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10.8.1908 Erstes Blatt
 
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Sir. 186 Erstes Blatt 158. Jahrgang Manta, 16. August 1668

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Ausländische Spitzbübereien.

oberflächlicher Zusammenstellung ctroa 1800000 Mark. Beständig laufen ganze Stöße von Wertbriefen und Postanweisungen für den Grasen in Friedrichshafen ein.

Daß auch bei uns zu Lande eifrig für Zeppelin gesammelt wird, versteht kick von Mbft

Zwei ausländische Herren mit englischem Spruchakzent haben mehreren Dlonteureir und Hilssbeamten der Ballonhalle Betrüge bis 6 Millionen Mark für heimliche Ahkopierung der Ballonplänc aitgeboten. Die Monteure haben das Angebot energisch zurückgcwicsen.

Gemeindevertreter

der Städte Stuttgart, Friedrichshafen und Ko tt ft a n * halten sich dahin verabredet, dem Grafen Zeppelin einen Besuch abzustatten. Nachträglich hatte sich auch noch der Oberbürgermeister von U1 m dieser Abordnung angeschlossen. Die Deputation wurde am 8. ds- in Friedrichshafen vom Grafen Zeppelin empfangen. Der Stuttgarter Gemeinderat Dr. MattcS hielt im Namen der Städlevertreter an den Grafen eine Ansprache, Sichtlich bewegt antwortete Graf Zeppelin, er sei tief gerührt von den zahlreichen Kundgebungen und ganz besonders danke er den Bertreterit der Städte, die er gleichzeitig bitte, diesen feinen Tank den Bürgern der Städte zu übermitteln und indem er den anwesenden Vertretern die Hände drücke, drucke er sie jedem einzelnen Bürger dieser Städte zum Zeichen seines Dankes. Das Unglück, das ihn betroffen habet,- fei i hm zum Glück geworden.

(§inc Ballonhalle in Berlin.

Die Anregung, die vom Reiche bewilligte Summe von 350 000 Mark zum Bau einer neuen Ballonhalle und eines neuen Luftschiffes in der Umgebung von Berlin zu verwen­den, wird von dem Grasen nahestehenden Kreisen sympathisch ausgenommen, insbesondere weil Berlin für diesen Zweck infolge günstigerer Terraiuverhältnisse besser geeignet sei, da dort vollständig geebnetes Gelände vorhanden ist. Zn Berlin würde das Luftschiff, so meint man dort, einen viel stärkeren Antrieb haben, infolgedessen wäre das Fahrzeug dort weit leistungsfähiger.

Der Kaiser

hat Gelegenheit genommen, mit einer bekannten Berliner Persönlichkeit über das Unglück von Echterdingen zu sprechen. Im Berliner Tiergarten bemerkte man am Samstag neben dem auf seinem Spazierritt befindlichen Monarchen den Generaldirektor der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft, Geh. Baurat Rat Henau. Der Kaiser war aufs tiefste betvegt über die Katastrophe, zugleich aber sprach er mit hoher Befriedigung von der Teilnahme, die in der ganzen deutschen Nation so opferfreudig vom ersten Augenblick an, da bte Kunde ins Volk drang, sich gezeigt habe. Der Kaiser sagte, daß er vom Reichsamt des Innern einen Be­richt empfangen habe, der die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung enthalte. Die Einleitung zu diesem Gespräch hatte eine Bemerkung des Kaisers gegeben, daß er auf seiner letzten Reise in Norwegen festgelegre Ballons aesehen habe, bereit Verankerung ihn interessiert Hütte und Die ihm auch für Zeppelin als Sicherung nutzbar erschienen wäre.

Der Kaiser hat dem Deutschen Reichskomitee 10000 Mark für Zepelin überwiesen.

Sonstige Spenden.

