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13.11.1908 Zweites Blatt
 
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Nr 208 Zweites Blatt

158. Jahrgang

Freitag 13. November 190S

Erscheint tSgllch mit Ausnahme des EonntagS.

DieGtetzener Samlltenblötter werden dem .Anzeiger' vrernral wöchentlich betgelegt, das Kretsblati für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirlschaftlichen Seit» fragen" erjchemen monatlich zweimal.

Eirhskex Lyzrtz-r

General-Anzeiger für Gberhessm

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universums - Brich- und Sieindruckerel.

R. Lange. Gießen.

Redaktion, Erpeditton und Druckerei: Schul­straße 7. Eroeditlon und Verlag: e^s> 5L Redaktion.112. rel.»AdruAnzergerGleßen.

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Stimmungsbild aus dem Reichstage.

Berlin, 12. Nov. ^olonialbcbatte und Petition der Dergarbeitervcrbande.

Tie erich-.uernde Kunde von dem Grubenunglück im Ruhrrevier lastete auf den heutigen Verhandlungen. In stum­mer Trauer erhob sich ioms Haus, als der Präsident die Sitzung mit einer Kundgebung der Teilnahme für die Verunglückten und ihre iyamilicH eröffnete und dem Ausdruck der Hoffnung, daß es doch.noch geling, n nuige, möglichst vielen Rettung zu bringen. Ein Echo aus £>er Mitte der Parteien fand diese Kundgebung bei der Erörterung der Petition der vereinigten Berg­verbände um gesetzliche Maßnahmen gegen schwarze Liften und Verrufscrkläruu.gen im Bergbau, deren Fortsetzung aus der heutigen Tao-'serdnung ftaud, und das Zentrum ließ eine Jnter- vellatiou arnkündigen.

Die erste Hülste der Sitzung Ivar aber einem ganz anderen Vcrhondlungsgcgenstaud gewidmet. Eine Rechnung der Schutzgebiete aus deut Jahre 1900 rief die Erinnerung an die Kolonialdebatten hervor, die sich vor der Erneuerung unserer Kolonialpolitik abgespielt hatten und zu jenem denkwürdigen 13. Dezember führten. Man kann Herrn Erzberger die Anerkennung nicht versagen, ^ er sich mit großem Eifer in die schwierigen rechnerischen Verhlltnissc unserer Kolvnialverwaltung hineinge­arbeitet hat und verdenken kann man es ihm von seinem Stand­punkte ja nicht, daß er die alten Schatten der durch Herrn Dcrn- burg seither gründlich umgcwandclten Wirtschaftsführung in den Schu^ebieten zu greifen suchte und an der Hand des Berichts des Rechnungshofes, wenn auch nicht die Kolonialvcrwaltung, sold och ihre ehemaligen Beamten zur Verantwortung zu ziehen versuchte. Sein Eifer wurde natürlich dadurch nicht abgeschwächt, daß der damalige Gouverneur von Oftafrika, Herr von Liebcrt, heute la'ls leibhaftiger Kollege im hohen Hause saß. Das war der Mann, an den Fürst Bülow seinen berühmten Silvcsterbrief geschrieben hatte als Einleitung des Wahlkampfes, der die Partei des Herrn Erzberger ihre Rolle als regierende Partei ausfpiclen ließ; und darum nahm auch die dem Zentrum verbündete Sozial­demokratie die Gelegenheit >vohr, die Rache an dem ihr ver­haßten Präsidenten des Reick socrbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie kalt zu genießen. Der Staatssekretär des Ko- lonialamts >var heute nicht zur Stelle aber sein Dezernent, der Min.fterialdirektor Contzc, hatte es leicht, die übertriebenen Be­hauptungen und Schlußfolgerungen des Zentrumsredners auf das richtige Mas; zurückzuführen, wobei er die Sünden und Mängel des früheren Systems ohne weiteres zugab. Tas auch heute nicht fehr geschickte. Eingreifen des Frakliensgenossen des Herrn von Liebcrt, des Frciherrn von G a m p, führte zu einer noch weiteren persönlichen Zuspitzung der Aussprache, über die der national- liberale Abgeordnete Dr. Arning mit Recht vom Standpunkte der parlamentarischen Interessen ein lebhaftes Bedauern aussprach.

