Freitag, 13» März 190S
158* Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. SÄ
Srschekü ra-Nch mtt Ausnahme bdl Sonntag«.
General-Anzeiger für Oberhejien
der
und ausländische I
■ , DnnU"h'. I
fcltß#'
noch 10 Küsse pro Tag, inw im jüufren Jahre waren sie bei! gutem Zustande befänden. 5wei Küssen täglich angelangt, einem Morgen- und einem | incht imljeifbac und er tun Gutenachtkuß, und dabei ist es in den fünfzehn Jahren oder ein chreiguu.', welches
RotattonSdrnck uni Verlag btt BrllbNchen Uawerfuäka 8ud> unß CtetnUnidcttL UL Ban j i, Dieben.
Die «.Gteftener LamMenblätter- werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da« „Kreisblatt für Öen Kreis Kletzen" zweimal wöcherUUch. Der ^hesstlche Landwtrf erscheint monatlich einmal.
Abg. Dr. Mugdan (freis. Vpt.:
Es ist doch wirklich zu stark, daß die Herren Sozialdemokraten sich jetzt hinstellen wollen, als ob ihre Interpellation dieselbe war wie die des Zentrums und der wirtschaftlichen Vereinigung. Dr. Mugdan verliest die drei Interpellationen. Die der Sozialdemo, traten lautete: Die Unterzeichneten richten an den Reichskanzler die Anfrage, ob er eine Novelle zum Krankenversicherungsgesetz vor. zulegen gedenkt, welche die Verhältnisse im Knappschaftswesen in einer für die Arbeiter befriedigenden Weise regelt. Wenn die Sozialdemokraten abweichend von den anderen Interpellationen ausdrücklich eine Novelle zum Krankenversicherungsgesetz forderten, mutzten sie bei der Begründung der Interpellation auch über die Frage der freien Arztwahl sprechen. Herr Hue hat aber lediglich gesagt, die Aeltestcn hätten die Forderung zurückgestellt. Jetzt suchen sie mit vielen Worten zu verschleiern^ was sie damals ge. sagt haben.
ordnungcn mehr auf die Seefischer hören, besonders bei Festlegung der SchonzeiL Für Beschädigungen von Fanggeräten durch fremde Schiffe müße Ersatz gewährt werden. Auch solle das Eindringen holländischer Fischer in deutsche Reviere verhindert werden. Zu diesem Zwecke müsse ein Torpedoboot bei Norderney stationiert werden.
Abg. Hebel (Ztr.)
bespricht die Aufgaben der neu gegründeten Zentral st elle für V o l ks w o h I f a h r t, für die 10 000 Mk. ausgesetzt sind. Sie müsse dafür sorgen, daß das platte Land besser mit Aerzten bedacht werde, und datz das Wohnungswesen verbessert werde.
R5 dl eMÄ
- • ' - - . Das Leiden sei wahrscheinlich
__ könne durch einen plötzlichen Schreck welches nach irgendeiner Richtung hin starke Gemütsbewegungen Hervorrufe, das Augenlicht wieder-
Aörche und Schule.
l . ~ 0 ndon, 12. März. Miß Gibbs, die kürzlich aus Dcutscb- uno zurnckgekehrt t]‘r, hielt int hiesigen Lehrermneusenünar einen » über die Freilustschulen und beschäftigte sich be- noers mit der in Dresden errichteten Schule dieser Art.
Redaktion. Expedition unb Druckerei;
flraße 7. Expedition and Vertag . etgs) 6L {Reöafitonie^ 112. Tel.-Adr. An-etgerGiebew
gewinnen.
Kleine Tageschronik.
In Küwieczycz? irc rusi. Gouv.-rnement Tschernigöw wurde ein Geistlicher Gagaräi von seiner Frau, die er mißhandelt hatte, mit einem Belle erschlagen. Tre Frau warf den Leickmam- in einen Ofen, wo er halb verkohlt gefunden wurde.
In Paris experimentierte oer Gyinnaftcrlpcofessor Blance in denn Physiksaale feiner Schule so unglücklich, daß er dabei daS Augenlicht verlor und schwere Brandwunden erlitt.