Die Sunmie, die bis jetzt gezeichnet wurde, beträgt nach

Wunsch des deutschen Volkes. Ein Wille beherrscht alle. Hoch und Nieder, Alt und Jung: Mle verlangen, daß ich, ungebeugt durch den harten Schicksals)chlag, dem Vaterlande ein neues Luft­schiff bauen soll, und alle spenden an Mitteln, was in ihren Kräften steht. Diese einmütige nationale Bewegung, die ihren Eindruck in der Welt nicht verfehlen wird, ergriff mich mit unwiderstehlicher Ntacht. Meine Wehmut ist in vollstes Glücks­gefühl verwandelt, und in gerührtem Dank und in ftcudigster Begeisterung übernehme ich den mir von der Nation gewordenen Auftrag zum Wiederbau. Zur Sammlung der für einen Lust- schissneubau einkommenden Spenden habe ich dieAllgemeine Reulenanstalt" in Stuttgart bestimmt, bei der eine besondere Rechnung unter dem Titel:N a t i o n a l e r L u f t s ch i f f - B a u- fouds für den Grasen Zeppelin" geführt werden wird. Dahin bitte ich die Spenden richten zu wollen und werbe die unmittelbar an mich gelangten leiten. Ich beabsichtige, den Rcickis- kanzler um Bestimmungen einer Kontrolle über die Verwendung dks Fonds im Sinne der Spender zu bitten."

Phönix.

Von einer dem Grafen sehr nahestehenden Persönlichkeit wird mitgeteilt, er habe sich dahin geäußert, er hoffe bis spä­testens in vier Wochen mitModell 3" die Mainzer­reise wiederholen zu können.

Konstanzer Blätter melden, daß Graf Zeppelin die Hoff­nung ausgesprochen habe, bei schneller Materiallieferung den neuen Ballon bis zum November bestimmt fertig zu stellen. Bei günstiger Witterung würden noch im November die ersten Pr o b e fahr ten mit dem neuen Ballon stattftnden.

Oberingenieur Dürr äußerte, daß sofort mit dem Bau eines neuen Luftschiffes begonnen wird. Als wich­tigste Lehre ans der Dauerfahrt habe zu gelten, daß die zur Fort­bewegung des Luftschiffes dienenden Motore mit gleicher Leistungs­fähigkeit weit kräftiger gebaut roerlxn müßten. Das schwere Ge­wicht, das sich dadurch ergebe, soll durch eine anberroeite Ge­wichtsersparnis ausgeglichen werden. Die Pferdekraftstärke der Motore habe sich als ausreichend erwiesen.

Dbcringentcur Dürr stand früher mehrere Jahre bei der zweiten Werftdivision in Wilhelmshafen und die Lustkapitäne Laub und Hacker gehörten als Deckoffiziere der 2 Matrvsen-Division an.

Tie Aufräumuugsarbciten in Echterdingen

sind beendet. Tas Alummiumgerüst wurde zersägt. Zwei Wagen gingen nach der Zeppelin schen Werft in Manzell ab, zwei weitere sind in die Fabrik zum Einschmelzen gesandt. Die Gondeln, die samt den Motoren noch recht gut erhalten sind, wurden in die Daimlersche Fabrik nach Unter-Dürk­heim geschickt. Ter Hintere Motor war sogar noch betriebs­fähig und lief noch.

Der Aufsichtsrat der Höchster Farbwerke bewilligte 5000 Mark. Außerdem wurden dem Grafen für einige tausend Mark Wasserstoffgas zur Ballonfüllung kostenlos

Zeppelin.

Der offizielle Bericht des Grafen.