Tann wurde sehr lebhaft und eingehend über die Frage der ^schwarzen Listen" und Ueberschichten gesprochen. Der Antrag der Petitionskommission geht auf Berücksichtigung der das gesetzliche Verbot fordernden Eingabe, und in diesem Sinne sprachen sich auch heute olie Redner aller Parteien aus: der christlich- soziale Gcwerkschaftsleitcr Behrens, die sozialdemokratischen Bergarbeitersührer Sachse und Hits und der freisinnige Abg. Gothein, der wie stets bei Erörterungen über Bergwertsfragcn aus seinen Erfahrungen als ehemaliger Bergrat sck)öpfte. Den bekannten an Schärfe dem der Sozialdemokraten nichts nachgeben­den Standpunkt des Zentrums brachte der Abg. Nacken zum Ausdruck. Uni) selbst der bei der nationallibcralen Fraktion hospi- tievende Abg. von Schubert, der der Bergwerksindustrie an der Saar nahestehl, erklärte die Zustimmung seiner Freunde zum Antvage der Kommission, wenn er auch im übrigen die Maß­nahmen der Bergwerrbesitzcr an der Ruhr mir den dortigen Ar- beiterr-erhältnissen zu rechtfertigen suchte.

parlaincixtarifd?c5.

Ter Seniorenkonvent des Reichstages trat gestern vorBegnin der Plenarsitzung zu einer erneuten Besprechung über den Arbeitsplan bis Weihnachten zusammen. Tie bisherigen Absichten haben eine Aendertmg erfahren. Montag und Dienstag der kommenden Woche bleiben (rei. Daran schließt sich der Buß- und Bettag. Tie erste Lesung der F i n a n z r e s o r m be­ginnt danach erst Donnerstag, 19. November, und wird etwa zehn Tage in 'Einspruch nehmen. Ten Etat erwartet man etwa den 2. Tezember; es wird schort dann die erste Lesung stattsinden und damit die Beratung der Bearnleiibesoldungsvorlage verbunden werden. Man rechnet damit, am 11. Dezember in die Ferien zu gehen Heute und morgen werden die Interpellationen über Arbeits­losigkeit und schwarze Listen verbandelt.

politifcbc Tagesschau.

Anschluß Griechenlands an den Dreibund.

Wie derPost" zufolge in Wiener diplomatischen Kreisen verlautet, besteht zwischen den Besuchen des Zßönigs Georg von Griechenland in Berlin, Wien und 9tom ein politischer Zusammen­hang, wenn auch die äußere Veranlassung zu diesen Besuchen mit Höslichkcitsakten motiviert erscheint. Es wird nämlich behauptet, daß in gewissem Sinne ein Anschluß Griechenlands an den Drei­bund erfolgen soll, der auch in bestimmten militärischen Verein­barungen seinen Ausdruck finden würde.

Eine seltsame Meldung.

Tas HaagerVaderland" veröffentlicht den Bericht eines früheren Diplomaten, wonach am Vorabend des Bureukriegcs die Königin Wilhelmina auf Veranlassung des damaligen Ministers des Innern unter dem Druck der ösfentlichen Meinung, die ser Regierung vorwarf, zu wenig für die Buren zu tun, einen Brief an Kaiser Wilhelm gerichtet und ihn gebeten habe, zu Gunsten der Buren zu intervenieren. Ter Wunsch blieb unerfüllt. Während des russisch-japanischen Krieges soll der Kaiser in einem Schreiben an die Königin gedroht haben, Deutschland werde die niederlän­dischen Häsen okkupieren, salls die Niederlande nicht sofort Ver­teidigungsmaßregeln zum Schutze gegen England träfen. Darauf­hin ließ der damalige Ministerpräsident Kuvp'er ohne Wissen und Befragung des GeNeralstabcs einige Hafenverbesserungen vor­nehmen. Die Meldung des holländiichen Blattes bedarf dringend per Aufklärung durch den Reick-slauzler.

