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Nr. 215
Zweites Blatt
amStag 12. September 1908
Gießener Anzeiger
Erlcheinl täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oderhessen
158. Jahrgang
Rotationsdruck und Verlag der Drühlfche« Universitäls - Buch- und Eteindruckerei. R. Lange, Gießen.
Tie „Giehener FamillenblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: s^A bl. Redaktion:^K 112. Tel.-Adr.: ?lnzeigerGieben.
politische Lagesscbau.
Staatssekretär Ternbnrg über seine Reise nach Südwestafrika.
Der Dampfer „Bürgermeister" von her deutschen £ft- trfrika-Linie, mit dem Staatssclretar Ternburg sowie mehreren Offizieren und etwa 200 Mann von der südweft afrikcnlijchen Schutzlruppe an Bord, ist gestern früh in Antwerpen angclommen. Der Staatssekretär äußerte sich über seine Eindrücke von Tcutsch-Südwestafrila dein Kvrrespon deuten des „Bert. Tagebl." gegenüber wie folgt: Tie fragen sind sehr lomplex und die Ausgleichung der verschieden artigen Inlereiseit nicht leicht. Im allgemeinen kann man sagen, daß das Land in der Lage ist, mit Erfolg auch in großen Quantitäten Weltmarktö-Prodntt. zu Konlurtenz- preisen zu schaffen, daß dazu aber auch für den einzelnen Farmer nicht unerhebliches Kapital gehört. Tie Wirtschaft ist überall noch zu sehr im Anfang. Die Wirtschaftskrise, eine tfolge des Krieges und seiner Begleiterscheinungen, hat ihren Höhepunkt noch nicht überschritten und eö ist heute schon sicher, daß die Aufwendungen des Reiches für die Verwaltungs- und Schutziosten für g e r a u m e Z e i t nicht auf hören können. Tie Erkenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeiten ist aber bei einem großen Teile der Bevölkerung vorhanden und eine (Gesundung der Zu stände aus dieser heraus kann erwartet werden. — Das, ivas der Staatssclretar hier mitteilt, klingt für den Augenblick wenig erfreulich, aber etwas anderes mar der ganzen Sachlage nach vorläufig auch nicht zu erwarten.
♦
Grundlose Verdächtigungen.
Hegen die grundlosen Beroäck)t.g..ngen der sranzösischcn presse gegen Deutschland wendet sich jetzt die offiziöse „Aordd. Allg. Ztg." in einer ziemlich deutlichen Sprache. LS heißt dort: Die „Köln. Ztg." ist bereits der Unterstellung bev „Malin" entgegengetreteu, oie dem dcutscheii Konsul Lasset in Fcz ein feindliches Verhalten gegen El Menebhi, den Vertreter Muleh Hasids in Langer zuschrciben wollte. Zu unserem Bedauern finden wir dieselbe Unterstellung im Leitartikel des „Temps" vom 10. ds. Es heißt dort: „Als Lasset Tanger verließ, erfuhren ivir aus ausgezeichneter Quelle, daß der Haup,gegenständ feiner Mission darin bestehe, Muley Hafid vor den Ratschlägen Menebhis zu varnen, der zu „europäisch" und nicht genügend „deutsch" iei." Liese für jeden Kenner der Verhältnisse unsinnige ./Häuptling scheint also in Tanger planmäßig verbreitet morden zu sein. Derselbe Teil der französischen Presse, ter von zittrigen des deutschen Konsuls in Fez redet, zettelt vielmehr feinerseits eine Intrige gegen den Konsul in Marokko an. Es wird daraus fein Sega den entstehen, denn die liiarotlancc durchschauen das Spiel. Für die internationalen Besprechungeil aber, die wegen Marokkos zu fuhren tlcibcn, ift es eine eigentümliche Vorbereitung, daß im Augenblick, wo Frankreich die Zustimmung Deutschlands für fccfonbcrc Vorschläge zu erlangen wünscht, die französische fresse sich in grunöloien Verdächtigungen gegen den deutschen Konsul und in einer gesucht feinoseligeii Sprache gegen Cie deutsche Politik ergeht." — Es scheint, daß wir wegen L'karotko noch manche Schwierigkeiten haben werden.
