Ausgabe 
5.12.1908 Sechstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 287

158. Jahrgang

Snmdtag, 5. Dezember 1908

ffdcf)dn( KgNch mtl Yutnofime bef VsnnkagR.

Die ..Sikhener $amfllenblätter werden dem ,s2lntcifleve otennal wöchentlich betgelegl, da- Kreisblatt fßr den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Dierandwlrlfchaftltchtn Seit* * fragen" erscheinen monatlich tweunal.

Smeral-M^elger für Gberhr^-r

W?trtMon5t»ni<f mid Versag der VrssKlsschas' Unu>er|uäi8 Buch- und ©teuiörudetei.

8t Lange. Gießen»

Nedaktion. Expedition und Druckerei:Whif» straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Nedaktlome-gA U2. TeÜ-ÄdruAnzelgerGiebe»

ksiV|Cüjicr Der ouuiju/C.i ^inyu-i.yiuLe, eui ।tarier jiainpiec iur das Teutschtum, ciiifleiehcn, aiö er Dvorak, dem Lfchechen, die ^reundeshano reichte.

Tie Kunstmusik kenne keine sprach-und Landes grenzen, sie bleibe international und reoe eine Xöeltjpraaje: von herzen zu Herzen! Tr.

*

Der Fluch über Leo Tolstoj. Die russische theo­logische öcuuiiü tietiOiü (Die Uirche- emhäit in einer tyrer lebten 'jLUütniein ctnln ^anniiuch üuer Tolltot, bet an die löeriuun* Ichungen erinnert, mit denen die 5dni|teroamer Iuoen einst idaruch spin^öd ans der Synagoge auSiticuen. tirunge ve,onoers schone, von ea)tci Nächstenliebe getragenen stellen icicn hier ivicberge* geoen. GS hciut u. a.: L) du versluchter ru|si|cher Judas, der gtosjlen ioeraunung wert, Du, der Du in Deiner täeele alles ge- ircien i;2jt, was heilig, rem und edel ist. Du, der Du Dich luie ein ilUu;ioiirtiger ^etv|nnurver an tem dürren uft Deiner w^hniiuuigen <>ernun,i aujgcyungi l-a-t. Du, der Du verfault bi|t ui Deinem Hei-iru und uis ms Liart Deiner Knochen, der Du mit Deinem luiovinxmigen Gesianl die geiiiige Uctite unierer Geselllchansord- nung verpc|ie|i Fluch üuer *id), elender Lügner, Finch über Dau, der ^.u durch das Qh|t Demes jeric&enutn Talentes eine unendliche Hahi |U)iuaa)er und ungiucliicyer lyruburger dem ewigen ^obe entgegengeiubrt hast. Das Dekret ist von dem Biichof von Saratow unter,cichnet. Eine geiDine Entichuloiguug für den im otuegen )o reoiemgen und zungeugewandteu Wann liegt darin, oag in uer runijajcn Lerche oluciMi und verwünschen -um eiiernen ^»nocntar ihrer ^intityiuiigen gehurt. Ulle Jahre, lagen die w. Je. Je. dazu, wurde bisher am itttrfreitag vorn Prie|ter am Ultar die Lilie derer Dericjen, denen Das eiuige Lerderben gt> municgi wurde und die das LLort des Priesters oer ciDigen Ber- dammnch uuci-aiuiDcriete. Unter Den P^riluchlen früherer Zeiten lind die berühmteiien: Mazcppa, Pugalschew und 'Napoleon. Stets wurde du guii;c Lifte berlcjcn uno bei jcDein Namen lviederholte er,Dreimal:Lr |ei verflucht". Erst in den lebten Jahren, als uhülge Der inneren LLirren Die Liste Der Bcrstuchten zu groß ivurDe, itt oer alte, aber ganz genug nicht jromm« Brauch in Wegfall gekommen^

Deutscher Reichstag.

176. Sitzung, Freitag, den 4. Dezember.

Hm Tifche deS BundcSratS: v. Delhrnannn-Hollweg.

AA Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten.

Die Regelung der gewerblichen Frauenarbeit.