Zwei Krankenwärterinnen iwEtien eine Irrsinnige aus dem Puslrrtale nach der Innsbrucker Nerven- klimk verbringen. Während der Eisenbahnzug in voller Fahrt war, ritz sich plötzlich die Irrsinnige los und sprang aus dem Wagen. Beide Wärterinnen, die sie festhaltcn wollten, stürzten ebenfalls hinaus. Alle drei erlitten schwere Verletzungen. Eine. Wärterin ist gcswröen.
griffe gegen das Seeamt, die Reichsregicrung und das Kohlen- syndikat, weil damals die Feststellung des Ursprungs der Kohle unterlassen worden ist.
rsatz.u- k;ii p1
Mizesde Äetzeiteil... Kind erwägen eingerrosien. Alleinverkauf der berühmten BreuuaborÄiuder^ wagen zu OrigmaUFabritpreisen. 1272;
Ausnist Kilbinger, jetzt SelterSwcg 79 (Neubau).
'NtV □ ..
L f c 6'-rnia ’ ®<e6tn r,
& l?l das Dor1- lvsi-'el. " l ^usmanli 6,1 Non wirb": • "°lter ernannt''
;che u. franwsi$&!
rL der Liquenrevo: aß Lucas BöKi
ST...J?C- Vesuv iu t i, ü niedriger. Tas geogra- Ä^^titnt in Florenz- nimmt von Zeit zu Zeit Messun- ip?a o' , vor. Die letzte Messung hat ergeben, daß iultan dem letzten Ausbruch um ein ganz erheb- 2?-® ,U(i döhe verloren hat. Während er vor dem Ausbruch noch 1335 Meter maß, ist er jetzt 1223 hoch. Man IJtnmt an daß jede Eruption den Vesuv um ca. hundert ^e^T.9€r gestaltet.
Die Geschichte einer Ehe, ausgedrückt in lot'en' der „Gaulois": Ein Engländer -m pch das Vergnügen gemacht, genaue Rechnung zu führen irftpn u Ö€r die er mit seiner Frau in den Ebejahren ausgetauscht hat. Im ersten _ en S durchschnittlich 100 Küsse pro Tag, int Im zweiten Jahre ging diese skckt- S luts die Hälfte zurück, was immer 1
He pro Tag macht; rm dritten Jahve waren es
Abg. Dr. Mugdan (freis. Vp.):
Ich weiß Wohl, daß die Bochumer Bergarbeiter für freie Arztwahl sind. Hier im Hause hat sich aber noch kein Sozialdemokrat dafür ausgesprochen. ,(Widerspruch der Sozialdemokraten.),
-tr Abg. Hue (Soz.):
Ta nun einmal die Frage der freien Arztwahl angeschnitten ist, so komme ich doch noch zu meiner Rede, um die man mich gestern bringen wollte. (Heiterkeit.) Beweisen Sie uns doch, Herr Mugdan, daß wir Bier die freie Arztwahl für die Bergarbeiter haben fallen lassen, oder nehmen Sie die Behauptung zurück. Durch die Art und Weise, wie Dr. Mugdan über die freie Arztwahl spricht, schadet er ihr mehr, als irgend jemand sonst im Hause. Wir haben bei der Interpellation über die Knappschaftskassen — ich berufe mich auf die Mitinterpellanten Schiffer und Behrens — wahrhaftig nicht daran gedacht, die freie Arztwahl in den Mittelpunkt der Forderung zu stellen. Wir haben sie zurückgestellt, um eine Einigung mit der Regierung und den Arbeitgebern zu erzielen. Wie darf Herr Mugdan behaupten, daß wir Führer der Bergarbeiter die Forderung der freien Arztwahl haben unter den Tisch fallen lasten. Ich habe für die freie Arztwahl schon gerichtliche Ärafen erlitten, weil ich das Zwangsarztsystem gegeißelt habe; dmnals hat man an Herrn Mugdan noch nicht gedacht. Beweisen Sie es, Herr Mugdan, und beweisen Sie, daß ich draußen demagogisch etwas fordere, wovor ich mich hier scheue. Sie können sich auch einmal verhauen, aber dann nehmen Sie bitte die Beschuldigung zurück.