Gießener Strafkammer.
-(Gießen, 11. Sept.
Zechprellerei.
Die Frau eines hiesig..! ^.r..s, oie dem Taglöhner PH. B. Um Lurgsolms schon mehr jach Getränke verabfolgt hatte, deren Bezahlung er unter allen möglichen Vorspiegelungen unterließ, tiar dieses Verhaltens müde, iveshaw sie, als B. sich abermals rmen Sck)naps jur 10 Pfennig geben lieg, um dann im geeigneten 'Jionunt ohne zu zahlen, heimlich zu verschwinden, tvegen des 1 'Bieren Vorfalls Einstige erhob, was Anklage wegen Betrugs nach sich zog. L., der als rückfälliger Betrüger bekannt ist, behauptete, er fei im Besitz von Gclömittcln gewesen,, weshalb er aber nicht bezahlt hat, kann er nicht angeven. Es bestand kein ^.'ueifd, baß er in betrügerifcher Absicht Die Wirtschasi betteten bit und auch nicht im Besitz von Geld war. Mit Rücksicht auf br.e vielen Vorstrafen war eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten i üb angezeigt erachtet worden.
ein guter Freund.
Der Tag lohn er K. St. von Feieoücrg hatte in biefem Sommer mt einem Arbeitskollegen einen Tag lnudurch gezecht. Nachdem le ibe betrunken waren, legten fie sich auf dem Felde zum Schlafen ir.eder. Diese Gelegetlheit benutzte St., um seinem Kollegen das Uortemonnaie zu revidieren Trotzdem er am Tage kein Geld wehr batte, ließ er am Albend bei dem Wirt, wo tagsüber gc» z^cht wurde, ein Fünfmarkstück ivcchseln Als sich später der ’Aeitoblenc bei dem Wirt über seinen Verlust beklagte, wurde eS ihm k lar, daß St. der Dieb war, da er sich noch erinnern konnte, daß k ein Fünf- und ein Zweimarkstück hatte. Nach erfolgter An- ~agc gau er den Diebstahl zu; er schützt aber sinnlose Trunkenheit m und will auch nur aus dem neben dem Bestohlenen gelegenen Uor.emonnaie das Funsmarkstück genommen haben. Mangels aus- n.ichender Anhaltspunlte erging auch nur Verurteilung, insoweit dow "Angeklagte geständig war. Tag feine Trunkenheit nicht so totfMrabig war, wie er angibt, geht daraus hervor, daß er sich ieä Vorfalls noch genau erinnern konnte. Ter 25 fahrige Angc- I .agte, roeldjer bereits zum achtenmal wegen Eigentumsocrgehen
Gericht steht, wurde 511 einer Gefängnisstrafe von 7 Monaten, r:zuglich eines Monats Untersuchungshaft verurteilt und ihm )<e bürgerliche Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt.
Der Echlaskamerad.
Ein Italiener, der mit dem Tagiohiur Ehr. Bl. von Hom- ! :vg v b. H. einen Schlaf raum zu Friedberg inne hatte, über- wjd;tc diesen, wie er sich an feinem Koffer mit einem Messer zu sioaifen machte. B. wußte, daß sein Zimmerkollege kurz zuvor t-11 Mark in den KV ff er gelegt hatte und wollte sich das Geld, t :s aber inzwischen wieder geholt worden war, aneignen Sein Geständnis berücksichtigend, erkannte das Gericht wegen Tftbstahls- k rsuchs auf die Minimalstiafe von 3 Monaten Gefängnis.
