Nr. 134
Zweites Blatt
Mittwoch 10. Juni 1908
Eichener Anzeiger
Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberheffen
158. Jahrgang
Die „Etehener §amilirnb!8tter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das ..Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität? - Buch- und Sleindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion:L^l1^.Tel.-AdruAnzeigerGießen«
Die Monarchenbegegnung in Reval.
Auf der Reede von Reval, die einen unvergleichlich schönen Blick auf die alte Stadt mit ihren mittelalterlichen Stadtmauern und Türmen gewahrt, hat gestern die Begegnung des Königs Eduard mit dein Zaren Nikolaus stattgefunden. Zlvei Monarchen deutschen Blutes und deutscher Abstammung, und doch oder vielleicht gerade darum Feinde des Teuychtums. Eine altehrwürdige Stätte deutscher Kulrur, die nördlichste d.r Welt, unter russischem Zepter, vom Russen- und Estentum aufs härteste bedrängt. Wahrlich, dieser Augenblick regc zu mancherlei Betrachtungen an, zu wenig frohen, zu wenig erbaulichen. In den Rahmen dieser Betrachtungen gehört auch die He<re des größten Teils der russischen Presse gegen Deutschland. Der offizielle Artikel der Rossija wird entweder totgeschwiegen, wie von der Nowoje Wrcmja, oder, wie von der Börsenzeitung, dahin ausgelegt, daß die deutschfreundliche Haltung der amtlichen Rossija d.r öffentlichen Meinung Rußlands widerspreche.
Tie Nowoje Wremja veröffentlicht setzst eine Unterredung mit einem „glänzenden Vertreter des diplomatischen Kvrps" in einer der am trat zu St. Petersburg befindlichen Botsck)aften (dort stehen bekanntlich die Botschaften Englands, Frankreichs, Spaniens und der Türkei,'. Der Diplomat bezeichnete die bevorstehende Begegnung in Reval als Beginn einer ncue n Zeit, d ie reich an Folgen sein könne. Er hob hervor, daß unter den obwaltenden Umständen er ein neues Bündnis für umrahrscheinlich, sogar für unmöglich halte, doch in unserer schnellebigen Zeit könne sich die Sachlage leicht ändern. Ein solches Bündnis wäre nur g e g en Deutschland, natürlich nicht gegen Frankreich gerichtet. Als Kenner der Lage im fernen Osten bezeichnete der Diplomat die neuen Verständigungen als Bürgschaft des F-riedens, insbesondere unter Berücksichtigung des englisch-japanischen Bündnisses. Tie Anregung zu der neuen Gruppierung der Mächte gehöre Frankreich. Telcassö habe viel in dieser Rech- tung getan und Bompavd habe den Auftrag gehabt, in Petersburg den Boden zu ebnen. Turch den russiscit-iapanischen Krieg und das englisch-japanische Bündnis sei eine Verzögerung eingetreten, doch die Bemühungen Frankreichs hätten die Hindernisse überwunden, und gegenwärtig verwirkliche sich das Programm Delcass6s. Die üble Laune Berlins sei verständlich, doch die Deutschen hätten keine Veranlassung zur Unruhe. Die Stellung Deutschlands in Europa sei, ausgezeichnet, es verstehe zu lavieren und Vortest aus dm. Umständen ziehen. Der beste Beweis sei die Rolle Deutschlands in Konstantinopel. Der Einfluß Deutschlands in Peking sei r in moralischer Art. Gegen die engl is ch - rus s is ch - sra n zö s is che Entente einerseits und d a s c n g l i s ch - j a p a n i s ch e B ü n d n i s a n d c r- scrtv könne es nichts unternehmen, höchstens seine schlechte La ic ne zeigen.