M ver^
Direktor Dr. v. Jonquieres
beanttvortet eine Anfrage des Vorredners nach dem Schicksal der bei der 'Abschiebung der Seemannsordnung vom Reichstag beschloss en R e s 0 l u t i 0 11 a u f E r r i ch t u n g e i n e s R e 1 ch s- sch sfahrtsamtes dahin, daß die verbündeten Regierungen vo l) nicht zu einer Entscheidung, wenigstens nicht im positiven Sinne, gelangt find. Ob man überhaupt einmal zur Errichtung dieses Amtes kommen wird, bleibt dahin gestellt. Jedenfalls hat der Bundesrat es bisher nicht für richtig gehalten, der Reiolution des Reichstags Folge zu geben. Ter Negierungsvertreter stellt fest, daß das Seeamt als richterliche Behörde seinerzeit den Antrag de- Reichstaxes, Schritte beim Kohlensyndikat zur Feststellung des Ursprungs der Kohle zu unternehmen, abgelehnt hat. (Hort, hortt bei den Sozialdemokraten.) Tie Verhältnisse lagen damals 10, daß dieser Punkt, der sonst für die Selbstentzündung allerdings von Bedeutung ist, in diesem Falle als unerheblich angesehen werden konnte. Die Reichsverwaltung hat darüber hinaus versucht, außerhalb des Verfahrens die Herkunft der Kohle vom Kohlensyndilat zu erfahren, aber dieses hat es nicht für richtig gehalten, auf die Anfrage eine Antwort zu erteilen. (Hört, hört! bei ucn Sozialdemokraten.) Ob Sie das für richtig halten oder nicht: einen Zwang kann die Reichsverlvaltung jedenfalls nicht ausüben.
Die Reichsverwaltung freut sich, daß der Abg. $9 e d । d) e r den Uebertreibungen bezüglich der Sicherheit der Seeschiffe gebührend entgegen getreten ist, und daß er namentlich die Seeberufsgenossenschafr gegen die An. griffe in Schutz genommen hat. Seinen Ausführungen kann tich die Reichsverwaltung nur aus vollem Herzen anschließen. Auch ,ie kann nur erklären, daß die Seeberufsgenossenschaft,ihrer Aufgabe aufs beste und trefflichste gerecht wird, und insbesondere nimmt mich die Reichsverwaltung die Ehre und das Andenken des verstorbenen Schiffsreeders Earl Ferdinand Laeisz von ganzem Herzen in Schutz.
Abg. Hormann (freis. Dpt.):
Der Friede zwischen Arbeitgebern und Arbeitern sollte auch im Schiffahrtswesen ^pflegt werden. Das geschieht aber nicht, wenn einzelne Fehler gleich verallgemeinert werden. Uigere Reede, reien haben das lebhafteste Interesse daran, datz keine Unfälle vor. kommen Das gilt besonders von den großen Personen- b e f ö r d e r u n g S g e s e l l s ch a f t e n. Unser Ansehen :m Auslände muß ganz erheblich leiden, wenn gegen unsere Reedereien fortwährend-ganz unberechtigte Angriffe erhoben werden. (Beifall.) Abg. Raab (wirtschf. Dgg.)
Ich verallgemeinere nicht, ich gehe aber auch an offelisickt, liehen Schäden nicht vorbei. Uns fehlt aber eine wirksame Aufsicht über das Schiffswesen. Wir brauchen ein R eich s s ee f a h r rs. amt, damit die Menschenleben auf den Schiffen besser geschlitzt werden. Man zwingt die Kapitäne,, auf jeden Fall den Anscblust zu erreichen. Sie müssen also auch im Nebel schnell fahren. Ter Reeder Beruft sich dabei auf Feststellungen des „Berliner Tageblatts". m L
Herr Heckscher mag vielleicht einmal auch ein gutes Wort für die Seeleute einlegen, wenn er Bei einem intimen Diner mit dem Reichskanzler u nd Herrn Ballin zusammensiht. Aber mit diesen paar Worten ist es nicht getan. Er reibt es gern den Seeleuten unter die Nase, wenn sie etwas falsch machen. Er sollte es aber auch Herrn Ballin und Genossen unter die größeren Nasen reiben, wenn sie etwas verpfuschen. Unsere heilige Pflicht ist es, dafür zu sorgen, daß Menschenleben nicht in frivoler Weise aufs Spiel gesetzt werden. Meine Ausführungen tragen sicherlich mehr dazu bei, als die der Abgg. Heckscher und Dr. Semler, der wohl gleich nach mir auf der Tribüne erscheinen wird. (Heiterkeit.)