Gras Zeppelin gibt Über die Ursache des Unfalles bei Echter» bingen folgenden Bericht:

In die große Begeisterung, welche die Fahrt am 4. und 5. d. Mts. überall hervorrief, kam der Unfall, den das Fahr­zeug auf der Fildevebene erlitt, nahezu überwältigend und un- aßlich. Natürlich glaubten viele der Zuschauer, daß entweder !>urch Unterlassung der Anbringung weiterer Sichcrheitsvorkeh- rungen oder durch mangelhafte Handhabung der Bewachung des Fahrzeugs die Katastrophe verursacht wordeu sei. Die erhobenen '.'lnscAckdigungen erheischen die folgende DarlcgungderBer- Bnkerungs-Vorkehrungen:

Nachdem das Fahrzeug in glattester Weise gelandet, durste es nur Jo verankert werden, daß cs sich stets mit der Spitze in den Wind einstellen konnte. Zn diesem Zweck nuifetcn sämtliche Anker und Öalteleincn in einem Punkt der Ballonspitzc zusammen- laufen. Dies wurde durch solgende Vorkehrungen bewerkstelligt: Der ^ur Landung ausgeworsene sfettcnanFcr wurde in der Fahr- zeugrrchtung voraus in den Grasboden eingedrückt und mit doppelt genommenem Ankerseile, resp. der vorderen Gondel geführt. Um rin seitliches Schwenken der Spitze zu verhüten, wurden quer zur tjahrfreugadüe je 2 Pfähle eingetrieben und die mehrfach genomme­nen Seitenseile an diesen befestigt. Als weitere Verankerung wurde ein ca. 4 Quadratmeter großer Segeltuchsack, von dessen Rändern Seile ähnlich wie beim Fallschirm in einen Senaten zusammcn- limsen, mit Erde gefüllt, in der Fahrzeugrichtung voraus in ten Boden eingegraben und mit dem Ballon verbunden. Mit 2 weiteren kürzeren Handleinen, die zum Festhalten durch Menschen angebracht wurden, waren die Seil- und Ankervorräte, die das Fahrzeug bei sich sührte, erschöpft, da bei der Landung in Oppenheim einige Neservcteile und ein weiterer Anker ausge- geben und dafür Wasserballast eingenommen wurde. Während der Zeit von der Landung bis zum Einsetzen der Gewitterbö änderte der Wind mehrfach seine Züchtung erheblich und schwenkte das Fahrzeug dadurch, daß es seitlich von den Mannschaften an der Hinteren Gondel entlastet wurde, leicht in die neue Wind­richtung ein. Die Ausschwankungen waren so groß, daß für das Fahrzcugcnde der große, sreigehaltenc Platz nicht mehr eus- rrichte und die Zuschauer noch mehr zurückgedrängt werden mußten. Bei den Drehungen standen die seitlichen Haltcpsähle nicht mehr querab von der Spitze, und cs mußten deshalb eine größere Anzahl weiterer Pfähle cingctrieben werden, um bei noch größerer 1 Drehung die seitlichen Halteseile in der entsprechenden Richtung neu anfesseln zu können. Der mchrsach geäußerten Sitte um Beischaffung weiterer Seile konnte nicht Folge geleistet werden, da in der Umgegend Seile von ent» sprechender Länge und Stärke nicht auszntreiben waren.

Als nun die verhängnisvolle Gewitterbö das Fahrzeug Litblüblid) aus die Breitseite trat, begann die Hintere Gondel im ersten Moment ciilzusd)wenkcn. Zugleid) jedod) wurde das Lust- tzhifs dadurch, daß sich der Wind zwischen das Fahrzeug und ten Boden cinkeiltc, so stark angehobcn, daß die an den Handeln po stierten Mannschasten nicht mehr i tu - fc:a nbc waren, das Fahrzeug tief zu halt en. Der jeitlid) und aufwärts gerichteten Zugkraft hielten die Pfahle nicht stand, sondern wurden aus dem Boden gensfen. Dasselbe gesdiah, nachdem eine Querabluwegung eingetreten war, rüt den beiden anderen Verankerungen. Nachdem die mecha- mischen A n k c r u o r r i d) t u n g c n nicht mehrbestande n, Lear es auch den Mannschasten, l r o tz v e r z w e i s c l t e r A n - i"i r e n g u u g i* n , nicht mehr möglich, die Seile scstzuhaltcn, und diese entglitten den Händen, vielfach Brandwunden zurück- -nfienb. . _ _.