Die zweite Beratung des Abschnitts der großen Gewerbe. Novelle, der sich mit der gewerblichen Frauenarbeit beschäftigt, wird beim § 180 fortgesetzt. 1 u

D-r Paragraph behandelt die Ausnahmen, die gestattet sind, wenn Natureieignisse oder Unglü<f5fäßc den regelmäßigen Dclri--b rintervrcchen haben. Die höhere Verwaltungöbehördc kann solche HuSnahinen b'S aut Dauer von vier Wochen gestatten. In drin- genden Fallen, sowie zur Verbi-tung von Unglückrfällen, haben auch die unteren Verwaltungsbehörden die Entscheidung, jedoch nur biS zur Dauer von vierzehn tonen. Vor Erlaß der be- treft-nben Verfügungen soll den Arbeitern be^v. Arbeiteraus. schujsen Gelegenheit zur Acußcrung gegeben werden.

sozialdemokratischer Antrag fordert ' wcitcrgehenden Schutz der Jugendlichen.

, _ . , Abg. Schmidt-Berlin (Soz.)

begründet den Hntrcr

Der Antrag wird abgelehnt und der § 130 in der Kommis. nonSfasfung unverändert angenommen.

§ 139a ermächtigt den BundeSrat, die Verwendung von nrrrilerinncn, sowie von jugendlichen Wrb^itcrn für gewisse Ge- m* besonderen Gefahren für Gesundheit oder viltlichteit verbunden sind, gänzlich zu untersagen oder von be- sonderen V^dingungen abhängig zu machen. Besonders kommt hierfür bic Saisonindustrie in Betracht.

Für Gewerbezweige, in denen regelmätzig zu gewissen Feiten des Wahres ein vermehrte« ArbeitSbedürfniS emlritt, sollen A u S- "uh m e n von den allgemeinen T.stimmungen gestattet sein, je. doch höchstens an vierzig Tagen jährlich. Die Regierungsvorlage hatte sechzig AuSnahrnelage in Aussicht genommen. Und zwar soll an diesen AuSnahmetagen eine Örbeitß-eit von 12 Stunden ge­stattet werden, an Sonnabenden von 8 Stunden und für Arbeite- rinnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, an Sonnabenden nur von 6 Stunden.

. ®" ^ationalliberaler Antrag fordert die Erhöhung der Zahl der AuSnahrnelage auf sechzig. Die Sozialdemo­kraten beantragen die Herabsetzung auf breifoig. Die Frei, finnigen fordern die Streichung der Sonderbestimmung für utociiertnnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben.

Abg. Contze (Natl.)

begründet den Antrag^ seiner Partei auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage bezüglich der Zahl der Ausnahmetage mit dem £>inmeiS auf die zahlreiche Arbeitshäufung in manchen Jnduslrie-

Abg. Molkenbvhr (Soz.)

befürwortet den sozialdemokratischen Antrag. Je mehr Ausnahme­lage im Jahre seien, desto größer werde auch die Zahl der Ar­beitslosen. Die Zahl der Auönohmctage müsse selbst für solche Industrien herabgesetzt werden, in denen zur Verhütung deS Ver­derben» von Rohstoffen Massenarbeit geleistet wird.

Abg. Erzberger (Zentr^ empfiehlt die Fassung der Kommission.

Äbg. Henning (Kons.)

tritt für den nationalliberalen Antrag ein.

®er sozialdemokratische Antrag betreffend der Aus­nahmetage wird abgelehnt, ebenso der nationalliberale Antrag. ES bleiben also 40 Lusnahmetage nach der KommissionS- fassung festgesetzt.

Ter freiiiiinig-nationalliberale Antrag, der die Streichung der Sonderbcstimmung für verheiratete Arbeiterinnen verlangt, wird abgelchnt, da die Parteien, die den Antrag Unterstufen, nur schwach vertreten sind.

Ein nnfionallibcraler Antrag, der die Bestimmung streichen will, baß die wöchentliche Arveitszcit der verheirateten Aroeile- rmnen in Betrieben, die Tag- und Nachtarbeit haben, 56 Stunden nicht überschreiten darf, wird angenommen.

Jtil diesen Abänderungen gelangt der § 130a zur Annahme.

5m § 154 wird festgesetzt, daß die Bestimmungen keine An- Wendung finden auf Arbeiter in Apotheken und auf diejenigen Ar- beiter in Handelsgeschäften, welche nicht in einem zu dem Han- delsgeschast gehörenden Betriebe mit der Herstellung von Waren b-schalUgt sind, auf Heilanstalten und GenesungSbeime, aus Musikausfuhrungen, Schaustellungen, theatralische Vorstellungen oder sonstige Lustbarkeiten. Ferner toirb bestimmt, daß die Fest­setzungen für Jugendliche und Arbeiterinnen nicht Anwendung fin­den sollen auf Gärtnereien, auf da« Gast- und Schantwirtsmasis. gewerbe sowie auf da» VerkehrSgewvrbe.