Abg. Dr. Seniler (natl.):
Ahnungsvoller Engel 1 (Große Heiterkeit.) Herr Naab würde der Sache mehr nützen, wen er nicht so auffallend einseitig wäre. (Sehr richtig!) Er schadet der deutschen Schiffahrt, wenn er Jahr für Jahr hier allerlei Räubergeschichten erzählt. Ich protestiere gegen die fortwährenden Verunglimpfungen der deutschen Reedereien. Die Männer, die an der Spitze unserer Schifffahrt stehen, haben reiche Verdienste, für die wir ihnen im nationalen Interesse danken müssen. Wir können auf die Entwicklung unserer Schiffahrt stolz sein sein und brauchen nicht immer auf daS Ausland zu schauen. (Beifall.)
Abg. Schwartz lfoz.)
betont ebenfalls die Notwendigkeit eines Neichsschiffahrtsamts in einer langen Rede, die er verliest.
Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird von der Vlock- mehrheit angegommen.
Abg. Naab (wirtsch. Vgg.) persönlich:
Wenn meine Ausführungen Nänbergescbicksten waren, so war das, was Dr. Semler sagte, tendenziöse Schönfärberei.
Abg. Hoch (Soz., persönlich):
Ich habe nichts davon gesagt, daß Dr. Heckscher von den Reedern bezahlt sei.
Abg. Dr. Heckscher (frs. Vgg., persönlich):
In den sozialdemokratischen Berichten hieß es aber so. Wenn er es nicht gesagt hat, dann war es seine Ehrenpflicht, den betreffenden Blättern eine Berichtigung zu senden. (Lebhaste Zu- stiminuiig.) Es ist doch keine Kleinigkeit, wenn man einem Abgeordneten vorwirft, er lverde bezahlt. (Zustimmung.)
Das Haus vertagt sich bis 8 Uhr abends.
Schluß 6j Uhr.
Arrak. P"* «er Auswä11*- i Schwaai, flolllekeroot.
Deutscher Reichstag. i .„•»
120. Sitzung, Donnerstag, 12. Mürz.
Am Tische des Bundesrats: v. Beih mann-Holl weg, Wermuth, Caspar.
Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min.
Reichsamt des Innern.
(Sechster Tag.)
Die Beratung der allgemeinen Fonds wird fortgesetzt.'
Abg. v. Pfetten (Ztr.)
tritt für eine weitere Förderung der Binnenfischerei ein. Die einzelnen Fischarten müßten wissenschaftlich mehr erforscht werden. Auch sollten die Fischkrankheiten genauer geprüft werden, damit sie besser bekämpft werden können. Die im Etat eingestellte Summe von 85 000 Mk. sei viel zu gering. Die Seefischerei dürfe gegenüber der Binnenfischerei nicht bevorzugt werden.
Abg. Prinz zu Schönaich-Carolath (natl.)
stimmt den Anregungen des Vorredners gern zu. Der Deutsche Fischereiverein werde es lebhaft begrüßen, wenn der Fonds für Förderung der Binnenfischerei erhöht werde.
Abg. Raab (Wirtsch. Vgg.)'
begrüßt die Erhöhung des Fonds zur Förderung der Seefischerei um 50 000 Mk. Man solle bei dem Erlaß von Vcr-
«1'1908 £ : Mätzen. " "eschl„y§ Schaltung bti ** die Wahl r Malters, foroie n9 eines Aul- uud eintreh ' bie in § 132 i, nun9 bezeichn 0 "nd zur Pist, ’loeten ^orbeuir? g, den io, y imittagg 3 zeichneten tzentz beraumt, y eqonen, welche c ursmaße gcbh besitz haben obitp ‘fte etwas schch aufgegeben, nih Jenieinschuldnec • n oder zu Verpflichtung ch >emBesitze der-, en Forderungen, aus der Sache • Befriedigung in Mn, dem Ronld bis zum 3. ! ,eige zu machen, gliches Amtsgi
Gießen.
trog der Erben arte Leime!
1 deren Auweia b 30 - den IC. Mär; 1. uitlags M- Uhr die nachoerzei
öe nein), oerueiom i vollst. Bellen, L chlli'che.LoiasLi! Äühlc, Tische," i, Aireibjelrelim ik.lGlasschrant,^
Porzellan, Ä iübel,BadewaM^ lweneinrichmng, itficraie allerJW fhcifleiunß nncti u, ohne slldllags r, Gerichlsvolli
Abg. Hue (Soz.):
Ich Habs aber damals hinzugefügt: Nur zurückgestellt, um zu der von den Negierungsvertretern gewünschten Einigung zu kommen.