Nach diesen Aussührungen dürfte es wohl jedermann klar pin, daß sowohl die ortsanwesende technische Leitung, als auch Die Mannschasten ihre volle P s l i ch t getan haben.

Vom Diplomingenieur Grafen Zeppelin junior tihält derSchwab. Merkur" folgende authentische Dar- |tc 11 u n g der Katastrophe: ...... .

Das am 5. August morgens 7.51 Uhr auf freier Wiese I j mischen Echtcrdingen und Bernhauscil ohne jede Bcichadigung g.latt gelandete Luftschiff wurde um 2.55 ckhr durch eine quer I arnkommendc, sehr heftige Gewitterbö aus seiner Anierung lo»- g.mffen. Der im Luftschisse zur Bewackfung zurückacbliebene Mon- | Hui- Schwarz begab sich kaltblütig und ent) dtf oll en nach der $ vorderen Gondel und zog die Ventile. Hierdurch wurde das j Lustschisf nach einem Sprung von 1150 Metern wieder zur tirbc gebracht und entfloh nicht, wie diePatrie . Im Moment . 6 -S Schleifens über Bäume beim Heruntergchen ichlug oben bei öm Ventilen eine Flamme empor. Nach völlig einwandfreier Le tun düng des Monteurs Schwarz und den Angaben aller außen- srchcndcn Augenzeugen war in der Gondel oder an dec unteren Seile des Luftschiffes zu diesem Zeitpunkt fern Brand cntltandcn. Si'mnad) ist völlig ausgesd)lvffcn, daß die Entzündung durch . Uuvorsichligkcft ober Leichtsinn ber Bcbienung oder der Zuichaner 1 t ?.tflQiib, ebenso daß Bcnzinentzündung oder dergleichen die Uriache brd Brandes war. Beide Motore waren seit srnh 8 Uhr außer Setrieb. Keinerlei Arbeit mit offener Flamme, wie Löt^i ufw. nrae vorgekommen. Es ist sonach, wie auch bet früheren Ballon- | tjplofioncn die Ursad>e ausschließlich aus elektrostatische Untia» :* b iingcn mit Funkenbildung zurückzusühren. Die Boraussetzu ngen mu waren besonders günstig, da die atmo|phäri|che Elektrizität durch das hcramiahcnde Gewitter int höchsten Maße gesteigert fein mußte. Nach früheren Messungen konnten hierbei Span- ongen bis zu 100000 Bolt entstehen, weld>e sich tm Augen^ blicke der Berührung des Lustschisses mit den Baumen durch Tunken von 5 bis 10 Millimeter Länge ausglichen. Zweifellos iH durch einen fold)cn Funken der aus den Ventilen auchtromendc Vasserstoss, der >ich in seinem Umjange nut Lust milchte, zur i Entzündung gebracht morben. Die Gasvcrfüllung verbrannte m iIiuq 10 Sekunden, die Hülle und andere Stosfteile tn etwa S Minuten; gleichzeitig schmolzen oder verbogen nch Alummium- leile. Monteur Schwarz, der erst im letzten Moment bte Gondel v crließ. erhielt durch Herabtropsen des Aluniiiimms Brandwunden ob Labourdas wurde beim Ausprellen des brennenden ^.uft- schisscs schwer verletzt. Entzündungen dicier Art können bet allen Lustschissen üoriomntcn, ein Luftschiss nut Metallgerippe 1il~ aber hiergegen geschützter als andere.

Gras Zeppelin verössentlicht ferner folgende« Tank:

Motorschäden und Mangel an Erfahrung in der Führung Roheit midi zweimal zum Landen aus dem begonnenen,Dauerflug meine» Lustschisses genötigt. Auch die Landung aus festem Boden Diriisog sich vollkommen glatt. Unerwartet ausgetretene elemen­tare Gewalten haben dann das i'd>öne Fahrzeug zerstört. Mittel mb Wege sind bekannt, um solche Vorrornmnisse immer seltener

erben zu lassen, so daß die Luftscknsfe bald zu den beyrebS-i zaB aum on un», a p^erften Fahrzeugen zählen werden; das ist auch der begeistertste' wird, verfteht sich von ttibft

Die Sammlung des Gießener Anzeigers.

