Ausgabe 
12.5.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 111

Erscheint tSgllkh mit Ausnahme des Sonntags.

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und 1 U), abgelehnt wurden 21 Aw

** Allgemeine Viehhändler-Versammlung. Die vom Qbechesfischen Viehhändler-Verband gestern abend nach der Alten Post cinberusene Versammlung war von etwa 150 Handelsleuten besucht. Der Vorsitzende der oberhessischen Vereinigung berichtete über die den handel im hohen Grade störenden Miststände des Gießener Marktes, gegen die der Vorstand des Vereins seit Jahren wiederholt durch Eingaben an die Stadt, an das Kreisamt und an das Ministerium angekämpst habe. Er erkenne an, daß die städt. Verwaltung und ebenso die Handelskammer die Bestrebungen, diese Mißstände zu beseitigen, unterstützt haben, daß aber alle Schritte bei den staatlichen Behörden bisher kein Eutgegen-

Sächsffche Wahlrechtsreform.

In einer gestern abend abgehaltenen Sitzung der außer­ordentlichen Wahlrechtsdeputation wurde auf Verlangen des Staatsministers Grafen von Hohenthal zunächst über den Re- gierungSentwurf paragraphenweise abgestimmt. Die ersten Paragraphen, die von den Wahlen durch Vertretungen und Körperschaften handeln, wurden einstimmig abge- lehnt; ebenso einstimmige Ablehnung erfuhr das Prinzip der Verhältniswahlen. Auch der Abg. Goldstein <Soz.) stimmte gegen diese Verhältniswahlen, weil er solche »ur in Verbindung mit dem geheimen, gleichen und direkten Wahlrecht wünscht. Graf von Hohenthal erklärte, daß die Negierung auch jetzt noch auf ihrem Entschluß beharren müsse. Die Wahlrechtsdeputation beschloß, die bekannten Kompromiß- Vorschläge in die übrigen Paragraphen der Regierungs­vorlage hineinzuarbeiten. In einer heute nach der Plenar­sitzung slattstndcnden weiteren Deputationsberatung soll über die Kompromißvocschläge, die bis jetzt 68 Unterschriften tragen, endgültig abgestimmt werden.

LoLitefche Cagesscbau.

Der Kaiser in Karlsruhe.

, Gestern um 6 Uhr 20 M. ist der Kaiser in Karlsruhe emgetroffen und am Bahnhofe vom Großherzogspaare emp­fangen worden. Vor dem Rathaus hielt der Oberbürger­meister Siegrist eine Ansprache an den Kaiser, in der er etwa folgendes ausfühcte: Getreu dem unauslöschlichen Vorbilde unseres unvergeßlichen Großherzogs Friedrich I., des opfer- mütigen Mitbegründers des Deutschen Reichs, steht die Karls- ruher Bürgerschaft in unerschütterlicher Treue fest zu Kaiser und Reich und blickt allezeit dankbar und voll froher Zuversicht empor zu ihrem Kaiser, dem Schirmherrn des deutschen Volkes, der Verkörperung seiner Einheit und Macht. Und aufrichtigen Herzens entbiete ich bacnni am heutigen Freudcntage, da wir erstmals unser erhabenes Kaiserpaar an der Seite unseres allverehrten Großherzogs II. und seiner erlauchten Gemahlin in der badischen Residenzstadt einzieben sehen, Euer Majestät und Jhrer^erhabenen, durch edle Menschenfreundlichkeit gezierten Gemahlin den ehrfurchtsvollsten Willkommensgruß der Stadt Karlsruhe. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser- Md der Kaiserin. Der Kaiser erwiederte ungefähr folgendes: »Bei seinem Einzüge in Karlsruhe gedenke er vor allem in Wehmut des verstorbenen Großherzogs Friedrich I., an dessen Seite er so oft 'm die Stadt eingezogen sei; andererseits freue ec sich auch herzlich, hellte an der Seite des jetzigen Großherzogs hier vom Stadtoberhaupt so feierlich begrüßt zn lverden. Der Kaiser erinnerte dann daran, daß er vor kurzem mit deiil Großherzog gemeinsam das Glück gehabt habe, das Deutsche bei den Jubiläumsfeierlichkeiten in Wien zu vertreten. Er danke in seinem Namen und im Namen der Kaiserin für den so überaus herzlichen Empfang durch die Bürgerschaft und die schöne Ausschmückung dec Stadt. Darauf überreichten der zweite und der dritte Bürgermeister der Kaiserin und der Großherzogin Blumensträuße. Abends 8 Uhr fand Fa­milientafel der Fürstlichkeiten und Marschalltafel dec Um- zebungen im Schloß statt. Nachmittags um 3 Uhr war ver Prinz Wilhelm von Schweden mit seiner jungen Gattin auf der Hochzeitsreise in Karlsruhe eingetroffen.