A7'g. Dr. Pfeiffer (Zentr.):

Tcheater und musikalische Aufführungen sollten endNch auß der Gewerbeordnung heraus und als künstlerische Betriebe ange­sehen werden.

Abg. Tchmkdt-AItenburg (Rp ): begründet seinen Antrag, wonach die Bestimmungen über Arbeite- rinnen und Jugendliche auster Wirksamkeit zu setzen.sind, wenn der Reichstag sie nicht genehmigt.

Abg. Trimvorn (Zentr.):

Herr Schmidt smdert eine Erweireri-ng der parlamentarischen Macht. Der Geist Aar'mannS und Heines schein.' üCcr die Herren von der RcichS^artei gekommen zu sein. (CJroge Heiterkeit I Im Interesse der ruhigen Fortentwicklung unserer sozialpolitischen Gesetzgebuna bitte ich brinnenb. den Antrag Schmidt abzulehncn. Er würde die allerge^ährlichften Konsequenzen haben.

Abg. VehrenS (WIrtsch. Vg ) wendet sich »egen einen sozialdemokratischen Antrag, der die den Gärtner-'en im. Entwurf: gewährte AuSnahmest klung wieder beseitigen w-ll Man darf den Gärtn-'reien nicbt daS wenige neh- men, was dte'Vorlage ihnen bringt. Er begründet dann seinen Antrag, wonach e» im Gesetz he s-en soll: AIS Gärtnerei ist inS- besondere nicht anz.liehen: der feldmästig betriebene Anbau von Obst, 6'emüfcn, Pflanz-n, Kräutern und dergl., sowie die au6- schliestliche Bewirtschastiing von Haus, und Ziergärt-n. Die Gärtner verlangen end! ch filnrbr-t. .Landwirlsebastliche Gärt- nereien". von denen früher die Rede war, sind eigentlich ein Un­ding. Von einem Reichsges tz für die Gärtnereien bin ich nicht er­baut Die Frage der Stellung der Gärt».rei'-n 'n der (Lewerbe- Ordnung bedarf brin-ienb der Lüning Man toll damit möglick'st rasch vorgeb n und die Sache nicht etiou wieder fünf oder sechs Jahre hinausschieben.

Abg. Irl (Zentr) bedauert, dast man bei der Festsetzung her verschiedenen Ve- ftimmungen nicht auch die Handwerkskammern aehort habe. Unter den Handwerksbetrieben sind auch solche a'S ^abrifbclnebe an- zusehen, die weniger als zehn Arbeiter beschäftigen. Aber eS gibt auch solche, bei denen die Sache umgekehrt liegt, wie Schreiner, Schlosser, Maler, Dauhandirx-rier usw. Zu befürchten ist, das; bei der Revision der 2Vcrfftätten mit Motorbclrielen die Be­stimmungen zu ungunften des Handlverk» außgelcgt werden könnlcn.

Staatssekretär v. Vetlimonn.Hollwegr

Dke Absicht einer solchen Verschärfung der Sonderbcstimmun- gen zu ungunften dcS Handwerks bestebt nicht.

Abg. Frhr. v. Gamp (Rp.):

Ich bitte den Abg. Trimbom, sich über u n f~e r e Machlgelüste keine grauen Haare wachsen z u lassen. (Heiterkeit.) Vor einigen Tagen machte man uns den Vorwurf, datz wir die Machtbefugnisse deS Reichstages nicht weiter ansd.hnen wollen, und jetzt heißt e» wieder anders. Kon- fequent ist daS wenigstens nicht. Er hat wohl unseren Antrag nicht richtig verstanden. Zweifellos muß der BundeSrat das Recht haben, Ausführungsverordnungen zu jedem Gesetz zu er- lassen. Man muß aber doch unterscheiden zwischen Fragen, die im BerordnunAswege erledigt werden, und solchen, welche der Gesetzgebung überwiesen sind. Ich wundere mich, daß die Herren, die stets ein erhebliches Interesse für daS Handwerk toben, nicht die große Gefahr sehen, die hier für daS Handwerk vorliegt. DaS Handwerk leidet unter der Geheimnistuerei und der Vielregiererei Wir können nicht dem einen Faktor der Gesetzgebung das Recht geben, daS Gesetz einfach über den Haufen zu werfen. Der Hin­weis auf den Achtuhrladenschluß trifft n-ckt zu, denn das war ein Akt der Gesetzgebung, der die Entscheidung in die Hand der Jnteressenlen gelegt hat. In der Gewerbeordnung haben mir auch Aon ähnliche Best mmungen, wie sie unser Slnlran fordert (Beifall bei der Reichspartei.)