Diese Aussprache schließt.
Beim Kapitel Reichsschulkommission hält
Abg. Schneider (Ztr.)
eine lange Rede. Aus der Bemerkung des Vizepräsidenten Dr. Paasche, datz die einzige Aufgabe der Neichsschulkommission darin besteht, sestzustellen, welche Schulen das Berechtigungszeugnis zum Einjährig-Freilvilligen-Dienst erteilen dürfen, erfährt man, daß die von niemand verstandenen Ausführungen des Redners den verschiedenen Schriftarten gelten.
Abg. Delbrück (freis. Vgg.)'
bemängelt, daß in Stettin die Freibordhöhe der Kähne auf 52 Zen, timeier festgesetzt fei, während gesetzlich nur 25 Zentimeter gefordert werden. Die Gebühren würden dadurch ungesetzlich erhöht.
Abg. Dr. Heckscher (freis. Vgg.)
erklärt gegenüber früheren Behauptungen des Abg. Naab, daß es in der deurschen Handelsmarine und bei den großen deutschen Per- soneuschiffahrtsgesellschaften keine seeuntüchtigen Schiffe gebe. Wettfahrten zwischen Schiffen kommen wohl vor, aber daran seien nur die Kapitäne schuld. Keine Schiffahrtsgesellschaft übe einen Truck auf die Schiffsführer aus und zwinge sie, Nellameschnellfahrten zu machen. Der Redner wendet sich scharf gegen den Abg. H 0 ch, der ihm vorgeloorfen habe, er werde von den Reedern bezahlt. Diese Verleumdung und gemeine Verdächtigung sei bereits von dem Hamburger Arbeiterführer zurückge, wiesen lvorden. Wie komme nun Herr Hoch dazu, mit der Ehre eines Kollegen und Mitmenschen ein so frevelhaftes Spiel zu treiben, und diese Verleumdungen hier zu wiederholen? Ter Redner tveist die sozialdemokratischen Vorwürfe gegen die See, berufsgenossenschoft zurück. Es sei sehr verständig, wenn der Präsident mit den Reedern tafele und mit ihnen plaudere, statt am grünen Tisch zu hocken.
Der Redner nimmt den vielfach angegriffenen verstorbenen Reeder Laeisz in Schutz. Dieser habe allerdings einmal ein unvorsichtiges Wort gesprochen, aber im übrigen sei er in seemännischen Kreisen keineswegs als rücksichtslos bekannt gewesen. Als Prinz Heinrich nach China ging, ärgerte sich der alte Laeisz darüber, daß der Prinz auf einem alten Kasten abfuhr. Er sagte damals, er hoffe, es werde noch einmal so weit kommen, daß jeder Hamburger Junge sagen könne: „Hurra, min Modder Germania kann swemmenl" Nun, ich denke, jetzt sind wir so weit, daß wir ausrufen können: Hurra, uns' Modder kann s w e m m e n I (Heiterkeit.)
Beim Kapitel „Behörden für die Untersuchung von Seeunfällen" bringt
Abg. Metzger (Soz.)
einen jahrelang zurückliegenden Fall von Selbstentzündung einer für den russisch-japanischen Krieg bestimmten Kohlen- l a d u n g auf einem Dampfer zur Sprache und richtet heftige An-
Die Hauptsache aber sei, für die Konzessionierung des Flaschen- Handels zu sorgen.
Abg. Erzberger (Ztr.):
Für das internationale landwirtschaftliche Institut in Rom sind zum zweitenmal 60 000 Mark ausgeworfen, obgleich das Institut noch gar nicht in Wirksamkeit getreten ist. (Hört, hörtl) Nun sind von den 60 000 Mk. allerdings 30 000 dem Deutschen Landwirtschaftsrat zur Vervollständigung der Agrarstatistik übergeben worden. Wo ist aber das andere Geld? Ich verspreche mir von dem Internationalen Institut blutwenig. Man hätte lieber das ganze Geld dem Deutschen Landwirtschaftsrat zur Verfügung stellen sollen. Mindestens müßte man ihm aber die Ersparnisse jutoenben. ^(Beifall.)