..cber die Begegnung der beiden Monarchen wird uns nachstehendes gemeldet: In zwei Hoizügen trafen gestern aus Pekrhos der Kaiser mit der Kaiserlichen Familie, die Königin von Griechenland, die Großfürstin Olga Alexandrowa, der Großfürst Michael Alexandrowitsch, Prinz Peter von Oldenburg, sowie zahlreiches Gefolge, darunter auch Ministerpräsident S ko l y p i n, der Minister des Aeußern Iswolski, der Marineminister Dikow, der russische Botschafter in London mit dem Militärattache und dem Marine- attadje, ein. Alle begaben sich nach dem Hafen des Neuen Bassins, wo sie üon dem Generalgouverneur und ^anderen Würdenträgern empfangen wurden. Die Bevölkerung begrüßte die Majestäten mit begeisterten Hurrarufen. Tie Majestäten mit dem Gefolge bestiegen die Dachten „Standard", „Polarstern" und „Al- nias". Um 9 Uhr wurde das englische Geschwader gesichtet. Während Salutschüsse gewechselt wurden, fuhr das englische Geschwader im Bogen um das russische. Die englische Dacht „Viktoria and Albert" stellte sich dem „Standard" gegenüber, während sich die beiderseiligen Geschwader in Kiellinie formierten. Der Kaiser fuhr mit einem kleinen Gefolge in einem Kutter an Boro der Yacht „Viktoria and Albert", wo die gegenseitige Begrüßung der Herrscher um 11 Uhr 10 Minuten stattfand. Der Kaiser verweilte kurze Zeit auf der Dacht „Viktoria and Albert" und begab sich darauf mit dem englischen König Spa ar und der Prin- zcfiin Viktoria an Bord der Yacht „Standard", wo sie von her Kaiserin, der Kaiserin-Witwe, den Mitgliedern des Kaiserhauses, und den Ministern Stolypin, Iswolski und Dikow empfangen wurden. Um 2 Uhr sand an Bord des „Polarstern" ein Frühstück aller Fürstlichkeiten statt, an dem die Kaiserin infolge Ermüdung nicht teilnahm. Nach dem frühstück zeichnete König Eduard den Ministerpräsidenten Stolypin durch eine lange Unterredung aus. Der ruffifebe Minister des Auswärtigen ^swolsri und der englische Unlerftaatssekretär Hardinge hatten an Bord des „Almas" eine einflQnbige Konferenz. Gestern abend sand eine Serenade der Revalcr Gesangvereine statt, bei der Lieder in deutscher, estnischer und russischer Sprache vorgetragen wurden.
Der Spezialberichterstatter des Matin in Reval will erfahren haben, Kaiser Wilhelm habe vorige Woche.den Zaren wissen lassen, er würde sich freuen, bald mit ihm zusammen zu treffen. Tie Begegnung zwisch.n dem Zaren und dem Kaiser soll im baltischen Meere noch vor der Entrevue des Zaren mit dem Präsidenten Falliöres ftattfinöen. In Reval sind znm Schutz der Souveräne über 2000 Polizeiagcntcii eingelrossen.
politische Tagesschau.
Natwnalliberale Stichwahlen.
In folgenden 16 Wahlkreisen finden Stichwahlen statt, bei denen Kandidaten der nationalliberalen Partei beteiligt sind: Flensburg mit Bund der Landwirte, Guben-Sorau- Forft mit Konservativen, Geestemünde-Lehe, beide Kandidaten find nationalliberal, Kreis Dortmund mit Zentrum, Stadt Bochum mit Zentrum, Kassel-Witzenhausen nut Konservativen, Hanau St. mit Konservativen, St. Goarshausen mit Zentrum, Obertaunus mit Sozialdemokraten, Wetzlar mit Konservativen, Osterholz-Blumenthal mit Sozialdemokraten, Osterode-Duder- stadt mit Bund der Landwirte. Leltow-Beeskow-Wilmersdorf mit Konservativen, Emden-Norden mit Konservativen, Bielefeld-Halle-Herford mit Konservativen, Gelsenkirchen mit Zentrum. *
Prinetti f*
Der frühere italienische Minister des Auswärtigen, Giulio Prinetti, ist gestern früh an Lungenentzündung gestorben. Prinetti war Ingenieur und feit 1882 Mitglied des italienischen Parlaments. Im Jahre 1896 wurde er Minister der öffentlichen Arbeiten im Kabinett Rudmi. Im Jahre 1901 wurde er Minister des Auswärtigen im Kabinett Zanardelli. Seine Amtstätigkeit war wenig glücklich, und namentlich war es Deutschland, das in dieser Zeit alles Zutrauen zu der Dreibundtreue Italiens verloren hatte. _ ±a* uials erklärte Fürst Bülow einmal im Reichstage, dafz wir schlinunsten Falles auch ohne Italien uns behaupten tönnten. 1903 nötigte ein Schlaganfall Prinetti, aus dein Kabinett zu scheiden. Er hat ein Alter von 57 Jahren erreicht.