Staatssekretär v. Vethmann-Hollweg:

, Ich bitte, den Antrag Schmidt abzulehnen. Wenn bei Gesetzgeber sich einmal entschlossen hat. gewisse Gegenstände nicht im Wege der Gesetzgebung zu regeln, londern sie dem Verord- nungswege vorzubehalten, so erklärt er, daß der Gegenstand allein der B rordnungsbefiignis des Bun>desrais übertragen wird SJenn Sie da» nicht tun wollen, so regeln Sie bic Sache von born» berem im Wege der Gesetzgebung. Run glaube ich aber, daß das bet bem vorl egenden Gtuetzenlwurf nicht möglich ist. In den Fällen, wo die Gewerbeordnung jagt, daß gewisse BundeSrats- Verordnungen aufgehoben werden rönnen, wenn sie nicht die Zu- stimmung be» Reichstage» finden, handelt es sich um ganz andere Anlagen. H-er haben wir Verordnunaen, welche dem Pro- ouktionSgang in den einzelnen Gewerben und Unternehmungen sich onpassen sollen, und Geaenstande, welch» ind viduell be- banbell »erben müssen Da ,st bte Gesetzgebung nicht imstande, dte Bestimmungen so durciqufuhren, wie sie das brat- tische Leben fordert.

Abg. Schmidt-Berlin (Soz.)

begrünb-f einen sozialdemokratischen Antrag, wonach die Schutz» bestimmungen auch auf die Gärtnereien ausgedehnt werden »ollen, und wonach die Gast, und Schankwirtschaften nicht völlig davon befreit sein sollen, besonders nicht von den Bestimmunaen über b> K ndcrbeschäftiguna und bi» elfsfündige Ruhezeit der Arbeiterinnen und Jugendlicher. Den Antrag Schmidt-AUen- bürg lehnt er ob, weil dadurch die ganze Verordnungstätigkeit des BundeSratS labmodegt würde. Die Vertrage, die mit Schauspielern abgeschlossen werden, sollten in die Gewerbeordnung fimem und nicht durch besondere Gesetze geregelt werden. Heber» baubl sollte man endlich daran denken, b e ganze vertrakts Materie einmal zusammenzusass.-n. bamit endlich Klarheit in die Gesetzgebung hineinkemmt. Die Bestimmungen, die jetzt für den Arbeiter maßgebend sind, sollten auch auf den Bergmann aus­gedehnt werden.

Vkbg. (Tune (Fr Vp.):

Der Antrag Schmidt-All.-nbura bat scheinbar etwa» Ver. koaendes weil er die Befugnis be» Reichstags erweitern will B'i näherer Belrachtung siebt er aber ander» aus, denn entweder hal­ten wir für bedenklich, bem BundeSrat da» VerordnungSrccht zu erteilen, bann_ bürfen wir es überhaupt nicht tun. Wenn wir c3 ibm aber einräumen dann dürfen wir wieder nicht nachträglich seine Verordnungen aufheben. Die gesetzliche Regelung d»e Gurtnergewerbes ist unbedingt erforderlich. Notwendig ist e» auch, bah wir nnS um bie Verhältnisse im Schauspieler­gewerbe bekümmern, für ba» man da» Wort .Sklanrn» .U M- m.t Recht aunxnbcn kann. Theater-HauSgesetze enthüllen viele Bestimmiingen, die einen geradezu untvürdigen 8 ustan d herbei führen. Auch die Fustände in den Hei'anstalten |inb derartige, baß eine genaue Regelung dringend erwünscht er­scheint. (Beifall.)

Abg. Trlmber« (Zentr.) bekämpft nochmal» den Antrag Dchmibt-Allenburg^

Abg. Molkenbubr (Soz.)

empfiehlt wiederholt den sozialdemokratischen Antrag. D-'r Schlitz nn Gastwirtsgewerbe sei durchaus unzureichend. Tas sei auch bereits vom NeichkgesunbheitSamt aner annt worden. Der Bunde»- rat schütze Kellner, Köche und Mamsell», aber die übrigen Angestellten nicht. Besonders die Angestellten in ben Bahnhofswirtschaften bebürfen eine» energischen Schutze».

Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Schmidt-Alten- bürg wird abgelehnt. Angenommen dagegen wird durch Hammel­sprung mir 140 gegen 103 Stimmen ein sozialdemokratischer An­trag, durch ben eine Ausnahmebestimmung zugunsten von Werk- stälten, in denen der Arbeitgeber ausschließlich zu seiner Familie gehörige Personen beschäftigt, geftrcfien wird. Die anderen sozial­demokratischen Anträge werden abgelehnt.

Ferner steht zur Beratung der § 154a. Danach dürfen Ar- bettennnen in Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten und unterirdisch betriebenen Drücken ober Gruben nicht unter Tage beschäftigt werden. Die Beschäftigung von Arbeiterinnen bei bet Forderung mit Ausnahme von der Aufbereitung (Separation, Wasche, bei bem Transport und der Verladung) ist auch über Taa, verboten.

<£in sozialdemokratischer Antrag verlangt eine Abänderung einiger Bestiminungen deS KrankcnversicherungSgesetzes, baupt- sächlich zugunsten von Wöchnerinnen.

Abg. Stadthagen (Soz.) begründet den Antrag.

Staatssekretär v. Vethmann'Holkwegr

.Der Antrag wird bei der Neuregelung de» Krankenkassenaesetze» Berücksichtigung finden. Im gegenwärtigen Augenblick ist eine Regelung der Materie nicht angebracht.

Der Antrag wird abgelehnt und der § 154a In der Kommis­sionsfassung angenommen.

Gleichfalls angenommen werden drei Resolutionen bet Kommission^ die einen Gesetzentwurf verlangen zur Regelung der Arbei'sverhältnisse ber in den nicht gewerblich betriebenen Gärt­nereien beschäftigten Arbeiter, ferner einen Gesetzentwurf zur fRegelung ber ArbeitSverhältnisse ber bei Musikaufsübrungen, Schaustellungen, theatralischen Unternehmungen oder sonstigen Lustbarkeiten tätigen Personen, und schließlich einen Gesetzentwurf, burd) den die ArbeitSverbältnisse der in öffentlichen und privaten Krankenhäusern, Heilstätten anb Genesungsheimen beschäftigtes Personen geregelt werden.

, Damit ist der Abschnittder ® e m e r 6 e n o b e II e be- Sugl > ch bet Frauenarbeit in zweiter Lesung e r l e b t g t.

Nächste Sitzung: Sonnabend, 11 Uhr: Erste Lesung de» Etat», BesolbungSvarkage. '

Schluß 6 Uhr,

_ksi;.jwn i~r in- -~j rainM.i > ...... n-.tam

veLihooen.vrahmr-Lvorar.

Ein sehr bekuun^r ^u/tqti.chcE uiu- Berichterstatter schrieb einst:Äua) der Krittler ergebt zuweilen cüien Fest­tag, eine jener seltenen MiisilLufiührangen, in der jeoe Prograinmnumnier Die Erfüllung eines fehnlicyLn Wun­sches bedeutet und die Art biejer Erfüllung alle mi|sre kbunfiije überholt. Wenn auS solchem epiei Die Schon.)-ii geliebter ^oiwichtungen wie aus einem reinen topiege«. zuructstrahlt, nid; 18 --cittelmästigeö, ntchts Störendes vie selige Fei^rtagästtmmui.g aniajitt, da rLuoandeln wir uns aus LcenschLn, Die ins Kon^rt ge-chicit uuroeii, um zu Iritijiereii, oder wenn's trgenu ungeht zu loben, unoerfeYens in solche, die gefjminen stno, um zu gemeßen. Dieiue Fruhlingslujt, die w,r nach so vielem n^iiiraliji^c.i Staub und Mi^dujt mit iiejem Atemzuge eins äugen, spvnet der chenii,chen Amrlyse; wir irili|iere,t incht, souoern srcüen uns mit ganzer Seele, zuerst üoer die ju^aie ivtusik, Daun darüber, dag wir uns noch so herzlich |reuen tonnen." öoia) ein ungeiruotcr Fe,itag steh^ au er rvorausstcht nach am -Sonntag auch Ziesten Dcuüc. Was könnte man an sich Schöneres uno ibvlieiiuetere8 denken, als zwei in Wien, aiiv au[ vfierreicyischem Süvbcu entstandene uno Wiener KüN|i» sreunden geu>tomete iaei'it von , Beethoven unu Brahms, oaneben eines oer rasjig,iön -stunc des gröstien bvhiui|chen Xuin^uuiiien Dvora 1 von dem bedeuienoiien Cuur^ctt b o h nt i s ch- v st e r r e i ch i s ch e r Nationa11- tüi geipieit zu y^rezu (rs lo-ar eui g.na.iicher i^eoanie der Auö|uyrenocn, beioe grogen Ü-niuil»Liuartette der ^i^iler Meiner emander gegertuver zu stellen, jino jie doch aus verwandten Siimmuuge.i heroorgiwachien. Bon schier übermächiigem Sehnen, vo.i schwereui Lew oer _jieii|^cn- Jecle, die in heilem Kampfe sich selost besiegt uno zu eno- lichein oTieöeu ourchringt, erzählen oie uu|u^e der beiden Ltuartetie. Bcrjchieoen gCjianen stch oie mitneiia^e. Bei Brahms sucht uno jinoei ous arme 2/ienschentnuo ^ricuen, ein Hauch von Schivermut liegt über Dem Antlitz, cs lächelt durch Lränen. Löie anders dagegen Leetyooeni Zu