Gklegenheitsdieb. ~
Der in Bad-Nauheim beoienftete 11 jübrige Laufjunge A^T 0 iS Straßburg L E., wurde von einer in Nauheim zur Kur e ilenden Engländerin beauftragt, ihr verschiedene ^pielgegen- iLaibc ans das Zimmer zu tragen. Tiefe Gelegenheit benutzte L., u n der Austraggeberui cm Armband und em Zehnmarlituck zu (Diroenben. Er befragte sich bei einem Uhrmacher über Den Wert 6.f5 'Armbandes, der es iym zu ItiU '.Warf taxiertt. Hieraus begeb er fia) zu einem Goldarbeiter und bot es diesem für 160 Mk. a:r. Tiefer, nichts Gutes ahnend, behielt das Armband zurück i.d meldete den Vorfall Der Polizei. Jnzwifchen, schrieb der eöingc einen Zettel, wonach die Eigentümer.n um Ruckgave des üurmbandes oder um Ucberfenbung des Betrages von 160 Mk. ürudfie und unterzeichnete den Zettel mir dein Namen der Bc- Ntzlwen. Bei feiner Vernehmung vor der Polizei gah der Junge
an, mit dem Schlüssel seines Kleiderfchrankes die Kommode, in der sich dos Armband befand, geöffnet zu haben, nachdem er Zuvor behauptet hatte, es habe auf dem Tisch gelegen. Bei der Verhandlung bestritt er, sich eines schweren Diebstahls schuldig gemacht zu haben: er will die itommobe offen angetroffen und nur mit feinem Schlüssel die Schublade yerrjrge;jgen haben, da stch keine Griffe daran befinden. Trap der Unwahrfcheinlläikeit Mihm das Gericht doch zu Gunsten des Angcllagten an, daß die Schublade nid 1 mit dem falschen Schlüssel geöffnet worden ist. auch ionnte es die Angaben, daß er den Zettel nur geschrieben habe, um der Bestohlenen wieder zu ihrem Eigentum zu ocr helfen, nicht für widerlegt erachten. Bezüglich des Geiodiebstahls stand fest, daß er das Geld aus dem Port».inoilnaie eines in einem ofsenstehendeu Schrank brsindlick-cn Ktcides genommen Hai Weini auch einerseits die Jugcno des ?lngcklagtcn strafmildernd berück- fichugt mürbe, so mußte bod) andererseits der l-oh' Wert des Geftolilenen in Betracht kommen. Wegen des Diebstahls wurden 5 und wegen der Urkundenfalfchuug 2 Wochen Gefängnis aw gefetzt, die auf 6 Wochen Gefängnis reduziert mürben, and) soll der Verurteilte der bedingten Begnadigung empfohlen werden.
Freispruch.
Dem Molkercibesitzer W. (W. von Gedern war zur Last gelegt, eine Bekanntmachung deS Kreisamts Schotten vom Februar dieses Fahres, die zur Verhütung der Tuberkulose bei Haustieren erlassen worden ist, übertreten zu l-aben, indem er liugekochle Buttermilch und 'iJlagcrmiid) an seine Milchlieferanten abgegeben habe, die zur Verftuteruug an Vieh verirendet werden sollte. 2er Angeklagte bestritt, solch große Quantttälen abgegeben ju haben, nur einmal habe er atS größtes Quaittum lu Liter an einen Müller abgegeben, aber nidu zur Verfütterung an das Vieh, er glaubte vielmehr, es sollte Käse daraus gemacht werden. Ucbrigcns sei diese Bekanntmachung, die zu den größten Sd>ä- digungen der Molkereien geführt hätten, fdfon tut Mai wieder aufgehoben, bczw. durch eine andere ersetzt worden. Tas ihn freisprechende Urteil des Schöffengerichts wurde von der Staais- anwaltschaft angefockstcn: es sand aber feine Bestätigung, nachdem festgestellt mar, daß die Angaben des Angeklagten richtig und somit eine Ucbertretung der ungezogenen Verordnung nicht stattgefunden hat: eine Prüfung der Rechisbeständigkeit der Ver- orönung mar desl-alb auch nickst nötig.