Deutsches Reich.

Der Bundesrats- \'i u sichuß für die auswärtigen Au- gelegenheiten trat gestern nachmittag 1 Uhr ün Reick)skanzler- Palais zusammen. Der Reichskanzler verbreitete sich in aus- sührlicher Weise über die auswärtige und innere Lage. Der Beginn der Aveudtafel, zu der der Reichskanzler die Mitglieder -es diplomatischen Korps eiugeladen hatte, mußte infolge der unerwartet langen Dauer der Sitzung auf i/29 Uhr vertagt werden,

ZndemDisziplinarversahrengegendenVür- ger Meister S ch ü ck i n g - H u f u m wurde gestern abend nach ziner 2^_> stündigen Verteidigungsrede des Angeklagten die Ver­handlung abgebrochen und die Urteilsverkündung auf heute Vor­mittag 12 Uhr vertagt.

Ausland.

Antimilitaristii i.. t - . 0 paganda. In Toulon ver- Eaftete br Polizei zwei Arsenalarbesier wegen anttmilitaristcscher Propaganda.

Aus der Türkei. Wie dieJeni Gazetta" erfährt, wird die Pforte Vorschüße im Betrage von IV2 Millionen Pfund auf die Anleihe nehmen, die dem Parlament unterbreitet werden soll. Die Deutsche Bank wird ein Trittel zu den Vorschüssen bei­steuern.

Australien. Fisher, der Führer der Arbeiterpartei, hat gestern das neue Bundesministerium gebildet.

Befinden des Kaisers von China. Nach der all­gemeinen Anschauung ist der Kaiser schwer krank und seine Kräfte sind im Abnchmen begriffen. Im Volke läuft sogar das Gerüche um, er sei bereits tot und sein jüngerer Bruder sei in den Palest gebracht worden. Der Kaiser leidet seit zehn Jahren an einer chronischen Nierenent-.ündung, zu der sich jetzt noch Zuckerkrank­heit, Hüftweh und ein anderes Leiden gesellt hat.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 13. November 1908.

** Gin neues Gruppenwasserwerk. Nächsten Sonntag, 15. November, soll das seit einigen Wochen in Betrieb genommene Gruvpenwasserwerk, das die Orte Bersrod, Neinhardshain, Beltershain, Lumda und Stangenrod umsaßt, cingeweiht werden. Die sehr ergiebigen Quellen befinden sich bei Geilshausen; von hier wird das Wasser mittels Sauggasmotoren nach dem bei Neinhardshain gelegenen Wasserturin, der zugleich Aus- sichtsttirm ist, gefördert. Von diesem Haupthochbehälter fließt das Wasser den einzelnen Ortsbehältern z.u. Das Projekt zu dem Gruppcnwerk, durch das eine sehr wasser­arme Gegend mit Wasser versorgt wird, wurde durch den Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen, Baurat Diehm, ausgestellt. Die Bauleitung lag in den Händen des Regie- ruugsbausührcrs Pabst. Die Einweihung am nächsten Sonntag soll in der Weise erfolgen, daß nachmittags 1 Uhr eine Besichtigung der Maschinenanlage in Geilshausen und daran anschließend des Wasserturmes bei Neinhardshain stattsindet. Ter Besichtigung des Werkes schließt sich ein gemütliches Zusammensein im Saale des Herrn Becker in Beltershain an.

"Der Verband der Detaillisten-Vereine im Großherzogtum Hessen hält am Freitag, 20. November, im «Kalserbos* zu Frankfurt a. 9)L eine Ausschußsitzung nut nachstehender Tagesordnung ab: Bericht des zweiten Vor­sitzenden; Stellungnahme der Handelskammern zu dem An­träge der bayerischen Regierung, betr. Einschränkung des Hausierhandels; Besteuerung der Filialen, Warenhäuser und Konsumvereine; Ofsenhalten der Schaufenster an Sonn- und Feiertagen; Festlegung des Osterfestes; Submissionswesen; Jnsera tensteu er; Bekämpfung der sogen. Tuchversandhäuser; Begutachtung wichtiger Eingaben durch die an den Verband angeglledecten Vereine; Anmeldung beitragspflichtiger Mitglieder; Ver­bandstag.

