b.
» 2SB
BerZrod
'Ultq
ch Mm '3M tbou -^ .u'chiei
0,8ßW-
1Cn Üauh?***« 1 lvird.^r ^tratzc,
jJ
‘Wien
*T*sä "*•**.«
-—
Itung.
,lie ^lbz unb <BÜ^_ ,?Bcn- !itta 170Q
"Mittags io Hx
, W üeqiQCble; ' bcn ^nde doh
mann gesührle
Ketzgerei
71
'■ dcS Pächters per r .. vu/, e wollen sich wenden l bring, Lieh.
le^flreisS •mm men cnl- ^u-ichMrzlosPros-vL alds Pulver LIAM -^'Pcllkau-Avolbckc, _________Kreuzvlav i. nlnitrjpulotr. ? rogerie, LelterSweg 39.
• 145»« J« W 624 M
< »<?6 147om (ioo)
5 21 <1 573 90 <55 [<00]
<75 821 7*1 Kl
i 1527W 76 <16
L tfVlSStol 855 0 911 62 157092 656 [300] <62 940
16C.
16820
161019 350 4M
1631« CH «9
165 -4 551
378 «2 65 1 865
7 Ml 81 516 827
u 171000 601 15 -A» .040 400 75 •43 47 5Ä >1 178054 jj 1790U
m »8 182"99 ‘16*51 - < .el 184<O3 • ft, 1861015«1.
■14 54 -M 648
191, .‘.*.‘1 515 63$
193 * - ... 5*j 758 . ‘ ■/ JJ ul 196131 97148 * U 199031
■ 21»o
11
22200'
_ y, 201223 t» ö,- 735 2O3083 M
[1001
n, c 2310'; g • • J E? 235564
^,2^ if»5 ' 23& -"t -J 239608
. „ .j 55 241oö
*• <>*” ,i.31 i5 ■;
4 f* P 49 f ? 245:*0 247’31Jo] g, ■ i ■' . s £4 ‘e* ’
g61*L
30 -1
261048
*0
276 M,
li
19»
*
-trat*
KO®1*
iruH<
i ■ *: :,;l«7szs
«» ."253 “
’ .za«
' 2@
4. - ,, wu •• (|rä!
■ 269 -^^
• . 271 ?. 510 .6
Erstes Blatt
Dienstag 14* Jammr IDOS
158. Jahrgang
SfW/jTI .L.aaAM ^Waa a Z-X A.A AA=»ä chtehener-kamilienblätter; M TBMÄk W W Äk 4® MG ^bbole- u. Zwciqsleilen
irocunal iPociientLKreis» MK I.Ö$SfeA M "A trog jf ä8 Sw EH fi? M jß »?§> D monatlich 65 Pf.; durch
blatt für den «reis Gießen NM H fB B B^^ HA B B Hz B W W W W ivLz B B ■ Ö die Post M.S.—viertel [TienSiag und Freitag); WÄ® W Ifc3 W' W V5. s3 B W JT W M MZ. W W W M. g jährt, ausschl. Bei'lellg.
äää Xz tV | |VI tV 44141VIUV 4 sä
General-Anzeiger für Oberhessen MW
Isflahmt von ünzetgen v Ar ? 6 M u. Land- und »Gerichts-
j2Jimma5nioniÄ” RotationrdruS und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Redaitlon. Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. A^emeü^H."'Bech
Nv. 11
Der Giebrner
tzriMMUtigSötLd aus dem Reichstage.
Berlin, 13. Jan.