Gcriclnsjaal.
X. Hanau, 11. Sept. Ter am LI. Januar am hiesigen Lslbahnhof vorgelommene E i s e u b a l, n u u s a 11, bei dem ein ans der Richtung Eberbach kommender Personenzug bei seiner Einfahrt in den Hanauer Haupibahuhof auf eine im Gleise stehende Lokomotive stieß, faud heute ein Nachspiel vor den Schrauken des Gerichts. Angeklagt war der Stelliverts-WeichenfteUer Hein aus Lkahl, dem das Verschulden an dem llufad zngefchrieben ivirb. Er hatte das Einfahrtssignat gezogen, ohne die Genehmigung des Fahrdienstleiters zu besitzen und ohne sich davon zu iiberzeugen, daß das Gleise frei war. Ter Unfall ereignete sich bei dichtem Nebel; dem angeklagten Beamten ivnrbe von den Vorgesetzten das belle Zeugnis ausgestellt. Das Gericht erkannte unter Annahme mildernder Umstände auf 100 Alk. Geldstrafe.
Unit>erjitäts*2lad?rid?ten«
— Am 13. September feiert der Geh. Baurat Prof. Eduard Sonne in Ta v m st a d t, der sich durch die Herausgabe des „Handbuchs der Jngenieur-Wisseufchaften'' ein bleibendes Verdienst um seine Wissenschaft erworben hat, seinen 8 0. Geburtstag. Sonue ist am 25. September 1828 zu Ilfeld am Har; geboren, ivar von 1850 bis 1866 beim Ban und Betrieb der hannoverschen Eisenbahnen tätig, wurde 1866 ordentlicher Professor der Jngenieur- Wisseiifchaiten, insbesondere für Eisenbahn und Wasfeiban an der Technischen Hochschule zu Stuttgart uud kam Ostern 1872 in gleicher Eigenschaft an die Darmstädter Technische Hochschule. Im Herbst 1895 trat Professor Sonne in den Ruhestand. In den 23 Jahren seiner Wirksamkeit in Tarmstadt wurde er fünfmal zum Rektor der Hochschule gewählt. Vou 1889 ab hatte er während dreier Jahre die Geschäfte eines Präsidenten der Großherzoglichen Technischen Zentralstelle für Gewerbe und den Landesgewerbeverein ivahrzunehmen. Prof. Sonne hat eine reiche literarische Tätigkeit entfaltet. Tas unter feiner Mitwirkung entstandene Handbuch der Ingenieur - Wiffenschaften ist der sichere Führer eines jeden Ingenieurs und im In- und Auslande roeit verbreitet.
— D t e Doktorarbeit des Prinzen August PZilhelm tragt, wie jetzt aus Straßburg gemeldet wird, den Titel: „Die Entwicklung der Kommiffanatsbehörden m Branden- burg-Preußen bis zum RegiernugSantritt Friedrich Wilhelms 1. Jiiaug.-Difs. der hohen Rechts« und Staatswiffeuschatt, Fakultät der Kaiser Wilhelms-Universität Straßburg zur Erlangung der staatswissenschaftlichen Toktorwürde, vorgelegt durch August Wilhelm,^ Prinz von Preußen. Berlin 1908/ Tie Widmung lautet: „S. M. dem Teutschen Kaiser und König von Preußen gewidmet/ Ter bei Dissertationen übliche Lebenslauf hat wlgeude Fassung: „Ich, August Wilhelm, Prinz von Preußen, luuröe geboten 29. Januar 1887. Bis zn meinem 14. Lebensjahre erhielt ich Gymnastalimterrichl im elterlichen Haufe. Hierauf besuchte ich vier Jahre die Prinzenschule zu Plöu, wo ich am 24. Januar 1905 das humanistische Reifezeugnis erhielt. Nach der am 27. Mai 1905 abgelegten Offiziersprüfung trat ich ins erste Garderegiment zu Fuß ein, wo ich bis zum Herbst 1906 Tienst tat. Von diesem Zeitpunkt ab besuchte ich die Universität Bonn, wo ich mich den Rechts- und staatswissenschaftlichen Studien widmete, die ich an der Universität Straßburg bis zum Schluß des Sommersemesters 1908 fortsetzte. In den Ferienmonaten des Jahres 1907 führte mich Herr Profeffor Schmollet in die Verfassungs- und Perwaltungs- gefchichte des siebzehnten Jahrhunderts ein."