,rmin/ntr.,- .^«Wt8BUIWWt11Tir H IIIII.IU

erborgt heiterem uno lichtem G-eioaiwe ichtingt er oeS Me- nuettes schivebende teuren zu zierlichem Reigen. So will er sich der Seele C^.e1u)geiöiu)t und Ruhe ertanzen. Beide Quartette haoen Zwillingsichwestern. Das Brahms sche Quartett in der C-mo-l-Symphonie Nr. 1, oa§ Beethoven jche, welches von uns eben,v sehr geschätzt wird, als es vskanntltch vom Stumpoiii|teii sur minderwertig gehalten uno iurzaas ^eug 1 genannt wuroe, in oer evcitju beitev»en Son«».e paryd«.chUe. Jseoermann weitz, wie sehr Dvorak wegen seiner Qr.gumiuüt gerade von Brahins geschätzt und gejordert wur^e, und Ww be- ireuitoei Devoe enr^ w>nren. uat| Dnyec nicht StBunoer nehmen, dass Dvorak auch vieles von Brahms nament­lich in formeller Beziehung angenommen hat. Ja, luemi Dvorak nicht so groge ^ndioionLlttut besage, uno nicht immer tvteder natunare ivioiiue zum Durchoruch kämen, so konnte man stellenweise meinen,' ein ÄrahmSsches ^tüct vor sich zu Yao en. Lsenn ,ot^e teriwei,e Anlehnungen gerade in oem op. lüö in Ns-vur von Dovrac wen.gcr oorlommen, jo hat dies in erster Linie darin seütrn ^rn.io, oag der längere ÄUsenlhLir oes Äomponstt.en in Amerila nicht ohne uui|iuy fiUj jeine lun,^erijchen (^eoanien ge- uiicvcn i|L U:r hatte sich dort mit dem Studium Dtr ^a- uonaltieoer Der bteucn ooeit, ve.onoers aber mit den eigen- arngen Negermewd^n oe,aor uno solche auch o.wrs ver- iuertcu Möglich, dag neuen nach.oeisoaren naiwnul-bvh- milchen ftiuh^eu in oen ^oiiucn oes As-our-Quvr^its auch Lün^e rrvp.öii 5iegt.rolULeS mit pulsieren, jeoentaily leidet eie Linyeii des S.uckes durchaus nicht, es zmro nur noch piLäntcr und sr>scher. &\ue ^uj|rt|chung durch Stativnali» iuien» uno ein n-enig Naj|enmi|chung lo.uue uoeryaupi der 5cunsimu,ir ni.r von Stu^cii ;cui, oy.w oajz die ^eimatiunst darunter 9k£ lüie! Das yaoen aydn uno Mozart, ober auch der utueu^uie ^eec^ouen üvreix.^ e».iaiint, ais sie tu ihrer ü/tUjU r./terreichstche LieoenSwürdig^ert uno ungarisches Feuer mit deut|cher Gediegenheit unu Q>rünb- lichleit paarten. Las hat auch Brahms, ein glühender