" Die 4 3. Haupt - Versamlung des Ver­eins Hessischer Zahnärzte findet am Samstag, 21., und Sonntag, 22. Nov., hier im Cafe Royal nut folgender Tagesordnung statt: Samstag abends Z^/z Uhr: Mit­glied e rs i tzun g. Verlesung des Protokolls der letzten Sitzlmg; Ntedizinaltaxe; Organisierung des zahnärztlichen Sanitätsdienstes im Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz; Tätigkeit der Krankenkassen - Kommission; verschiedene wichtige Interna. Sonntag vorm. 9V3 Uhr: Wissen­schaftliche Sitzung. Privatdozent Dr. med. Reich- Marburg : 1. Pyocyanose und ihre Verwendung in der Zahn- heilklinde; 2. Hämatodentin. Zahnarzt Paul-Dresden: Ueber die Brandt'schc Riethode der Behandlung von ExtractionS- wunden. Zahnarzt Reichelmann-Straßburg: Demonstration seines neuen GußapparateS. Zahnarzt Frutig-Gießen: Em neuer Artikulator. Zahnarzt Wolpe-Offenbach: Jnteresiante RegulierungSfälle. Zur Disklission: Ueble Zufälle bei In- jectionen.

DaS Kaiser-Panorama bringt diese Woche eine hochinteresiante Serie: Besteigilng der Zugspitze durch das Raintal und Höllental mit Besuch der Höllentalklamm. Jedem Naturfreund ist der Besuch nur zu empfehlen,

Kolosseum. Zum Gastspiel Giovanni Darussos sei noch erwähnt, daß auch der deutsche Violinvirtuose Burmester ihn in Darmstadt besuchte und seinem Erstaunen über die bewundernswerte Leistungen ?lusdruck gab. Ein Frankfurter Blatt schreibt von ihm: «Der begabte Virtuose spielte bei verbundenen Augen, ein Trick, den ihm noch keiner nach- ahmte und der auch sicher nicht so leicht ausgeführt werden kann, es sei denn, es besitze jemand die Gewandtheit und Sicherheit, die dem Spiel Darussos eigen ist."

Gesuchte Rentenempfänger. Die nachstehenden Nentenempsänger, die ihre Renten leit mehr als 10 Jahren nicht abgehoben haben, werden von der R e n t e n a n st a l t zu Tarin- sladt gesucht. Chart. Luise 9lderinnnn zu Beerfelden, geb. am 14. Mai 1839 daselbst. Karl Emil Eduard Bender zu König, geb. am 27. April 1836 daselbst. Karl Dörner zu St. Loms, geb. am 4. Nov. 1870 zu Eberstadt. Emst Jak. Hesirich in Amerika, geb. nm 19. Nov. 1889 zu Johannishof, Gemarkung Gernsheim. Aug. Ferd. Louis Kicsselbach zu Cincinnati (Ohio), geb. am 6. März 1845 zu Wann-ried in Kurhesien. Karl Herrn. Kleinselder zu New- Pork, geb. am 22. Februar 1841 zu Tüdelshemi. Karl Friedrich Kleinfelder zu 9teiv-Pork, geb. am 15. Jan. 1839 zu Tüdelsheim. 2ldam Krnmb zu Pinngsladt, geb. am 16. Dez. 1843 daselbst. Herrn. Loeber au New-Orleans, geb. am 1. März 1843 zu Leid- hecken. Elise Wilhelmine Arignste Lüdeking geb. Tauber zu St. Loms, geb. am 17. Nov. 1817 zu Walldorf. Anna Kath. Niest zu Gleimenhain, geb. am 22. April 1837 daselbst. Lisette Reiber tu Amerika, geb. am 28. Nov. 1837 zu Ruppertenrod. Auguste Henriette 3iinck genannt Kahler zu Darmstadt, geb. am 4. März 1843 daselbst. Etijabetha Philippine Roth zu Offenbach, geb. am 22. Ang. 1832 daselbst. Johanna Katharine Schneider zu Tarm- stadt, geb. am 11. Jan. 1831 zu Vilbel. Elise Zulauf zu Bingen, geb. am 11. Tez. 1849 auf dem Groß-Geraer FaUlorhaus.

