Straßen in der Umgebung der Strasgefangnisse von über 30,000 wild erregten Menschen angesüllt, die die Nach richt von der Verschiebnng der Exekution mit tobendem Beifallsjubel aufnahmen.
Airche rind Schule.
he. Der gemeinsame Unterricht von Knaben und M ä d ch e n hat in den badischen Mittelschulen großen Umfang angenommen. Ende 1907 besuchten 1230 Mädchen, d. h. genau ein Viertel aller Mittelschülerinnen (abzüglich der Schülerinnen der Vorschnlklassen und der Seminarknrfe) die Knabenmittelschulen. Der Prozentsatz der Mädchen beträgt in diesem rund 7 Proz. der Gesamtfrequenz, in den Realschulen 16 Proz. und in den höheren Bürgerschulen sogar 36,6 Proz., ohne daß bisher über Unzuträg- lichkeiten etwas bekannt geworden wäre.
Familien-Nachrichten.
Geburten: Herrn Heinrich Schutt und Frau in Friedberg eine Tochter. — Herrn Sigmund Schaumberg und Frau in Marburg eine Tochter.
Verlobte: Fräulein Matchen Jakob in Grebenan mit Herrn Salü Steinberger in Eifa. — Fraulein Settchen Freihoffer in Alsfeld mit Herrn Valentin Mangold in Flüda. — Fräulein Hilda Hamburger in Bad Kissingen mit Herrn Jakob Rothschild in Marburg.
Gestorbene: Frau Katharina Menser, geb. Lott, Frau Jenny Fürst, geb. Löwenstein, beide in Büdingen. — Frau Marie Jakobina Steinhäuser in Lauterbach. — Herr Ludwig Dem in Alsfeld. — Herr Johannes Fisch, Frau Marie Griesfellcr, Herr Jakob Schmidt, sämtlich' in Butzbach. — Herr Karl Diltert, Herr Karl Gail, Frl. Lisa Dem, sämtlich in Wetzlar. — Herr Wilhelm Bender in Leun. — Fran Elisabeth Günther in Marburg.
Meteorologische Beobachtungen
der Stativ» Gießen.
14.
14.
15.
Juni
1908
Barometer 1 aut 0° reduziert
Temperatur der LuÜ
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
2»
742,9
25,4
10,8
45
w
6
Sonnenschein
9’s
745,9
17,7
11,9
79
NW
4
Bew. Himmel
749,6
16,2
10,4
76
W
2
Sonnenschein
Höchste
Teinv
eratur
am 1t
k bis
15. Juni —
4- 25,6 6 C.
Niedrigste
„ 13. ,
14. „
—
4- 11,9° C.
Telefonische
des Giessener Anzeigers, mitge und Indnstr
Frankfurter Köre 3Reichsanleihe . . ' 91.70 do. . . 82.75 3>i°/9 Konsols .... 91.65 3% do 82.80 3X°/o Hessen 90.70 3>j°/0 Oberhesseu . . . 91.00
Oesterr Goldrcnte. . 9910 4*/5 % Oesterr. Silberrente 99.25 4% Ungar. Goldreute . . 93.50 4?o Italien. Rente . . . 104.50 3?o Portugiesen Serie I . 63.80 3% Portugiesen „ III 63 75 4%°/0 russ.Staatsaul. 190.5 95.50 4/6% japau. Staatsanleihe 89.65 4 % Conv. Türken von 1903 96.00 Türkenlose 148.40 4% Griech. Monopol-Aul. . 51.40 4% äussere Argentiiüer . 86.70 3% Mexikaner . . . 66.75 4>s% Chinesen .... 96.80
Aktien:
Bochum Guss 208.00
Buderus E. W 109.50
Tendenz: befestigt.
Uteri in er Börse, 1
Cauada E. B —.— Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 228.30 Dortmunder-Union C. . . 56.20 Dresdner Bank . . . 137.00
Tendenz: ruhig.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
e, 15. Juni, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 116.80
Elektriz. Schuckert . . . 105.00 Eschweiler Bergwerk . . 199.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 186.00 Hamburg-Amerik. Paketf. 109.10 Harpener Bergwerk. . . 194.50 Laurahütte 200.50 Nordd. Lloyd 94.00 Obeischles. Eisen-Industrie 98.00 Berliner Haudelsges. . . 159.75 Darmstädter Bank . . . 123.50 Deutsche Bank .... 228.90 Deutsch-Asiat Bank . . 133.75 Diskonto-Kommandit. . . 172.00 Dresdner Bank .... 137.25 Kreditaktien 196.80 Baltimore- und Ohio-
Eisentahn 88.00 Gotthardbahu —.— Lombard. Eisenbahn . . 25.55 Oesterr. Staatsbahn . . . 148.10 Phuce-Henri-Eisenbahu . 118.00
). Juni. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk, . . 172.00
Laurahütte 200 30
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