Die Abwesenheit des Herrn Tr. Müller-Meiningen, Les eifrigen Vorkämpfers für den Schutz des geistigen «Eigentums, bewirkte, daß schon wenige Minuten nach «Eröffnung der Sitzung die am Samstag abgebrochene Verhandlung über den Abzug der Krankenrente der Handlungsgehilfen fortgesetzt werden konnte. Die neuen Ab- Sommen über den Urheberschutz mit Belgien und Italien wurden nach kurzen Bemerbrngen des nationalliberalen Abg. Detto in zwei Lesungen erledigt. Die heutige Aussprache über die Verhältnisse der .Handlungsgehilfen brachte leine neuen Gesichtspunkte. Der Staatssekretär setzte noch ccinmäl vergebens seine Beredsamkeit ein, um das Haus Won der Berechtigung der Konzession zu überzeugen, die Wie Negierung den Interessen einzelner Prinzipalskreise glaubte machen zu müssen. Diese fanden freilich auch eine Vertretung durch den freisinnigen Abg. Karstens-Kiel, aber Loch mehr in referierender und informatorischer Art. Dr. Mugdan, der als Hauptvertreter der frei, innigen Volks- feoartei das Wort nahm, ließ keinen Zweifel daran, daß auch diese sich durchaus auf den Standpunkt der^Ver- - inigungen der Handlungsgehilfen stellt, den dann der _;6g. Schack als Vorsitzender des Deutsch-nationalen Hand- Lllngsgehilfen-Verbands noch eingehender begründete. Man barf wohl annehmen, daß aus dem Jungbrunnen der Llgliedrigen Kommission der Regierungsentwurf neuver- jüngt in der Fassung des alten Antrages Bassermann- Äblaß emportauchen wird.
Der zweite Teil der Sitzung brachte eine recht eintönige Debatte, die die Redner nur gelegentlich durch gewaltsame Scherze zu würzen suchten. Er galt der Ver- stärkung des Viehseuchenschutzes, die eine Abwechselung (oenigstens insofern brachte, als die Juristen auf der RedneLtribstne durch zünftige Landwirte abgelöst wurden. Natürlich spielte dabei die Maul- und Klauenseuche eine große Rolle und ihre Beziehungen zu den geschätzten Herren Kollegen.
Ktlmrüungsöttd uus ocm preuß.Avgeo dnelenyaus
Berlin, 13. Jan.
Recht lebhaft ging es Lei der ersten Lesung des preußischen Etats im Abgeordneienhause zu. Nicht, daß es eine Etatsdebatte großen Stils gegeben hätte. Aber die Sonntagsdemonstration txr Berliner Sozialdemokraten und die noch junge Feindschaft zwischen den Nationalliberalen und dem Finanzminister sorgten sÄr interessante Momente. Ter Eisenbahnminister eröffnete den Neigen der Redner. Er sprach leiden, chaftslos und sacl,lich, iini) seine Rede brachte nur eine kleine Scn.arion: Seine un- b»chingte Verurteilung der Fahrkartensteuer und seine Ankün- d»iguug, daß dieses unbrauchbare Geldgewinnungsinftrument durch e inen zweckmäßigeren Apparat ersetzt werden solle. Tann kam Frhr. v. Zedlitz von den Freikonservativen, der Herrn von (j.heinbaben kurz und bündig erklärte, bei der Etatsaußtellimg s'ä teilweise mit unsicheren, teilweise mit u n r i ch t i g e n Vor- iLHssetzungen operiert worden. Das Aufsehen, das diese Kritik Es konservativem Munde erregte, war recht beträchtlich. Aber i.machst kam der Minister des Innern v. Moltke. Auf eine Frage oes Frhrn. v. Zedlitz gab er eine knappe Tar-- L'.llung Der Vorgänge Lei der sozialdemokratischen Wamrcchts- kvimonitration am Sonntag. Die Verantwortung für die Zu- 'Lmmenstöße zwischen Polizei und Publikum schob er der sozial- dc;mokratischen Parteileitung zu, die trotz der Warnung des berliner Polizeipräsidenten die Massen auf die Straße gelockt ^ibe. Und er betonte mit Nachdruck die besonnene Haltung der Schutz-
Der neue Hauptmann.
Man schreibt uns aus Berlin: .
Tas neueste Werk Gerhart Hauptmanns, das Legendenspiel , Kaiser! Karls Geisel", das am letzten Samstag int Hessing-Theater seine Uraufführung erlebte (die Buck-- amdgnbe erschien gleichzeitig bei S. Fischer in Berlin), verwebt w.^.rchenhaste Züge mit historischen Eindrücken zu einem phantastisch-berückenden Bilde. Zuerst mochte rhii wohl die Zeit erster wrmmrischer Größe gelockt haben, die dämmernd geheimnisvolle Stimmung, in der durch die Gewalt einer einzigen Personlich- k ät entbunden die Morgenröte einer jungen Kultur aussteigt und milde Kräfte heidnischen Lebens, vom leisen Anhauch dec Antike gisänstigt, geläutert durch den christlichen Seeleng,auben, in einer tzöh.rcn Form sich entfalten. Das war es, was einst auch Goethe
einem Stoff aus der Epoche des großen Karl hingezogen. Sann dcr große Kaiser selbst! Sein Heldenleben wächst luie dois Luthers, wie das Friedrichs des Großen im Alter zu ein» |.cmtr Tragik aus; von allem, was sie Ijeifc geliebt, verlassen, Muß diese Feuerseele den schweren Kamps weiter sechtcn mit den Mtseln des Ledens, dem Alter, mit den dämonischen Gewalten in eignen Innern. .