Bisher quittiert 554.85 Mk-: Pfarrer Hofmann 2 Mk., E. G. 5 Mk, Eisenbahn-Supernumerarvcrcin Gtcßen 10 Mk , v. B. 10 Mk., Ctto Schaaf, Leitersweg 39, 10 Mk-, Stammgäste unb Wirt aus dem -.'luwmobilche 12 Mk., Gebr- M 15 Mk., Oki ft: im Sckiipkavaß (2. Sammlung) 510 Mk., Prof. Tr. Riarken 10 Mk., W- 1 Ml , W. M. 2 ML, Akademischcr Zwcigvercin bei Ultramvntan-Jüdifcki-Evana. Bereinigung 7 Mk-, Oberarzt Tr. Tobt, Jnf -Rcat. 116, 10 Mk, Professor Dr. Kassel 20 ML, Wilh. Rudvlpb 100 Mk-, Wilh. Rudolpb jun. 10 Mk, Dr. Bogi 10 Mk., Prof. Str. 100 Mk., zusammen 893.95. Mk.

In Worms sinb bei beit Sammelstellen annäheriib 18000 Mark cingelausen. Die Sammlungen in Darmstadt betragen über 30 000 Mk.

Aus Fronhansen teilt uns Herr H. Gerhardt jr. mit, daß die dort von ihm betriebene Sammlung, an der sich 88 Personen mit Beiträgen von 10 Pfg. au bis 20 Mk. beteiligten, bis jetzt 103 Mk. ergab. Ganz nett für ein Dors von ungcsahr 1100 Einwohnern! Welches Hcssenbors sammelt ebenso?

Im Austragc bcS Barons von Waldhaus in Mainz sandte das Baiikl-aus Gebt. Oppenheim 25 000 Riark an den Grasen-

Die bei der F-ranks. Ztg- ciiiflegangenen Zeppelin-Beitrög: überschreiten 60 000 Mark. Die Sammlung derKöln. Ztg." ergab 81 638 Mark, die Sammlung tn Leipzig übet 30 000 Mark. Dte deulsdie Kolonie in Antwerpen bat eine Subskription er» öffnet, die 10 000 Mark ergeben bat. Tie Brüsseler Börse sammelte innerhalb einiger Stunden mehrere hundert Frauk

Das Stadlkollegium von Hannover bewilligte eine Ehrengabe von 10 000 Mark, so baß int ganzen in ber Stadt Hannover ins­gesamt 47 000 Mark gesammelt find. Der banr- Landtagsaög. ötan^ Buhl gab 2000 Mark für Die Zeppelinspendc. Jnsgescuur sind in Sanbau gegen 2500 Mark gesammelt worden. Die Hans» sammlung ber Damen bes bayerischm Frauenvereins ergab in Speyer 3661 Mark.

Geh. Kommerzienrat Mauser in Oberndorf spendete 5000 Mark. Die Beamten und Arbeiter der Wafsensabrik Mauser eröffneten eine freiwillige Sammlung, die 1050 Mk. ergab-

Der Zeppelintag am Nhein.

Wie jetzt bekannt wird, hat die Landung bei Lppcnl-eim auf Nierstein und Oppenheim einen Goldregen sondergleichen herniedcrregncn lassen, so zwar, daß die Niersteiner sür Den Verdienst Zeppelin einen Denkstein errichten wollen. Die Weinkeller der kleineren Wirtschaften wurden tatsächlich leer getrunken. Wie unheimlich der Verkehr war, geht schon Daraus hervor, baß die Bahn Extrazüge am Tage Der Rheinlandung nach Oppenheim und Nierstein abgehen lassen mußte. Bei solchen G-elegenheiten sitzt bekanntlich Das G.ld sehr lose in ber Tasche. Schisser bekamen oft von einer einzigen Person bis drei Mark für die Uebersahrt, andere mieteten sich ein Boot und zahlten dafür bis 50 Mark. Insgesamt hat die Zeppelinlandung am Rhein nach ganz oberflächlicher Berechnung rund 100000 Mark ins Rollen gebracht. Und das in knappen vier Stunden auf Dörfern. Man begreift also die Dankbarkeit. . . .