Muley Hafid in Fez.
Wie in-Tanger verlautet, soll der Gegenfultan Muley Hafid am Samstag in Fez ein gezogen fein. Der „Setups" wendet sich nun gegen diejenigen deutschen Blätter, die für Muley Hafid eintreten, und schreibt u. a.: Nicht bloß die Achtung vor unseren eigenen Versprechiingen, sondern auch die Achtling vor den Beschlüssen Europas verknüpft uns mit dem legitimen Sultan Abdul Asis und die deutsche Presse verletzt diese Beschlüsse, wenn sie mit solchem Feuereifer die Sache Muley HafidS verficht. Hoffentlich hat Herr Picho.n bereits gesagt, daß wir, indem wir auf Verlangen Deutschlands nach Algeciras gingen, uns, und Deutschland gleich uns, als durch die Generalakte gebunden ansehen. Europa allein kann Frankreich und Deutschland von dieser Verpflichtung entbinden. Dian sah einst in der Konferenz von Algeciras eine Bürgschaft gegen Frankreich. In dieser nämlichen Konferenz hat Frankreich eine Bürgschaft gegen Deutschland gefunden. Und nach dem Ton der deutschen Zeitungen zn schließen, ist der Augenblick nahe, wo wir Anlaß haben, diese Bürgschaft anzurufen.
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Zur Lage in Persien.
Der Schah hat nunmehr die Sicherung Teherans dem russischen Kommandeur der Kosakenbrigade übertragen. In Bagschahgarten sind 4 Geschütze der Kosakenbrigade aufgefahren mit der Front gegen Teheran. Gerüchtweise verlautet, Zill cs Sultan, der Bruder de§ verstorbenen Schah, ’ommclc in Schiras Truppen, um gegen Teheran anzurücken. Der Schah beschicd am Sonntag wohl auf Grund dieser Gerüchte nach dem Garten außerhalb der Stadt, in dem er sich jetzt aufhält, eine Anzahl Prinzen und Würden- räger. Diese waren dort kaum eingetreten, als sie für gegangen erklärt wurden. Der Einspruch des Parlaments und der Geistlichkeit gegen die Verhaftungen waren fruchtlos. Der Stadtgouvcrneur ist abgesetzt und durch Hofbeamte ersetzt tvorden. Starke Kosakenpatrouillen durchziehen die Stadt. Auf dem Kanonenplatz beim Gelände des Parlaments steht eine abgesessene Abteilung mit Gc- chützcn in Bereitschaft. Ein Edikt des Schahs bedroht das Waffentragen mit Verhaftung. Der Leiter der Verschwörung, deren Anstifter gefangen gesetzt wurden, tvar augenscheinlich Prinz Zill es Sultan. Das Parlament stand der Bewegung ganz fern. Der Emir Dscheng, der in der russischen Botschaft Zuflucht gesucht hatte, verließ diese wieder. Der telegraphische Verkehr mit Teheran ist unterbrochen, nur die Leitung nach Astrabad arbeitet. Ter Schah ließ in der ganzen Stadt eine Kundgebung verbreiten, in der er seine Ergebenheit für die von ihm beschworene Verfassung versichert.' Die vorgeuommenen Verhaftungen erklären sich ausschließlich nuS dem Wunsch, den revolutionären Umtrieben ein Ziel zu setzen, die die Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung hindern. Die Bevölkerung nahm diese Kundgebung sehr syiupathisch auf; die Stadt ist ruhig.