Diese Geilalt des gealterten Karl hat Hauptmann in den Mittelpunkt seines Werves gestellt und um sie eine Handlung geachtet, einfach wie ein Volkslied, vieldeutig wie ein V^ärckien. Sie Geschichte von einer letzten, einer wundersamen späten Liebe d°.S 'Kaisers. Ter leidenfchastliche Franke, der m Karl sich löwenhast träte, hat die Frauen Zeit seines Lebens genommen wie em kostbares Wild votl ungestümer Liebe und trotziger Getvalt. Außer stl.nen urei Frauen hatte er viele Geliebten, die ihm 17 von ihm örtlich geliebte Kinoer schenkten. Noch der GOja^ige ließ, sich mch dem Tode der geliebten Liutgard von drei Frauen emen Sohn und drei Töchter schenken. Ta l-at nun — so geht des Dichters Sang — das glül-end starke Herz des Kaisers noch, eine merfiüür'oigc Neigung erfüllt zu einem (djonen lungen Sach- sLiiMädchen Geriuind, deren blondes Haar wie ein feuriger Strom i.- umfloß und deren Gestalt eine unheilig wilde auflodernde Klamme durchzuckte. Und sie gab sich ihm Nicht wie die anderen, mllenlos, halb ängstlich, scheu und zärtlich wie die Taube, son^rn si- stieß ihn zurück, sie höhnte seines Alters, lachte feiner Maiestat. So unterwarf den großen Herrn der Welt die alluberwindende rätselvolle Macht des Weibes, der etnfr Herkules, der Starke, und Aristoteles, der Weise, sich demütig, erniedrigt hatten beugen nrüssen. Und des Kaisers Leidenschaft rang mit beui ■uiiQcberDigen Sinn der Time, die ihn betrog, in schamlofem Gelust sich aui \fri Gasse und der Schenke preisgab und traft feiner Liebe gewann
Notfälle von der Hiebwaffe und trotz | rung der Beziehungen handelt. Zeugnis legen dafür vor n Schüsse nicht von Revolvern Ge- bcr Oesfentlichkeit die in England und in Deutschland fortgesetzten Bestrebungen ab, bie Verständigung von Na.
Mannschaft, die nur im
der auf sie abgefeuerten
v. Moltke kündigte eine Vorlage wegen Dezentrali
sation der solche betr. terer nicht
Gesamtverwaltung, der Kultusminister Holle eine Dezentralisation der Schulverwaltung an. Letz- ohlie festzustellen, daß an eine Trennung von Schule nicht zu denken sei. An der geistlichen
ArrrSavtS,
Paris, 13. Jan. Es wird hier viel bemerkt, daß zwischen dem Zaren und dem Präsidenten der Republik in diesem Jahre keine Neujahrswünsche ausgetauscht wurden.
L o n D o n, 13. Jan. Die Zahl der französischen Truppen in Casablanca soll so,ort auf O O 00 M a n n erhöht werden. General Damade ist in Rabat angekommen, um die dort lebenden Europäer zu schützen. In Fez wurden zwei
brauch gemacht habe. ‘— _____ __________ ____
der Minister, die Negierung werde künftig jedem weiteren Versuch, die Ruhe und den Verkehr zu stören, „mit den äußersten Mitteln" entgegentreten. Lebhafter Beifall im ganzen Hause folgte dieser Antwort auf die sozialdemokratische Ankündigung weiterer Wahlrechtsdemonstrationen. Ein Zivischenspiel leitete zu dem zweiten Hauptstück der Debatte, zu dem partamentarisdien Duell zwischen den Nationalliberalen ^und dem Finanzminister über. Herr ~~ ~
lichkeiten reichen Werkes nur zwiespältig fein unb das Publikum nahm ihn trotz des üblichen Beifallgelärms mit ruhiger Befremdung auf. . , . . , . Tr. P. L.