Die oberschlesischeu Polen.

Die oberschlesischen Polen veranstalteten vor­gestern in Kattowitz in der von Menschen überfüllten Neichs- halle eine Kundgebung gegen das Vereins- u n d Ütersammlungsrecht. Nachdem Pfarrer Kopitza die Versammlung begrüßt hatte, hielt Rechtsanwalt Dr. Seyda einen einstündigen Vortrag über Rechte und Pflichten der polnischen Gemeinschaft, besonders dec polnischen Vereine gegenüber beni Vereins- und Vecsammlungsgesetz. Ihm folgte Redakteur Dombeck mit einem Vorträge über das polnische Schlesien unter preußischer Herrschaft". Die Haupt- ride des Tages war dem Redakteur Siminianowski Vor­behalten, der über die Ausnahmegesetze sprach. Zum Schleiß mürbe eine Resolution angenommen, in ber gegen bie Zntrechtung durch bie Ausnahmegesetze feierlichst Protest er­haben wirb. Aus dem In- unb AuSlanbe waren zahlreiche Sympathietelegramme eingelaufen.

* Nepper. Am vergangenen Samstag erschien in- einem hiesigen Bäckerladen ein Unbe kannter, verlangte einige kleine Backwaren und bezahlte mit einem 20 Mk.-Stück. Ec wußte dabei bie Aufmerksamkeit ber Frau in einer Weise, abzulenken, baß es ihm gelang, bas auf bas 20 Mk.-Stück herausgegebene Geld und auch bas 20 Mk.-Stück rvieber ein­zustecken. Bis bie Frau den Schaden merkte, war der Betrüger fort

** Verhaftet. In vergangener Nacht wurden zwei junge Burschen verhaftet, die ber Teilnahme an den in letzter Zeit so häufig vorgekommenen Ke l l er di e b st ä h l e n verdächtig find. Festgestellt ist jedoch, daß eine ganze Gesell­schaft junger Burschen bie Diebstähle aussührten unb man fand auch in einem alten unbenutzten Heller, dessen Oeffnung mit Erde verschüttet war und nur ein Schlupfloch hatte, das Lager der Burschen. Es war förmlich wohnlich eingerichtet, alles gestohlene Sachen,, von der Matratze des Lagers an bis zum nöttgen Licht; Tisch, Bänke und sogar ein Ofen war vorhanden. Wein und leere Flaschen fanden sich noch vor, aber auch die Jndianer- unb Räubergeschichten waren vorhanden und auch ein Starten» Piel. Einen zweiten Schlupfwinkel dürsten die Burschen noch n einem anderen Stadtbezirk haben, die Untersuchung wttd wohl Licht in die Angelegenheit bringen. Festgenorn rnen wurden ferner vier Fremde wegen Obdachlosigkeit und zwei wegen Trunkenheit.

** Ein Wahlkuriosum. In Rödgen (Str. Friedberg- fand dieser Tage Beig eordneten^Wa hl statt, bei der der Weißbinder H. Stockeinstimmig", d. h. mit einer Stimme, geivühlt mürbe. Die kommunalen und Verwalrungszwistigkeiten in der Gemeinde sind anscheinend die Ursachen zu diesem merk­würdigen Streik.

** BeI ber Landes versicherungSan st alt Groß h. Hessen |"inb im April 380 Rentengesuche (361 Jnvaliden- unb Krankenrentenanträge, sowie 19 Altersreiitenanträge) ein­gegangen. Unerledigt wiicben n. b.Darmst. Ztg." in ben Monat übernommen 336 Rentengesuche, so daß 716 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 219 durch Rentenbewilligung (196 Invaliden-, 10 Kranken- und 13 Altersrentengesuche); 20 durch Ablehnung, weil unbegründet (19 Invalidenrenten- und 1 Altersrentengesuche), 14 durch andere Weise Zurücknahme usw. (12 Invaliden- und 2 Attersrentengesuche), zusammen 253, so daß 463 Gesuche, als unerledigt auf Mai übernommen werden mußten. Ferner wurden 287 Anträge auf Beitragserstattung gestellt, und zwar 239 infolge Heirat weiblicher Versicherter (H), 46 in» olge Todes versicherter Personen (T) und 2 wegen Bezugs von Unfallrente (U). Unerledigt wurden in den genannten Monaten übernommen 149 Erstattungsantcäge, so daß zu bearbeiten waren 436 Gesuche. Beivilligt wurden 261 An-