Vermischte».
* Ei fenbahnun fälle. Am 11. Leplembcr abends 81/2 Uhr überfuhr der Zug der 'irebenbahn Remagen- Bafedorf auf einem Ueberweg ein Fuhrwerk. Fuhrmann und Pferd wurden getötet. Reifende find nicht verletzt. Tie Lokomotive ist entgleist. — Ein Zug der Brooklyner .Hochbahn wurde durch ein auf dem Gleise entstandenes Feuer gezwungen, 311 halten. Der folgende Zug fuhr gegen den letzten Wagen des haltenden Zuges und zertrümmerte ihn vollständig. Ein Passagier wurde getötet, 20 wurden mehr oder minder schwer verletzt. — Am 11. ds. um Mitternacht stieß ein von Trier kommender Schnellzug im Hauptbahnhof Nt e tz auf eine Rangierabteilung. Ein Postbeamter wurde leicht verletzt. Tie Reisenden blieben unversehrt. Ursache: Falsche Weichenstellung infolge Herausfallens eines Verbindungsbolzens.
* Gegen den Genuß von rohem Hackfleisch wendet sich Tr. med. Munt in Charlottenburg in einer beachtenswerten Zuschrift an das „Bert. Tagebl." Es heißt darin u. a.: Durch Die Vorkommnisse im Rudolf-Vrrchow- Krankenhaus in Berlin wird die Oeffentlichkeit wieder einmal auf die Gefahren hingewiesen, die dem Menschen aus dem Genuß rollen Fleisches entstehen können. Wir erfahren, daP hier im Laufe der Zeit an Vergiflungserfcheinungen gegen hundert Perjonen erkrankt gYyejM In der
, Tat ist das Vorkommen de-5 Bandwurms im Zuneh - men begriffen. Auch Finnen gelangen in den menschlichen Körper nur durch den Genuß rohen Fleisches, da sie beim Kochen oder Braten abstcrben. Leider ist aber der Genuß rohen Fleisches bis zum Unfug verbreitet. ES ist auch einer sorgfältigsten Fleischbeschau leiber nicht möglich, im Fleisch etwa vorhandene Lakterien zu erkennen. Einen sicheren Schutz vor Erkrankung kann nur die Enthaltsamkeit von rohem Fleisch gewähren.
* Eine Zunahme der Lebensdauer der Menschen ist wissenschaftlich festgeftellt. Jin Durchschnitt lebt der Mensch jetzt fünf Jahr? länger als zur Zeit der Qellampen vor GO bis 70 Jahren. Mit Recht wird aber von Fachleuten darauf aufmertfam gemacht, das; die Vorteile unserer jetzigen großartige>1 sanitären Einrichtungen, das größere Verständnis für Körperpflege, durch Reinlich leit, Sport usw., die hygienischen Verbefierungen des Woh nens, Schlafens, Essens, oie Lebenserwartung noch viel günstiger gestalten konnten, wenn nicht mancherlei moderne Sünden all das Gute zum Teil wieder illusorisch machten! Man denkt dabei an das ehr- und geldgciztge Streben der Jetzzcit, an die gesellschaftlichen Strapazen ui der Groß stadt, an verkehrte Ktndererziehung, an die Uebervürdung der Schuler, an die Ueberfeinerttng der Kultur und andere Tinge, die man früher nicht kannte und deshalb, trotz aller sonstigen mißlichen Gesundyeitsvcrhältntsfe, länger lebte, als man gelebt hatte, wenn schon dazumal dte Kultur solche Fortschritte gemacht hätte wie jetzt. Körperlich gesünder i|t man geworden, aber nicht auch geistig gefünber und widerstandsfähiger.