— Wallen st ein-Volksschaufpiele in E g e r. In Eger, wv das Wallensteinsche Drama einen so tragudjen Abschluß sand, werden im Juli d. Js. zum ersten Male Wal en- stein-Festspiele stattsinden. Nach dem prunkvotlen Einzüge Wallensteins in Eger und einer feierlichen Begrützung am Marktplätze gelangt das Festspiel „Gründung Egers"' auf der Ruine Kaiserburg zur Aufführung, woran sich dann Wallensteins Lager auf der Brühlwiese im Egertal ansckstießen wird. En_ der Veranstaltung dürften mindestens 1OOO Personen in Kostümen mitwirken. Der Enttvurf der Festlichkeiten, sowie das Drama „Gründung Egers" haben Tr. Tittmar in Nürnberg zum Verfasser ; die Musik zu einem großen Festzuge und für den Einzug Wallensteins wird vom Seminardireklor Tr. Schmidt m Bayreuty komponiert. Außer dem Festspiel-Aussckiuß mit Vize-Vurger- meister Tr. Vernardin an der Spitze haben sich aud) der Landesverband für Fremdenverkehr in Teutsch-Vöhmen und der Verein „Deutsckie Heimat" in Wien in den Dienst dieser nationalem. Sache gestellt.
— lieber den ,.Fach werkb au in Oberh essen" sprach ani Montag abend in der neuen Ansa zu Gießen vor zahlreichen Niitgliedern und Gästen des Oberhessischen Geschlchlsvereuis und der Hess. Vereinigung üir Volkskunde Pioi. Tr. W a l b c nu5 Tarnistadt. Ter leider akustisch zienilid) erheblich getrübte, sehr instruktive Vortrag bebandelte zuuäch das am häufigsten bei uns in Cbeihelfen auzutrefjende Fachiverkhaus, das zngleich das schönste ist, das Haus, dessen Eckp'osten einen „ivilden Vtaun" dar- zuitellen pflegen, irgend eine in kunstvoller Holzschnitzerei oiK-geüilnte kühne Phantasiegeiiall. Er zeigte eingehend die ganzen konstruktiven Eigenheiten mehrerer solcher in ihrer Art vollkommen künst- leriichen Fachiverkbauten in Bild und Wort, u. a. auch die berühmte „Teuielsmühle" bei Jlbeshauien, die 1691 Hans Muth aus Lauterbach erbaute. Dann ging es zurück zu den ersten heute noch exlltierenden Fachiverkbauten in Oberhessen aus dem Atis- gange deS lö. Jahrhuudeils und iührte die gesamte Entivickelung des Fachiverkbaties von semen Anfängen bis zuiii 19. Jahrhundert vor. Recht interessant ist es, daß man in Oberhessen bet diesen Bauten last zu allen Zeiten die gewundene Linie bevorzugt hat, sodaß man, wie Pro'. Walde inenue, „Hessen das Land der krilinmeu Hölzer" nennen könne. In feinen überaus zahlreichen, von größtem Sammelfleiße zeugenden Lichtbildern iührte er Häuser aus nuferer ganzen Gegend vor, aud) eine ganze Reihe von
Kärche unb _______ ,
Schulaufsicht, bie nach Ansicht der Regierung von der welt- üdjen doch allmählich verdrängt werde, soll gesetzgeberisch vorderhand nicht gerüttelt werden. Tann begann der nationalliberale Feldzug gegen Herrn v. Rheinbaben. Herr Tr. F r ie b- b e r g kritisierte die Etatstechnik des Ministers sd)onungslos: Er warf ihm neben manchem anderen nickst mehr unb nickst minder als eine „zwar nicht subjektive, aber objektive" Bilanzverschleierung vor. Ein Vorwurf, wie er gegen einen Finanzminister kaum schlimmer erhoben werden kann. Tas und die Ankündigung des nationalliberalen Redners, seine Partei werde vor einer anderen Gestaltung des Etats für feine neuen Steuern zu haben fein, rief bcn Finanzmmister auf den Plan. In sichtlicher Erregung wies er Herrn Friedbergs unb nebenher des Herrn v. Zedlitz Kritik an dem Etat zurück. Aber manj takte den Eindruck, daß er selbst wohl weiß: die Nationalliberalen sind noch lange nicht besänftigt. Eine kurze Mitteilimg ybe§ Kultusministers, der eine Denkschrift über die Frage dcr Mä.a en- schulreform in Aussicht stellte, machte den Schluß. Am L.e S- tag geht die Debatte ivei.er, unb wenn nicht al.es trügt, wird der zweite Tag der ersten Etatslesung eine neue Häkelei zwischen dem Finanzminister und den Nationalliberalen bringen.
politische Lage-scds«.