Deutsches Aeich.
Die Euquete des Reichsversicherungsamtes über den Alkohol miß brauch in versicherten Kreisen hat nunmehr von sämtlichen Vcrsichcrungsträgern eingehende Beantwortung gefunden. Aus dem reichen Material geht übereinstimmend hervor, daß Maßregeln zur Einschränkung des Alkoholgenusses, der einen sehr erheblichen Prozentsatz der Unfälle hervorruft, für dringend erforderlich gehalten werden, lieber die Art dieser Maßregeln gehen indes die Ansichten sehr auseinander.
Der Kronprinz reiste gestern abend nach Klcin- Eilguth ab und trifft nach eintägigem Aufenthalt in Nieder- Schönbrunn 11 Uhr 6 Minuten m Oels ein. Tie Abreise der Kronprinzessin erfolgte heute mittag.
Die europäische Fahrplankonferenz ivird am 11. und 12. Juni in Heidelberg abgehalten.
Eulenburg. Die Schwurgerichtsverhandlung gegen den Fürsten Eulenburg ist in etwa 14 Tagen bis 3 Wochen zu erwarten. Wie das „Berl. Tgbl." hört, sind dem Verteidiger des Fürsten Eulenburg, Justizrat Wronker, am 9. ds. außerordentlich umfangreiche Akten der StaatLanivalt- schaft über die Anklage ziigegangen, die gegen den Fürsten Eulenburg wegen Meineids erhoben worden ist. Der Verteidiger kann erst nach Prüfung des Materials Anträge stellen. Von der Staatsanwaltschaft sind etwa 30 Zeugen geladen. _________
Ausland.
Dic vielbesprochene Angelegenheit d^es Professors Wahrmund an der Universität Innsbruck ist in ihrer Entwicklung zunächst zu einem gewissen Abschluß dadurch gelangt, daß das Unterrichtsministerium ihm die fernere Aus- Übung seiner Scminartätigkeil und das Abhalten eines üollegs Über'Eherecht verboten Hai. Laut einem Communiqus des turi- difchen Profefsorenkollegiums erklärte Professor Wahrmund, er füge sich der Anordnung des Unterrichtsministers betr. den Wegfall der Seminarübungen und der Vorlesungen über das Eherecht,
halte jedoch prinzipiell an dem Standpunkte fest, daß^er berechtigt wäre, diese Borträge zu halten. Die jurtbndie tfafultat stimmte dieser Anschauung zu und richtete eine motivierte Vorstellung an das Unterrichtsministerium gegen besten Entscheidung.
Der Kongreß der Bergarbeiter in Paris beschloß auf Antrag der belgischen, deutichen und französischen Delegierten einstimmig, für die gesetzliche Durchführung des Achtstundentages einzutreten und erörterte sodann den Mindestlohn.
Samos. Brieflichen Meldungen aus Samos zuwlge ist die Bevölkerung noch immer beunruhigt. Mllitär plünderte die Wohnung des Präsidenten der Nationalversammlung Sophoulrs. Die Soldaten entwendeten alle wertvollen Gegenstände und versuchten den Geldschrank, der tm Palast aufgestellt war und Re- gierungSgelder enthielt, zu sprengen; dies mißlang jebocy Biele Berwaltungspapierc wurden verbrannt und die ganze Wohnung darauf demoliert. Das Museum der Nattonaliften wurde gleich- 'falls zerstört. Die Zahl der türkischen Soldaten, die sich zurzeit
auf der Insel befinden, wird auf 2000 geschützt. Die Russen^ haben ein Detachement von 20 Mann und einen Offizier Dort den aus Kreta zurückgezogenen Truppen auf Samos gelandet/ angeblich zum Schutze ihres dortigen Konsulats.___________________
Aus Stadt und Land.
Gießen, 10. Juni 1908.