0 Laudach, 12. Nov. Der Zweigverem des Evan­gelischen Bundes hielt gestern zur Gedächtnisfeier von Luthers Geburtstag einen Familienabend im Schützen- Hose ab. Der schon früher hier bekannte Pfarrer L00S von Groß-Umstadt hielt einen sehr ausführlichen Vortrag über Bibel und Reformation". Ter Kirchcn.chor hatte 3 gut ein- slndierte Lieder übernommen, für den musikalischen Teil sorgten durch Lieder- und Klaoieroorträge Fran mrd Fräul.

E>crmifd?tcs.

* Bassermannsche G-.-iiasrcn! Tas vielzitierte Wort von denBassermannschcn Gestalten" ist, so schreibt die ,.Nat.-Ztg", heute vor sechzig Jahren am 11. Nov. 1848 entstanden. Ter Abgeordnete Friedrich Daniel Bassermann, der erst Drogist, bann Buchhändler und Ver­leger gewesen und zuin Vorsitzenden des Verfassungs-Ms- schusses in der Nalionalv.rsammlung gcwühit worden war, erhielt im November 18-18 den Auftrag, nach Berlin zu reisen und eine Verständigung mit der preußischen Regierung anzubahnen, was aber fehlschlug. Unverrichteter Sache nach F-vankfurt zurückgekehrt, schilderte er am 11. November in der Nationalversammlung seine Berliner Erlebnisse mit fol­genden Worten:Spät kam ich in Berlin an, durchwanderte aber noch die Straßen, und ich mutz gestehen, das; mich die Bevölkerung, welche ich auf denselben, namentlich in der Nähe des Sitzungslokals der Stände, erblickte, erschreckte. Ich sah hier Gestalten die Straße bevölkern, Gestalten, die ich nicht schildern will." Diese Darstellung erregte großes Aus­sehen, vielfach auch Heiterkeit und Widerspruch. Die folgen­den Redner wie die Presse griffen den Ausdruck auf und sprachen bald ernst, bald scherzhaft von denBassermann- schen Gestalten". Ter Urheber des geflügelten Wortes endete drei Jahre später durch Selbstmord.______________________

MLigisscst-VraktttieLouttgen.

(Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.)

Schleswig, 13. Nov. In dem Dtszipltnarversahren gegen Bürgermeister Dr. Sch ücking von Husum wurde auf 500 Mk. Geldstrafe erkannt.

Teteftonz&cfte l^uirszaericiite

des Giessener Anzeigers, mity-eteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfurter Bör«e, 3^e/0 Beichsanleihe . . 94.35 3% do. . . 8480

3>ä°/0 Kousols . . , . 94 35 396 do. .... 84.75

®/0 Hessen 93.00 316°/o Oberbessen . . . 92 00 4 96 Oesterr Goldreute. 98.40 4/s?6 Oesterr. Silberrente 99 45 4 96 Ungar Goldrente . . 92.85 4 96 Italien. Rente . . . 104 05 3 96 Portugiesen Serie I 57 50 3% Portugiesen III 58.60 4 yt °/0 rnss.Staatsanl. 1905 97 00 4 x/a o iapan. Staatsanleihe 91.30 196 Conv. Türken von 19U3 91.50 Türken ose 143 OO 196 Griech. Ilonopol-Anl. . 49 20 45° äussere Argentinier . 88.20 ö°/0 Mexikaner . . . 63.60 l/4u/° Chinesen .... 97.3u

Aktien:

Bochum Guss 217 40 Buderus E. W 111.50

Tendenz fest

Berliner Börse. 13

Canada E. B. . . . . 178.90

Darmstädter Bank . . . 128 20 Deutsche Bank .... 240.60 Dortmunder-Union C. . . 60.40 Dresdner Bank . . . 14810

Tendenz ziemlich fest.