Piofcfsor Dr. ph 1. Ernst Haste, Direktor des ftaliftifchen Amts der S>.u.or Leipzig und Extraordinarius für Statistik und Kolonialpolirik in der Leipziger philosophischen Fakultät, ist am 22. ds. im 62. Lebensjahre gestorben. Hasse war Mitbegründer der rm Jahre 18<8 einsetzenden tolonialen Bewegung, Vorstandsmitglied der deutschen Kolonialgesrl.schäft, Vorsitzender des Alldeutschen Verbaiides, sowie Gründer, 1879—06 auch Vorstand des Vereins für Handelsgeographie und Kvlonial- polilik in Leipzig. In den Jahren 18j3—190ö vertrat er die Stadt Leipzig im deutschen Reichstag.
Rücktritt des englischen Botschafters Lascelles.
Die neuerdings aufgetauchte Nachricht, daß der britische Botschafter in Benin, Lascelles, sich mit der Absicht trägt, seinen Posten zu verlassen, wird an unterrichteten Stellen, der „Darmstädter Zig." zufolge, als richtig bestätigt. Der Botschafter hatte schon seit längerer Zeit und namentlich nach dem Ableben seiner Gemahlin, den Wunsch, sich aus dem diplomatischen Dienst zurückzuziehen. Wenn er bisher aus Erfüllung dieses Wunsches verzichtet hatte, so geschah dies aus dem Grunde, weil er feine Stellung nicht eher aufgeben wollte, als es gelungen wäre, die Spannung, die die Beziehungen zwischen Deutschland und England mehrere Jahre hindurch belastete, zu beseitigen. Dieses Ziel ist dank den Bemühungen einflußreicher Kreise diesseits und jenseits des Aermelmeeres in erfreulicher Weise erreicht worden, so daß hüben wie drüben die Zuversicht hat feste Wurzeln fassen können, daß es sich nicht um eine vorübergehende Klärung des Verhältniftes, sondern um eine dauernde Besse- er den Sieg, brach den trotzigen Sinn, der fid) im Sterben zu ihm bekehrte, unb sah mit ber Toten fein letztes Glück, bas Kinbeslanb feiner Träume, aus ewig entgleiten, hmziehen mit ihrem Sarge bcn stolzen, feurigen, junggeblicbenen Karl unb nur ein Greis blieb noch zurück, ein Diener der Pflicht, em trotziger, starrer, innerlich erkalteter Mann ...
lieber diese Handlung hinaus schwingt fid) nun Hauptmanns Phantasie in unendliche Weiten, rührt an tiefe Symbole, geheime Ahnungen. Gerfuind, die Sachsengeisel Karls, ist nicht nur ein wildes Ding, das aus ber Hut frommer Klosterfrauen sortverlangt zu F-reiheit unb Glück, sie ist ein heidnischer Dämon zugleich, in dem noch ungebrochen urweltliche Mildste eines triebhaften Begehrens leuchten, unb mit ihr kämpft Karl gleichsam den Kampf seines Lebens um Kultur und Gesittung, aber nicht um Land geht es diesmal unb Völker, sondern um etwas Höheres, um eine Seele. Dem spielenden Schlänglein ist sie verwandt, den Schmetterlingen, die trunken von Blume zu Blume gaukeln, und neben der Wildheit des heidnifchen Sachsenmädchens scheint in ihr ein Etwas von der griechisd)en Teuseline Venus zu wohnen, wenn sie die Eftlase eines üppigen Raufd)es überkommt und ihre Raserei sie antreibt, nactt zu tanzen So tritt alles aus dem Historischen ins Romantisck)- «egenbäre Auch Karls Gestalt wird von dem Sagenlichte umspielt, das sich im Mittelalter um ihn breitete und ihn nut Wotan selbst, mit einem dämonischen Sonnengott und einem gütigen Erdgeiste vermischte