Die Gemeindesteuern im Kreise Gießen.
Nach der soeben erschienenen Uebersicht über die mr Rechnungsjahre 1908 zu erhebenden Steuern der Land-' gemeinden des Kreises Gießen sind nur noch zwei von den 80 Gemeinden in der glücklichen Lage, keine Steuern erheben zu müssen, nämlich Bersrod und Ettingshausen. Den höchsten Steuersatz hat Stangenrod mit 233,338 Proz. Zuschlag zn den doppelten Grundzahlen und dem ganzen Em- kommensteuerbetrag. Es erhebt im ganzen 5500 Mk. Sodann folgen 2. Lindenstruth mit 220,758 Proz. — 4760 Mk., 3. Rüddingshausen 204,417 Proz. = 10 330 Mk.; 4. Beltershain 203,823 Proz. — 5620 Mk.; 5. Allertshausen 190,961 Proz. = 3000 Mk.; 6. Trohe 186,084 Proz. = 2300 Mk.; 7. Saasen mit Bollnbach, Veitßbcrg und Wir- berg 783,572 Proz. = 7860 Mk.; 8. Kesselbach 183,024 Proz. — 7700 Mk.; 9. Burkhardsfelden 174,913 Proz. — 8000 Mk.; 10. Grüningen 174,196 Proz. = 14 000 Mk.; 11. Göbelnrod 174,046 Proz. ----- 3750 Mk.; 12. Climbach 165,831 Proz. — 2150 Mk.; 13. Dorf-Gill 159,582 Proz. — 6600 Mk.; 14. Klein - Linden 158,044 Proz. — 18 000 Mk.; 15. Hausen 153,411 Proz. = 7000 Mk.; 16. Rödgen 148,153 Proz. == 8000 Mk.; 17. Watzenborn- Steinberg 147,151 Proz. — 19300 Mk.; 18. Lumda 144,646 Proz. ----- 5800 Mk.; 19. Birklar 143,937 Proz. ----- 9600 Mk.; 20. Garbenteich 141,193 Proz.---- 8500 Mk.; 21. Lauter 139,919 Proz. ----- 6050 Mk.; 22. Obbornhofen 139,169 Proz. ---- 12 500 Mk.; 23. RöthgeS 138,592 Proz. ---- 3500 Mk.; 24. Holzheim 137,862 Proz. ------ 1600 Mk.; 25. Geilshausen 135,663 Proz. — 6500 Mk.; 26. ReinhardShain 135,249 Proz.
----- 4500 Mk.; 27. Londorf 134,578 Proz. ----- 18 800 Mk.; 28. WeiterShain 122,969 Proz. — 5500 Alk.; 29. Heuchelheim 132,485 Proz. ----- 30 500 Mk.; 30. Weickartshain 132,421 Proz. = 4800 Mk.; 31. Taubringen 131,205 Proz. = 6000 Mk.; 32. Mufchenheim 126,9 Proz. ---- 9600 Mk.; 33. Rabertshausen 124,554 Proz. ----- 3000 Mk.; 34. Allen- dorf a. d. Lahn 123,643 Proz. ----- 7600 Mk.; 35. Inheiden 121,1 Proz. — 6300 Mk.; 36. Stockhausen 114,067 Proz. ----- 3700 Mk.; 37. Steinbach 113,292 Proz.--- 10 500 Mk.; 38. Annerod 112,983 Proz. = 6000 Mk.; 39. Wieseck 109,345 Proz. ----- 28 000 All.; 40. Mainzlar 105,764 Proz., --- 6200 Mk.; 41. Trais-Horloff 104,014 Proz. ----- 1000 Mk.; 42. Harbach 103,305 Proz. — 3870 Mk.; 43. Eberstadt 102,501 Proz. — 8500 Mk.; 44. Ober-Hörgern 99,992 Proz. ---- 7500 Mk.; 45. Großen-Linden 97,927 Proz. — 33 400 Mark; 46. Queckborn. 