Andere Luftschiffe.

Die ö ft e r r c i i) d)» u n g a r i d> c KriegsDcnualtung wird ihren Militärlenkballon nad) b:n von Deutschland zur Verfügung gestellten Plänen bauen. Für den Ban eines lenkbaren Lusl» fchisses wurde der öfterr. Kriegsverwaltung von privater Seite eine halbe Million Kronen Kur Verfügung gestellt. Gewählt wurde ein nichtstarces System, also fein Zeppelin, sondern cm Luftschiss nad) dem Muster des französischen Ville de Paris.

In Paris unternahm Wilbur Wright einen Aufstieg mit feinem Aeroplan. Er flog in 13A Minuten 3*9 Kilometer-

Aus Saragossa wirb gemeldet, daß ein spanisches lenkbares L u s t s ch i f s bei einer Versuchsaujsahi l int Lusl» schisserpark infolge heftigen Sturmes e r n stc B e s ch ä d i g u n g e n erlitt. Der Ballon platzte schließlich- Es gelang jedoch den Insassen, ohne Sd)aben zu landen.

vom Brande in Donaueschingen.

Uns ging folgender Aufruf zu:

Die Stadt Donaueschingen ist am 5. Auglist 1908 von einem furchtbaren Brandunglück heimgesucht worben. 125 Wohngebäude und 168 Nebengebäude im Werte von ungefähr 2 Millionen Mark liegen in Trünimern. 221 Familien mit annähernd 700 Köpfen sind obdachlos. Alle Fahrnisse mit Ausnahme des geretteten Viehes sind vernichtet. Weitest­gehende unb rasche Hilfe insbesondere in barem Geld um die wir im Namen der Heimgesuchten bitten, ist dringend nötig. Wir bitten Geldgaben an das Großh. Bezirksamt, Lebensmittel unb Gebrauchsgegenslänbe an das Bürgermeisteramt Donaueschingen senden zu wollen. Der Hilfsausschuß: Oberamtmann Tr. Strauß, Großh. Amtö» Vorstand; Bürgermeister Fischer; Eoang. Stadtpfarrer Bauer; F. F. Äammerpräfibent Danzer; Kathol. Stadtpfarrer Dr. Feurstein.

Bei der Geschäftsstelle des Gieß. Auz. gingen weiter- hin ein:

Bereits quittiert Mk. 50., v. B. Mk. 10., W. Mk. 1., W. 9)L Ml. 3.-, Professor Tr. Kossel Mk. 20.-. Küvogl Mk. 3.50. Zusammen Mk. 87.50.

Zur Entgegennahme weiterer Gaben ist unsere Geschäftsstelle gern bereit.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 10. August 1908.

** Tie Einweihung der neuen evangeli­schen Kirche in Leihgestern nahm gestern bei herr­lichem Wetter unter ungemein zahlreicher Beteiligung einen sehr schönen Verlauf. 4Lachdem der Festzug an dem neuen Gotteschaus angelangt war, übergab der Baumeister Hof­mann aus Herborn den Schlüssel an Bürgermeister Heß, der ihn nach einer kleinen Ansprache an Dekan Strack weitergab. Nach einigen Tankesworten erschloß Super­intendent D. Petersen die Kirche und nahm ihre Weihe vor. Während des folgenden Gottesdienstes sangen der Kirchengesangverein und die Leihgesterner Gesangvereine einige Etzoräle. Nach dem Festessen fand um 3*4 Uhr