1!. November. 1.15 Uhr.

Elektriz. Labmeyer . . . 116 00 Elektriz. Schnckert . . . 119.95 Escbweiler Bergwerk . . 190 50 Gelsenkirchen Bergwerk 18800 Hamburg - Amerik. Paket! 111.00 Harpener Bergwerk. . . 194 50 Lanrabtitte 194.00 Nordd. Lloyd . ... 8860

Obeischles. Eisen-Industrie 98 20 Berliner Hondelages. . . 167.50 Darmstädter Bank . . . 128 50 Deutsche Bank .... 240.50 Deutsch-Asiat Bank . . 138 20 Diskonto-Kommandit . . 180.20 Dresdner Bank .... 147 90 Kreditaktien 200.00 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn 106.30 Gottbardbahn. Lombard. Eisenbahn . . 22.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.00 Prince-Heuri-Eisenbahn . 124.00

November. Anfanq-skurse.

Harpener Bergwerk. . .. Laurahiltte Lombarden E. B. ... 22 20 Nordd. Lloyd 88.90 Türkenlose 143.50

Volp, durch einen Violinvortrag Primaner Müller. Die Vortragenden ernteten reichen Beifall, ebenso Schüler aus der hiesigen Stadtschule, die mit großer Lebendigkeit Gedichte anS LusherS Leben zu Gehör brachten. Der Vorsitzende des Vereins, Pfarrer Volp, leitete den Abend durch eine An- 'prache ein und schloß ihn mit Ausdruck des Tankes an die Mitwirkenden.

-----Fritzlar, 11.Nov. Verliehen wurde dem israelitischen GemeinderechnungSsührer Joel Bolep in Anerkennung seiner 37jährigen Verdienste um den Staat vom König von Preußen das Allgemeine Ehrenzeichen. ES wurde ihm durch Landrat N ö l d e ch e n heute überreicht.

als Zusatz zur Milch eine leicht verdauliche Kindemahrung. Seit Jahren bestens bewährt zur Her­stellung von Puddings und feinen Backwaren.

mit,,Knorr. |

Meine Damen, Sie machen mich wirklich nervös wa,-« mit dem ewigen Husten. Sie tun gerade so, als ob's keine ijSZTlu s^ays ächten Sodener Mineral Pa Pillen gäbe. Ich begreife, überhaupt nicht, wie ein 'Mensch sich mit Husten plagen kann, vSw wenn er die Möglichkeit hat, ihn sür ein paar Psennige auf bequeme Art los zu werden. Nelimen Sie Fans achte Sodener und Sie hinten nicht mehr. Die Schachtel lostet wg] ia nur 85 Psg. und ist überall erhältlich. Achten Sie aber, eMjZ daß Sie keine Nachahmung erhalten und verlangen Sie stets lyy&g nur »Fays achte Sodener." Ihvs4/,.

Zimer zahlreicher roeröen die Freuick

dieses uie der agcuden Krastspenders.

Frankfurt a. M., den 28. Juli 1908.Bioson" wurde bei Nervenleiden angewandt. Ich bin mit dem Erfolg sehr zufrieden gewesen. Habe mir noch weitere Pakete von demselben in der Apotheke gekauft und werde das Prävarat, welches wirklich ein angenehmes und dabei stärkendes Getränk darstellt, auch fernerhin gebrauchen. Hochachtungsvoll Karl Zöller, Postschaffner, Mofel- sttaße 48, I. Bioson ist anerkanntermaßen das beste und billigste blutbildende Kräftigungsmittel für Schwache, Elende, Kinder, ältere Leute usw., dessen belebende, erfrischende Wirkung sich schon nach tven'g'M Tagen bemerkbar macht. Erhältlichl2 Kilo 3 Mk., für einige Wochen ausreichend, in Apotheken. Drogerien usw.