96,86 Proz. ---- 7000 Mk.; 47. Ober- Bessingen 96,005 Proz. ---- 4150 Mk.; 48. Münster 95,929 Proz. = 3000 Mk.; 49. Treis a. d. Lumda 95,038 Proz. — 9500 Mk.; 50. Steinheim 92,938 Proz. = 5600 Mk.; 51. Langd 91,741 Proz. ----- 7000 Mk.; 52. Bellersheim 91,024 Proz. ----- 11 200 Mk.; 53. Leihgestern 90,336 Proz. ---- 19 500 Mk.; 54. Lollar 88,376 Proz. — 40 000 Mk.; 55. Nonnenrolh 88,368 Proz. — 3000 Mk.: 56, Odenhaufen 8 5,607 Proz. ---- 2300 Mk.; 57. Bettenhausen 84,473 Proz. ----- 4800 Mk.; 58. Langsdorf 84,249 Proz. — 12 200 All.; 59. Alten-Buseck 83,453 Proz. --- 10 000 Mk.; 60. Lang-Göns 80,080 Proz. — 18 000 Mk.; 61. Grünberg 78,745 Proz.-----31 000 Vik.; 62. Utphe 77,69 Proz, ----- 5500 Mk.; 63. Rodheim 74,696 Proz. — 300 Mk.; 64. Ruttcrßhauscn 74,653 Proz. — 2900 Mk.; 65. Reiskirchen 66,269 Proz. ---- 4500 Mk.; 66. Oppenrod 64,054 Proz. — 1700 Mk.; 67. Staufenberg 61,009 Proz. ----- 3000 Mk.; 68. Hungen 56,393 Proz. = 18,150 9)lt; 69. Nieder-Bessingen 43,628 Proz. — 1800 Mk.; 70. Allendorf a. d. Lumda 42,774 Proz. — 5700 Mk.; 71. Beuern 42.613 Proz. --- 4000 Mk.; 72. Lich 42,524 Proz. — 24 000 Mk.; 73. Villingen 41,273 Proz. ----- 4000 Mk.; 74. Albach 39,134 Proz. = 1400 Mk.; 75. Großen- Buseck 37,365 Proz. — 8()0O Mk.; 76. Hattenrod 32,561 Proz. -----1200 Mk.; 77. Winnerod 29,341 Proz. 674 Mk. und 78..Feldheim (Feldgemarkung) 15,119 Proz. ----- 400 Mk/ Insgesamt erheben die Landgemeinden des Kreises 599 737 Mk. Steuern.
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'* Vom Großherzoglichen Hose. II. KK. HH. der Groß her zog und die Großherzogin begaben sich am ersten Pfingstfeiertage im Auto nach Seeheim zum Besuche bei Oberst Freiherr v. Heyl, woselbst sie, nach der „Darmst. Ztg.", über Nacht blieben und am 8. ds. Mts. abends nach Darmstadt zurückkehrten. — Zum Besuch trafen im Neuen Palais zu Darmstadt am 8. ds. M. Landgraf und Landgräfin Chlodwig von Hessen cm.
** Direktor PaScoes Beisetzung. Eine große. Trauerversammlung hatte sich gestern vormittag in der Kapelle des Friedhofes am Rodberge an der Bahre des verstorbenen Samuel, Pascoe eingefunden, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Außer den Mitgliedern der Familie hatten sich zahlreiche angesehene Bürger unserer Stadt eingefunden. Die Beamten und Arbeiter der Gießener Braunsteinbergwerke sowie Hunderte von Bergleuten in ihrer düsteren Tracht mit dem umflorten Banner der Knappschaft und der Fahne, die Herr Fernie aus Anlaß des 40jährigen Dienstjubilämns seines Direktors Pascoe der Knappschaft geschenkt hatte, füllten die Kapelle bis aus den letzten Platz. Vor dem Altar ruhte der schwarze Rtetallsarg, der die sterbliche Hülle des Dahingeschiedenen barg, ein Hügel von Palmen und Blüten wölbte sich mächtig darüber. Unsere