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DiefUßenet ZamtUenblütter" werden dem .Anzeiger" ütevmal wöchentlich beigelegt, das Kreisbiatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

** Wichernfeier. Mit dein Familien ab end, ber am Sonntag in Steins Garten siattfanb, fanden bie Ver­anstaltungen zur Feier bes 100. Geburtstages Wicherns hier ihren Abschluß. Nachdem Kirchenrat D. Schlosser bie zahlreich erschienenen Teilnehmer begrüßt und baran erinnert hatte, baß vor 30 Jahren von ihm dec Aufruf ziir Be­gründung bes oberhessischen Vereins für innere Mission aus­gegangen sei, nahm Konsistorialrat v. Mahling aus Frank­furt a. M. bas Wort zu seinem Vorträge über Wicherns Lebenswerk. Der mit einer sehr klangvollen Stimme begabte Redner hat eine Reihe von Jahren in Hamburg auf dem Gebiete ber inneren Mission gearbeitet unb ist als Heraus­geber ber Schriften Wicherns mit besten Gebankenwelt auf < das innigste vertraut. In seinem einbrucksoollen Vortrage schilderte er insonderheit bie Jugenbentwicklung Wicherns und legte dann dar, welche Gedanken unb Anregungen er in unser Volksleben hineingetragen habe. Durch Vorträge bes Evange­lischen Kirchengesangvereins und der Gesangsabtellung des Evangelischen Arbeitervereins wurde der Abend wesentlich verschönt.

** Licht-Lust-Bad. In ber gestrigen Gründungsver- ämmlung wurde dieGemeinnützige Gesellschaft für Licht-, Luft-undSon neu bäderzuGießen" gegründet. Dw Satzungen, welche demnächst an die Mitglieder und Jnter- efsenten zur Versendung kommen werden, bezeichnen es als Aufgabe der Gesellschaft, in Gietzen eine Licht-, Lust- und Sonnenbadeanstalt zu errichten und zu unterhalten. Damen wie Herren werden gebeten, sich zu beteiligen. Der einzelne Gesellschaftsanteil beträgt 5 Mk.; wer 10 ober mehr Antelle zeichnet, gllt als Stifter ,unb genießt den Vorteil eines gemäßigten Jahresbettrages. Letz­terer beträgt 4 Mk., für Stifter 2 Mk. Für Familienangehörige ber Gesellschaft werden Bellacten ausgegeben. Für Nichtmii- glikder der Gesellschaft werden Abonnements unb Einzelkarten ausgegeben. Für Studenten S.mesterkarten. Ein Vorstand von fünf Personen leitet bie Geschälte. Leus dem Reingewinn des Be­triebes werden die Gesellschaftsanteile nach und nach wieder ausgelost werden; Vs des Reingewinns muß hierzu verwendet werden. Der erste Vorstand ber Gesellschaft wurde lt. Satzungen von der Gründerversammlung gewählt; ihm gehören an; Direktor Quentell, Lehrer Schmidt, Dir. Andrae, Kaufmann Kröll und Dr. meb. F. Schäffer. Wir wünschen der Gesellschaft ein gutes Gedeihen; der Vorteil der Licht-, Lust- und Sonnenbäder wird leider noch lange nicht genug gewürdigt. Wo Licht, Luft und Sonne hinkommt, kommt der? Arzt nicht hin! Tie Gesellschaft hat jetzt etwa 50 Mitglieder; hoffentlich werden es bald einige Hundert sein! Wirke jeder in jeinem Kreise für das Licht-Lust-Bad und der Erfolg kann nicht ausbleiben.

** Oeffentliche politische Versammlung. Pfarrer Kore 1 l in Königstädten hat, wie wir schon be­richteten, auf dem Frankfurter Parteitag ber Freisinnigen Vereinigung erklärt, baß er an bem politischen Leben sich wieber zu beteiligen gebenke, ba er eingesehen habe, baß in ber gegenwärtigen Krisis bes Liberalismus die Betätigung eines jeben wirklich (ieberalen Mannes notroenbig sei. Aist Bitten ber beiben Gießener linkslibecalen Vereine wirb er in ber nächsten Woche, am Donnerstag ben 21. Mai, in einer öffentlichen Volksversammlung über bieEinigung bes Libe­ralismus" reben. (S. Inserat.)

Die Abgesandten Mnlay Hafids in Berlin.