Tas Hin- und Hersd)wanken zwischen Phantaftisch-Sym- bolischem unb Historisch-Realem ist der größte Feister des Dramas. Tie Szenen mit bem Kanzler Ercambald, in dem bie trag.idjc sittliche Gewalt, die das Schöne, Schamlos-Freie vernichten mutz' symbolisiert ist, haben viel von Historiendrama alten Stils, ebenso das Schlußbild, in dem Kaiser Karl, Mit .dem Schwert in der Rechten, durchs Fenster eine Rede an sein Volk halt. Zwisck)en solch leeren Volks- und Staatsaktionen blulstii die Szenen mit Gersuiiid wie üppige Märck-enbliimen im schwulen, fahlen Herbst, eint sich der Duft dieser exotl,d>en Traumstimme mit dem sein empfundenen ersten Erglänzen der Antike, der „Karolingischen Renaissance", als deren zart gezeichneter Vertreter Alcuin erscheint. Und über diese ungewiß schillernden Fäden der Handlmig ist das gleitzende Gold einer Wortpracht gebreitet, wie sie nur Hauptmann unter den Heutigen ertönen lassen kann. Auch von ihm haben wir feit dem „Armen Heinrich" so schöne, wundervolle Verse nicht mehr gehört. Ties fein kostbarstes Gut war freilich bei bcn Schauspielern in schlechten Händen. So konnte ber Einbruck bes an Wunbern wie Wunber-
lion zu Nation weiter zu fördern unb zu vertiefen. Herr Lascelles hat sich während ber ganzen Zeit feiner Wirksamkeit am Berliner Hose stets als zuverläsfiger Vermittler im Sinne einer aufrichtigen Annäherung zwischen den beiden Mächten bewährt und sowohl bei Kaiser SSilljetm als auch beim König von England volle Anerkennung für fein Wirken gesunden. Bei seinem Ausscheiden, das für den Herbst dieses Jahres in Aussicht genommen ist, wird der Botschafter in Berlin 'nicht nur zahlreiche persönliche Freunde hinterlassen, vielmehr auch bei den amtlichen Kreisen, mit denen er in lebhafter Berührung stand, in gutem Gedenken verbleiben.
Dcutdche» Ueid>.
Berlin, 13. Jan. Wie der „L.-A." hört, werden, in bcn nächsten Tagen bie Finanzmini st er ber Sin* ze 1 staaten in Berlin zusammenkommen, um an ben Beratungen ber Bunbesratsausschüsse über bie neuen, bem Reichstage zu unterbreitenden Sleuervorlagen teilzunehmen. Bis jetzt hat in ben Bunbesratsausschüssen nur eine Vorbesprechung stattgesunben.
— Der General ber Infanterie unb kommanbierenbe General bes 17. Armeekorps v. Braunschweig ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit ber gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt worben.
— Bei ben gestrigen Wahlrechtsbemonstratio' iten wurden insgesamt 106 Personen sistiert, bar- unter sechs Frauen. Verletzt wurden etwa 30 Personen, von denen vier namentlich festgestellt werden konnten.
Wilhelmshaven, lo. Jan. Admiral Fischet wurde zum Ches der Marinestation der diordsee ernannt Der bisherige Stationsches Vizeadmiral v. Ahlcfeld wurde zur Tispositivu gestellt
Breslau, 13. Jan. In der heutigen Sitzung der Breslauer Handelskammer wurde einrtimmig eine Resolution angenommen, bie sich gegen Die geplante Aenberung ber Fernsprechgebühren richtet. Die Vorschläge des Rcichspostamts wuroen e.ne berartiae Verteuerung bes Fernsprechverkehrs zur Folge haben, baß, ba- durch der wirtschaftliche 9äiyCn des Fernsprechers stark beeinträchtigt werbe.
Hannover, 13. Jan. Die Hanbelskammer Hannover nahm gegen bie geplante Neuregelung ber Telephongebühren Stellung. Sie beschloß, beim Staatssekretär Krälke vorstellig zu werden, da die Nesvrm eine Schädigung von Handel unb Industrie zur Folge haben iniiffe. „ ..
Dresden, 13. Jan. Der Antrag des sächsischen Flottenverbands auf Vertagung ber Kasseler Hauptversammlung, um Zeit zu Vermitiiungsversuchen zu gewinnen, ist vom Berliner Präfibium als verspätet ab- gelehnt worben.