Unterstaatssekretär Wermuth:
Das landwirtschaftliche Institut in Nom wird am 23. Mai dieses Jahres in ^Wirksamkeit treten. Bis jetzt haben sich ihm 46 Staaten angeschlossen. Die Vorarbeiten sind mit Hilfe des Deutschen Landwirtschaftsrats beendet, so daß wir wohlgerüstet in das Institut eintreten. Die 30 000 Mk. wurden für Beiträge vom l Januar d. I. ab verwendet.
Abg. Erzbergcr (Ztr.):
Tas ist ja ein nettes Institut. Am 23. Mai tritt es erst in Wirksamkeit, und vom 1. Januar ab müssen schon Beiträge bezahlt werden.
Abg. Graf v. Schwcriu-llöwitz (kons.):
Es wäre dankenswert, wenn das, was gespart wird, dem Deutschen Landwirtschaftsrat zur Verfügung gestellt wird.
Abg. Sachse (Soz.) bedauert die große Zahl der Rentenentziehungen. Die Versicherungsgesellschaften möchten am liebsten gar keine Rente rncljr zahlen. Die Nentenentziehungen werfen ein sehr schlechtes Süfit auf die Aerzte. Diese müßten doch endlich den Mut finden, kchch gegen den Willen der Versicherungsgesellschaften den Vedürf- ngen ihr Recht zukommen zu lassen.
Direktor im Reichsamt des Innern Caspar verweist auf die Erklärung des Staatssekretärs in der General- diskussion, wonach eine Revision der Rentenempfänger wegen zahlreicher Simulationen notwendig war. Wäre die Zahl der Rentner weirer so erheblich gelvachsen, dann hätten die Beiträge erhöht wcr-
L?™Üen. Eine strengere Handhabung der Bestimmungen sei unbedingt notwendig, um der Erschleichung von Renten vorzubeugen.
Vizepräsident Dr. Paasche:
.. HerrenI Nach den Beschlüssen des Seniorenkonvents M die Beratung über das Reichsamt des Innern morgen zu Ende Eichen. Es sind noch 70 Redner zu diesem Etat gemeldet (lebhafte ourufe), abgesehen von den Negierungsvertretern, die doch auch reden werden. Wenn nur jeder Redner 15 Minuten spricht, dann hatten wir immerhin noch eine Arbeitszeit von 17% Stunden vor y.!-- (Heiterkeit.) Ich bitte die Herren, sich doch in ihren Aus- luhrungen möglichst zu beschränken. (Lebhafter Beifall.),
, Abg. Dr. Mugdan (freis. Vp.)
nmnnt die Aerzte gegen den Vorwurf in Schutz, als ob sie bei der Ausstellung von Gutachten sich von parteipolitischen Grundsätzen leiten ließen.
Abg. Sachse (Soz.):
1. Herr Mugdan entstellt die Tatsachen. Er hat z. B. behauptet, ^°i^egArbeiter gegen die freie Arztwahl sind. Das ist
auch geb liebe u. Vielleicht werden die beider, sich in Zukunft noch mehr bescheiden lernen und nur einen Kuß austauschen — an jedem Neujahr.
ipc. Durch Suggestion erblindet- Thoma? Pendergast aus Hobolen erwachte mitten in der Nacht, weckte seine Frau und erzählte ihr, daß er geträumt hätte, er wäre während seiner Arbeit erblindet. Pendergast, welcher Mechaniker in einer Fabrik ist, ging des Morgens seinem Tagewerk nach, fühlte sich tagsüoer ganz wohl und munter, konnte jedoch den störenden Gedantcn an seinen Traum nicht los werden. Als er nach vollbrachter Arbert den Heimweg antrat, hatte er plötzlich das Gefühl, wie wenn die Sonne sich verdunkele. Entsetzt rieb er sich die Augen, das Phänomen wurde irnmer eigentümlicher, und einen Schreckensschrei auSstohend, taumelte der Unglückliche gegen eine Straßenlaterne und sank ohnmächtig zu Boden. Als er wieder zum Bewußtsein kam, stellte es jcch heraus, daß Pendergast tatsächlich) auf beiden Augen Me Sehkraft ver- wren Halle. Die Llerzt« sind der Ansicht, daß es sich noch Ium Selbstsuggesrion bandele, daß der SehnPw tatsächlich nur! nicht funktioniere, alte Organe der Augen leLoch sich in
cvcr.