Die marokkanischen Gesandten des Gegeiisultans Mulay Hafid sind gestern noch nicht im Auswärtigen Amte empfangen worben unb werden wahrscheinlich erst heute dort Gelegenheit fenben, bem Legationsrat Langwecth v. Simmern ihr An- Ictgen vorzutragen. Der Grunb dafür ist einzig und allein darin zu erblicken, baß sie gestern vormittag bem Reichs­kanzler ein in arabischer Sprache abgefaßtes Schreiben über» sandten, besten Inhalt erst burch bas orientalische Seminar festgestellt werben mußte, bevor es möglich ist, bie Gesandten zu empfangen. Wie wir hören, enthält bas von ben Ab- gksanblen Muley Haftbs bem Reichskanzler übersandte Schreiben die Mitteilung, baß bie Abgesanbten bie Ueberbrmger eines ÄnefeS Mulay Hasibs an ben Deutschen Kaffer seien unb bie Bitte um eine Aubienz bei bem Reichskanzler.

Art und Weise hervor, wie in Gießen dec Austrieb und die! tierärztliche Untersuchung, des Marktviehes gehandhabt wird. Man! müsse verlangen, so erklärten in der Diskussion mehrere Redner, daß Austrieb und Untersuchung so gehandhabt würden, luie in Kirchhain, Hanau und auf anderen preußischen Märkten. Ferner sei, die Methode der Polizei bei dem Austrieb entschieden zu, mißbilligen. Jeder Gewerbetreillende könne verlangen, daß er in der Ausübung seines Geschäfts nicht behindert iverde. Hier gehe aber die Polizei gegen die Viehhändler mit wenig Rücksicht vor und behandle sie in einer Art, die man sich nicht gefallen lasten dürfe. In ber Debatte merkte man den Rednern an, baß sie sehr erregt waren. Man b schloß einstimmig, eine er­neute Beschwerde an die Bürgermeisterei und an das Kreisamt zu richten, um eine Beseitigung dec Mißstände herbeizuführen.' Ein Antrag Flörsheim-Alsfeld, zur Vermeidung von Prozessen ein Schiedsgreicht für den Viehhäiidlerstand ins Leben zu rufen, fand allseitige Zustimmung. Es mürbe eine zehn- glieberige Kommission gebildet, die die Angelegenheit näher!, beraten soll. Man hofft, die Sache genieinsam mit beim' nassauischen, bem mitteldeutschen, den oberhessischen Viehhändler-, vereinen und anderen Vereinen zur Durchführung zu bringen. Wegen Milderung ber Quarantäne-Maßregeln in! Hessen und wegen der fortgesetzten Beunruhigungen des Vieh­handels in unserem Land hat man im vorigen Jahre versucht, eine Audienz beim Ministerialrat Dr. Weber in Darmstadt zu, erlangen. Dieser war damals sehr stark in Anspruch genommen,! so daß eine Unterredung mit dem Ober-Medizinalrat Dr. Lorenzi stattfand. Es sei danach aber alles so geblieben, wie es ge­wesen sei. Neuerdings ist in Eppelsdors im Kreise Heidelbergs die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und darauf haben die Kreisämter die 21 tägige Quarantäne verfügt, während welcher Zeit der Kreisarzt eiiigeführtes Vieh alte sieben Tage auf Seuchenverdacht hin untersucht. Sämtliche Redner crflärten,, daß nicht nur der Handel, sondern auch die Landwirtschaft < durch diese harte Maßregel schwer gesckstidigt sei. Es sei dochf viel einfacher, die Einftihr von Vieh aus einem kleinen Be-> zirc wie Eppelsdorf nach Hessen zu verbieten. Man beschloß, daß der Vorstand des Qbcchcssischen Viehhändler-Vereins er-! neiit um eine Audienz nachsuchen toll, um ihn um eine Mil­derung, bezw. Aendernng der Maßnahmen im Interesse des Viehhandels in Oberhessen zu bitten.

Ein konfessioneller Friedhof soll nach einem Beschluß der ca. 40 Mitglieder zählenden Israelitischen Re- ligionSgesellschaft in Gießen angelegt werden. Zwar sind die! Mittel, die 20 000 Mk. betragen sotten, bis jetzt nicht vor-' Händen, doch wurde eine Kommission gewählt, dieselben zu beschaffen. Man war bisher unter der Mehrheit ber, israelitischen Gießener Bürger der Ansicht, baß bie Stabt bie glückliche Lösung gefunden habe, einen Friedhof für alle Bürger, zu schaffen.