Markte.
Gießen, 12. Seplbr. Atari lbericht. Auf heutigem Wocben- maxlte kostete: Butler pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Pfg. Erbsen p. Pfd. 18—24 Pfg., Lügen p. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Gänse pr. Psd. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Lchsensleisch pr. Pfd. 78—86 Pfg., Stui)- nnd Rindfleisch pr. Pfund 74—76 Pfg., Schwemesleisci) pr. Psnnd 68—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., panmtelfleisch pr. Pfd. 70—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7.00—8.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0—00 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Acpfel per Ztr. 00—00 Mk., Birnen per Ztr. 00—00 Alk. Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk. Kirschen per Pfd. 0,00 —0,00 Alk. Marttzeu von 7—1 Uhr.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Sept.
1908
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Lust
Hc:
•tl
cL
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
0 ä c-
Wetter
1 11. 1 2"
743,2
15,0
8,0
63
SW
4
Bew. Himmel.
11. 9-
743,4
8,7
7.9
95
W
2
Bed. Himmel
12. । 7«
744,1
8.2
7,8
96
Still
Sprühregen
Höchste
Temperatur
am 1(
-11.
Septbr
15,4 0 C.
Niedrigste
, 10
-11.
•
= 4
7,8 u U.
TeBefcmsche Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteiJt von der Hank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Hörne, 3>je/0 Beicheanleihe . . 92.20 3% do. . . 83 85 3ya°/0 Konsols .... 92.10 "6% do. .... 83.70 öji’/o Hesaeu 91.05 3>6 °/0 überliessen . . . 90.00 4% Uesterr Goldrente. .--
4l/t?6 Uesterr. feilberreule 99.15 45» Ungar Goldrente . . 93.35 4?6 Italien. Beute ...--
356 Portugiesen Serie I . 01.30 3% Portugiesen „ 111 62.50
4 *7, rnss.btaatsaul. 19Uo 96 75 4/4“/o iaPaiL Staatsanleihe 92.00
Uonv. Türken vou 19UJ 94.20 Tilrkenlose 146 70 4% Griech. SIouopol-Aul. . 52.10 4% aassere Argentinier . 86.50 3°/, Mexikaner . . . 65.60 4)4*7, Chinesen .... 97.90
Aktien:
Bochum Guss 224.90
Buderus K. \V 114.00
Tendenz: ruhig.
Berliner Börse, 12.
Cauada E. B. . . . . 171.60
Darmstädter Bank . . . 128.40 Deutsche Bank .... 239.40 Dortmunder-Union C. . . — .— Dresdner Bank .... 146.70 Tendenz: fest.
12. September, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahnicyer . . . 124.50 Blektnz. Scbuckert . . . 118.30 Eschweilcr Bergwerk . . 204.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 198.60 Hamburg-Amerik. PakeLL 110.20 Harpener Bergwerk. . . 206.70 Laurahdtte 212.75 >ordd. Lloyd . ... 92.40
Ubeischles. Lisen-Industrie 103.00 Berliner riandelsges. . . 169.50 Darmstädter Bank . . . 128.40 Dentsche Bonk .... 239.75 Deutsch-Asiat Bank . . 136.00 Diskonto-Kommandit. . . 179.10 Dresdner Bank .... 14b..30 Kreditaktien 202.60 Baltimore- and Ohio-
kasenlahu 100.60
Gotthard bahn —.— Lombard. Liseubahu . . 22 60 Uesterr. hlaalsbdhu . . . 149.25 Pnnce-Heuri-Eiseubahn . —
September. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 206.70 Laurahütte 212.10 Lombarden E. B. ... 22.50 Nordd. Lloyd 92.30 1 urkenlose 145.90
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