* * Besitzwechsel. Bildhauer M. Schmall, Mar-! bürget Straße 60, verkaufte sein Haus Licher Straße 23 an Herrn R. Reinhardt hier für den Preis von 44000 Mk.

Bestätigt wurde der von dem kath. Pfarrer unb bem I Stadtvorstand zu Bensheim auf die 4. Knabenschulstelle an ber1 kath. Schule zu Bensheim präsentierte Lehrer Karl Heyber zu Hirschhorn.

* Lehrerpersonalien. Uebertragen würbe dem Lehrer Friedr. Breidenbach zu Ober-Sorg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hoch-Weisel, ber Schulamts-^ cffpirantin Eva Kauth aus Gernsheim eine Lehrecinstelle an dec kath. Schule zu Lampertheim. Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehcerstelle an der Ge- memdeschule zu Bingenheim. Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden.

Gesundheit für die Dauer des laufenden Semesters von der Ver­pflichtung zum Abhalten von Vorlesungen und Uevungen befreit.

** Die Zweite Kammer ist nunmehr auf Donners­tag, 21. Mai, vormittags 10 Uhr einberufen worden. Die Tagesordnung enthält 22 Gegenstände, darunter als wichtigste das Fnrs orgeg es etz für die Äbrnmunalbeamten und bie o be r- hessische Nebenbahnvorlage.

** Die sozialdemokratische Laiwtagsftaktion hat den Dring­lichkeitsantrag eingebracht, die Regierung möge den Ständen den Entwurf eines Ausführungsgesetzes zum Reichs- v e r e i n s g e s e tz verlegen, durch das die Vereins- und Versamm­lungsfreiheit im Sinne der Erklärung des Staatsministers Ewald vom 13. September v. I. gewahrt bleiben.

** ©tabefeier. Gestern, am 60. Geburtstag des im Dezember 1906 verstorbenen Geheimen Kirchenrates O. Stabe, fanb in ber kleinen Aula unseres Kollegiengebäudes eine Gebächtnisfeier statt. Ten Anlaß bot bie Uebergabe eines von Professor Richarb Hoelscher in Darmstadt ge­malten Bildnisses Stades, mit dem seine Schüler in der hessischen Geistlichkeit das Andenken ihres Lehrers ehren möchten, an bie theologische Fakultät ber Lanbesuniversität. An ber Feier nahmen außer Frau Geh. Rat Stabe nebst Sohn unb Tochter bie Mitglieber der Fakultät mit ihren Damen, zahlreiche Mitglieber des übrigen Lehrkörpers, eine Anzahl von Geistlichen, ber Direktor bes Friebberger Prebiger- Serninars mit einer Aborbnung ber Kandidaten und die Theologie-Studierenden teil. Pfarrer Dr. Preu sch en in Hirschhorn, ber Vorsitzende des Stiftungs-Ausschusses, über­gab bas wohlgetroffene Bildnis mit einer Ansprache, in ber er Stabe als ben akademischen Lehrer feierte, ber seinen Schülern als ein Muster strenger Wissenschaftlichkeit, Selbst­zucht und Wahrheitsliebe voranleuchtete unb in ihnen zu­gleich die Liebe zu ihrer Kirche unb ben Eifer, ihr zu bienen, zu entflammen wußte. Der Dekan ber theologischen Fakultät, Geh. Kirchenrat Professor Dr. Krüger, versprach, bas ber Fakultät anvertraute Gut in treue Hut zu nehmen unb er­innerte an Stabes Verbienste um unsere Landesuniversität. Dann bestieg der Nachfolger StadeS, Professor Dr. Gunkel, daS Katheder unb schilberte in längerer, geistvoller Rede Stades Bedeutung für bie alttestamentliche Wissenschaft. Das Bilb wird seinen Platz in bem großen Hörsaal der theologi­schen Fakultät finden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 12. Mai 1908.

*4 Nnm GrostberLogspaar. Die Großherzoglichen öirrschaften feierten am 6. d. Mts. am ^Russischen Dose den Drmenstag der Kaiserin. Am 7 d. Mrs. fand^rn Zarskolc oielo ein Galakonzert statt. Am d. M^., dem GeduEas Dci Kaisers, treten der Großherzog und dre Großherzogin abends v.\ bet Rückreise nach Darmstadt an r .

** Landosuniversität. Der ordentliche Professor der. ifm:stwissenscl)aft an der Großherzoglichen Landesunwer>rtat, Oe-- jsmerat Dr. Hetz wurde mit Rücksicht cca\ seine angegriffene

Zweites Blatt 128. Jahrgang Dienstag 12. Mai 1908

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GemrÄ-Mzeiger für Obechesjen